Newbie sucht Orientierung im Teleskopdschungel

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Galactica79

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Hallo ihr Lieben,

nach bereits längerer Vorlaufphase (2-3 Jahre) möchte ich mir zum kommenden Herbst, nun ein Teleskop zulegen und um euren Rat bitten:

Jetzige Situation: Ich bin im Besitz eines soliden Feldstechers, der mir auch Spaß macht, aber mittlerweile nicht mehr reicht (auch meine Oberarm- und Nackenmuskulatur ist ziemlich strapaziert, die Umrüstung auf ein billiges Fotostativ entlastete zwar meinen Bewegungsapparat, aber der Jupiter drehte immer noch mächtig Kreise :smiley63:)
Außerdem habe ich einen kleinen Tisch-Dobson, der nun auch ausgereizt ist

Sonstige Umstände: Beobachtungsort: vorwiegend mein Südbalkon in einer Kleinstadt, mit Straßenlaterne auf 10: Uhr :mauer: , aber gelegentlich auch mal raus aufs Feld, daher sollte das Gerät noch gut transportabel sein, zudem habe ich leider wenig Stauraum für die Aufbewahrung (könnte das Teil auch bei Minusgraden auf dem Balkon stehen, und was ist, wenn es regnet? Also muss es doch in die Wohnung, oder?)
finanzieller Rahmen: flexibel bis 2000 €
Vorwissen: was Beobachtungsobjekte angeht, bin ich schon etwas belesen, was das technische know how anbelangt, habe ich ein bisschen :respekt2: :smiley60:
was möchte ich sehen: zunächst Planeten, Mond, auch mal die ISS und wenn möglich schon erste deep sky Objekte. Fotografieren reizt mich für später sehr, aber klar, dafür bin ich noch zu unerfahren.

Meine bisherigen Überlegungen: ein Newton erscheint mir doch einwenig zu groß zu sein, vor allem was die Lagerung anbelangt, zudem habe ich leider eine Straßenlaterne in der Umgebung, worauf der Reflektor wohl etwas empfindlicher reagiert?
Maksutovs schneiden im Forum leider immer nicht so gut ab (warum, lange Abkühlungszeit?) sprechen mich von der Kompaktheit aber schon an.
Bleiben also die Refraktoren mit ihrem guten alten Farbfehler, der natürlich gerade bei der Planetenbeobachtung schon etwas stören dürfte, oder? Eine Alternative wäre ein Apo, der aber laut Astroshop, Anfängern nicht empfohlen wird und natürlich auch sehr kostspielig ist :schwitz:
Der nächste Punkt ist die Montierung:
ich als Newbie liebäugel ja mit einer einfachen Azimutalmontierung, zumal das Einnorden (auf dem Südbalkon ohne Polarstern) dann entfällt, dies würde wiederum bedeuten, dass nur bestimmte Optiken (also kein Newton) gehen und Fotos machen dann auch nicht geht, aber gut, das könnte ich später ja immer noch erlernen, erstmal gehts mir eh um die reine Beobachtung.

Was meint ihr zu meinen Überlegungen?
Und abschließend noch eine Frage: Ist es besser, sich zunächst ein günstiges Gerät zu besorgen (ohne goto etc..), um sich erstmal weiterzuentwickeln und später ein richtig hochwertiges Gerät zuzulegen? Oder sollte ich gleich was anständiges anschaffen? Wie habt ihr es gemacht? :help:

Vielen Dank und galaktische Grüße :huhu:
Yvonne
 
Hallo Yvonne,

ich gehe mal die folgenden Eckpunkte an, da diese den Kern ausmachen:

Feldstecher und Tischdobson ausgereizt,
Wenig Stauraum,
Hauptobjekte: Mond, Planeten, Deep-Sky, ISS
Montierung: am liebsten azimutal

Das ist aus meiner Sicht, gerade bei deinem Budget, ein Fall für einen Gitterrohr- oder Reisedobson der Acht-Zoll-Klasse. Die von Hofheim passen in dein Budget und gleichzeitig in einen Koffer:

http://www.hofheiminstruments.com/8-zoll-dobson.html
http://www.hofheiminstruments.com/aktuell.html

Die 8"-Version kostet nur 1130 Euro. Ich denke, das ist genau das Richtige für deinen Fall.

Edit: Für Planeten bräuchtest du einen Beobachtungsplatz ohne Streulicht. Aber bei den Abmessungen dürfte der Transport kein Problem sein. Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es halt nicht.

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,

Vielen Dank für deinen Rat. An einen Gitterrohr-Dobson hatte ich noch gar nicht gedacht. Gute Idee - ich denke mal drüber nach.

LG Yvonne
 
Hallo Ihr beiden,


die Idee von Christian mit einem Reisedobson ist keine schlechte Idee da er eigentlich perfekt die Ansprüche abdeckt. Meck-Pom und Kleinstadt sind gute Voraussetzungen für etwas mehr Öffnung.

Was das Streulich und Planeten angeht: eine einfache "Socke" aus dunklem Stoff macht den Gitterrohnewton genauso wenig Streulichtempfindlich wie einen Volltubus. Außerdem verhindert sie daß Beobachterseeing nervt, also Deine eigene Körperwärme bei kühler Umgebung durch den Strahlengang wabert.

Planeten und Mond sind eigentlich recht unabhängig von perfekter Dunkelheit gut zu beobachten da sie einfach mehr als hell genug sind. Möglichst dunkel ist vor allem für Deep-Sky Objekte wie Galaxien und andere Nebel wichtig, da sollten 8" bei den von Dir beschriebenen Bedingungen schon sehr viel zeigen wenn Du vor der Laterne aufs Feld flüchten kannst.


Und jetzt das aber...: die Hofheim Doboson haben soweit ich weiß ein Öffnungsverhältnis von f4 das heißt sie stellen relativ hohe Ansprüche an die Okulare wenn die Abbildung im Okular weitwinklig und randscharf sein soll. Andererseits ist das die kompakteste Möglichkeit an 8" Öffnung zu kommen.



Viele Grüße Felix


 
Hallo Felix,

Vielen Dank für die hilfreiche Ergänzung. Alternativ habe ich nun doch nochmal über einen Volltubus, z.b einen 150/750 er Newton nachgedacht; ich "fremdel" allerdings noch etwas mit der parallaktischen Montierung, passend wäre wohl zum Beispiel eine neq-5 Montierung? Wie gesagt, Südbalkon - ist wohl zum ausrichten nicht ideal?
Somit hätte ich aber noch die Option zum Nachrüsten, für spätere elektronische Nachführung oder eine Camera.
Der Dobson wäre diesbezüglich begrenzt und würde irgendwann vermutlich eine Neuanschaffung nach sich ziehen, ist aber sicher einfacher im Handling und bietet u. U. mehr Öffnung/Leistung.

Wie schrieb Christian so schön, die eierlegende Vollmilchsau gibt es eben nicht :D
Habe ja Zeit mit der Entscheidung und freue mich über den Gedankenaustausch mit euch

LG Yvonne
 
Hallo nochmal,

@ Felix:

Das mit f/4 stimmt schon, aber ich denke, irgendeinen "Tod muss man immer sterben", wie es so schön heißt. Bei dem genannten Budget sind aber noch knapp 1000 Euro für wirklich gute Okulare drin, die dann auch eine Anschaffung für Leben sein können.

@ Yvonne:

Die Einnordung auf einem Südbalkon ist in der Tat ein Problem, das sich aber beherrschen lässt und kein K.O.-Kriterium darstellen sollte, falls du eine parallaktische Montierung doch als angenehmer in der Handhabung empfindest.

Zumindest die Polhöhe kann man, einmal hochgenau eingestellt, auch permanent so an der Montierung belassen. Die Nordrichtung kann man zunächst grob mit einem Kompass einstellen: Einen Kompass unter oder neben die Montierung legen und die Polachse in die entsprechende Richtung parallel zur Kompassnadel ausrichten. Hierfür reicht ein einfacher Kompass aus dem Spielwarengeschäft. Für die allermeisten visuellen Anwendungen reicht das vollkommen aus. Das exakte einscheinern (siehe unten) braucht man eigentlich nur bei der Langzeit-Fotografie.

Für die exakte Ausrichtung in Ost-West-Richtung bedarf es der Scheiner-Methode:

http://astrofotografie.hohmann-edv.de/teleskope/montierungen.scheinern.php

Das liest sich aber schwerer, als es ist. Also keine Sorge.

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Yvonne,

nur mal damit Du eine (Größen)Vorstellung bekommst ein Link:

Teleskope im Größenvergleich

Ein 150/750er mit Monti + Stativ ist nicht unter allen Gesichtspunkten kleiner, besser unterzubringen, zu lagern, leichter, transportabler als ein 8" f/6 Volltubusdobson.

Wenn so ein Volltubusdobson in Frage kommt, bleibt mit Zubehör für den Einstieg in freudvolle und detailreiche Beobachtungen im Sonnensystem aber auch im Bereich Deepsky vom Budget noch durchaus die Hälfte übrig.

Ich persönlich halte das für sehr sinnvoll und bin eigentlich immer dagegen, das volle (Einstiegs)Budget mittels Empfehlung (virtuell) auszugeben, wenn es sich vermeiden lässt.

Mit so einem 8" f/6 könntest Du selbst erfahren, wie es für Dich weiter geht, ob Du z.B. noch mehr in die visuelle Ausstattung investierst, eventuell damit in die Mond-/Planetenfotografie einsteigst oder das Restgeld als guten Grundstock für den Einstieg in die Fotografie mit einer massiven Monti + Kamera mit Teleobjetiv nutzt.
Auf die kann später, nach weiteren Erfahrungen, ein kleines, kurzbrennweitiges, fotografisch ausgelegtes Fernrohr und noch viel später ein Teleskop mit gröerer Brennweite folgen.

Seh es einfach mal so:
Egal was jetzt gekauft wird, es wird und soll der Beginn einer Entwicklung sein und da ist ein 8" f/6 Dobs m.E. ein ziemlich genialer Start.

-Es kann sein, es bleibt dabei.
-Möglich, dass Du noch nach Jahren mit dem Dobs beobachtest, während das Fotogerödel "arbeitet", also Langzeitbelichtungen "macht".
-Eventuell wird er das "Schnelllspechtelröhrchen" neben einem 20" + X Dobs oder bekommt ein feines 4" Röhrchen für noch mobileren Einsatz oder Weitfeldambitionen.
und so weiter und so weiter.....

Ach ja, Balkon und Dobs schließen sich nicht automatisch aus, guckst Du:

Bild Nummer 3 im Link

Da steht ein 6" f/6 Selbstbau auf einem Balkon mit einem Meter Breite der etwas länger ist als ein serienmäßiger 8" f/6.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Yvonne und Günther,

Yvonne, leider hast Du im Eingangspost nicht geschrieben, was du mit "leider wenig Stauraum für die Aufbewahrung (könnte das Teil auch bei Minusgraden auf dem Balkon stehen, und was ist, wenn es regnet? Also muss es doch in die Wohnung, oder?)" konkret meinst. Für mich klingt es nach "Bitte so viel Leistung wie möglich, aber so wenig Platz wie nötig". Das mit dem auf dem Balkon aufgebaut lassen kommt so rüber, als wäre in der Wohnung eigentlich gar kein Platz für ein normales, sprich Volltubus-Teleskop mittlerer Größe.

Hast Du einen PKW zum Transport zur Verfügung?

Meinst Du mit "Fernglas und Tischdobson sind ausgereizt", dass Du glaubst, alles damit gesehen zu haben, was der Beobachtungsplatz Balkon mit der jeweiligen Öffnung (vermutlich das Herizage 130P) hergibt? Oder beziehst Du Dich auf eine ggf. unzureichende Mechanik und Verarbeitung des Tischdobsons?

@ Günther:

Deinen Überlegungen zum 8" f/6 Volltubus gebe ich Recht, den Gedanken hatte ich auch. Die zitierte Aussage mit dem Stauraum gab mir dann doch zu denken, ob das in dem Fall die optimale Lösung darstellt.

Das genannte Budget muss natürlich nicht zwingend komplett investiert werden, da bin ich ganz Deiner Meinung. Yvonne hat aber offenbar schon erste Erfahrungen mit Himmelsbeobachtung ("Fernglas und Tischdobson sind ausgereizt"). Das genannte Budget ist aber auch oft ein indirekter Hinweis auf den Anspruch des Interessenten an Qualität und Leistungsvermögen (= Öffnung).

Ich denke, Yvonne sollte die hier genannten Punkte noch einmal präzisieren, um genau abschätzen zu können, was die bestmögliche Lösung für einen möglichst langen Zeitraum ist.

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,

alles gut ich sah das auch so wie Du, bis Yvonne selbst den 6Zöller mit Monti brachte.

Daher die Idee, mal über den Größenvergleich abzuklopfen was denn geht und was nicht.
Das zumal ich ganz persönlich f/4 für Einsteiger nicht mag, weil ich auf den Wiesen und Plätzen schon zu viele verlaserte oder sonstwie verjustiergurkte Newtons gesehen habe.
F/6 verzeiht da noch Einiges ohne komplett einzubrechen, lässt sich auch mit wenig Verständnis und Übung in gut brauchbaren Zustand versetzen, aber f/4 ist ganz schnell gruselig und bleibt das auch wenn man grobmotorisch rangeht und/oder nicht genau weiß, was man tut.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für eure Antworten,

Christian, ich meinte tatsächlich, dass ich wenig Platz habe - also quasi, wo campiert das Schmuckstück, wenn es nicht in Gebrauch ist. Ich will es auch nicht zu weit weg (Schuppen) räumen, dann nutz ich es wahrscheinlich weniger.
Ich habe ein Auto zur Verfügung, allerdings ein kleines Sportcoupe, aber wenn ich die Sitze umklappe, bekomm ich ein bisschen was rein - ansonsten kann man sich, was die Geräumigkeit angeht, eher mit den Knien die Ohren zuhalten ;-)
Mit ausgereizt meinte ich, dass ich mehr sehen und tiefere Einblicke erhalten möchte, und etwas komfortabler und ambitionierter den Nachthimmel explorieren will.

Günther, ja ein Dobson erscheint schon verlockend - wirkt allerdings auch ziemlich gewaltig - so ein Teil auf dem Balkon - nun ja, da bleibt dann für nichts anderes mehr Platz. Man könnte natürlich einen kleineren, 6 Zoll? nehmen... mhhh grübel grübel....und natürlich kann man nie sicher sagen, ob man als Einsteiger, nicht irgendwann wieder zum Aussteiger wird - momentan - eben weil es mich schon eine ganze Zeit lang interessiert, könnte ich mir vorstellen, dauerhaft dabei zu bleiben. Hängt natürlich zum einen von den Beobachtungserfolgen ab und zum anderen funkt einen ja manchmal das richtige Erdenleben dazwischen und lässt einem kaum Zeit für dieses tolle Hobby.

LG Yvonne
 
Hallo Yvonne,

das ist doch schonmal eine Ansage. Wie groß ist denn besagter Tischdobson? Eine Öffnungssteigerung um ein Zoll bemerkt man zwar bei der Beobachtung, jedoch ist sie nicht so groß, dass deshalb eine Neuanschaffung lohnt. Bei einem Neukauf zwecks Leistungsgewinn sollte man mindestens zwei Zoll mehr nehmen, als bisher vorhanden.

Mit Autos kenne ich mich nicht wirklich aus, aber Deine Beschreibung hört sich fast so an, als würde es mit einem 8" Volltubus-Newton etwas eng werden... Der Tubus wäre ca. 1,20 Meter lang und etwa 25 Zentimeter dick.

Wo möchtest Du denn beobachten? Nur vom Balkon oder primär mit dem Gerät rausfahren oder beides?

VG Christian
 
Hallo Christian,


ich hab gar keinen Überblick was sonst an Reisedobsons angeboten wird also ob es eine f5 Alternative gibt. Daher war das nur ein Hinweis an Yvonne.

Das mit f/4 stimmt schon, aber ich denke, irgendeinen "Tod muss man immer sterben", wie es so schön heißt. Bei dem genannten Budget sind aber noch knapp 1000 Euro für wirklich gute Okulare drin, die dann auch eine Anschaffung für Leben sein können.

Das sehe ich auch so, da sollte sich auf jeden Fall eine Zusammenstellung finden die paßt und langfristig Spaß macht.



Hallo Yvonne,


die Dimensionen können täuschen, am besten wäre es wenn Du irgendwo die Gelegenheit findest (Volksternwarte , Teleskoptreffen oder ähnliches) Dir so einen Volltubusdobson anzuschauen. Dann siehst Du was zu pöngeln gilt und wie viel Platz das Teil wirklich verschlingt.

Da Dein Budget nicht knapp ist könntest Du - wenn der Volltubus als solcher nicht zu sperrig ist - darüber nachdenken die serienmäßige Rockerbox durch eine kompaktere leichtere aus Multiplex zu ersetzen.

Das schöne ist bis zum Herbst kannst Du wirklich in Ruhe schauen was es alles gibt.

Da das Thema schon anklang, das Teleskop ist schließlich nicht alles daher die Frage: was ist an Okularen vorhanden?



Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

Zitat von Felix42:
...die Dimensionen können täuschen, am besten wäre es wenn Du irgendwo die Gelegenheit findest (Volksternwarte , Teleskoptreffen oder ähnliches) Dir so einen Volltubusdobson anzuschauen. Dann siehst Du was zu pöngeln gilt und wie viel Platz das Teil wirklich verschlingt...

das mit den Teleskoptreffen und Sternwarten vergesse ich oft zu erwähnen, da es eigentlich schon selbstverständlich sein sollte.

Die Erfahrung, dass die Dimensionen auf Abbildungen täuschen, habe ich auch schon gemacht. Bei mir jedoch meist in die Richtung, dass die Teleskope in Natura größer sind, als sie auf Abbildungen ohne Maßstab erscheinen. Fotos mit Maßstab (z.B. Gartenstuhl, Person neben dem Gerät) sieht man leider viel zu selten.

Beispielsweise war ich in einem Laden erstaunt, wie groß bereits ein akzeptabel montierter 90/900mm Refraktor wirklich ist. Da kann inklusive Montierung und Stativ trotz der noch relativ kleinen Öffnung von Handgepäck keine Rede mehr sein, um nur ein Beispiel zu nehmen.

Viele Grüße,
Christian
 
Hi Yvonne
wenn ich das so lese, scheint mir Du hast nicht nur das FG und den Tischdobson ausgereizt sondern irgendwo auch den Balkon als Beobachtungsort.
Balkon hat Licht und twndenziell immer Seeing plus wenig Platz.
Ich denke die Primärfrage ist: Kannst willst und wirst Du rausgehen und das neue Teleskop dorthin tragen/bringen/rollen?

Was die Dimensionen angeht:
Wenn der Tischdobson ein 114er ist, hilft Dir vllt dieses Bild - 114/459, 150/750 und 200/1000
http://www.deepsky-brothers.de/Bilder/armin/Achtzollreisedob/P1010486.JPG
cs
 
Hallo ihr Lieben,

nach einer Weile melde ich mich mal wieder zu Wort. Erstmal vielen Dank für eure Antworten. Sie sind wichtige Hilfestellungen für mich.
Inzwischen bin auf das Celestron nexstar Evolution gestoßen, was für mich recht interessant klingt:

Astroshop

Ich möchte nochmals um eure Meinungen bitten, was ihr von dem Gerät haltet. Mir ist bewusst, dass ein Großteil des doch nicht unerheblichen Preises in der Elektronik steckt, aber die Optik dürfte doch in Ordnung sein, oder?

Ich sehe entscheidende Vorteile bei dem Gerät: leichtes Aufbauen (kein Einnorden, kein großes Rumgeschraube), noch tragbar (für mich als Frau wichtig), durch das einfache Alignment realistischer Beobachtungserfolg, abnehmbarer Tubus, Montierung lt. mehreren Kundenbewertungen noch hinreichend stabil, erste Planetenfotos möglich, Tubus ist nicht so "okularanfällig"

Nachteile: langsame Öffnung, azimutal = Deep sky fotographie kaum möglich, relativ teuer das Ganze, Auskühlzeit beachten, teures Zubehör, falls man doch mal mehr will (Polhöhenwiege oder gar Hyperstar!)

Sehe ich das ungefähr richtig, oder bin ich auf dem Holzweg? Hat jemand Erfahrung mit dieser Celestron-Reihe, oder konnte sie mal testen?

Vielen Dank
Liebe Grüße
Yvonne
 
Die Optik ist sicher O.K.; dieses 9,25" SCT würde mir auch gefallen, wenn ich einen Spezialisten für Planeten und Mond mit enorm hoher Brennweite und nichts für DeepSky suchen würde.
Google /"Youtube" aber mal nach Erfahrungen mit dem WLAN etc.;kann mich dunkel erinnern, dass mal einer massive Probleme mit der Firmware/Software hatte. Software reift ja bekanntlich beim Kunden...

Ich persönlich wäre daher vorsichtiger und würde aus der "Vorgängerserie" die Optik wählen:
http://www.teleskop-express.de/shop...-XLT---235-2350mm-Schmidt-Cassegrain-OTA.html

Welche Montierung/Stativ-Kombi geeignet ist, sollen andere sagen, die die Optik und ihre Montierungsseitigen Ansprüche auch kennen.
 
Hi Yvonne,

ich hatte nur den Großvater - also das 8i. Allerdings nicht mit C8, sondern C6N (weniger Masse, aber längerer Hebel). Das war durchaus ok, also visuell.
Die jetzige Monti sieht zwar robuster aus, aber irgendwie wirkt dieses mächtige C9,25 schon untermontiert. Pauschalgelabert kann man nur sagen, dass das zweitgrößte Teleskop, das mit einer Montierung angeboten wird, von der auch solide getragen wird - also visuell. Fotografisch (kommt da ja eh nicht in Frage) sind 2 Nummern kleiner gerade so grenzwertig, 3 Nummern kleiner ok. Da hat jeder aber andere Ansprüche - bei einer (visuellen) Ausrüstung im Wert von gut 3k Euro würde ich mich nicht auf die Ansprüche anderer Verlassen, sondern das selbst ausprobieren. Arg verbreitet ist die Kombi wohl nicht, aber man kann ja beim Händler ne Probefahrt vereinbaren. "Tests" gehn ja auch Tagsüber - sei es mit Sonnenfilter oder bei mäßiger Sicht am nächsten Kirchturm. Wenn es beim Fokussieren jenseits von 200x gefühlt minutenlang wackelt, merkt man das auch da.

Oh, und was die Fotografie angeht, also abgesehen von Sonne/Mond/Planeten: Falls man ne Gartensternwarte hat, kommt man da mit einer einzigen Ausrüstung aus, d.h. solange das Gerödel die komplette Nacht durchfotografiert, kann man bequem im Wohnzimmer anderen Dingen zuwenden. Als "Ackerfotograf" steht man aber nur dumm daneben - und hat daher idr. ein weiteres Gerät, mit dem man derweil beobachten kann.
Von so Kompromissen halte ich im übrigen eh nicht viel - also wenn ich noch dieses und jenes zukaufe, könnte ich vielleicht auch mal versuchen etc. ... nö - das haben einige (mich eingeschlossen) probiert, aber man scheitert das eine ums andere Mal und braucht schon verdammt viel Motivation, um dennoch dranzubleiben - und praktisch gibt man durch dieses ewige Kompromisseingehen und Nachbessern eh deutlich mehr Geld aus.
Falls eh schon eine Kameraausrüstung da ist, kann man für relativ kleines Geld mit Kleinstmontierungen wie Star Adventurer oder EQ3 genug Blut lecken oder bei letzerer schon ernsthaftere Einstiegsversuche machen, wobei man dann sehr schnell eine tragfähigere Montierung möchte. Da hätte der SA dann den vorteil, dennoch eine Kleinigkeit für die Fototasche zu sein, wenn man eh nicht guiden will bzw. nur kurze brennweiten bis 300mm nutzt. Für unterwegs eben.

cs
Jürgen
 
Danke ihr Lieben für eure Anmerkungen,

ich bin nochmal in mich gegangen, habe viel gelesen und mir weiterhin Rat geholt. Letztlich steckt bei dem von mir oben erwähnten Gerät doch ein Großteil des Geldes in der Technik, die wohl nicht immer zuverlässig funktioniert, wohingegen die Montierung eher etwas zu kurz kommt. Aber natürlich besitze ich kein nexstar Evolution und kann mir kein richtiges Urteil erlauben. Ist bestimmt ein sehr innovatives Gerät, aber ich habe das Gefühl, es ist nicht das geeignete Teleskop für mich.
Für einen vergleichbaren Preis könnte ich mir alternativ:

Einen 8" Newton (200/1000) auf einer AZ-Eq6 Skywatcher-Montierung zulegen. Was haltet ihr davon?

Ich habe den Eindruck, damit wäre ich ganz gut aufgestellt. Eine Einnordung ist nicht zwingend erforderlich oder über ein 2-Stern-Alignment machbar. Ich müsste mich sicher ein bisschen mit Handhabung der Montierung auseinandersetzen, aber das würde ich mir zutrauen, mit ein bisschen Übung und Unterstützung. Vom Gewicht her, ist es für mich als Frau vielleicht etwas grenzwertig, aber ich bin auch ein bisschen stark - manchmal - ?
Und ich würde mir den Weg für evtl. spätere Astrofotographieversuche offen halten. Einzig die Kombi im Ganzen erscheint mir etwas wuchtig und ich muss mir überlegen, wie ich die Gerätschaften verstaue, ohne dass sie im Weg stehen oder ganz aus dem Blickfeld verschwinden. Aber das ist sicher lösbar.

Sonnige Grüße an alle
Yvonne
 
Hallo Yvonne,

wenn du jetzt zum Achtzöller tendierst, würde ich zum 8" f/6 Dobson raten. Du bekommst die gleiche optische Leistung (und sogar je nach Interpretation noch mehr, da f/6 ohne Komakorrektor ein randschärferes Bild als f/5 liefert). Das Ganze ist einfacher aufzubauen und vor allem leichter, wenn du schon auf das Gewicht anspielst. Da würde ich mir die EQ-6 nicht antun.

f/6 ist auch weniger okular- und justagekritisch kritisch als f/5. Und wenn du später fotografieren möchtest, kannst du den Tubus immer noch auf eine parallaktische Montierung setzen. Unabhängig davon würde ich fotografisch erst mit kurzbrennweitigen Objektiven beginnen.

VG Christian
 
Danke Christian,

auch diese Alternative kreist bei mir noch im Kopf, ich dachte nur, dass eine eq besser zerlegbar und somit transportabler ist. Einen Dobson kann man ja nur zweiteilen. Was hältst du von einem flextube? Den könnte man schön zusammenschieben. Nachteil, er ließe sich später sicher nicht auf eine andere Monti bauen.

Und ich habe immer noch ein bisschen "Angst" hinsichtlich Sperrig- und Wuchtigkeit ?

Aber ich bin zuversichtlich in absehbarer Zeit glückliche Teleskopbesitzerin zu sein ?
 
Hallo Yvonne,

mit Flextubes habe ich noch keine eigenen Erfahrungen sammeln können. Sie sind naturgemäß anfälliger für Streulicht, aber dafür kompakter.

Ein Bekannter hat die 12" Version. Er meint, im Gegensatz zu Volltubus-Dobsons hat er damit noch NIE (!) eine richtige Justage hinbekommen. Andere hingegen beschreiben die Flextubes als sehr justagestabil.

Hier sollten sich Sternfreunde äußern, die mit den Geräten mehr Erfahrung haben.

VG Christian
 
Hallo Yvonne,

ich bin mit meinem 10" Flextube sehr zufrieden. Der ist absolut easy zu justieren.
Allerdings ein f/4,7 Newton. Um hochwertige (relativ teure) Okulare kommt man kaum herum. Ich nutze ihn mittlerweile nur mit Koma-Korrektor. Das ist aber Geschmacksache.

Die Flextubes sind kompakter zu verstauen, dafür aber schwerer und nur mit Aufwand auf eine parallaktische Monti zu bekommen. Ob sie für DS-Fotografie steif genug sind, kann ich nicht sagen. Planeten und Mond gehen gut (bei mir mit EQ-Plattform).

Für visuell würd ich Abstand von ner parallaktischen Monti nehmen und als Foto-Einsteiger beißt man sich die Zähne an einem so großen Teleskop aus, nachdem man viel Geld für nötiges Zubehör ausgegeben hat.



Grüße Alex
 
Hallo Yvonne!
Zitat von Galactica79:
Einen 8" Newton (200/1000) auf einer AZ-Eq6 Skywatcher-Montierung zulegen. Was haltet ihr davon?

Ich habe den Eindruck, damit wäre ich ganz gut aufgestellt. Eine Einnordung ist nicht zwingend erforderlich oder über ein 2-Stern-Alignment machbar. Ich müsste mich sicher ein bisschen mit Handhabung der Montierung auseinandersetzen, aber das würde ich mir zutrauen, mit ein bisschen Übung und Unterstützung. Vom Gewicht her, ist es für mich als Frau vielleicht etwas grenzwertig, aber ich bin auch ein bisschen stark - manchmal - ?
Und ich würde mir den Weg für evtl. spätere Astrofotographieversuche offen halten.
Im Gegensatz zu einigen anderen Forenteilnehmern halte ich die Kombination im Zusammenhang mit den Anwendungen für vernünftig. Die Montierung würde visuell noch einen Zehnzöller schaffen und ein 200/1200 ist okularunkritischer, aber 200/1000 ist wegen der Belichtungszeit dem 200/1200 vorzuziehen und wegen der Stabilität beim Fotografieren dem 250/1200.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Yvonne,

ich habe einen Skywatcher 200pds, f5, auf der AZ Eq 6 und bin sehr zufrieden. Man bekommt das Teil gut gehandhabt und die Montierung ist klasse. Optisch für mich absolut überzeugend, man muss halt ab und zu mal justieren - aber das geht alles :-)

Viele Grüße
Lars
 
Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure Empfehlungen, :huhu:

ich tendiere im Grossen und Ganzen zum 8" Zoll Newton auf einer stabilen EQ-Montierung und denke, dass ich damit nicht unglücklich werde. Eigentlich wollte ich bis zum Herbst warten, aber ich glaube, solange halte ich es nicht mehr aus :smiley61:

P.S. Weiss jemand, wie man PN verschicken kann, ich bekomme immer nur die Nachricht, dass dieser Dienst deaktiviert ist. :-/ (wollte Lars eine PN schicken)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Du brauchst ein paar mehr Beiträge und kannst dann einen Admin bitten, die Funktion bei dir freizuschalten.

Grüße
Alex
 
Hallo Yvonne

nur als Anmerkung, du suchst was "kleines" was wenig Platz in der Wohnung wegnimmt.

Das Evoution 925 ist aber schon ein Brocken.


Ich hatte mal eine EQ6 mit 8"SC
Das war schon nicht ganz ohne, wobei alles relativ zu sehen ist.
Ob das 9" für die Montierung ausreichend stabil ist.... sicher bei den Angeboten fraglich.
 
Hallo Yvonne,

Eine parallaktische Montierung ist etwas feines, aber unterschätze nicht den mit dem Aufbau und dem Alignment verbundenen Aufwand. Und wirklich kompakt ist das ganze Gerödel in der Wohnung auch nicht, sogar im zerlegten Zustand. Und das von Dir angedachte Setup kommt locker an die 2500,- ran. Das Geld ist also vorhanden.

Nach meiner Erfahrung macht ein parallaktisch montiertes Teleskop hauptsächlich dann Sinn, wenn FOTOGRAFIE unbedingt gewünscht ist. Wenn man das Geld in einen Dobson investiert, erhält man ein Teleskop das VISUELL ein Vielfaches zeigt, weil man viel mehr Öffnung bekommt. Und Öffnung ist bei der visuellen Beobachtung nun mal durch nichts zu ersetzen.

Für 2500,- bekommst Du einen 16" Gitterrohrdobson von ES und ein paar passende Okulare. Zerlegt ist der wesentlich kompakter als ein C9,25 + AZ-EQ6 + Stativ. Und er zeigt Dir durch die fast doppelte Öffnung viiiel mehr als das SCT jemals könnte.
Aber auch ein 8" Dobson ist viel kompakter verstaut als Monti +Stativ + Tubus. Einfach in die Ecke stellen, Tuch oder Tüte drüber und gut. Und dann wäre finanziell noch ein zweites parallaktisch montiertes Setup für die Fotografie drin.

Ich will Dir das parallaktisch montierte Teleskop nicht ausreden. Ich möchte nur Deine Gedanken noch mal in eine andere Richtung lenken, bevor Du Dich entscheidest. Seit ich meine Dobsons habe, benutze ich meine parallakisch montierten Setups kaum noch, weil Dobsons schneller und unkomplizierter aufzubauen und zu benutzen sind.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Yvonne,

Marcus hat meine volle Zustimmung.

Neben meinem 10" Dobson habe ich noch eine eine parallaktische AZ-EQ6 für die Fotografie mit einem 80mm APO (etwas viel größeres würde ich einem Foto-Einsteiger auch nicht zumuten wollen). Den APO nutze ich ab und an auch zur visuellen Beobachtung, dann aber auf einer AYO II. Das ist eine Alt-Az-Montierung. Gleiches Prinzip wie beim Dobson.
NIE, aber wirklich NIE würde ich zur visuellen Beobachtung mit dem APO meine AZ-EQ6 nutzen. Das Aufbauen und einrichten geht zwar mittlerweile völlig problemlos von der Hand, aber ich brauche dennoch mindestens eine halbe Stunde. Alles rausschleppen, Stromversorgung, aufbauen, Alignment, etc..
Mit der Alt-AZ-Montierung schnappe ich mir mein Gerödel (Teleskop ist meinst schon auf der Montierung drauf) und trage es einfach in den Garten. Fertig.
Bei meinem Dobson mache ich es ähnlich. Der steht fertig aufgebaut auf einem Rollwagen im Wandschrank. Das erspart mir das Geschleppe. Ich muss ihn nur noch auf die Terrasse schieben und vom Wagen heben. Fertig.


Viele Grüße
Alex
 
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