Neuer PC muss her, nur welche Komponenten?

#1
Hallo zusammen
Nun wie die Threadüberschrift schon sagt, halte ich Ausschau nach einem neuen PC. Neben den Alltagsdingen möchte ich natürlich gerne Leistung für die Bildbearbeitung, speziell für die Astrofotografie haben.
Klar und vorweg, mit einem aktuellen PC bzw. Komponenten macht man erstmal nichts verkehrt. Ich möchte aber doch speziell mein Augenmerk auf die Bildverarbeitung legen. D.h. Stacking, Bearbeitung usw. und da sollte es dann einfach flutschen ohne mich zwischenzeitlich zweimal rasieren zu müssen ;)

Daher meine Frage an euch, was würdet ihr
1. Empfehlen
und
2. Welche Hardware habt ihr selbst so verbaut

Weiterhin würde mich interessieren, wenn gerade jemand von euch eine Neuanschaffung hinter sich hat, wie die Bearbeitungszeiten sich geändert haben. Vielleicht gibts ja Leute hier, die mit der Stoppuhr das Verglichen haben

Zum PC selbst, es soll keiner von der Stange werden. Ich baue den natürlich selber zusammen und muss daher dann auch keine Kompromisse eingehen, die bei fertigen PC einfach da sind.

Also Prozessor soll auf jeden Fall ein AMD werden (R2600-2700er) 6 oder 8 Kern ist halt die Frage, ob einschlägige Programme das auch unterstützen
RAM 16 o. 32gb
Grafikkarte wohl 4-8gb
FP eine SSD M2xxxx

Daher, immer her mit euren Erfahrungen. Eins ist auch klar, der Computermarkt ist sehr schnelllebig und eine Forumssuche bringt dementsprechend halt keine aktuellen Hinweise

Würde mich über eure Erfahrungen freuen, gerne auch Komponenten mit Name und Modell versehen

Grüße
Hans-Peter
 
#3
Hallo!

Na mit irgendwas müsst ihr doch eure Bilder Bearbeiten ;)

Oder setzt ihr beim PC Kauf keine Prio auf astronmische Bildbearbeitung?
Habe mir auch gerade einen neuen, naja, „PC“ gekauft. Vor allem für die Bild- und Videobearbeitung. Ein 2011er 17 Zoll MacBook Pro, dem letzten Jahr in dem Apple noch 17 Zoll Notebooks hergestellt hat. Quadcore, 16GB RAM, SSD Festplatte, zwei Grafikkarten. Damit macht Photoshop endlich wieder Freude, die Raw-Daten meiner Kameras sind in Sekunden konvertiert. Ob die Motive dabei astronomisch oder terrestrisch sind macht für mich keinen Unterschied. Sogar Windows läuft in der Virtual Box einigermassen brauchbar (beim Dual-Core Vorgängermodell war das eher keine Freude) so dass ich auch mit Windows-only Programmen einigermasse arbeiten kann. Und DaVinci Resolve 15 für Videobearbeitung ist endlich auch flüssig in der Bedienung geworden. Das Teil kann ich unterwegs benutzen, Vorträge damit halten, es braucht fast keinen Strom, sieht sehr hübsch aus und hat wahrscheinlich weniger gekostet als die Grafikkarte, die Du Dir für den neuen PC kaufen willst :)

