Newton justieren: Chesire oder Laser?

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andres

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Hallo! Bisher hatte ich nur einen Refraktor. Jetzt habe ich einen Newton 114/900 von Skywatcher auf EQ-2 und stehe vor der Frage: Wie soll ich ihn justieren. Einfach ohne Okular reinschauen und ganz ohne Zusatzgeräte gibt mir keinen vertrauen. Demnächst kriege ich auch einen 114/500, was deutlich schwieriger zu justieren sein soll, d.h. die Anschaffung eines Gerätes (Chesire oder Laser) wird wohl an der Tagesordnung stehen. Was empfiehlt ihr so? Gruss, Andres
 
Hallo,

schau mal hier , hier und hier. .
Vielleicht hiflt dir das für´s Erste weiter!

Ich persönlich empfehle den Justierlaser, weil man den auch Nachts benutzen kann um das Teleskop zu justieren.

 
Hallo Andres,

siehe auch noch z.B. hier
oder such einfach im Teleskoppflege- und Bedienung Board

Gruß
Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich persönlich empfehle den Justierlaser, weil man den auch Nachts benutzen kann um das Teleskop zu justieren.
Selbstverständlich kann man den Cheshire auch nachts verwenden! Spiegelchen mit Taschenlampe (die jeder Sterngucker sowieso zum Karten lesen dabei hat) anstrahlen.
Ich empfehle die transparente Filmdose, geht genauso gut wie ein Chesihire (ist also besser als der Laser!) und kostet nix. Siehe mein Beitrag hier.
 
Danke schön für alle Beträge! Ich werde mir eine Transparente Fílmdose besorgen, wie Stathis es empfohlen hat! Übrigens, vielen Dank Stathis für Deine Webseiten, sind wirklich eine Inspiration für mich! ;-)
Gruss, Andres
 
Hallo,

das halte ich für eine gute Entscheidung!
Der Laser kann nur einen einzigen Schritt in der Justage-Kette besser bzw.
einfacher: das Ausrichten (des bereits korrekt zentrierten) Fangspiegels
auf die Hauptspiegelmitte. Ohne Laser ist man da darauf angewiesen,
einigermaßen genau abschätzen zu können, ob z.b. von den 3 Haupt-
spiegel-Halteklammern auch gleich viel zu sehen ist. Nachdem für solche
Aufgaben unser kognitives System aber bestens gerüstet ist, würde ich
bei der anstehenden Entscheidung für nur *eines* der beiden lieber
auf den Laser verzichten.

Ciao,
Roland
 
Ich schließe mich auch voll und ganz den Ausführungen von Stathis an. Ich fing mit einem Laser zur Newtonkollimation (laut Werbung kann es nichts besseres auf der Welt geben) an und bin auch schon seit einiger Zeit bei einer konfortableren Filmdose"(Chresier) gelandet. So ein Laser kostet nur schweine Geld, auch im Unterhalt (Batterien!) das man für ein gutes Okular dann nicht mehr übrig hat.
Das immerwieder zitierte Hauptargument für den Laser ist die Bequemlichkeit beim kollimieren. Mich stört es überhaupt nicht wenn ich beim kollimieren am 8" Dobson nach dem verstellen der Justierschrauben am Hauptspiegel zur Kontrolle duch das Justierokular schauen muß. Das dauert alles nur unbedeutend länger als mit dem Laser.
Ich will damit die Laserbesitzer nicht beleidigen, ich war ja selbst mal einer, aber sinnloser kann man meiner ganz persönlichen Meinung nach nicht sein bischen Geld zum Fenster heraus werfen!
Gruß Roland
 
