neues ED 80/800 Doublet möglicherweise echter APO

#1
Hallo zusammen,

es ist da eine interessante Optik auf den Markt gekommen.

http://www.aokswiss.ch/d/tel/refraktoren/kasai/80-perfetto.html

Schön das man endlich auch mal an den visuellen Beobachter denkt.
Nur der Preis ist schon recht ordentlich, dafür bekommt man schließlich auch schon ein Triplet gleicher Öffnung.
Nun gut dann schauen wir mal ob sich dieses langsame Doublet nicht nur beim Preis sondern auch bei der Farbkorrektur mit einem schnellen Triplet messen kann.
Das Übliche im Bereich 80mm Triplet ist ja ein 80/480, die erreichen je nach verwendeten Gläsern einen Polystrehl von etwa 0,98 bis 0,985 und sind ab 800 Euro zu haben.
In der Beschreibung zum ED80/800 steht das da FPL53 und ein Partnerglas der Ohara S-LAL Familie verwendet werden.
Schade das nicht das genaue Glas angegeben wurde so das man hier spekulieren muss.

Nun gut ich habe mal das Beste aus dieser Familie angenommen.
Es ist das Ohara S-LAL14, mit diesem Glas ergibt sich in Kombination mit dem FPL53 ein wirklich sehr geringes Spektrum der Glaspaarung von weniger als f/16000. :eek:
Das ist wirklich beachtlich und liegt auf einem Level das man auch von CaF2 Optiken kennt.
Zum Vergleich Messwerte handelsüblicher ED80/600 ergeben ein sekundäres Spektrum der Glaspaarung von etwa f/5400.
Hier mal eine kleine Zusammenfassung diverser ausgemessener Doublets.



Nun gut es stellt sich jetzt die große Frage ist tatsächlich das S-LAL14 in diesem ED80/800 verbaut oder doch ein anderes S-LAL Glas das dann im Zusammenspiel mit dem FPL53 eher ein sekundäres Spektrum der Glaspaarung ergibt das auch der alte ED80/600 hat?
Das wissen wir leider nicht genau.
Meine jetzt gemachten Aussagen zum ED80/800 daher immer unter dem Vorbehalt sehen das es rein spekulativ ist das hier das S-LAL14 verbaut wurde.
Verwenden könnte man dieses Glas zumindest bei so einem ED.
Mein Design eines ED80/800 Doublet mit S-LAL14/ S-FPL53 erreicht einen Polystrehl von 0,987 und ist damit bezüglich Farbkorrektur sogar den bekannten 80/480 Triplets leicht überlegen.
So ein langsames ED Doublet das einem schnellen Triplet sogar überlegen ist widerlegt auch sehr schön dien Mär das nur ein Triplet ein richtiger APO sei und straft die Linsenzähler Lügen.
Ich hatte ja schon vor geraumer Zeit diese Mär widerlegt.

Der ED muss halt nur entsprechend langsamer als das Triplet sein und es muss ein hervorragendes Partnerglas Verwendung finden das im Zusammenspiel mit einem guten ED Glas ein sehr geringes sekundäres Spektrum der Glaspaarung aufweist
Hoffen wir mal das bei dem ED80/800 hier nun auch tatsächlich das S-LAL14 drin steckt damit wir endlich auch mal den praktischen Beweis antreten können.
Also dieses ED80/800 Doublet versus 80/480 Triplet mit FPL53 (TS) oder FCD100 (Explore Scientific) oder auch dem OK4 das beim Lomo 80/480 Verwendung findet.
Achtung das Explore Scientific 80/480 Triplet mit dem preisgünstigen FCD1 sollte spürbar unterlegen sein.

