NEU: Leica Ultravid 8x20, 10x25, 8x32, 10x32

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Walter_E_Schön

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Mangels Zeit (Photokina-Streß) nur in Stichworten: Leica stellt neue Ferngläser vor.

1. Kompaktferngläser

Die bisherigen Trinovid-Gläser 8x20 und 10x25 bleiben in schwarzer gummiarmierter BCA-Version unverändert auf dem Markt; andere Farbversionen (z.B. Titan, Leder, bunte Modelle) werden mit Erscheinen der neuen Ultravid-Kompaktferngläser wegfallen.

Neu kommen ein Ultravid 8x20 BR/BL (BR = gummiarmiert, BL = beledert) und ein Ultravid 10x25 BR/BL auf den Markt. Es handelt sich um optische Neurechnungen, die durch Einsatz asphärischer Elemente bessere Bildfeldebnung (folglich auch bessere Randschärfe) und weniger Verzeichnung sowie dank der schon von den bisherigen großen Ultravids bekannten HighLux-Vergütung/Verspiegelung – letztere bezieht sich auf die eine zu verspiegelnde Fläche der Schmidt-Pechan-Dachkantprismen – höhere Transmission und weniger Streulicht bieten sollen. Auch mechanisch gibt es zahlreiche Verbesserungen. Die Knickbrückenplatte ist schlanker, das Fokussierrad mit größerem Durchmesser ist griffiger, der Dioptrienausgleich sehr ergonomisch neu gestaltet, und die neuen Gläser sind endlich wasserdicht bis zu einem Druck entsprechend 5 m Tiefe. Das Gehäusematerial ist nach wie vor Aluminium, also nicht Magnesium wie bei den größeren Ultravids. Der Grund dafür dürfte sein, daß der Gewichtsvorteil bei dem hier vorliegenden Materialvolumen zu gering ist, als daß sich der teuer zu bezahlende Aufwand lohnt. Das Gewicht ist wegen der mechanischen Verbesserungen und möglicherweise auch wegen der neuen optischen Elemente wenige Gramm höher als bei den Trinovids.

Beide Kompaktmodelle sollen im Oktober lieferbar sein, das 8x20 soll ca. 500 Euro und das 10x25 ca. 520 Euro kosten.

Da ich inzwischen außer einem Trinovid 8x20 Titan und einem Nikon 8x20 HG neuerdings auch ein Swarovski 8x20 habe, bin ich schon sehr gespannt auf einen Qualitätsvergleich mit dem Ultravid 8x20.

Auf der Leica-Website gibt es leider noch keine Informationen über die neuen Ultravids; ich empfehle aber, dort ab und zu nachzusehen, denn die neuen Modelle müßten dort bald auftauchen.

2. Kleine Universalferngläser (32 mm)

Ebenfalls neu sind die Ultravid-Modelle 8x32 BR und Ultravid 10x32 BR. Soweit aus den mir vorliegenden Informationen hervorgeht, dürften die optischen Eigenschaften bis auf die HighLux-Vergütung/Verspiegelung denen der weiterhin im Programm bleibenden Trinovids gleicher Daten entsprechen. Das Trinovid 10x32 BN war ja bereits eines der weltweit besten Gläser dieser Kategorie (übrigens auch mit bemerkenswert großem Sehfeld von 120 m auf 1000 m), unter den mir bekannten zweifellos das allerbeste. Es bestand also wohl auch kein Bedarf, an der Optik etwas zu ändern. Die wesentlichen Vorteile der neuen Ultravids gegenüber den Trinovids liegen wie bei den im letzten Jahr vorgestellten 42er und 50er Modellen außer im eleganten Design – das ist natürlich etwas Ansichtssache, aber ich finde das Design perfekt! – in Magnesium als Gehäusematerial, dem daraus resultierenden geringeren Gewicht (um 65 g leichter, das 8x32 BR wiegt 560 g, das 10x32 B mit 595 g jetzt unter 600 g) und noch weiter gesteigerter Robustheit, auch dank Achsen aus Titan, und erhöhter Helligkeit mit verbessertem Kontrast (höhere Transmission, weniger Streulicht). Im Aussehen entsprechen beide Modelle dem Ultravid 8x42 BR bzw. 10x42 BR mit deutlich kleineren Abmessungen. (Das Ultravid 10x32 BR wird mit Sicherheit eines Tages mein Standard-Fernglas werden, wie es früher das Trinovid 10x32 BA war - bis zur Lieferbarkeit bleiben noch einige Monate zum Sparen.)

