neuer Einstieg - altes Esquipment brauchbar ??

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MartHe

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Hallo liebe Amateure, Semiprofis und ggfs auch Profis

Ich hatte vor > 15 Jahren schon mal einen Astro-Einstieg probiert. Ist damals mangels Freizeit - es war noch eine Familie mit 3 Kindern zu betreuen und ein Haus umzubauen - nicht dauerhaft geblieben.

Inzwischen sind alle Kidis außer Haus und das Haus "fast fertig". Da bin ich über einen nochmaligen Versuch am Überlegen.

Aus der früheren Zeit habe ich einen 90/1000 Refraktor und eine LXD500 Montierung. Für die Montierung hatte ich eine Betonsäule "gegossen" mit einem solche halbmondförmigen Hangstein aus dem Baumarkt (die große Variante) als Fuß, mit Beton ausgegossen und ein dickes Abwasserrohr, auch mit Beton als Säule. Obendrauf eine Aluscheibe nach dem Muster vom Stativ. Gefühltes Gewicht > 3 Zentner - deutlichst stabiler als das zur Montierung gehörige Stativ - nicht transportbael, aber mir 2 bis 3 Mann im Garten versetzbar.

Die Montierung ist nicht motorisiert.

Jetzt stellt sich mir die Frage: ist das für HEUTE ein veraltetes Equipment?? 90mm sind heute nicht ganz so viel Öffnung. Kann man die Montierung heute noch mit Selbstbau adequat motorisieren ?? Würde sie evtl einen 200mm Newton tragen ??

Ich bin hin und her am Überlegen, wie ich ohne großen Frust wieder einsteige.

Grüße vom Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Wenn das Objektiv noch O.K., die Montierung funktioniert und stabil ist, warum nicht das ganze weiterverwenden? Vor einer Motorisierung würde ich persönlich eher überlegen, ob ich mehr "in's Glas", sprich in Okulare investieren sollte.

Ich steige gerade auch ohne (teure) Motorisierung / GoTo ein, auch weil ich den Foren den Eindruck gewann, dass "Hand- und Kopfarbeit" mehr Freude bereitet als möglicherweise unerfüllte Werbeversprechen.
 
Hallo Martin,

Optik wird bei richtiger Behandlung ja nicht schlecht. Die Nutzung der Säule ist meiner Meinung nach eine Frage des Handling. Wenn sie für 90/1000 die richtige Höhe hat, dann wird Dir der Einblick des Newtons wenig Freude machen. Es ist dann sicher besser, einfach einen Dobson 200/1200 anzuschaffen, zumal bei dem eventuell vorhandene Okulare vom 90/1000 noch gute Dienste tun.
Um die Säule zu nutzen könnte doch deutlich mehr Geld fällig sein. Eine Optik mit Einblick von hinten wäre dann eher ein SC oder ein Mak oder weiterhin ein Refraktor. Mehr Öffnung ist aufgrund dessen schlicht kostspielig. Natürlich kann man gut einen 127mm Mak aufsetzen, da hält sich der Preis in Grenzen. Da sind wir aber beim Neupreis des Tubus auch schon jenseits des 8" Dobsons als Komplettpaket.

Ist halt die Frage, wie wichtig es Dir ist, die Säule weiter zu nutzen. Eventuell ist es ja auch einfach schön, den 90/1000 auf der Säule aus eher sentimentalen Gründen wieder flott zu machen, während dann parallel dazu und auch transportabel doch ein ganz anderes Teleskop beschafft wird. Der Standort Garten ist ja eigentlich immer dann sehr schön, wenn man mit wenig Aufwand mal eben Mond und Planeten schauen will. Ein 90/1000 ist da schonmal nett und man kann ja mehr Öffnung auch auf der LXD-55 im Auge haben. Der 127er China-Mak geht da definitiv, ein 6" SC dürfte auch gehen und ein 8" SC scheint mir die sinnvolle Obergrenze zu sein.
Da reicht dann ggf. auch eine gebraucht gekaufte 1-Achsen-Motorisierung - wobei ich nicht weiß, was mechanisch an die LXD-55 passt. Andererseits geht vieles auch mit der biegsamen Welle.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Peter, hallo Sven

Danke für die Hinweise.

