Neu-(Wieder) Einsteiger sagt mal leise Hallo...

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heinzz

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

nachdem ich mich ja hier schon kurz vorgestellt habe, kommt auch schon die erste Frage. Um genau zu sein ist Frage evtl. nicht das richtige Wort, eher möchte ich Euch an meinen Überlegungen zum Einstieg teilhaben lassen und erhoffe mir natürlich Tipps, was man besser machen könnte, oder ganz anders machen sollte. Ich hoffe, dass ist jetzt nicht zu langweilig für Euch Cracks.

Bevor ich dazu komme, möchte ich noch kurz umreissen, was meine Interessen im speziellen sind, wie meine Erfahrungen auf den verschiedenen Gebieten aussehen, was ich an Equipment bereits besitze usw. Ich denke, das ist nicht ganz unwichtig.


Also, los gehts:

"Astronomisch"

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mich eigentlich nur auf Astrofotografie beschränken will. Wie ich in meiner Vorstellung bereits schrieb, habe ich einiges an Erfahrung mit der visuellen Astronomie bereits vor ca. 25 Jahren sammeln können. D.h. Begriffe wie Deklination und Rektazension usw. sind mir doch einigermassen geläufig. Ich will damit nur sagen, dass mir die grundsätzlichen Themen der Astronomie bekannt sind, ich aber natürlich gerne dazulernen will und auch sicherlich muss.
Astronomie-Hardware habe ich keine mehr, muss also von Grund auf neu kaufen. Na ja, ein paar Bücher sind wohl noch da und auch ein paar Sternenkarten werden wohl auf dem Dachboden noch rumfliegen.

"Fotografisch"
Auf dem Gebiet der Fotografie, glaube ich sagen zu können, kenne ich mich sehr gut aus. Habe eine Zeitlang nebenberuflich als Fotgraf gearbeitet und auch VHS-Kurse in Foto-Technik gegeben.
Aber ich weiss, dass das Thema "Astrofotografie" doch nochmal etwas ganz anderes ist. Ich habe mich die letzten paar Wochen/Monate sehr damit beschäftigt und muss einsehen, dass ich von speziellen Gebieten dieser Art zu fotografieren keine bis wenige Kenntnisse habe, also zum Beispiel Stacken, Bildbearbeitung speziell von Astrofotos usw. Dabei hoffe ich hier Hilfe erhalten zu können, und ich bin mir sicher, sie auch zu erhalten...Link zur Grafik: http://smilies.rompel.cc/clap.gif

An fotografischer Hardware ist vorhanden:
Canon 7D, Canon 1D MArk IV, Canon 10-18mm, Canon 85mm 1,8, Tamron 24-70mm 2,8 VC, Tamron 150-600mm VC

Bildbearbeitung:
iMac 27", Windows Notebook, Photoshop CS6, Lightroom 5, Wacom Intuos Pro


So, und nun kommt Ihr ins Spiel Link zur Grafik: http://smilies.rompel.cc/lieb.gif. Ich habe mir viele Gedanken über meinen (Wieder)-Einstieg gemacht, mir das auch wirklich nicht leicht gemacht und folgenden Plan für mich erstellt. Und da würde ich Euch bitten, Euch das mal anzuschauen, denn da benötige ich kompetente Hilfe, da gebe ich mir überhaupt keiner Illusion hin.
Wie gesagt, mein Hauptinteresse wird auf Fotografie liegen und dabei wohl hauptsächlich Nebel, Galaxien, Sternenhaufen usw. Planeten wahrscheinlich eher weniger.

Grundsätzlich habe ich vor, mir erstmal eine Montierung zu kaufen und die ersten Monate mich damit zu beschäftigen, d.h. mit der Einstellung derselben, Handhabung usw. klar zu kommen. Da soll dann erstmal nur eine meiner Kameras drauf, denn ich denke, ich sollte an eine richtige Optik erst dann denken, wenn ich die Montierung einigermaßen im Griff habe und auch erste Erfahrung mit der Bildbearbeitung gesammelt habe. Ich bin ein Freund von "Ein Schritt nach dem anderen".
Ich möchte auch keinen Frust aufkommen lassen, denn ich weiss, das kann schnell passieren, wenn man sich selber überfordert, oder was meint ihr?