Das sollten insbesondere die Linsenzähler zur Kenntnis nehmen.
Allein an der Anzahl der Linsen lässt sich leider keine konkrete Aussage zum Level der Farbkorrektur ableiten. Da sind schon neben der Anzahl der Linsen auch noch ein paar andere Faktoren wichtig.
Wäre also abschließend zu diesem ED80/800 zu sagen das wenn tatsächlich das S-LAL14 verbaut sein sollte dieses Doublet den Vergleich mit 80/480 Triplets in ähnlicher Preislage nicht scheuen braucht und das relativiert dann wieder den für ein 80mm Doublet schon recht stolzen Preis.
Also ich denke es ist trotz des stolzen Preises eine Überlegung für den visuellen Beobachter wert und es freut mich das es nun endlich mal so etwas gibt.

Grüße Gerd
 
#2
Hallo Gerd,

Zitat von Gerd_Duering:
den Vergleich mit 80/480 Triplets in ähnlicher Preislage nicht scheuen braucht
von ähnlicher Preislage kann nicht die Rede sein. Es werden 1276 SFr bzw. 1023 € aufgerufen aus denen dann mit Porto und Einfuhrumsatzsteuer ca. 1270 € werden. TS verlangt für seinen Triplett 799€, d.h. wir sind bei Faktor 1,5. Von Richfield kann man sich bei 800mm Brennweite verabschieden, die wirkliche Stärke kleiner Refraktoren. So sehr ich Herrn Kohler und seine Ayos schätze - ich besitze selbst zwei davon - seine Aussage 200x oder gar 300x Vergrößerung ist schon arg, da geht dem Röhrchen einfach das Licht aus.

Gruß Uwe
 
#3
Hallo Uwe,

von ähnlicher Preislage kann nicht die Rede sein. Es werden 1276 SFr bzw. 1023 € aufgerufen aus denen dann mit Porto und Einfuhrumsatzsteuer ca. 1270 € werden. TS verlangt für seinen Triplett 799€, d.h. wir sind bei Faktor 1,5.
na ja man muss schon das Gesamtpaket sehen und die Mechanik und auch das edle Finnisch mit in die Rechnung einbeziehen.
Beim Kasai Doublet ist ein Koffer mit dabei.
Der OAZ ist hier hochwertiger, er ist 360° drehbar und er hat eine bessere Klemmung.

Und der TS ist halt ein besonders preisgünstiges Angebot.
Vergleiche den Kasai mal mit dem 80mm ES mit dem FCD100, der kostet 998€ und macht bei weitem nicht so einen edlen Eindruck wie der Kasai
https://www.explorescientific.de/Explore-Scientific-ED-APO-80mm-f-6-FCD-100-Alu-HEX.html
Und wie gesagt ich sprach von ähnlicher und nicht von gleicher Preislage.
Das im Luxusbereich die Preise schnell nach oben gehen ist auch klar, da kann man nicht so feilschen wie im billig Segment.

Von Richfield kann man sich bei 800mm Brennweite verabschieden, die wirkliche Stärke kleiner Refraktoren. So sehr ich Herrn Kohler und seine Ayos schätze - ich besitze selbst zwei davon - seine Aussage 200x oder gar 300x Vergrößerung ist schon arg, da geht dem Röhrchen einfach das Licht aus.
Von Richfield war ja auch nie die Rede, wer das will der braucht auch nicht unbedingt einen echten APO da bei den hier verwendeten Vergrößerungen sogar ein FH eine brauchbare Abbildung liefert. Spätestens ein billig ED80 ist für Richfield in jedem Fall mehr als ausreichend.
Ein APO ist für höhere Vergrößerungen und damit auch zwangsläufig kleinere Felder Prädestiniert.
Was die Aussagen zur Vergrößerung anbelangt so sind diese natürlich übertrieben und eher als Beschreibung der optischen Qualität zu werten und weniger als Empfehlung für die Beobachtung.
Beim Sterntest geht man schon gern mal deutlich in die Übervergrößerung um mögliche Fehler besser zu erkennen.
Bei kleiner Vergrößerung sieht auch eine Optik mäßiger Qualität gut im Sterntest aus.
Erst bei Übervergrößerung trennt sich im Sterntest die Spreu vom Weizen.

