Newton-Teleskop Erstlingswerk

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TobeyMaguire

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Hallo zusammen,

Mir schwebt so Selbstbauprojekt in den kommenden Sommerferien vor. Entweder ein 8" Newton (für bestehende Monti oder doch Dobson) oder ein 11" Dobson.

Ich habe vereinzelt während der letzten Jahre immer wieder irgendwelche Informationsfetzen aufgenommen, vergessen, halb-vergessen etc. Nun möchte ich einige Fragen geklärt bekommen wo ich hoffe auf eure Erfahrungen zählen zu können.

Kann man etwa abschätzen (Erfahrungswerte) wie lange man für ein Erstlingswerk am arbeiten ist? 6", 8", 10", 12"?

Das Schleifen der Optik ist ja das eine (da gibt es auch gute Materialquellen mit Beschreibungen und Arbeitsanleitungen etc.). Aber was ist z.B. mit der Konstruktion des ganzen Tubus und Rockerbox wenn man (bis auf einen Hammer, Säge, Schrauben, Nägel und einen Bohrer an Ausrüstung) keinen blassen von Handwerken hat? Kann man es dann ziemlich vergessen? Wie geht man da vor bei der Planung und Konstruktion? Gibt es da irgendwo irgendwelche Anleitungen mit Verweisen wo man speziell vorsichtig sein solle, was es unbedingt zu vermeiden gilt und sonst nützliche Tipps um typische Baufehler zu vermeiden?

Gruss und vielen Dank,

Tobey
 
Hallo Tobey,

...keinen blassen von Handwerken hat? Kann man es dann ziemlich vergessen?...

ja und zwar gründlich. Dafür gibt es viele preisgünstige, professionell gefertigte und gut funktionierende Dobsons :Trost:.

Billiger wird man so etwas ohnehin nicht hinbekommen. Die notwendigen handwerklichen Fähigkeiten kannst Du per Internet genau so wenig erlernen wie z. B. Schwimmen, Autofahren und Anstreichen. Ich würde mir an Deiner Stelle ein 8"- oder 10" Dobson vom SH- Markt beschaffen. Dann kannst Du immer noch überlegen ob Du diesen tunen möchtest.

Gruß Kurt
 
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Genau Kurt!
Warum ein Puzzle machen, wenn man fertige Bilder kaufen kann. :Trost:

Tobey,
viel Spaß beim Bauen. Auch wenn man kein großes handwerkliches Geschick hat. Learning by doing. Selbst wenn die Kiste nachher kaum ästhetischen Ansprüchen gerecht werden sollte, kann ein gekauftes Gerät nicht gegen ein selbstgebautes anstinken.

CS
Chris
 
Hallo Kurt!

Das sehe ich etwas anders. Eines haben mir die letzten Jahre aktiver Hobbyastronomie gelehrt:

Selbstbau ist keine Frage des Könnens, sondern eine Frage des Wollens!

Wenn der Kopf nicht mitspielt, wissen die Hände nicht was sie tun sollen. Ist ganz einfach. Das größte Problem dabei findet sich in der eigenen Bequemlichkeit. "Wieso soll man es selbst bauen, wenn man es auch kaufen kann?"(*), ist daher ein sehr häufiges Argument. Und dann werden hunderte, gar tausende von Euro aus den Fenster geworfen, obwohl man die Dinge für einen Bruchteil des Geldes hätte selbst bauen können. Leute wie RolandH, StatisK oder ReinerV sind keine Optiker oder Feinmechaniker. Das sind wie Du, Tobey und ich nur Hobbyastronomen.


Hallo Tobey!

Ich habe unten ein Bild angehängt. Das ist ein 10"f/5. Die Optik(Hauptspiegel, Fangspiegel und OAZ) war vorhanden. Nach geschätzten 90 Stunden im TurboCAD(mal hier und da eine oder zwei Stunden) hat letztlich der Bau inklusive bohren, sägen, fräsen, schrauben, schleifen und lakieren gut 5 Tage gedauert. Firstlight war auf den ATB2007.
Insofern du preiswert an die optischen Komponenten kommen kannst, über den Gebrauchtmarkt oder alter Tubus, ist der Bau eines Gitterrohrdobs recht einfach. Über das Schleifen und Parabolisieren eines eigenen Spiegels würde ich an deiner Stelle noch nicht denken. Als Erstlingswerk hat der Selbstschliff einen sehr hohen Frustfaktor. Das kann dir unter Umständen die Lust an den ganzen Selbstbau versauen.
Ich empfehle dir erst einmal den Bau mit fertigen Komponenten und wenn du dann stolz dein Erstlingswerk zeigen kannst und damit beobachtest, kannst du dich immer noch mit der Materie des Spiegelschleifens auseinander setzen. Und du kannst später auf deine Erfahrungen beim Bau deines ersten Dobson zurück greifen(um es nun vielleicht besser zu machen).
Viel Spaß beim bauen, du wirst schnell merken, dass das mehr Spaß macht, als nur Stunden lang vor der Klotze zu sitzen.