Hallo Astrofan, hallo Andres,

ich sehe das ein wenig anders. Ich habe auch einzig mit einem Laser angefangen zu kollimieren. Zu der Zeit war ich eigentlich ganz froh das Teil zu haben. Dann habe ich aber meinen Fangspiegel ausbauen müssen und war nach dem Einbau erstaunt, daß der Spiegel selbst leicht verdreht sein kann und der Laserpunkt immer noch in die Mitte zurückgeworfen wurde. Soweit gebe ich Astrofan Recht, ein Laser alleine ist das ziemlich was für die Katz! Mit ner Filmdose hab ich danach neu kollimiert und zur Kontrolle den Laser angesetzt. Und siehe da, nix mit guter Justage. Entweder liegt es an meinen Augen oder an zu wenig Erfahrung, aber der Laserstrahl wurde nicht in sich selbst zurückgeworfen, geschweige denn das er die Mitte des Hauptspiegels traf. Ich gehe daher immer wie folgt vor. Erst Filmdose, dann Laser und abschließend noch mal schaun was die Filmdose so zeigt. Ich habe eigentlich sehr gute Erfahrung damit gemacht, und möchte auf den Laser als Kontrollgerät keinesfalls verzichten. Ok, das dauert ein wenig, aber wenn man zwei Stunden auskühlen lassen muß, hat man genügend Zeit "rumzukollimieren" was das Zeug hält. Ich setzte oft den Laser auch während einer Beobachtungsnacht an, z.B.wenn das Gerät viele starke Positionsänderungen ("rumdobsen" auf einer parallaktischen Montierung)durchgemacht hat oder wenns zum auftauen mal kurz im Wagen verschwunden ist. Ein Blick genügt dann um zu sehen ob sich die Optik verändert hat oder nicht. Also ich würde auf keine der beiden Justierhilfen verzichten wollen. Und sollte es sich um eine Geldfrage handeln, was ich nur mehr als gut verstehen kann, dann frag doch mal hier wo es die Anleitung zum Selbstbau einer Fokussierlasers gegeben hat (Kostenpunkt 20Euro). Ich weis es leider nicht mehr!

Clear Skies
Ulrich
 
Nun, der Aussage vom Ulrich kann ich bedingt zustimmen.
Ich würde aber sagen, daß die Benutzung eines Lasers eher eine Ansichtssache für sich ist, denn wirklich nötig ist er nicht. Mit Laser können sich, falls die optischen Achsen nicht grundsätzlich zueinander passen -besonders was die Justage d. Fangspiegels anbelangt- aber auch parallel verkippte Achsen der Spiegel, die dadurch nicht erkannt werden, einige Fehler einschleichen. Also eine ordentliche Justage mit Chesire o. Filmdose und was ich viel wichtiger finde als den Laser (der durchaus seine Daseinsberechitigung hat, für die die damit wirklich umgehen können) wäre die korrekte Nachjustierung mit auskekühltem Spiegel am Stern selbst.
Gruß Tom
 
Hi Tom,

Stimmt, existemtiell nötig ist ein Laser nicht, da reicht ein Chesire oder eine Filmdose. Aber nachts in der Pampa finde ich ein Chesire einfach nur kack....

Nun ja, nach dem gesetz Einfallswinkel = Ausfallswinkel wird, wenn die Spiegel nicht korrekt zueinander stehen, der Laserstrahl nie korrekt zurück geworfen. Somit kann man mit dem Laser dann schon mal die optischen Achsen aufeinander einrichten. Was natürlich nicht stimmen kann, ist die axial verschobene Lage des Fangspiegels zum Okularauszug. Steht der nicht exakt mittig im Okularstutzengesichtsfeld, dann gibt es Abdunkelungen und mehr Koma. Dafür, und für die schnelle Grobjustage, ist das Chesire optimal. Das Auge ist zwar empfindlich, aber leichte ovale Abbildungen der verkippten Spiegel kann man im Chesire kaum erkennen. Diese führen aber schon zu enormer verschlechterung des Bildes, da, würde man einen Laser an solch eine verkippte Optik halten, der Laserstrahl nicht exakt zurückgeworfen wird. Das bedeutet nichts anderes als Koma und Unschärfe. Somit ist der Laser ein modernes Werkzeug um unsere Hochleistungsoptiken sauber ausjustieren zu können. Ich halte sogar das Chesire für wesentlich schwieriger zu nutzen, da Erfahrung vonnöten ist, als den Laser.

