Newton/Dobson Neuentwicklungen (aus Fernost)!?

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Hallo Günther,
ich hatte am gestrigen Abend noch einen Dialog mit einem "Profi". Und berichtete, daß ich einen havarierten Orion Optics 150 F/5 Ultra-Grade (lambda/10) erstanden habe und den erfolgreich wieder saniert habe. Man sieht kaum noch was vom Unfall. Frage vom "Profi": Was macht man denn mit 6" Öffnung? Meine lapidare Antwort sinngemäß "Sterne gucken".

Wie war das noch ? Jedes Teleskop hat seinen Himmel? Und die kleinen haben nen großen Himmel und man kann da sparen. Polemik an /Gemäß dem Motto: Hier kannst Du soviel schauen, Du wirst noch einige Zeit mit dem Gerät verbringen, bevor Du feststellt, daß es Dir ein großes Stück vom Sternenkuchen besser hätte ausschneiden können. Polemik aus. Z.B. mit einem Intes MakNewton, 6". Na Mahlzeit. Apo-Qualität. Aha, erst dann gehts wieder mit 6" Öffnung. Muß ich das verstehen?

Ich meine, daß sagt doch Einiges. Über die Wertschätzung solcher Geräte und über die grundsätzliche Beobachtungserfahrung. Klar beobachte ich z.Z. lieber durch meinen 18er. Doch die Preisdifferenz ist ob des Selbstbaus schon beachtlich. Und wenn es "nur" ein 18" Skywatcher Dobson wäre. Übrigens auch eine nette Alternative.

Mal davon abgesehen, daß der kleine ob seiner luxuriösen Ausstattung nicht aufs visuelle getrimmt ist. Das Ding hat immerhin eine 9 Punkt-Spiegellagerung, die man ja eigentlich für 6" nicht braucht. Und genau die ist so schlecht, daß man besser das bewährte Konzept von Skywatcher nimmt oder eine niedrigere 6 Pkt Lagerung verwenden kann. Mit etwas Glück haut es dann noch mit dem 30 mm Fangspiegel hin. Immerhin kostet das Gerät neu beachtliche 500 Euro. Man könnte schon, wenn man will. Man kann aber auch wollen, obwohl man es nicht kann.

Da sag ich nur: Gott sei dank ist das Gerät so klein, daß es noch nicht sprechen kann.

CS
 
Hallo Matthias,

da stimmt was nicht, was entscheidendes. Du schreibst:
dass es fast von allein in die richtige Richtung zeigt
Es muss aber heißen: ...dass es von allein fast in die richtige Richtung zeigt.

Nein... ich meine das nicht besonders witzig. Sondern das ist einfach mal eine gemachte Erfahrung.

Aber es geht noch weiter: Wie kann es sein, dass ein Gesamtpaket von 300 Euro wegen eingesparter Teile von ein paar Cents ein Totalversager werden soll? Und wie kann es sein, dass Du diese Perversion des Abstrakten Begriffs "Markt" verteidigst?

Die Antwort kann ich liefern: Teleskope sind komplexe Geräte. Man mag auch hochtrabend "Instrument" sagen. Man kann vom Einsteiger nicht erwarten, dass er Bedienung und Eigenschaften des von ihm favorisierten Geräts auch nur im Ansatz versteht. Darum kann der Markt auch einem motivierten und interessierten Käufer... Kernschrott unterjubeln. Und Beiträge wie Deiner: "Lasst sie doch mit Schrott gucken, dann sehen sie wenigstens was" verteidigen diese Unsitte.
Übrigens: Die Unsitte mag zwar zu Umsatz und Gewinn führen, findet der Betriebswirtschaftler also positiv, aber volkswirtschaftlich sind Schrott-Teleskope Ressourcenverschwendung und senken somit den Wohlstand.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

ich denke nicht, dass unsere Anforderungen den billigen (Optik)Schrott und das funktionsschwache (Elektronik)Spielzeug vom Markt fegen.
Folglich braucht da niemand um sein Recht fürchten, so etwas weiterhin kaufen zu können und zu dürfen. Des Menschen Anspruch ist sein Freund.


Gerrit, das Teleskop interessiert mich auch im Sinne des Threadthemas, leider kenne ich es nicht aus eigener Anschauung:

Zitat von MountyPython:
Hallo *entfernt*,
ich hatte am gestrigen Abend noch einen Dialog mit einem "Profi". Und berichtete, daß ich einen havarierten Orion Optics 150 F/5 Ultra-Grade (lambda/10) erstanden habe und den erfolgreich wieder saniert habe.

Mal abgesehen von der übertriebenen und wohl dadurch mißlungen Spiegelzelle und schlechten Kritiken für den OAZ älterer Modelle hat man ja wohl keine Dünnblchtuben mehr, sondern dickwandiges(?) Alu.
Dazu lese ich bei technischen Angaben einen Tubusdurchmesser von 167 mm :augenrubbel: und das ist ja wohl Außendurchmesser.
Das kann ja eigentlich nur auf deutliche Öffnungsvignettierung hinauslaufen (!?) und Velours fällt sicher auch flach.
Wie sieht es in dem engen Ding thermisch aus?

Ansonsten jou, "Profi" ist man oder eben nicht.
Plejaden oder die Krippe, der Doppelhaufen im Perseus, Andromeda-GX, Cirrus komplett, Nordamerika mit Pelikan, und so weiter und so weiter mit nem 18-Zöller sicher für "Profis" schick.

