Newton GSO600

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hi michael,

den farbfehler beim fraunhofer (oder auch anderen refraktoren)
kannst du mit einem farbfilter nicht beheben, sondern
nur kaschieren. es wird einfach ein teil des lichts
weggefiltert. dessen informationsgehalt fehlt aber nach wie
vor im bildobjekt und der kontrast ist daher immer noch
geringer als bei einem farbreinen system.

die verluste durch spinne und obstruktion, so diese
unter etwa 20% liegt, sind um einiges geringer
als die verluste bei einem achromatischen refraktor
durch den farbfehler. rechnen kann ich dir das jetzt nicht,
aber schau dir mal ein paar entsprechende MTF's an,
da sieht man das (kannste auch mit Aberrator selbst machen).

die lange stange auf dem bildchen ist ein Synta 120/1000er,
der sogar eine recht gute optik hatte, etwa 1/4 pv-wave.
der gesamtstrehl ist aber wegen dem farbfehler bei f8
dann deutlich unter 0.8, geschätzterweise etwa bei 0.6,
was man auch sieht. es fehlt bei hohen vergrößerungen einfach
die von mir gewünschte schärfe und der nötige kontrast
für die interessanten planetendetails.
zum experimentieren war es aber ein sehr feines gerät
und hat auch echt spaß gemacht, was es ja auch soll.

ich will die refraktoren nicht schlechtmachen, mein sager
von oben ist eher etwas humoristisch aufzufassen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
welches gerät man sich aussucht ist letzendlich auch wirklich
jedem sein eigener käse und die alten hasen wissen sowieso
was sie wollen und erwarten können.

wogegen ich aber etwas ankämpfen will ist, dass so pauschale
und daher völlig falsche aussagen wie "ein refraktor ist
für planten am besten" vor allem auf einsteiger abgelassen
werden, die sich dann einen billigen chinakracher mit f8
kaufen, der nichtmal achromatisch und dezentriert ist und sich dann
wundern, warum sie den GRF am jupiter nicht sehen, wo sie doch so
ein tolles planetenteleskop haben.

darum gehts und wirklich nur darum.

außerdem darf man auch nicht verallgemeinern
und nur von "den refraktoren" reden. da gibts ja soooo
viele unterschiedliche typen und qualitäten.
vor allem aber gibts heutzutage auch völlig überzüchtete
designs wie zb. 4"f5, die dann falsch eingeschätzt
und auch eingesetzt werden.

dein eigener 102M ist ja immerhin fast achromatisch und daher
für planeten auch nicht schlecht.
meine ok zu dem gerät hast du also <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Nabend, zusammen!

In diesem Thread kommt argumentativ IMHO nichts wesentlich neues, daher denke ich, dass es hoechste Zeit ist, endlich mal richtig vom Thema abzukommen.

vor allem aber gibts heutzutage auch völlig überzüchtete
designs wie zb. 4"f5, die dann falsch eingeschätzt
und auch eingesetzt werden.

Wieso meinen eigentlich immer alle, sie muessten auf dem 102/500 rumhacken?

CS Gernot
 
dein Teleskop steht hier ausser frage. hier gings um mein Vixen 102m, f9.8.
Da hast du noch mal Glück gehabt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
cs micha
 
Refraktor

Hallo Randolf,

gib doch mal einen konkreten Refraktor an:
-Öffnung
-Brennweite
-Typ (Ich nehme an FH mit Flint und Kronglas)
-Qualität (Vorschlag Strehl 0,90 bei 532nm)

Dann kann man vielleicht genaueres sagen...

MfG,Karsten
 
Re-Hallo,

der gernot hat außerdem für planeten noch ein
anderes gerät in seiner bude, einen großen, guten,
leckeren 8" newton

Der Gernot muss hier in mehrerer Beziehung korrigieren. Einmal liegt der 8"-Newton nicht in der Bude, sondern im Auto in der Tiefgarage. Und dann wurde auch der Newton auf dem Taubenberg schon als "grenzwertig" bezeichnet. Hat mich allerdings nicht so arg fertiggemacht.

Und vergess nicht mein ultimatives Planetengeraet: Das Lidlscope!

CS Gernot
 
Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für die vielen Anregungen und Hinweise, was ein "Bortle 2-Himmel" ist, habe ich kapiert, mein Standort ist davon leider weit entfernt.

Sven, Deine Vermutung, dass der GSO dejustiert ist, stimmt,
habe das mit dem Justierlaser geprüft. Der Laserstrahl war nicht in der Mitte des Hauptspiegels.

Die Methode, am Stern unscharf zu stellen und daraus abzuleiten, dass die Justage stimmt, muss wohl auch geübt sein.

Deinen Hinweis, nicht am "Offset" rumzufummeln habe ich zum Anlass genommen beim astronomie-service in Bremen vorstellig zu werden.

Der Rainer Böhnert wird mir in den nächsten Tagen zeigen, wie man den GSO am Stern justiert.

Interessant auch, was sich für eine aufschlussreiche Diskussion aus meiner Frage entwickelt hat, gefällt mir.


Bis bald


Jens
 
guter 10"er?

Hallo Thomas,

mit meinem 10" gso (den alle für ein extrem gutes exemplar halten) sehe ich weit weniger am mars als mit einem mk67 der ja nur 6" (glaube ich) hat
hmm,wie kommen diejenigen denn zu der Ansicht,
daß es ein extrem gutes Exemplar ist,wenn er
am Planeten von einem 6" distanziert wird?

Ich nehme an,daß dieses Urteil auf mehreren
Beobachtungsabenden beruht,also nicht nur an
einem Abend mit schlechtem Seeing lag?!

MfG,Karsten
 
Re: guter 10"er?

wahrscheinlich kamen die leute, alles erfahrene gucker, eventuell wegen deep sky beobachtungen zu dieser meinung,oder so? ich habe persönlich nicht so viel gesehen druch den mk67, allerdings machen die damit auch weitgehend bilder und weniger visuelles beobachten
wir haben mittlerweile einige beobachtungen getätigt, der mond ist brutal scharf bietet mit nem gescheiten filter sehr hohen kontrast- ich für meinen teil bin super zufrieden, vor allem weil ich mit allen umbau arbeiten an dem gerät nur 500 euro für bezahlt habe
(tom)einen graufilter (mars)habe ich allerdings nicht benutzt.
ist nicht meine aussage das gerät sei gut, denn ich habe dafür zu wenig ahnung davon

allerdings habe ich mittlerweile einige gute okulare, die machen ne menge aus. und nächste woche tauschen wir den okularauszug gegen einen william optics aus. hoffe dann auf nochmalige verbesserung des gerätes.

und tom
ja, er hat 2 lüfter, ein saugt einer bläst, das mit dem filter werde ich ausprobieren
danke für den tipp

gruss an alle

thomas


p.s.
als beispiel, M13 ist bis zum zentrum voll aufgelöst, das war einer der gründe, weshalb einige meinten, der GSO sei ein gutes exemplar


 
M 13 und so...

Hallo Thomas,

damit ich nicht mißverstanden werde,ich will
deinen 10" GSO
keineswegs schlechtmachen,ganz im Gegenteil.Mit Hilfe der Lüfter,
sowie streulichtschluckenderTubusauskleidung,guter Okulare
und geeignetem Filter wirst du bestimmt noch viel Freude an dem Teil haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .

Was du von deiner M13 beobachtung damit schreibst
ist doch ganz erfreulich,aber für den 10" kein Maßstab.

Gestern Nacht haben Sven Wienstein,André Walczak und ich
uns unter anderen M13 angesehen.
Er war auch im R200SS mit 3,5mm LVW und 3,5mm XW
bis zum Zentrum in Einzelsterne aufgelöst.
Im 200/1200er Dobson mit den selben Okularen bei 343x war das noch deutlicher.

MfG,Karsten



 
Na Und?

Hi Randolf,

diesen "hard fact" finde ich Quatsch. Und zwar will ich mal begreiflich machen, warum:

1. Da ein Spiegel mehr Schleifsorgfalt erfordert, lässt der Hersteller sie ihm zwangsläufig angedeien. Und der Preisdruck treibt den Linsenschleifer zur Schlamperei...