Grüsse,
Matthias

(*) Ein gutes Beispiel, wie man Leute einfach so an die Wand stellt und sagt:"Bau' mir mal. Ende!", findet man hier.
 

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Hallo Matthias,

...obwohl man die Dinge für einen Bruchteil des Geldes hätte selbst bauen können...
wenn es um 8 bis 10" Dobsons oder so etwas in der Art geht dann schafft man es allein auf Grund der Material- und Hilfsmittelkosten nicht billiger im Selbstbau als fertig zu kaufen. Das scheint dir und vielen Einsteigern nicht so ganz sonnenklar zu sein. Als mehrfach- komplett- Selbstbauer ziemlich unterschiedlicher Teleskope wage ich das zu behaupten. Selbst der Zukauf fertiger Komponenten wie HS, FS und Okularauszug kann schnell teurer werden als der Kauf eines nigellnagelneuen Komplett- Dobson. Wer dann trotzdem noch selber bauen will, der sollte das nur wissen.

Nebenbei bemerkt kenne ich Roland, Statis, Reiner, Ulli Vedder ("Traveldob") und noch einige andere erfolgreiche Selbstbauer. Die sind allesamt erheblich handweklich vorbelastet und geschickt. Dehalb bleibe ich bei meinen Vorurteil dass jemand der bisher in seinem Leben nix bis garnix handfestes erbastelt hat auch kein brauchbares Teleskop bauen kann.

Gruß Kurt
 
Hallo Kurt,

das stimmt nicht. Ich war vor meinem ersten Teleskopbau kaum handwerklich vorbelastet. Mein erstes Teleskop war auch dementsprechend. Aber das nächste war dann schon besser. Und irgendwann habe ich mir dann auch zugetraut, ein Haus zu renovieren.

Von daher: Auf jeden Fall probieren mit dem Selberbauen. Im schlechtesten Fall lernst Du nur was dabei.

Viele Grüße
Reiner

 
Hallo Kurt,

in deine "Vorurteile" möchte ich nicht reinreden. Du solltest aber nicht "Einsteiger" in vornherein als Noobs verurteilen, die nichts auf die Reihe kriegen. Wie soll sich das auch ändern, wenn man denen mit solchen Kommentaren den Wind aus den Segeln nimmt?
Mein Dobs hat mir insgesamt ca.240Eulen gekostet, ein nigelnagelneuer Komplett-Dobson kostet in dieser Größe 500Euro. Ups... Ich habe aber für die Hälfte nun eine transportable Optik und keine häßliche Blechtonne, für die man das dreifache an Platz braucht.

Ulli Vedder mit Roland, Reiner und Statis gleichzusetzen und in einem Satz zu nennen, ist ein wenig unangebracht. Er hat sich seinerzeit fröhlich an den Ideen der ATM-Szene bedient um seine Traveldobs zu bauen und teuer zu verticken. Kannst du dich noch die Diskussion drüben im Blauen erinnern? Dieser Umstand hat zumindest Roland dazu getrieben, alle Bauberichte über seine genialen Dobs offline zu nehmen. Und er war da nicht der einzige.

Wie dem auch sei, wenn Tobey sich im Selbstbau versuchen möchte, dann werde zumindest ich ihm dabei unterstützen.

Grüsse,
Matthias

Edit: (Wieso brauche immer so lange zum schreiben...)

Hallo Reiner,
genau so erging es mir damals auch. Frei nach den Motto: "Mal sehen, was draus wird." Und wie es Chris(Watkin) so schon formulierte: Learning by doing! Anders funktioniert es auch nicht.

