Neues Minolta Fernglas für 100 Euro

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Frank_Schäfer

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Amandus hat mich kürzlich bei seiner Suche nach einem Fernglas auf ein neues Modell von Minolta aufmerksam gemacht. Die technischen Daten und der Preis waren so interessant, daß ich mir das Gläsle gleich mal bestellt habe. Hier erstmal die Spezifikationen:

Minolta Classic Sport 8x42 WP

Sehfeld 143m/1000m bzw. 8,2 Grad
wasserdichtes Gehäuse mit Stickstofffüllung
MC Vergütung
Prismen aus BaK-4
Weitwinkelokulare
großer AP Abstand für Brillenträger
ein- und ausdrehbare Augenmuscheln
rastender Dioptrienausgleich.

Und das ganze gibt es für gerademal 99,- Euro! Die ersten Beobachtungen mit dem Classic Sport waren (gemessen am Preis) durchaus beeindruckend. Hier in aller Kürze die Vor- und Nachteile:

+ logischerweise der Preis
+ wetterfeste Konstruktion
+ Brillenträgerokulare
+ helles, farbneutrales und kontrastreiches Bild
+ sehr gute Schärfe auf der Achse

- Schärfe im zentralen Teil des Sehfelds könnte besser sein
- Randschärfe (besser -unschärfe) ist für meine Vorstellung gerade noch akzeptabel

Schaut man sich den Preis an und das, was man dafür geboten bekommt, dann ist das 8x42 WP durchaus eine Empfehlung wert. Ich würde es in aller Regel diversen preiswerten Angeboten (meist chinesischer Herkunft) vorziehen. Wer sich für das Fernglas interessiert, der kann sich auf meiner Homepage einen Erfahrungsbericht anschauen. Unter der Rubrik Astronomie habe ich den Artikel "Auf der Suche nach einem guten 8x40 Fernglas" um das neue Minolta Glas erweitert.

Infos zu den Classic Sport Ferngläsern gibt es bei Minolta Binoculars.

Frank.
 
Hallo Frank,

ist dieses Fernglas besser als ein 10 X 50er Fernglas, bzw. worin besteht der Unterschied zu einem solchen Fernglas?? (Bin Astronomieeinsteiger)
 
> ist dieses Fernglas besser als ein 10 X 50er Fernglas

Hallo Mormo,

"besser" oder "schlechter" sollte man schon auf eine bestimmte Eigenschaft beziehen. Wenn ich mal vergleichbare optische Ausstattung (Vergütung, Transmission, Kontrast u.s.w.) ansetze (also z.B. ein 8x40 und ein 10x50 vom selben Hersteller aus derselben Serie vergleiche), so ist ein 10x50 leistungsfähiger wie ein 8x40. Die höhere Vergrößerung in Kombination mit der größeren Öffnung zeigt mehr Sterne (die Reichweite ist höher), ich sehe mehr Details und diverse Deep-Sky Objekte lassen sich besser ausmachen und beobachten. Das gilt aber nur solange, wie ich mit einem 10x50 freihändig ohne großartiges Zittern der Hände beobachten kann. Ein 8x42 läßt sich deutlich ruhiger halten (was die Wahrnehmung von Details fördert) und macht so etwas vom optischen Vorsprung des 10x50 wett. Auch wenn das 10x50 von der optischen Leistung "besser" ist, so ist ein 8x42 von der Handhabung etwas "besser".

Was nun für Dich persönlich das Optimum wäre, das kannst Du nur allein herausfinden. Ich habe schon meine Probleme, ein 10x50 für längere Zeit (einige Minuten) so ruhig zu halten, daß ich auch richtig was vom optischen Leistungsvermögen des Glases nutzen kann. Beim 8x42 klappt das schon etwas besser. Das Problem ist, daß die Hände bei freihändiger Beobachtung immer leicht zittern und das umso mehr, je länger ich beobachte. Das feine Zittern wird dann im Fernglas beispielsweise 10-fach vergrößert und irgendwann ist Schluß mit lustig. Das ist aber individuell sehr verschieden. Einer kann problemlos ein 12-faches Fernglas halten, der nächste hat schon bei 8-fach Schwierigkeiten und dann soll es Leute geben, die gar 15- oder 20-fach freihändig nutzen (wollen?).

Du siehst, so einfach läßt sich die Frage nicht beantworten. Neben der optischen Leistung und dem Handling spielen noch mehr Faktoren eine Rolle (z.B. die Sichtbedingungen am Beobachtungsort, der Einsatzbereich des Fernglases, das Einblickverhalten mit oder ohne Brille, Anforderungen an die Mechanik, wie gut soll die Randschärfe sein, ...). Du kannst ja noch ein wenig im Forum stöbern, Tipps und Hinweise findest Du zur genüge. Bei Fragen, melde Dich einfach wieder. Es gibt genug kompetente Leute hier im Forum, die Dir sicher weiterhelfen.

Frank.
 
Hallo Frank !
Bin gespannt, wie das Urteil es Meisters ausfällt !
Schick´mir bitte eine kurze Notiz, ich bin auf der Suche nache einem Geschenk für meinen Neffen, den ich zur Astronomie bringen will. Der ist erst 13 und mein gliebter 10x50 Dekarem ist mir zu schade, aber ein gutes Glas sollte es trotzdem sein - und das Minolta wie beschrieben scheint ideale Daten zu haben.
Übrigens, Deine TV 76 Rezension wäre auch interessant ;-))

Grüsse
Hans
 
Hallo Frank !

Hab´grad´auf Deine Homepage geschaut - alles da !
Sorry !

Grüsse
Hans
P.S.
Wie gut ist den der TV76 wirklich ? Du hattest ja schon einige APO´s....
 
> ich bin auf der Suche nache einem Geschenk für meinen Neffen, den ich zur Astronomie bringen will.

Hallo Hans,

wenn Du 99 Euro für dein Neffchen ausgeben willst, dann ist das Minolta Glas wohl gerade richtig. Die Randschärfe dürfte für ihn noch nicht so wichtig sein und in der Bildmitte ist das Glas wirklich klasse. Und für den Preis kannst Du echt nicht viel falsch machen. Wenn er damit mal im Regen spazieren geht, dann ist die wetterfeste Konstruktion von Vorteil. Ich denke, das Glas kann einiges ab, auch wenn auf der Okularseite Plastik im Spiel ist. Und wenn er zu rabiat damit umgeht, dann hast Du halt 99 Euro in den Wind geschossen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Zum Tele Vue 76 kann ich nur sagen, echt g....! Optik und Mechanik sind vom allerfeinsten und das Gefühl, wenn man das Teil aufbaut, ist unbeschreiblich. Wie sagt man in den USA so schön: a piece of art (oder so ähnlich). Und genau das trifft's. Das schöne an der Optik ist, Du kannst Weitfeld Deep-Sky genauso gut betreiben wie hochvergrößernde Mond- und Planetenbeobachtung. Momentan nutze ich ein Radian 4 und ein Tak LE 3,6. Das langt für's erste, mit 0,6mm AP ist das Bild noch hell genug und Farbfehler sind absolut kein Thema. Da die Planetensaison für Jupi und Saturn eh vorbei ist, habe ich genug Zeit zum überlegen, ob ein Nagler 3-6mm Zoom eine sinnvolle Ergänzung wäre. Aber das hat Zeit bis Ende des Jahres.

Frank.
 
Re: 40er besser als 50er Fernglas?