Möglicherweise ist da aber auch die zugegebenermaßen recht vollmundige Werbung von Kasai nicht ganz unschuldig an den etwas hoch gegriffenen Vergrößerungsangaben von Herrn Kohler.
http://www.kasai-trading.jp/perfetto80ed.html
Aber unabhängig davon ist der Kasai in jedem Fall ein Sahnestück für den visuellen Beobachter.
Das kann man denke ich ohne zu übereiben schon sagen.

Grüße Gerd
 
#4
Wir sprechen hier ja von "nur" 80 mm, bringt denn da f/10 noch so einen großen Vorteil gegenüber sagen wir mal f/8?

Natürlich macht für den visuellen Einsatz ein Doublet mit entspannterem Öffnungsverhältnis verglichen mit dem besagten f/6 Triplet Sinn und generell ist es immer gut, wenn Hersteller auch eine Nische füllen. Aber sind doch merklich größere Objektive mit f/7-f/8 bereits als farbrein zu bezeichnen und außer dem Charme sehe ich kaum Vorteile. Und genau hier finde ich es schade, dass man einen schwarzen Tubus gewählt hat - passt vielleicht zur Firma, aber büßt Charme ein (ist natürlich nur eine persönliche Wahrnehmung).

Es mag sein, dass es von der Mechanik den unmittelbaren Konkurrenten gegenüber einen Vorteil hat. Aber sollte jemand ein leichtes, kompaktes Teleskop suchen (da sind 80 mm ja der Klassiker), dann spricht auch wieder was gegen f/10.
 
#5
Hallo Roman,

Wir sprechen hier ja von "nur" 80 mm, bringt denn da f/10 noch so einen großen Vorteil gegenüber sagen wir mal f/8?
klar ist ein 80mm f/8 mit so einer guten Glaspaarung auch schon recht farbrein aber an die genannten Triplets reicht er dann halt nicht mehr ganz ran.
Mit dem Argument das auch dieses Level schon reicht könnte man dann aber genauso den Sinn der genannten Triplets hinterfragen.
Zumindest für den visuellen Beobachter.
Ich denke es geht hier wie da um das allerletzte Quäntchen und Perfektionisten geben sich mit weniger eben nicht zufrieden.
Und klar ist da auch der Ehrgeiz mit einem Doublet das Level eines Triplet zu erreichen und dabei die Vorteile eines Doubles zu genießen, das hat schon seinen Reitz denn sowas ist eben nicht alltäglich.
Durchschnittliches haben viele, mit dem Kasai bekommt man etwas Besonderes.
Ein Doublet kühlt schneller aus und das Objektiv wiegt weniger.
Dieser Vorteil wird noch stärker je langsamer das Öffnungsverhältnis ist.
Denn dann werden die Krümmungsradien der Linsen größer und die Linsen können dünner werden.
Dünne Linsen sind nicht nur leichter sondern kühlen eben auch schneller aus.

Und ich könnte genauso auch anders rum sagen wenn ich schon f/8 habe dann sind die Nachteile die sich demgegenüber aus der etwas längeren Bauweise mit f/10 ergeben jetzt auch nicht so dramatisch.
Wir reden hier ja gerade mal von 16cm Unterschied in der Baulänge.

Ein preiswerter "Kurzer" könnte der TS hier sein.

https://www.teleskop-express.de/sho...f-7-FPL53-Duplet-Apo---Zahnstangenauszug.html

Der hat f/7 und es soll auch ein Lanthan-Element verbaut sein.
Ob es nun das S-LAL14 ist weiß ich natürlich nicht.
Ich kann nur sagen das ein 80 f/7 die Schmerzgrenze wäre bei der ich die Paarung S-LAL14/S-FPL53 verwenden würde.
Also schneller geht dann nicht mehr da hier dann die SA höherer Ordnung unangenehm zunimmt.
So ein ED80/560 mit der Paarung S-LAL14/S-FPL53 käme auf Polystrehl 0,956.
Das ist auch schon recht ordentlich. Aber so ein Design ist eben angespannter und schwieriger in guter Qualität zu fertigen.
Ich wäre sehr daran interessiert das mal jemand Messungen an den genannten Optiken durchführt so das wir mal genau wüssten welches sekundäre Spektrum der Glaspaarung wir denn nun tatsächlich haben.
Vielleicht liest Tommy ja mit der war ja auch schon bei einem Bresser so nett für Aufklärung zu sorgen.