Nochmals Grüsse,
Matthias
 
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Zitat von Refek:
Ulli Vedder mit Roland, Reiner und Statis gleichzusetzen und in einem Satz zu nennen, ist ein wenig unangebracht. Er hat sich seinerzeit fröhlich an den Ideen der ATM-Szene bedient um seine Traveldobs zu bauen und teuer zu verticken.

Hallo Matthias,

hat jetzt zwar nichts direkt mit dem Thema zu tun, aber ich glaube, da verwechselst Du etwas. Ulli hatte es noch nie nötig abzukupfern, ganz im Gegenteil. Ich denke zu verwechselst das mit einem allseits bekannten anderen Hersteller aus dem Städtchen H.

Viele Grüße
Reiner
 
Oh Mist! :mauer: Da muss ich mich jetzt aber bei Ulli Vedder für meine Unterstellung entschultigen. Reiner, du hast recht, das war ein böser Verwechsler. :hochachtung:
Sorry Ulli!

CS,
Matthias

PS: die Suchefunktion im "Blauen" ist eine Katastrophe, habe eben eine Stunde gebraucht, um den Thread wieder zu finden.

PPS: Genug Offtopic - zurück zum eigentlichen Thema!
 
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Hallo Matthias,

hab nichts dagegen wenn Du jemanden, der sich als selber als „Noob“ outet ermunterst in den Selbstbau einzusteigen. Ich warne dagegen lieber. Können wir diese Meinungen nicht einfach nebeneinander stehen lassen?

...Mein Dobs hat mir insgesamt ca.240Eulen gekostet, ein nigelnagelneuer Komplett-Dobson kostet in dieser Größe 500Euro. Ups... Ich habe aber für die Hälfte nun eine transportable Optik und keine häßliche Blechtonne, für die man das dreifache an Platz braucht...

Ja dann freu Dich darüber :). Aber sorry, wenn ich deine Konstruktion sehe kommen mit große Zweifel an der mechanischen Stabilität der Optik die nun mal bei einem hochwertigen Newton zum Programm gehört. Mit der hesslichen Blechtonne oder einer ordentlichen Gitterrohrkonstruktion hätte man dagegen weit weniger Probleme.

In Deinen "ca.240Eulen" sind wohl kaum auch die Gesamtkosten für den Spiegelschliff d. h. incl. Rohling, Schleif- und Poliermittel, Schleiftool, Prüfvorrichtung sowie die Kosten für die Verspiegelung enthalten. Die gehören aber zu einem kompletten Selbstbau dazu.
...Ulli Vedder mit Roland, Reiner und Statis gleichzusetzen und in einem Satz zu nennen, ist ein wenig unangebracht…
Du scheinst nicht zu wissen dass Ulli Vedder Ingenieur in Sachen Maschinenbau ist und so nebenbei als Hobby Flugmodellbau* betrieben hat. Vor einigen Jahren hat er den ITV- Preis mit seinem 10" Bino- Dobson gewonnen. Ulli ist ein Könner unter den anderen genannten Kollegen, denen niemand so schnell etwas vormachen kann.

@ Tobey,

…Kann man etwa abschätzen (Erfahrungswerte) wie lange man für ein Erstlingswerk am arbeiten ist? 6", 8", 10", 12"?...

Ein Schulfreund von mir, gelernter Feinmechaniker und Feinwerktechniker hat allein für den Selbstschliff seines 10“ f/6 Spiegels (Erstlingswerk) mehr als 100 Arbeitsstunden aufgewendet. Für die Fertigstellung des Dobsons hat er schätzungsweise mindestens weitere 200 Stunden gebraucht.
Für meinen 12" Dobson in Gitterrohrbauweise hab ich insgesamt schätzumgsweise ca. 200 Stunden verbraten. Das war allerdings kein Erstlingswek. Wenn Arbeitszeit für Dich irgendwie geldwert ist dann kannst Du den Selbstbau in der angenommen Öffnungsklasse 6“ bis 12“ total vergessen.

Gruß Kurt

*Ulli, mein o.g. Freund, meine Wenigkeit sowie einige andere mir bekannte Teleskopbauer haben sich alle recht intensiv mit Flugmodellbau beschäftigt :cool:.
 
Hallo

@Tobey: kauf dir das Buch "The Dobsonian Telecope". Da finden sich viele Antworten auf deine Fragen. Lies das Buch durch und du wirst in der Lage sein, einen einfachen Dobson zu bauen.