@Peter: der Gedanke, dass das Lernen mit dem sogenannten starhopping ohne GoTo vielleicht sogar effektiver ist, hat mich auch schon beschäftigt. Werde da noch weiter nachdenken.
"Mehr ins Glas" zu investieren kann für mich auch heißen nach etwas mehr Öffnung Ausschau zu halten - ist ja auch ein Gedanke von Sven.

@Sven: es ist definitiv eine LXD500 - ist die mit der heutigen LXD-55 identisch, von der Du schreibst ??
Dass die Betonsäule für einen Newton nicht passt ist richtig.
Da ich viel im Außendienst unterwegs bin und unter der Woche öfter im Hotel wäre ein transportabler 8" Dobson sicherlich eine Lösung. Und zu Hause kann ich ihn dann auf einer neuen Säule auf die vorhandene Montierung schnallen.

Jetzt brauchen wir erstmal wieder besseres Wetter. Bei ebay bin ich am beobachten.......

Grüße von Martin
 
Hallo Martin,

ich würde jetzt die Optik nicht schlecht reden. Bis Du alles gesehen hast, was mit 90mm Öffnung zu sehen ist, vergeht viel Zeit.

Mir scheint, die LDX500 entspricht der EQ5. Für einen 1000mm Refraktor grenzwertig, mit einem 200/1200 Newton überfordert.

Was hast Du an Okularen (Brennweite, Qualität)? Ein f/6 braucht andere Okulare als ein f/11 aber eine kleine Schnittmenge bezüglich der Brennweite besteht. Vielleicht eher hier investieren?

Gruß Uwe
 
Hallo Martin,

hm, fatal, ich kann mir den Zahlensalat bei den LXD nie merken. Marketinggedudel. Ist eher ein Versehen, aber die Google-Bilder sehen sich wirklich ähnlich.

Wenn ich das richtig einschätze anhand der Bilder, hat das Ding EQ-3 Niveau und dann würde ich den 90/1000 darauf nicht mögen. Da solltest Du eher gucken, was gebraucht noch auf den Säulenanschluss passt. Eine alte EQ-5 (die Variante, die der Vixen GP zum verwechseln ähnlich sieht) kann da für günstiges Geld drauf. Gut, ich meine, wenn das Teil vorhanden ist und Du beim Fokussieren nicht wahnsinnig wirst, dann ist es auch OK. Aber ansonsten spricht doch recht viel für einen Neuanfang bezüglich des Unterbaus. Stabil ist ein Ding, aber eine Säule, bei der Du immer Kumpels anrufen musst, wenn der Mond hinter den nächsten Baum wandert, halte ich für problematisch. Entweder das Ding steht fest einbetoniert an einem Platz, an dem man sich wirklich die Haupt-Beobachtungsrichtungen frei hält, oder man braucht einfach eine handlichere Montierung.

Es spricht viel dafür, das alte Equipment mal wieder zu probieren und wenn Du zufrieden bist, dann gut. Ich mag nicht abschätzen, was die Säule da bringt. Vielleicht reicht es für den 90/1000. Aber wenn Du merkst, dass es nervt beim Fokussieren, solltest Du reagieren. Den 90/1000 sehe ich da kritischer als den 127er Mak wegen des langen Hebels.

