Newtonianer am Linsenteleskop

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ravster

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Servus zusammen!

Also ist mein 1. Beobachtungsbericht, daher bitte Nachsicht mit mir. Ich bin normalerweise fotografisch mit einem Newton unterwegs, aber diesmal konnt ichs mir nicht nehmen lassen.

Meine Aufnahmeoptiken sind ein 8" GSO Newton (200/1000) und der WO Megrez 72/432. Ich muss zugeben bisher noch nie ernsthaft durch ein besseres Linsenteleskop geschaut
zu haben. Als ich vor ein paar Wochen durch Tausch an einen Meade 127/950 kam wollt ichs aber zumindest mal ausprobieren. Man hat ja schon desöfteren die Schwärmerei der APO Besitzer
gehört, die von Nadelpünktchen-Sternen auf Samt sprechen.

Nachdem es entgegen des Wolkenberichts gestern Abend aufriss bin ich mit meiner Freundin zum Spechtelpunkt bei Sulzemoos gefahren. Dabei hatte ich:

- Meade 127/950 ED
- Vixen GP
- Zenitspiegel und diverse Okulare (31mm Hyperion, 13mm Baader, 8mm und 5mm TS Planetary)

Die Vixen GP muss sonst nur meinen kleinen Williams tragen, hat aber bei dem 7.2 kg Tubus des Meade nur minimal gemuckst. Es war halt a bisserl wackeliger als sonst, aber musste gehen ;)

Schon beim Aufbau war der Halbmond sehr schön zu sehen, also wurde er bei Dämmerung bereits ins Okular geholt. Okay, DEN Kontrast kannte ich bisher noch nicht, so was gibt mein 8" Newton einfach ned her. Ich hing bestimmt 10 min am 31mm Hyperion und hab jedes Monddetail besichtigt. Ist ja ned so, dass ich den Mond noch nie durchs Teleskop gesehn hätte, aber die Schärfe war schon Zucker. Natürlich wurde dann die Vergrösserung gleich hochgeschraubt. Mit 13mm immernoch ein wunderschöner Anblick, ebenso mit dem 8mm Planetary. Für das 5mm war das Seeing dann doch zu schlecht.

Was mich besonders gefreut hat war der schön sichtbare goldene Henkel. Von diesem hatte ich bisher nur Bilder gesehn :)

Die Dämmerung war noch nicht ganz zu Ende, da schwenkte ich das Teleskop in Richtung Saturn, welcher nicht weit vom hellen Mond entfernt stand. Eigentlich versprach ich mir aufgrund der geringen Monddistanz nicht zuviel. Allerdings ist Saturn schon im 13mm Okular wie gezeichnet aufgetaucht. Das war dann das zweite Aha Erlebnis als Newton Benutzer. So eine Schärfe hatte ich bisher noch nicht gesehn. Ich konnte auch gut sichtbar den Schatten ausmachen, den die Saturnringe werfen. Drum herum konnte man einige Monde erkennen, wobei ich bei den Namen leider passen muss mein Hauptgebiet ist nun mal DeepSky Fotografie ;)

Die Sonne war nun weit genug verschwunden um auch einen Blick in Richtung Venus zu ermöglichen. Ich war mir nicht sicher, aber ich denke ich konnte bei der Venus eine leichte "Mondphase" wahrnehmen. Da sie bereits relativ tief stand war das Seeing aber nicht das Beste. Hierbei bemerkte ich auch bei hoher Vergrösserung zum ersten Mal während der Beobachtung den Farbfehler des Meade, der aber nicht weiter störte.

Nach Venus gings noch weiter zu Mars und als die Dunkelheit einigermaßen hereingebrochen war (mei war der Mond hell) kam der DeepSky Spechtler doch noch durch und M13 und M57 mussten herhalten. Subjektiv empfand ich die Schärfe des Meade an M13 und M57 gegenüber meinem Newton als besser. Das Loch im Ring von M57 bildete sich schön ab. Mein Versuch M13 in zumindest ein paar Einzelnsterne zu zerlegen scheiterte aber an hereinziehenden dünnen Wolken.

Anwandlungen meinerseits doch noch die Canon hinzuschnallen um M13 abzulichten wurden jäh unterdrückt: Ich hatte den T2 Ring vergessen.

Nach dem Zusammenpacken bin ich mit dem guten Gefühl heimgefahren meinen Horizont als Newtonianer etwas erweitert zu haben. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass der Kontrastunterschied so gut sichtbar ist. Zu Hause angekommen habe ich sofort nachgeschaut ob mein Newton vielleicht dejustiert war, aber da hat sich nichts gefehlt ;) Auch meine Freundin war begeistert, da sie zum ersten Mal mit dabei war und ich ihr zumindest gleich einiges zeigen konnte. Am liebsten hätte ich noch Jupiter ausprobiert, aber der war ja gestern nicht sichtbar.

Da ich rein fotografisch unterwegs bin wird der Meade wahrscheinlich auf die Verkaufsliste wandern, aber ausprobieren musste sein :)

Grüsse,
Tom

Link zur Grafik: http://www.woellert.info/ext/20100524/IMG_6736.jpgLink zur Grafik: http://www.woellert.info/ext/20100524/IMG_6739.jpg

Link zur Grafik: http://www.woellert.info/ext/20100524/IMG_6743.jpg

Link zur Grafik: http://www.woellert.info/ext/20100524/IMG_5966.jpg
 
Hi Tom,

schoener Bericht, der Refraktor macht ja richtig was her!
Aber ich denke das war kein Farbfehler bei der Venus sondern die Zintilation durch den nahen Stand zum Horizont durch die Erdatmosphaere.

Grusss
Lots
 
hallo Tom,

schöner Bericht der Laune macht!

...vielleicht wars die Diffraktion der Atmosphäre, welche horizontnahe Planeten in ein kleines Spektrum zerlegt. Oder doch ein Farbfehler?

Vielleicht ist dein Newton nicht gut gegen Streulicht und Tubusturbulenzen präpariert? Meine sind velourisiert, ventiliert und vollisoliert, ich merke keinen Kontrastabfall gegen die Apos. Mit ein bisserl rumbasteln kann man da viel tun.

Für seine Grösse liefert ein Apo, vom Werk aus gut mit Blenden versehen, aber schon ein Bild zum Geniessen!

lg Tommy
 
Hi,

muß da auch als Newtonianer" meinen Senf zugeben:

Ich war mit meinem 130/900er Newton mal mit Lots (siehe ANtwort in diesem Thread) spechteln, der hatte damals nen 90/1000mm Vixen 90M Fraunhofer. Das teil war am Mond und Planeten definitiv einen Tick besser als mein Newton, egal wie gut kollimiert das Teil war, die Schärfe des 90M kriegt eich nicht hin!

Darauf hab ich mein mittleres Teleskop (besagten 130/900) gegen einen 152/1200-Refraktor ersetzt, und der performt an deep sky (und mit Chromacorr am Planeten) einfach klasse!

Deswegen würd ich aber meinen schönen äquatorial montierten 10"-Newton trotzdem net hergeben :-)

Gruß

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
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