@all:

Ich denke, wenn jemand selbst bauen will, dann soll er das ruhig tun. Man lernt sehr viel über den Umgang mit Holz, Metall und Werkzeug.

Mein allererster Selbstbau (ein 8") ist aufgrund einer falschen Berechnung des Schwerpunkts einfach umfgefallen, wenn man ihn in Richtung Horizont geneigt hat. Gut, war Murks und ich hab daraus gelernt. Mein zweites Teleskop mit dem Namen "Feivel" hat es mit seinen etwas mehr als 4kg Gewicht dagegen gleich in die Zeitschrift Interstellarum geschafft. In der Folge gings weiter mit einem 22kg leichten 18". Und nun hab ich ein 6.5kg leichtes 10", das so stabil und steif ist, dass es selbst bei Vergrößerungen von 380x kaum nachschwingt und sich butterweich nachführen lässt. Dieses Teleskop konnte ich aber nur realisieren, weil ich beim Bau eines jeden einzelnen Teleskops sehr viel über Steifigkeit, Stabilität, Gewichte, Schwerpunkte, sanfte Nachführung, Dimensionierung von Komponenten usw. gelernt hab. Und wenn ich so zurückblicke, würde ich heute jedes Teleskop anders bauen, weil ich mittlerweile viele Dinge besser weiß.

Aber dieser Lernprozess dauert und braucht Zeit. Und es ist nicht damit getan, dass man sich Selbstbauten im Internet anschaut. Man muss selbst bauen und ausprobieren. Wenn man nicht erwartet, dass gleich das erste Teleskop perfekt wird und man mit Rückschlägen umgehen kann, steht einem Selbstbau nichts im Weg. vielleicht sollte man nicht gerade mit einem Leichtbau anfangen. Je mehr man an einem Teleskop weglässt, umso mehr Erfahrung benötigt man bei der Dimensionierung der Komponenten, nicht umsonst ist der Leichtbau von Teleskopen die Königsdisziplin.

Was man allerdings nicht unterschätzen sollte (und da geb ich Kurt recht), sind die Kosten. Wenn man nicht gerade einen perfekten Plan hat, wie das Teleskop aussehen soll, baut man viele Dinge zweimal weil die erste Version nicht zufriedenstellend funktioniert. Natürlich ist es günstiger, sich die Komponenten selbst zu besorgen, aber oftmals ist man gezwungen, Mengen zu kaufen, die man nicht benötigt und dann rumliegen hat. Und manchmal baut man auch einfach nur Mist (so wie ich) und sägt die Stangen zu kurz ab, was mich damals weitere 60€ gekostet hat.

Mein Fazit: Selbstbau lohnt sich finanziell erst ab größeren Öffnungen. Bei 8"/10" wird man oftmals mehr zahlen, als ein GSO kostet. Aber dafür kann man sich genau das bauen, was man möchte - und das ist das wichtigste.

um seine Traveldobs zu bauen und teuer zu verticken

Hier sind wir beim Thema Zeit: Uli Vedders Teleskope sind wahre Kunstwerke. Super leicht, super detailreich und super funktional. Da steckt verdammt viel Zeit drin. Ich z.B. hab in meinen 18" mit Sicherheit an die 200h Arbeit investiert (mal als Vergleich).

Und ich finde es schade, wenn das nicht honoriert wird. Der Grund warum ich das so schade finde, ist:

Bei jedem Teleskop, das ich verkauft habe, habe ich Emails mit teils wirklich unverschämten Preisangeboten bekommen. Da hat mir einer für meinen 18" 2200€ geboten mit der Begründung, dass man mit 18" nur unwesentlich mehr sähe als mit einem 16" GSO und mein Teleskop zudem gebraucht wäre. Da hab ich mir dann einfach nur gedacht: gut, dann kauf dir halt nen GSO und werd glücklich mit dem Schrott. Jetzt ist das Gerät bei einem sehr netten Menschen aus Österreich, der meine Arbeit honoriert hat und bereit war, einen fairen Preis dafür zu bezahlen.