Jedenfalls, am Ende Zustimmung, was die Dobson-Pläne angeht. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du Dich so sehr an den Dobson gewöhnst, dass Du dafür daheim gar keine andere Montierung willst. Kommt drauf an, wie Du damit klar kommst. Und - naja nicht von ungefähr gibt es für die meisten Dobson-Modelle ein paar Selbstbau Tipps, wie man die Gängigkeit verbessern kann. Das ist ab Werk solala, aber das kann man verbessern.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Martin,

LXD 500 ist nicht identisch mit EQ-5, die heutige EQ-5 ist ihr meilenweit voraus, vor allem im Handling. Die Plazierung und die Befestigung der Motoren ist einfach unpraktisch. Die manuellen Drehknöpfe an beiden Achsen waren mit den zwei unbrauchbaren Stellschräubchen nicht gescheit zu fixieren, es gibt keine manuellen Kupplungen wie bei Vixens GP; der Polsucher ist nicht justierbar, seine Strichplatte ist veraltet, und beleuchtbar ist er überhaupt nicht. Ob es überhaupt noch eine passende Steuerung dafür zu kaufen gibt, ist sehr fraglich. Von der Tragfähigkeit her liegt sie, mit der folgenden Einschränkung, zwischen EQ-3 und EQ-5.

Die LXD 500 wurde in zwei Varianten verkauft. Variante a hatte Lagerschalen aus Aluminium, Variante b aus Bronze. Ein 90/1000-Refraktor setzt, nach vernünftigen Maßstäben, eigentlich mindestens die Variante b voraus.

Diverse Testberichte im Netz waren sich, jedenfalls für die Variante b, eigentlich immer in einem einig: Die Montierung selbst ist, was die Schwingungsanfälligkeit angeht, gar nicht übel, aber das mitverkaufte Alu-Stativ ist ein Skandal.

Ganz ehrlich: wenn es eine Monti in dieser Größe sein soll und ein neues Instrument zu teuer ist, würde ich hundertmal lieber nach einer gebrauchten GP Ausschau halten.

Grüße,

Klaus

Klaus
 
Noch ein Nachtrag:

Die Ausrüstung mit Fremdmotoren ist praktisch unmöglich, weil die Antriebswellen nicht über freiliegende Zahnräder gekoppelt werden, sondern nur über einen auf einer Seite flachgezogenen, in einen ausgeklinkten Flansch eingezogenen Achsstift. Die Motorbefestigung ist folglich auch nur mit dem speziellen Flansch der LXD-Motoren möglich. Das ganze Antriebsthema unterscheidet sich überhaupt sehr von allen Nachfolgern.

Bei der Mechanik störten mich immer nicht zu Ende gedachte Details, zum Beispiel die Stativbefestigung mit einer Schraube und zwei Unterlegscheiben, die nächtens immer Gefahr liefen, beim Eindrehen oder beim Abschrauben der Montierung irgendwo in eine Ackerfurche zu kullern.

Auf einem vom Schreiner um die Ecke zusammengebimsten Lattenstativ war das vor 15 Jahren noch ganz erträglich, wenn man keine hochgeschraubten Fotoambitionen hatte. Den Umstieg auf die GP-Familie empfand ich als Erlösung. Der Montierungskörper selbst ist fast so schwer wie eine GP-D2 oder GP-DX, die klassische GP bringt nur wenig mehr als die Hälfte auf die Waage! Aus heutiger Sicht war das Thema LXD insgesamt ein Fehlkauf.

Grüße,

Klaus
 
Hallo Martin,

den Refraktor würde ich auf jeden Fall weiter benutzen. Schon alleine für Sonnenbeobachtungen oder für die Venus am Tage. Das geht mit einem Dobson schon schlechter.
Grundsätzlich schließe ich mich Uwes Meiunung an. Mit 90mm kann man fast den gesamten 'Karkoschka' "abarbeiten". Und eine großen Teil davon nicht nur abarbeiten, sondern genießen.
Was die Montierung anbelangt kann ich nur sagen, wenn eine andere in der Größe, käme für mich nur eine gebrauchte GP in Frage.
Ich hatte dazu eine Erfahrung gemacht: Meine GP lag noch zu Hause, als ich bei einem Teleskoptreffen ankam. :blush:
Ein Sternfreund lieh mir darauf hin seinen Meade GP-Klone.
Ich war regelrecht erschrocken, wie wackelig das war.
Meine Sternenfreunde ziehen mich heute noch damit auf: Monti vergessen und über die Geliehene mäkeln. (Mir war nämlich etwas in dieser Richtung rausgerutscht. Aber wie gesagt, es war nur der erste Schreck.)

