Neues Miyauchi 7x50 Weitwinkel

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Re: Miyauchi 7x50 ist eingetroffen

Hallo Herr Birkmaier,

sollten Sie Gelegenheit haben, das Schärfeverhalten mal genauer zu checken, dann würde ich Sie gern darum bitten, mal auf die Asymmetrie zu achten, die ich an meinem Binon festgestellt habe. Diese ist eigentlich auch schon am Tage zu sehen: Man fokussiert ein entferntes Objekt auf das Zentrum des Sehfeldes und vergleicht dessen Schärfe nahe am oberen und am unteren Sehfeldrand. Ich glaube zu sehen, dass das Objekt am unteren Rand schärfer ist als am oberen. Das ist identisch der Fall in beiden Tuben.

Viele Grüsse,
Holger Merlitz

P.S.: Ist Ihr Link korrekt? Funktioniert bei mir nicht!
 
Bist Du Brillenträger? Versuch einer Erklärung

Hallo Holger,

ich bin soeben mal für kurze Zeit von meinem Krankenlager aufgestanden (habe eine fürchterliche Erkältung mit krampfartigem Husten von der „photokina” mitgebracht) und habe auch mal ins Forum geschaut. Deine Beschreibung fände eine einfache einleuchtende Erklärung, falls Du Brillenträger sein und eine Gleitsichtbrille tragen solltest. Eine Gleitsichtbrille hat nämlich vom Zentrum aus nach unten eine zum Positiven hin wachsende Brechkraft (z.B. bei mir von -5 dpt im Zentrum zu -2,5 dpt im unteren Bereich bei meiner „normalen” Brille und von -3,75 dpt im Zentrum zu -2,75 dpt bei meiner auf den Monitor- und den Tastaturabstand angestimmten Computerarbeitsplatzbrille).

Dann könnte nämlich die „künstliche Naheinstellung” der Brille im unteren Sehfeldbereich eine entsprechende Bildfeldwölbung des Fernglases ganz oder teilweise kompensieren und so zu einer schärferen Abbildung beitragen.

Walter E. Schön
 
Re: Bist Du Brillenträger? Versuch einer Erklärung

Hallo Walter,

Deine Erklärung wäre einleuchtend - ich bin aber kein Brillenträger, und diesen Effekt habe ich auch nicht bei meinen anderen Ferngläsern gesehen. Bei der terrestrischen Beobachtung ist er eigentlich von Vorteil - normalerweise hat man mehr interessante Objekte in der unteren Hälfte des Sehfeldes als in der oberen, wo meist nur Wolken zu sehen sind. In der Astronomie wirkt es ein wenig 'schräg'.

Gute Besserung,

Holger

 
Bei rotationssymmetrischer Optik: dejustiert?

Hallo Holger,

fast hatte ich es mir schon gedacht (da das Foto auf Deiner Homepage Dich ohne Brillle zeigt), aber meine gegebene Erklärung ist angesichts eines rotationssymmetrischen optischen Aufbaus der Fernglasoptik die einzige mir möglich erscheinenden Lösung, wenn man eine Dejustage (z.B. Verkippung von Linsen oder Prismen) ausschließt, die in diesem Falle „zufällig” bei beiden Rohren identisch sein müßte.

Verkippte Prismen könnten dazu führen, daß die optischen Achsen von Okular und Objektiv nicht fluchten, sondern zueinander verkippt oder gegeneinander parallelverschoben sind (das „oder” ist hierbei kein ausschließendes). In diesem Falle muß auch eine Asymmetrie in der Bildschärfe entstehen.

Wenn etwa die Prismen auf einer Seite verkippt sind und das Kollimieren mit dem anderen Prisma vorgenommen wurde, wäre es denkbar, daß dann auch dieses in gleicher Weise verkippt wurde, um die Bildinhalte beider Seiten zur Deckung zu bringen. Aus der gleichen Verkippung würde dann auch die gleiche Bildasymmetrie resultieren. Das könnte den „Zufall” erklären.

Es handelt sich hier doch im ein Fernglas mit Porro-II-Prismen, die eigentlich verkittet und nicht mit Luftabstand zusammengesetzt werden. Verschiebungen oder Verkippungen würden also immer das Prsimensystem als ganzes betreffen. Eine Verschiebung des Porro-II-Prismas quer zur Achse müßte zu einem Achsversatz um den doppelten Betrag und wahrscheinlich dann auch zu einer erkennbaren asymmetrischen Vignettierung führen, und eine Verkippung des Prismas müßte eine doppelt so große Verkippung der Objektiv- gegen die Okularachse und dann ebenfalls eine unsymmetrische Vignettierung zur Folge haben. Leider habe ich kein Porro-II-Prisma, um das experimentell zu verifizieren, sondern habe mir das nur aus meiner räumlichen Vorstellung dieses speziellen Prismas abgeleitet. Kannst Du denn bei Betrachtung der Austrittspupille aus größerem Abstand in Achsenrichtung oder beim Blick von vorn ins Objektiv gegen einen weißen Hintergrund (Okulare nahe über weißem Papier) eine unsymmetrische Ausleuchtung erkennen? Das wäre ein Hinweis auf einen derartigen Fehler.

Walter E. Schön
 
Re: Bei rotationssymmetrischer Optik: dejustiert?

Hallo Walter,

die Austrittspupillen sind rund und gleichmässig ausgeleuchtet. Sieht man jedoch durch das Fernglas, so ist die obere Hälfte des Sehfeldes durch eine Blende scharf begrenzt, während der untere Rand etwas diffus erscheint. Sieht man von vorn durch die Objektive, erkennt man eine Sehfeldblende ausgangs der Prismen, die dort offenbar aufgedampft wurde (sie ist etwas transparent für helle Objekte), und diese Blende schirmt nur den oberen Teil des Strahlengangs ab, während der untere Teil des Sehfeldes wohl durch den Okulardurchmesser selbst beschnitten wird. Das könnte man vielleicht durch eine Verkippung erklären, die dann durch den Justiervorgang ebenso auf die zweite Achse gebracht wurde. Sollte das der Fall sein, dann sind die bei Miyauchi wohl unter Zeitdruck. Schliesslich hatten die dieses Fernglas Herrn von Bergen (von Astro Optik) als Demo Glass geschickt, und jeder geübte Beobachter erkennt diesen Effekt beim flüchtigen Durchsehen. Auch ich habe ihn sofort gesehen, aber keinen Verdacht geschöpft, da beide Seiten dasselbe Verhalten zeigten.

Gruss,
Holger
 
Hi Frank !

Ich kann Deine Meinung vom 15mm Panoptic bestätigen, besitze selber eines. Als Spektivokular zeigt es deutliche Kissenverzeichnung. Aber am Sternenhimmel ist es eine Wucht.
h&chi Persei z.B. im Ranger sind ein Traum ! Freue mich schon auf den Orionnebel. Muss wohl mal früh aus den Federn <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> in den nächsten Tagen.

Ich habe mich im Ernst tatsächlich schon einmal mit dem Gedanken beschäftigt, falls ich den Lottogewinn mache (muss mal mitspielen), mir einen zweiten gebrauchten Ranger zu kaufen und daraus dann ein Binokular zu bauen. So mit doppeltem Zenitprisma auf eine justierbare Platte geschraubt, würde wohl alles schlagen, was es so auf den Markt kommt. Warum der Nagler nicht schon auf diese Idee gekommen ist ? M.Erachtens bietet der Okularauszug des Ranger mit der Feinjustierung die ideale Voraussetzung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Wäre dann wohl das Miy al uchi <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Und da wären dann die 15er Panoptics auch cool.

CS
Hans
 
Hallo Hans,

die Idee mit einem zweiten Ranger hatte ich auch mal. Da so ein Prismenumkehrsystem nicht ganz trivial ist, habe ich es seinerzeit gelassen. Aber der Traum von einem Doppel-Apo bleibt.

> falls ich den Lottogewinn mache

falls ich den mache, würde ich mir sowas kaufen:

"1 x TMB 80/600 Triplet Apo Astromeccanica Binocular, N, Euro 3.990"

Steht z.Zt. bei Markus Ludes auf der Lagerliste.

Oder falls der Lottogewinn groß genug ist:

"1 x Astromeccanica 4" Vixen Fluorite Bino mit Meade 10" LX 200 Goto Gabel Bino ist neu, Gabel mit Goto ist Gebraucht, Euro 9.990"

Selbe Liste.

Binokulare Grüße, Frank <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />.
 
Hallo Holger,

wieder mal ein schöner, aufschlußreicher Fernglasvergleich, zu dem mich folgendes interessiert.
Da ich bei über 7 mm Austrittspupille eine ganze Menge Licht (bei eigenen ca. 5,5 mm ca. 40%) ungenutzt lassen würde, habe ich mir über EBAY ein zumindestens äußerlich sehr gut erhaltenes Zeiss Jena 8x40 Octarem ersteigert, daß nach Binofan http://binofan.home.att.net/nobilem.htm mit den Zeiss Nobilem 8x50 baugleich sein soll.
Wie hätte (D)ein 8x50 Octarem/Nobilem beim Vergleich mit dem Fujinon oder Miyauchi 7x50 abgeschnitten?
Vielen Dank im Voraus.

Roland Krebs

CS
 
Hallo Roland,

das Octarem/Nobilem 8x50 hat eine bessere Randschärfe als das Miyauchi, aber mehr Streulicht. Auch ist die Vergütung nicht ganz so gut, wenn auch viel besser als beim Tasco. Mein Nobilem hat einen leichten Gelbstich, der aber nicht wirklich stört. Insgesamt kann das Nobilem mit dem Miyauchi nicht ganz mithalten, spielt aber trotzdem noch in derselben Liga.

Gruss,
Holger
 
Hallo Holger,

schöner Bericht! Habe ich auch nicht anders erwartet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

> Unusual is their feature of turning in opposite directions

Hier bin ich stutzig geworden. Dasselbe "feature" hat mein Miyauchi 15x60. Vielleicht fallen Prismensystem und Okularanschluß in Japan vom selben Band? Die Frage ist nur, was ist vom Handling angenehmer? Die Einzelokulareinstellung von Miyauchi oder die von Fujinon?

Noch interessanter wäre jetzt ein Vergleich von Binon und Victory FL 7x42 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />. Wenn man nicht allzu häufig im Nahbereich beobachtet, könnte man da nicht so etwa 700 Euro sparen? Muß man halt etwas mehr Gewicht durch die Landschaft tragen und stets damit rechnen, daß man von einer Elster angegriffen wird. Das Binon glitzert so schön <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo Holger,

Danke für die schnelle Antwort.
Für mich ist es nicht ganz nachvollziehbar, daß bei den aktuellen Porro-Gläsern zwar sehr viele 7x50 auf dem Markt sind, 8x50 Porrogläser jedoch ausgesprochen selten sind.
8x50 Gläser sind m.E. wegen der besser nutzbaren Austrittspupille und dem bei gegegebener Prismengröße möglichem größeren scheinbaren Gesichtfeld universeller einzusetzen.
Vielleicht kann die Fa. Docter, wenn denn mal das neue 10x50 auf den Markt kommt, auch ein 8x50 Glas produzieren.

CS

Roland Krebs
 
Hallo Frank,

das Zeiss 7x42 Victory FL leistet optisch sicher nicht mehr als das Miyauchi 7x50, das ohne grosse Schwäche auftritt (die Randunschärfe nehmen wir bei 66.5 Grad halt mit). Die Leute werden ihre Auswahl sicher anhand des Gewichts und der Fähigkeit zur Nahfokussierung treffen, wo das Zeiss eindeutige Vorteile hat.

Gruss,
Holger
 
Hallo Roland,

da stimme ich absolut zu: Das 8x50 ist eigentlich eine bessere Lösung als das 7x50, weil es (bei gleichem scheinbaren Sehfeld) technisch weniger anspruchsvoll und dabei praktisch genauso dämmerungstauglich ist. Docter hätte das 8x50 lieber im Programm lassen sollen und damit etwas Besonderes gehabt. Auf der anderen Seite lag es wohl an den (fehlenden) Käufern, dass sie dieses Modell aufgeben mussten. Was soll man da machen?

Gruss,
Holger
 
> das Zeiss 7x42 Victory FL leistet optisch sicher nicht mehr als das Miyauchi 7x50

Hallo Holger,

da wäre ich vorsichtig. Um von "sicher" zu sprechen, sollte man vielleicht erstmal das 7x42 FL mit einem Binon 7x50 oder auch mit einem Binon 7x42 am Sternhimmel bezüglich der Randschärfe vergleichen. Dann müsste sich ja zeigen, ob das Binon an der Stelle genauso scharf abbildet, wo beim Zeiss die Sehfeldblende beginnt ...

Frank.
 
Zitat:

Um von "sicher" zu sprechen, sollte man vielleicht erstmal das 7x42 FL mit einem Binon 7x50 oder auch mit einem Binon 7x42 am Sternhimmel bezüglich der Randschärfe vergleichen.

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Hi Frank,

das seh' ich ja ein... Interessante Idee übrigens: Wenn der Himmel nicht dunkel genug ist für ein 7x50, könnte man das Miyauchi ja auch mal auf 7x40 oder 7x35 abblenden. Vielleicht verbessert sich dadurch die Randschärfe? Ich muss wohl mal ein bischen basteln.

Was die Okularführung anbetrifft: Das ist wohl reine Gewohnheitsache. Ich war natürlich regelmässig verwirrt, da ich gleichzeitig mit dem Fujinon und dem Miyauchi hantiert hatte, aber das sollte kein Problem sein, sobald man sich einmal auf ein Gerät eingespielt hat.

Gruss,
Holger
 
Miyauchi 7x40 Weitwinkel

> Vielleicht verbessert sich dadurch die Randschärfe?

Hallo Holger,

wenn Du aus dem Binon ein 7x40 machst, dann blendest Du ja bei der Himmelsbeobachtung auch Deine Augen ab. Damit wird evtl. das Binon besser und Deine von 7,1 auf 5,7mm abgeblendeten Augen verzeichnen in der Summe möglicherweise eine verbesserte Randschärfe. Um das Optimum zu finden, solltest Du möglichst viele Blenden bauen und sicherheitshalber mit 0,5mm Schrittweite den Durchmesser verkleinern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Wenn Du die Blenden dann noch exzentrisch auslegst, bekommst Du mit Deinem Binon vielleicht sogar eine rotationssymmetrisch abnehmende Schärfe!

Das lohnt die Mühe doch allemal! Außerdem ist es eine schöne Beschäftigung für verregnete Nächte ...

Exzentrische Grüße, Frank. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hallo Holger,

da hast Du ja wieder einen sehr interessanten Artikel geschrieben. Das 7x50er Format ist ja auch besonders bei Seglern und Skippern gefragt. In der Szene gibt noch 3 weitere Stars von auch für Astrozwecke vielversprechender optischer Potenz: Steiner Commander V (wahrscheinlich das beste Fernglas, das Steiner herstellt), Pentax PIF WP (verfügt ebenso wie das Fujinon über Bildfeldebnungslinsen) und Zeiss ClassiC B/GA T*. Deine Meinung zu diesen Geräten wäre natürlich ebenfalls sehr interessant. In Sachen Sehfeld kann natürlich keiner dem Miyauchi das Wasser reichen.

Gruß

Steve
 
Hallo Steve,

hier muss ich leider passen, da ich keines der Ferngläser zur Hand habe. Ich hatte mal kurz versucht, das Zeiss zu bekommen, aber das hat auch nicht jeder Händler herumstehen und es sah nach einer komplizierteren Prozedur aus. Ich habe es sein lassen, weil mich die 7x50er eigentlich nicht so interessieren, eben wegen des Sehfeldes (ich brauch einfach die 60 Grad, um mich wohl zu fühlen :-).

Ein anderer Leser hatte mich auf das Nikon Prostar als weiteren Vertreter der High-End Klasse hingewiesen, das ich ganz vergessen hatte und jetzt auch im Report erwähne. Ich habe das Ding zwar nie in der Hand gehabt, aber meine Erfahrungen mit den Nikon SE Ferngläsern machen mich zuversichtlich, dass Nikon dem Fujinon das Wasser reichen kann, wenn sie sich Mühe geben. Bei Steiner hätte ich da meine Zweifel - aber, wie der Frank bereits mahnenderweise geltend gemacht hat: Ohne Test sollte man sich nicht festlegen.

Gruss,
Holger

 
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