Soviel mal für den Moment,
Christian
 
Hallo Tobey,

da hast du ja schon jede Menge Tips bekommen. Ich will meinen Senf auch dazugeben.
Nimm dir nicht zu viel vor, denn Optik schleifen und Teleskop bauen ist schon ein umfangreiches Programm was dir einiges abverlangt und es soll ja nicht im Frust enden. Für meinen ersten Dobson habe ich mir die Optik gebraucht gekauft. Es gibt auch Händler bei denen du Einzelteile wie z.B die Höhenräder einzel kaufen kannst, denn einige Komponenten sind nur mit geeigneten Maschienen herstellbar, da kommst du mit deinem Werkzeug nicht weit.
Finanziell ist so ein Erstlingswerk meist ein Desaster im Vergleich zum Kauf, aber darum geht es nicht. Die Freude durch sein Teleskop zu schauen lässt einen die Arbeitsstunden und den Aufpreis vergessen.
Trotzdem bereue ich keinen Selbstbau, auch wenn nicht alles perfekt war. Das Lehrgeld zahlt sich bei zukünftigen Teleskopen aus.

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas

Es wird wohl so sein, dass man einige Bauteile am besten fix fertig kauft und so verbaut statt sie selbst herzustellen.
An welche Bauteile denken die Erfahrenen hierbei?

Gruss und vielen Dank

Tobey
 
Hallo Tobey,

...Es wird wohl so sein, dass man einige Bauteile am besten fix fertig kauft und so verbaut statt sie selbst herzustellen.
An welche Bauteile denken die Erfahrenen hierbei? hierbei

am besten kaufst du dir ein komplettes Teleskop mit geprüfter Optik. Dann kannst Du nicht mehr viel falsch machen :D

Aber mal ernsthafter. Ich würde für einen 10" Dobson folgende Rangordnung der Schwierigkeit beim Selbstbau aufstellen:

1. Fangspiegel
2. Hauptspiegel
3. OAZ
4. Fangspiegelhalterung mit Spinne und Feineinstellung
5. Hauptspiegelzelle mit Feineinstellung
6. Gitterrohr- oder Volltubus
7. Rockerbox

Wenn Du z. B. 1. bis 3. in guter Qualität kaufen würdest dann wird der Gesamtpreis incl. der Materialkosten für den Rest mit einiger Wahrscheinlichkeit höher sein als der Kauf eines kompletten Tubus. Aber wenn du unbedingt in den Selbstbau einsteigen möchtest dann leg los und hab Spaß dabei. Man hat ja ohnehin viel mehr Zeit und Gelegenheit zum bauen als zum beobachten.

Gruß Kurt

 
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Zitat von Kurt:
Ich würde für einen 10" Dobson folgende Rangordnung der Schwierigkeit beim Selbstbau aufstellen:

1. Fangspiegel
2. Hauptspiegel
3. OAZ
4. Fangspiegelhalterung mit Spinne und Feineinstellung
5. Hauptspiegelzelle mit Feineinstellung
6. Gitterrohr- oder Volltubus
7. Rockerbox

100% Zustimmung meinerseits! Ich habe es bei meinem 8" Foto-Newton fast genau so gemacht wie Kurt es vorgeschlagen hat. Einen HS hab ich günstig bekommen (Auslöser für das Projekt); FS, OAZ und CFK-Tubus hab ich in guter Qualität gekauft und den Rest selber gebaut.

Kosten für alles waren deutlich (gut 2x) über dem was ein Syntha Quattro-S oder ein TS Foto Newton gleicher Grösse gekostet hätte. Dafür würde ich behaubten, dass ich auch ein deutlich besseres Gerät habe, viel dabei gelernt habe und schlussendlich auch Spass hatte und noch immer habe!

Grüsse Tobiasz
 
Hallo Kurt

Danke für die Auflistung. Woran ich definitiv nicht gedacht hatte es selbst zu bauen ist der Fangspiegel, der OAZ, Fangspiegelhaltuerung etc., Hauptsoiegelzelle. Der Tubus und Rockerbox aus Holz mit schönen Mustern.

Weitere Frage: stehen in dem erwähnten 400seitigen Buch auch Lösungsvorschköge darin wie man das Peoblem eines nicht ideal grossen gekauften Fangspiegels umgeht der dann, um nicht den Strahlengang unnötig abzuschatten in der optischen Achse hoch oder runter versetzt werden muss, was dann die Position des OAZ und auch den Fokus ungemein beeinflusst? (Man wird ja wohl nicht einen Fangspiegel ideal auf sein konstruiertes Teleskop kaufen können.)

