Newton: Velour und Blenden sinnlos?

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Martin_Raabe

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Hallo zusammen,

beim Forum-Stöbern bin ich auf Meinungen gestossen wonach der Aufwand für eine möglichst gute Tubusschwärzung oder Verblendung eigentlich nicht erforderlich ist. Offenbar ist ja auch Suiter dieser Ansicht, was mich zunächst verblüfft und dann zum Nachdenken angeregt hat.

Die Frage bezieht sich auf die Schwärzung oder Verblendung in Längsrichtung des Tubus, dass gegenüber dem OAZ was getan werden sollte ist nicht strittig. Ebenso ist wohl auch eine Blende unten am OAZ sinnvoll.

Die konservative Vorgehensweise zur Blendenberechnung beim Newton geht von der Refraktor-Methode aus: plaziere die Blenden so dass kein Punkt der Tubuswand, der von einem Punkt des Himmels her gesehen werden kann, auch vom Hauptspiegel (beim Refr.: Bildebene) aus sichtbar ist. D.h. es gibt keine direkten Linien Himmel-Tubus-Hauptspiegel. Z.B. das NEWT-Programm macht es so zur Blendendimensionierung.

Jetzt habe ich mir überlegt: ist diese Forderung, dass kein Punkt des HS vom Tubus reflektiertes Streulicht abbekommen darf, überhaupt erforderlich? Kann man nicht sagen: wenn der Spiegel ideal ist, also selbst kein Streulicht produziert, müsste es doch ausreichen wenn kein Streulicht auf den Fangsspiegel weiter reflektiert wird?

D.h. man würde davon ausgehen dass Steulicht auf dem HS das gewünschte Licht nicht stört, sofern es nicht in die Bildebene reflektiert wird (weil der Winkel des auftreffenden Streulichts zu gross ist). Das wird natürlich um so weniger erfüllt sein je verschmutzter die Oberfläche ist, und je mehr Fehler der HS hat (Microripple!).

Die Strahlverläufe dazu habe ich mir mal genauer angesehen, und diese Überlegung auch noch auf den Fangspiegel ausgedehnt. Dann komme ich zu dem Ergebnis: auch völlig ohne Tubusblenden oder perfekte Schwärzung entsteht kein Streulicht im Bild! Nur bei recht knappem Tubusdurchmesser reflektiert die Tubuswand im vorderen Rohrteil über die Spiegel in die Bildebene.

Die Untersuchung erfolgte mit: 8" f6 Spiegel, 250mm Tubus, 40mm streulichtfreies Bildfeld (7,5mm zu 100% ausgeleuchtet)

Demnach würde ich sagen: man braucht Blenden gegenüber dem OAZ, eine Blende im OAZ, und eine nicht gerade spiegelnde Tubuswand (keine Mehrfachreflexionen!). Blendenringe im Tubus oder eine perfekte Velour-Schwärzung sollten dementsprechend keine Verbesserung bringen.

So ganz überzeugt bin ich davon noch nicht. Was denkt ihr?

Viele Grüsse
Martin
 
Hollo Martin,

ich glaube, es muß nicht in die optischen Elemete reflektieren um zu stöhren, Streulicht erhällt auch die Luftsäule im Teleskop zu stark wenn es mehrfach reflektieren kann. Bei größeren, mehr als bei kleinen Öffnungen. Wie in einem Fadenkreutzokular bei hochgeregeltem Licht, dort sieht man die Quelle auch nicht und man kann dort schwache Sterne verschwinden lassen.

Gruß Günter
 
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