Neue Ferngläser von Zeiss und Canon

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Re: Oh, Du scheinst nicht bei der Sache zu sein!

Hallo alle in diesem Thread,
um jetzt mal etwas schönes zu berichten, das man mit Ferngläsern erleben kann:
Ich war gestern mit meiner Tochter auf einem Pop-Konzert. Relativ hoher, weit entfernter Sitzplatz. Dabei waren ein Leica 10x25 und ein Zeiss Conquest 12x45. Meine Tochter hatte nach kurzer Überprüfung beider Gläser nur noch das Zeiss am Auge und wollte es nicht mehr hergeben. Ca. 50% der Show hatte sie es am Auge und sagte mir hinterher, daß sich dafür der Kauf schon gelohnt hätte. Ohne das Glas hätte sie nur halb soviel Spaß gehabt.

Na wenn das nichts ist!

Ob sie dasselbe bei einem "nachtaktiven Dämmerungsglas der Flakabwehr mit Rubinvergütung" gesagt hätte, wage ich zu bezweifeln.

Da ist doch die Diskussion, an welchen Kurvenstar der 60er oder 70er mich ein Glas erinnert, wirklich zweitrangig.

Weiterhin viel Spaß mit Euren Gläsern wünscht

Matthias
 
Schöne Ferngläser ...

Apropos „Schönheiten”: Obwohl ich diese Zeilen nicht an Frank (Schäfer) richte, aber weil er sie vielleicht auch lesen wird, möchte ich auf einen bei ihm hier in der Diskussion auffälligen Wandel seines Schönheitsideals aufmerksam machen: Hatte er nicht erst vor wenigen Monaten ganz euphorisch vom neuen Leica Ultravid ?x42 BL, also der sexy Lederhosen-Variante der Modelle mit 42 mm Oberweite geschwärmt und öffentlich angekündigt, ab sofort darauf zu sparen oder sein Konto dafür zu plündern (ich habe seine Formulierung nicht mehr so genau im Kopf)? Ist seine heiße Liebe so schnell verflogen, nachdem ihm nun das Victory FL den Kopf verdreht zu haben scheint, daß er die Ultravids nunmehr vergleichsweise häßlich findet?
Hallo Walter,

ja, so ist das mit den Frauen, äh, mit den Ferngläsern. Die eine Liebe geht, die nächste kommt ... Wie es scheint, kennst Du Dich nicht nur bestens mit dem Design des Victory FL aus, auch über mein Schönheitsideal bist Du im Bilde. Aber, so auffällig ist der Wandel gar nicht. Wenn Du hin und wieder meine Beiträge gelesen hast, dann ist Dir sicher aufgefallen, daß ich extrem markenhörig bin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Mit Leica kannst Du mich nicht so schnell hinterm Ofen vorlocken. Wenn Du mir ein Zeiss Fernglas vor die Nase hälst, dann bekomme ich schon eher glänzende Augen. Das liegt übrigens z.T. darin begründet, daß ich gelernter DDR Bürger bin. Wie Du weißt, wohne ich weit weg von Bayern in einer Gegend, wo man als astronomiebegeisterter junger Mensch früher gezwungen war, mit Teleskopen und Ferngläsern von Zeiss aus Jena zu beobachten. Meade Teleskope gab es nicht und Du kannst Dir vielleicht vorstellen, daß sowas auf längere Zeit zu Persönlichkeitsstörungen führt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Das nur als Erklärung am Rande ...

Nun aber zu meiner verflossenen Liebe. Ich hatte mir das 8x42 Ultravid im schicken Lederkleid sogar bei meinem Fotohändler zur Ansicht bestellt. Das war also keine flüchtige Liebe, es hätte beinahe was ernstes werden können! Da wir gerade so schön über Design und Ästhetik diskutieren, ich kann Dich in dem Punkt beruhigen, das Fernglas ist ein echter Hingucker. Die mit Blick auf die Vergangenheit gestaltenen BL Modelle sehen wie echte Leica (oder besser Leitz-) Gläser aus und an der Optik gibt es nichts zu meckern. Wer das nötige Kleingeld hat und das Fernglas nicht kauft, der hat definitiv den falschen Geschmack <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Es gibt aber einen für mich wichtigen Grund, warum das Fernglas durchfällt. Ich glaube, Holger hatte es schon mal angesprochen. Die Fokussierung geht nur bis ca. -3 oder -4dpt., dann ist Anschlag. Bei Leica geht man offensichtlich davon aus, daß Fehlsichtige in diesem Bereich und schlechter prinzipiell mit Brille beobachten. Will man ohne Sehhilfe gucken, dann steht dem irgendwann die Begrenzung des Mitteltriebs im Wege und mit der Fokussierung auf unendlich ist's Essig. Nun ist es aber so, daß ich mit meinen -2,5dpt. den Sternhimmel lieber ohne Brille erkunde. Mit dem Leica Ultravid kann ich das z.Zt. noch tun. Was aber, wenn die Augen in den kommenden Jahren nicht besser werden? Klar kann man astronomische Beobachtungen auch mit Brille betreiben, nur ist hier die Abschirmung gegen seitliches Streulicht bei weitem nicht so gut, wie wenn ich ohne Brille gucke. Sollte ich mit dem Ultravid in Zukunft auf meine Brille angewiesen sein, dann wäre das aus meiner Sicht wenig erfreulich. Das ist übrigens ein Problem, was ich bei Zeiss noch nie erlebt habe. Da reicht der Verstellbereich des Mitteltriebs in aller Regel bis -7dpt. und teilweise noch weiter. So kann ich auch mit schlechteren Augen den Sternhimmel ohne Brille geniessen und das ist meiner Meinung nach ein Aspekt, den man nicht außer acht lassen sollte.

Damit hat sich also die schnelle Liebe fürs erste abgekühlt. Wie gesagt, das Leica Ultravid 8x42 BL ist ein wirklich feines Fernglas und es sieht dazu noch edel aus. Man muß schon an einer kräftigen Geschmacksverirrung leiden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />, wenn man sich für dieses Fernglas nicht begeistern kann. Aber die Geschmäcker sind verschieden, das hatten wir ja schon ...

Nun zu meiner neuen Liebe. Wie sagt man so schön, auch andere Mütter haben schöne Töchter. Und wenn die Tochter auf den Namen Victory FL hört, wer kann da widerstehen? Zudem stehen die Chancen ja gar nicht so schlecht, daß Zeiss seine Sache mindestens genauso gut oder vielleicht auch einen Tick besser macht wie Leica. Warum sollte man sich da nicht in Geduld üben und schauen, ob das jüngste Töchterchen von Zeiss das Warten wert ist? Ich würde mich schon ärgern, hätte ich die falsche Liebe gekauft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Leica kann Überhub für unendlich ändern!

Hallo Frank,

besten Dank für Deine Klarstellung in Sachen (Fernglas-)Liebesleben. Das kann ich alles gut nachvollziehen.

Wenn Zeiss bei den Victory-FL-Modellen eine Steigerung der Abbildungsqualität erreichte, wäre das sicher ein bemerkenswerter Gewinn und zugleich ein Grund für die Konkurrenz Leica und Swarovski, schnellstmöglich nachzuziehen. Daß Leica bei den neuen Ultravids mit Ausnahme der Okulare des 10x42 keine Verbesserungen der Optikkonstruktion vorgenommen hat, fand ich schon etwas schwach angesichts des hohen Preisniveaus. Die Steigerung der Schärfe (und Reduzierung der Farbsäume) im Randbereich wäre wünschenswert, denn dort empfinde ich bei allen mir aus eigener Erfahrung bekannten derzeitigen Topmodellen noch offensichtliche Schwächen – wenn ich mal das Nikon 12x50 SE CF mit seinem allerdings relativ zu Leica, Swarovski und Zeiss erkennbar kleineren Gesichtsfeld ausnehme. Im zentralen Gesichtsfeldbereich kann eigentlich nicht mehr viel verbessert werden, was in der Praxis auch wahrnehmbar ist. Verbesserungen, die nur auf dem Papier stehen (wie im HiFi-Bereich etwa Klirr- oder Intermodulationsverzerrungen unter 0,002 %), die aber ohne Meßinstrumente nicht mehr erkennbar sind, brauchen wir nicht, weil sie wegen der damit verbundenen Verteuerung für den Anwender nur Nachteile brächten.

Also warten wir ab, wie es um die Abbildungsqualität der neuen Zeiss-Gläser steht.

Aber noch eine Anmerkung zum „Überhub” für unendlich, also den Spielraum des Fokussierbereichs über den Unendlichpunkt des Normalsichtigen hinaus. Auch ich bedauere, daß Leica da ein wenig knausrig ist, vielleicht weil mehr Überhub ohne Verlust an Naheinstellfähigkeit mit einer kleinen Vergrößerung der Baulänge verbunden wäre und ausgerechnet Leica mit extrem kurzen Ferngläsern glänzt. Ich habe ca. -5 dpt und kann an keinem meiner Leica-Gläser ohne Brille auf unendlich scharfstellen. Das stört mich zwar nicht, weil mir das Hochschieben der Brille vor allem bei Motiven, die häufigen Wechsel ohne und mit Fernglas erfordern, lästig ist und ich ohnehin lieber mit Brille durchschaue. Aber ich weiß, daß nicht jeder diese Einstellung hat.

Aber, und das ist der Grund, warum ich Dir das schreibe: Leica ändert auf Wunsch (allerdings gegen Bezahlung in einer mir nicht bekannten Höhe) den Überhub auch auf größere Werte, z.B. -5 dpt oder -7 dpt. Man verliert dadurch lediglich ein bißchen Naheinstellung; je nach Modell kann sich z.B. die Nahgrenze von 2,90 m auf 3,20 m verlängern. Für den Fall, daß Du in zwei Monaten, wenn das Victory FL verfügbar sein wird, doch feststellen solltest, daß es auch nicht besser als das Ultravid ist, dann könntest Du also doch noch zur alten Liebe zurückkehren. Vielleicht übernimmt Dein Händler dann sogar die Kosten der Überhub-Erweiterung, wenn Du den Kauf an die Bedingung eines Überhubs von beispielsweise -5 dpt knüpfst.

Noch eine Anmerkung zur Änderung der Fehlsichtigkeit mit zunehmendem Alter. Auch wenn entgegen landläufiger Meinung vieler Laien Alterssichtigkeit und Weitsichtigkeit (mit gleichen Symptomen) nicht dasselbe sind, eine Veränderung hin zu gewisser Alterssichtigkeit also nicht die vorhandene Kurzsichtigkeit automatisch kompensiert, so zeigt sich doch etwa in einem Alter um 40 bis 50 Jahren in der Regel ein Stillstand und anschließend wieder eine leichte Abnahme der Kurzsichtigkeit und keine Zunahme wie in jungen Jahren. So fing ich mit 13 Jahren mit ca. -1,75 dpt an (ist für den Anfang ziemlich viel, weil der Fehler lange unbemerkt blieb) und steigerte sich zu einem Maximum bei -5,75 und -6,25. Seit einigen Jahren ist meine Kurzsichtigkeit aber auf nur noch etwa -5 dpt zurückgegangen (allerdings hat sich meine Akkomodationsfähigkeit weiter verschlechtert). Da Du, wenn ich richtig schätze, dem genannten „Wendealter” zumindest nahe bist oder es gar schon erreicht hast, dürfte Deine Kurzsichtigkeit von jetzt -2,5 dpt wohl kaum je über -3 dpt hinausgehen. Vielleicht kann unser „Hausmeister” als Augenoptik-Fachmann dazu noch Genaueres sagen.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Leica kann Überhub für unendlich ändern!

Wenn Zeiss bei den Victory-FL-Modellen eine Steigerung der Abbildungsqualität erreichte, wäre das sicher ein bemerkenswerter Gewinn und zugleich ein Grund für die Konkurrenz Leica und Swarovski, schnellstmöglich nachzuziehen.
Hallo Walter,

hier müssen wir erstmal abwarten bis die neuen Gläser serienreif und dann auch verfügbar sind. In der Vergangenheit hatte Zeiss ja immer wieder Probleme, sich selbst zu übertreffen. Wenn die Probleme gelöst sind, dann kann man sich die Konkurrenz außer Haus vorknöpfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Für viele Leute sind einige der alten Dialyt Ferngläser (und natürlich das 15x60 ClassiC) noch heute das beste, was man bei Zeiss aufgelegt hat. Insbesondere das 7x42 mit seinen 150m Sehfeld und einem wirklich beeindruckenden Bild hat bis heute keine echte Konkurrenz gefunden (da kommt auch Leica nicht mit). Wenn das Victory 7x42 FL optisch vielleicht einen Tick besser, vor allem aber wasserdicht und wetterfest ist, dann dürfte das nicht nur den Herrn auf betterviewdesired freuen. Ich denke, Zeiss hat die Chance, mit den drei neuen Ferngläsern der Konkurrenz zu zeigen, wo der Hammer hängt. Ob man die Chance auch nutzt, das steht freilich woanders geschrieben. Möglicherweise sind es genau die von Dir angesprochenen Punkte, wo Reserven für Verbesserungen liegen. Also vor allem Randschärfe und Farbkorrektur im Randbereich. Auf jeden Fall kann man gespannt sein, was die Zukunft bringt und ob die Konkurrenz irgendwann nochmal nachlegt ...

Es ist natürlich gut zu wissen, daß man bei Leica die Fokussierung individuell anpassen kann. Nur wird das wohl nicht jeder Kunde oder Fotohändler wissen und der eine oder andere flüchtet dann zum Konkurrenzprodukt. Auch könnte man sich vorstellen, daß die Umrüstung nicht für zwei Euro fuffzig zu haben ist. Na ja, irgendwas haben sich die Konstrukteure wohl gedacht, als sie dem Mitteltrieb seine Grenzen setzten. Was die Entwicklung der eigenen Augen betrifft, so besteht in meinem Fall wohl noch Hoffnung. Wenn es nicht weiter ins Minus geht, dann werde ich die Tochter von Leica noch nicht aus den Augen verlieren. Sollte Zeiss die geweckten Erwartungen nicht erfüllen, dann wäre die belederte Schönheit aus Solms meine erste Wahl <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
7x42 von Zeiss

Hallo Frank,

in einem vorigen Thread schriebst du:

Die sowohl mit dem Deltrintem zentral (mit hoher Randunschärfe)und dem Conquest über fast das ganze Gesichtsfeld sichtbaren berühmten nadelfeinen Sternpunkte wollten sich einfach nicht einstellen.

Hallo Matthias,

das Problem kenne ich von meinem 7x42 Dialyt. Im Vergleich mit einem alten 7x50 Binoctem sieht das Dialyt in der Disziplin Sternpunkte nicht so toll aus. Ich habe keine Ahnung woran das liegt, aber die zwei Dialyt Modelle haben in dem Punkt wohl klare Schwächen.
Jetzt schreibst du:

Für viele Leute sind einige der alten Dialyt Ferngläser (und natürlich das 15x60 ClassiC) noch heute das beste, was man bei Zeiss aufgelegt hat. Insbesondere das 7x42 mit seinen 150m Sehfeld und einem wirklich beeindruckenden Bild hat bis heute keine echte Konkurrenz gefunden (da kommt auch Leica nicht mit).
Ein Glas, das Sterne nicht punktförmig, sondern verzeichnet abbildet, kann man nicht im Ernst für das Beste halten, was man bei Zeiss je aufgelegt hat. Entweder das 7x42 hat in diesem Punkt generell Probleme und ist dann für Astrozwecke weniger geeignet oder - was ich für wahrscheinlicher halte - mit deinem Dialyt stimmt etwas nicht.

Steve
 
Re: 7x42 von Zeiss

Ein Glas, das Sterne nicht punktförmig, sondern verzeichnet abbildet, kann man nicht im Ernst für das Beste halten, was man bei Zeiss je aufgelegt hat.
Hallo Steve,

was ich Walter geschrieben habe, das meine ich auch so. Vielleicht hätte ich mich klarer ausdrücken sollen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich meine das kontrastreiche, farbenprächtige (nicht im Sinne von Farbfehler <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />), sehr ruhige und angenehme Bild am Tag mit einem wirklich großen Sehfeld. Mit dem Glas auf Wanderschaft zu gehen, ist einfach eine Freude. So was läßt sich schlecht in Worte fassen, mußt Du durchgucken. Desweiteren habe ich an Matthias gerichtet nicht geschrieben, daß das Glas verzeichnet abbildet. Randunschärfe am Sternhimmel hat es und man kann gut damit leben. Vielleicht bietet das neue Victory FL hier mehr? Muß man gucken ... Was die Sternabbildung betrifft, so bin ich jetzt mal faul und zitiere aus eigener Quelle:

"Vergleicht man die Abbildung im zentralen Teil des Sehfelds, so gefällt mir das Jenoptem besser. Die Sterne sind hier wirklich die berühmten nadelfeinen Punkte. Beim Dialyt sehen helle Sterne ein wenig aus, wie man Sterne aus Kinderbüchern kennt. Ob der Effekt durch das Dachkantprismensystem bedingt ist, kann ich nicht sagen. Eine weiße Wand am Tage ist im Dialyt zwar "etwas weißer", dafür sind Sterne im Jenoptem "etwas punktförmiger". Diese Aussagen mag jeder deuten wie er will, aber genau diese Formulierungen fallen mir beim direkten Vergleich beider Gläser ein."

Das mag wissenschaftlich nicht fundiert sein und einen eingefleischten Fernglas-Tester wird es natürlich nicht zufriedenstellen, aber ich bin keiner und so drücke ich mich halt etwas lasch aus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Das betrifft im übrigen nur helle Sterne, so etwa 0-1mag aufwärts. Ansonsten werden Sterne im Zentrum sauber und nadelfein abgebildet. Falls Du schonmal astronomische Beobachtungen mit dem Nikon 18x70 gemacht hast, dort hat man einen ähnlichen Effekt. Das Fujinon 16x70 mag hier deutlich besser sein, hätte ich genügend Geld und die freie Wahl, dann würde ich trotzdem ohne Zögern das Nikon einsacken und nachhause tragen. Zum Service muß das 7x42 nicht, da war es schon mal. Hat auch nicht gehelft ...

Frank.
 
Re: Fehlsichtigkeiten

Hallo Walter,

mehr durch Zufall las ich in diesem Thread Deine Bemerkung am Ende. Gern geb ich ein paar Informationen zum Thema Kurz-, Weit- und Alterssichtigkeit:

Jede Fehlsichtigkeit bezieht sich auf das akkommodationslose Auge und besteht in einer von der zur scharfen Abbildung ferner Objekte abweichenden Brechkraft des Auges. Die Kurzsichtigkeit entspricht einer zu hohen Brechkraft und erzeugt eine Einstellung auf nahe Objekte, die durch Akkommodation noch verstärkt wird. Die Weit-, besser die Übersichtigkeit entspricht einer zu geringen Brechkraft und kann bei ausreichender Akkommodationsbreite durch Akk. kompensiert werden, d.h. die Schärfe ferner Objekte kann so hergestellt werden.

Die Alterssichtigkeit ist keine Fehlsichtigkeit sondern besteht in einer mit dem Alter abnehmenden Akkommodationsbreite, dem maximal von der Augenlinse herstellbaren Brechkraftzuwachs.

So ist der in der Tat zu beobachtende leichte Rückgang der Kurzsichtigkeit auch kein Effekt, der auf die Alterssichtigkeit zurückzuführen ist.

Die Kurzsichtigkeit entwickelt sich durchaus unterschiedlich. Es gibt Fälle einer sog. progressiven K., in denen der Höhepunkt schon früh, im Alter von 30 Jahren erreicht wird und dann lange konstant bleibt (d.h. mit Schwankungen von +/-0.5 dpt in einigen Jahren). Es gibt K., die schon mit 5,6 Jahren Werte von -7dpt und mehr erreichen und im Laufe der Jahre starken Schwankungen unterliegen.

Am regelmäßigsten verhalten sich durchaus höhere Übersichtigkeiten von bis zu 10dpt im Kindesalter, die sich innerhalb von 5-10 Jahren wachstumsbedingt wieder verlieren.

Der von vielen erhoffte Rückgang der Kurzsichtigkeit im Alter beträgt i.d.R. selten mehr als 1dpt.



Beste Grüße, Herbert

P.S.: Zum Verständnis der Schwankungen der Augenbrechkraft muß man sich klarmachen, dass von den etwa 60dpt Gesamtbrechkraft des Auges mehr als 80% von der Hornhaut, also der kaum 1mm dicken lichtdurchlässigen Begrenzung des Auges aufgebracht werden und zwar lediglich durch ihre Krümmung. Diese Krümmung wird erzeugt und "konstant" gehalten durch den Innendruck des Auges. Fehlt dieser (z.B. bei OPs), so fällt sie in sich zusammen wie dünnes Pergament. Schwankungen des Augendrucks beeinflussen und verursachen damit hauptsächlich Schwankungen der Augenbrechkraft.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: 7x42 von Zeiss

Hallo Frank,
mich würde nur interessieren,ob Du ein 7x42 einem 10x42 vorziehen würdest - bei gleicher Qualität. Ich habe mich bisher noch nicht viel um Gläser 7facher Vergrößerung gekümmert. Aber vielleicht wäre ja ein 7x42 FL von Zeiss eine schöne Ergänzung zu meinen Ferngläsern mit 10 facher Vergrößerung.

Gruß
Joachim
 
Re: 7x42 von Zeiss

> mich würde nur interessieren,ob Du ein 7x42 einem 10x42 vorziehen würdest - bei gleicher Qualität.

Hallo Joachim,

das steht gar nicht zur Debatte. Wie Du selbst schreibst:

> Aber vielleicht wäre ja ein 7x42 FL von Zeiss eine schöne Ergänzung zu meinen Ferngläsern mit 10 facher Vergrößerung.

sehe ich das 7x42 Dialyt auch als Ergänzung zu einem guten Glas mit höherer Vergrößerung. So ein 7x42 muß ja nicht von Zeiss sein, Leica tut's zur Not auch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Spaß beiseite. Das Dialyt hat zwei Vorteile: man kann es freihändig sehr ruhig halten (was nach längeren Wanderungen manchmal ein Vorteil ist) und es hat mit 150m ein angenehm großes Sehfeld (was mir nach langen Wanderungen erlaubt, unbewegte Objekte einigermaßen sicher im Bildfeld zu halten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />). Dazu kommt, daß man auch in der Dämmerung ein paar Reserven hat, bevor einem das Licht ausgeht. Wer das Fernglas nicht kennt, der kann das wahrscheinlich nicht nachvollziehen. Ein Blick durch das 7x42 ist einfach 'ne Wucht. In vielen Fällen wird man trotzdem die höhere Vergrößerung vermissen, so stellt sich die Frage einer Alternative zum 10x42 überhaupt nicht. Sollte das neue 10x42 Victory FL meine Kauflust wecken, dann werde ich das 7x42 trotzdem nicht verkaufen. Und wenn ich bis Ende des Jahres einen zweiten Job brauche, um den lieben Frieden mit meiner Sparkasse wieder herzustellen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Brechkraftverteilung im Auge

Hallo Herbert,

zunächst mal Danke für die erbetene Klarstellung zur Alterssichtigkeit und dem altersbedingten Verlauf der Kurzsichtigkeit. Ich möchte dazu noch ergänzen, daß ich von meiner Augenärztin weiß, daß der prozentuale Anteil derjenigen unter den Kurzsichtigen, bei denen die Dioptrienzahl etwa ab einem Alter von 40 - 50 Jahren leicht zurückgeht, doch ziemlich hoch ist.

Nun aber zum eigentlichen Grund dieses Beitrags. Du schreibst im Postscriptum, daß mehr als 80% der Gesamtbrechkraft des Auges von der Hornhaut aufgebracht wird. In ähnlicher Weise hattest Du schon mal vor ein paar Monaten in einer anderen Diskussion (ich weiß nicht mehr, in welcher) einer Aussage von mir widersprochen, in der ich der Augenlinse die Hauptbrechkraft zugeschrieben hatte. Leider war ich damals so beruflich eingespannt, daß mir die Zeit für eine Antwort fehlte, und irgendwann, als ich wieder die Zeit dazu gehabt hätte, hatte ich es schon wieder vergessen. Also will ich jetzt dazu etwas sagen - auch deshalb, weil es vielen Lesern hier nicht einleuchten dürfte, daß die Hornhaut soviel Brechkraft haben soll.

Der vermeintliche Widerspruch zwischen meiner damaligen Aussage und Deiner Antwort sowie Deiner jetzigen Wiederholung beruht auf einer unterschiedlichen Sichtweise:

1. Ich hatte, wie das z.B. bei der Betrachtung von Linsensystemen von Fotoobjektiven geschieht, die einzelnen optisch wirksamen Elemente des Auges (Hornhaut, Flüssigkeit in der vorderen Augenkammer, Linse, Glaskörper) isoliert betrachtet, als wäre jedes Element allein und beiderseits von Luft oder Vakuum umgeben. So gesehen hat die Linse die stärkste Brechkraft.

