Neptun und Uranus Scheibchen Frage

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edentate

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Hallo,
habe gestern Uranus und zum ersten mal (dank CalSky) Neptun auffinden können.
Dazu eine Frage: Ich habe einen Selbstbau 14 Zoll Dobson.
Wie sieht es mit diesen Planeten aus: kann man die schon als Scheibchen erkennen? habe gestern mit 180 fach gearbeitet (mehr ging nicht). Uranus schien schon als kleine Scheibe (glaub ich jedenfalls...), Neptun eher punktförmig: ist es grundsätzlich möglich, auch Neptun als Scheibe zu sehen? hat da jemand schon Erfahrung?
Danke und viele Grüße
Heinz
 
Hallo Heinz

Schön das sich hier noch jemand mit den "Blaumännern" visuell beschäftigt.

Ja, bei Uranus deutet sich das Scheibchen bereits ab ca 150fach an. Interessant wird es aber erst so ab 250fach. Bei besten Verhältnissen lässt sich das bis zu 0,8MM Austritrittspupille steigen. Im Bereich zwischen 250-350fach kann man im 14-Zöller bereits die 4 größten Monde erkennen.

Neptun ist schon merklich schwieriger. Erst ab ca 180-200fach deutet sich die Scheibchenstruktur an. Auch hier wird es erst ab etwa 250fach interessant. Als Maximalvergrösserung sollte man bei Neptun eine Austrittpupille von 1MM nicht unterschreiten sonst wird er fürs Auge zu dunkel und wirkt dann unscharf. Das währen bei 14" Öffnung 350fach. Beste Ergebnisse sollten bei 300fach zu erwarten sein. Dabei sollte beim 14-Zöller schon Triton zu erkennen sein. Im 16-Zöller gehts leichter und im 18-Zöller sicher.

Für alle sinnvollen Beobachtungen an Uranus und Neptun ist ein ausgezeichnetes Seeing allerdings unabdingbar.

Eine Beobachtung mit Bino kostet in der Regel zu viel Helligkeit und wenn doch benutzt muß die Vergrößerung um mindestens 1 Viertel, gegenüber Monokular, zurückgenommen werden!

Gruß Peter
 
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Moin Heinz!

> Wie sieht es mit diesen Planeten aus: kann man die schon als Scheibchen erkennen?

Aber locker - die kannst du schon mit 3" als Scheibchen erkennen bzw. - wenn man weiß wie's geht - als Planeten nachweisen. Auffällig ist immer die Farbe und das ruhige Bild dieser Objekte. Sterne flackern duch die Luftunruhe, Planeten nicht (ggf. unscharf stellen, dann fällt der Unterschied deutlicher auf).
Vergrößerungen sollten schon im Berecih von 100-200fach sein.
Aber ich kenne auch Leute, die bei bspw. 12" nicht in der Lage waren, die kleinen Planetenscheibchen von Sternen zu unterscheiden - Stichwort "persönliche Fähigkeiten am Teleskop".

Fragen zu Beobachtungen künftig ein Board tiefer - dafür ist es da. :smiley47:
 
ja,

die Öffnung ist da eher zweit ranging. Faustregel: Uranus ab 150x Neptun ab 250x als Scheibchen erkennbar. Seeing sollte nicht zu schlecht sein. Konte beide schon mit dem Vixen 90M (90/1000mm) als Scheibchen sehen.

Gruß
Lothar
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für die nützlichen Infos! werde das mal in den nächsten Tagen testen und ja: war das falsche Forum, hab ich auch gerade gesehen!
(an die Monde hatte ich noch gar nicht gedacht)
Viele Grüße
Heinz
 
Hallo Lothar,

250x am Neptun mit 90mm Öffnung? Bist Du sicher, dass Du da das Planetenscheibchen gesehen hast und nicht das Beugungsscheibchen? Zumindest mit meinem 80mm ED habe ich das Scheibchen noch nicht eindeutig sehen können. Klar, man erkennt den Unterschied zu einem Stern. Aber so ein richtiges rundes und flächiges Scheibchen habe ich nicht hin bekommen.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Heinz,

ja die Monde gehen auch. Bei gutem Seeing sind da ab 300x bei Uranus 4 Monde und bei Neptun der Triton zu sehen.