Viele Grüße von einem Macianer der ersten Stunde!
Maximilian
 
#5
Hallo Hans-Peter,

es kommt halt drauf an welche Software Du einsetzt. Ich nutze den Astro Pixel Processor und für den kann es nicht schnell genug sein. Bei mir sind es 4 x 4.5GHz Intel Sandy Bride, 20 GB RAM, und eine SSD für die Bilder (plus eine fürs OS). Der DSS ist etwas genügsamer was die Anforderungen angeht. Wie das bei anderer Software aussieht kann ich Dir nicht genau sagen. Ein aktueller PC mit 6 Kernen ist schon prima, beim RAM würde ich nicht knausern und >=16GB einbauen. SSDs sind ja heute quasi Standard. Evtl. würde ich für die Bilddaten eine zweite einbauen um das OS zu entlasten. Kann ja eine 'kleine' mit 256GB sein. Bei der SSD reicht SATA im Grunde aus, PCIe muss es nicht sein. Den Unterschied wirst Du kaum merken. Die Grafikkarte spielt bei der Bildbearbeitung kaum eine Rolle. Wenn Du nicht Zockst reicht im die CPU-Interne völlig aus (es sei denn Du hast ein edles 10Bit Display).

Aktuell liefern die AMD Ryzen CPUs mehr fürs Geld als die Intel Chips. Daher würde ich mich da mal umschauen. Bei diesen CPUs würde ich keinen RAM mit <2666MHz einsetzen. Anscheinend kommen dann nicht genug Daten nach, zumindest bei den Versionen mit vielen Kernen. (>8). Ein Ryzen 5 2600X sollte hier ein guter Kompromiss zwischen Preis und Leistung sein. Da tut es dann auch DDR4-2666 (z.B. G.Skill F4-2666C19D-16GNT / 16GB für ca. 120€).

Die c't bringt vor Weihnachten immer eine Ausgabe mit Bauvorschlägen in verschiedenen Ausbaustufen. Da mal reinzuschauen lohnt sich fast immer, weil die Komponenten sehr gut ausgesucht und aufeinander abgestimmt werden. Könnte sich also lohnen noch etwas zu warten und da mal rein zu schauen ;)

Ich würde für 'draußen' einen separaten Rechner einsetzen. Mit einem edlen Laptop in der Kälte hätte ich kein gutes Gefühl. Und stationär ist viel Power auch viel günstiger als in einem starken Laptop. Ich nutze am Teleskop einen (sehr) alten Lenovo T60. Der kann alles was man braucht (sogar Platesolving) und kostet gebraucht gerade mal 50-60€. Ist also kein großer Verlust wenn es ihn mal zerlegt.

Viele Grüße
Michael
 
#6
Hallo Hans-Peter,
auf der AME Messe habe ich die Vorträge von Christoph Kaltseis verfolgt. Er benutzt ein Wacom MobileStudio Pro - eigentlich ein Grafiktablett, das aber einen ordentlichen Rechner mit drin hat. Das Konzept hat mich sofort überzeugt, allerdings auch der Preis >3000€ sofort abgeschreckt.
Also habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht - und auch eine gefunden: Das Porsche Design Book One. Ein vollwertiges Notebook, das aber auch von der Tastatur abgekoppelt werden und mit dem (Wacom!) Stift wie ein Tablet bedient werden kann. Es hat nicht ganz die Größe des Wacoms (13" statt 15"), aber das Bild des kalibrierten Displays ist super - und per Stift bedienbar. Gleichzeitig ist der i7 eine Generation jünger als der im Wacom verbaute.
Die Rechenleistung ist im Vergleich zu meinem vorher genutzten Lenovo (i7 von 2014) enorm gestiegen. Mit DSS, Fitswork und Photoshop (CS5) macht das Bildbearbeiten richtig Spaß, weil es flott von der Hand geht.
Damit habe ich einen mobilen Astro-PC, der das gesamte Equipment steuern kann UND für die Bildbearbeitung gleich mit geeignet ist. Für mich die perfekte Kombination aus Mobilität, Leistung und Preis.
 
#7
Hallo zusammen
Erstmal vielen Dank für eure Meinungen

Wenn ich jetzt einfach mal interpretieren darf, dann sucht ihr also euren PC/Lappi gar nicht nach den Bedürfnissen "schwerer Astronomiebildbearbeitung" aus, sondern einfach nach gut dünken. Und wenn man 5 Minuten länger am PC sitzt ist das auch kein Beinbruch. (5min bitte nicht wortwörtlich nehmen)

Eigentlich hatte ich gehofft, dass hier doch User dabei sind, die auch das letzte aus ihrem PC rausholen wollen, ähnlich bei der Datensammlung/Fotografieren, sowie aus ihren Teleskopen.

