Neues Teleskop - aber welches?

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IWS_BERLIN

Neues Mitglied
Hallo Leute!

Ich habe im Moment noch ein etwas kleiner ausgefallenes Teleskop, bin aber dabei, mich nach einem grösseren umzusehen.

Preislage so etwa 500 - 1200 Euro.

Was habt Ihr denn für welche, und wie zufrieden seid ihr bzw. wie unzufrieden wart ihr mit einem anderen Modell?

Welches Zubehör würdet ihr nicht mehr aus der Hand geben oder welches habt ihr Euch vollkommen umsonst angeschafft?

Es sollte vor allem auch in Bereichen grösserer Lichtverschmutzung den Umständen passable Ergebnisse liefern.

Ich betreibe vor allem die Planeten- und Deep-Sky-Beobachtung.
Danke für Eure Antworten!
 
Hallo!

>>>Planeten- und Deep-Sky-Beobachtung.

Und damit sind wir schon direkt bei der bekannten Eierlegenden Wollmilchsau.

Für Planeten sind besonders Geräte mit hoher Brennweite und einen Öffnungsverhältnis von f/9 und aufwärts geeignet. Beliebt sind hier Mak-Cassegrains, Newtons, und APO Refraktoren. FHs sind weniger geeignet wegen dem teilweise stark steigendem Farbfehler. Ein "echter" Fraunhofer muss mindestens f/15 erfüllen, was bei 6" schon ein 3m langes Rohr ergäbe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

DS hingegen benötigt eher kurze "Richfield" Teleskope. Da sind große Dobsons mit f/4 bis f/5 sowie FH Refraktoren mit kurzem Öffnungsverhältnis von Nöten. Hintergedanke ist der, ein lichststarkes Gerät zu haben, das ein großes Gesichtsfeld erreicht. Einige FHs mit guten Okularen kommen dabei sogar auf 2,5 bis 3,0° Gesichtsfeld hoch. Da Nebel sehr ausgedehnt sind, ist das nützlich.

Ich persönlich benutze als Universalgerät einen 8" Dobson, fahre mittlerweile aber auch 2-gleisig: Einen 6" FH mit kurzem Öffnugsverhältnis für DeepSky (wegen dem starken Farbfehler für Planeten nur kaum zu gebrauchen) sowie einen 5" Mak-Cassegrain, der liefert sehr schöne Planetenbilder, ist aber wegen dem engen Gesichtsfeld für DS (fast) unbrauchbar.

Beide stehen auf einer parallaktischen Montierung (genau genommen eine Montierung, wo ich die Tuben wechsle) und sind eigentlich sehr brauchbare Geräte. Den Dobson habe ich mir aufgehoben als Universalgerät, wenns Abends mal schnell gehen soll.

In deiner Preislage wäre als ultimatives Gerät natürlich ein 12" Dobson drin. Verzicht auf die parallaktische Montierung, dafür eine echte DeepSky Kanone. Mit den 12" bekommst Du natürlich freilich auch an Planeten gute Bilder heraus, die Leistung einer solchen Kanone sollte man nicht unterschätzen.
Was Du hier an der dicken Montierung sparst, kann aber schnell im Zubehör verschwinden. Die meisten 12er haben f/4, das Verhältnis hat hohe Ansprüche an Okulare. Sprich ein Satz guter Okulare kann sehr schnell mal eben 300€ kosten und auch weit darüber gehen. Außerdem wäre für die Planetenbeobachtung eine gute Barlowlinse wertvoll, die z.B. das Öffnungsverhältnis künstlich auf f/8 erhöht. Ansonsten brauchst Du trotz des großen Gerätes Okulare mit sehr geringen Brennweiten. Die sind allein schon vom Einblick her nicht so schön, wenn sie nicht gerade hochwertig verarbeitet sind.

Wegen der Lichtverschmutzung wäre beim Beobachten von DeepSky ein UHC oder O III Filter absolut empfehlenswert. Der OIII hat ein SEHR schmales Band, der UHC lässt noch etwas mehr Licht durch, insgesamt blenden beide das Streulicht der Stadt aber fast vollkommen aus, so dass der Himmel schwarz wird. Ich persönlich rate eher zum UHC, da der universeller ist.
Dies gilt halt für DeepSky.