Na ja: APO gegen NICHTAPO, LASER gegen CHISIRE, SC gegen MAK usw.. warum nicht alles zusammen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Clear Skies
 
Hallo Stathis,

als prominentem Großnewtonbauer bin ich dir sicher in der Justierung weit unterlegen. Aber ich hab da offen-
sichtlich was nicht begriffen: mit Cheshire stellt man doch wohl nur die Mitte im Okuauszug ein? Hab mir eins
gekauft und dann eigentlich gar nicht gebraucht, da wie Du auch sagst da die Filmdose genauso gut geht.
Aber darauf habe ich dann mit einem selbstgebauten "pointer-Laser" feststellen müssen, daß der Reflex vom
Fangspiegel bei meinem 114/900er fast 3cm von der Mitte auf dem Hauptspiegel saß! Mit dem Cheshire hatte ich
das nicht gesehen! Außerdem muß ich noch dazusagen, daß die wackligen Okularauszüge, die jeder außer den
Selbstbauern wohl hat, das Justieren noch zusätzlich zum Glücksspiel werden lassen und das sieht man mit dem
Laser auch sehr schön! Also ich würde den Laser nicht mehr hergeben - weiß allerdings immer noch nicht, wie ihr
da nachts im dunkeln mit 3 Schrauben am Hauptspiegel und natürlich ohne am Fangspiegel zu drehen mit einem
ständig davonlaufenden Stern die Kollimierung optimiert! Dreht ihr da einfach auf gut Glück dran rum?

Gruß
 
Hallo Ulrich,
Was natürlich nicht stimmen kann, ist die axial verschobene Lage des Fangspiegels zum Okularauszug. Steht der nicht exakt mittig im Okularstutzengesichtsfeld, dann gibt es Abdunkelungen und mehr Koma. Dafür, und für die schnelle Grobjustage, ist das Chesire optimal. Das Auge ist zwar empfindlich, aber leichte ovale Abbildungen der verkippten Spiegel kann man im Chesire kaum erkennen. Diese führen aber schon zu enormer verschlechterung des Bildes, da, würde man einen Laser an solch eine verkippte Optik halten, der Laserstrahl nicht exakt zurückgeworfen wird. Das bedeutet nichts anderes als Koma und Unschärfe.
Deine Äußerungen sind zum Glück falsch. Ich frage mich immer wieder worin die Gründe für die vielen Missverständnisse liegen: Vielleicht sind es die vielen Justieranleitungen im Netz sind oft als Stickmusteranleitungen ohne Erklärungen, warum dieser und jener Schritt nötig ist, aufgebaut sind. Sie sind zwar jede für sich meist richtig, werden aber oft durcheinandergeschmissen - bis der engagierte Sternfreund schließlich entnervt aufgibt.

Dabei sind die Grundlagen beim Newton ganz einfach:
1. Der Hauptspiegel muss so ausgerichtet sein, dass dessen optische Achse genau in die Mitte des Gesichtsfeldes fällt.
2. Der Fangspiegel soll möglichst viel Licht vom Hauptspiegel einfangen und zum Okular leiten
3. Der Okularauszug soll entlang dieser optischen Achse rein und rausfahren

Für genauere Erläuterungen empfehle ich von Nils Olof Calin die Grundlagen hier und dessen brilliante Justieranleitung hier

Dort wird auch erklärt, warum der Laser ungenau ist, er versagt nämlich genau im Punkt 1, dem wichtigesten Punkt
 