Gruß
Lothar
 
Moin Marcus!

> 250x am Neptun mit 90mm Öffnung?

Das ist plausibel - ich erinnere mich noch, die Neptunscheibe bei ähnlich hohen Vergrößerungen mit einem 4" Bresser-Achromaten gesehen zu haben. Das geht durchaus.
Eine 90er Optik hat ein Auflösungsvermögen von 1,3" (Dawes). Neptun ereichte am 5.9.2017 (Opposition) 2,32" Durchmesser.

Ich erinnere nur an meinen Satz oben: "persönliche Fähigkeiten am Teleskop". Manche haben eben schärfere Äuglein als andere.
 
Hi,

ich habe noch mal meinen alten BB von 2002 rausgesucht

http://file1.npage.de/004143/32/html/sep_290902.htm

da steht sogar mit 7mm bei 142x war Neptun als Scheibchen sichtbar! Später hatte ich auch noch ein 6mm und 5mm KASAI Orho, also 167x bzw. 200x Vergrößerung. Damit gelang mir auch die Scheibchenauflösung von Neptun.

Bei Uranus habe ich 3 Monde mit 12,5" sehen können. Triton allerdings habe ich mit 12,5" nicht probiert, sollte aber bei guten Seeing, Oposition und maximalen Abstand zu neptun möglcih sein.

Gruß
Lothar
 
Hallo Lothar,

Ich wollte auch um Himmels Willen nicht Deine Aussage oder Fähigkeiten in Zweifel ziehen. Auf der anderen Seite habe ich schon mehrfach erlebt, dass Beobachter im Übervergrößerungsbereicht Dinge gesehen haben wollen, die einfach physikalisch nicht machbar sind. Daher meine Skepsis.
Aber Michas Argument mit dem Auflösungsvermögen und der Größe des Neptunscheibchens ist absolut plausibel. Ich denke mal, dass das Seeing da wirklich eine entscheidende Rolle spielt. Bei meinem chronischen Matschseeing in der Elbmarsch habe ich da wohl weniger Chancen. Aber ich werde es bei Gelegenheit mal wieder probieren.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Leute

Nur mal zur Information:

Jupiter sehe ich bei einer Größe von rund 45" und 385fachen Vergrößerung in etwa so groß wie eine 2€-Münze mit 26MM Durchmesser. Daraus resultiert das man Neptun bei gleicher Vergrößerung mit einer Größe von 2,32" als etwa 1,34MM großes Scheibchen erkennen kann.
Unterstelle ich mal das man mit dem 3-Zöller (76,2MM) und einer Ap. bei 0,76 bei Hundertfach beobachtet hat so erscheint Neptun hier mit einer Größe von 0,35MM. Das ist nicht mehr als ein blasser Textpunkt von 4 Pixeln zu 0,1mm im Quadrat auf meinem Notebookmonitor und der Monitor ist extrafein! Und bei 0,75MM AP bleibt da bei Neptun nicht mehr viel an Helligkeit übrig.

Aber weil das alles so einfach ist hat James Challis im Jahr 1846 am 12" Northumberland Teleskop Neptun mehrfach gesichtet aber nicht als Planet erkannt. Johann Gottfried Galle hatte Neptun auch erst am 9"-Refraktor als Planet erkannt als er bemerkte das an der betreffenden Stelle bei Positionsmessungen zuvor kein Stern dieser Helligkeit registriert worden ist.

Bei Uranus gehts einfacher. Wenn man sich ein bischen Mühe gibt wird man ihn wohl auch schon bei 120fach als winziges Scheibchen erkennen.

In der Regel suche ich diese Planeten mit dem 80MM-Okular von Wachter bei 62,5fach auf und vergrößere danach mit dem 19er auf 263fach hoch. Die Zwischengrößen nutze ich dabei praktisch nie.

Übrigens : Wenn man weiß wo er ist lässt sich Uranus bei guten Bedingungen relativ einfach schon mit dem bloßem Auge sehen.

Gruß Peter
 
Uranus und Neptun haben zur Zeit Winkeldurchmesser von 3,7" bzw. 2,3". Zum Vergleich, die Airy Scheiben von Sternen haben für eine 90 mm Optik einen Durchmesser von 3".

