Newton GSO600

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Sol

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Hallo,
ich bin neu hier im Forum. Kurz zu meiner Person:
Ich heiße Jens Hüsmann, komme aus Ritterhude (liegt bei Bremen) und beschäftige mich seit ca. zwei Monaten mit der Hobbyastronomie.

Ich hatte mir zunächst einen Refraktor (TS 102-1000) auf Sky-View gekauft. Im Deep-Sky-Bereich brachte der allerdings nicht dass, was ich erwartet hatte (Andromeda als verwaschener Fleck).

Da mich das Beobachten von Galaxien, Sternenhaufen etc. am meisten interessiert, habe ich mir nach dem Stöbern unter www.astronomie-service.de noch einen Newton (GSO 600 200/800) bestellt. Nach einigen Schwierigkeiten (der erste Tubus kam zerbeult an) hatte ich gestern Abend die Gelegenheit den Newton auszuprobieren.
Die Abbildung vom Mars war im Vergleich zum TS-Refraktor enttäuschend, hatte mehr erwartet. Deep-Sky Beobachtungen waren nicht möglich, da das Seeing bescheiden war.

Zum Einrichten des Sucherfernrohres am Newton hatte ich einen etwa einen bis zwei KIlometer entfernten Baum an einer Waldlichtung angepeilt.

Ich konnte den Baum mit einem 25 PLösselokular nicht scharf einstellen. Bei 20 mm Plössel gings etwas besser.

In beiden Fällen war der Auszug bereits am Anschlag.

Nun meine Frage:
War die Entfernung zum Zielobjekt (Baum) zu gering, mit dem Refraktor funktioniert das problemlos?

Ist ein Newton empfindlicher gegen Witterungseinflüsse als ein Refraktor (mit dem Refraktor konnte ich den Mars trotz schlechten Seeings wesentlich besser erkennen als im Newton)

Abschließend muss ich noch ergänzen, dass ich später bemerkte, dass der Hauptspiegel im GSO beschlagen war?

Gruß

Jens
 
Hallo Jens,
zuerst möchte ich doch anmerken, dass beide Teleskope ja schon zur fortgeschrittenen Klasse gehören, daher vermute ich mal (auch in Bezug auf die Zeit, in der du das Hobby betreibst), dass es v.a. 4 Faktoren sind, die deine Entäuschung hervorrufen: 1. zu hohe Erwartungen, 2. das meistens schlechte Seeing in den letzten Wochen, 3. evtl. schlechte Okularqualität, 4. Lichtverschmutzung
Im Refaktor sieht man Planeten generell etwas kontrastreicher als im Reflektor, insofern ist das bessere Bild beim Mars beim TS-Refraktor nicht verwunderlich.
M31 ist mal so mal so. Hab die Andromeda-Galaxie dieses Jahr auch erst ein einziges Mal bei extrem guten Seeing super gesehn. Anonsonsten ist sie eher - besonders in der Nähe einer Stadt, ein heller Lichtpunkt mit verwaschenem Nebel drumrum.
Es gibt also nicht so viele Gelegenheiten, die Objekte wirklich super zu sehn. Am Anfang ist man dann schnell enttäuscht, weil man von einem schlechten Seeing aus schnell generalisiert.
Kleiner Tipp: nimm doch mal Kontakt mit ein paar Kollegen aus deiner Region auf, um dein Bild direkt mal mit anderen vergleichen zu können. Dann wirst du wahrscheinlich merken, dass wir mit diesen Problemen alle irgendwie zu kämpfen haben.
Clear Skies
Michael

An Bino: na ob das so stimmt. Zumindest "visuell" habe ich in meinem 4' Refraktor im direkten Vergleich (C8, nen 8erDobson und ein LX-200) jedesmal mehr am Mars gesehn.
 
Hi Jens!