mit Cheshire stellt man doch wohl nur die Mitte im Okuauszug ein?
Es sorgt dafür das die optische Achse des Hauptspiegels genau in die Mitte des Okulars fällt (Punkt 1 meiner Erklärung oben)
...mit einem selbstgebauten "pointer-Laser" feststellen müssen, daß der Reflex vom Fangspiegel bei meinem 114/900er fast 3cm von der Mitte auf dem Hauptspiegel saß!
Na und? Wackel doch mal etwas an deinen Laser im Okularauszug, dann zappelt der Reflex quietsch vergnügt auf dem Hauptspiegel hin und her. Der Laser sendet einen Strahl aus dem Okularauzug aus. Wenn dieser in zusammenhang mit dem Fangspiegel nicht haargenau winkelig steht und das Spiel nicht null ist (und das ist bei fast keinem Okularauszug der Fall) fällt der Laserpunkt auf dem Hauptspiegel daneben. Das ist aber nicht das Kriterium für eine gute Justage!
weiß allerdings immer noch nicht, wie ihr
da nachts im dunkeln mit 3 Schrauben am Hauptspiegel und natürlich ohne am Fangspiegel zu drehen mit einem
ständig davonlaufenden Stern die Kollimierung optimiert! Dreht ihr da einfach auf gut Glück dran rum?
Ich justiere Okularauszug und Fangspiegel immer genau einmal - beim Bau des Teleskopes - und vergesse es dann für immer. Nach dem nächtliche Aufbau justiere ich jedesmal am Polarstern (der wandert nicht weg) bei sehr hoher Vergrößerung den Hauptspiegel (und nur diesen!) - das dauert bei mir maximal 2 Minuten, wenn ich allein bin und die Leiter rauf und runter rennen muss. Zu zweit geht es in 30 sekunden.
Wem der Polarstern nicht behagt, kann natürlich die Filmdose oder Cheshire nehmen. Nimmt man statddessen einen Laser, so muss man den Fangspiegel aufgrund der Toleranzen immer wieder neu einjustieren und zwar haargenau, dass er auch wirklich ganz genau die Mitte des Hauptspiegels trifft. Ist das nämlich nicht der Fall, justiert man am Hauptspiegel entsprechen dagegen, so das der Strahl wieder oben ins Zentralloch fällt und das ist genau falsch (verletztung der Bedingung 1 oben)!

Mein original Cheshire habe ich vor vielen Jahren verkauft oder verschenkt - weiss gar nicht mehr so genau. Einen Laser habe ich auch, den nehme ich ab und zu her um den Polierfortschritt meiner Spiegel zu prüfen (obwohl es auch da bessere Methoden gibt)
 
Hi Stathis,
ich hoffe das Deine Erläuterung bei vielen doch etwas mehr Aufgeschlossenheit gegenüber einer solch einfachen wie genialen Justiermöglichkeit, nämlich einer umgebauten Filmdose, erreichen kann.
Auch muß ich Dir unbedingt zustimmen das der allerwichtigste Punkt ist: das die optische Achse des Hauptspiegels( Mittelmarkierung) genau die Mitte des Okulars treffen muß!
Wenn der Fangspiegel nicht ganz genau zum Okularauszug stimmt wird die Schärfe auf der optischen Achse nicht beeinträchtigt, im Gegensatz zu einer ungenauen Justage des Hauptspiegels!Ich habe festgestellt das ich mit der Filmdose oder einen Chresier viel einfacher den Hauptspiegel zur Okularmitte einstellen kann als mit einen Laser. Auch wenn es viele nicht glauben wollen, auch Nachts kann man mit einer Filmdose mit Hilfe von Taschenlampenlicht sehr gut justieren. Man läßt dabei das Licht der Taschenlampe schräg von hinten in das Justierokular( oder von der Seite beim Chresier) einfallen, so das der Hauptspiegel das Licht durch den Okularauszug zurück reflektiert. Nun kann man die Mittenmarkierung vom Hauptspiegel und das Loch der Filmdose auf dem Hauptspiegel erkennen und perfekt zueinander zur Deckung bringen.
Für mich persönlich ist dies ein einfacher und sehr genauer Justiervorgang.
Gruß Roland
 
Hallo *.*

ich habe mich nach dieser Anleitung gehalten. Wenigstens ist sie auf Deutsch, denn das Fach-Chinesisch auch noch in Englisch zu lesen war mir echt zuviel.
Alles sehr gut mit Fotos dokumentiert.
Der genannte Trick mit der Mittenmarkierung aus einem Lochverstärkerring ist Klasse.
Bei richtiger Justage sieht man innerhalb des Rings genau seine Pupille...toll! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Ich habe erst seit kurzem mein erstes Spiegel-Teleskop und bin sehr zufrieden mit meiner ersten Justage... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

 
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