Newton'scher Einstieg in die Astronomie

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Flo84

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Hallo Astronomiebegeisterte,

Nach langem Hin und Her hab ich mich nun entschlossen unter die Sternengucker zu gehen.
Ich hab mich auch schon umfassend im Internet informiert (natürlich auch hier), allerdings stehe ich jetzt in einer schwierigen Situation.
Ich hab nämlich 2 Newtons ins Auge gefasst, kann mich aber für keinen entscheiden.
Hier mal die Links zu den beiden Röhren:

http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-200-1000-explorer-bd-neq-5/p,14991
http://www.astroshop.de/skywatcher-dobson-teleskop-n-200-1200-skyliner-classic-dob/p,4440

Ich bin mir natürlich durchaus bewusst, dass ich mit dem Dobson von der Optik her das viel bessere Preis Leistungsverhältnis bekomme.
Außerdem ist das Öffnungsverhältnis mit f/6 weniger kritisch als f/5.

Aber beim Explorer würd ich, soweit ich das bisher recherchieren konnte, ne stabile parallaktische Monti bekommen. Und für die Zukunft für etwaige astrofotographische Ambitionen besser gerüstet sein, da ich für den 200/1200 Lichteimer wahrscheinlich schon ne EQ6 brauchen würde...

Nun meine Fragen:

Ist die NEQ5 für diesen 200er Newton stabil genug um wackelfrei visuell zu spechteln und würde sie auch ersten astrofotographischen Versuchen standhalten?
Wie einfach ist es als Anfänger mit ner parallaktischen Monti umzugehen?
Muss man das Teleskop jedes mal auf den Polarstern ausrichten oder gehts auch ohne Ausrichten (wie bei ner azimutalen Montierung mit nachschubsen)?
Werde ich bei der f/5 Optik gegenüber der f/6 Optik große visuelle Nachteile haben - Stichwort Koma (zb mit diesem Okular http://www.astroshop.de/omegon-swa-26mm-okular-2--/p,14645)?

Da es in meiner Umgebung keinen Astrohändler gibt, bin ich voll auf das Internet und die darin befindliche Theorie und den Erfahrungen anderer angewiesen. Deshalb hoffe ich, dass ich mit meinem eigenen Forentopic die letzten guten Ratschläge vor meinem Kauf bekommen kann.

lg Flo
 
Hallo Flo,(der Name ist ja fast schon inflationär in letzter Zeit :biggrin:)

Eine EQ5,auch wenn sie sich NEQ5 nennt,ist fotografisch für den 8"er zu schwach.Das wird sehr frustrierend werden...
Wenn du ohnehin erstmal visuell Einsteigen willst,was sehr zu empfehlen ist,dann nimm einen Dobson.Einfacher und angenehmer gehts schon fast nicht mehr.
Die parallaktische Montierung muß auch für visuell so halbwegs genau eingenordet werden,weil man sonst permanent in beiden Achsen Nachführen muß.Davon abgesehen - ein parallaktisch montierter Newton muß unter Umständen in den Rohrschellen gedreht werden.Nämlich dann,wenn man verschiedene Himmelsbereiche abgrasen will (der Okularauszug zeigt dann z.B.nach unten)Beim Dobson hast du das Problem nicht.

Grüße Rainer
 
Hallo Flo,

Meine Antwort entspricht größtenteils auch Rainer´s antwort. Nur noch ein kleiner Zusatz ;)

Erstmal würde ich auch den Dobson nutzen, da man später immer noch (sollten sich wirklich Astrofotografische Ambitionen herausbilden) eine parallaktische Montierung erwerben kann (die dann auch stabil genug ausfallen sollte), und dann den 8" f6 auf eben dieser verwendet.
Eine (N)EQ-5 ist da schon recht grenzwertig, und stellt das absolute Minimum dar. Eine ADM von Celestron ist minimal stabiler aber auch das wäre nur eine halbe Sache.

Eine EQ-6 oder vergleichbar sollte es für Fotografische Zwecke schon sein. (bei 8") Visuell dürfte zwar die EQ-5 reichen, aber der Komfort dürfte schlechter als beim Dobson sein.