Das du mit dem Refraktor mehr Details auf dem Mars erkannt hast, wundert mich nicht:
1. Ein Öffnungsverhältnis wie f/10 bringt mehr Kontrast als eine f/4-Fotomaschine
2. Der Mars steht ja relativ tief -> kleine Öffnungen haben da wohl einen Vorteil

Ich hatte mir zunächst einen Refraktor (TS 102-1000) auf Sky-View gekauft. Im Deep-Sky-Bereich brachte der allerdings nicht dass, was ich erwartet hatte (Andromeda als verwaschener Fleck).

Naja, f/10 ist für Deep-Sky nicht mehr soo toll geeignet. Aber auch mit dem Newton wirst du bei M31 nicht viel mehr rausholen können. M82 und M104 z.B. sind da IMO schon interssanter.
 
Hallo,

> Abschließend muss ich noch ergänzen, dass ich später bemerkte,
> dass der Hauptspiegel im GSO beschlagen war?

Weil du "später" sagst - meinst du "drinnen", nach dem Abbauen? Dass
draußen während der Beobachtung der Newton-Hauptspiegel beschlägt
ist äußerst unwahrscheinlich. Wenn du das Gerät aber aus der Kälte ins
Warme bringst, beschlägt der Spiegel innerhalb weniger Sekunden.

Ciao,
Roland
 
Hi Tom,
das ist immer gut, wenn einer noch was lernen will <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Aber mal im Ernst. Bin ja auch erst ca. 3 Jahre dabei und hab mir nen Refraktor gekauft, weil die den Ruf weghaben, für Planeten besser zu sein. Beim Einstieg ins Hobby steht ma ja irgendwie vor der Entscheidung, Planeten oder Deep Sky. Und egal wo du dich informierst, ist das ja irgendwie der erste Hinweis: Überlegen dir was du beobachten willst und dann kauf dir das Teleskop.

Die optische Erklärung empfinde ich ziemlich kompliziert. Hab mir gerad ne Seite angesehn, auf der die bessere Kontrastleistung von Refraktoren gegenüber Spiegelsystemen erklärt wird:
http://www.amateurastronomiesachsen.de/praxis/aufloesung.pdf

Aber wie das in unserer Wissenschaft so ist: stimmt das auch?

Mein persönlicher Eindruck ist ja. Hab das Glück hier ein paar sehr nette und fitte Astrokollegen mit einer variantenreichen Ausrüstung zu haben. Wir treffen uns gelegentlich zum gemeinsamen Spechteln Und dann schaut halt jeder überall mal durch. Bsp. Marswoche in der Volkssternware Ubbedissen: am ersten Samstag war ein Super-Seeing (Milchstrasse als tiefweisses Band über uns). Insgesamt waren 8 Teleskope aufgebaut, 7 Spiegelsysteme und mein Refraktor. An dem Abend haben ca. 60 Besucher durch den Refraktor geschaut und ich dürfte mir von jedem zweiten anhören: "das Bild ist aber irgendwie schärfer als bei den anderen" oder "man sieht ja viel mehr von der Oberfläche" etc. Das nur so als empirischen Nachweis. Den kompletten Bericht der Marswoche kannst du dir hier anschauen
http://volkssternwarte-ubbedissen.de/himmel/mars/marswoche.html

Ich werd auch irgendwann mit einem Spiegelsystem nachrüsten. Da ich glaube, dass die natürliche Evolution eines Hobbyastronomen letztendlich in die Deep-Sky-Fotographie führt, komm ich daran wohl nicht vorbei <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

CS
Michael
 
Also erstmal vielen Dank für die Antworten,
ich hatte gestern Nacht Richtung Arktus geschaut und den Newton "unscharf" gestellt.
Die Abbildung war konzentrisch, falls das als Überprüfung der Justage reicht.