Diese Gläser sollen im November in den Handel kommen. Das 8x32 soll ca. 1300 Euro und das 10x32 ca. 1350 Euro kosten.

MfG Walter E. Schön


PS.: Sollten sich Fragen ergeben, kann ich derzeit leider nicht weiterhelfen, denn ich arbeite zur Zeit fast rund um die Uhr und hätte eigentlich gar kleine Zeit gehabt, diesen Beitrag zu schreiben. Nur die Aktualität hat mich veranlaßt, mir ausnahmsweise dafür etwas Zeit zu nehmen. Ich kann mich voraussichtlich erst nach der „photokina” (Ende September) hier im Forum wieder betätigen. Wundert Euch also bitte nicht, wenn ich mich im weiteren Verlauf einer möglicherweise folgenden Diskussion zu diesem Gläsern nicht mehr zu Wort melde.

Einzige Ausnahme: Wenn Interesse an Fotos der neuen Modelle besteht und jemand mit eigener Homepage bereit wäre, die Bilder hier einzustellen (ich selbst habe keine Homepage), bitte ich um persönliche Nachricht, denn ich habe auch keine Zeit, das Forum regelmäßig zu verfolgen, damit ich ihm oder ihr für diesen Zweck einige Fotos per eMail zusenden kann.
 
Sollten sich Fragen ergeben, kann ich derzeit leider nicht weiterhelfen, denn ich arbeite zur Zeit fast rund um die Uhr und hätte eigentlich gar kleine Zeit gehabt, diesen Beitrag zu schreiben. Nur die Aktualität hat mich veranlaßt, mir ausnahmsweise dafür etwas Zeit zu nehmen. Ich kann mich voraussichtlich erst nach der „photokina” (Ende September) hier im Forum wieder betätigen.
Hallo Walter,

da ich Dich trotz photokina Streß mal wieder unter der Rubrik "Wer ist online?" ertappt habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, stelle ich kurz meine Fragen:

1. Kommen die 32-er Ultravid nur als BR? Eine BL Version würde meinen Geschmack schon eher treffen.

2. Hast Du irgendwelche Gerüchte gehört, ob außer Zeiss noch andere Hersteller aus der Rubrik "die großen vier" an Ferngläsern im mittleren Preissegment arbeiten? Was mich etwas verwundert, ist der Luxus, den man sich bei Leica gönnt. Da gibt es dann praktisch zwei hochwertige Produktreihen und trotzdem entscheiden sich wohl viele Kunden noch immer für ein Trinovid. Einfach weil die Unterschiede bei weitem nicht so offensichtlich sind, wie der Preisunterschied vermuten läßt. Zeiss ist da konsequenter: eine High-End Reihe und eine im mittleren Preissegment.

Frank.
 
Leica Ultravid 8x32 und 10x32 nur als „BR”

Hallo Frank,

wieder aus bekanntem Grund nur in Stichworten:

1. Das Ultravid 8x32 und das Ultravid 10x32 werden nur in der BR-Version (= gummiarmiert) angeboten werden. Die kleinen Ultravids 8x20 und 10x25 wird es sowohl als BR als auch als BL geben.

2. Von solchen Vorhaben ist mir nichts bekannt. Was Leica betrifft, so bedenke bitte, daß es sich eigentlich nicht um „zwei hochwertige Produktreihen” solcher Unterschiede wie bei anderen Herstellern (insbesondere bei Nikon mit einer wahren Flut an Produktreihen vom Jahrmarkt-Niveau bis zum absoluten Topglas) handelt, sondern bei den Ultravids um eine vornehmlich in mechanischer Hinsicht (aktualisiertes eleganteres Design, Magnesium als Gehäusematerial für höhere Stabilität und niedrigeres Gewicht, Titanachsen, neue Gummiarmierung, verbesserte Fokussierwalze samt Dioptrienausgleich und verbesserte Augenmuscheln) und optisch mit Ausnahme des U 10x42 (neu gerechnete Okulare) nur durch effektivere Vergütung und Prismenverspiegelung verbesserte Varianten handelt. Der optische Aufbau der einander entsprechenden Trinovids und Ultravids ist (mit obiger Ausnahme beim U 10x42) jeweils identisch, was kostengünstige gemeinsame Produktion der Bauelemente ermöglicht. Ob es nur daran liegt, daß Leica sein High-End-Image nicht durch im Niveau niedriger anzusiedelnde Produkte nicht gefährden möchte – denn Leice lebt zu einem beträchtlichen Teil von diesem Image! –, oder ob Leica die Investitionskosten für eine komplett neu zu entwickelnde Serie scheut oder dort nicht das rentable Geschäft erwartet, weiß ich nicht. Wahrscheinlich liegt's an beidem.

