Neue Montierung und Teleskop - bloß welche?

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JohnB

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Hallo Astro Fans,

ich besitze nun schon seit 2 Jahren ein Dobson 200/1200.
Mit diesem habe ich schon den Mond, die Planeten und einige Deep Sky Objekte beobachtet. In Nächten mit guten Seeing wollte ich natürlich auch mal höher Vergrößern. Da macht sich die Erdrotation schon sehr stark bemerkbar.
Da man auch bei der Planetenbeobachtung ständig den Dobson nachstupsen muss, kann man kaum Details erkennen.

Somit habe ich beschlossen, mir eine Montierung mit Nachführung zuzulegen. Mein Budget ist leider nicht sehr hoch. Dieses liegt bei höchstens 700€.
Zuerst habe ich daran gedacht mir eine NEQ3 zu kaufen. Leider trägt diese nur 5 kg. Das erscheint mir dann doch relativ wenig.
Also eine EQ5 da diese bis zu 10 kg Gewicht tragen kann und nicht zu teuer für mich ist.

Habe ich bis hier ungefähr richtig gedacht oder habt ihr ganz andere Vorschläge?

Natürlich muss es keine EQ Montierung sein, aber von anderen Montierungen habe ich bis jetzt noch keine Ahnung.


Nochmal eine Frage zu der EQ5:

Hat sie einen Autoguideranschluss?
Wie bekommt sie ihren Strom? Und kann man verschiedene Nachführgeschwindigkeiten einstellen?



Jetzt ist natürlich noch die Frage eines neuen Teleskops. Meinen Dobson werde ich auf jeden Fall weiter benutzen. Vom Gewicht her würde der Newton rein rechnerisch mit 8,5 kg Gewicht die Montierung nicht überlasten.
Oder würde dieser bei Wind wegen der großen Hebelwirkung zu sehr wackeln, trotz der eigentlichen Gewichtobergrenze von 10 kg?

Ein neues Teleskop wäre natürlich auch nicht schlecht. Ich hatte da eher an ein Teleskop mit geringer Brennweite, für Großfeldbeobachtungen, gedacht. Welches könntet ihr da empfehlen? (So, dass ich insgesamt mit der Montierung auf 700€ komme)

Damit meine ich, dass ich Mond und Planeten und die größten und hellsten Deep Sky Objekte beobachten möchte.

Kann ich dafür einen Großfeld Refraktor nehmen?

Bzw. welche Art von Teleskop würdet ihr mir empfehlen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.


Gruß und CS
John
 
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Hallo,

warum kaufst Dir nicht eine EQ-Platform für deinen Dobson an statt gleich eine parallaktische Monti mit neuem Teleskop?

Viele Grüße

Matthias
 
Hallo Matthias,

daran hatte ich bis jetzt noch gar nicht gedacht.
Das wäre eine gute Möglichkeit.

Würde sich die EQ5 sehr von dieser EQ Plattform unterscheiden? Also von der Einrichtung und der Einnorden?

Wenn der Newton auf die EQ5 passen würde wäre es doch sinnvoller diese zu kaufen oder?

Dann braucht man später, wenn man sich ein neues Teleskop zulegen möchte, keine Montierung zu kaufen.


Gruß
John
 
Hallo John,

In Nächten mit guten Seeing wollte ich natürlich auch mal höher Vergrößern. Da macht sich die Erdrotation schon sehr stark bemerkbar.
Da man auch bei der Planetenbeobachtung ständig den Dobson nachstupsen muss, kann man kaum Details erkennen. Somit habe ich beschlossen, mir eine Montierung mit Nachführung zuzulegen. Mein Budget ist leider nicht sehr hoch. Dieses liegt bei höchstens 700€.
...
Habe ich bis hier ungefähr richtig gedacht oder habt ihr ganz andere Vorschläge?

dann denk mal über eine Nachführplattform für den Dobson nach, ehe Du tausend Euro ausgeben mußt für eine parallaktische Montierung, die Deinen 8" Newton f=6 zitterfrei trägt. Bei der Anschaffung der parallaktischen Montierung käme nämlich noch ein Motorkit und die Stromversorgung hinzu für Detailbeobachtung an Planeten. ;)

Wenn Du schon mit einem farbreinen Spiegelsystem erfolgreich beobachtet hast, möchtest Du nicht auf einen Farbwerfer mit knapp halber Öffnung (= 1/4 Lichtsammelfläche) zurückgehen. Und nix anderes wäre ein so billiges kleines Refraktörchen. Ich habe verschiedene Teleskope. 3 Newtons (5, 6, 8", alle mit f=5), 1 Refraktor (100/500 Cometcatcher von Celestron), nen 150/1800 Mak und ein PST. Meine Montierungen tragen alle Teleskope visuell absolut problemlos. Seit ich vor über 10 Jahren meinen ersten Newton gekauft habe, liegt der FH unbenutzt rum. Rate mal, warum.

Ernsthaft, selbst mit günstigem 1 1/4" 0,5er Reducer von TS ist das Bild im gut justierten 5" Newton visuell und fotografisch besser als in meinem Refraktor.

Selbstverständlich gibt es inzwischen moderne farbkorrigierte Refraktoren, die mir bei Weitfeldbeobachtungen ein gleichgutes oder sogar besseres Bild als mein kleinster Newton zeigen würden. :)

Aber nicht für 265 Euro. Nicht mal für den doppelten Preis. Der von Dir verlinkte Refraktor ist zwar etwas besser als meiner, aber noch lange kein farbreines Teleskop. :(

Nochmal eine Frage zu der EQ5:

Hat sie einen Autoguideranschluss?
Wie bekommt sie ihren Strom? Und kann man verschiedene Nachführgeschwindigkeiten einstellen?

es gibt 3 Möglichkeiten, einer EQ5 eine elektrische Nachführung zu spendieren:
- Schrittmotor an die RA-Achse ranflanschen, der Strom kommt aus Batterien und geht in das Bedienteil des Motors
(billig, aber fotografisch unbrauchbar)
- Schrittmotoren an RA- und DE Achse anflanschen, Strom aus Batteriene/Akkupack in das Steuerteil ohne Goto, ohne Autoguidinganschluß, günstig für Planetenfilmerei, aber fotografisch (Deepskyobjekte) unbrauchbar
- Schrittmotoren an RA- und DE Achse anflanschen, Strom aus Akkupack in das Steuerteil mit Goto und Autoguidinganschluß), teuer, aber fotografisch für Deepskyobjekte ein "Muß", verschiedene Geschwindigkeiten einstellbar

Jetzt ist natürlich noch die Frage eines neuen Teleskops. Meinen Dobson werde ich auf jeden Fall weiter benutzen. Vom Gewicht her würde der Newton rein rechnerisch mit 8,5 kg Gewicht die Montierung nicht überlasten.
Oder würde dieser bei Wind wegen der großen Hebelwirkung zu sehr wackeln, trotz der eigentlichen Gewichtobergrenze von 10 kg?

das kannst vergessen. Du mußt auch das Gewicht von Sucherfernrohr, Rohrschellen, Prismenschine sowie Okular mit einrechnen. Und die Windlast. Und dann hast den berühmten "Wackeldackel". Ein 8" f=6 Newton gehört auf eine EQ6.

Ein neues Teleskop wäre natürlich auch nicht schlecht. Ich hatte da eher an ein Teleskop mit geringer Brennweite, für Großfeldbeobachtungen, gedacht. Welches könntet ihr da empfehlen? (So, dass ich insgesamt mit der Montierung auf 700€ komme)

da kann ich Dir nix empfehlen, weil entweder Wackeldackel, oder Farbwerfer oder beides zusammen :(

Mit der von mir empfohlenen Nachführplattform wäre noch Geld übrig. Das würde ich in ein richtig gutes Planetenokular und/oder ein richtig gutes Weitwinkelokular investieren.


 
Hallo John,

eine EQ Platform ist preiswerter und einfacher zu handhaben, als wenn du den Newton auf eine parallaktische Montierung setzt. Es ist nicht nur die Ausrichtung der Montierung sondern auch der Fakt, dass die Einblickposition des Newtons auf einer parallaktischen Montierung ändert, je nach Stellung. Die Lösung sind hier Rotationsrohrschellen. Eine EQ5 wäre mit deinem 8" schon sehr am Anschlag, der Hebel lässt den Newton ziemlich zittern. Wenn, dann empfiehlt sich eine EQ6 oder noch besser eine AZ-EQ6, die auch azimuthal betrieben werden kann, die kostet aber ca. 1700.- Euro.

Ein 120/600 ist ein Richfield-Gerät. Ich hab den 102/500, also den kleineren Bruder. Planeten, in dem Fall Jupiter und Saturn, gehen damit nicht wirklich. Vor allem Jupiter ist ein Graus. Der Richfielder macht aber Spaß wenn es darum geht ausgedehnte und lichtschwache Objekte z.B. auch mit OIII Filter zu beobachten z.B. Cirrus oder ausgedehnte Sternhaufen, die nicht ins Gesichtsfeld deines Newtons passen. Ich komme mit passendem Okular auf ca. 4 Grad Gesichtsfeld! Die Aussage von Fee, dass ihr Richfielder nur noch im Eck liegt, kann ich nicht nachvollziehen. Ich setze ihn unter dunklem Himmel sehr gerne ein. Der Richfielder ist in seiner Anwendbarkeit eingeschränkt, im Gegensatz zu deinem 8" f/6 mit dem eigentlich alles geht. Wenn du ihn dir zulegen willst musst du wissen was damit geht.

Wenn Dir also nur das Schubsen am Dosbson auf den Keks geht, dann sieh dir mal eine EQ-Plaform von MF-Dobson oder Spacewalk Telescopes an.
Die kostet dich zw 300-400 Euro. Die stellst du möglichst eben auf den Boden und richtest sie ungefähr aus, stellst den Dobson drauf und los gehts. Stromversorgung läuft z.B. mit Batterien.

Viele Grüße

Matthias

 
Hallo John,

ich möchte dir auch eine Plattform ans Herz legen, ich habe seit einiger Zeit die EQP von Dieter Martini und bin damit soweit sehr zufrieden, das Aufstellen geht genauso schnell von statten wie das Aufbauen und Ausrichten einer Montierung, es entfällt allerdings die genannte Problematik mit dem veränderten Einblick und man bleibt voll agil.

Was das Zweitgerät angeht: Ich hatte auch mal den von Matthias besagten 102/500 Farbwerfer und trauere ihm immer noch etwas hinterher, schneller ist man niemals im Geschäft und wenn man sich auf die richtigen Objekte konzentriert ist die Farbe ein eher nachgeordnetes Problem, Planeten sind darin natürlich Mist und auch helle Sternhaufen können ob der Farbe nerven, aber Spaß hat er mir immer gemacht. Inzwischen hab ich ihn gegen einen 5" f/5 Richfield Newton getauscht, auch nett aber da fehlt mir derzeit noch der 2" OAZ der das ganze richtig brauchbar machen würde (es gibt aber auch 130/650er mit 2" die könntest du dir auch mal anschauen).

Eine "verrückte" aber unglaublich spaßige Kombination stellt aber die Fusion aus 8" Dobson und kleiner Richfieldscherbe dar! Ich habe mir das damals an Günther *entfernt* genialer Kombination abgeschaut und mit einem einfachen Paar 8" Rohrschellen hatte ich das "beste beider Welten" nur wenige Zentimeter voneinander entfernt kombiniert ;)

Was die EQ5 angeht, die ist m.E. definitiv zu schwach für den langen Newton, sie mag nicht zusammenbrechen aber wackelfrei ist was anderes, HEQ5 wäre das Minimum aber auch da nur wenn alle Umgebungsvariablen stimmen, Fotoambitionen mit 1200mm Brennweite musst du da aber immer noch nicht hegen... Die Az-EQ6 habe ich hier mal bei einem Kollegen mit 5" Tak benutzen dürfen, das ist durchaus brauchbar, aber steht dann irgendwie in keiner Relation mehr zum Gerät was den Preis, das Gewicht und die Aufbauerei angeht.

Link zur Grafik: http://www.joern-lenhardt.de/benny/bb/2009/fotos/230509_04.jpg

CS Benny
 
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Hallo an Alle,

vielen Dank für eure vielen Antworten.

Also wenn ich das nun richtig verstehe:
Nachführung für den Dobson über die EQ Plattform, da eine bessere Montierung den preislichen Rahmen sprengen würde.

Ein Richfield Gerät wollte ich mir zulegen, da einige Objekte, bei der kleinsten Vergrößerung, zu groß waren. Beispielsweise die Plejaden oder M44.

Jetzt mal ne Frage. Wenn ich mir die EQ Plattform zulege, dann stell ich den Dobson einfach mit der ganzen Rocker-Box da drauf oder?
Könnte ich an den Newton noch mit 8" Rohrschellen ein Richfield dran packen? Oder würde das die Rocker-Box nicht tragen?

Mit solchen 8" Rohrschellen könnte man doch auch eine Kamera dran packen oder? Wäre die Nachführung der EQ Plattform so genau, dass man bei längerer Belichtungszeit (10-30 min) noch kugelförmige Sterne sieht?
Wie sieht das mit der Nachführung und der Planetenfotografie aus? Könnte ich mit der Plattform dann auch z.B. den Jupiter filmen?


@Benny: Ich habe mal wegen der EQP von Dieter Martini auf seiner Seite nachgeschaut und wurde daraus nicht richtig schlau. Kannst du mir bitte einen Link schicken, wo ich die Montierung sehe? Wie viel würde diese kosten und gibt es diese auch für meinen 8" Dobson? (Da auf seiner Seite so kleine Dobsons nicht angezeigt werden)

Gruß und CS
John
 
Hi John,

Also wenn ich das nun richtig verstehe:
Nachführung für den Dobson über die EQ Plattform, da eine bessere Montierung den preislichen Rahmen sprengen würde.

ja

Ein Richfield Gerät wollte ich mir zulegen, da einige Objekte, bei der kleinsten Vergrößerung, zu groß waren. Beispielsweise die Plejaden oder M44.

schreib mal genau, welche Okulare Du hast. Und ob die 1 1/4" oder 2" sind.

Wenn ich mir die EQ Plattform zulege, dann stell ich den Dobson einfach mit der ganzen Rocker-Box da drauf oder?

ja

Könnte ich an den Newton noch mit 8" Rohrschellen ein Richfield dran packen? Oder würde das die Rocker-Box nicht tragen?

auseinanderbrechen wird sie nicht. Aber der Einblick könnte ungünstig sein.

Mit solchen 8" Rohrschellen könnte man doch auch eine Kamera dran packen oder? Wäre die Nachführung der EQ Plattform so genau, dass man bei längerer Belichtungszeit (10-30 min) noch kugelförmige Sterne sieht?

das kannst knicken. Du hast schon nach 1-2 Minute winzige Striche bzw. kleine Kreisbögen. Wegen der Bildfeldrotation.

Wie sieht das mit der Nachführung und der Planetenfotografie aus? Könnte ich mit der Plattform dann auch z.B. den Jupiter filmen?

ja, das geht prinzipiell. Denn da reichen schon kurze Sequenzen. Damit die Bildfeldrotation nicht zum Tragen kommt, würde ich da einfach 60 Sekunden am Stück filmen und dann das Video mit VirtualDub in 4 Sequenzen a 15 Sekunden zerschneiden. Jede für sich stacken und dann die 4 Summenbilder mit Winjupos vermessen und anschließend derotieren. So bekommst dann ein Summenbild über 60 Sekunden ohne Bildfelddrehung. Ist halt etwas zeitaufwändiger als die Filmerei mit einer parallaktischen Montierung.


 
Hallo Fee,

danke für die genauen Antworten.

Meine Okulare:
Wirklich viele Okulare habe ich noch nicht. Als erstes habe ich die beiden billig Okulare, die bei dem Dobson schon dabei waren. Das ist einmal ein 25mm und ein 10 mm Okular mit winzigem Gesichtsfeld.
Danach habe ich mir ein 6mm UWA Okular gekauft und ein Jahr später dann ein 40mm Okular.
Dazu besitze ich noch eine billige 3x Barlowlinse.
Diese Okulare haben alle einen Steckdurchmesser von 1,25".

Ich wollte mir schonmal ein 2" Okular kaufen, wusste bloß nicht, mit welcher Brennweite. Entweder nochmal eine hohe Brennweite wie 40 mm als Übersichtsokular oder eins mit 15 mm, da ich in dem Bereich noch keins besitze.

Gruß John
 
Hi!
Zitat von Sternenfee123:
Mit solchen 8" Rohrschellen könnte man doch auch eine Kamera dran packen oder? Wäre die Nachführung der EQ Plattform so genau, dass man bei längerer Belichtungszeit (10-30 min) noch kugelförmige Sterne sieht?
das kannst knicken. Du hast schon nach 1-2 Minute winzige Striche bzw. kleine Kreisbögen. Wegen der Bildfeldrotation.
Bildfeldrotation bei einer EQ-Plattform?

Grüße

fquadrat
 
Hi John,

Als erstes habe ich die beiden billig Okulare, die bei dem Dobson schon dabei waren. Das ist einmal ein 25mm und ein 10 mm Okular mit winzigem Gesichtsfeld.
Danach habe ich mir ein 6mm UWA Okular gekauft und ein Jahr später dann ein 40mm Okular.
Dazu besitze ich noch eine billige 3x Barlowlinse.
Diese Okulare haben alle einen Steckdurchmesser von 1,25".

oh, das 40er Superplössel hat ein winziges Gesichtsfeld. Ich glaube 46 Grad oder so. Kein Wunder, daß Dir damit der Anblick nicht gefällt. :Trost: :(

Dann solltest Du Dir unbedingt ein gutes Weitwinkelokular in 2" Ausführung für die großflächigen Motive zulegen. Mit mindestens 70 oder 80 Grad Gesichtsfeld. Z.B. das hier. Und dann erlebst Du ein völlig anderes Aussehen der großflächigen Motive. Fast, als ob Du ein total anderes Teleskop hättest. :super:

Da ich Planetenfilmer bin, kann ich Dir aus eigener Erfahrung kein solches empfehlen. Denn ich habe keines. :D

Bitte mach zu genau diesem Thema am besten einen neuen Thread auf und frag bei den visuellen Beobachtern nach ihren Erfahrungen mit dem Okular und bitte um weitere Vorschläge.

 
Hi fquadrat,


hab ich das Funktionsprinzip der Nachführplattform falsch verstanden?

Wird die auf den Polarstern ausgerichtet und korrigiert dann perfekt die Erdrotation? Kann man damit bei
fotografisch punktförmige Sterne erzielen? Falls ja, warum machen dann die Deepsky-Fotografen so ein Gedöhns mit Einscheinern und Autoguiding? :augenrubbel:
 
Hallo Fee,

Zitat von Sternenfee123:
Wird die auf den Polarstern ausgerichtet und korrigiert dann perfekt die Erdrotation? Kann man damit bei
fotografisch punktförmige Sterne erzielen? Falls ja, warum machen dann die Deepsky-Fotografen so ein Gedöhns mit Einscheinern und Autoguiding?
Einscheinern sollte gehen, statt Autoguider wird man wohl OAG, Fadenkreuzokular, Auge und Handbox nehmen müssen. Ist etwas Low-Tech, hat aber bei anderen parallaktisch montierten Teleskopen jahrzehntelang funktioniert. Ob man die "1-30 Minuten" schafft, weiß ich zwar nicht, aber die von Dir angegebene Minute für erkennbare Strichspuren sollte man überschreiten können.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Fee,

Zitat von Sternenfee123:
oh, das 40er Superplössel hat ein winziges Gesichtsfeld. Ich glaube 46 Grad oder so. Kein Wunder, daß Dir damit der Anblick nicht gefällt. :Trost: :(

Dann solltest Du Dir unbedingt ein gutes Weitwinkelokular in 2" Ausführung für die großflächigen Motive zulegen. Mit mindestens 70 oder 80 Grad Gesichtsfeld. Z.B. das hier. Und dann erlebst Du ein völlig anderes Aussehen der großflächigen Motive. Fast, als ob Du ein total anderes Teleskop hättest. :super:

Das 40mm Okular hat meiner Meinung nach, mit dem Vergleich zum 6mm UWA Okular nur ein klein wenig geringeres Gesichtsfeld.
Im Internet (hatte leider falsch verlinkt) wird ein Gesichtsfeld von 52° angegeben. Doch der Unterschied zu den angegebenen 66° bei dem UWA Okular ist sehr gering.

Würde sich der Kauf des 2" Okulars mit fast der selben Brennweite trotzdem lohnen? Oder doch eher 15mm?

Gruß John
 
Hi John,

das 40 mm Okular ergibt bei 1200 mm Brennweite eine Vergrößerung von 30 fach. Das 6 mm Okular eine Vergrößerung von 200 fach. Du würfelst im Moment noch die Begriffe durcheinander. ;)

Mit dem 40er kannst Du den Mond noch komplett mit schwarz drumrum sehen. Wie viel schwarz hängt dabei vom scheinbaren Gesichtsfeld ab. Das wird mit den Gradangaben beschrieben.

Mit dem 6er kannst den Mond nicht mehr komplett sehen, oder?

Mit dem von mir vorgeschlagenen 40 mm mit rund 70 ° scheinbarem Gesichtsfeld wäre es sehr viel schwarz um den Mond drum rum. Genügend Platz, um großflächige Objekte zu sehen. Das 6 mm Okular ist nur für kleinflächige Motive wie Planeten oder Planetarische Nebel oder Doppelsterne "richtig". ;) Die Plejaden passen da net komplett rein.

Versuche Kontakt zu Beobachtern zu bekommen. Und schau dann den Mond oder die Plejaden einmal mit Deinem "Billigheimer" 40er an und einmal mit einem echten 2" Weitwinkelokular. Und zwar im selben Teleskop. Da sind Welten dazwischen. Von daher denke ich, daß sich das schon lohnt. :)

Kauf erst, wenn Du mal in der Praxis durchgeguckt hast.
 
Hallo John,

die Angabe der Gesichtsfelder für Okulare sind scheinbare Gesichtsfelder, die Du in wahre Gesichtsfelder umrechnen kannst.

ein 40mm Okular liefert dir eine Vergrößerung von 30x. Das wahre Gesichtsfeld bekommst Du raus in dem Du das scheinbare GF durch die Vergrößerung teilst, also 52/30 = 1.7 Grad.

Das 6mm hat ein deutlich kleiners wahres Gesichtsfeld. Wie groß das ist kannst Du jetzt selbst ausrechnen.

Wichtig ist noch die Austrittspupille, die den Durchmesser des Lichtkegels beschreibt der in dein Auge fällt. Die berechnet sich aus der Öffnungszahl und der Brennweite des Okulars. Für das 40mm Okular geteilt durch 6 erhält man eine Austrittspupille von 6.7mm!!
Das ist schon ziemlich viel und dein Himmelshintergrund wird wohl eher grau sein als schwarz. Allgemein geht man von einer Austrittspupille von 5-6mm bis hinunter zu 1mm aus. D.h. Ein
30mm Okular mit sagen wir 82 Grad scheinbaren Gesichtsfeld, liefert dir ein wahres Gesichtsfeld von 2 Grad bei einer Vergrößerung von 40x. D.h. in dem 30mm Okular mit 82 Grad sGF hast Du ein größeres Feld als im 40mm Plössl. Hinzukommt dass der Himmelshintergrund dunkler ist und schwache Objekte dir nicht im Hintergrund absaufen.

Deine Okularpalette kann also folgendermaßen aussehen:
Ein 30mm mit möglichst großem Gesichtsfeld.
Ein 20mm Okular
Ein 12-14mm Okular
Ein 9mm Okular
Ein 6mm Okular

Das wäre eine ideale Palette für alle möglichen Arten von Objekten.

Ich hoffe das hat Dir geholfen.

Viele Grüße

Matthias
 
Hallo Fee und Matthias,

danke für die ausführliche Erklärung. Das habe ich nun verstanden.

Zu dem 30mm Okular mit möglichst großem Gesichtsfeld:
Könnt ihr mir da eins empfehlen? Da muss man ja bestimmt auch darauf achten, dass das gesamte Okular ordentlich ausgeleuchtet ist und die Objekte an den Rändern des Okulars nicht verschwimmen oder?


Nochmal zu der Montierung:
Könnt ihr mir da, die vom Benny vorgeschlagene, EQP Montierung erklären? Wie viel würde diese denn kosten? Und was kann ich alles an ihr montieren?
Wäre dort die Einordung genauer?


Gruß und CS
John
 
Hallo John,

bzgl. Okulare, lese Dir bitte die Seite von Sven Wienstein durch:
Okulare für den 8" Dobson dort listet verschiedene Kategorien auf.

bzgl. der EQ-Platform: Du stellt den Dobson mitsamt der Rockerbox einfach drauf. Fertig. Freilich musst Du die Platform vorher ausrichten. Du "montierst" da nix drauf. Gib einfach in Google "EQ-Platform Dobson" ein und Du findest Informationen.

Viele Grüße
Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Matthias,

jetzt wird mir alles klar. :smiley60:
Ich habe gedacht, dass die EQ-Plattform und die EQP Montierung etwas unterschiedliches sind.

Benny schrieb, dass es möglich ist, den Dobson mit einem Richfield Gerät zu verbinden.