Was natürlich nicht in Ordnung ist das ist die Werbung das hier das Level eines Triplet erreicht wird.
Man kann es natürlich auch so auslegen das es passt, ein 150 f/6 Triplet ist nicht farbreiner aber das wäre jetzt spitzfindig denn ein 80 f/7 ist es natürlich schon. Und daran denkt man ja auch wenn man die Werbung so liest wie sie dasteht.
Eventuell bessert man da ja mal nach.
Am ehrlichsten wäre es die verwendete Glaspaarung zu nennen oder wenigstens das sekundäre Spektrum dieser Glaspaarung. Und vielleicht doch mal den Polystrehl
Wobei man zumindest das sekundäre Spektrum der Glaspaarung ja auch ausmessen kann, ich hoffe da auf Tommy.


Und genau hier finde ich es schade, dass man einen schwarzen Tubus gewählt hat - passt vielleicht zur Firma, aber büßt Charme ein (ist natürlich nur eine persönliche Wahrnehmung)
Da stimme ich dir zu 100% zu.
Für mich hat ein Teleskop gefälligst Weiß zu sein, so gehört sich das.

Grüße Gerd
 
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#7
Zitat von Gerd_Duering:
Ich kann nur sagen das ein 80 f/7 die Schmerzgrenze wäre bei der ich die Paarung S-LAL14/S-FPL53 verwenden würde.
Also schneller geht dann nicht mehr da hier dann die SA höherer Ordnung unangenehm zunimmt.
Hallo Gerd, ich will nur ungern Äpfel mit Birnen vergleichen und habe zudem keine Ahnung von der Berechnung des Machbaren bei der Paarung von Glassorte X und Y.
Mal unabhängig von Preis, Partnerglas, Qualität usw, beziehungsweise unter gleichen Voraussetzungen: Es gibt ja 2-Linser mit "guter" Farbkorrektur, so berechnet, dass in der Praxis keine Farbe zu sehen ist bzw man schon genau hinschauen muss. Diese Teleskope haben allesamt den Vorteil, leichter und preiswerter zu sein als Triplets gleicher Öffnung und kühlen schneller aus.

Nun schaue ich auf den Markt und sehe da 2-Linser wie 140 f/7, 120 f/7,5 (der 140er sollte dir ja bekannt vorkommen). Ja, diese Teleskope sind keine "Super-Apos" (wenn auch eine Steigerung von "apochromatisch" irgendwie lächerlich wirkt), sie sind sehr schön gelöste Kompromisse für den Beobachter. Ausgehend davon, dass bei kleiner werdenden Öffnung und gleichbleibenden Öffnungsverhältnis eine immer bessere Farbkorrektur möglich ist, komme ich zu dem Schluss, dass ein kleiner 80 mm mit F/7 bereits deutlich besser korrigiert sein sollte als die beiden o.g. Teleskope. Für mich als kleiner Hobby-Astronom klingt somit deine obige Aussage bezüglich f/7, auch wenn sie sich explizit auf eine bestimmte Glaspaarung bezieht, so, als ob entweder ein 140 mm Doublet eine absolute Gurke sein muss. Oder als ob ein 80 mm f/10 hauptsächlich dafür eingesetzt würde, sich Vega bei 500-fach anzusehen. Die Wahrheit liegt sicher dazwischen, aber erschließen will sich mir nicht ganz, wie es möglich ist, 140 f/7 als "erträglich" zu konstruieren, aber gleichzeitig f/10 für einen 80 mm mit FPL53 nötig ist. Es liegen schließlich Welten zwischen diesen Öffnungen und logischer würde mir 140 f/10 und 80 f/7 erscheinen ;)