Für die Planetenbeobachtung sind Maksutov Cassegrains hingegen sehr gut. Einen brauchbaren 5" Mak bekommst Du auf alle Fälle für dein Geld und auch viel Zubehör. Ich würde sogar überlegen, ob Du dir nicht einen 6" Mak von Intes holen magst. Sozusagen ein Planetenkiller von sehr guter Qualität. Dürfte auch bei Galaxien gute Ergebnisse bringen, für Nebel aber eher ungeeignet.

Wenn Du einen Refraktor nach Fraunhofer kaufen willst, so brauchst Du in jedem Fall eigentlich einen guten Filter, der die chromatische Aberration wenigstens etwas reduziert. Baader Fringe Killer (bis 4") und der Contrastbooster (ab 4" und mehr) bringen recht gute Ergebnisse, auch wenn es niemals mit nem APO zu vergleichen wäre.

Wenn Du ansonsten erstmal klein anfangen willst und ich möchte mich hier auch mal festlegen, dann lautet mein Tipp: Hol dir einen 10" Dobson. Für den ersten großen Schritt nach vorne reicht der aus, das Verhältnis von f/5 oder f/6 (je nach Modell) ist noch nicht so furchtbar kritisch und Du behälst einiges an Geld für Okulare und andere Zubehör übrig. Außerdem hat das Gerät keinen Farbfehler wie die Refraktoren und ist insgesamt ein guter Kompromiss für DeepSky UND Planetenfans, die nicht 2 Geräte betreiben wollen.

Für einen guten 10" Dobson mit viel (gutem) Zubehör kannst Du etwa 1.000€ veranschlagen und ich denke, damit wirst Du lange Spaß haben.

Grüße

Florian
 
ein kleiner feiner Refraktor 80mm wäre meine Empfehlung. Den kannst Du mit auf (Flug-)Reisen nehmen und später einmal als Leitrohr benutzen, wenn Du mit größerer Ausrüstung fotographieren willst. Viele Leute halten da den sog. Volks-Apo ED 80mm von Orion/Skywatcher/Celestron für gut. Siehe Thema "Volksapos doch nicht so gut?" in diesem Forum.
Ein guter Newton ist mindestens genauso gut, ist aber schlechter zu handeln...

Viele Grüße, Chris Nauta
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo auch mal,

gehöre zu denen, die dir in jedem Fall einen Newton mit Offnungsverhältnis von F6 oder auch noch F5 empfehlen würden. Keinesfalls weniger als 200mm Öffnung, besser 250mm - sonst is nix mit deep-sky aus stadtnähe....am Planeten holt der seeingbedingt das max. heraus, wenn es ein guter Spiegel ist. Wenn du nicht gleich fotografieren willst, dann einen Dob - den kannst später auch auf eine Monti schnallen...
Refraktoren haben natürlich ihre Berechtigung, aber hier sind sie falsch am Platz.

Jetzt werd ich sicher Prügel beziehen....

Johann
 
Hallo Johann,

nö, für Prügel gibt's keinen Grund. Ein f/6 Newton ist doch wirklich ein visueller Allrounder, sogar mit fotografischen Fähigkeiten.
In Stadtnähe ist meiner Meinung nach ein Nebelfilter unverzichtbar, ich persönlich würde immer wieder zum 2" OIII raten, und zwar unter schlechtem Himmel zu dem von Baader, weil der sehr kräftig wirkt.

Clear skies
Sven
 
Hallo Sven,

da kommt schon noch einer, der mich prügelt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

und wegen des Nebelfilters, tendiere ich ebenfalls zu größerer Öffnung als bei einer Linsenkanone leistbar.
*ein APO für den Anfänger ...nö
*ein FH als Farbenwerfer...nö
*ein elendslanger F/15 FH nicht so bunt, woher die billige Monti...nö

daher F/6 (F/5) farbenfrei und lichtstark und viel billiger als ein SC, RC, MN, MAK.....und zumindest wesentlich weniger Obstruktion als ein SC...

Grüße

Johann
 
Hi!

Nun überbewertet mal wieder nicht den Farbfehler! Klar, bei Öffnungsverhältnissen von F/6 oder kleiner ist er krass da... aber 5"er und 6"er gibt es auch da drüber. Und die sind durchaus noch händelbar.