Große Verbesserungen wirst du wahrscheinlich durch den Neu-(gebraucht)kauf von okularseitigem Zubehör erzielen.
Aber das Thema Okulare ist ein weites Feld.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo an alle Antworter

Vielen Dank für das aktive Mitdenken. Es gibt inzwischen eine "neue Entwicklung" - aber dazu später.

@Sven:
die Betonsäule hab ich nur beim Umzug mit Kumpels hergeschleppt. Hier im Garten kann ich sie mit Sackkarre und Geduld auch alleine meterweise bewegen. Sie stand in der Zeit der astronomischen Abstinenz in einer Hecke, dient aber aktuell als Standfuss für eine Amateurfunkantenne (gut 10m hohe Angelrute...). Wenn ich sie wieder astronomisch nutzen sollte käme sie selbstverständlich an einen festen Platz.

@Klaus:
sowas habe ich in etwa befürchtet. Ich habe einen Werkzeugmacher-Sondermaschinenbauer als Freund mit Drehbank und Fräse im Keller. Werde en mal fragen, ob und wie er einen Motor anflanschen könnte. Die Steuerung eines Schrittmotors dürfte nicht das große Problem sein.
Wenn die Montierung selber "gar nicht übel" ist und ich den Antrieb hinbekomme wäre das eine Lösung für "feste Sternwarte" (überlege aktuell das Garagendach....)

@Hans-Jürgen:
Behalten wird ich den Refraktor auf alle Fälle. 'Karkaoscha' war mir aktuell noch kein Begriff??
Venus ist interessant und Sonne grad auch als Amateurfunker sowieso.

Jetzt aber mal zur "neuen Entwicklung": ich habe am Wochenende einen 8" f5-Newton-Tubus in der Bucht geschossen. Ich hoffe dass er noch diese Woche ankommt.
Werde ihn als erstes mal auf die LDX500 schnallen und als erstes Bauprojekte eine Dobson-Montierung dafür bauen. Dann habe ich einen Winter lang Zeit, über meine "feste Sternwarte zu Hause" weiter zu brüten.

Grüße von Martin
 
Zitat von MartHe:
'Karkoscha' war mir aktuell noch kein Begriff??
Hallo Martin, es ist der 'Atlas für Himmelbeobachter' von Erich Karkoschka gemeint. Der Autor hat sämtliche darin beschriebenen Objekte selbst mit max. 6" beobachtet und beschrieben. Es finden sich zu allen Objekten eine Fülle von Daten, sehr gute Aufsuchkarten und neuerdings mittelprächtige sw-Aufnahmen, die recht gut den visuellen Eindruck wieder geben.

Gruß Hans-Jürgen
 
Lieber Uwe und lieber Hans-Jürgen
vielen Dank für den Hinweis.
Da hab ich doch dann schon ein Geschenk für Weihnachten....

Was ich von früher noch habe ist Astronomie IV aus der Reihe "Klett Studienbücher Physik" - Praktikum mit 15 Versuchsaufgaben. Das finde ich neben der visuellen Beobachtung eine tolle Herausforderung.

Und aus Jugendzeiten habe ich noch das Aulis-Buch "Astronomie selbst erlebt" - auch dieses finde ich faszinierend, weil eben nicht nur "Objekt an richtiger Stelle am Himmel suchen" gefordert wird, sondern die eigene Beobachtung im großen Zusammenhang gestellt un erklärt wird.

Ausserdem häng ich die letzten Tage bei den BAV- und AAVSO-Seiten rum. Wie früher mal auch schon. Wird endlich Zeit, dass es wieder mal aufklart - fürs Wochenende könnts ja soweit sein....dann aber schon wieder über dem Halbmond drüber.....und beim Aufklaren a--kalt...warum musste ich mir auch wieder eine Astro-Virus-Infektion einfangen.

Martin

Edit: Zensur überlistet....
 
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