Schließe ich richtig aus euren Antworten, dass ihr gar keine Selbstbauer seid, sondern fertige PCs kauft?

Was ich nicht ganz verstehe ist, dass beim Fotografieren auf jedes kleinste Detail Wert gelegt wird. Tubus geschwärzt, Ausleserauschen der Kamera und was weiß ich noch alles. Aber der heimische PC -Das Arbeitspferd- ist halt nur ein Gaul? ;)

Schade, ich hatte gehofft dass hier wirklich jemand zu Proz, Grafikkarten usw. etwas Beitragen kann.
So wie @ wynnie (Danke dafür)

Ok, hat noch jemand auf dem Gebiet Ahnung?

Preis ist auch erstmal zweitrangig (öhm, vielleicht doch nicht ganz)

 
#8
Achja
Gesetzt ist auch das Betriebssystem Win10 (Ich weiß, aber da muss auch die Familie mit klar kommen) :cool:
Ebenso dass es ein PC werden soll, kein Läppi (Einfach der Leistung/Preis geschuldet). Läppi habe ich und ist ausreichend zur Bildgewinnung und Nachführung
 
#9
Ich fand den Tipp von wynnie eigentlich ganz sinnvoll, denn die Bauvorschläge der c't sind in der Regel ordentlich.
Persönlich baue ich nicht mehr (vor 10 Jahren war das noch anders), mein Arbeitspferd ist ein "alter" Mac Pro 5,1 (Alu-Tower/"Käsereibe", der letzte Mac, den man erweitern konnte) mit 3,33 GHz 6-Core Intel Xeon und 64 GB RAM nebst zwei 1GB SSDs und vier 2TB Magnetplatten. Am Teleskop nutze ich einen alten Lenovo X61s, der ist schön kompakt und reicht für meine Zwecke.
Ich würde vermuten, dass bei den meissten Amateurastronomen der PC eine untergeordnete Rolle spielt.
 
#10
Hallo Matthias
Auch dir Danke. Die Tipps von C`t oder anderen sind mir schon bekannt und selbst weiß ich schon was aktuell einen PC so richtig befeuern kann. Nur, Ich wollte hier einfach mal wissen, mit welchen Komponenten man im Astrobildbeartungbereich mit den bekannten Programmen, einen Aha-Effekt erzielt und wenn möglich dies auch nachvollziehen kann.
Wie gesagt, es gibt aktuelle Grafikkarten mit bis zu 12Gb. Hier wäre es schön, wenn jemand sagen könnte dass mehr als 4 o. 6 gar keinen Vorteil bringen. Ebenso bei allen anderen Komponenten. Super wäre wie Eingangs schon geschrieben, ein direkter Vergleich an Arbeitsgeschwindigkeit.
Dass das Modell x oder Y eines Herstellers das zu Leisten vermögen steht ja außer Frage. Das schafft auch mein alter Rechner oder Läppi. Die Frage ist halt nur in welcher Zeit. Wenn ich ein Rohbild von 150-250Mb bearbeite, dann sollte z.B. ein Bildaufbau nebst verschieben oder bearbeiten halt nicht 20s benötigen. Oder das "Sterne" kleiner Rechnen keine 3 Minuten. Dass eine aktuelle Grafikkarte 140Fps bei Spielen auf den Bildschirm zaubert ist zwar toll, aber hier wohl nicht von belange. Ob es einen Unterschied zwischen 8, 16 oder 32 Gb Ram gibt? Merkt man das bei der BB?

Vielleicht ist es jetzt etwas verständlicher worauf ich hinaus will

Grüße
Hans-Peter
 
#11
Hallo!

