Re: Neptun-Triton-Animation jetzt auf spaceweather
Hallo Mario,
du hast mich zum Teil wohl nicht richtig verstanden.
Dabei mühe ich mich nach Kräften... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
> Nicht wirklich, denn nach dem Addieren (im Giotto) wird in der Regel (einstellbar) gemittelt
Was denn nun? addieren oder mitteln?
Wenn du 450 Bilder dieser Art ADDIERST kommst du doch ganz schnell in die Sättigung rein, das meinte ich damit.
Uuuuh! Jetzt muß ich Dir ein wenig Mathematik um die Ohren hauen!
Alle Rohbilder verlassen die Kamera mit 8 Bit / Farbkanal. Das heißt, wir haben es mit Integer-Zahlen zu tun, also Ganzzahlen in einem Wertebereich von 0-255. Georg (der Programmierer von Giotto) ist natürlich so schlau und ändert diesen recht schmalen Wertebereich. Die Bilder werden also zunächst addiert, wobei der hellste Punkt (Helligkeitswert 255) - sagen wir mal nach 450 Additionen den Wert 114750 annimmt, alle anderen Helligkeitswerte liegen also irgendwo zwischen 0 und 114749. Dieses Summenbild muß nun in einen Wertebereich von 16 Bit (0-65535) "passen", denn genau das ist das Ausgangsformat der FITS-Datei, die Giotto liefert. Also werden alle Helligkeitswerte mit 65536/114750 = 0,57 multipliziert, Nachkommastellen abgeschnitten und als FITS-Datei ausgegeben. So übrigens entsteht nach dem Stacken ein 16-Bit-Summenbild. Dieses läßt sich im allereinfachsten Fall auf 8 Bit herunterrechnen (also alle Werte durch 256 teilen), um auf die üblichen Bildformate JPG, PNG usw. zu kommen.
Komprimierung bedeutet ja Infromationsverlust. Dabei gehen vor allem die schwächsten Signale flöten.
Jein. Ja, wenn es um die Schärfe geht, im gleichen Bild, wohlgemerkt. Nein, wenn Du dreidimensional denkst. Stell Dir einfach mal vor, Du würdest alle zweidimensionalen Einzelbilder aufstapeln. Dann schaust Du von oben auf diesen Stapel (engl. Stack, daher auch der Ausdruck "Stacken") und fixierst einen einzelnen Bildpunkt. Wenn Du nun diesen Bildpunkt durch diesen Stapel bis ganz nach unten verfolgst, dann wirst Du feststellen, daß dieser in der Helligkeit schwankt. Auch das ist Rauschen, nur diesmal ist diesem Rauschen immer ein klein wenig Nutzsignal überlagert. Durch das Addieren (mit anschließender Normierung auf den gewünschten Wertebereich) mittelt sich das Rauschen heraus, während das Nutzsignal immer stärker hervortritt. Auch hier gibt es viel Mathematik dazu, aber ich denke, ich habe Dich jetzt schon genug damit "gequält" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Mir war nur neu, dass die ToUcam solche schwachen Signale, wie zB. Triton in brauchbarer Form überhaupt noch liefert. Super was du da noch aus der ToUcam rausgeholt hast.
Genau aus den oben genannten Gründen, vielen Dank!
Hast du mal versucht die Kamera zu kühlen?
Bisher noch nicht. Lohnt sich bei einer nicht-modifizierten ToUcam m.E. auch nicht, denn der Löwenanteil am Rauschen ist (bei den relativ kurzen Belichtungszeiten) das Ausleserauschen und nicht das Chiprauschen. Ich habe mir schon oft weit längere Belichtungszeiten gewünscht. Dann wäre eine Kühlung allerdings sehr sinnvoll.
Joa, so sieht das bei mir auch aus.
Ich werde das auch mal in der nächsten Zeit probieren.
Du wirst Dich wundern was da so alles aus dem Rauschen auftaucht!
@Martin
Bitte entschuldige, wenn ich jetzt etwas off topic geworden bin - kommt bis zur Neptunopposition nicht wieder vor <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />