Newton Tubus in Kohlefaser / CFK Wie genau?

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Docman

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Hallo Zusammen,

ich bin gerade am überlegen, ob ich nicht meinen Orion 10" Newton f4,8 einen CFK Tubus verpassen soll?

Nur stellt sich mir die Frage, wie hoch der Materialaufwand wäre.

Ich dachte folgendes:
Als Grundkörper nehme ich den Alutubus selbst mit Trennwachs und mehreren innenliegenden runden Holzscheiben, so dass es kein Ei ist.
Gewebe ist noch die Frage?
Vielleicht 245 g/m2 LW, wenn ich es günstig kriege...
Sonst dachte ich an 600er Körper ca. 3m, dies sollten dann fast 2 mm Wandstärke werden.

Wieviel Wandstärke brauch ich bei Durchmesser 300mm / 1200mm Länge?

Vielleicht habt ihr noch mehr Tipps für mich.

Bin auch am überlegen einen 1.Versuch mit GFK zu machen.
CFK Reste könnte ich aber im Modellbootbau auch verwenden...

Gruss und Danke
Daniel
 
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Hallo Daniel,

Gegenfrage erst mal: Aus welchem Grund möchtest du umbauen?

Ich hab bisher ca. 10 große Tuben aus CFK gebaut.
Unterschätze nicht den Aufwand und auch nicht die Kosten; die Möglichkeit eines Fehlversuchs ist auch gegeben, dann wird es richtig teuer.

Zum Grundkörper:
Der Tubus ist denkbar ungeeignet. Du brauchst eine Form, die sich zusammendrücken lässt, sonst bekommst du die nie wieder raus; auch nicht mit Trennwachs. Am besten du nimmst einen HP-Tubus oder ein Kanalrohr und sägst es längs durchgehend auf. In die Spalte vom Sägeschnitt dann eine Holzleiste einlegen. Diese kannst du nach Aushärten entfernen und den Tubus zusammendrücken.

Zum Wandaufbau:
Die Wandstärke sollte schon ein paar mm betragen, sonst wird es nicht steif genug. Gut funktioniert: 2 Lagen Kohlefaser, dann ein Schaumkern von Bacuplast mit 3mm dann noch mal 2 Lagen Kohlefaser.

Wenn du sowas noch nicht gebaut hast, solltest du auf jeden Fall einen Vorversuch machen mit einem kurzen Stück.

Entscheidend ist, dass alle Lagen fest und vollflächig laminiert sind.

Gruß
Martin
 
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Hallo Martin,

danke für deine Antwort. Tja, warum? Gute Frage, nächste Frage ;-)
Ich erhoffe mir etwas Gewichtsersparnis und wesentlich mehr Stabilität. Ausserdem Spass an der Arbeit, kein Scherz, ich mache gerne etwas, wo ich später sehe, was ich gemacht habe.

Bezüglich des Tubus als Grundkörper. Im Prinzip wollte ich es so machen wie du, nur dass der Alutubus nachher halt nicht mehr zugebrauchen ist.
Hartpapiertubus als Grundlage finde ich dann doch finaziell uninterresant. Wenn es günstig Rohre mir 300mm Durchmesser gibt, wäre ich interessiert. Doch natürlich am besten in der Schweiz, also Baumarkt etc.

Mit dem Schaumkern finde ich eine gute Idee, habe auch jetzt was mit GF-Waben gefunden, sollten noch, wenn getränkt, gut biegbar sein (2mm stark) Ginge dies auch mit CFK drauflaminieren (natürlich wegen der Optik). Mit Schaumstoff: gibts dann nicht Probleme mit den Verschraubungen von OAZ, Spiegelzelle etc. dass das Material eingedrückt wird etc.?

Was hälst du davon im Inneren Abreissgewebe zu setzen und so die rauhe Oberfläche statt Velour zu verwenden?

Gruss
Daniel

PS: Du sagst 2 Lagen CFK, Schaumstoff und nochmals 2 CFK. Nur was für CFK hast du für die grossen Tuben (245er / 410er oder sogar 600er Körper oder Leinwand).
Ein kleines Rohr, vielleicht für ne Linse später wäre als Übung sehr interessant.
 
Hallo Daniel,

das geht dann natürlich schon, wenn du den Alutubus vorher aufsägst.