Eigentlich hatte ich gehofft, dass hier doch User dabei sind, die auch das letzte aus ihrem PC rausholen wollen, ähnlich bei der Datensammlung/Fotografieren, sowie aus ihren Teleskopen.
Definiere „das letzte“... Geschwidigkeit? Für mich nicht relevant. Solange er bei der Bild-/Videobearbeitung flüssig reagiert, d.h. ich meine Änderungen sofort sehen kann, ist der Rechner für mich schnell genug. Wenn er dann für eine Stapelverarbeitung über Nacht rechnen muß soll mir das egal sein, da schlafe ich sowieso.

Ansonsten lege ich Wert darauf, dass ich gerne damit arbeite. So wie beim Teleskop auch. Das muss nicht das beste sein, aber eines was ich tragen kann ohne meine Bandscheiben zu ruinieren und eines, das ein für mich angenehmes Bild liefert und für das ich nicht auf Hocker und Leitern klettern muß.

Wichtig ist mir auch das Umfeld: Ein farbkalibrierter Monitor ist ein Muß, dafür habe ich so ein „Spyder“ Ding nebst Software. Ein Grafiktablett für die Bildbearbeitung ohnehin, kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie man das mit der Maus gemacht hat. Hab mir schon vor einiger Zeit eines von der oben bereits genannten Firma „Wacom“ gekauft mit eingebautem Bildschirm („Cintiq“ heisst die Serie, fängt je nach Bildschirmgröße bei ca. 1000 Euro an). Direkt auf dem Bild mit dem Stift zu Arbeiten ist einfach ideal. Wie viele Kerne und wie viele Gigaherzchen das antreibt ist drittrangig für mich. Und selberbasteln tu ich genug, das muß ich nicht auch noch beim Computer.

Viele Grüße
Maximilian
 
#12
Ja Maximilian
Ich gebe dir Recht. Es sollte alles flüssig laufen. Und gerade deshalb suche ich hier ja um Rat. Mit welchen Komponenten läuft das alles flüssig? Und zwar in Bauteilen benannt ;)

PS Eine Stapelverarbeitung die ganze Nacht? Das wäre jetzt für mich ein no-go.
 
#13
Das Problem ist, dass zahlreiche Programme kaum nutzen aus viele Kernen oder gar einer GPU ziehen. Selbst bei Photoshop wird nur bei wenigen Filter mal mehr als ein Kern genutzt. Kann man im Taskmanager schön verfolgen. Daher ist es ausgesprochen schwierig hier allgemein gültige Empfehlungen abzugeben. Der bereits angesprochene Astro Pixel Processor skaliert laut Programmierer bis 16 Kerne. Das gilt aber selbst bei diesem Programm nicht für alle Prozesschritte. Nicht alles läßt sich gut parallelisieren.

Viele Grüße
Michael
 
#15
Der DSS nutzt bei mir alle vier Kerne. Vermutlich ginge auch mehr wenn es mehr Kerne gäbe. Fitsworks nutzt immer nur einen Kern. Da ist nix mit Multithreading.

Viele Grüße
Michael
 
#16
Und wiederum Danke. Also kann man auch festhalten, wenn gezielt die BB im Vordergrund steht, ist erstmal der Blick auf die Programme sinnvoll.
Wenn also Fitswork nur mit einem Kern arbeitet, macht ein 8 oder 16 Kerner dahingehend keinen Sinn. Ein Mix aus allen geläufigen Programmen gibt letztendlich den Astro-BB-PC vor(?)

Wir kommen der Sache etwas näher
 
#17
Na ja, das Stacking dauert bei mir immer ziemlich lange. Ich habe schon Stacks von mehreren Nächten verrechnet. Da ist pure Rechenkraft gefordert. Daher ist es, in meinen Augen, ganz und gar nicht egal. Nur machen 16 Kerne wirklich keinen Sinn. Daher meine Empfehlung sich mit sechs zu bescheiden ;) Auch wenn das eine oder andere Programm nicht alle Kerne nutzt, nutzlos sind sie ja nicht. Und RAM, SSD und so weiter nutzten ja auch anderen Programmen.