Zitat von Benny:
Eine "verrückte" aber unglaublich spaßige Kombination stellt aber die Fusion aus 8" Dobson und kleiner Richfieldscherbe dar! Ich habe mir das damals an Günther *entfernt* genialer Kombination abgeschaut und mit einem einfachen Paar 8" Rohrschellen hatte ich das "beste beider Welten" nur wenige Zentimeter voneinander entfernt kombiniert ;)

Theoretisch würde das bei mir doch auch gehen oder? Die EQP ist ja für so viel Gewicht ausgelegt.
Würde die Rocker-Box das Gewicht tragen können, ohne das sie kippt oder ähnliches?

Gruß John
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo John,

Die Rockerbox kann das Zusatzgewicht sicher ab, du musst halt schauen, dass das ganze noch im Gleichgewicht ist, aber mit den Rohrschellen kannst Du ja die Lage verändern.

Viele Grüße

Matthias
 
Hallo Matthias,

stelle mir alles nun so vor:

Ich werd mir, die von Fee vorgeschlagene EQ-Plattform, zulegen.

Ich werde mir mal so ein 2" Weitwinkelokular anschauen und danach entscheiden, welches ich mir zulegen werde.
Danach entscheide ich dann, ob ich zusätzlich noch ein Richfield Gerät kaufen werde.

Da ich auch versuchen wollte zu fotografieren werde ich mir einen dualen Halter für Sucher und Mini Leitrohr zulegen. Daran werde ich den Sucher und die Kamera montieren.
Würde das funktionieren?


Wegen den Rohrschellen. Leider konnte ich auf Teleskop-Express keine finden. Hatte mit der Suchfunktion kein Glück und konnte sie so auch nicht entdecken...
Könnt ihr mir die bitte verlinken? Das wär echt nett.


Noch eine allgemeine Frage:
Kommt jetzt wahrscheinlich zu spät, hatte aber vergessen diese am Anfang zu stellen. Ist die EQ5, wie man sie auf Teleskop-Express kaufen kann bloß eine parallaktische Montierung oder besitzt sie schon von Anfang an eine Nachführung?

Gruß John
 
Hallo John,

um Dir den Unterschied verschiedener Okulare GLEICHER Brennweite zu verdeutlichen kannst Du im Okularrechner z.B. am Mond als Okulartyp nacheinander Kellner, ortho, Plössl und Erfle einstellen. Dann siehst Du, dass sich allein das Gesichtsfeld ändert. Dann passen auch größere Objekte ins Okular.

http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php

Das kannst Du sogar mit den Daten Deines Telekops ausprobieren. Übrigens gibt es mittlerweile Weitwinkelokulare mit 80° oder 100°. Die sind dann allerdings überproportional teuer.

Gruß, Günther.
 
Hallo John,

bzgl. Astrofotografie mit einem Dobson kann ich dir nicht helfen. Ich versteh jetzt nicht genau, wieso Du da ein Leitrohr drauf machen willst..

Die Rohrschellen findest Du in dem Shop in dem du warst, da musst Du schon selbst suchen und dort nachfragen.

Die EQ-5 gibts mit oder ohne Motoren (die heißt dann synscan (mit Motoren) oder so ähnlich). Astrofotografie ist aber ein extra Thema, wie gesagt kann ich dir da nicht helfen.

Grüße
Matthias



 
Hallo Matthias,

die Rohrschellen bräuchte ich nur, falls ich später mal ein Teleskop mit geringerer Brennweite an den Dobson montieren will. Als Leitrohr wollte ich es in dem Sinne nicht verwenden.

Gruß John
 
Wie genau ist die EQ-Plattform?

Hallo an Alle,

da ich mir nun wahrscheinlich eine EQ-Plattform kaufen werde, würde ich gerne noch wissen, wie genau diese azimutale Montierung ist.
Ich habe schon 2-3 Videos gesehen, wo der Mondausschnitt bzw. der Jupiter genau im Gesichtsfeld bleiben und sich nur ganz gering, also fast gar nicht, bewegen.

Ich würde gerne wissen, ob das immer so genau ist und wie genau man die Montierung dazu einnorden muss. Benötigt man dazu weitere Hilfsmittel?

Wenn ich eine Kamera auf meinen Dobson Huckepack montiere, wie lange schätzt ihr, könnte ich dann belichten, damit ich noch punktförmige Sterne erhalte?

Gruß und CS
John
 
Re: Wie genau ist die EQ-Plattform?