Bei 100x Vergrößerung gibt das (ohne Berücksichtigung von Beugungseffekten) scheinbare Durchmesser von 6' bzw. 4' für Uranus und Neptun. Aber die Beugungsscheiben von Sternen erscheinen mit 5' Durchmesser ähnlich groß.

Es ist also sicher grenzwertig ...



 
Moin Peter!

> Übrigens : Wenn man weiß wo er ist lässt sich Uranus bei guten Bedingungen relativ einfach schon mit dem bloßem Auge sehen.

..."relativ einfach" ist bei uns in Mitteleuropa bei diesem lichtverseuchten Himmel wirklich "relativ".
Ich kann mich nur erinnern, daß ich mit Kollegen und unter Zuhilfenahme einer Sternkarte Uranus und Neptun mit einem russischen 8x30-FG einwandfrei identifizieren konnte. Diese verhältnismäßig hellen Planeten fallen unter den anderen Feldsternen deutlich auf. Seinerzeit (1998/99) standen beide Planeten nahe beieinander im Steinbock.

Diese "guten Karten" hatten Mitte des 19. Jhdt. nur die Berliner Astronomen, der Rest stocherte mehr oder weniger planlos in der Ekliptikzone umher, wo man vor allen Dingen die "Kleinen Planeten" vermutete. Von der Qualität der Teleskope und Okulare zu jener Zeit wollen wir mal gar nicht erst anfangen.

Noch eine Sichtung: Mit dem 12"-ACF-Vereinsteleskop konnte ich bei recht hoher Vergrößerung auch alle vier Uranusmonde sichten. Triton hatte ich noch nicht auf der Abschußliste.
 
Hallo Micha

Vor 2 Jahren konnte ich auf dem "Hutt" Uranus zweifelsfrei mit bloßem Auge sehen. Da war im Umkreis von 5-6° sonst nichts was heller war als 10Mag. Das konnte man deutlich am "Sucher" einen 105MM Apo mit großem Gesichtsfeld deutlich überprüfen.

Ein Sternfreund hatte dann mal auf bitten mit seinem 18-Zöller auf Neptun gehalten da war Triton recht einfach zu sehen. Hier kam Neptun bei 300fach noch deutlich heller als Uranus im 10-Zöller. Die Öffnung machts halt!

Ein Jahr davor hatte ich am 10-Zöller Titania und Oberon für kurze Momente wenn die Luft mal momentweise ruhig war auch in Reichweite. Das geht natürlich mit 2 Zoll mehr Öffnung leichter. Fast 40% mehr an Licht machen sich da deutlich bemerkbar. Für solche Übungen und Kugelsternhaufen, die liebe ich besonders, hab ich mir im Frühjahr noch einen 16-Zöller gegönnt.

Gruß Peter
 
Hallo Heinz,

mit 14" ist das ganz einfach.
Schon bei 75 fach unterschiedet sich Uranus ganz klar von den punktförmigen Sternen als Scheibchen. Bei Neptun brauchts dazu etwa das doppelte an Vergrößerung.
Beide Objekte sind aber mit 14" problemlos als Planetenscheibe zu sehen.
Uranusmonde sind hier unter dunklem Himmel durchaus beobachtbar, insbesondere mit einem Ortho, das Dir noch mehr an Transmission und Kontrast bringt, als selbst ein 10 mal so teueres Ethos.
Und Triton geht dann sogar unter deutlich aufgehelltem Stadthimmel. Den bekomm ich mit einem Ortho sogar in München auf Anhieb rein.
Mit einem Ortho kann man sogar nach Wolkenstrukturen auf beiden Planeten Ausschau halten. Das find ich immer wieder super spannend, weil im absoluten Grenzbereich der Beobachtbarkeit angesiedelt. Man braucht dazu Nächte mit super seeing. Aber gerade im Herbst gibt es diese!
 
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Hallo,
vielen Dank für all die Tips. Ich habe die Bader Orthos,
hatte ich am Dobson bisher nicht benutzt, werde das aber mal ausprobieren. Vorgestern meine ich, Uranus selbst bei 65 fach schon als kleine Scheuben gesehen zu haben.
VG heinz
 
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