Allerdings denke ich, es macht auch Sinn, wenn ich mir sofort was einigermaßen vernünftiges kaufe.
Nach einiger Recherche habe ich die folgenden Montierungen in die engere Auswahl genommen und dazu würde ich sehr gerne Eure Meinung hören:

Celestron CGEM
Orion Atlas EQ-G
Skywatcher NEQ6 skyscan

Da ich aber auch weiss, wie heutzutage Warenwirtschaft funktioniert, wäre auch die Frage zu klären, inwieweit das alles die gleichen Montierungen sind, eben nur anders gelabelt. Weiss das evtl. jemand?

Ein bisschen ist auch die Überlegung präsent, mir für den Anfang, also da ja dann sowieso nur meine Kameras draufgeschnallt werden, eine kleinere Montierung zu kaufen, die dann, wenn eine "richtige" Optik, wie auch immer diese aussieht, einzug hält, wieder zu verkaufen.
Da wäre dann z.B. diese hier in der Auswahl:

Skywatcher EQ3 skyscan



Ach ja, was ja evtl. auch nicht ganz unwichtig ist, da ich mir auch schon die Prozeduren zum Einnorden der Montierungen angesehen habe. Ich kann von meiner Terasse aus, auf die ich mich sicherlich anfangs beschränken werde (guter Blick nach Süden, Lichtverschmutzung eher wenig), Polaris nicht sehen, keine Chance. Da scheint mir die Montierung von Celestron eine Einnordungsprozedur an Bord zu haben, wo man Polaris nicht benötigt. Oder haben die anderen das auch?

Also, jetzt bin ich euch lange genug auf die Nerven gegangen. Kurz, was haltet Ihr von meinem Vorhaben/Vorgehen? Irgendwas totaler Blödsinn? Habe ich an was wichtiges überhaupt nicht gedacht?

Und, ich habe mir zwar über Teleskope noch nicht allzu viele Gedanken gemacht, bin aber für Ratschläge in dieser Richtung auch ganz Ohr.

Bedanke mich schon mal

Gruss
Heinz
 
Hallo Heinz,

wilkommen im Forum. :huhu:

Deine Überlegungen sind aus meiner Sicht sehr vernünftig und Du hast auch schon einen großen Teil der wichtigen Punkte angerissen.

2 Sachen fehlen mir aber noch:

- hast Du von der Terasse aus Blick zum Zenit oder ist sie überdacht?

- könntest Du ein Stativ oder eine Säule fest aufstellen, auf der die Montierung sitzen bleiben kann?


Für den Anfang (Aufnahmen mit Teleobjektiven) würde tatsächlich die EQ3 mit SkyScan ausreichen, ich hab damit und mit nem alten 300 mm Teleobjektiv an meiner EOS 450Da diese Bilder aufgenommen. :)

Hier hab ich beschrieben wie ich die Autoguidinggeschichte bei Teleobjektiveinsatz gelöst hab. :)

Die Deepsky-Bilder in s/w sind alle mit nem H-Alpha Clipfilter von Astronomik aufgenommen. Vom heimischen Balkon am Rand von Ludwigsburg, Großraum Stuttgart. Mein bunter Großstadthimmel ist leider reichlich ungeeignet für Galaxien, daher die Schmalbandaufnahmen.

So konnte ich relativ einfach gute Rohbilder einfahren, mit denen ich die Bildbearbeitung mit Deepskystacker und Fitswork (beides Freewareprogramme) gelernt hab.

Je nachdem, wie sich das Wetter verhält und wie viel klare Abende Du dann tatsächlich nutzen kannst, hast schnell oder auch langsamer ein paar Motive beisammen.