 
#8
Hallo Roman,

Nun schaue ich auf den Markt und sehe da 2-Linser wie 140 f/7, 120 f/7,5 (der 140er sollte dir ja bekannt vorkommen). Ja, diese Teleskope sind keine "Super-Apos" (wenn auch eine Steigerung von "apochromatisch" irgendwie lächerlich wirkt), sie sind sehr schön gelöste Kompromisse für den Beobachter.
ja eben es sind Kompromisse, ob solche Kompromisse nun schön sind ist schlicht eine Ansichtssache.
Auch die f/7 des 140mm stellen die Grenze dar die mit der dort verwendeten Glaspaarung sinnvoll ist.
Das bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Farbkorrektur!!!
Genauso wenig wie sich die Grenze des Sinnvollen bei 80 f/7 mit S-LAL14/S-FPL53 auf die Farbkorrektur bezieht.
Da hast du mich nicht richtig verstanden beziehungsweise du hast offenbar nach den von dir zitierten Sätzen aufgehört zu lesen denn ich hatte ausdrücklich geschrieben wo das Problem dann liegt.

Zitat von Gerd_Duering:
So ein ED80/560 mit der Paarung S-LAL14/S-FPL53 käme auf Polystrehl 0,956.
Das ist auch schon recht ordentlich. Aber so ein Design ist eben angespannter und schwieriger in guter Qualität zu fertigen.
Die Farbkorrektur ist auch mit f/7sehr gut wie du an Polystrehl 0,956 sehen kannst!!!!
Das sekundäre Spektrum der Glaspaarung ist 3 mal kleiner als das was man bei den bisherigen ED80 f/7,5 gemessen hat so das unter Berücksichtigung des etwas schnelleren Öffnungsverhältnisses des f/7 dessen Farblängsfehler um Faktor 2,77 kleiner ist.
Aber es ergeben sich andere Probleme die ein schnelleres Öffnungsverhältnis als f/7 verhindern .
Die Farbkorrektur ist eben nicht der einzige Punkt der eine Rolle spielt.
Es ist schon schade das man hier derart auf diesen einen Punkt fixiert ist das keiner andere Dinge obwohl sie explizit genannt wurden in seine Betrachtung mit einschließt.

Leider ist so ziemlich alles was heutzutage neu auf dem Markt kommt bezüglich Öffnungsverhältnis an der Schmerzgrenze des machbaren.
Wohl gemerkt es ist meist nicht die Farbkorrektur sondern die SA höherer Ordnung und das angespannte und damit immer zickiger werdende Design das diese Schmerzgrenze definiert.
Ich bin es ehrlichgesagt leid dass Design bezüglich Öffnungsverhältnis immer bis auf die allerletzte Rille ausreizen zu müssen weil es Leuten wie dir nicht schnell genug sein kann.
Da ist es geradezu ein Wohltat wenn doch mal jemand Vernunft walten lässt und einen 80mm auch mal mit f/10 auslegt.

Die entspannten f/10 bedeuten hier ja gerade mal 24cm mehr Baulänge als bei den f/7 an der Schmerzgrenze und es stellt sich die Frage ob man immer verbissen bis an die Schmerzgrenze gehen muss oder ob man es auch einmal im wahrsten Sinne des Wortes etwas entspannter angehen kann. Zumindest da wo keine Not besteht nun unbedingt das allerschnellste Öffnungsverhältnis haben zu müssen.
Der Planetenbeobachter benötigt eh höhere Vergrößerungen und da kommen ihm die f/10 sogar entgegen. Der muss nicht auf Krampf das schnellste haben das irgendwie geht und mit 800mm Brennweite ist der 80 f/10 immer noch kürzer als zb. der 140 f/7. Das ist eine locker vernünftig handhabbare Baulänge und es besteht keine Not da krampfhaft noch ein paar mm abknapsen zu müssen.
Die Grenze des handhabbaren ist so um die 1200mm und darum müssen größerer Öffnungen schneller als f/10 werden um nicht zu unhandlich zu werden aber bei 80mmm lassen sich f/10 ganz locker handhaben und es besteht absolut kein vernünftiger Grund der dageghenspricht auch mal etwas in 80 f/10 zu machen.