Viele Grüße
Michael
 
#18
Ja ist mir klar, dass andere Themen als BB die Rechenleistung nutzen werden können. Meine Idee hier war halt, die Auswahl der Komponenten so zu gestalten, dass man hinterher sich nicht ärgert, dies oder das nicht gleich ne Nummer größer genommen zu haben.


Ich komme aber gerne nochmals auf meinen Eindruck zurück, dass mehrheitlich oder gar fast jeder, gar kein Augenmerk auf Astro-BB gelegt hat, sondern der Meinung iat, ein neuer PC wird das schon machen können.

Gut, das ist dann einfach ;)
 
#19
Naja, Du kannst für eine Grafikworkstation für Bild- und Videobearbeitung sicherlich locker 3.500 bis 10.000 EUR ausgeben, deshalb meine Frage nach dem Budget.

Für die meissten Dinge wird es aber reichen, wenn der Rechner über eine ordentliche Multicore-CPU mit möglichst hoher Taktrate und üppig und schnelles RAM (korrekte Bestückung beachten, Stichwort Kanalbündelung!) verfügt. Eine schnelle SSD (am besten sogar zwei NVMe PCIe 3.0 x4 Laufwerke, eines für das OS, das andere als Arbeitslaufwerk) ist aus meiner Sicht auch Pflicht.

Was die GPU angeht, nutzt diese z.B. Photoshop (zumindest am Mac) durchaus , siehe auch:
Optimieren der Leistung von Photoshop CC

Es ist zudem davon auszugehen, dass kommende Versionen zunehmend bessere GPU-Unterstützung haben werden.

Aber bitte auch beachten, nicht alle Filter oder Funktionen profitieren von vielen (CPU-) Kernen, siehe
Adobe Photoshop CC Multi Core Performance
Der Artikel ist zwar schon drei Jahre alt, gibt aber trotzdem gute Anhaltspunkte.

Was die CPU angeht, ist derzeit sicherlich AMD Ryzen 7 eine gute Wahl, insbes. was Preis-/Leistung angeht. Wenn es um die nackte Leistung geht, wird der neue Intel Core i9 vermutlich wieder top sein, wenn auch teuer. Was die Fließkomma-Performance angeht, würde ich gerne erstmal Benchmarks sehen, würde aber auch hier Intel vorne vermuten.
 
#20
Moin,

ich habe mir vor Jahren einen Lenovo W520 CTO für diese Zwecke zugelegt, also Core i7, Vierkerner mit 8 Threads, Speichervollausbau und zwischenzeitlich HDD -> 2 x SSD, das war der richtige Ansatz. Damals musste es transportabel sein, da die Hauptzielstellung die aus der Arbeit war, heute würde ich eher einen Desktop oder Tower bevorzugen und die verschiedenen Nutzungen trennen. Richtige Power-Laptops wie sie die Gamer nutzen sind auch nicht wirklich transportabel. Und die Thermie so einer Maschine in einem Laptop kann schwierig sein.

Wenn ich heute neu anschaffen müsste wäre vermutlich ein Core i9 Achtkerner (+) drin, und ansonsten dieselbe Strategie (DRAM Vollausbau, SSD 2 x , bearbeitete Daten aufs Netzwerk auslagern damit die Platte frei bleibt für Arbeitsdaten, incl. einer guten NVIDIA GPU). Die Typenauswahl würde ich dem Budget überlassen. Es mag verwegen klingen, aber die Bilddateien werden immer größer und meine damalige Investition von mehreren tausend EU hat mir bis dato gereicht, ich denke wenn man an der Stelle nicht kleckert sondern klotzt ist das eine, an der sich das im Hinblick auf die Nutzungsdauer am ehesten lohnt.