Hallo John,

eine EQ-Plattform idt äquatorial gelagert und nicht azimutal. EQ steht für das englische "equatorial". Je genauer man einnordet und je genauer der Antrieb läuft, um so länger bleibt das Objekt im Bildfeld. Es wurden auch schon länger belichtete Aufnahmen mit EQ-Plattformen gemacht. Dabei handelt es sich um spezielle, äußerst genau gefertigte Geräte, meist aus Metall. Auch beim RA-Antrieb wird ein großer Aufwand getrieben, oft mit speziellen Schrittmotorsteuerungen. Im Endeffekt wird dann die Sache extrem teuer. Ich halte das für eine Spielerei um zu zeigen, dass es prinzipiell machbar ist, länger zu belichten. Für das benötigte Geld würde ich mir lieber eine solide Montierung kaufen.

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Kurt,

gut, dass du das richtig stellst. Die beiden Begriffe habe ich verwechselt.
Also extrem genau ist möglich, aber schwer machbar.
Dafür gibt es aber noch keine Hilfsmittel, für eine gekaufte EQP oder?

Eine letzte Frage habe ich noch:
Bei der verlinkten EQP wird angegeben, dass man die Nachführgeschwindigkeit stufenlos einstellen kann. Außerdem wird angegeben, dass die Bilder eine ältere Version zeigen.

Ich wollte nun wissen, ob es vordefinierte Geschwindigkeiten für Sonne/Mond/Sterne gibt, oder muss man diese Geschwindigkeit immer anpassen?

Auf der Seite wird gesagt, dass der Motor auf "N" Stehen muss. Was bedeutet das, bzw. gibt es andere Einstellmöglichkeiten?

Gruß John
 
Re: Wie genau ist die EQ-Plattform?

Zitat von JohnB:
Hallo an Alle,


Wenn ich eine Kamera auf meinen Dobson Huckepack montiere, wie lange schätzt ihr, könnte ich dann belichten, damit ich noch punktförmige Sterne erhalte?

John

Hi John,

genau so lange, wie auf einem unbewegten Stativ. Mit dem Dobson kannst Du nicht nachführen. Eine Kamera auf einem Dobson zu befestigen, ergibt gar keinen Sinn.

Grüße,

Klaus
 
Meiner Erfahrung nach erreichen 90% aller, die es probieren, in der Astrofotografie nur wenige und eher mittelmäßige Resultate. Warum nur wollen sich alle das antun. Du sitzt die ganze Nacht draußen, fluchst und bekommst Dein Equipment nicht zum Laufen. Beim dritten Mal klappt es vielleicht, aber die Sterne sind eirig oder unscharf. Dann ist zwei Monate lang mieses Wetter. Beim nächsten Run klappt es bereits in der zweiten Nacht. Du hast endlich 30 Bilder. Dann sitzt Du tagelang am Rechner und versuchst, die günstigsten Stacking- und Stretching-Parameter heraus zu bekommen. Endlich hast Du ein Bild. Aber es stinkt gegen die Bilder anderer Astrofotografen ab. Die haben aber 10 Jahre Erfahrung und ein Equipment für 10.000 Euro oder mehr und wohnen zudem noch in dunkleren Gefilden ... Und selbst die, die gut sind, verdienen damit wenig Ruhm und kein Geld, und wenn sie 1000-mal ihr Copyright drauf schreiben.

Für Deep-Sky-Fotografie benötigt man neues, anderes Equipment: eine ordentliche Montierung für mindestens 1000 Euro (kleines Teleskop) oder 2500 Euro (für Achtzöller), ein ordentliches, lichtstarkes Teleskop (f/4) für mindestens 500 Euro, eine ordentliche Kamera für mindestens 500 Euro, Leitrohr, Guidingkamera und PC für nochmal mindestens 500 Euro, Filter, Komakorrektor oder Flattener für Hunderte Euro, haltbare Akkus, technisches Grundverständnis für Auflösungsvermögen, Pixelgrößen usw., gutes Wetter, starke Nerven, viel Zeit und Geduld, Glück, ...

Wenn Du handwerklich halbwegs geschickt bist, setz Dich mit Komposer in Verbindung und probier Mond und Planeten aus. Wenn Du nach drei Jahren immer noch dabei bist, dann kannst Du weiter machen. Alle Verwandten wissen immer gern, was man sich zu Geburtstagen und zu Weihnachten wünscht. Da haben sie für Jahre eine lange Liste.

Gruß, Günther.
 
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