Hallo,

natürlich ist es, wie immer, nicht ganz so einfach: vom gesammelten Licht her geht die Öffnung im Quadrat ein:
(Objektivfläche = konstante x durchmesser^2, das nach dem Durchmesser soll "hoch zwei" heißen), also hat ein
50er den Faktor 50x50 oder 2500 und ein 40er nur 40x40 also 1600 was die Lichtstärke angeht. Aber es kommt
auch noch darauf an, auf welche Fläche das gesammelte Licht verteilt wird: nämlich die Austrittspupille! Die ist
gleich Öffnung (also Durchmesser) geteilt durch Vergrößerung. Die maximal nutzbare Pupille für viele Menschen
wird als 7mm angenommen, man kann es selbst testen, wenn man eine zweite Person unter möglichst schummriger
Beleuchtung mit dem Meterstab messen läßt oder selbst Spiralbohrer mit steigender Größe (quer, mit dem Schaft!)
vor die Pupille hält und schaut, ob man noch (im Dunkeln und an beiden Seiten) dran vorbei sieht, oder ob man damit
die Öffnung des Auges (Pupille) ganz versperrt.
Hat man so festgestellt, was die maximale Pupille des eigenen Auges ist, kann man die maximale Pupille des Fernglases
entsprechend auswählen und hat dann zum Beispiel bei max. Pupille 7 die Auswahl zwischen den Gläsern
7x49 (Praxis 7x50), 8x56, 9x63, 10x70 und 11x77 (Praxis 11x 80) - das sind die hellsten Gläser für die jeweilige
Vergrößerung und das Auge, das 7mm noch schafft. Natürlich hält sich 7x50 ruhiger als 11x80 und auch vom Gewicht her
und Größe ist 11x80 (über 2kg) schon total unhandlich. Noch größere sind noch viel schwerer, also hört da die Auswahl für freihändig
auf und alles noch größere sind "stationäre" Gläser.
Mit der maximalen Pupille siehst Du am dunklen Himmel (am besten Alpenhimmel 6,5m, haben wir hier in der Rheineben
eigentlich nie - das Maximum ist hier so 5,5m - Entschuldige: m = Magnitudo oder Größenklasse der Sterne, der kleine
Wagen ist ein praktisches Maß: die Ecksterne des Kastens haben 2, 3 , 4 und 5m) die meisten Sterne und auch alle schwachen
Objekte wie Nebel, Sternhaufen etc am hellsten. Bei den Sternen kommt noch die Tücke dazu, daß die nicht auf die
Pupille reagieren, sondern nur auf die Öffnung - weil sie punktförmig sind. Sind sie im Fernglas nicht punktförmig,
dann werden sie natürlich dunkler, das ist der Vorteil der guten Ferngläser, wo sie punktförmig sind.
ABer was Du im Endeffekt wirklich siehst, sind nicht nur die Sterne und Nebel, sondern auch den (leider ebenfalls
in der Praxis nicht schwarzen) Himmel als Hintergrund (wenn Du nur 3 der Kastensterne des kleinen Wagens siehst,
hast Du einen 4 oder 4,5er Himmel).
Und dadurch kannst Du nur die Objekte vom Hintergrund unterscheiden, die heller sind. Ein heller Himmel löscht Dir so
so einfach alles was dunkler ist als er selbst. Man kann aber durch steigern der Vergrößerung den Himmel dunkler
machen und sieht dann Sterne nicht im gleichen Maß dunkler werden (weil die ja punktförmig sind, leider klappt das bei den
Nebeln nicht, weil da ja wie beim Himmel die ganze Fläche leuchtet). Hier liegt der Vorteil von Ferngläsern mit
mehr Vergrößerung und kleinerer Pupille als das Maximum. In Wirklichkeit ist alles noch komplizierter, da die
Sterne in der Optik keine Punkte, sondern Beugungsscheibchen sind - aber das lassen wir mal weg. Wir können nur
noch zusätzlich feststellen, daß das Auge ja gar nicht überall gleich empfindlich ist, sondern neben der schärfsten
Stelle in der Mitte (gelber Fleck), wo keine Farbsehzellen sind, sondern nur schwarzweiß, etwas empfindlicher -
deshalb darf man im Dunkeln nichts "anstarren" sondern muß indirekt gucken. Da hilft ein Weitwinkelglas mit 60
Grd Gesichtsfeld oder mehr (sieht auch viel ästhetischer aus und nicht wie ein Blick in den Tunnel), leider gibt es
mit Pupille 7 und mehr als 52° nur ein Glas: das Zeiss Victory 8x56. Da das Weitwinkelglas aber auch beim
freihändigen Auffinden der Objekte wesentlich mithilft, wird das Glas der Wahl daher nur selten eines mit Pupille 7
sein, sondern eher mit Pupille 4-6. Als 40er also ein 7, 8 oder 10x40 und als 50er ein 7, 8,10 oder 12x50 mit>60°WW
(ausprobieren welche Vergrößerung noch halbwegs wackelfrei gehalten werden kann).

Und zum 40er wäre hier noch zu sagen, daß die "Grenzgröße" an Sternen, die man noch sieht, damit geringer ist als für
ein 50er - wenn der Himmel mitmacht und die Pupille ähnlich ist, aber die theoretische Grenzgröße sieht man eh nie
am praktischen Himmel. Und der Mensch "logarithmische" Empfindungen hat: erst 10mal so viel wirkt doppelt so stark,
(so hell, so laut), dadurch kann man 5-10% Unterschiede der Transmission und Lichtstärke wohl getrost vergessen.

Was am meisten für die 40er spricht, ist ihre Tauglichkeit für alles - Tag und Nacht und (große) Anoraktasche und
schwache Leute (600-800g), was für die 50er schon nicht mehr stimmt, das sind Nachtgläser und groß und meist so
ab 800g - 1,5kg.
Die 30er und 25er dagegen kannst Du für Astronomie bereits getrost vergessen, die sammeln nicht genug Licht.

Als erstes Fernglas für einen jungen Freund ist also ein 40er sicher die beste Wahl - die zweitbeste wäre ein
10x25 zum immer mitschleppen + ein gutes 7x50 (50°) bis 10x50 (WW!) für die Sterne - aber da hat man dann das Astroglas
wieder nicht dabei, wenn es gebraucht wird.

So, das waren jetzt 2 Jahre und viele, viele Stunden lesen und Überlegen im Kompreß und damit wahrscheinlich
doch wieder teilweise falsch und unverständlich. Außerdem ist es meine derzeitige Meinung.
Bitte erschlagt mich dafür nicht, sondern korrigiert mich möglichst VERSTÄNDLICH.
 
habe in meinen üblichsten Adressen gesucht und es nicht gefunden: auch auf den Minolta websites .com und .de.
Ist das eine wasserdichte Version des ClassicII 8x40 Porro oder ein Dachkant (WP heißt ja normal waterproof)?
Preis/Leistung sieht jedenfalls fast unschlagbar aus!
 
> Ist das eine wasserdichte Version des ClassicII 8x40 Porro oder ein Dachkant (WP heißt ja normal waterproof)?

Hallo hanz,

nein, das ist ein ganz neues Modell. Vom Classic II unterscheidet es sich durch BaK-4 Prismen, eine bessere MC Vergütung, Brillenträgerokulare und die wasserdichte Konstruktion. Das Activa ist zusätzlich FMC vergütet und hat von der Verarbeitung das solidere Gehäuse. Das Classic Sport liegt also irgendwo zwischen Classic II und Activa. Vom Preis liegt es näher am Classic II, von der Qualität steht es eher dem Activa nahe.

Auf der deutschen Minolta Seite zu suchen, ist eigentlich witzlos. Wenn Minolta die mal aktualisiert, dann gibt es bestimmt schon was neues <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Besser Du guckst hier und für die Preise hat Dir Amandus ja schon die Quelle genannt.

Frank.
 
Hallo Amandus und Frank

danke für den Link - kannte ich noch nicht und mein bevorzugter Optik-Händler, www.foto-erhard.de hat seine
website so blöd umgestaltet, daß ich sie mit meinem Netscape Navigator fast nicht mehr benutzen kann.
 
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