Newton Justage mit ADC

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TigerClaw35

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Hallo Zusammen,

ich bin gerade dabei das neue OCAL Pro zu testen, was bisher wunderbar funktioniert. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen und habe die Justagehilfe gleich mal hinter einer Barlow+ADC+Filterrad gesteckt.

Dabei ist wie erwartet aufgefallen, dass je weiter die Stellhebel des ADC auseinander gehen, desto mehr verschiebt sich auch der FS/HS aus der Mitte, zumindest mit einer Kamera im OAZ betrachtet. Das bedeutet, dass der FS+HS-Mitte nicht mehr exakt mittig im Bild liegen. Bedeutet das dann im Umkehrschluss nicht auch, dass das einer Dejustage entspricht? Falls ja, müsste ich ja die Stellhebelposition für die entsprechende Nacht am Planeten ermitteln, um dann in exakt dieser Stellhebelposition vom ADC die Justage neu durchzuführen.

Mich würde mal interessieren, wie ihr das seht? Ich habe das Thema auch noch in einem anderen Forum gepostet, um möglichst viel Input zu erhalten :)

Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,
wenn Du einen ADC mit zwei Keilplatten benutzt, versetzt die optische Achse sobald Du die Keile gegeneinander verdrehst und kommst damit aus der optischen Achse Deines Systems, so wie Du es ja sehr anschaulich mit dem OCAL gesehen hast.
Um dies zu kompensieren, verwende ich zwischen ADC und Kamera einen sog. Nachführexzenter. Dieser erlaubt mir die Achse der Kamera nach der Verstellung des ADC neu zu zentrieren, ohne das ich das Teleskop verfahren muss. Der Planet bleibt somit exakt auf der optischen Achse des Instruments, die Du ja perfekt mit dem OCAL einjustiert hast. :y:

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

vielen Dank für den Tipp.

Dass es zu einer Aberrationkommt, war mir klar. Die Frage ist, ob das einer Dejustage des Teleskops gleicht? Das Teleskop an sich ist perfekt justiert. Das Lichtbündel wird vom HS auf den FS demnach sauber reflektiert. Erst beim ADC kommt es zur Aberration. Durch das OCAL sieht es dann zwar so aus, als wäre das System nicht korrekt justiert, aber da das Teleskop an sich justiert ist und der Versatz durch die ADC-Prismen verursacht wird, sollte es eigentlich passen.

Also kommen zwei Ergebnisse in Frage:

1. Durch die Prismenhebel des ADC sieht das System dejustiert aus, ist es aber nicht.
2. Durch den ADC wird die Justage zunichte gemacht und das System muss mithilfe des ADC speziell dafür justiert werden


Gruß,
Raul
 
Das eingestellte Objekt wandert bei Verstellung des ADC aus der ursprünglichen Position, es verschiebt sich also am Sensor und muss neu erfasst werden. Dejustiert wird das Teleskop dadurch nicht, weil bis zum ADC bleibt ja alles gleich, nur wird das Strahlenbüschel im ADC ausgelenkt.

Der ADC sitzt vor der Kamera, und wird nach wie vor mit dem kollimierten Strahlengang deines Teleskops gefüttert.

lg
Niki
 
Hi Niki,

danke dir. Genau das hatte ich mir gedacht. Der Hauptstrahl wird einfach nur abgelenkt.

Ich führe meine Justage aktuell mit einem Komakorrektur durch, der fast verkippungssicher ist. Ohne den Korrektor habe ich einen leichten Versatz. Das dürfte aber wohl an den Adaptern anstelle des Korrektors liegen. Aber auch hier würde es keinen Sinn machen, jedes Mal für jeden Adapter neu zu kollimieren, denn dadurch dejustiert sich das Teleskop ja nur. Am besten einmalig mit einem verkippungssicheren Mechanismus durchführen und fertig. Das wäre wohl der richtige Weg :)

Andererseits heißt es ja immer, dass man an seinem Justage Zubehör wie Laser das Gewicht der Kamera dranhängen sollte und dann erst kollimieren sollte. Das wäre dann ein Wiederspruch. Das mit dem Gewicht bezieht sich wahrscheinlich nicht auf das Verkippen durch Adapter, sondern auf den OAZ selbst, bei dem der Lichtstrahl mittig Auftreffen sollte. :)

Heißt also zusammengefasst: Gewicht von Zubehör am OAZ bei Justage dranhängen,dir Verkippung vom OAZ berücksichtigt wird. Wenn dazwischen später mehrere Adapter sind, die eventuell zu einem Versatz führen, dann betrifft es höchstens den Einfall des Lichtstrahls auf den Sensors, hat mit der Justage am sich dann aber nichts mehr zutun ...

Gruss,
Raul
 
Zuletzt bearbeitet:
1. Durch die Prismenhebel des ADC sieht das System dejustiert aus, ist es aber nicht.
2. Durch den ADC wird die Justage zunichte gemacht und das System muss mithilfe des ADC speziell dafür justiert werden

Gruß,
Raul
Dejustiert ist es nicht, die Bildmitte ist aber nicht mehr auf der optischen Achse. Interessant wird das erst, wenn der Versatz so groß ist, dass du z.B. beim Newton außerhalb des komafreien Felds bist. Je langsamer die Optik, desto mehr Spielraum. Mit Barlow wird das nicht so schlimm sein. Wie groß ist denn der Versatz?
 
Der Versatz war so gross, dass es ohne Komakorrektor nicht mehr schön aussehen würde :(

Ganz genau habe ich das aber noch nicht untersucht .

Gruss,
Raul
 
Bildmitte ist aber nicht mehr auf der optischen Achse.
Sollte keine Rolle spielen, da sind ja sämtliche Bildfehler eines Newtons (oder wasauchimmer) bereits geschehen. Der ADC ist ja normalerweise das letzte Glied vor der Kamera... und es wird das gesamte Bildfeld abgelenkt, samt aller Fehler des Objektivs...



lg
Niki
 
Hallo,

mir ist das ja am Sucher aufgefallen. Vorher genau justiert, dann die Hebel verstellt und schon muss ich den Sucher leicht nachjustieren oder ich merke mir die neue Position z.B. ein kleines Stück unter dem Fadenkreuz.

Optisch überwiegt aber die Bildverbesserung durch den ADC, da ist mir die Verschiebung egal.

Gruß,
Holger
 
Optisch überwiegt aber die Bildverbesserung durch den ADC, da ist mir die Verschiebung egal.
Es sei denn der Kamera-Chip ist klein (ASI224?) und die Brennweite lang... :alien:
Dann kannst Du "fang den Planeten" spielen. Hätte man mir nach 15 Minuten Hebelschwenkerei und Herumfahrerei mit der Montierung eine Waffe in die Hand gedrückt, ich hätte den ADC erschossen. :devilish:

lg
Niki
 
Um dies zu kompensieren, verwende ich zwischen ADC und Kamera einen sog. Nachführexzenter. Dieser erlaubt mir die Achse der Kamera nach der Verstellung des ADC neu zu zentrieren, ohne das ich das Teleskop verfahren muss. Der Planet bleibt somit exakt auf der optischen Achse des Instruments
Hallo Dietmar und Raul,
das finde ich einen interessanten Ansatz. Man sollte also tunlichst das Verfahren des Teleskops nach ADC Einstellung vermeiden. Da wäre es besser einfach die ROI zu verschieben, wenn man keinen exenter hat? Verfährt man hingegen das Teleskop kommt es zu einer Abbildung außerhalb der optischen Achse?
Im krassen Fall kommt es zur verschlimm-besserung mit ADC? Der Farbfehler ist zwar eliminiert aber...
VG Frank
 
Ja, ADC mit einfachen Keilen macht das Bild schlechter. Aber die Vorteile überwiegen ;)

Durch die Korrektur verschiebt sich die Abbildung. Daher ist ein Komakorrektor davor sinnvoll ;)

Lustigerweise warte ich bei den teuren Exemplaren immer noch auf Rückmeldung. Schade, dass es so wenig Hersteller für hochwertige ADCs gibt.

Gruss,
Raul
 
Durch die Korrektur verschiebt sich die Abbildung. Daher ist ein Komakorrektor davor sinnvoll ;)
Hallo Raul,
bei meinem Maksutov ist der Komakorrektor integriert;)

Deinen Ansatz beim Newton finde ich interessant, da ja nach dem Einstellen des ADC meist das Teleskop verstellt wird und das Bild nicht mehr in der optischen Achse ist. Das entfällt bei ADCs ohne Bildbewegung?
VG Frank
 
Hallo Frank,

genau so ist es. Die hochwertigen ADCs lassen das Bild auf der optischen Achse und führen keinen Astigmatismus ins System ein.
Dieser ist zwar nicht soooo groß, aber an punktförmigen Objekten bei hoher Vergrößerung zu sehen.
Bei Mond und Planeten geht der Effekt unter und die Vorteile durch die Korrektur des atmosphärischen Spektrums überwiegen.
Btw. : Kein Maksutov hat einen Komakorrektor eingebaut. Guckst Du mal Uwe Laux Astrooptik.

Viele Grüße Michael
 
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