Ich hab letztens in meinem 6" F/10 FH trotz Farbfehler einen Jupiter in nicht gekanter Detailtiefe erlebt. Ich konnte in den Hauptbändern Details erkennen, das erstem mal den großen Fleck beobachten etc. ... konnte mich garnicht satt sehen.
Und das bei wirklich nicht optimalsten Bedingungen.

Meine Erfahrungen sind nach wievor, das Refraktoren... und ich kenn bis jetzt nur Achromaten (hab noch nicht im Lotto gewinnen können), es im Kontrast / Schärfe immer wieder zu tollen Bildern bringen. Und das auch mit Farbsaum!

Gruß...
Vader
 
Hi folks!

Ich denke da auch in Richtung 5 Zoll f/10 FH, z.B. den TS 127/1200 mm. Der Farbfehler ist nicht wirklich störend, das Gerät ist günstig und vor allem robust. Nicht justieranfällig wie ein schneller Newton und kommt auch mit einer verhältnismäßig kleinen Montierung wie einer Astro-5 DX oder GP-E visuell gut aus. Eine GP-DX oder - günstiger - eine HEQ5 würden da sicherlich auch schon astrophotografische Ambitionen zulassen ... das Stativ ist aber der entscheidenste Schwachpunkt.

Ein 125 mm f/12 FH Objektiv von D & G Optics habe ich bereits hier und will bald in ein vernünftiges Rohr verbaut werden. Ein erster, einfacher Test zeigte aber Planetenbilder, welche einen 200/1000 mm Synta-Newton sehr alt aussehen ließen :-)

Abgesehen davon ist ein 200 mm f/6 Newton im Gegensatz zu einen 5 Zoll f/10 FH auch nicht unbedingt transportabler. Wenn es primär um Deep-Sky geht ist der Newton sicher lichtstärker.

cu ...
Luzy
 
Hi!

Die Justiererei ist mit auch ein Grund, wieso ich Refraktorfan bin. Justieren brauch ich hier nix, sondern nur Teleskop, Stativ und Montierung in den Garten, einnorden, Sterne gucken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Mal anders gesagt: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das gerade ein ungeübter Anfänger durch einen nicht optimal justieren Spiegel viel von der eigentlichen Schöhnheit flöten geht, die er in einem Refraktor trotz blauen Saum sehen würde?

Wenn es natürlich allein um Lichtstärke und damit um Öffnung geht, kommt man natürlich nicht um Spiegel herum... 8" und mehr sind als Refraktor nicht mehr für jeden bezahlbar.

Gruß...
Vader
 
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Hi!

Die Justiererei ist mit auch ein Grund, wieso ich Refraktorfan bin. Justieren brauch ich hier nix, sondern nur Teleskop, Stativ und Montierung in den Garten, einnorden, Sterne gucken

Mal anders gesagt: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das gerade ein ungeübter Anfänger durch einen nicht optimal justieren Spiegel viel von der eigentlichen Schöhnheit flöten geht, die er in einem Refraktor trotz blauen Saum sehen würde?

Wenn es natürlich allein um Lichtstärke und damit um Öffnung geht, kommt man natürlich nicht um Spiegel herum... 8" und mehr sind als Refraktor nicht mehr für jeden bezahlbar.

Gruß...
Vader


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Kurz und präzise auf den Punkt gebracht - gerade auch für den Einsteiger! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Wo muss ich unterschreiben?

Gruss Hannes
 
Hallo Hannes,

Mal anders gesagt: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das gerade ein ungeübter Anfänger durch einen nicht optimal justieren Spiegel viel von der eigentlichen Schöhnheit flöten geht, die er in einem Refraktor trotz blauen Saum sehen würde?

....wenn die Linse nicht gerade verspannt in der Fassung sitzt... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Johann
 
Hi Johann,
das kann natürlich passieren, kommt aber eher selten vor.
Und diese von Dir gestellte Frage könnte man natürlich auch auf das Spiegleteleskop projizieren, und da gibt es soger zwei Spiegel (doppelte Möglichkeit der Qualitätseinbusse!), die verspannt in ihren Fassungen sitzen können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruss Hannes
 
Hallo Hannes,

stimme deiner Aussage bezüglich der Justage zu.

Die Justiererei ist mit auch ein Grund, wieso ich Refraktorfan bin. Justieren brauch ich hier nix

Ergänzen möchte ich sie aber dahingehend, das diese Aussage nur für
Refraktoren der gehobeneren Qualitätsklasse (von Vixen aufwärts...)
gilt. Keinesfalls aber für die gerade unter Einsteigern am weitesten
verbreiteten Massenrefraktoren aus asiatischer Billigproduktion
(Sky-Watcher, Orion, Bresser-Meade, Celestron, TS-Astro, Konus,...)

Bei diesen ist eine gut justierte Optik defakto die Ausnahme.
Das weiß nicht nur ich aus eigener Erfahrung, habe gut über 10 solcher
Geräte schon selbst besessen, sondern jeder, der viel mit solchen
billigen Refraktoren zu tun (zb. auch Markus Ludes).
Ebenso sind die Linsenfassungen so ungenau gefertigt, daß schon beim
Transport im Auto Verkippungen auftreten können, die für den Einsteiger
dann noch schwieriger zu beheben sind, als ein dejustierter Spiegel beim
Newton.

Wenn man daher dem Einsteiger einen Refraktor empfiehlt, dann nur einen
von solider mechanischer und natürlich auch guter optischer Qualität.
Andernfalls ist er mit einem justierbaren Billignewton besser aufgehoben,
denn bei diesem ist eine Dejustage deutlich einfacher zu beheben.

Bino-Tom
 
Hi folks!

Ergänzen möchte ich sie aber dahingehend, das diese Aussage nur für
Refraktoren der gehobeneren Qualitätsklasse (von Vixen aufwärts...)
gilt. Keinesfalls aber für die gerade unter Einsteigern am weitesten
verbreiteten Massenrefraktoren aus asiatischer Billigproduktion
(Sky-Watcher, Orion, Bresser-Meade, Celestron, TS-Astro, Konus,...)

Bei diesen ist eine gut justierte Optik defakto die Ausnahme.
Das weiß nicht nur ich aus eigener Erfahrung, habe gut über 10 solcher
Geräte schon selbst besessen, sondern jeder, der viel mit solchen
billigen Refraktoren zu tun (zb. auch Markus Ludes).
Ebenso sind die Linsenfassungen so ungenau gefertigt, daß schon beim
Transport im Auto Verkippungen auftreten können, die für den Einsteiger
dann noch schwieriger zu beheben sind, als ein dejustierter Spiegel beim
Newton.

Gut, dazu kann ich aus Erfahrung aber auch das Gegenteil berichten. Sicher gab es in der Vergangenheit mehrmals Anlass zur Kritik bei Geräten, die mit einer Kunststoff-Fassung geliefert wurden und auch die ersteren TS Refraktoren zeigten verspannte Optiken, da die Taukappe zu stramm auf dem Aussenring der Fassung saß. Aber bisher war gerade der von dir angeführte Kritikpunkt bei mir niemals Grund für eine Beanstandung oder Neujustage der Optik. Das gilt aus meiner Erfahrung jedenfalls für die 4 Zoll Klasse von TS und auch aus den zahlreichen Erfahrungsberichten dieser Geräte gehen solche Probleme jedenfalls auch nicht hervor.
Wie das bei den Bresser/Meade und Synta Geräten ist, kann ich jedoch aus eigener Erfahrung nicht sagen.

Demgegenüber kenne ich aus der Vergangenheit aber auch zahlreiche Vixen-Refraktoren, welche schon nach relativ geringer Beanspruchung (Transport, Aufbau, etc.) dejustierte Optiken hatten. Soweit ich weiß hatte dann vor Jahren Vixen die justierbaren Fassungen bei den kleinen FH-Refraktoren aus dem Programm genommen.

Ich denke aber, diese und andere mechanische Probleme sind unabhängig vom Bautyp des Teleskopes. Eine solide mechanische Ausführung ist bei einem Spiegelteleskop ebenso lebenswichtig ... und da können die meisten Billig-Newtons auch nicht unbedingt punkten. Lästig wirds nur, wenn ein System, bei dem eine Justage vom Beobachter vorausgesetzt wird und unabdingbar ist, über mangelhafte Mechanik verfügt. Die Gefahr dort die Spiegel zu verspannen oder gar zu beschädigen ist eben größer.

Ich denke es ist absolut müßig wiedereinmal eine solche Diskussion zu führen. Wenn eben der Beobachtungszweck nicht schon die Wahl des Teleskopes bestimmen sollte, dann ist es eine reine Gefühlsfrage, bei der Anspruch, Ästhetik und letzlich auch finanzielle Mittel die Wahl entscheiden.

cu ...
Luzy
 
Hallo Vader,

die Justierfähigkeit ist mit ein Grund, wieso ich Reflektorfan bin. Hier hab ich bereits in der Preis-Einstiegsklasse (4-8") richtig eingebaute Justier-Verstell-Elemente. Mittels einfachster Mittel (gelochte Filmdose und "Stern") und dem problemlos im Netz verfügbaren Wissen kann jeder gewissen unsicheren Gefühlen bez. Dejustage wirkungsvoll entgegenwirken. So ein bisschen angewandtes Infotainment gehört meiner Meinung nach durchaus zum für ("erwachsene") Einsteiger Zumutbaren. Besonders, wenn bei diesem Einsteiger das Wissen darum und Preis-Leistungsbewußtsein ausgeprägt ist. Zudem halte ich die typtischen f/6-Geräte für 1. leicht justierbar, 2. wenig justierpenibel und 3. akzeptabel justierstabil. Besonders beachten würde ich noch - im Vergleich zum (zu kurzen) Pseudo-FH -, daß die Justierung im Niedrigvergrößerungsbereich beim Newton noch unpenibler sein darf. Im Hochvergrößerungsbereich ist der Newton ja eh allein. (Ein theoretisch denkbarer 150-mm-Refraktor nach FH hätte mindestens f/(15x1,22) also f/18,3, also die Maße 150/2745, laaaanges Teil! Und dann wäre das blaue Airy-Scheibchen DREImal so groß wie das grüne! Von wegen scharfe Abbildung, DAS empfand man als gerade noch akzeptabel, wenn denn der 150er Ref. so lang wäre. Da betrachtete Geräte aber mehrfach zu kurz sind, kann ich jetzt gar nicht abschätzen, wievielmal zu groß das blaue Beugungsscheibchen ist, bzw., ob auch schon das gelbe arg danebenliegt... Warum sind alte Rohre oft sooo lang und neue kurze feine sind Apos?)

Ich kann jedenfalls nicht zu kurzbauenden "FH"-Refraktoren raten, deren Konstruktion sie von vorn herein zu einem Spezialgerät bestimmt, wobei ein Universalgerät gewünscht wird. Dies wäre durchaus ein f/6-Newton.

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, daß ein kurzer sog. FH im Hochvergrößerungsbereich versagt, auf 100 Prozent. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> Ob er schon allzu arg im Mittelbereich schwächelt, hängt vom (in dieser Preisgruppe) nicht beeinflussbaren Justagezustand und anderer pot. Schwächen (OAZ... aber auch Newtons zugegebenermaßen) zusammen.

Ich glaube, daß ein leicht dejustierter f/6 immer noch mehr leistet als ein grundsätzlich farbfehlerbelastetes Gerät - mit auch noch weniger Öffnung. Da die betrachteten "Fraunhofer" allerdings nicht mal Fraunhofer sind (s. o. f/18,3...), ist eigentlich eher von "grundsätzlich in Hohem Maße farbfehlerbelasteten Geräten" die Rede und ein Vergleich umso problematischer. Oder kurzum: jeder Nichtgurken-8"-f/6 schafft 200fach, aber kaum ein Refraktor fürs selbe Geld.

Gurken gilt es auszutauschen - einerlei ob N. oder Refr., das lassen die üblichen Vertragsbedingungen ja zu.

Optimierungen sind in der unteren Preisklasse bei Newtons m. E. einfacher umzusetzten, als an Refraktoren (beispielsweise Belüftung, Schwarzvelourstück gegenüber OAZ).

Nun noch zur "Lichtstärke", da muß man aufpassen, worum es genau geht. Öffnung bedeutet viel (Licht, Auflösung, Vergrößerungsfähigkeit), aber fürs Visuelle ist meist die AP das wichtigere Maß. Da geht sozusagen noch die Brennweite und die Okularbrennweite mit rein... Für ganz ganz schwache zarte Objekte (reicht wohl Alpenhimmel kaum...) kann es wichtiger sein, auf maximale Transmission und Obstruktionsarmut/freiheit bei Max-AP zu setzen. Gerade da (allerdings Spezialfall) kommt man vielleicht mit Spiegeln nicht so weit...

Für mich sind bereits 4" als Refraktor (und zwar ordentliche Refraktorzoll) nicht mehr bezahlbar und müssen erstmal Traum bleiben, aber irgendwann...

Wünsche klare Nächte,

Matthias.
 
Hallo Luzy,

Hauptproblem bei diesen günstigen Refraktoren ist, daß das Spiel der
Linsen in der Fassung meist deutlich zu groß ist.
Ein mimimales Spiel ist notwendig zur Temperaturkompensation, es darf
aber keinesfalls zu groß sein!

Dabei geht es mir übrigens noch gar nicht um die eigentliche Justierung
selbst, sondern rein um die Dezentrierung der Linsen zueinander.
Diese kann zu teilweise sehr starkem Astigmatismus und Koma führen,
sodaß die Optik praktisch unbrauchbar ist.
Diese Dezentrierung kann von einem Einsteiger auch kaum behoben werden.
Pech ist, daß hier auch eine justierbare Fassung nichts nützt, da es
nicht um die Justierung, sondern um die Zentrierung geht.

Meiner eigenen Erfahrung nach weisen etwa 80-90% aller Billgrefraktoren
so eine Dezentrierung auf und zeigen die entsprechenden Bildfehler.
Nur wenige bilden beugungsbegrenzt ab und sind frei von Astigmatismus.

Nun, worauf kommt es mir dabei jetzt wirklich an?

Nicht darauf, für Spiegelteleskope zu plädieren, sondern darauf einen
hochwertigen Refraktor zu kaufen! Gerade der Einsteiger sei hier
angesprochen! Ein "Alter Hase" kann bald mal die Dezentrierung beheben
und das Gerät wieder "in Schuß bringen". Aber der Einsteiger, der
erstmal lernen muß an welchem Ende man reingugck, wird hier auf
unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen.

Bino-Tom
 
Hi!

@Binoviewer
Qualitätsmerkmale (China oder Japanproduktion) betreffen alle Teleskopsysteme gleichermaßen. Newtons und Macs leiden unter sowas genauso, bzw. kann man da genauso viel vergurken, wie bei einem Refraktor.
Ich kann zumindest dagegen halten, das mein 100/1000 Bresser Polaris und mein 150/1500er Skywatcher mich nicht enttäuscht haben. Beide liefern gute Bilder und haben auch Transporte überstanden. Der Skywatcher ist sogar mehrmals verschickt worden und ging ohne nachjustage aus dem Karton heraus. Mit einem Newton unmöglich.

@Mathias_Müller
Diese Mär von dem alles verhunzenden Farbfehler scheint sich wohl bei einigen festgefressen zu haben. Ja, mit einem F/6 würde ich auch nicht unbedingt von einem Allrounder reden. Bei F/8 und vor allem ab F/10 sieht das aber schon anders aus.
Mein 150er F/10 hier ist scharf und äußerst kontraststark. Mit ihm konnte ich vor kurzem Jupiter beobachten, wie ich ihn nicht mal in einem C8 bewundern konnte. Und das bei 200x und mehr... und nein, das C8 war damals auch ordentlich justiert.

Ich behaupte nicht, das ein Achromat immer (vor allem bei kurzer Brennweite) einem Newton überlegen oder gleichwertig ist. Aber ich wehre mich gegen diese Behauptung, das der böse Farbfehler quasi aus dem Refraktor eine kontrastarme und unscharfe Gurke macht, wenn es auf Details ankommt.
Und im gleichen Atemzug immer wieder einige behaupten: Ach das bisserl justieren ist doch nix.

Gruß...
Vader
 
Hi Bino!