Aber ich weiss, dass das Thema "Astrofotografie" doch nochmal etwas ganz anderes ist. Ich habe mich die letzten paar Wochen/Monate sehr damit beschäftigt und muss einsehen, dass ich von speziellen Gebieten dieser Art zu fotografieren keine bis wenige Kenntnisse habe, also zum Beispiel Stacken, Bildbearbeitung speziell von Astrofotos usw. Dabei hoffe ich hier Hilfe erhalten zu können, und ich bin mir sicher, sie auch zu erhalten...

dazu gibt es hier viele Threads im Bereich "Astrofotografie und Software zur Bildbearbeitung (EBV)" und auf Youtube findest gute Erklärungen von "Astrohardy". :D

An fotografischer Hardware ist vorhanden:
Canon 7D, Canon 1D MArk IV, Canon 10-18mm, Canon 85mm 1,8, Tamron 24-70mm 2,8 VC, Tamron 150-600mm VC

das ist alles für erste Schritte "brauchbar". :)

Mit dem Canon 10-18 kannst (2 oder 3 Blendenstufen abgeblendet) schöne, nachgeführte Übersichtsaufnahmen mit 3-4 Minuten Belichtungszeit machen. Wintermilchstraße, Sternbild Orion mit Barnards loop, Zodiakallicht, ...

Mit dem Canon 85mm 1,8 (auch abgeblendet auf 2,8 oder 3,5) dann langbelichtete Aufnahmen der großflächigeren Objekte (Plejaden, Orionnebel mit Runningman und Pferdekopf/Flammennebel, Californianebel, Heart und Soulnebel, IC 405, IC 443, NGC 2238, Andromedagalaxie, Dreiecksgalaxie, Wirlpoolgalaxie, Nebelregion um Antares)

Wie die beiden Zoomteles astrofotografisch abschneiden, kann ich nicht sagen. Die meisten Zoomteles halten bedauerlicherweise nicht die Brennweite/Schärfe, wenn sie über Minuten/Stunden schräg in den Himmel schauen. :(

Für die anderen (kleineren) Galaxien brauchst mehr Brennweite. Da wäre dann ein farbreiner Refraktor angesagt. Vorsicht, gleich mit passendem, für dieses Teleskop berechneter Flatner kaufen! Ohne passender Flatner -> Finger weg!

Oder ein Newton, dann mit passendem Komakorrektor. :)

Lade Dir Stellarium oder ein anderes Planetariumsprogramm - ich bevorzuge Guide 9, weil da viele Kataloge implantiert sind, die Umrisse von sehr vielen Objekten vorhanden sind, die gängigen Kameras hinterlegt sind und man sich damit sehr einfach das Kameragesichtsfeld für verschiedene Brennweiten simulieren kann und entsprechende Karten ausdrucken kann. ;) Dann such Dir ein paar Motive aus und leg los.

Mit der EQ3 kannst nur mit Teleobjektiv oder max. einem 60/400er Refraktor fotografieren, für alles andere ist sie nicht stabil genug. Wenn Du gleich ne fette Montierung aufstellst, brauchst 1 oder 2 Nächte zum Einscheinern, dann kannst ungeguidet mit Teleobjektiven bis zu 5 Minuten fotografieren, oder mit Autoguiding auch richtig lange (10, 20 Minuten am Stück (falls Dein Himmel so lange Belichtungszeiten zuläßt)).

Für Sternbilder, Sternhaufen, Galaxien und Reflexionsnebel (Plejaden, Antaresregion, ...) sowie Dunkelnebel ist kein Astroumbau notwendig, für Aufnahmen von Emissionsnebel (Supernovaüberreste, Sternentstehungsgebiete, Planetarische Nebel, H-Alpha Gebiete) ist ein Ausbau des IR-Filters hilfreich, der große Teile des H-Alpha-Lichts abschneidet. :)

Ebenfalls sehr hilfreich ist es, wenn die Kamera per Kabel vom Rechner aus gesteuert werden kann. Glücklicherweise gibt es die Canon Utilities, mit denen geht das wunderbar. Scharfstellen über Liveview am Laptopbildschirm, nach dem Scharfstellen auf RAW schalten, ISO einstellen und per Timer geguidete Serienaufnahmen schießen. :)

Grundsätzlich habe ich vor, mir erstmal eine Montierung zu kaufen und die ersten Monate mich damit zu beschäftigen, d.h. mit der Einstellung derselben, Handhabung usw. klar zu kommen. Da soll dann erstmal nur eine meiner Kameras drauf, denn ich denke, ich sollte an eine richtige Optik erst dann denken, wenn ich die Montierung einigermaßen im Griff habe und auch erste Erfahrung mit der Bildbearbeitung gesammelt habe. Ich bin ein Freund von "Ein Schritt nach dem anderen".
Ich möchte auch keinen Frust aufkommen lassen, denn ich weiss, das kann schnell passieren, wenn man sich selber überfordert, oder was meint ihr?