MfG Walter E. Schön


Apropos „online ertappt”: Ich schaue schon hin und wieder mal rein ins Forum und überfliege Themen, die evtl. interessant sein könnten, muß mich aber weiterhin der aktiven Teilnahme enthalten.
 
Re: Leica Ultravid ...

> denn Leice lebt zu einem beträchtlichen Teil von diesem Image!

Hallo Walter,

da ist was wahres dran. Leica ist ein Begriff, den hat sich die Firma über viele Jahrzehnte aufgebaut und der typische Leica Kunde verbindet mit dem Namen auch bestimmte Erwartungen. Müßte ich mich heute zwischen einem Leica Ultravid 8x42 BL und einem Zeiss Victory 8x42 FL entscheiden, so würde ich wahrscheinlich zum Leica greifen. Man muß auch ein gutes Gefühl bei einem Produkt haben. Zum Glück muß ich mich heute nicht entscheiden, der Kontostand ist mal wieder im Keller <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo Walter,

vor dem Hintergrund unserer Kompaktfernglasdiskussion vor einigen Monaten würde mich Dein Eindruck von dem 8x20 Swarovski Pocket interessieren. Kannst Du meinen im Laden gewonnen Eindruck einer besonders effektiven Streulichtunterdrückung bestätigt finden?

Gruß

Steve

 
Streulichtempfindlichkeit

Hallo Steve,

streulichtanfällig sind leider alle (Leica, Nikon HG, Swarovski), nur differiert der Einfallswinkel, aus dem das Gegenlicht kommen muß, um zur Verschleierung des Bildes mit Kontrastverlust zu führen. Die Kompaktbauweise läßt leider nicht viel Raum zur Streulichtunterdrückung!

Ich bin leider derzeit wegen der „photokina” im Streß und arbeite fast rund um die Uhr. Ich werde einen ausführlichen Vergleich schreiben (ähnlich, wie schon mal für Leica und Nikon HG vor mehreren Monaten von mir hier veröffentlicht), sobald ich etwas Luft habe - was nicht vor ca. 6 Wochen sein wird!

MfG Walter E. Schön
 
Re: Leica Ultravid 8x32 und 10x32 nur als „BR”

Ich habe noch ein paar Fragen, die vielleicht demnächst beantwortet werden können:
1. Inwiefern ist die für meine Bedürfnisse hervorragend angepasste BAuweise der Trinovids für Brillenträger unterschiedlich zu den neuen Ultravids? Die sind für Brillenträger (zumindest für meine Brille) hervorragend.
2. Lohnt sich der happige Aufpreis gegenüber den Trinovids wegen der besseren Lichtdurchlässigkeit und eventuell besseren Brillianz? Oder ist das mit eigenen Augen (ohne Messinstrumente) nicht erkennbar?
 
Re: Leica Ultravid 8x32 und 10x32 nur als „BR”

Hallo Chipsy,

die Bauweise im Hinblick auf die Brillenträgereignung hat sich geändert. Die neuen Ultravids haben zunächst Drehaugenmuschel. Vor allem aber hat sich der Austrittspupillenabstand geändert (in mm):

Trinovid
8x20 BC/BCA 13,9
10x25 BC/BCA 13,7

Ultravid
8x20 BR/BL 15,0
10x25 BR/BL 15,0

Die neuen Ultravid entprechen somit exakt den Werten der Nikon HG Taschenferngläser, was für die meisten Brillenträger grundsätzlich eine Verbesserung darstellt. Auch gewichtsmäßig hat sich Leica Nikon angenähert, d.h. die Ultravid wurden schwerer. Der Grund hierfür dürfte die neu gerechnete optische Konstruktion sein. Dies ist ein Novum in der Ultravid Serie. Ich habe die neuen Ultravid Taschenferngläser noch nicht ausprobieren können. Bisher habe ich noch bei allen direkten Vergleichen zwischen Trinovid und Ultravid eine leichte Verbesserung der optischen Eigenschaften Kontrast und Helligkeit erkennen können. Der Größe des Unterschieds variierte aber von Modelltyp zu Modelltyp. Da wir es aber hier tatsächlich mit einer neuen Konstruktion u.a. unter Verwendung asphärischer Linsen zu tun haben, erwarte ich, dass diesmal die Unterschiede etwas deutlicher ausfallen.Wie es sich tatsächlich verhält und ob sich der Aufpreis für Dich lohnt, kannst Du nur selbst in einem direkten Vergleich der in Frage kommenden Modelle feststellen.