-3,5° Feld + x
-also Weitfeld, Aufsuche, Standardobkekte einfach nur gut
-schnelle Einsatzbereitschaft
-hochvergrößerungsfähig im Rahmen gegebener Öffnung
-selten seeinggestört
-leicht und auch leicht zu montieren
-am Stück transportabel

Wenn die Qualität passt, mehr als nur ein Zweit- oder Drittgerät.

Bei mir macht den Weitfeld-Job sogar ein 114/660er Dobson, da ist mir der 150/900er einfach zu "eng". Und....sogar am Planeten, da geht schon was, weil eben Auslegung und Qualität passen! :cool:

Ich will nicht wissen, wie viele solcher Kleinspiegelscherben so gut sind, dass dein "Profi" die"APO"-Geschichte heftigst überdenken müsste, wenn sie ins passende Teleskop eingebaut zeigen dürfen, was sie können.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Gerrit,

Da sag ich nur: Gott sei dank ist das Gerät so klein, daß es noch nicht sprechen kann.

Hm... doch. Ich meine schon. Ich meine schon, es kann sprechen. Man muss nur zuhören können und ich habe sogar absolute Einsteiger getroffen, die mit so viel Ruhe ins Okular geschaut haben, dass sie schon bei den ersten Beobachtungen einige der Probleme verstanden haben, die es durch den OAZ dem Feinsinnigen mitteilte.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Günther,

ja, wem schreibst Du hier wohl die Auflistung? Dem Profi der durch ein Okular schaut um festzustellen, wie gut die Sternabbildung ist. Der dem Astroamateur, der durch diese Gerät viele interessante Beobachtungen machen möchte.

Der angegeben Durchmesser ist der Innendurchmesser. Der Tubus verfügt aber über eine sehr gute Innenschwärzung. Das habe ich gerade mal überprüft. Weitere Messungen werde ich vornehmen. Es interessiert mich ja selbst. Denn ein 30 mm Fangspiegel soll da schon rein. Es kostet zwar keine Unsummen, daß Gerät auch in eine Trusstubus zu packen (dann wird der sehr kompakt und transportierbar, Aktentasche). Ist aber eine Baustelle, die ich aktuell erstmal zur Seite schiebe.
Bevor durch die Angabe des Innendurchmessers von 167 mm die Implikation auf das Wort "Jehova" zu Tage tritt, möchte ich am Wochenende erstmal das komplette Gerät vermessen und durch kalkulieren.

Die einen hören Teleskope sprechen, wiederum andere Flöhe husten.
Und am Ende des Misstrauens ist die Welt wieder eine Scheibe....aber keinen deut besser ;-)

LG
Gerrit
 
Hallo Gerrit,

na Dir brauche ich wohl die Liste nicht schreiben, auch wenn sie in einem Beitrag steht, in dem ich Dich aus anderen Gründen anspreche. :)
Ich schreibe sie schon den "Profis" die verlernt haben oder den Einsteigern die noch lernen könnten, gute kleine Teleskope zu schätzen.
Das setzt voraus, sie richtig einzuschätzen
und sie dann eben richtig einzusetzen.

Bei mir fiel der Groschen, als ich nach langer, ergiebiger Zeit mit dem 8-Zöller nochmal mein Einstergerteleskop, also den 114/900er aus der Mottenkiste holte.
Ich habe gestaunt, was der kann, irgendwie hatte ich das vergessen oder vorher nicht richtig hingeschaut.

Ab da waren immer auch Weitfeldgeräte mit dabei und es war klar, dass irgendwann ein 12-Zöller und noch was Größeres folgen würden, aber eben auch kleine, gute Teleskope die mehr als nur reine Richfielder sind, also großes Feld und Hochvergrößerung im Rahmen der Öffnung können, einfach sein müssen.

Ich höre gerade tatsächlich ein wenig die Flöhe husten.
Nicht negativ besetzt und völlig ohne Misstrauen, aber auch noch zu leise um da schon was draus zu machen. ;)

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

als ehemals Entwicklungsverantwortlicher für den genannten Explore Dobson sage ich jetzt nur zwei Dinge:
1) Das Geräte wurde in München entwickelt. Die Fertigung findet in Fernost statt. Die Entwicklung wurde von Leuten durchgeführt, die seit ganz vielen Jahren Amateurastronomen sind, und GANZ viel Ahnung von Dobsons haben. Und die übrigens nicht genannt werden wollen, weil sie keine Lust auf genau solche Diskussionen haben. Das gilt auch für andere Produkte, an deren Entwicklung bekannte Leute mitgewirkt haben.

2) Details, die nicht geschützt sind, fasst der Rest der Welt unter "Stand der Technik" zusammen. Selbst Patente laufen maximal 20 Jahre. Ich habe zum Beispiel nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Kollimierung von vorne vom Inhaber der Firma DarkStar Telescopes erfunden wurde. Die Firma gibt es seit fast 20 Jahren nicht mehr - es gab also keinerlei Grund das nicht zu verwenden.
Den Explore Dob als Beispiel für die bösen fernöstlichen Hersteller mit dem Ideenklau zu nehmen ist also schlicht falsch.

Das nur zur Anmerkung um einige Fakten klarzustellen. Ich werde mich an dieser Diskussion weder beteiligen noch etwas anderes kommentieren. Zum Thema Patent ist nur zu sagen, dass auch China dem PCT-Agreement beigetreten ist. Man kann Ansprüche also mit einer Anmeldung inzwischen weltweit durchsetzen.


Clear skies
Tassilo
 
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