Was passiert, wenn man einen Spiegel auf einer "Linsenmaschine" schleift, ist allerdings tatsächlich grausig, das konnte ich neulich mal am Fall eines Kameraden sehen, der ein derartiges "Produktionsmuster" erworben hat. Der hat dann Carbo gekauft...

2. Der Refraktor hat 4 Flächen, die das Bild versauen können, der Spiegel nur 2.

Was nützen mir also "hard facts", wenn sie nun rein garnichts über die Qualität des Gerätes aussagen?
Tatsache ist, und das kann man auf jeder Wiese immer wieder gut bestätigt finden, daß bei Geräten gleicher Preislage der Spiegel den Refraktor tötet - am Planeten, wie am DeepSky-Objekt. Der Fairniss halber sollte man dann einigermassen ähnliche Öffnungszahlen an den Start bringen.
Das ist auch ein hard fact, dessen Allgemeingültigkeit nur durch die Existenz der Gurke gefährdet ist.

Was die kurzbrennweitigen FH-Refraktoren angeht - wie kann man mit solchen veralteten Pauschalaussagen diese Geräte einschliessen? Seid ihr von der Refraktorpartei alle blaublind? Oder von Nikotin vergilbte Augen?
Tatsache ist: Der Farbfehler von f/5 Achromaten stört sogar bei Beobachtungen mit hartem Kontrast. Feinste Mondkrater in den Maria saufen z.B. im Blausaum ab. Merkur vor der Sonnenscheibe - ohne Gelbfilter: Blau! Der Blaue Planet! Beim Jupiter strahlt das blau der weissen Bandzonen in die dunklen Bänder rein und hellt sie kontrastvernichtend auf.
Hinzu kommen bei diesen Röhren allgemeine Probleme, häufig Astigmatismus und das Wort "Öffnungsfehler" begegnet einem auch zu oft.

Was mich an dieser Sache eben merklich wütend macht, ist daß aufgrund solcher sorglos hingeworfenen Sprüche Leute verleitet werden, das falsche Teleskop zu kaufen!
Und jetzt kommst Du mit einem "hard fact", der genauso überpauschalisiert ist, und verteidigst derlei undifferenzierte Teleskopbewertungen!

Und da halt ich dagegen!

Clear Skies
Sven
 
Diese 6" / 10" Vergleiche sind (meist) Quark!

Hi zusammen,

ich will mich mal gegen diese Pauscalen "kleiner ist besser"-Vergleiche wenden. Und zwar deshalb, weil meine Erfahrung ist, daß die grössere Optik wegen Blendung versägt wird.
Die Praxis sieht ja so aus, daß das Seeing beiden Geräten eine ähnliche Vergrößerungsgrenze aufs Auge drückt. Da wird dann im 6" Mak mit etwa 210x auf Mars geschaut, und der 10" bekommt 200x oder 250x aufgedrückt. Dann vergleicht man AP 0,7 mit AP 1 oder gar 1,2. Unterschied: Mindestens 30%.
Ich persönlich habe bei Mars auch noch mit AP 0,7 ein Bledungsgefühl. Beim 6" packe ich dann einen leicht dämpfenden Filter hinein, zum Beispiel einen Orange. Der Dunkelrot ist zuviel, auch wegen der Empfindlichkeit des Auges. Das reicht dann aber beim 8" noch nicht, da muss dann sowas wie ein 8x Grau rein, und siehe da, auf einmal...

Will also sagen: Da ist nicht nur ein Seeing-Effekt, sondern meine Erfahrungen mit anderen Beobachtern gehen genau in die Richtung, daß man zum Vergleich unterschiedlicher Öffnung die Blendung auszugleichen hat. Unser Auge kann Kontraste eben nicht linear aufnehmen, deshalb ist die Kontrasterkennbarkeit bei dunklem Bild wesentlich "genauer" als schon bei "mittelhellem".

Tja, und sollte eben der angesprochene 6" zu 10" Vergleich dies nicht berücksichtigt haben, so ist er in meinen Augen unbrauchbar. Ebenso auch immer wieder die Querschläger 4" Refraktor gegen 8" Newton!