Jens
 
Hallo Roland,
es war in der Tat extrem feucht gestern Abend, der Tubus war außen mit Oberflächenkondensat beaufschlagt. Nachdem ich nichts mehr durch den Newton sehen konnte, habe ich den Tubus ins Wohnzimmer gebracht, kurze Zeit später war der Hauptspiegel beschlagen (feucht-warme Raumluft an kalten Spiegel.
Da die Sicht aber draußen schon merklich abnahm bis schließlich kaum noch was zu sehen war, muss wohl einer der Spiegel beschlagen gewesen sein.

Ich werde es heute nochmal probieren.

Übrigens konnte ich den Mars mit den Refraktor wesentlich besser erkennen, als die Wochen zuvor, trotz des bescheidenen seeings.

Könnte evt. am Zoom-Objektiv liegen, dass ich gestern erstmals benutzte.

Übrigens, woher kommt der Begriff "spechteln"?

Jens
 
Hi Jens,

also vorweg mal: Schön, daß Du Dich hier kurz vorstellt und noch besser, daß Du den Weg zu uns gefunden hast.

Jetzt muß ich aber doch mal zur Sache kommen. 2 Monate Astronomie, 2 Fernrohre - das kann allein schon wegen der Wetterbedingungen nicht funktionieren.

Den GSO 600 kenne ich sehr gut, da gibt's auf meiner Homepage was drüber zu lesen: GSO 600. Ich selbst habe das mit gleichen Optikdaten versehene R200SS .

Diese Geräte sind einfach keine Planetenkanonen. Trotzdem können sie bei gutem Seeing dem 4" FH-Refraktor Paroli bieten. Vorraussetzung ist aber eine einwandfreie Justage, und die ist nicht leicht zu erzielen. Du kannst Dich jedenfalls nicht darauf verlassen, daß nach dem Postversand die Justage noch in Ordnung ist.
Weiterhin kommt es bei den f/4-Geräten am Planeten knallhart auf das Okular an. Es ist ja allein schon ein Problem, auf die benötigte Vergrößerung zu kommen. Erst ab 5mm Okularbrennweite wird's spannend. Dann macht es auch viel aus, wieviel Beobachtungserfahrung man hat. Man muß das sehen lernen, und gerade bei der Planetenbeobachtung besteht die Kunst darin, in den wenigern "waberfreien" Augenblicken alle Bildinformation ins Hirn zu saugen.

Übrigens: Gerade DeepSky-Beobachtung, die ja mit diesem Gerät meist bei 100x stattfindet, lässt sich vom Seeing wenig beeindrucken. Allerdings von der Durchsicht und vom Streulicht sehr wohl. Ich denke, Du vermischst da nur die Begriffe.

Was die Schärfe des Baums angeht: Also erstmal ist die Naheinstellgrenze des Newtons wirklich "weit weg" - das ist konstruktionsbedingt, weil eben astronomisch (hoffentlich) keine Objekte näher als der Mond sind.

Überhaupt: 20mm Plössl und 25mm Plössl sind zwar für den Einstieg billig, und das Bild wird am F/4-Newton in der Mitte auch gut scharf, aber schon wenig aus der Bildmitte heraus beginnt die Unschärfe. Da helfen nur gute Okulare, die richtig Kohle kosten. Da habe ich Hemmungen, z.B. mein LV 30 zu empfehlen, denn wenn ich so denke 2 Monate jung ist das Hobby, und wenn das ne Eintagsfliege wird, dann hast Du einen Berg Kohle in den Sand gesetzt.

Also, nochmal allgemein. Der GSO ist in erster Linie eine Fotokanone, die dann für DeepSky und WideField auch sehr schöne Beobachtungsmöglichkeiten bietet. Gute Okulare sind erforderlich, damit das Gerät seine Möglichkeiten ausspielen kann. Zum Beispiel würde ich für DeepSky-Beobachtung so etwas wie das LVW 8 oder das 7mm Speers-Waler vorschlagen.
Jedenfalls ist ein 8" F/4 soweit richtung DeepSky spezielisiert, daß man gut Lust auf ein planetenoptimiertes Zweitgerät bekommt. Das müsste dann aber schon die Klasse eines 6" Mak oder Mak-Newton "russischer Qualität" haben.