Grüße Gerd
 
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#10
Hallo Gerd,

der FOA-60 schlägt ja auch in die Kerbe "langsam aber überragend". Weißt Du wieso man erst jetzt darauf kommt, größere Linsenabstände mit in die Optimierung der Doublets einzubeziehen?

Hast Du da vielleicht mal rumgerechnet?

Gruß
Thomas

 
#11
Hallo Thomas,

der FOA-60 schlägt ja auch in die Kerbe "langsam aber überragend".
ja Hersteller die Optiken auf allerhöchstem Niveau anbieten haben auch weiterhin etwas Langsames im Programm. Auch wenn sie natürlich auch auf Kundenwünsche nach schnellen Optiken eingehen.
Und es ist sehr erfreulich das da durchaus auch noch etwas Neues mit langsamen Öffnungsverhältnis auf den Markt kommt.
Neben dem kleinen FOA-60 ist ja auch der FC-100DL eine Neuentwicklung mit erfreulich langsamem Öffnungsverhältnis.

Weißt Du wieso man erst jetzt darauf kommt, größere Linsenabstände mit in die Optimierung der Doublets einzubeziehen?
Größere Luftspalte machen es schwieriger eine gute Zentrierung zu erreichen und vor allem zu halten.
Sie sind daher mechanisch anspruchsvoller und somit teurer.

Grüße Gerd
 
#12
hallo Gerd,

ich finde es gut, dass auch mal ein so unerwartetes Design angeboten wird - wenn ich auch den Interessentenkreis für sehr überschaubar erachte.
Den langen Long Perng könnte ich schon ordern, Kasai bekommt sogar diese Woche Besuch.
Aber vielleicht ist es einfacher, wir fragen einfach mal nach einem Spot Diagramm und der Glaspaarung.

lg Tommy

 
#13
Hallo Tommy,

ja klar der Kundenkreis wird natürlich schon allein wegen des Preises deutlich überschaubarer sein als beim seit langem bekannten Klassiker in dieser Öffnungsklasse.
Dennoch halte ich das Angebot für den ein oder Anderen schon interessant.
Es wäre eben schön wenn einem dann zur Entscheidungsfindung auch ein paar konkretere Anhaltspunkte geliefert werden.
Daher finde ich eine Messung schon recht sinnvoll.
Ich denke das würde die Entscheidung ob man den deutlichen Mehrpreis gegenüber des altbekanntem ED80/600 nun bereit ist zu zahlen oder nicht deutlich erleichtern wenn man auch genau weiß was man dann für sein Geld bekommt.


Aber vielleicht ist es einfacher, wir fragen einfach mal nach einem Spot Diagramm und der Glaspaarung.
Jan klar wenn Kasai hier etwas handfestere Angaben machen würde wäre das natürlich sehr gut.
Wobei ich denke eine Messung kann trotzdem nicht schaden.

Grüße Gerd
 
#14
Hallo Gerd,

das ist ein schöner 80mmm Refraktor und mit f10 erinnert er mich an den alten Zeiss AS 80/800. Wenn er denn so gut ist wie er sich in der Werbung anhört, ist das sicher ein Apo der Oberklasse.
Mit 1200€ ist er im Vergleich zu einem 76mm Takhashi sogar günstig.
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass z.B. ein Skywatcher Pro 100/900 mit FLP53 für 900€ zu haben ist. Wer ein kleines, aber feines Fernrohr sucht kann den 80mm Kasai in Betracht ziehen, wer aber möglichst viel Leistung für sein Geld sucht, wird einige ED Vierzöller in dieser Preislage finden die garantiert mehr zeigen.

Viele Grüße
Jürgen
 
#15
Hallo Jürgen,

ja er hat halt seinen Preis das ist schon richtig.
Wenn er aber tatsächlich hält was man verspricht ist es schon etwas sehr feines und für visuelle Beobachter die Wert auf höchstes Niveau legen eine Überlegung wert.
Aber er muss natürlich dann auch halten was man verspricht weshalb es mir da ganz recht wäre wenn da auch mal nachgemessen wird.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass z.B. ein Skywatcher Pro 100/900 mit FLP53 für 900€ zu haben ist. Wer ein kleines, aber feines Fernrohr sucht kann den 80mm Kasai in Betracht ziehen, wer aber möglichst viel Leistung für sein Geld sucht, wird einige ED Vierzöller in dieser Preislage finden die garantiert mehr zeigen.
Ja stimmt der 100/900 wird aufgrund seines Öffnungsvorteils dann doch etwas mehr zeigen aber er ist auch deutlich größer und schwerer und rein von der Kontrastübertragung bei den am Planeten relevanten niedrigen bis mittleren Ortsfrequenzen wäre der Unterschied aufgrund der deutlich besseren Farbkorrektur des 80mm aber gar nicht so groß falls im 80mm tatsächlich das LAL14 steckt.

Grüße Gerd
 
#16
Hallo Gerd,

ich denke Du hast recht, solche Apos wie der Kaisai 80mm verdienen mehr als nur einen reinen Preis-Leistungsvergleich.

Eine sehr gute Optik, eine hoffentlich gute Fassung, ein guter Auszug, saubere Blenden und gute Innenschwärzung im Innern und das alles hochwertig verarbeitet, erfeuen den Besitzer auch mehr und länger als ein möglichst günstig gefertigter Massenrefraktor aus China.
Und wie in allen Bereichen des Lebens kostet so eine Verarbeitung eben auch erheblich mehr.
Schön, dass der Markt mittlerweile für jeden Anspruch und Geldbeutel etwas bietet.

Viele Grüße
Jürgen
 
#17
Hallo Jürgen,

auch wenn der Kasai 80/800 hochwertig zu sein scheint,
kommt er von einem der größten OEM Produzenten,
Long Perng aus Taipei.
Alle anderen Hersteller von Linsenfernrohren fahren sicher nicht solche Stückzahlen. Auch in China nicht.

Gruß Eric
 
#18
Hallo Eric,

Danke für den Hinweis!

Ich dachte Kasai wäre Made in Japan. Meine früheren Okulare von Kasai waren zumindest aus Japan, aber offenbar hat sich das geändert.

CS
Jürgen
 
#20
Hallo zusammen,

nach dem was ich jetzt weiß halte ich es für sehr wahrscheinlich das man man beim fraglichen ED80/800 tatsächlich das LAL 14 als Partnerglas verwendet.
Daher will ich noch mal die erstklassige Farbkorrektur so eines Doublets anhand der Strehlkurve meines Designs verdeutlichen.
Ich habe es etwas verändert so das es im Violetten besser abschneidet aber dafür im Roten etwas schlechter.
Der Fokus ist polychromatisch und liegt auf den Wellenlängen 466 und 564nm.
Man erkennt die Fokuslage auch sehr gut an den beiden Maxima der Strehlkurve.
Im Vergleich dazu ein erstklassiges 80 f/6 FPL53 Triplet.
Bei dem Triplet dominiert der Gaußfehler, das liegt an dessen schnellen Öffnungsverhältnis.
Bei dem Doublet ist es der Farblängsfehler, der Gaußfehler ist wegen der f/10 erstklassig korrigiert.
Das f/10 Doublet hat bei Fokus auf 430nm immer noch stolze Strehl 0,98.

Man vergleiche die Strehlkurve bitte mal mit diversen Triplets, dann erkennt man die erstklassige Farbkorrektur des 80f/10 Doublets.
Hier findet man zb. ein paar. Strehlkurven.

http://www.agemaoptics.com/blog/

Das 80 f/10 LAL14/FPL53 Doublet muss sich bezüglich Farbkorrektur zb. vor einem Zeiss APQ130 f/8 oder einem Takahashi 120 f/7,5 nicht verstecken.
Ein TEC 140 f/7 ist in der Farbkorrektur bereits unterlegen.