Clear Skies
Sven
 
Re: M 13 und so...

hey KaStern

ja da hast du sicher recht, das das kein masstab ist, ich werde mir mal von den anderen sagen lassen was da ein massstab sein könnte. und ich hatte es auch nicht als angriff aufgenommen.
du möchtest ja nur etwas heruasfinden respektive wissen, das ist doch okay

und durch deine fragen lerne ich nur, das ich versuchen muss, präzisere angaben zu machen, bzw aussagen zu tätigen

also gruss und, mist was haben wir gerade draussen einen schönen sternenhimmel.

bis bald

thomas
 
Re: Na Und?

Was die kurzbrennweitigen FH-Refraktoren angeht - wie kann man mit solchen veralteten Pauschalaussagen diese Geräte einschliessen? Seid ihr von der Refraktorpartei alle blaublind? Oder von Nikotin vergilbte Augen?

Einspruch Euer Ehren,
bin nicht von der Refraktorpartei..und die "Kurzen" waren wohl nicht gemeint...wenn ich Marty (Trittelwitz) da richtig interpretiere, also nicht pauschalisieren...kannst Ihn ja mal selber "anpinkeln"...

Ich habe zur Zeit 2 "vernünftige" Newtons (6" f/8 und 10" f/5,6), wie du vielleicht weisst?, und halt 2 FHs (einen "langen f/10" und einen kurzen "Reisespechtler" 4" f/6,5....)
jedoch schaue ich mir bei mittel-mässigem Seeing, wie es zur Zeit herrscht, nach vielen Vergleichen den Mars doch lieber mit 4" f/10 an....dazu ist es noch ne exzellente TAL-Optik.

Übrigens, zum System "Newton" gehören immer zwei Spiegel, HS und FS, während man beim Refraktor für "Hochleistungsaufgaben", den ZS oder das Z-Prisma doch besser weglassen sollte, oder???

Dass Linsen von verschiedenen Verarbeitern unterschiedlich gut bearbeitet werden, ist doch klar, woher kämen sonst die Unterschiede zwischen einem Zeiss A- oder TV- oder einem Chinakracher-Objektiv...
 
Re: Na Und?

Da fällt mir gerade noch so ein,
warum kuckt sich Ronald Stoyan eigentlich immer den Mars oder den Jupp mit seinem ollen Zeiss 120mm f/9 an, ist doch eigentlich bekloppt, wo er doch son guten 14"er Dobbi rumstehen hat......???
 
Re: Na Und?

Hi Randolf,

kennst Du die Qualität von den beiden Stoyan Geräten? Nein. Und wann ist ein 14" schon mal vom Seeing her auszufahren? Seltenst!

Was die 4 Flächen angeht: Die sind ja gerade ohne Zenitspiegel gerechnet. Schon gemerkt, daß eine Linse immer zwei Seiten hat? Und beim Einlinser sind wir ja noch nicht angelangt, obwohl das ja mal eine Innovation wäre, wenn demnächst Einlinser kommen, die dann Linienfilter beigelegt bekommen...

Sichtbar ist aber doch, daß dieses "hard fact" in der Praxis bis zur unkenntlichkeit verwässert wird.

Clear Skies
Sven
 
Re: Na Und?

@Sol:
Ich habe extra für dich eine dt. Justageanleitung aus dem Netz (IMHO ein gute) rausgesucht, da du von Zeit zu Zeit eh alleine justieren muß. Vielleicht ist es eine gute Idee, dass du dir den Text vorher durchliest/überfliegst, damit du verstehst, was der Astronomieservice-Mensch da gerade schraubt.

Ich will dich nicht bequatschen, aber bis nach Gnarrenburg und umzu zu fahren ist eigentlich nicht so eine große Strecke für Dich. Bei der Kilometerzahl komme ich gerade zur Berliner Stadtgrenze. So eine Fahrt erspart mir ca. 2 Zoll mehr Öffnung, zumal Bremen bei dir im Süden liegen, sprich dort, wohin man gewöhnlich am meisten blickt. In Gnarrenburg liegt die Bremer Lichtglocke im Südwesten und war kaum noch zu sehen.