Noch was zum Seeing: Also da jetzt die Nächte bereits sehr kühl werden, muß man der Optik schonmal 40 Minuten gönnen, bevor man sich den ersten Blick auf Planeten und Mond gönnen kann (DeepSky geht aber sofort, wegen der geringen Vergrößerung). Je nach Temperaturunterschieden muß man wohl schonmal 60 Minuten auf die Auskühlung warten. Mit einiger Erfahrung kann man übrigens schon (am unscharfen Stern) sehen, welches Seeing durch Auskühlung des Spiegels und welches wirklich durch die Atmosphäre entsteht.

Also, um mal zum Ende zu kommen: Ich habe das Gefühl, daß Du noch einiges an Erfahrung sammeln musst. Es war vielleicht etwas früh, gleich mit einem derart spezialisiertem Teleskop zu starten. Allerdings ist für DeepSky der 8-Zöller goldrichtig!
Der Andromedanebel übrigens, der wird unter einem richtig dunklem Himmel, so 6m visuelle Grenzgrösse - also in der tiefsten Wildnis, über 50km abseits einer grösseren Stadt, richtig interessant. 2 Staubstreifen erkennt man dann.
Bei Deinen Beobachtungszielen, also Sternhaufen und Galaxien, ist dunkler Himmel viel wichtiger als Öffnung. Das heisst: Absolut kein Mond, kein Stadtlicht. Bei planetarischen und Emissionsnebeln kann man sich mit Filtern (OIII, UHC) gut gegen Streulicht wehren. Für Galaxien und Sternhaufen geht dies nicht. Da stehst Du also in Stadtnähe auf verlorenem Posten, muß ich Dir leider knallhart sagen.

Vielleicht schreibst Du uns mal, was Du so an Ausrüstung hast, von wo aus Du beobachten kannst, usw...

Clear Skies
Sven
 
Hi Michael,

die Erfahrung, daß Refraktoren am Planeten mehr bringen, ist sicher eine Baucherfahrung vieler. Sie beruht aber darauf, daß man bei den "Bauchleuten" im Feld praktisch nie einen ordentlich justierten Newton findet. Wenn man allein die Instabilität typischer 114/900 Tuben betrachtet, dann ist nach der ersten Tubusdrehung jede Justage verstellt, weil die Rohrschellen den Tubus eirig drücken.
Hinzu kommt auch, daß man beim Newton mehr Sorgfalt auf die Schwärzung des Tubus verwenden muß.

Den absoluten Gegenschlag kann zum Beispiel Antonius Recker mit seinem 114/900 führen, der mit Velourfolie und sauberer Justierung so getrimmt ist, daß man Geschmackvoll bei 230x Planeten beobachten kann. Hier leistet der typische 100mm f/10 FH deutlich weniger, weil viel Detail im Farbfehler ertrinkt.
Betrachtet man jedenfalls derart ordentliche Spiegelteleskope, so zeigt sich deutlich, daß Obstruktion zwar nicht wünschenswert, aber beim planetenoptimierten Gerät eher als Farbfehler akzeptabel ist.

Clear Skies
Sven
 
Hi Jens,

leider nein. Es sollte grob konzentrisch sein, aber der f/4-Newton hat einen bemerkbaren Offset, das heisst, der Fangspiegelschatten muß einen "Tick" in Richtung vom Okularauszug weg verschoben (nicht verkippt) sein. Im Zweifel mal den Finger vors Teleskop halten, damit Du die richtige Richtung findest. Aber bitte nicht "auf eigene Faust" ohne Justieranleitung am Offset herumfummeln, daß geht beim empfindlichen f/4-Newton zu 100% in die Hose und Du siehst garnix mehr.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

gaaaanz schön viel Infos; also in meinem Köfferchen befinden sich:
Plösselokulare, 6,5mm, 9mm, 20mm und 25mm
Barlow-Linse, 2-fach
Sooligor HP-Zoom 8-24mm (neueste Errungenschaft)
Graufilter und Gelbfilter.

Übrigens Deine Homepage hatte ich mir schon vor zwei Wochen angesehen, war mit ein Grund, das GSO zu kaufen und die Kaufempfehlung vom teleskop-service.

Das Astronomie eine Eintagsfliege wird, wohl kaum. Das Thema interessiert mich seit Jahren, hatte nur kein Teleskop.

Wie justiert man denn den GSO? Ich habe einen Justierlaser; lt. Anleitung klingt das ziemlich simpel???

Was ist ein LVW8??


Jens
 
Ach ja, noch was,
ich wollte eigentlich den TS-Refraktor in Zahlung geben, habe es bisher aber noch nicht getan. Evt. behalte ich den auch.

Jens
 
Und noch mal ich,
hatte vergessen, von wo aus ich beobachte. Also, Ritterhude liegt ca. 20 KM vom Zentrum und 5 KM von der Landesgrenze Bremens entfernt, meine Teleskope baue ich im Garten auf.
So richtig dunkel wird es hier selten, besonders da meine Nachbarn ihre Gartenleuchten bis spät in die Nacht anhaben.

Jens
 
Also, Ritterhude liegt ca. 20 KM vom Zentrum und 5 KM von der Landesgrenze Bremens entfernt, meine Teleskope baue ich im Garten auf.

Na wenn du dein Auto benutzt, dann hast du aber schon bessere Alternativen.
Schliesslich habe ich ein einziges mal in meinen Leben einen Bortle 2 Himmel sehen dürfen, und das war in der Nähe von Gnarrenburg 10 Meter neben einer Strassenlaterne.
 
Ich bin ein geborener Fishtowner(Bremerhaven) und emigriere wie so viele dahin, wo es Arbeit gibt. Ich war auf einer Hochzeit, hatte also keine Zeit zum Spechteln, war aber beim Luftschnappen von der Qualität des Himmels geradezu erschlagen.
Ich glaube, das waren ganz spezielle Luftbedingungen (trockener Nordwind) damals aber ohne die Qualität des Himmels speziell in der Gegend wäre es auch nichts mit Bortle 2 geworden.

Ich habe zuerst etwas über die hellen eigenartigen Wolken gewundert, dann fiel in einen Zustand der Agonie, als mir klar wurde was ich dort sah. So etwas habe ich nie wieder erlebt, dafür müsste ich wohl 100 km von Berlin wegfahren. Den Bortle-Index findest du hier.
 
Hallo Sol,

Glückwunsch zu Deinen beiden Geräten, die werden Dir für laaaange Zeit viel Freude
machen. Allerdings kannst Du am Planeten mit dem GSO600 nur mehr erwarten, wenn das
Seeing mitspielt. Ich habe bis jetzt auch, da ich leider nicht oft Zeit hatte, die besten
Marsanblicke im 4,5" Newton gehabt und nicht im 8" f/4,5 den ich auch noch habe. Das Seeing
war meist so grausig, daß sich die 8" einfach nicht gelohnt haben. Weit nach Mitternacht soll
es ja manchmal besser werden, aber solange konnte ich dann nicht warten.
Also erste Grundregel in der Astronomie ist Geduld zu bewahren. Als Tip noch für Deep Sky, kann
ich nur sagen, daß man rausfahren muß, sonst lohnen sich zum Beispiel Galaxien wirklich nicht.
Beobachten mit erfahrenen Leuten in der Gruppe bringt einen schnell sehr viel weiter, als
wenn man alle Erfahrungen selber machen muß, dafür ist bei unserem Wetter einfach keine Zeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> !
Also schau mal im Treffpunkt Board, was so in Deiner Gegend los ist. Ich habe meine Astrobekannt-
schaften auch dort geknüpft.
 