Steve
 
Re: Leica Mini Sehfeld?

Hallo Steve,

beim Schmökern im neuen Leica Katalog ist mir aufgefallen, daß für die kleinen Leica's (sowohl Trinovid als auch Ultravid) die Sehfelder mit 110m beim 8x20 und 90m beim 10x25 angegeben werden. Waren das früher bei den Trinovid Modellen nicht mal ein paar Meter mehr? Ich kann mich zumindest beim 8x20 Trinovid an 115m/1000m erinnern. Hat sich da was geändert? Oder stimmen die Angaben im Katalog nicht?

Frank.
 
Re: Leica Ultravid 8x32 und 10x32 nur als „BR”

Klingt auf jeden Fall interessant, zumal ich zunehmend den Standpunkt vom Threadersteller teile, der der Ansicht ist, das Fernglas, das man dabei hat, ist besser als jedes andere zu Hause...
Wenn jemand das Glas erwerben sollte, wäre ein erster Erfahrungsbericht schön. Was meinen die erfahrenen Forumsmitglieder: Wie wird der Straßenpreis für ein 8x20 Ultravid sein bzw. werden die Händler vor Ort den Listenpreis verlangen oder mit dem Preis nachgeben? 500 Euro sind doch sehr viel Geld.
 
Leica Ultravid 8x20 / 10x25 mit kleinerem Sehfeld

Hallo Frank,

eigentlich gehöre ich noch ins Bett, weil ich mit einer starken Erkältung von der Photokina zurückgekommen bin, immer noch etwas Fieber habe, fürchterlich huste und schnupfe. Aber zu diesem Thema möchte ich mich dennoch kurz äußern:

Die neuen kleinen Ultravids von Leica haben in der Tat jeweils 5 m weniger Gesichtsfeld auf 1000 m als die entsprechenden Trinovids. Dafür aber sind das Einblickverhalten (Steve hat es schon mit Zahlen belegt) und die Naheinstellungen deutlich verbessert (8x20 mit 2,2 m statt 3 m, 10x25 mit 3,2 m statt 5 m) und die Randschärfe ist jetzt absolut untadelig. Gerade der deutliche Schärfeabfall in den letzten etwa 15% des Gesichtsfeldes bei den kleinen Trinovids hatte mich vor längerer Zeit von diesen zu den Swarovski- und Nikon-HG-Kompaktferngläsern wechseln lassen.

Die kleinen Swarovskis haben ebenso große Sehfelder wie die entsprechenden Trinovids, bei Nikon hat das 8x20 HG (L) mit 119 m auf 1000 m gegenüber dem Ultravid deutlich und gegenüber den anderen etwas die Nase vorn, während das 10x25 HG (L) mit 94 m fast dasselbe Gesichtsfeld wie Swarovski und Leica Trinovid (95 m) hat.

Die neuen Ultravids 8x20 und 10x25 machten auf dem Messestand auf mich einen hervorragenden Eindruck sowohl im Einblickverhalten (ich bin Brillenträger mit ca. -5 dpt) als auch in Schärfe und Helligkeit, und was die Handhabung betrifft, so wurden die Trinovids als die nach meinen Kriterien bisher Besten durch die neuen Ultravids nun zu den Zweitbesten. Das Sehfeld von 119 m auf 100 m bei meinem Nikon 8x20 HG wiegt jedoch auf meiner Prioritätenskala trotz des ein wenig größeren Gewichts und Volumens und der gewöhnungsbedüftigen Handhabung so schwer, daß ich dabei bleiben werde. Im Falle einer Neuanschaffung fiele mir die Entscheideung zugegebenermaßen aber nicht leicht.

Übrigens konnte ich bei der neuen Nikon-HG-L-Serie in der Kompaktklasse keinen Unterschied zur bisherigen HG-Seria ausmachen, und auch das Personal am Nikon-Fernglasstand konnte keinen nennen. Das L (Lightweight) steht für geringeres Gewicht bei den Großen Modellen 8x42 und 10x42, die unter Beibahltung der Optik im Gehäuse (äußerlich unauffällig) um ca. 200 g erheblich abgespeckt wurden - was auch dringend nötig war. Bei den mittelgroßen 8x32 und 10x32 ist ebenfalls bei unveränderter Optik das Gewicht nur noch um 20 g geschrumpft, und bei den Kompakten ist außer dem Namen alles genauso wie vorher. Offenbar wollte man eine einheitliche Nomenklatur und hat deshalb auch die Modelle 8x20 HG und 10x25 HG einfach in 8x20 HG L und 10x25 HG L umbenannt.