CS
Jörg
 
#21
Hallo Hans Peter,
ich mache die Bildbearbeitung mit einem PC aus dem Jahr 2012 und das läuft immernoch sehr flüssig.
Windows 7 Pro
Intel I7 3770K
32 GB Ram
Nvidia GeForce GTX 670
Samsung SSD 840 Pro Als Hauptplatte + 2. Platte als Datenspeicher
27 Zoll ASUS PB278 mit Spyder 4 Pro Kalibrierungsgerät

Egal ob Photoshop oder Pixinsight, das läuft alles ohne Probleme und sauschnell.

Ich würde dir raten besonderes Augenmerk auf den Monitor zu legen. Das ist meiner Meinung nach das wichtigste bei der Bildbearbeitung.
27 Zoll mit erweitertem Farbraum und gaanz wichtig Monitorkalibrierung mit Hardware wie dem datacolor Spyder.
Es gibt auch unter den Monitoren Bildbearbeitungsspezialisten wie den EIZO CG2730, der hat die Kalibrierung direkt eingebaut.

Meine Tipps berufen sich auf die reine Bildbearbeitung, für Videoschnitt sind die Hardwareanforderungen viel extremer was Grafikkarte, CPU Power und Datentransfer angeht.

Viele Grüße
Marco
 
#22
Die Datacolor Spyder bekommt man gebraucht recht günstig. Es muss ja nicht die allerneuste Version sein. Aber es ist erstaunlich wie sehr sich die Darstellung auf unterschiedlichen, nicht kalibrierten Monitoren unterscheiden kann. Daher ist das auf jeden Fall eine gute (und ausnahmsweise mal nicht so hohe) Investition.

So richtig viel Spaß macht es dann vermutlich mit einem kalibrierten 10Bit Display. Auch wenn man das dann so natürlich auf 'normalen' Displays nicht sieht ;) Der AOC U3277PWQU für 460€ könnte da ein guter Einstieg sein. Allerdings wird es dann wieder bei den Grafikkarten eng. Man braucht die 10Bit Unterstützung ja auch für OpebGL/CL (z.B. für Photoshop) und da sieht es z.B. bei den GTX Karten mau aus. Die unterstützen 10 Bit nur bei DirectX in Vollbild. Die AMD Vega FE oder die Nvidia P2000 sind dann das Mittel der Wahl. Aber ob sich der stolze Aufpreis wirklich lohnt ?! Ich habe noch nicht mit Wide-gamut Bildschirmen gearbeitet.

Viele Grüße
Michael
 
#23
Hallo,
Bei der CPU wird sehr wahrscheinlich ein aktueller 4 Kerner mit 8 Threads ausreichen. Es gibt immer noch viele Schritte, die nicht parallelisiert werden können und wo zur Zeit einzig die Single Thread Leistung ausschlaggebend ist. Hier sind die Intel i7/i9 Prozessoren nachwievor am schnellsten. Nur in der Multi Thread Leistung konnte AMD mit Ryzen aufholen. Bei den Preisen für die schnellsten Modelle eines i7 oder i9 würde ich mir aber überlegen ob ein etwas schnellere, aber sehr viel teuerere CPU Sinn macht.

Beim RAM reichen vermutlich auch 16GB, maximal 32GB und irgendwie ging das damals auch mit 8GB (die DSLR-Fotografen kriegen immer mehr Megapixel, bei Astro-CDDs herschte jahrelange Stagnation, so langsam haut QHY die Megapixel-Monster zu astronomischen Preisen raus).
Bei Deep Sky Stacker (Version 4.10) hab ich einen Unterschied von 8 auf 16 Gigabyte gesehen, es ist aber mitnichten so, dass er allen freien Speicher nimmt (meist sind noch 33% frei).
Adobe Produkte sind immer so eine Sache, da ich finde diese recht wenig optimiert werden. Zumindest Lightroom (allerdings noch Version 5.7 bei mir) nutzt zum Beispiel nicht mal mehr 8GB aus, obwohl es eine 64-Bit Anwendung ist. Hier beschwerten sich viele Benutzer, dass der Unterschied in der Arbeitsgeschwindigkeit bei einem aktuellen PC und einem 5 Jahre alten PC nicht spürbar ist. Mit dem letzten CC-Update wurde daran wohl was getan, vielleicht auch weil Adobe nach und nach die Kunden weglaufen. Lightroom-Benchmarks zeigten bislang aber eher, dass jede Version langsamer wurde. Ich könnte mir das auch bei anderer Programmen vorstellen (passiert mir als Entwickler auch immer mal wieder, tolle neue Funktion, aber plötzlich alles nur noch halb so schnell).