Ich habe die Waben noch nicht selbst verarbeitet, es ist aber so, dass die Waben -im Gegensatz zum Schaumkern- sehr viel Harz aufnehmen. Die Verarbeitung ist schwieriger und das Gewicht wird höher. Der Schaumkern selbst saugt kein Harz auf, er ist eigentlich nur dazu da, eine gewisse Dicke zu erreichen, ohne das Gewicht merklich zu erhöhen. Ein Tubus mit 2 Lagen CFK - Abstand - nochmal 2 Lagen CFK ist deutlich steifer, als ein dünner Tubus mit 4 Lagen.

Der Schaumkern ist sehr fest, Probleme mit Eindrücken gab es bei mir nicht. Du kannst die letzte Lage des CFK noch 20cm überlappen lassen und den Auszug bei der Überlappung montieren. Wenn du was extremes vorhast, kannst du auch 2x3 Lagen machen mit Mittelschicht.

Ich hatte Kohlefaser Körperbindung mit ~300g/m^2.

Abreißgewebe innen ist m.E. nicht nötig, ich würde auf jeden Fall noch Velours einkleben.

Schwierig ist, eine schöne äußere Oberfläche zu erhalten.
Werner Stein (such mal nach alten Beiträgen von ihm hier im Forum) arbeitet mit einer Trennfolie. Ich hab das probiert. Bei mir klappte das leider nur bei kleinen Tuben. Große Tuben hatten immer Fehlstellen und das ganze war eher unbefriedigend. Die letzten hab ich außen mit Abreißgewebe gemacht. Satt und überall Harz auftragen und das Gewebe drauf laminieren. Am Ende dann schleifen und lackieren.

Da solltest du unbedingt Vorversuche machen.

Alternative:
Innen 3 Lagen GFK (Glasfaser), Schaumkern, außen CFK. Spart auf jeden Fall Geld.

Wenn du kleine Reststücke brauchst für Vorversuche, ich hab etwas Trennfolie übrig und etwas vom Schaumkern 3mm aber keine großen Mengen.

Viel Erfolg!

Gruß
Martin

 
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Hallo Martin,

ich habe jetzt erstmal 450er (gabs gerade günstig) als Körperbindung bestellt zum Probieren.
Wenn es möglich wäre würde ich mich natürlich über etwas Trennfolie und Schaumkern freuen, natürlich gegen Unkosten etc. Allerdings wohne ich in der Schweiz.
Kannst du mir noch ein geeignetes Epoxy-System mit mind. 40min. empfehlen?

Danke und Gruss
Daniel
 
Hallo Daniel,

ich habe gute Erfahrungen gemacht mit dem Epoxyd Laminierharz EP-211 und dem Härter EPH-411 beides im Set von www.bacuplast.de
Topfzeit 1 Stunde ist damit kein Problem. Du solltest auf korrekte Verarbeitungstemperatur achten ~20°C gerade in dieser Jahreszeit:)

Wenn du etwas Material brauchst, schreib mich an per PM, ich geb dir dann meine Mailadresse.

Gruß
Martin
 
Hallo Daniel

Genau denselben Newton habe ich wegen dem weichen Tubus umbebaut. Zuerst habe ich die Frontpartie etwa 20 cm lang und 2,5mm dick mit CFK Streifen aus dem Modellbau verstärkt. Die Frontpartie war dadurch soweit verstärkt, das auch schwerere Lasten am OAZ und der Fangspinnenzug das Rohr nur noch geringfügig verformt haben. Mir wars zuviel und die Unrundheit des Tubus hat mich aufgeregt. Das Drehen des Tubus in den Rohrschellen war immer ein Aufwand und Nachjustierung des Alignements vorprogrammiert. Dann bin ich die Hartpapierrohre von Gerd Neumann aufmerksam geworden und habe mir ein Rohr bestellt. Das Rohr hat einen innendurchmesser von 278mm und 3mm Wandstärke. Damit passen alle Komponenten des Orions ohne umbau hinein. Eine "Rohrkopfverstärkung", auch als Aufhängung für die umgegaute FS-Spinne habe ich auch noch realisiert. Jetz sitzt alles zentrisch Rund und der Tubus läst sich durch leichtes lösen der Rohrschellen drehen. Um dabei ein Verschieben in Längsachse zu vermeiden, habe ich ein kleines Rollenlager vor der Rohrschelle in den Tubus eingebaut. Das Material ist sehr gut mit normalen Werkzeugen zu bearbeiten und absolut Wasser(Tau)Resistent. Der Tubus wiegt, mit eingebautem Velour, das vor Einbau auf eine 0.8mm PVC Folie aus dem Baumarkt aufgezogen wurde, was auch noch etwas Gewicht ergib, sich aber für die Montage dann einfach in den Tubus einschieben lässt, mit aufgebautem JMI, auf 9punk Auflage umgebauter Spiegelhalter, Total 10,5 KG
Bilder dazu auf meiner Homepage (Rohr mit CFK Verstärkung etwas weiter unten auf der HP)
Zusätzlich hier und hier

Gruss Markus

 
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Hallo Markus,

ja mit den Hartpapiertuben habe ich auch überlegt.
Rational gesehen bestimmt die beste und günstigste Alternative. Doch ich werde erstmal wie von Martin empfohlen ein paar Vorversuche machen (kann aber bis Ende Dez. dauern) und wenn es geht, mache ich aus Lust am do it yourself CFK.
Das beste ist natürlich, dass du genau den alten Tubusdurchmesser hast. Allerdings hast du auch eine schöne Fangspiegelspinne selbst gemacht, da ist der Weg zur Spiegelzelle in CFK auch nicht mehr so weit...
Das Gewicht vcon dir ist aber (normale alte Zelle von Orion?) wirklich gut.

Gruss und Danke
Daniel
 
Hallo Daniel

Dass ist nicht mein Gewicht :/

Im ernst: Die alte Orion Zelle habe ich etwas umgebaut.
Verstell- und Konterschrauben sind gegen den Ausendurchmesser hin verschoben. Die 3 Auflagepunkt (auch veschoben nach Blop) tragen je eine 3 Punkt Auflage, jetzt liegt der Spiegel auf der durch Blop errechneten 9 Punkt Auflage.
Viel Spass und erfolg beim Basteln. Das gehört ja auch zum Astro-Hobby.

Gruss Markkus
 
ich hatte eigentlich schon gedacht dass man sich das als ideenvorlage nehmen kann. den tubus habe ich schliesslich nicht selbst gemacht sondern wickeln lassen, fuer einen fuer CFK tuben sehr guenstigen preis. ich hatte urspruenglich auch an selbstbau gedacht, aber wenn man diese sauerei nicht sauber hinlaminiert und getrocknet bekommt, loest sich das teil nachher von selbst auf, und die baatzerei und das geld waren umsonst.

der tubus traegt alles. er stellt das raeumliche bezugssystem fuer die optik dar. wenn der passt, dann ist das die halbe miete. eine gewichtsersparnis stellt sich mit einem cfk-tubus aber wohl nicht ein.

mischa
 
Hallo zusammen,

hatte gestern diesen Beitrag gelesen und mich nun auch im Forum angemeldet.

Frage an euch- wie ist der Stand hinsichtlich dem Umbau des Tubus mit CFK?

Grund der Frage: ich besitze einen 12" Galaxy Dobs und weil ich dieses Teil auch öfters mal ins Auto verlade sehe ich das Problem das der doch recht dünne Tubus (1mm Alu) verdrückt werden kann oder mindestens Dellen bekommt.

Daher wollte ich auf den Alutubus 2 oder 3 Lagen CF laminieren und war diesbezüglich auch schon in Kontakt mit einem Anbieter der mir auf Anfrage schiebeverfestigtes Material angeraten hat.

Gruß

Stefan
 
Ich bin zu ungeschickt für einen solchen Selbstbau. Habe aber einen Ninja Dob aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Das ist alles sehr leicht, aber die Konstruktion hat einige Tücken. Ein normales Rohr wird zur Verformung neigen (oval werden). Deshalb wurde am Oberteil (der Tubis ist teilbar) eine Krempe und am Unterteil so ne Art Sicke eingearbeitet. Man sieht es auf den Fotos gut:
http://www.aokswiss.ch/d/tel/spiegelteleskope/dobs/ninja320/rocker.html

Ich sehe keinen Grund, die schwer handhabbare Kohlefaser zu verarbeiten, da es auch so leicht genug wird.
 
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