Walter E. Schön
 
Re: Leica Mini Sehfeld?

Hallo Frank,

Deine Beobachtung ist richtig. Die alten Trinovid haben Sehfelder von 115/1000m (8x20) und 95/1000m (10x25). Über die Verringerung des Sehfeldes bei den neuen Modellen habe ich mich auch schon gewundert. Ich vermute, dass wir es hier wieder einmal mit gegenläufigen optischen Eigenschaften zu tun haben. Randschärfe und große Sehfelder sind eben nur sehr bedingt miteinander vereinbar. Wenn ich richtig informiert bin, verwendet Nikon bei den HG Gläsern zur Erhöhung von Randschärfe und Schärfe jenseits der optischen Hauptachse Bildfeldebnungslinsen und erzielt damit ein vergleichsweise großes Sehfeld mit sehr guter Randschärfe. Leica benutzt asphärische Linsen offenbar, um ein gleichmäßiges Bild über das gesamte Sehfeld zu erzielen.
Trotz formal unterschiedlicher Sehfeldgrößen konnte ich in der Vergangenheit keine großen Unterschiede zwischen den 8x20er von Zeiss Victory, Leica und Nikon HG feststellen. Zwar habe ich keine exakten Messungen angestellt, doch indem man z.B. immer das gleiche Objekt (Beispiel: Leuchtreklametafel) mit den Testkandidaten anvisiert, z.B. eine Kante links als äußerste Begrenzung einstellt und dann schaut, wie weit man auf der anderen Seite blicken kann, erhält man auch schon einen guten Eindruck von den Leistungswerten. Auffällig bei diesen Untersuchungen war lediglich die Schärfe des Nikon fast bis zum äußersten Rand. Ich gehe insofern davon aus, dass die alten Werte von Leica durchaus korrekt waren. Wie das Sehfeld beim 8x20 Ultravid wirkt, muss ich mir in der Praxis auch noch einmal ansehen.

Wo wir gerade bei dem Thema Randschärfe und Sehfeldgröße sind. Die von mir erwähnten Bildfeldebnungslinsen scheinen nur von japanischen Herstellern (z.B. Nikon, Fujinon, Pentax, Canon) verwendet zu werden. Was mag der Grund dafür sein, dass die europäischen Hersteller dies nicht tun?

Gruß

Steve
 
Re: Ultravid / Trinovid?

Hallo Steve, hallo Walter,

vielen Dank für Eure Infos! Wenn die neuen Minis im Schaufenster liegen, werde ich mal mit meinem alten 8x20 Trinovid gucken, ob sich ein Update lohnt. Mit der Randunschärfe kann ich eigentlich gut leben. Neben der Wasserdichtigkeit könnte der deutlich griffigere Mitteltrieb bei den zwei Ultravid Modellen ein echter Vorteil sein. Beim Trinovid ist der Drehknopf mit großen Fingern nicht so leicht zu beherrschen ...

Was mich in dem neuen Leica Katalog wundert, ist folgendes. Sowohl für Trinovid als auch für Ultravid werden die kleineren Sehfelder angegeben. Das würde ja bedeuten, daß auch die kommenden Trinovid Modelle in der Beziehung überarbeitet wurden. Desweiteren gibt Leica im Prospekt auch das objektive Sehfeld in Grad an und hier ist man sich bei Leica wohl nicht so ganz einig, wieviel Grad nun am Himmel überblickt werden können:

Trinovid 8x20: 110m / 6,5 Grad
Ultravid 8x20: 110m / 6,4 Grad

Trinovid 10x25: 90m / 4,7 Grad
Ultravid 10x25: 90m / 5,1 Grad

So steht's im Prospekt. Eigentlich sollten doch Ferngläser mit demselben Sehfeld in m auch einheitliche Werte für das reale Sehfeld in Grad liefern?

Frank.
 
Angaben zum Trinovid sind falsch!

Hallo Frank,

da muß bei Leica bzw. der für den neuen Katalog (der mir nicht vorliegt) zuständigen Person/Agentur ein Fehler unterlaufen sein, wenn es dort so drin steht, wie Du schreibst. Die Trinovids haben die von mir oben angegebenen größeren Sehfelder, die Du auch auf dieser Leica-Internetseite nachlesen kannst:

http://www.leica-camera.de/sportoptik/produkte/trinovid/tecdat/index.html

Das würde dann auch die unterschiedlichen Winkelangaben erklären. Wenn Du nachrechnest, kommst zu bei den 6,5° des T 8x20 auf 113,57 m bzw. bei den in meinem älteren Leica-Katalog angegebenen 6,6° für dieses Modell auf 115,32 m. Wenn man dann noch davon ausgehen darf, daß die Winkel auf eine Nachkommastelle und die Meterwerte offenbar auf ganzzahlige Vielfache von 5 m angegeben sind, paßt das gut zusammen.