genau so ein artikel wie dieser von udo schirpke
sind schon seit dem astronomischen mittelalter
nährstoff für das märchen vom "refraktor als
bestem planetengerät".

defakto ist ein refraktor sogar das schlechteste
planetengerät überhaupt!

beim achromatischen refraktor (so er überhaupt achromatisch
ist) mindert der farbfehler den kontrast deutlich,
beim apochromatischen refraktor wiederum ist man
im normalfall schon vom preis her auf öffnungen
bis 6" beschränkt.
zudem sind große refraktoren über 7" öffnung
nur mehr stationär zu betreiben.

daher verwenden die weltbesten planetenbeobachter wie
zb. Tan Wei Leong, Eric Ng, Ed Grafton, Don Parker,
M. Valimberti, Damian Peach, Thierry Leagault, Christophe
Pellier, Paolo Lazarotti und Thomas Brüll ( <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> )
auch keine refraktoren, sondern spiegelteleskope.
sowohl für visuelle, wie auch für fotografische
planetenbeobachtung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
defakto ist ein refraktor sogar das schlechteste
planetengerät überhaupt!

Na, da ich gerade sowieso auf Thierri Legaults Homepage bin, die Aussage unterschreibt er sooo nicht. Vmtl hast du die auch nicht so gemeint, wie er so hier (im Anfängerboard !) rüberkommt (vielleicht ja auch nur zur Provokation gedacht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ).

Without any doubt, at equal diameter and equal optical quality, the refractor can obtain slightly better results in high resolution, above all on the planets.

Aber dann kommt dann auch der Satz, den Du ja auch so oft betonst.

But comparing refractors and reflectors of same diameter is interesting only for an optician, not for an amateur whose aim is to obtain the best possible resolution with a limited budget. At equal cost, the advantages of a reflector whose diameter is considerably larger (2 to 3 times) are:


Diese Aussagen gelten natürlich für einen perfekt justierten Newton, und ich komme immer mehr zu der Vermutung, dass dies bei den schnellen Geräten gar nicht so oft der Fall ist. Den subjektive Eindruck von mikel kannst du jedenfalls nicht theoretisch wegdiskutieren. Und wer weiß, vielleicht purzeln die Preise Apos ja auch bald, so wie sie bei den Newtons gepurzelt sind.

Eine solche Justage ist für die Erfahrenen mit der Erfahrung von vielen Teleskopen und Beobachtungstagen im Rücken natürlich keine Hürde. Für einen Anfänger ohne Anleitung durch einen Erfahrenen ist das ein kleines Abenteuer.
 
Hi Tom,
es ist mir eine Ehre ("...weltbesten planetenbeobachter") <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Obgleich hier gleich nen Frevel kommt:
genau so ein artikel wie dieser von udo schirpke
sind schon seit dem astronomischen mittelalter
nährstoff für das märchen vom "refraktor als
bestem planetengerät" ...
...defakto ist ein refraktor sogar das schlechteste
planetengerät überhaupt!
Wunderbarer Gegenbeweis. Komme leider auch aus der Wissenschaftsecke, daher fehlt mir hier noch die Begründung. Die von Schirpke leuchtet mir wenigstens noch ein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
beim achromatischen refraktor (so er überhaupt achromatisch ist) mindert der farbfehler den kontrast deutlich
Der Farbfehler hat wahrscheinlich die selbe Funktion, wie beim Reflektor die Fangspiegelstreben und der Fangspiegel. Die mindern ja auch den Kontrast. Nur kann ich die schlecht mit nem Filter beheben.

Schaust du dir mit deinem Refraktor auf deinem Bild eigentlich grad eure Fledermäuse auf dem Dachboden an? Hört sich ja so an, als wär der nur für die Erdbeobachtung da
Aba mal ehrlich. ich kann einfach nicht glauben, dass jemand wie du Refraktoren allgemein so abwertet. Hab vielleicht auch was nicht bekommen, als ich mir meinen gekauft hab. Jedenfalls hat mir bisher noch keiner gesagt, dass man für die teurere Kohle eigentlich nur nen Übungsgerät fürs nachbarschaftliche Schlafzimmer bekommt, weil für Planetenbeobachtung an sich nicht geeignet. Hatte ich die Hälfte für nen GSO 600 ausgegeben, wär ich dann wohl jetzt in der Gruppe der eingeweihten Planetenexperten dabei. Warum sacht einem das vorher denn keiner?