Grüße Gerd


 

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#21
Hallo Gerd,


darf ich fragen wieso Du die Verwendung von LAL14 für wahrscheinlich hältst? Eigentlich würde ja schon ein Kombination mit einem nicht so idealen Partnerglas bei diesem Öffnungsverhältnis gute Ergebnisse bringen.


Viele Grüße Felix
 
#22
Hallo Felix,

darf ich fragen wieso Du die Verwendung von LAL14 für wahrscheinlich hältst? Eigentlich würde ja schon ein Kombination mit einem nicht so idealen Partnerglas bei diesem Öffnungsverhältnis gute Ergebnisse bringen.
ich denke wenn man sich schon für ein Lanthanglas aus der Ohara S-LAL Familie entschieden hat dann sicherlich auch für das das am geeignetsten ist.
Es müsste schon einen plausiblen Grund geben wenn man sich dann bewusst für ein schlechter zum FPL53 passendes Glas entscheiden soll.
Ich sehe da keinen, die Lanthan Gläser kosten alle mehr als Standartgläser und wenn man schon den Mehrpreis zahlt dann sicherlich nicht für ein Glas mit dem man lediglich das Level eines einfachen Standartglases erreichen würde.
Dann könnte man sich das Geld für das Lanthanglas ja auch gleich sparen und das billige Standartglas verwenden.

Und was nun ein gutes Ergebnis ist das ist eben auch eine Frage der persönlichen Sicht
Mit dem Argument das ein geringeres Level der Farbkorrektur schon reicht könnte ich auch sagen warum verwendet man denn überhaupt ein ED Glas wenn es ein einfacher langsamer FH auch schon tut.
Aber einigen reicht die Farbkorrektur eines FH nun mal nicht und darum verwendet man heutzutage ED Gläser.
Und auch die Farbkorrektur eines einfachen EDs mit einfachem Partnerglas reicht ganz offensichtlich einigen nicht denn sie kaufen einen Triplet der eine bessere Farbkorrektur aufweist als der einfache ED.
Nun gibt man die Antwort auf diesen hohen Anspruch und bringt einen hochwertigen ED mit hervorragender Glaskombination der in der Lage ist mit handelsüblichen Triplets gleichzuziehen und nun kommst das Argument das ein geringeres Level der Farbkorrektur ja auch schon ausreichen würde.
Wem dieses Level der Farbkorrektur zu hoch ist dem steht es selbstverständlich frei einen einfachen ED zu kaufen der deutlich unterhalb des hier gezeigten Levels liegt.
Selbstverständlich kann man mit den üblichen ED80/600 mit bekanntem Level der Farbkorrektur auch seinen Spaß haben und viele werden damit schlicht zufrieden sein, warum auch nicht.
Es soll sogar Leute geben die sind mit ihrem FH ganz zufrieden.
Es gibt aber auch Leute die wollen nun mal einen echten APO der auch wirklich auf dem Level eines Triplets liegt und nicht einen ED wo bloß APO draufsteht.
Ob das nun unbedingt sein muss muss jeder selber wissen.
Ich finde es auf jeden Fall sehr gut das nun dieses Angebot besteht.

Grüße Gerd
 
#23
Hallo Gerd,


das was Du schreibst ist zwar nachvollziehbar ich würde das aber nicht vorschnell als Fakt darstellen. Genauso könnte man argumentieren daß wenn LAL 14 Verwendung fände das natürlich auch beworben würde.

Darauf daß ein langsamer FH es auch getan hätte wollte ich nicht hinaus und würde dem auch widersprechen und das es Leute gibt die auf einen geringen Restfarbfehler Wert legen musst Du ausgerechnet mir nun wirklich nicht erklären. Ich hatte gedacht es gäbe mittlerweile eine konkrete Info zum Partnerglas das Verwendung findet.

Versteh mich nicht falsch: ich fände es sehr erfreulich wenn die Möglichkeiten die ED Gläser bieten auch in bezahlbaren Teleskopen mal konsequent ausgereizt würden das sehe ich wie Du. Wäre halt nett seitens der Anbieter da konkrete Aussagen zu liefern und nicht nur Andeutungen.


Viele Grüße Felix
 

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