Klaro gibt es das auch (Fassungen!). Aber - rein quantitativ (bleiben wir mal im preislich "unteren" Sektor) findet mal sehr viel mehr dejustierte bzw. immer wieder justageanfällige Newtons als Refraktoren.

Andererseits, wenn man jetzt wieder ins Einzelne geht ... ohohoh, die "Saat" für einen Mega-Spiegel-Linsenthread wäre gelegt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruss Hannes
 
Hallo Vader,

Qualitätsmerkmale (China oder Japanproduktion) betreffen alle Teleskopsysteme gleichermaßen

Das ist richtig! Der Unterschied ist aber, daß bei Billig-Refraktoren
die überwiegende Mehrheit eine Dezentrierung der Linsen aufweist.
Diese wirkt sich meist schlimmer aus, als eine leichte Dejustage beim
Billg-Newton und sie kann auch bei weitem nicht so einfach behoben werden.

Das große Glück der Hersteller und Händerl dabei ist, daß nur vielleicht
10% der Einsteiger dieser Fehler der Refraktoren überhaupt auffällt.

Dein eigener 150/1500er taugt zum dagegenhalten übrigens nicht.
Es handelt sich dabei um eine Sonderanfertigung von überdurchschnittlicher
Qualität.

Bino-Tom
 
Hi!

Mag sein, das meiner eine ausgewählte Optik hat, aber die Optikfassung sieht mir doch sehr nach Standard aus. Und der Bresser ist wirklich ein ganz normales Gerät aus der Serie... dazu mit einer Kunststoffobjektivfassung OHNE Justagemöglichkeit.
Auch find ich es etwas gewagt zu behaupten, wie hier geschehen, das 80% und mehr aller Chinarefraktoren verjustiert ausgeliefert werden.

Ich hab auch noch keinen Chinanewton aus der Nähe gesehen... ich könnte mir aber durchaus vorstellen, das deren Justagelemente nicht die Langlebigkeit, wie die von Vixen etc. besitzen. Und ein Newton MUSS immer wieder justiert werden. Ein Refraktor im Idealfall nur 1x! Das sollte man auch nicht vergessen.

Das die Justage manchen auch Spaß macht, das sie für sie zum Hobby dazugehört, weil man halt da drüber auch das letzte aus der Optik kitzeln kann, wenn man es kann... das mag ja durchaus sein. Man muß wohl Newtonliebhaber sein, um so zu denken... Doch der Neuanfänger, der einfach erstmal nur gucken möchte, denkt anders. Und darum geht es.

Abgesehen davon: Ist der Anfänger so schlau sich hier zu informieren, kann er sicher darauf achten, wie es um seine Optik steht und entsprechend dann reagieren. Denn er wird ja lesen, über was hier immer wieder gern diskutiert wird. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Gruß...
Vader
 
Hallo Hannes,

zu sähen gibt es da nicht viel, denn die vielen vielen dezentrierten
Refaktoren sind bereits gesäht und werden weiter gesäht!

Nochmal: eine Dejustage beim Newton kann ich realtiv einfach beheben.
Hingegen ist die Neuzentrierung der Linsen mit Luftspalt selbst für
einen fortgeschrittenen Amateur kein leichtes Unterfangen.
Das ist der Unterschied!

Ich kann daher Einsteigern nur raten, von billigen Refraktoren die
Finger zu lassen und lieber noch zu einem billigen Newton zu greifen.
Bei diesem lassen sich allfällige Fehler leichter beheben.

Bino-Tom
 
Hallo Vader,

sei bitte nicht beleidigt wenn ich das jetzt sage, aber ich denke mal
ich habe einfach wesentlich mehr Erfahrung mit diesen Geräte als du.

Kurz überschlagen hatte ich mindestens 11 Stück davon für kurze oder
längere Zeit in Händen und nur 2 davon kamen mit zentrierter Optik und
guter Justierung an. Bei allen anderen mußte ich selbst Handanlegen um sie
überhaupt erst einsatzbereit zu machen.

Ich kann mir kaum vorstellen, daß ich bei 11 Lieferungen zufällig eben
9 mal Pech hatte. Das erscheint mir doch etwas unwahrscheinlich.

Das du hingegen ein selektiertes Gerät gekauft hast und bei einem weiteren
Glück hattest, dürfte viel wahrscheinlicher sein, meinst du nicht auch?

Bino-Tom
 
Hallo Bino,

Nochmal: eine Dejustage beim Newton kann ich realtiv einfach beheben.
Hingegen ist die Neuzentrierung der Linsen mit Luftspalt selbst für
einen fortgeschrittenen Amateur kein leichtes Unterfangen.
Das ist der Unterschied!
100% Zustimmung!Erst de 3. Lidl-Refraktor war so daß ich ihn guten Gewissens
verschenken konnte.Ich habe allerdings nicht versucht die Optiken selbst in
Ordnung zu bringen sondern lieber gleich umgetauscht (etwa 300m bis zum Lidl).

MfG,Karsten
 
HI Tom

+1 -> meinen Refraktor miteinrechnen der auch dejustiert war.

lg

Mathias
 
Hallo Vader,
Das die Justage manchen auch Spaß macht, das sie für sie zum Hobby dazugehört, weil man halt da drüber auch das letzte aus der Optik kitzeln kann, wenn man es kann... das mag ja durchaus sein. Man muß wohl Newtonliebhaber sein, um so zu denken... Doch der Neuanfänger, der einfach erstmal nur gucken möchte, denkt anders. Und darum geht es.
würde das mit dem Aufwand für Justage auch beim Anfänger nicht überbewerten, Interesse an der Sache vorausgesetzt, bin immer wieder erstaunt wenn ich mir so ansehe was die Leute für PC´s, Handy, Palm oder Laptop so Zeit aufwenden, damit die Dinger etwas können, was niemand braucht..... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Du kannst auch nicht Mikroskopie oder Fotografie betreiben, ohne dich mit technischen Details zu befassen und wenn du nur knipsen willst - ok - gleiches für die Astronomie: nimm Opas Jagdglas und leg dich in den Liegestuhl und wenn dir das einmal zu wenig werden sollte, dann befaß dich damit, womit du guckst und weshalb das eine Rohr so und das andere eben so ......wenn das alles zu aufwändig ist, dann mangelt´s an Interesse und gehst eben lieber ins Internetbeisl - ist auch noch wetterunabhängig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Johann
 
Hi Bino,

kann Deine Empfehlung nicht recht nachvollziehen! Zumindest ich - für meinen Bereich - habe weit mehr dejustierte Billig-Newtons (insbesondere im "üblichen" f6 - f4-Bereich gesehen) als dejustierte Billigrefraktoren (üblicherweise im f10 - f8 Bereich)

Und die Frage - gerade auch für die erfahrenen Forenleser- und Teilnehmer hier - sollte einem doch geradezu ins Gesicht springen: Warum gibt es reihenweise Newtonjustagethreads, aber so sehr wenige (wann war der letzte) "Refraktorenjustage"-threads?

Haben alle Billigrefraktorenuser wirklich so schlechte Augen, dass sie nicht feststellen können, dass deren Refraktor justagebedürftig ist? Arrogant wäre es, sowas anzunehmen.

Und stellen die reihenweise User, die z.T immer wieder Fragen zur Newtonjustage stellen, diese Fragen wirklich unberechtigt? Ich denke, nicht.

Beim Durchschauen der beiden großen Foren (und auch Webseiten engagierter Mitposter) sollte wohl recht deutlich werden, wo der größere Justagebedarf besteht. Bei allen "Schmerzen", die das den Newtonfreunden bereiten mag, das sind unumstössliche Fakten, und da kann die liebe Theorie auch nicht gegenan.

Und sowas guten Mutes empfehlen?

Gruss Hannes
 
Hi,
Warum gibt es reihenweise Newtonjustagethreads, aber so sehr wenige (wann war der letzte) "Refraktorenjustage"-threads?
...es gibt äußerst selten FH (APO) - Gitterrohr - Dobsen!
Linsenschleifer, die Ihre Röhren bauen sind auch eine Minderheit - man liest ja auch mehr über Spiegelschleifer. Wo man zum Schluß kommen könnte, daß Spiegel viel besser als Linsen sein müssen, denn sonst würden nicht so viele ihr halbes Leben im Keller verbringen und für doofe Spiegel Tonnen von Korund zermalmen......

Johann
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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