CS
Michael
 
hey tom
ich finde deinen bissigen und intelligenten humor immer wieder klasse.
mit meinem 10" gso (den alle für ein extrem gutes exemplar halten) sehe ich weit weniger am mars als mit einem mk67 der ja nur 6" (glaube ich) hat

es kommt sicher neben dem seeing, auch drauf an welche okular teleskop standort kombination ich wähle.
auch ob man ein eher gutes oder nicht so gelungenes gerät seiner gattung sich im besitz befindet.

ich habe zwar astrophysikalisch sicher viellll weniger ahnung als die meissten von euch, aber probleme analysieren ist mein beruf.

und meinen kleinen erfahrungen nach, konnte ich bislang nicht behauoten es gibt ein ganz besonderes gerät für dieses oder jenes

der mars übrigens mit einem 16" aom gitterrohr und televue powermate und ca 800 fach vergrösserung war beeindruckend. wenn auch kontrast und details bei 450 fach besser waren

soviel dazu.
fast alles geht, wenn die vorraussetztungen stimmen
gruss
Thomas
 
Refraktoren/Newtons

Ich darf mal zum "Nachbar"-Forum rüberlinken und zitieren:
Die Oberfläche eines Spiegels muß 4 mal so gut sein wie die einer Linse, das hat mit dem Brechungsindex und der Verdopplung des Fehlers bei Reflexion zu tun. Daher ist so ein Vergleich stark abhängig von der Qualität der beteiligten Instrumente.

http://www.astrotreff.de/boards/topic.asp?TOPIC_ID=4969

Das ist schon mal ein Hard-Fact und nicht zu verleugnen....
 
hallo thomas,

ich werd auch weiterhin ein bischen bissig sein,
das macht richtig spaß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

mit meinem 10" gso (den alle für ein extrem gutes exemplar halten) sehe ich weit weniger am mars als mit einem mk67 der ja nur 6" (glaube ich) hat
das ist aber schade und sollte eigentlich nicht sein.

ich weiß jetzt nicht mehr ob dein newton einen lüfter hat.
wenn ja, sollte man mal kontrollieren, ob er auch kräftig
genug saugt. tubusseeing ist DAS hauptproblem bei einem
großen newton im volltubus.

wenn man das aber im griff hat und die kollimation passt,
dann zeigt der große sicher mehr details als der kleine,
außer bei wirklich sehr schlechtem seeing, aber dann zahlt
sich planetenbeobachtung sowieso nicht aus.

ebenfalls extrem wichtig: bei 10" öffnung und vergrößerungen
unter etwa 300x den mars mit einem graufilter dämpfen,
er ist sonst zu hell und die details werden überstrahlt.
der unterschied ist ganz erstaunlich. graufilter rein und
schon sind die details alle da!

liebe grüße, tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hi Jens,

Ok ich trau mich, dass zu beantworten, auch wenns schwer fällt
Übrigens, woher kommt der Begriff "spechteln"?
Spechteln ist wienerisch und heisst soviel wie "sich als Voyeur betätigen".

Meine Vermutung: diesen Begriff als astronomischen Dialekt haben wir Tom zu verdanken, weil er mit seinem Refraktor in Wien zuviel "Tagesbeobachtung" gemacht hat (nich böse sein Bino, is echt nur nen Scherz)

jedenfalls hab ich diese Übersetzung im Lexikon Wienerisch gefunden:
http://www.janko.at/Wienerisch/Lexikon/s.htm

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Gruss
Micha
 
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