2. Da die Brechung nicht innerhalb eines optischen Elements, sondern an dessen Grenzflächen zu den benachbarten Medien erfolgt, kann man auch statt wie unter 1 dem isoliert betrachteten Element alternativ auch jeder Grenzfläche eine Brechkraft zuordnen. Diese ist dann jedoch nicht eine Brechktraft nur des betreffenden optischen Elements (also hier nicht die der Hornhaut), sondern, weil sie aus der Krümmung der Grenzfläche und aus den Brechungsindizes BEIDER an der Grenzfläche zusammentreffender Medien resultiert, eine Eigenschaft der jeweiligen Paarung (hier Luft/Hornhaut). So betrachtet zeigt unter allen Grenzflächen der optischen Bausteine des Auges die zwischen Luft und Honhaut die größte Brechkraft, denn hier ist einerseits die Krümmung relativ stark und andererseits – und das ist der entscheidende Punkt! – der Unterschied zwischen den Brechungsindizes der einander benachbarten Medien (Luft mit 1,0 und Hornhaut mit vielleicht 1,5*) mit weitem Abstand am größten. Die rückseitige Grenzfläche der Hornhaut zur Flüssigkeit der vorderen Augenkammer ist zwar nahezu gleich stark wie die vordere Grenzfläche gekrümmt, aber hier ist der Unterschied der Brechungsindizes minimal, und darum passiert hier nicht sehr viel. Und auch die Unterschiede der Brechungsindizes von Linse und Flüssigkeit vor der Linse bzw. Glaskörper hinter der Linse ist vergleichsweise gering, so daß bei dieser Betrachtung die Linse nur eine geringe Rolle spielt.

*) Leider konnte ich keinen Zahlenwert finden; hast Du einen Wert parat, vielleicht gar von allen genannten optischen Bauelelementen des Auges (Hornhaut, Flüssgkeit. Linse, Glaskörper)? Es würde mch interessieren.

3. Wenn sich das Auge unter Wasser befindet, sieht es anders aus, denn da wird der Unterschied zwischen den Brechungsindizes von Wasser und von Hornhaut viel kleiner.

4. Deine und meine Aussage sind somit trotz ihrer vermeintlichen Widersprüchlichkeit beide richtig, weil sie eben von ganz verschiedenen Betrachtungsweisen ausgehen. Ich glaube, daß diese Erklärung nun manchem helfen kann zu verstehen, wie Deine Aussage, die Hornhaut würde 80% zur Gesamtbrechkraft beitragen (im 25bändigen Brockhaus wird jedoch ein Wert von 21 dpt von insgesamt 58 dpt angegeben, was nur ca. 36% entspricht), zu verstehen ist, obwohl ein über seine Fläche annähern konstant dicker Meniskus eigentlich kaum eine nennenswerte Brechkraft haben dürfte (die zudem auch noch negativ sein könnte).

MfG Walter E. Schön
 
Re: Brechkraftverteilung im Auge

Hallo Walter,

wie Du schon schreibst: man kommt zu sehr unterschiedlichen Werten, je nachdem, ob man die Einzelbestandteile des Auges in Luft oder in ihrer jeweiligen natürlichen Umgebung betrachtet. Beim Auge ist Letzteres wohl angebracht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Hier, was ich auf die Schnelle in meinen Unterlagen an Daten finden konnte. Es ist schon einige Jahrzehnte her, aber immer noch nicht überholt:

Brechkräfte in dpt
Strecken in mm

Hornhaut
Brechkraft der Vorderfläche 48,83
Brechkraft der Hinterfläche -5,88
Brennweite dingseitig -23,227
Brennweite bildseitig 31,031
Radius der Vorderfläche 7,7
Radius der Hinterfläche 6,8
Brechungsindex 1.376

Kammerwasser
Brechungsindex 1,336

Linse
Gesamtbrechkraft 19,11
Brechkraft der Vorderfläche 5,0
Brechkraft der Hinterfläche 8,33
Brechungsindex 1,386

Glaskörper
Brechungsindex 1,336

Gesamtsystem
Gesamtbrechkraft 58,64

Die von mir erwähnten 80% Brechkraft bezogen sich auf die Vorderfläche der Hornhaut. Dieser Wert hing mir im Gedächtnis.