Beim T 10x25 ist in meinem alten Leica-Katalog ein Winkel von 5,4° angegeben, nicht 4,7°, wie Du schreibst. 5,4° liefern 94,32 m auf 1000 m, was bei Rundung auf das nächstliegende ganzzahlige Vielfache von 5 die von mir zuvor angegebenen 95 m liefert. Bei 4,7° käme nur 82,08 m heraus, und das ist garantiert falsch. Sollte wirklich 4,7° im neuen Leica-Katalog stehen, wäre das ein weiterer Lapsus (oder hast Du Dich hier verschrieben?).

Walter E. Schön
 
Re: Angaben zum Trinovid sind falsch!

Ist doch bei Ferngläsern immer wieder gut, wenn man seins schon hat! Trinovid 10x25 seit 20 Jahren - ohne
die sperrige Gummiarmierung und mit dem vollen Gesichtsfeld! (und wasserdicht brauche ich nicht) - da ist selbst
das tolle Canon 10x30IS eben kein echter Wettbewerb (hatte es diesen Urlaub zum erstenmal statt des Leica dabei -
viel zu groß und schwer, nie wieder). Einziger echter Nachteil ist die Naheinstellung: 5m reichen halt nicht für
Schmetterlinge.

Gruß
 
Re: Angaben zum Trinovid sind falsch!

> oder hast Du Dich hier verschrieben?

Hallo Walter,

das Lesen einer Tabelle ist sicher keine triviale Aufgabe. Noch dazu, wenn die Spalten so breit, die Reihen so schmal und schwarze Schrift auf orange-farbigem Untergrund gedruckt wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Daher habe ich meine Brille geputzt und es nochmal versucht (diesmal in anderer Reihenfolge):

Trinovid 10x25: 90m/1000m -> 4,7 Grad
Trinovid 8x20: 110m/1000m -> 6,5 Grad
Ultravid 10x25: 90m/1000m -> 5,1 Grad
Ultravid 8x20: 110m/1000m -> 6,4 Grad

Ich kann es nicht ändern, in meinem Katalog steht es so. Zu finden auf den Seiten 74 und 77. Übrigens, die 110m beim 8x20 Trinovid finden sich nicht nur in der Tabelle hinten sondern auch vorn in der Beschreibung zum Glas auf Seite 44. Vielleicht bin ich doch zu blöd zum Lesen?

Vielleicht werden die Prospekte ja in einer anderen Firma oder in der Marketing-Abteilung produziert? Solche Ungereimtheiten sollten nicht auftreten, es kann aber passieren. Da sind ja auch nur Menschen am werkeln ...

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Angaben zum Trinovid sind falsch!

Hallo Frank,

da hat also eindeutig Leica (bzw. jemand in dieser Firma oder deren Agentur) Mist gemacht. Du jedenfalls bist rehabilitiert - ich hatte Dir schon immer zugetraut, Tabellen richtig lesen zu können, aber gegen Tippfehler ist niemand gefeit. Erstaunlich ist, daß sich im Internet unterschiedliche Angaben finden, nämlich unter der weiter oben von mir angegebenen Adresse für „Technische Daten” die Werte, die auch in den alten Katalogen standen, und unter der von Chipsy angegebenen Adresse die, welche Du im Katalog gefunden hast (ist die dort herunterladbare PDF-Datei nicht eben dieser Katalog?).

Entweder hat man sich mit den neuen Werten 90 m und 110 m (gegenüber vorher 95 m und 115 m) verschrieben, oder man hat durch eine kleinere Öffnung der Gesichtsfeldblende die deutliche Randunschärfe abschneiden wollen. Die 6,4° und 6,5° bei 110 m lassen sich mit Rundungen bei den Winkeln und Meterwerten erklären, aber die 4,7° bei 90 m nicht und müssen ein weiterer Fehler sein.

Sollte ich morgen schon wieder halbwegs sprechen können, ohne dabei permanent husten zu müssen, werde ich Herrn Albrecht (Produktmanager für Leica-Sportoptik) mal deswegen anrufen. Aber leider geht es mir heute wieder schlechter, da ich gestern offenbar schon zu früh das Bett verließ, so daß es auch Dienstag oder Mittwoch werden könnte. Sobald ich Näheres weiß, werde ich es hier mitteilen.