Schönen Sonntag

Tobey
 
Hallo Tobey,

Weitere Frage: stehen in dem erwähnten 400seitigen Buch auch Lösungsvorschköge darin wie man das Peoblem eines nicht ideal grossen gekauften Fangspiegels umgeht der dann, um nicht den Strahlengang unnötig abzuschatten in der optischen Achse hoch oder runter versetzt werden muss, was dann die Position des OAZ und auch den Fokus ungemein beeinflusst? (Man wird ja wohl nicht einen Fangspiegel ideal auf sein konstruiertes Teleskop kaufen können.)

vermutlich meinst du das Buch von Kriege. Hab es mal besessen, aber es ist mir irgendwie entschwunden und kann daher nicht nachblättern. So weit ich mich erinnere geht es in dem Buch vornehmlich um großkalibrige Dobsons. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert aber nicht zwingend notwendig um in die Gänge zu kommen. Du solltest dir aber erst einmal klar darüber werden welche Öffnung und welches Öffnungsverhältnis dir zusagen würde.

Noch etwas zu deinem Problem: Es ist wirklich kein merklicher Nachteil wenn der Fangspiegel einige mm größer gewählt wird als unbedingt notwendig. Um diesen dann ordentlich zu platzieren und zu kollimieren braucht man nicht erst ein 400- Seiten Buch zu studieren. Dafür gibt es in den Foren genügend Anleitungen.

Gruß Kurt

 
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Hallo Kurt und all die anderen Hobbyastronomen

Ich denke zum schnellen spechteln werde ich mir ein 8" f/6 Volltubus-Holzdobson bauen (für den 11"er würde es dann ein Gittertubus). Als Design des Tubus und Rockerbox zu einem Grossteil nach diesem Vorbild: http://www.buchoffizin.de/produkt/9781441987853.html ...einfach ein wenig kleinere "Räder" - wie nennt man diese Drehräder? Ich hab mal im MyNewton-Programm die Masse eingegeben - toll das man da auch den Schwerpunkt berechnen kann. Wo ich allerdings nicht nachkomme ist dir Problematik mit dem Okularauszug. Wie geht man hier vor, dass dieser im eingefahrenen Zustand oder beim Beobachten nicht in den Strahlengang gerät? Da muss man doch den OAZ entsprechend gut am Tubus positionieren das der Brennpunkt in optimaler Distanz zum Tubus liegt, was dann je nachdem auch einen OAZ mit grösserem Durchmesser, sprich 2" erfordert. Liege ich hier richtig? Vielleicht wäre 2" sowieso von Anfang an besser um auch solche Okulare benutzen zu können. Hab zwar noch keins, aber mit einem Adapter gehen auch die anderen 1,25"er.
Eben, wie vorgehen bei der Problematik mit dem OAZ?

2. Wie fängt man ÜBERHAUPT an? Spiegelschleifen, Rockerbox, Tubus?
Welche Bauteile sind besser fertig bestellt zu verbauen?

Gruss und vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge

Tobey
 
Hi

Holztubus? Na du musst Zeit und Geld haben. Und dazu noch handwerklich sehr begabt sein.

Hab auf dem diesjährigen DSM einen Vortrag über einen solchen Holztubus gesehen. Sah super genial aus, aber nachdem ich gehört habe, wieviel Zeit und Geld da reingeflossen ist und wieviel Knowhow man dafür braucht, hab ich für mich entschieden, dass ich so etwas niemals anfangen werde.

Da muss man doch den OAZ entsprechend gut am Tubus positionieren das der Brennpunkt in optimaler Distanz zum Tubus liegt

So siehts aus. :) Brennweite bestimmen, maßstabsgetreue Zeichnung machen und OAZ montieren.

Wie man anfängt? Irgendwo würd ich mal sagen. Am besten macht man erstmal den Spiegel, damit man die Brennweite kennt. Es ist immer einfacher, ein Teleskop um einen Spiegel zu bauen, als den Spiegel passgenau zu einem Teleskop zu schleifen.

Höhenräder würd ich bestellen, wenn du keine Oberfräse hast. Martini bietet ja welche an. Sollte also kein Problem sein. Ansonsten musst du wissen, was du bauen kannst und was nicht. Ich persönlich würd alles selbstbauen, aber das steht ja nicht zur Debatte. ;)

Christian
 
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