@Rest: Ich bin aus Erfahrung kein Fan des Theoretisierens , wenn der Mensch als Wertungsinstanz fungiert. Alles schön und richtig, wenn wir einen linearen Sensor sprechen, aber es ist das Auge.
Dieser Farbfehler trifft auf verschiedene Lichtwellenbereiche spezialisierte Zäpfchen (Lichtrezeptoren) und die Signale werden dann im Hirn kompliziert verrechnet. Wie, weiß noch keiner so genau, ist auch Objekt der aktuellen Hirnforschung (das ganze Occipital-(Hinter)hirn ist immerhin mit Bildprozessing beschäftigt). Und wegen der Varibilität der Anatomie beim Menschen ist das eine vielleicht störend, was für den anderen akzeptabel ist, so wie jemand Kaffee gut verträgt und der andere davon Magenschmerzen bekommt.

Dort einfach nur die Fouriertransformierte der Öffnung zu nehmen ist eben nicht ausreichend, dazu müsste man mit den Funktionen der weiteren Bildverarbeitungsalgorithmen, der Zäpfchenverteilung etc. falten.
Wie gesagt, wenn jemand, der kein Händler ist, sagt, er hat subjektiv den besseren Eindruck durch das und das Gerät, dann muß man ihm IMHO abnehmen.
 
Re: Na Und?

Hi Sven,
du sachst doch selbst, solche Vergleiche sind alles Quark:
Tatsache ist, und das kann man auf jeder Wiese immer wieder gut bestätigt finden, daß bei Geräten gleicher Preislage der Spiegel den Refraktor tötet - am Planeten, wie am DeepSky-Objekt.

Ich hab zwar noch keinen Reflektor, werd mir aber einen besorgen, weil er in bestimmten Bereichen meinem Refraktor überlegen ist. In anderen Bereichen aber nicht, auch nicht in gleicher Preisklasse. Ich bin deswegen nicht blaublind, sondern berufe mich da auf meine Erfahrungen oder auf Artikel wie den von Schirpke (s.o.), auf den hier übrigens keiner ernsthaft eingegangen ist. Widerlegt doch mal die Argumentation dort, aber bitte nicht mit solchen Bauchaussagen wie "Tatsache ist" oder "Fakt ist" weil das eben so ist.
Meiner Meinung ist die beste Lösung die von Jens, nämlich beides zu besitzen und einzusetzen, je nach Seeing und Objekt. Und das machen ja wohl offensichtlich auch die, die ihr hier angeführt habt, um die bessere Leistung von Spiegelsystemen gegenüber Refraktoren zu untermauern.
Lieben Gruss & CS
Michael
 
Re: Na Und?

quark ist die pauschale aussage:

ein refraktor leistet am planeten
mehr als ein reflektor


das ist genauso wie wenn ich sage:

ein merzedes beschleunigt besser als ein BMW

ich frage dich: wer soll mit solch wirklich doofen
aussagen was anfangen können?

die sache ist doch ganz einfach. jeder der ein teleskop
kauft, will damit was sehen können.
wichtigster punkt vor einem kauf ist also mal für sich
selbst festzulegen, was das gerät dann mindestens
leisten soll, welche details es auf den planeten
oder auch im bereich deepsky zeigen soll.
die erwartete leistung sollte vom gerät auch erfüllt
werden, sonst ist man entäuscht und das beobachten
macht keinen richtigen spaß.
daher frage ich auch oftmals beim fragesteller nach,
welche erwartungen er an das gerät stellt.

hinzu kommen dann noch die punkte wie transportabilität,
nachführung ja/nein, budget, ...

konkretes beispiel: dein Vixen 102M. ich nehme mal an du
hast dieses gerät gewählt weil:
- es jene oberflächendetails zeigt die du dir bei planeten
wünscht sehen zu können
- es für dich im deepskybereich auch genug zeigt
- es noch gut transportierbar ist

du wirst es dir aber wohl nicht wegen dem artikel vom
schirpke gekauft haben, weil angelblich ein refraktor
das bessere gerät an den planeten ist? dann wäre deine
wahl nämlich die falsche gewesen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Na Und?

Hi Tom,

das kann ich alles nur unterstreichen, was du das sagst. Es stimmt übrigens nicht, dass der Spruch von mir ist:

"ein refraktor leistet am planeten mehr als ein reflektor"

Ich hab ganz oben geschrieben

"Im Refaktor sieht man Planeten generell etwas kontrastreicher als im Reflektor, insofern ist das bessere Bild beim Mars beim TS-Refraktor nicht verwunderlich."

Mir war dann auch schnell klar, dass das zu pauschal war. Darum hab ich ja in dem Posting, in dem Schirpke erwähnt wird, erklärt, dass diese Einschätzung mehr auf meiner persönlichen Erfahrungen beruht und das ein bisschen an der Marswoche empirisch untermauert.

Den Vixen Refraktor hab ich mir nur zuerst gekauft, weil ich glaube, dass Refraktoren für Einsteiger wie mich einfach leichter zu handhaben sind. Sie Dejustieren sich halt nicht so schnell. Mein Idee war von Anfang an eine gute Montierung und zwei Teleskope zu kaufen: einen Refraktor, mit dem man schnell loslegen kann und einen GSO (welcher weiss ich noch nicht), der dann in Ruhe in dieser Zeit auskühlen kann. Da ich zu dem Zeitpunkt gerade etwas flüssiger war, hab ich mir den Refraktor zuerst gekauft, da das nachrüsten mit dem GSO dann einfach nicht mehr ganz so teuer ist. Ein weiterer Grund war, dass ich am einfacher zu bedienenden System einfach noch mehr lernen wollte, bevor ich mich an einen Reflektor ranwage

Den Artikel von Schirpke kenn ich auch erst seit letzter Woche.

Noch nen Nachtrag: ich finde die Diskussion hier z.T. richtig polemisch. Wer auch immer welches System besitzt, damit wird es nicht automatisch zum non plus ultra. Jedes System hat Vorteile und Grenzen, die sich schlecht vergleichen lassen. Bei mir war die für Einsteiger einfachere Handhabung von Refraktoren bei der Kaufentscheidung maßgeblich und ich wußte vorher schon, dass ich dafür im Deep Sky Bereich Einbußen hinnehmen musste.
Wo aber genau diese Grenzen liegen, ist mir allerdings nicht so ganz klar. Hab diese Frage vor einiger Zeit mal unter "Teleskope" unter dem Subject "Vixen 102M" ins Forum gestellt, beantwortet wurde sie jedoch dort auch nicht direkt. Stell den Link dazu hierzu nochmal nachträglich rein.

Hier isser:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=Teleskope&Number=94282&page=2&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1

Gruss
Micha
 
Re: Ja Und?

im ersten artikel schreibt roland christen:

Typically, less than .01% gets through
the coating, but only 88% gets reflected back (SiO -aluminum). That means
some 12% gets absorbed or scattered.

die aussage für sich ist natürlich korrekt, aber in der
beobachtungspraxis siehts eben so aus, daß an einem
refraktor entweder ein zenitspiegel verwendet wird,
der also auch eine reflektierende fläche hat, oder eben
ein zenitprisma, das durch den glasweg zusätzliche
chromatische aberration ins system bringt (wenn das
objektiv nicht darauf gerechnet ist).

da du ja auch die anderen artikel vom roland kennst wirst
du sicher wissen, daß er bei spiegelteleskopen zu
einer möglichst hochreflektiven verspiegelung rät.
heutzutage kein problem, die gibts ab werk bei manchen
marken schon in der standardausführung (94-96% reflexion).
in diesem punkt hat sich beim roland hier sogar ein
sanfter wiederspruch in seinen artikeln eingeschlichen,
nobody ist perfect. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

im zweiten artikel schreibt er:

It would be interesting then to divide the cost of each lens by its
useful wavelength range. For instance, a 6"F8 Cde achromat selling
for around $800 today would come in at $10 per nanometer. (our 6"
EDFS at $4900 comes in at $7.90 per nanometer). Interestingly, an 8"
SCT selling for around $900 comes in at $3.81 per nanometer. No fair
asking how a Newtonian would fare!
klingt nicht gerade so, also wäre ein linsenteleskop das überlegene
design. defakto muß der umstand, daß jedes brechende glas
eine dispersion aufweist mit unglaublich viel geld und aufwand
wieder wettgemacht werden. Mr. Spock hätte da wohl die augenbraue
angehoben und sich gefragt, ob das logisch ist das überhaupt zu machen.
(das war jetzt absichtlich etwas polemisch, aber bei dem
kappes der hier gebracht wird, kann ich manchmal nicht anders.)