Dann zum Thema Grafikkarte/GPU und ein Zitat von weiter oben, dem ich widersprechen würde:
Es ist zudem davon auszugehen, dass kommende Versionen zunehmend bessere GPU-Unterstützung haben werden.
Das man es machen könnte ist seit bald Jahrzehnten bekannt. Vor etwa einem Jahrzehnt hat man man mit OpenCL auch Ideen und Standards vorgestellt und bis heute ist da quasi nichts passiert. Einzelne Effekte ja, aber wer braucht schon einen hochperformanten Weichzeichner? Das ist wie mit den vielen CPU-Kernen, wenn sich mal ein Entwickler damit beschäftigt, dann bekommt es eine Aktion, ein Filter oder ein Prozessschritt. Und alle anderen Programmieren weiter wie bisher und da stockt der Workflow dann wieder. Die einzige Anwendung, die ich aber nur vom Hörensagen kenne, die wohl mehr Nutzen aus Kernen ziehen kann, ist PixInsight. Bei Gimp kann man sich das sehr schön ansehen, siehe hier und dafür reicht vermutlich die günstigste Grafikkarte, die OpenCL unterstützt. Man braucht sicher eine GTX 1080 um das Histogramm zu beschleunigen.

Zuletzt die Datenträger. SSDs sind schön schnell und haben auf die gefühlte Performance sicher den größten Einfluss. Aber ich würde vorsihtig sein, es gibt Stacking-Programme mit Einstellungen jedes Zwischenergebnis zu speichern. Mit einer solchen Option kann man sehr schnell, sehr viele Daten auf einer SSD schreiben. Normalerweise sollten aktuelle SSDs das locker aushalten, für den Normalverbraucher sagt man ja, er tauscht die SSD Jahre eher aus, als das sie das Schreiblimit erreichen könnte. Wenn man jetzt aber jeden Monat vier Astrobilder macht und jedes mal alles geschrieben wird, dann werden die Terabyte da purzlen. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob man auf den Datenträger beim Stacking wirklich wartet, so ein Bild sollte eine normale Platte auch schnell genu liefern können. Die SSD spielt ihre Schnelligkeit ja primär dann auf, wenn es zig Dateien an zig unterschiedlichen Stellen schnell geladen werden müssen, zum Beispiel beim System- oder Programmstart.

Meine Empfehlung wäre also
  • Eine CPU mit 4 oder 6 Kernen, i7 (kein k-Modell, außer du bist ein Übertakter) oder Ryzen
  • 16 oder 32 GB RAM
  • Eine Grafikkarte, irgendwas im mittleren Segement GTX 1060 oder so Radeon RX 580
  • Eine SSD fürs System und Programme
  • Eine Festplatte für die Daten
  • Ein NAS + externe Backup-Festplatte
  • Ein guter Monitor für die Bildbearbeitung
Viele Grüße,
Felix
 
#24
Dann zum Thema Grafikkarte/GPU und ein Zitat von weiter oben, dem ich widersprechen würde:
"Es ist zudem davon auszugehen, dass kommende Versionen zunehmend bessere GPU-Unterstützung haben werden."
Das man es machen könnte ist seit bald Jahrzehnten bekannt. Vor etwa einem Jahrzehnt hat man man mit OpenCL auch Ideen und Standards vorgestellt und bis heute ist da quasi nichts passiert.
Ich möchte Dir gar nicht widersprechen, nur konkretisieren, weil es im Kontext vllt. anders bzw. nicht so deutlich rüberkam. Ich meinte damit generell "Software", nicht ausschließlich jene von Adobe.