Walter E. Schön
 
Re: Leica Ultravid 8x20 / 10x25 mit kleinerem Sehfeld

Hallo Walter,

=> "Die neuen Ultravids 8x20 und 10x25 machten auf dem Messestand auf mich einen hervorragenden Eindruck sowohl im Einblickverhalten (ich bin Brillenträger mit ca. -5 dpt) als auch in Schärfe und Helligkeit"

Diesen Eindruck kann ich nur bestätigen!

Bei der "Weitsicht-Messe" in Frankfurt konnte ich letzten Sonntag das 8x20 Ultravid ausgiebig gegen ein entsprechendes Trinovid testen. Sind die Unterschiede bei der Schärfe auf der Achse und im Randbereich sowie der Helligkeit zwar vorhanden aber eher marginal, so ist das Streulichtverhalten um Welten besser! Direkt neben einen Scheinwerfer gestellt, bot das Trinovid hellgrau überstrahlte flaue "Suppe", während das Ultravid ein fast unbeeinträchtigtes Bild bot.

Handling und Einblickverhalten sowie Fokussierkomfort sind ebenfalls nochmals gesteigert. Leider war kein 10x25 Ultravid vorhanden, so daß ich es gegen mein entsprechendes Trinovid nicht antreten lassen konnte. Sollte sich der Eindruck vom 8x20 bei diesem Glas bestätigen, könnte ich noch mal schwach werden!

carpe noctem
Matthias
 
Korrekte Sehfeldangaben für Leica 8x20 und 10x25

Hallo Frank,

wie von mir angekündigt, habe ich (in den letzten Wochen mehrfach) mit Leica Kontakt aufgenommen, um die widersprüchlichen Sehfeldangaben beim Trinovid 8x20 und 10x25 aufzuklären. Der zuständige Produktmanager war längere Zeit verreist und letzte Wochen immer in stundenlangen oder ganztägigen Besprechungen, wenn ich anrief, und so konnte ich ihn erst heute für ein ausführliches Gespräch ereichen.

Die Sehfelder der Trinovids 8x20 und 10x25, die früher und jetzt noch im Internet unter „Trinovid” (heute, denn morgen könnte es aufgrund meines Anrufs schon geändert sein) mit 115 m bzw. 95 m auf 1000 m angegeben waren, haben sich nicht geändert, werden aber künftig (wie bereits in dem Dir vorliegenden Prospekt, der auch als PDF-Datei aus dem Internet heruntergeladen werden kann) mit 110 m bzw. 90 m angegeben werden. Die exakten Werte liegen zwischen den alten und den neuen Angaben und wurden früher wegen der von der Norm zugelassenen 5%-Toleranz aufgerundet, jetzt aber wegen der vorgesehenen, aber wohl noch nicht verabschiedeten neuen, auf 3% reduzierten Toleranz abgerundet.

Die neuen Ultravids 8x20 und 10x25 haben exakt dieselben Sehfelder wie die entsprechenden Trinovids, nur wird für die neuen Ultravids von Anfang an die abgerundete Sehfeldgröße angegeben. Insofern ist meine unmittelbar nach der „photokina” hier mitgeteilte, auf den von Leica angegebenen technischen Daten basierende Information, die neuen Ultravids hätten geringfügig kleinere Sehfelder, nicht zutreffend (ich schrieb aber in einem anderen Forumsbeitrag schon sinngemäß, daß ich selbst praktisch keinen Unterschied merkte). Leica wird in allen neu aufgelegten Prospekten und sonstigen Veröffentlichungen für die Trinovids 8x20 und 10x25 nur noch die kleineren Werte nennen.

Interessant wäre es jetzt, auch mal bei Swarovski und Zeiss nachzuhaken. Da ich sowohl ein Trinovid 8x20 als auch ein Swarovski 8x20 als auch ein Nikon 8x20 HG besitzte, werde ich zumindest diese drei Modelle diesbezüglich nicht nur überprüfen, sondern exakt nachmessen, sobald ich Zeit dazu finde - nur bin ich derzeit so intensiv mit meinem Fernglasbuch beschäftigt, daß ich diese Überprüfung und Messung noch etwas vertagen werde. Vielleicht sind hier im Forum einige, welche die entsprechenden Zeiss-Modelle (Compact 8x20 und Victory 8x20) besitzen, dazu bereit, mir für solche Vergleichsmessungen ihre Ferngläser vorübergehend leihweise zur Verfügung zu stellen. Für eine Kontaktaufnahme und Terminabsprache gebe ich unten meine eMai-Adresse an.