Beste Grüße, Herbert
 
Re: Brechkraftverteilung im Auge

Danke, Herbert,

diese Werte werde ich mir herausschreiben und den Zettel in meinem Brockhaus Bd. 3 zwischen den Seiten 54 und 55 aufbewahren. Da die Evolution mit ihren unberechenbaren Mutationen doch relativ langsam fortschreitet, sollten diese Werte auch noch ein paar weitere Jahrzehnte Bestand haben (sofern wir von einer atomaren Katastrophe verschont bleiben und kein radioaktiver Fall-out über uns kommt) und somit länger, als ich sie wahrscheinlich brauchen werde.

MfG Walter E. Schön
 
Neue Infos - die Spannung steigt

Hallo,

in der aktuellen Ausgabe der Jagdzeitschrift "Wild und Hund" vom 05.03. werden die neuen Ferngläser von Zeiss ausführlich vorgestellt, s. hier.
Ein paar Textauszüge:

"den unterschiedlichen brillenfassungen tragen vierfach rastbare (4 millimeter, 8 millimeter, 12 millimeter, 16 millimeter) drehaugenmuscheln rechnung. (...) der fokussierbereich beginnt für alle drei modelle bei zwei metern. (...)
mit seiner jüngsten fernglasgeneration hat zeiss eigentlich in allen für die güte relevanten bereichen die führung zurückerobert. mehr noch: für die mitbewerber dürften die `FLs´ einen ziemlich harten brocken darstellen. nur in einer disziplin übern sich zum allgemeinen erstaunen die zeiss-verantwortlichen in (relativer) bescheidenheit: beim preis (7x42: 1400 euro, 8x42: 1450 euro, 10x42: 1490 euro) tragen sie nämlich die nase nicht höher, sondern tiefer als ihre konkurrenten. der endverbraucher wird das zu schätzen wissen, denn bislang wurde er darauf getrimmt, für mehr leistung auch mehr zu bezahlen. und vielleicht tröstet das hinweg, wenn auf dem produkt eines tages der diskrete vermerk ´made in germany´ fehlt und durch `made by zeiss´ ersetzt wird."

In einem aktuellen Vergleichstest von 10x42 Highend-Gläsern der in englischer Sprache erscheinenden finnischen Ornithologenzeitschrift Alula (1/2004) schneidet das jetzige Victory schon erstaunlich gut ab. Als einziges Manko wird die Farbkorrektur bei Hochkontrastmotiven angegeben. Mal sehen, wie Zeiss das Problem bei den neuen Gläsern löst.

Steve

 
Re: Neue Infos - die Spannung steigt

Hallo,

wieder einmal ein paar Neuigkeiten. Von Zeiss gibt es demnächst (Dezember?) 8x32 und 10x32 Victory FL Ferngläser, s. hier.
Wie man hört, haben diese nicht wie die 42er Modelle Abbe-König sondern Schmidt-Pechan Prismen mit der schon von Swarovski EL und Leica Ultravid bekannten dielektrischen Prismenvergütung auf der Spiegelfläche dieses Prismentyps.

Mittlerweile hat Leica übrigens die neuen 32er und 20er Ultravid Ferngläser auf die Webseite gestellt. Bei den 32er Modellen scheint sich an der Grundoptik nicht viel geändert zu haben. Bei den 20er Modellen sieht es etwas anders aus. Diese verfügen jetzt über einen erheblich erweiterten Nahbereich (2,2 m beim 8x20 Ultravid gegenüber 3 m beim Trinovid), andererseits aber über ein kleineres Sehfeld (112 statt 115 m beim 8x20). Leider scheint Leica nach wie vor mit den Angaben über den Austrittspupillenabstand hinter dem Berg zu bleiben. Das Gewicht hat sich nach Leicas Angaben bei den Taschengläsern gegenüber der Vorgängerserie erhöht.

Auch bei Nikon deuten sich Neuigkeiten an. Die HG-Serie soll durch leichtere Modelle (Arbeitstitel HGL) ersetzt werden.

Gruß

Steve
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben