Newton 150mm oder 200mm? Oder Mak? Deep Sky bei Class 5 überhaupt sinnvoll?

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Hallo miteinander,

Ich bin Einsteiger und lese hier seit einiger Zeit schon mal mit. Trotzdem entschuldigt bitte falls die Frage saudoof und / oder redundant ist.

Die Frage welches Teleskop man sich holt hängt ja gerne davon ab ob man Astrofotografie machen möchte, Planetenbeobachtung, Deep Sky. Das verstehe ich. Den Unterschied zwischen einem Newton und einem Mak auch.

Ich weiß inzwischen dass ich vielleicht später mal Astrofotografie im kleinen Rahmen ausprobieren möchte, aber primär möchte ich erstmal das Beobachten wieder lernen.

Damit aber zu meiner Frage:

Ich habe keinen Garten, werde also auf jeden Fall das Teleskop transportieren und aufbauen müssen. Ich wohne in einem Bortle Class 5 Raum, könnte selten (1-2 mal im Jahr) in einen Class 4 Raum reisen. Macht Deep Sky Beobachtung (keine Fotografie) da überhaupt Sinn?

Falls nicht, macht es dann nicht mehr Sinn sich auf die Planetenbeobachtung einzuschießen und in ein Mak zu investieren?
Und habe ich mit einem Mak überhaupt keine Möglichkeit sinnvoll Deep Sky zu beobachten?
Und wenn Deep Sky dann eurer Meinung nach doch Sinn macht, welchen Unterschied macht bei Class 5 ein 200mm gegenüber einem 150mm Newton?

Wäre super wenn ihr da eine erfahrene Meinung zu hättet :)

Freue mich auf eure Antworten!
 
Es gibt durchaus viele lohnende Deep Sky Objekte, die man auch problemlos aus der Stadt heraus beobachten kann: M42, M31, M13 usw. Das geht auch wunderbar mit einem Fernglas z.B. 8x50. Insofern wirst Du sowohl mit 15cm als auch 20cm Öffnung arbeiten können.
Mir persönlich war z.B. wichtig, dass ich schnell starten kann: der Aufbau soll in kurzer Zeit erfolgen und das Teleskop samt Montierung und Zubehör soll noch bequem zu tragen sein. Insofern sollte man sich überlegen, ob man nicht zu platzsparenden und mobilen Bauweisen greift (z.B. ein C6 oder C8 auf einer azimuthalen Goto Montierung). Astrofotografie mit kurzen Belichtungszeiten, wie es bei Mond und Planeten der Fall ist, kann man damit problemlos machen.

Die MAK's haben den Vorteil, dass sie platzsparend sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo unbekannter Einsteiger,

GOTO ist bei hoher Lichtverschmutzung ein Muss! Eine verglw. größere Öffnung hellt den Himmel noch mehr auf. Kurze Brennweiten ebenso.

Da auch Mobilität gewünscht ist schlage ich für rein visuelles Beobachten kurzbauende 5" MAKs oder 6" CATs und geeignete Filter und/oder 3 - 4" Refraktoren plus Astrocamera für EAA und/oder Astrofotografie vor.

Als GOTO Montierung langt visuell und für EAA-only eine Alt/Az-Montierung der Discovery-Klasse (oder Celestron SE bzw. Nexstar) jeweils auf Stahlstativ in Verbindung mit Netzteil 12V/3A und/oder 17 Ah Powerpack für unterwegs.

Mit MAK 127/1500 (oder 4" Refraktor) oder C6 sind die genannten Montierungen ausreichend. Fotografisch geht auch ein C8 Tubus für EAA bis 10 Sek./Frame unguided auf der Discovery. Habe ich manchmal so im Einsatz.

Einen guten Überblick samt Erfahrungsberichten findest Du hier (unter "Teleskope"):


Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,
Hallo Paulchen,

Bitte entschuldigt die fehlende Vorstellung :) Mein Name ist Sebastian, ich bin Mitte 30 und würde gerne ein neues Hobby anfangen :)

Erst einmal tausend Dank für die kompetenten Antworten :) Das hilft mir schon sehr weiter.

Wie ist das denn mit der Auflösung beim SC? Ich habe gelesen, dass dort nahe Punkte gerne zur Scheibe werden können. Merkt ihr denn davon etwas bei eurem SC bspw. bei der Planetenbeobachtung oder bei Deep Sky?