Walter E. Schön

eMail@???WESchoen.de (drei Fragezeichen weglassen)
 
Re: Leica Ultravid 8x20 / 10x25 mit kleinerem Sehfeld

Auch ich konnte am Samstag auf einer Hausmesse durch die neuen Ultravids sehen, allerdings nur im Fotogeschäft. Auch ich war erstaunt über die schöne Abbildungsqualität der Ultravids, hatte allerdings keinen direkten Vergleich zu anderen Gläsern, außer anderen Ultravids. Was mir auffiel: Der linke Tubus war leichtgängiger als der rechte (oder umgekehrt).
Die Focuswalze hingegen lief bei allen ausgestellten Ultravids (ca. 5 oder 6) gleichmäßig und mit der "richtigen" Reibung. Im Birdforum wird immer mal wieder beklagt, dass die Fokussierung rau oder hakelig ist oder am Ende ihren Widerstand verändert. Oder dass die Walze ihre Friktion im Gebrauch verändert (alles keine Zeichen für überragende Qualität). Dies konnte ich bei den Gläsern der Hausmesse nicht feststellen (allerdings gehe ich auch davon aus, dass die Leica-Mitarbeiter selektieren).
Bei einem im normalen Verkauf angebotenen Zeiss Victory (nicht Fl und auch kein kompaktes) war die Fokussierung für meinen Geschmack viel zu schwergängig. Wäre für mich ein Ausschlusskriterium, da das Bild dann erheblich wackelt beim Scharfstellen. (Ich hoffe, dass Zeiss die Fokussierung bei den Viktory Fl angenehmer verbaut.)
Die Gummiarmierung machte übrigens keinen besonders hochwertigen Eindruck beim 10x25. Man sah deutlich eine Nahtstelle, zudem konnte ich einen kleinen farblichen Unterschied im Material an eben dieser Naht ausmachen. Bei einem 450-€-Glas erwarte ich eine perfekte Qualität. Da war das belederte 8x20 im Vorteil, weil solche Feinheiten materialbedingt nicht zu erkennen sind.
Nichtsdestotrotz werde ich wohl bald bei einem gummiarmierten Ultravid 8x20 zuschlagen, wenn die Serie nicht mehr ganz neu ist (und so hoffentlich eventuelle, anfängliche Produktionsschwierigkeiten gelöst sind).
Im Übrigen zeichnete sich der Leica-Abgesandte durch eine Fülle von Nichtwissen aus: Durch Walter Schön wusste ich da bereits wesentlich mehr als jener. Der Leicamensch wusste nichts davon, ob die Optik verändert worden war ("sind auf jeden Fall besser") und auch nichts Allgemeines, z.B. wann die Firma Leica von einer GmbH zu einer AG wandelte (Jemand im Birdforum vermutet eine leichte Qualitätsverminderung der neueren AG.)
Die Inkompetenz des Leicamenschen war jedenfalls für mich mehr als enttäuschend.
 
Kaufargument

Hallo Walter,

besten Dank für die Info! Wenn jemand ein Trinovid wegen dem "größeren" Sehfeld gekauft hat, dann hat er also einen "Rundungsfehler" gekauft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Ist natürlich kein Fehler. Aber gut zu wissen, daß die Sehfelder identisch sind.

Frank.
 
Objektivschutzkappen für Trinovid

Im Birdforum schreibt jemand, dass die Objektivschutzkappen für die Ultravid auch für die Trinovid BN/BA passen.
Gute Nachrichten für alle, die das vermisst haben!

Weiß jemand, wo man die bekommen kann im Netz?
 
Gummiarmierung der Ultravid mit Nahtstellen

Um mal wieder etwas Leben in den Thread zu bringen, hier eine ganz kleine Information.
Irgendwo las ich, dass Leica die Gummiarmierung ohne sichtbare Stoßkanten verschweißt (oder sonstwie bearbeitet) auf den Trinovid. So ist es auch bei meinem. Was musste ich da auf einem schönen Ultravid 8x20 entdecken? Hässliche Linien auf der Rückseite der Tuben, die die Nahtstelle verraten. Insofern also ein Rückschritt. Ein Leica-Verkäufer sagte, dass die neue Gummiarmierung nun fest mit dem Metall verbunden sei (wohl nur mit einer anderen Methode), und sich früher die Armierung bei den Trinovid-Gläsern ab und an gelöst habe. Das sei heute nicht mehr der Fall.
 
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