Den Umgang mit der Montierung und der SkyScan kannst im Wohnzimmer "Trockenüben". Dazu brauchst keinen klaren Himmel. Zum Einnorden reicht 1 Abend, Einscheinern am 2. Abend (ohne Sicht auf Polaris), sofern Dreibein und Montierung stehen bleiben können.

Ungeguidet bei guter Einnordung gehen locker Aufnahmen mit 1-2 Minuten Belichtungszeit mit dem Weitwinkel oder dem 85er Objektiv. Das reicht für Sternbilder und helle Motive. Damit kannst recht einfach anfangen. Und erste Schritte der Bildbearbeitung machen...

Ach ja, wegen Einnorden: Ein Sonnenschirmständer wirft zum wahren Mittag schön nen Schatten nach Norden. Umriß vom Sonnenschirmständer mit Bleistift auf die Plattle der Terasse zeichnen, Schattenende markieren, schon hast die Nordrichtung genauer als mit jedem Kompaß (der durch das viele Eisen drumrum weiß der Gaier wohin zeigt. ;)

Und die Polhöhe kriegst mit Senkblei und Geodreieck an der Gegengewichtsstange auch passabel für erste Versuche hin. Den Rest macht das Einscheinern. :D

Viel Erfolg
 
Hallo Heinz,
gute Gedanken zum Wiedereinstieg und schon ziemlich rund das ganze.
Bei der Montierung würde ich aber den Zwischenschritt auslassenen. Du weißt ja schon, wo Du hin willst, alles andere verbrennt nur Geld.
Hier gibts grad ein sehr interessantes Losmandy G11 Angebot für 1500 Taler.
 
Moin Heinz,

Meine persönlicher Einstieg in die Astrofotographie habe ich mit:
CGEM
ED 80/600 mit Flattener und Flatfieldfolie
Canon 450D(a) mit CLS Clipfilter und
MGEN Guiding gemacht.

Das war meiner Meinung nach der richtige Weg für mich.

Alles steht und fällt mit der stabilsten und tragfähigsten Montierung die Du Dir leisten kannst/willst.

Dann kannst Du, vor allem auch mit Deinen bestehenden Kaeras und Objektiven direkt loslegen und lernst Stück für Stück dazu.
Guiding ist essentiell! Und da ich keine Lust auf Laptop etc hatte habe ich mich für den MGEN entschieden. Das ganze klappt am Sucher perfekt, selbst heute noch bei über 2,5m Brennweite auf der CGEM.

Viel Erfolg! Und falls Du aus dem Norden bist, könnten wir uns ja mal zum Gedankenaustausch treffen?!

Gruß
Ernie
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Sternenfee123:
2 Sachen fehlen mir aber noch:

- hast Du von der Terasse aus Blick zum Zenit oder ist sie überdacht?

- könntest Du ein Stativ oder eine Säule fest aufstellen, auf der die Montierung sitzen bleiben kann?

Hallo, und vielen Dank erstmal für die Antworten. Um Deine Fragen zu beantworten. Die Terasse ist nicht überdacht, habe also freie sicht nach oben. Und stehen lassen kann ich die Montierung eher nicht.

MfG
Heinz
 
Hallo, ich nochmal. Ich habe da mal eine evtl. etwas ungewöhnliche Frage. Und zwar ist es ja so, dass ich im Moment so gar nix machen kann, also Astrofotografisch. Eben weil ich ja noch gar kein Equipment habe. Nun, da ich aber grade Urlaub habe, nutze ich die Zeit natürlich um zu lesen, lesen, lesen.
Jetzt hab ich mir gedacht, es wäre doch schön, wenn ich auch mal praktische Erfahrung sammeln könnte., z.B. in der Bildbearbeitung.
Da ich aber dafür natürlich noch kein Rohmaterial habe, kam mir die Idee mal zu fragen, ob jemand bereit wäre, mir einen Satz Rohbilder zur Verfügung zu stellen. Damit man mal ein bisschen in die BB reinschnuppern kann. Ich hoffe, dieses Anliegen ist in Astrokreisen irgendwie anrührig.

Danke schon mal
Heinz
 
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