Und GOTO ist ein absolutes Muss? Ohne gehts gar nicht?
 
Ich habe ein C8 und bin damit sehr zufrieden. Wichtig ist eine gute Montierung, damit nichts wackelt. Ich habe mir ein CPC800 geholt: das ist super stabil und gerade so noch zusammengebaut tragbar.

Ein "Muss" ist Goto m.E. nicht unbedingt, aber es ist schon sehr praktisch. Je heller der Himmel, desto schwieriger wird es mit der Orientierung, aber das ist natürlich auch Übungssache. An Goto mag ich, dass ich in kurzer Zeit möglichst viele Objekte anschauen kann, insofern würde ich mir auf jeden Fall eine GoTo-Montierung holen. Der im CPC800 eingebaute GPS-Empfänger stellt automatisch Uhrzeit, Datum und Ort ein. Und dann habe ich mir noch "StarSense" geholt: das ist eine Kamera, die auf das Teleskop geschnallt wird, den Himmel scannt und sich dann automatisch justiert. Da bin ich in 2 Minuten startklar. Aber StarSense ist schon recht teuer, das muss nicht sein. Die im NexStar-Controller eingebauten Justierungsvarianten gehen auch schnell und problemlos.
 
Hallo Sebastian,

Planetenbeobachtungen sind in jedem de erwähnten Teleskope visuell NUR kontrastreich, wenn diese hoch über dem Horizont stehen bzw. Du mit EAA und ca. 100 frames/Sekunde arbeitest. Da hilft dann die Stacking-Software beim Nachbearbeiten.

Generell bilden Refraktoren kontrastreicher ab (nicht zwingend bei Achromaten. Dort nur bei Schmalbandfotografie.) EDs und "echte" APOs sind da meist besser. MAKs liegen irgendwo dazwischen.

Natürlich geht es auch ohne GOTO. Die Discovery kostet als GOTO aber auch nur marginal mehr als eine gleich belastbare Non-GOTO Montierung.

Der entscheidende Vorteil: Sehen anstatt Suchen!

Denn oft wirst Du w/Wetter oder heller Sommernächte(!) versuchen müssen, möglichst viele Objekte in einer Nacht aufzusuchen - weil Du danach wieder Wochen auf besseres Wetter warten musst ...

Gruß,
Peter
 
Moin!
Wobei gesagt werden muss, dass das Aufsuchen auch Spaß macht. Und es ist zudem sehr belohnend, das gesuchte Objekt dann das erste mal zu finden bzw zu erkennen. Auch wenn man es die Nacht davor nicht gefunden hat. Man muss ja nicht immer möglichst viele Objekte in einer Nacht aufsuchen :)

CS Erik
 
Ihr seid klasse! Vielen Dank!

Das nimmt mir jetzt auf jeden Fall schon mal das ewige Hin und Her zwischen Newton und MAK / CS ab. Das C6 werde ich mir auf jeden Fall noch mal näher ansehen.

@Peter: Meinst du mit Discovery Montierung die hier? Skywatcher Montierung Star Discovery AZ SynScan WiFi GoTo

Für mich wird das jetzt langsam zur Frage Azimutale oder parallaktische Montierung und GoTo oder kein GoTo.
Das werde ich jetzt mal weiter verfolgen.

Vielen Dank für eure Hilfe :)
 
Parallaktisch finde ich nervig, weil es immer gefühlt ewig dauert, bis man alles aufgebaut und austariert hat. Wenn ich keine Langzeitfotografie betreibe, bevorzuge ich die azimutale Montierung.
Nimm Goto, dann hast Du alle Möglichkeiten, denn trotz Goto kannst Du die Objekte ja trotzdem auch manuell aufsuchen, wenn man Lust darauf hat (oder wenn das Objekt nicht im Handcontroller enthalten ist)
 
Hallo Sebastian,

willkommen im Forum.

Mich würde interessieren was Du bereit bist an Euros in die Hand zu nehmen?
Davon hängt (auch) ab was man Dir evtl. empfehlen könnte.

Nur als Beispiel:
- ein C8 kostet ca. 1400,-€. Der nackte Tubus, also OTA. Da ist "nur" ein 1,25" Zenitspiegel bei und ein kleiner Sucher. Da fehlt dann noch die Taukappe, die m.E. zwingend notwendig ist (wie auch bei einen Maksutov) und ein größerer Sucher.
- eine Montierung, egal ob parallaktisch oder Alt/AZ, die diesen C8 stabil trägt liegt bei einer parallaktischen bei ca. 400,- (z.B. EQ-5) ohne GoTo und mit GoTo so ab 800,- (auch EQ-5). Die nächst höherwertige, die HEQ-5 schlägt mit ca. 1000,-€ zu Buche. Bei Alt/AZ weiß ich jetzt nicht so genau wo die liegen, aber da wird nicht viel um sein.
- dann fehlen halt noch Okulare, Rotlicht... ...

GoTo ja oder nein, ich persönlich mags nicht mehr missen. Wie schon erwähnt hilft bei aufgehelltem Himmel.
Aber bitte GoTo, gehe zu, nicht mit einem Vollautomatismus verwechseln, so nach dem Motto aufstellen, einschalten und los gehts. Es ist und bleibt eine Auffindhilfe.
Da muss vorher schon ein bisschen was passieren, sonst greift das GoTo und die damit verbundene Nachführung nicht. Den ein oder anderen Stern sollte man schon sicher kennen.
Ja, elektronische Helferlein, GPS, WiFi... ..., sind interessant und können helfen, aber erhöhen den Euroeinsatz auch.

Ja, EAA ist ein interesantes Gebiet, aber für den Anfang beim grundsätzlichen Einstieg in das Beobachten, ich würds ein, zwei Jahre aufschieben. Erstmal das erstandene Equipment kennenlernen und sich damit vertraut machen und Beobachtungserfahrung sammeln.
Das gleiche gilt für mich bei Planetenvideos erstellen, was auch mit einer Alt/AZ GoTo gut geht.
 
Hallo mbba18,

Zu meinem Budget, da bin ich etwas variabel. Das C8 ist mir für den Einstieg eher zu teuer. Das C6 schrammt hart an der oberen Grenze dessen was ich für den Tubus ausgeben würde. Allerdings würde ich versuchen das gebraucht zu finden.
Bei einer Montierung rechne ich so mit 400 - 600€.

Mir geht es jetzt auch nicht darum hastig sofort einzusteigen, sondern ich lege mich hier und bei Ebay Kleinanzeigen gezielt auf die Lauer.

Werde auch hier in Stuttgart mal in der Sternwarte aufschlagen, sobald COVID das wieder zulässt. Vielleicht gibt es ja dann auch die Möglichkeit sich GoTo mal aus der Nähe anzusehen.
 
Sebastian,

ja die meine ich. Habe zwei davon - jeweils für meine "Inhouse-Sternwarte(nzimmer)" in Ost- und West-Richtung.

Dann aber bitte (mit Überprüfung & Einstellung!) hier kaufen:


oder hier, wenn Du "preisbewusst" kaufen willst:


Gruß,
Peter
 
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Hallo Sebastian,

schau mal hier, was mit den verschiedenen Öffnungen und EAA aus Stuttgart(!) heraus geht (Credits to @VisuSCor):


Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Ich weiß inzwischen dass ich vielleicht später mal Astrofotografie im kleinen Rahmen ausprobieren möchte, aber primär möchte ich erstmal das Beobachten wieder lernen.
das heisst, Du hast bereits visuelle Erfahrungen?
Ich habe keinen Garten, werde also auf jeden Fall das Teleskop transportieren und aufbauen müssen. Ich wohne in einem Bortle Class 5 Raum, könnte selten (1-2 mal im Jahr) in einen Class 4 Raum reisen. Macht Deep Sky Beobachtung (keine Fotografie) da überhaupt Sinn?
Ob es Sinn macht, kannst nur Du beantworten. Meine Ausrüstung wird Monate nicht benutzt, aber wenn ich die Möglichkeit habe, freue ich mich jedes Mal darauf.
Ich wohne in einer Straße mit viel Streulicht und vielen Bäumen. Derzeit stehen die Planeten recht tief und ich habe nur wenig Zeit zur Verfügung, bis sie wieder hinter Bäumen oder Häusern verschwunden sind.
Also baue ich mal kurz auf und wieder ab. Deep Sky Beobachtungen sind bei mir zwar möglich, aber ich bin mittlerweile Besseres gewohnt und somit verwöhnt. Selbst den Orion-Nebel schaue ich mir höchstens Mal zu Testzwecken an.

Falls nicht, macht es dann nicht mehr Sinn sich auf die Planetenbeobachtung einzuschießen und in ein Mak zu investieren?
Es kommt auf die Bedingungen vor Ort an. Wenn die Planeten auch bei Dir schnell hinter den Häusern verschwinden, dann weiss ich nicht, ob Dir das Spaß macht.
Auch gibt es nicht so viele Planeten, weshalb ich in diesem Fall nicht zu viel investieren würde.

Und wenn Deep Sky dann eurer Meinung nach doch Sinn macht, welchen Unterschied macht bei Class 5 ein 200mm gegenüber einem 150mm Newton?
Visuell verwendet man diese Newtons häufig als Dobsons. Das heisst, der Newton sitzt dann auf einer Rockerbox.
Als ich vor der Entscheidung stand, welches Teleskop ich mir kaufen sollte, schwankte ich auch zwischen einem 150/1200er und 200/1200er Dobson. Am Ende entschied ich mich für mehr Öffnung, was für Deep Sky-Beobachtungen wichtig ist. Auch hat der 200er mit f/6 ein günstigeres Öffnungsverhältnis. Ob der 150er einen Zweizoll-Auszug hat, weiss ich nicht.

Das erwähnte C8 nutze ich für die Planetenfotografie.
Vorteil C8:
Den Vorteil sehe ich in der Kompaktheit und beim Gewicht.
Der Nachteil dieses Geräts ist für mich der Preis, die lange Auskühlzeit und der Aufbau mit der parallaktischen Montierung (Balance, Gegengewichte usw.).

Vorteil Dobson:
Der Newton als Dobson ist günstiger, der Aufbau einfacher. Den Newtontubus hänge ich einfach in die Dobson-Montierung, hänge die Federn rein, nehme die Kappe vorne und das war's.
Nachteil des Dobson: Tubus ist schwerer als beim C8, aber für mich besser "greifbar". Planetenfotografie ist schwierig. Es gibt Leute, die verwenden dafür eine EQ-Plattform.

Thema GoTo:
Aus meiner Sicht braucht man GoTo nicht. Man lernt es recht schnell, sich am Sternenhimmel zu orientieren. Die Frage ist halt, ob Dir das Suchen und Finden Spaß macht. Für mich ist das der Kick, für andere Leute wohl eher ein Hindernis.

Welche Art von Montierung Du wählst, hängt von Deinen Zielen und Deinem Budget ab.

Gruß
Ronald
 
das heisst, Du hast bereits visuelle Erfahrungen?

Ja das habe ich tatsächlich. Vor Jahrzehnten jedoch. Habe dieses Hobby leider mit 14, da wir in eine sehr hell beleuchtete Großstadt gezogen sind aufgegeben. Hatte früher einen kleinen, günstigen, simplen achromatischen Refraktor von Bresser. Da will ich aber nicht mehr hin, da damit außer der Mondbeobachtung damals nicht viel drin war.


Ob es Sinn macht, kannst nur Du beantworten. Meine Ausrüstung wird Monate nicht benutzt, aber wenn ich die Möglichkeit habe, freue ich mich jedes Mal darauf.
Ich wohne in einer Straße mit viel Streulicht und vielen Bäumen. Derzeit stehen die Planeten recht tief und ich habe nur wenig Zeit zur Verfügung, bis sie wieder hinter Bäumen oder Häusern verschwunden sind.
Also baue ich mal kurz auf und wieder ab. Deep Sky Beobachtungen sind bei mir zwar möglich, aber ich bin mittlerweile Besseres gewohnt und somit verwöhnt. Selbst den Orion-Nebel schaue ich mir höchstens Mal zu Testzwecken an.

Was meinst du denn mit "besseres gewohnt"? Sind die Deep Sky Beobachtungen so schlecht?


Wenn die Planeten auch bei Dir schnell hinter den Häusern verschwinden, dann weiss ich nicht, ob Dir das Spaß macht.

Das Problem habe ich tatsächlich nicht. Ich wohne hier etwas außerhalb auf der Hochebene und bin schnell auf einem freien Feld.
Bedeutet aber, dass bei mir der Beobachtung immer ein Transport vorausgeht. Und der wird in jedem Fall mind. 100m tragen beinhalten, da ich hier an den möglichen Beobachtungsstellen nicht ranfahren kann. Deshalb spielt die Transportierbarkeit des Ganzen für mich auch eine entscheidende Rolle.
 
Hallo Sebastian,

wenn Dich so ein Schmidt-Cassegrain interessiert, kann ich Dir das Buch von Alexander Kerste, Astronomie mit einem Celestron Teleskop, empfehlen.
Dort werden alle Variationen ausführlich besprochen.

Die Rangehensweise nicht "hastig sofort einzusteigen" finde ich gut.
Du packst ja nicht unerhebliches Geld an.

Wenn Du Planetenvideos, mit einer Planeten-/Astrokamera, erstellen willst und daraus ein Einzelbild, ist nicht zwingend eine parallaktische Montierung notwendig.
Das geht auch gut mit einer Alt/AZ. Die Gesichtsfelddrehung spielt dabei nicht die Rolle wie bei DeepSky-Astrofotografie. Da ist eine parallaktische Montierung zwingend.
Bei Planetenvideos liegen die Belichtungszeiten im ms-Bereich.
Aber, wie schon gesagt, das mit der Fotografie, in welcher Form auch immer, würde ich später angehen.

DeepSky-Beobachtung steht und fällt mit dunklem Himmel und der Öffnung des Teleskop.
Da war Ronald wohl an einem recht dunklen Ort ;).

Transport scheint wichtig zu sein.
Bedenke, bei Newton ist Brennweite gleich ~Baulänge.
Mein C8 (2000mm Brennweite) hat irgendwas zwischen 40cm und 50cm.
Das Teil ist einfach handlich und hat noch einen Tragegriff.
Aber man darf nicht die so genannten "Nachteile" vergessen.
Schnell einsatzbereit ist der nicht. Je nach Temperaturunterschied kann das schon zwei Stunden dauern.
Taukappe ist notwendig, da der Spaß des Beobachtens sonst schnell vorbei ist, wenn die vorne liegende Schmidtplatte beschlägt.
DeepSky und da großflächige Objekte geht nicht so dolle, Du "fährst" halt gut rein in die Objekte.
Eben mehr Details, kommt jetzt drauf an was man mag und wie man beobachten mag.
Ähnlich verhält es sich auch mit einem Maksutow.
Planetenvideos erstellen geht prima, DeepSky mit DSLR wird ambitioniert.
 

Hallo Unbekannter,


ich seziere jetzt mal Dein Posting.

[...Ich weiß inzwischen dass ich vielleicht später mal Astrofotografie im kleinen Rahmen ausprobieren möchte, aber primär möchte ich erstmal das Beobachten wieder lernen....]

Astrofotografie und Beobachtung solltest Du erst mal trennen.
Auch, wenn es ein paar Parallelen (Kompromisse) gibt, sind das zwei paar Schuhe.
Bin seit 20 Jahren visuell dabei, und bin vor knapp einem Jahr in die Astrofotografie eingestiegen, das ist schon was anderes.


[...Ich habe keinen Garten, werde also auf jeden Fall das Teleskop transportieren und aufbauen müssen. Ich wohne in einem Bortle Class 5 Raum, könnte selten (1-2 mal im Jahr) in einen Class 4 Raum reisen. Macht Deep Sky Beobachtung (keine Fotografie) da überhaupt Sinn?...]


Ich bin ehrlich:
Du wirst recht schnell feststellen, das Bortle 5 auch kein Traumhimmel ist.
Viele Dinge wirst Du schlichtweg nicht sehen können, oder so schwach, dass einiges an Vorstellungskraft nötig ist, um zu "sehen".
Ich selbst wohne ich Düsseldorf (Bortle 6) und fahre sehr häufig in die Eifel nach Mechernich (Bortle 4).
Das ist ein Riesenunterschied.
Aber M31 Andromeda wird auch unter Bortle 4 immer ein diffuses Fleckchen bleiben, wenn man Glück hat und die Transparenz des Himmels stimmt sieht man ein paar Strukturen.
Aber irgendwann ist es auch rum mit den hellen Deepskyobjekten.


[...Falls nicht, macht es dann nicht mehr Sinn sich auf die Planetenbeobachtung einzuschießen und in ein Mak zu investieren?...]

Tja...wenn die denn gut zu sehen wären.
Mars beglückt uns ja mit einer hohen Position am Himmel, aber Jupiter und Saturn knurpseln sich recht tief durch den Horizontdunst.
Bis sich das ändert, wird es auch nochwas dauern.
Mond bliebe noch, da ist immer was zu gucken.
Da es aber auf dem Gebrauchtmarkt immer wieder Maks gibt, kann man sich durchaus so ein Spaß-Gerät kaufen, wenn man das Geld hat.
127er gehen für 250 - 300 EUR weg, ohne Montierung.
Ich überlege auch immer mal wieder, zuzuschlagen. ;-)

[...Und habe ich mit einem Mak überhaupt keine Möglichkeit sinnvoll Deep Sky zu beobachten?...]

Nicht wirklich.
Kleine Öffnungen gepaart mit großer Brennweite sind jetzt nicht die Idealkombination für Deepsky.


Du solltest aber vielleicht ernsthaft über Astrofotografie nachdenken.
Hier gelten andere Regeln, und auch an einem Bortle 5 Himmel kann man ordentlich was reissen.
Ein kleiner Apo auf einer EQ5-Klassen-Monti, da geht schon was.

Viele Grüße
Thomas
 
GOTO ist bei hoher Lichtverschmutzung ein Muss!


Das erschließt sich mir nicht.
Ich soll also viel Geld ausgeben, damit die Montierung auf ein Objekt fährt, was ich wegen der starken Lichtverschmutzung nicht vernünftig oder gar nicht sehen kann?
Das macht in der Astrofotografie Sinn, aber nicht im Visuellen.

Viele Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

das mit GOTO und hellem Himmel bezog sich auf die dann motwendige EAA Nutzung - da Du bei hellem Himmel noch mehr Schwierigkeiten hast, VISUELL DeepSky-Objekte durch Starhopping aufzufinden.

Gruß,
Peter
 
Hallo,

Was meinst du denn mit "besseres gewohnt"? Sind die Deep Sky Beobachtungen so schlecht?
ich meinte den Beobachtungsstandort. Wenn ich knapp 30km weiter fahre, habe ich einen besseren Himmel. Daran habe ich mich zu sehr gewöhnt.:love:

Das Problem habe ich tatsächlich nicht. Ich wohne hier etwas außerhalb auf der Hochebene und bin schnell auf einem freien Feld.
Das klingt schon mal gut.
Bedeutet aber, dass bei mir der Beobachtung immer ein Transport vorausgeht. Und der wird in jedem Fall mind. 100m tragen beinhalten, da ich hier an den möglichen Beobachtungsstellen nicht ranfahren kann. Deshalb spielt die Transportierbarkeit des Ganzen für mich auch eine entscheidende Rolle.
100m finde ich sehr viel.

Hier mal zwei Beispiele für die Schleppvorgänge von meiner Wohnung (Erdgeschoss) zum Auto, etwa 10-30m Fußweg.

Ziel: Planetenfotografie mit dem C8

1. Gang
C8 im Original-Lieferkarton, beide Hände dran.
Das kann man vermutlich optimieren, in dem man sich eine Tragetasche kauft und somit die zweite Hand frei hätte. Den Karton finde ich allerdings sicherer als die Tasche.

2. Gang
HEQ-5-Pro-Koffer und Stativ

3. Gang
Tisch und Stuhl (den Tisch brauche ich nur für den Laptop)

4. Gang
Akkukoffer und Planetenvideokoffer (z.B. mit Handsteuerung für Montierung, 12V-Kabel, Barlows, ALCCD5 mit Kabeln, Klappspiegel, 25mm Okular, 12mm Fadenkreuzokular mit Beleuchtung, Kompass, Kreuzwasserwaage)

5. Gang
Gegengewicht(e) und Laptop

6. Gang
Einkaufskiste mit restlichem Gerödel (z.B. Powerbanks, Taukappe, Stirnlupe)

7. Gang
Rucksack (z.B. mit Winterunterwäsche oder Nahrung) auf dem Rücken
Neuerdings habe ich noch einen Holzkasten als "Zelt" für den Laptop, weil mir die Laptopzelte zu klein sind.:)

Würde ich mit dem C8 nur beobachten, würde ich es ebenfalls auf der HEQ-5 anbringen, auf den Laptop samt Kastenverzichten und statt des Planetenvideokoffers den Okularkoffer mitnehmen.

Ziel: Beobachtung mit dem 200/1200er Dobson (Volltubus)

1. Gang
Tubus in der Tragetasche

2. Gang
Rockerbox und Okularkoffer

3. Gang
Rucksack (Klamotten usw.) auf dem Rücken
Astrostuhl

100m wollte ich die jeweiligen Ausrüstungen nicht schleppen wollen. Vielleicht findest Du eine Möglichkeit, wo Du weniger laufen musst.

Gruß
Ronald
 
Meine persönliche Erfahrungen.
Ich beobachte im Westen von Köln, da wirds ähnlich wie in Düsseldorf sein. Ich beobachte auch ab und zu im Raum Erftstadt, da ist es schon besser.
Ich habe einen 10'' Dobson von Orion mit push-to. Meiner Meinung nach ist der 10'' der optimale Dobson für einen Volltubus, der transportabel sein soll. 6'' und 8'' zeigen weniger und sind nur unwesentlich billiger (am Ende mehr dazu). Ein 12'' ist viel schwerer und größer und für mich allein nicht zu handhaben. Für mich käme als größeres Teleskop nur ein Gitterrohr-Dobson ab 16'' in Frage, vermutlich von Taurus. Der Vorteil des 10'' ist, dass man wenn man ihn im Einsatz hat, nicht mehr nach einem 12'' oder 14'' schielt, die Erweiterung der Beobachtungsmöglichkeiten wären zu gering.... bei einem 6'' oder 8'' ist das anders und man schielt schnell auf 12'' oder ähnliches. Ein wesentlicher subjektiver Faktor.

Ich hole die Rockerbox aus dem Auto und dann den Tubus der in der tollen Polstertasche von Orion ruht. Nachkollimieren selten nötig, da Volltubus recht robust ist solange man nicht heftig beim Einladen anstößt....

Sehr vorteilshaft beim push-to: Das Telekop kann stehen wie es will. Man stellt die Rockerbox einfach irgendwo hin. Egal ob nach Norden oder Südwesten, am Hang oder bergab. Man richtet den Tubus nach oben gegen den Anschlag und ENTER und dann zwei Sterne-Kalibrierung und das wars. Geht in 90 Sekunden. Keine Wasserwaage, kein Ausrichten mit Libelle, kein Ausrichten auf Polaris oder den Norden.... nix. Wie ein Vorposter gesagt hat: Desto heller und schlechter der Himmel, desto mehr ist go-to oder push-to von nöten. Ich kann mir den Einsatz eines Telrad-Suchers gar nicht am Stadthimmel vorstellen, wo ich vom kleinen Bären mit bloßem Auge nur 3 Sterne sehe....

Ich habe beim LX200 in ein neues Suchertelskop mit Winkeleinblick investiert (obwohl beim LX200 schon ein 50x8 mit Geradeeinblick dabei ist). Das APM 50 Sucherfernrohr mit Winkeleinblick und wechselbarem Okular im 1,25'' Standard ist wirklich super. Es passt in die originalen Schellen von Meade (oder auch Orion) und man kann beliebige Okulare verwenden. Schon mit einem Meade 26mm Super-Plössl hat man einen sehr wirksamen Sucher. Nun setzte ich das APM Fadenkreuzokualr 24mm 55 Grad ein und damit hat man die Leier mit allen wesentlichen Sternen z.B. ganz im Blickfeld und M57 ist sofort gefunden, wenn man die Position aus der Karte kennt. Das nur mal als Beispiel vom Kölner Vorort-Himmel.

Ich bin mit dem 10'' Dobson auch an den Planeten sehr zufrieden. Ich sehe z.B. beim Jupiter die wesentlichen Bänder und den GRF und beim Saturn die Cassini-Teilung im Ring und ein Band - lediglich der Mars ist wegen seiner Helligkeit ein sehr undankbares Objekt, wie hier schon die Vorposter schrieben. Ich kenne die Nachteile des Systems mit der kurzen Brennweite und besitze auch ein Meade LX200 10'' aber ehrlich gesagt, ich konnte in diesem Jahr, bei diesen niedrigen Planeten-Positionen visuell wirklich keinen Vorteil von f=2500 zu f=1200 feststellen. Ich beobachte mit den Baader Hyperions 5,10, 21, 31 und Meade UAW 6,7 und 14 mit beiden 10-Zöllern und ich kann nicht sagen, dass der Dobson schlechter ist. Man braucht halt beim Dobson viel weniger Okualar-Brennweite. Dafür spielt der Dobson seine kurze Brennweite bei hier sogenannten Deep-Sky-Objekten (ich hasse das Wort!! Die Leute hier reden von Deep Sky und schreiben M31, M42, M3, M15, M81, M82 .... Deep Sky ist für mich eher weiter weg.... sehr weit weg! Iich meine daher nicht "echtes Deep-Sky" sondern die ganzen offene Haufen, Kugelhaufen, planetarische Nebel und nahe Galaxien die man so als Paradeobjekte kennt) voll aus. Da ist die lange Brennweite des LX200 eher von Nachteil, da man Okulare mit exotisch langer Brennweite oder super teure mit riesigem Feld benötigt.

Mit Astrofotografie habe ich mich noch nicht selbst auseinander gesetzt. Ich habe aber verstanden, dass das Enttäuschungspotential auch bei China Montierungen der 1500 € Klasse signifikant ist, wenn die Sterne bei längerer Belichtungszeit dann eiförmig sind. Produktionsqualtitäts-Streuungen halt... Es gibt interessante Threads dazu hier. Bei den Optiken sind wir aber dann wieder beim Newton und beim SC oder bei Refraktoren .... nur nicht in Rockerboxen....

Ich finde es super schwierig, Empfehlungen zu geben die "verbindlich" sind. Mein Orion 10'' ist stock aus der Schachtel und der Oukalrauszug hat 2'' und 1,25'' Option per Reduktionseinsatz.. Trotzdem erlebt man krasse Beschränkungen. Die sehr verbreiteten normalen Hyperion Okulare sind in der 2'' Position nicht in den Fokus zu bringen. Das Hyperion Asperic 31 und 36 kann man dagegen nicht in der 1,25'' Position in den Fokus bringen. Verrückt oder? Ich würde hier nur konkrete Empfehlungen geben, wenn ich wirklich selbst genau diese Kombination ausprobiert habe. Ich habe noch den Thread im Kopf hier, wo der Neukäufer eines ES Dobson mit einigen ES-Okularen nicht in den Fokus kam und der Importeur keinen Rat wusste ausser das ganze Gerät 2x auszutauschen.

Zu den Preisen. Ich beobachte manchmal noch mit meinem ersten Teleskop, einen Vixen Cygnus 60L, der die 38 Jahre seiner Existenz prima überstanden hat. Vor zwei Wochen habe ich mir einen Denkar AE-61 Refraktor für unter 50,- € gekauft und die Abbildungsqaulität dieses Instruments begeistern mich aktuell bei jeder Beobachtung. Ich mache Astronomie seit 1983. Was hat sich seit dem an Innovationen neu ergeben? Die Dobson-Bauart und die go-to und push-to-Syteme mit digitalen Teilkreisen. Sonst nichts. Das LX200 gibt es in genau meiner Form seit 1990 bis heute, nur GPS und ähnliches Zeug sind dazu gekommen und sicherlich eine etwas bessere Coma-free-Schmidt-Platte. Eine Vixen-Polaris-Montierung aus 1990 ist heute noch voll konkurrenzfähig gegen ihre aktuellen billigen Nachbauten aus China. Daher sehe ich keinen Grund, aktuell bei einem Telekop-Kauf zu sparen und Leistung und Qualtiät auf Morgen zu verschieben. Wir werden auch Morgen und Übermorgen keine wesentlich (!!!!) besseren oder anderen Teleskope habe! Ein 10-Zöller kann einen ein ganzes Leben lang begleiten. Warum dann mit dem 6-Zöller beginnen und vielleicht 400,- € sparen? Das ist echt blödsinnig, denn die Kosten für Neukauf und das Verramschen des bisherigen Teleskops sind viel höher. Es gibt auch keinen Anlass, mit einem 6'' etwas zu üben, was der 10'' kann. Man muss nicht "klein anfangen".

Das sind mal meine ergänzenden Gedanken hier. Ich denke, ein 10'' Dobson mit push-to für ca. 1000,- € ist das Optimum visuell für den normalen Garten-Gucker und sicherlich kann man eine EQ-Plattform nachrüsten und dann auch fotografieren. Ich habe meinen Orion 10'' mit Inteliscope System neuwertig hier im Gebrauchtmarkt für 550,- € gekauft. Besser gehts meiner Meinung nach nicht vom Preis-Leistungs-Paket.

Viele Grüße

Guido
WOMBAT
 
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