Hi Jens,
jau, Sternenkarte, Karkoschka, rotes Licht, dass ist auch meine Ausrüstung nebst Teleskop und Okularkoffer (und kleineres Zubehör - welches hier und da erweitert wird, wenn's Geld es zulässt

)
als Anfängerin kenne ich das Problem mit den Skalen und den 'sehe ich nun das, was ich gesucht habe'-Verwirrungen. Mein Teleskop ist so genau, wie es mir möglich ist, gehn Himmelsnordpol ausgerichtet, dann peile ich nen hellen Stern in der Nähe meines Zielobjekts an und anhand diverser Sternenkarten (meistens Karkoschka) hoppe ich dann von Stern zu Stern dort hin wo ich dann hoffentlich mein gewünschtes Deep-Sky Objekt finde.
Vor ein paar Monaten habe ich mich so im Virgohaufen verlaufen. Hatte letztlich 2 Objekte gefunden und beobachtet, aber welche Objekte es nun waren, konnte ich nicht bestimmen. War schon sehr frustrierend. Aber Bernd (Kursmaster vom Einsteigerkurs hier) hat mich dann getröstet - es verlaufen sich wohl auch
fortgeschrittenere Amateure in diesem Wirrwar aus 'Nebelchen'. Also verzweifle nicht!!!
Oder anderes Beispiel: Am letzen Wochenende hat alles super geklappt, gesucht gefunden, aber es klappt nicht immer, wie am Schnürchen.
Andromedagalaxie gefunden, aber die umliegenden Sternchen konnte ich anhand der Atlanten gar nicht zuordenen ?! Also kamen wieder Zweifel auf 'war ich denn nun wirklich richtig -aber so war Eindeutiges konnte ich nun wohl auch als Laie nicht verwechseln, oder?!
- h & chi im Perseus war auch ganz eindeutig (und schön anzusehen, bei sehr schwacher Vergrößerung 35 mm Plössel nadelscharf), da habe ich wieder an mein Teleskop geglaubt (Celestron Omni XLT 120 Refraktor).
Dann kommen wieder Objekte, bei denen ich am Liebsten nen Experten hätte der mir versichert, dass es nicht an der Qualität des Teleskops liegt, dass z.B. Kugelsternhaufen alles andere als auch nur schwächlich aufgelöst zu sehen sind, sondern immer nur schwach nebelige Kleckse, die vielleicht noch beim indirekten Sehen etwas aufgelöster erscheinen (Paradebeispiel im Pfeil M71 - ich war mir noch nicht mal sicher, dass ich mir das Kleckschen nicht nur herbei wünsche, statt es tatsächlich zu sehen)
dafür dann haber M27 - der Hantelnebel wieder ganz eindeutig, aber von wegen deutliche Strukturen im Teleskop und Farbe auch mit Filter nicht. Konnte gerade so eben die bekannte Form des PN erkennen, war aber trotzdem schön anzuschaun. Der Ringnebel in der Leier war meine erste Deep-Sky-Suche am Teleskop- ne harte Nuss, aber nun finde ich diesen immer auf Anhieb - auch hier weiß ich genau ich weiß, was ich gefunden habe

. Also, du siehst mal klappts, dann wieder nicht so gut.
Und da kommt dann der schöne Garten ins Spiel (glaube ich zumindest) denn je nach dem wo sich dein Garten befindet, könnte es sein, dass dich dieser Standort irgendwann nicht mehr befriedigen wird.
Ich bin nun nach 9 Monaten an einem Punkt, wo ich Sack und Pack ins Auto lege und fahre, der Wunsch nach mehr ist größer geworden, als die Angst vor dem alleine-im-Feld- sein. Ich z.B. wohne sehr ländlich (viele Sternchen im kleinen Bär leuchten über mir - gute dunkle Nächte dirket vor der Haustür haben mich am Anfrang sehr über schlecht Wetterphasen hinweggetröstet und trotzdem die vor ca. 2 Monaten neuinstallierten Straßenlampen am Dorfausgang (vielen Dank an unsere Bürgeninitiative nochmal :mauer: ) stören, aber richtig und unser Nachbar, braucht neuerdings ganznachts Flutbeleuchtung um glücklich zu sein!!!
Aber auf freiem Feld (mit minimalst möglicher Lichtverseuchung) erkennt man viele schöne Objekte schon mit freiem Auge, da findet mal schon mit Sternenkarte bewaffnet einiges schnell und du weißt dann, dass du Dein Objekt gefunden hast und im Teleskop oder auch nur im Fernglas 'schwärm'kommt dann die endgültige Sicherheit 'Zielobjekt erfasst!' , dafür lohnt sich jedes Zusammenzucken bei unidentifizierbarem Geräusch :biggrin:
(Als Mädel alleine im Feld, mir sei meine Angst verziehen!)
Aber sicherlich nimmt dich dein Kollege mal mit und wenn er erfahren ist, lernst du sich viel von ihm! Ich hoffe auf der HTT Anschluss zu finden und so richtige Amateurastronomen beobachten zu können bzw. mir Tipps zu holen zu können - natürlich erhoffe ich mir auch Blicke durch andere Teleskope (Bauarten,) um endlich mal eigene Vergleiche ziehen zu können.
Das hat mir Anfangs sehr geholfen. (Sternenkarte und Karkoschka habe ich schon längere Zeit - aber mit frei Auge und sehr altem Fernglas vom Opa meinen Einstieg in die Astronomie gefunden)
- Buch: Teleskopführerschein
- die schon o.g. HP's
- Einsteigerkurs bei Bernd
(und Ruhe bewahren, geduldig sein - der Lohn folgt, wenn man zum ersten mal, das Objekt findet, welches man gesucht hat - da war ich zumindest, sehr stolz auch mich

- ich lag halb unter meinem Refraktor inklusive langer Arme,:schwitz: aber da war er tatsächlich - der o.g. Ringnebel) / (Davor habe ich auch mehr den Mond oder Saturn bzw. Mars beobachtet - mache ich natürlich auch weiterhin

, also nun Mond und Jupi - an die Sonne wage ich mich, wegen all der Warnungen gar nicht ran, trotz Sonnenfilterfolie, dass lasse ich mir lieber vorher noch mal von nem erfahreneren Beobachter zeigen ;-))!
Vielleicht erkennst du dich ja in meinen Schilderungen wieder, ich suche immer Leute die mir sagen, dass sie anfangs auch solche Erfahrungen gemacht haben, dann weiß ich es kann nur besser werden - und es ist auch immer besser in den letzten Monaten geworden - also Jens nicht frusten lassen.
Schreib mal zwischendurch, wie du dich so machst!
Gruß, Steffi