Unabhängig davon stimme ich Dir zu, was SSD vs HDD angeht. Auch der Grund, warum in meiner Maschine neben 2 SSDs auch noch Magnetfestplatten zu finden sind.

Was RAM angeht: wenn man Stapelverabeitung und RAW-Bearbeitung macht, kann man davon nicht genug haben ;-)

Noch ein Tipp, der hier noch gar nicht behandelt wurde: wer ausreichend RAM hat, kann sich (je nach Anwendung) auch eine ausreichend große RAM-Disk für temp. Dateien / Swapfiles anlegen und dann nach Ende der Berechnungen die fertigen Daten auf SSD/HDD schreiben. Ein stabiles System und eine USV (oder beim NB Netzbetrieb und voll geladener Akku) sollte dann aber schon sein ;-)

Siehe auch Schaubild hier
How to Create a 4GB/s RAM Disk in Mac OS X - TekRevue
unter "Benchmarks".
 
Zuletzt bearbeitet:
#26
Hallo Mathias,

eine RAM Disk braucht’s heut nicht mehr. Die modernen Betriebsysteme (egal ob Windows ab Vista, Linux oder MacOS) nutzen den freien Speicher als Lese Cache für die Festplatte. Der Speicher der nicht Applikationen zugeteilt wird, ist also nicht nutzlos sondern wird immer voll genutzt. Eine RAM Disk würde den Speicher fest belegen und damit die Mechanismen des OS unterlaufen.Von der Sache mit dem Datenverlust bei Stromausfall mal gar nicht zu reden.

Viele Grüße
Michael
 
#27
eine RAM Disk braucht’s heut nicht mehr. Die modernen Betriebsysteme (egal ob Windows ab Vista, Linux oder MacOS) nutzen den freien Speicher als Lese Cache für die Festplatte. Der Speicher der nicht Applikationen zugeteilt wird, ist also nicht nutzlos sondern wird immer voll genutzt.
Kommt darauf an. Für Schreibvorgänge kann das schon etwas bringen. Und RAM-Disks kann man je nach OS auch dynamisch haben ;-)
Das ganze wird aber vllt. etwas zu akademisch... gute SSDs und ordentlich RAM bringen auf jeden Fall etwas :cool:
 
#28
Hallo zusammen,
man kann das Ganze auch ohne große technische Diskussion simpel darstellen:
Wenn die Konfiguration des Rechners (ohne NAS, Monitor) einen Systempreis zw. 3 und 4 kEUR erreicht, bekommt man einen aktuell sauschnellen Rechner für fast alle Aufgaben. ;)
 
#29
Hallo Peter
Klar, man kann auch ein Teleskop mit 5m Brennweite kaufen, perfekt in der Abbildung, ebenes Feld über alle Formate und wundert sich dann, dass der Orionnebel nicht ins Bildfeld passt ;)

Aber ja, ich sehe schon. So wirklich Gedanken hat sich darüber kaum jemand gemacht. Wundert mich eigentlich bei der Perfektion die hier in die Astroausrüstung, zumindest informativ, investiert wird. Warum das so ist, werden wir wohl nie erfahren.

Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
#30
Hallo Hans-Peter,

nein, es ist wirklich so simpel und nicht komplex wie die Auswahl eines Teleskops. So einen PC konfiguriere ich mir in 10 min:
i7 / besser i9, fette Grafikkarte, 64 GB RAM, eine SSD fürs Betriebssystem und Programme, eine für zu bearbeitende Daten und eine klassiche HDD als Datengrab, 700-1000 Watt Netzteil...

Beispielsweise hier findest Du einen Konfigurator:
Günstige Aufrüst-PCs - CSL-Computer-Shop
 
Zuletzt bearbeitet:

Neustes Astronomie Foto

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