im dritten artikel schreibt er dann über die grenzen
bei der wahl des öffnungsverhältnisses:
The amount of color halo you see around a
star with any aperture will be inversely proportional to the focal ratio.
Thus an f15 scope will have half the color halo of an F7.5. A 20"F15 achromat
scope will have the same size color halo as a 4"f15 achromat, but because the 20"
has 1/5 the size Airy disc, the color relative to the Airy disc max resolution
will be 5 times worse for the 20" vs. the 4" scope.
hmmmm, da frag ich mich wie toll am planeten dann ein 5"f10 oder
gar ein 6"f8 fraunhofer am planeten sein kann. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

der 4"f15 wird ja noch gute bilder liefern, lediglich die
öffnung ist etwas mickrig, aber macht nix, nehmen wir halt
den 20"f15, vielleicht zeigt der ja trotz fünfachem farbfehler
mehr. die passende großsternwarte wird gegen aufpreis mitgeliefert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)

 
Re: Na Na?

Was passiert, wenn man einen Spiegel auf einer "Linsenmaschine" schleift, ist allerdings tatsächlich grausig, das konnte ich neulich mal am Fall eines Kameraden sehen, der ein derartiges "Produktionsmuster" erworben hat. Der hat dann Carbo gekauft...

Hi Sven,
du glaubst doch jetzt nicht aller ernstens, dass Meade, Celestron, Skywatcher, Vixen, Synta oder GSO (oder wie sie alle heissen mögen) handretouchierte Spiegel einbaut, oder???
 
Re: Na Und?

hallo michael,

auf die dort von dir gestellte frage auch ich dir auch selbst
geantwortet und tips zur optimierung des 102M gegeben.

wo dessen schranken bei deepsky sind, kann dir natürlich
keiner erklären, da diese schranken ja sehr breite
grenzen haben, je nach himmelsqualität, flächenhelligkeit
des objekts sowie verfassung des beobachters.

der eine sieht mit einem 102M galaxienfunzeln bis 13.5m,
der andere nur bis 11.5m. mit einem 8" newton bewegt man sich
sowieso schon in anderen sphären.

wo die grenzen bei der planetenbeobachtung sind ist
auch persönlich auszuloten. wo sie für mich sind kann
ich dir schon sagen.

der 102M zeigt auf meinem lieblngsplaneten jupiter
zb. NICHT: die A-Ovals in der SSTC, die Jetstream-Spots
im STBs, deren wanderung in die GRS-Hollow und um den
GRS herum, das entstehen der interessanten SEB-Outbreaks,
oder auch nicht die netten D-Spots im NNTBs....

auf saturn zeigt der 102M leider keine speichen
und helligkeitsstufen im B-ring, kein encke-minimum und
erst recht keine encke-teilung im A-ring und sollte mal
ein kleiner Spot irgendwo auftauchen, dann seh ich mit
dem 102M auch wieder nix davon.

das sind zb. einige tatsachen, warum dieses gerät für
mich persönlich als planetengerät nicht infrage kommt.
es leistet mir ganz einfach zu wenig. ein 8"GSO-newton
würde alle diese details zeigen.

wie du ja schon sagst, jedes gerät hat seine grenzen und
ein undifferenzierter vergleich ist meist quark und käse.
wenn du mal selbst den GSO-newton hast und mit diesem
umzugehen weißt, dann kannst du praktisch täglich
den direkten vergleich mit dem 102M machen und wirst
sehen, daß dir der newton immer mehr zeigt.
den 102M wirst du dann nur mehr sehr selten verwenden.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Na Na 2!!

Und jetzt kommst Du mit einem "hard fact", der genauso überpauschalisiert ist, und verteidigst derlei undifferenzierte Teleskopbewertungen!

Na, na, diese Position veteidige ich doch garnicht, wo soll ich das gesagt haben???? Da ich ja eh einen kurzen (f6.5) und einen langen FH (f/10) besitze, weiss ich, was Sache ist!!

Ich wollte eigentlich nur draufhinweisen, was alte Hasen, wie Martin Trittelwitz, so von sich geben.....Hat die Sache doch schön angekitzelt, nicht wahr??
Kurts Statement dazu find ich richtig gut....
 
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