Ausserdem hättest du nachher mit dem F6 einen Okularunkritischeren Newton, der aber für die Fotografie schon sehr viel Licht sammelt. Beim f5 kommt immer mehr das Koma zum Tragen und ein Korrktor ist schon "Pflicht". Der kostet auch nochmal zusätzlich Geld.

Hast du schon irgendwelches Zubehör (okulare etc)
Falls Nein, müsstest du damit anfangen, und dich nicht gerade auf die Fotografie einschiessen.

Viele Grüße

Michael

edit: Zum Einsatz der parallaktischen Montierung.
Prinzipiell kannst du jede parallaktische Montierung auch als Azimutale Montierung verwenden, indem du die Polhohe auf 90° stellst.
Somit kannst du in RA horizontal und in DE Vertikal schwenken.
 
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Danke für deine Antwort Rainer!
Das hab ich mir auch schon gedacht, dass die parallaktische Montierung für nen Angänger vermutlich zu kompliziert und langwierig zu bedienen ist, und dass die NEQ5 zu schwach sein wird für den 200er Lichteimer.
Das hat sich auch in nem anderen topic, auf das ich gerade vorhin gestoßen bin, bestätigt.
Also wirds dann doch der Dobson werden... :gutefrage:

lg Flo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vielen Dank auch an dich Michael!

Genau das hab ich eben auch schon befürchtet mit der NEQ5.
Beobachtungskomfort steht bei mir ganz oben, da ich nämlich bereits ein Hofer(der Lidl in Österreich)-Teleskop besitze und das geht ja mal gar net...ein Gewackele par exellence :mauer:
Derzeit hab ich auch kein brauchbares Equipment, da das Gewackele nur noch von den gruseligen Okularen übertroffen wird. :biggrin:
Vielleicht könntet ihr mir noch bei den Okularen helfen:
Wie oben schon erwähnt würd ich für Großfeldbeobachtungen dieses hier nehmen
Für kleinere Brennweiten diese Planetaries
Oder diese hier

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn jemand, der Erfahrungen mit diesen Marken und Bauweisen gemacht hat, mir da gute Tipps geben könnte.

lg Flo
 
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Guten Morgen Flo,

kleine Notiz noch zu den Okularen - Du solltest dir erstmal Gedanken machen, was für Vergrößerungen für dich sinnvoll sind, und welche Brennweiten du einsetzen möchtest.

Beachte jedoch dass hohe Vergrößerungen zunehmend schwerer mit dem Dobson nachzuführen sind. Übung macht hier den Meister, aber ich würde nicht gerade mit 5mm Brennweite einsteigen - 240-fach

Weiterhin sollte das Übersichtsokular so gewählt werden, dass die maximale sinnvolle Austrittspupille erreicht wird, was jedoch zustätzlich vom Himmel mit beeinflusst wird - bei hellem Himmel lieber etwas kleiner bleiben.

Dazu schnell ein paar Formeln, dass du dir darüber gedanken machen kannst.

Vergrößerung = Brennweite Teleskop : Brennweite Okular
Austrittspupille = Öffnung Teleskop : Vergrößerung
(AP sollte mindestens ca 0,8mm und max. ca 5-7mm sein
bei schlechtem Himmel eher richtung 5mm)


Daraus folgen meine Empfehlungen für dich.

Übersichtsokular:
ca 32-36mm Weitwinkel 2" (AP= 5,5-6mm) ->
z.B. William Swan 33mm ca. 100€

20-25mm Okular 1,25" (AP= 3,33-4,2)
z.B. William Optics Swan 20mm/ Celestron X-Cel 21mm u.A
ca 60-70€

ca.15mm Okular 1,25" (AP= 2,5)
z.B. HR Planetary 15mm, o.A
ca 60€

ca 10mm Okular 1,25" (AP = 1,67)
z.B. William Optics SWAN 9mm
ca. 60-70€

ca. 6-7 mm Okular 1,25" (AP= 1mm)
z.B. HR Planetary 6mm ca. 60€

_________________________________


Diese Okularempfehlung sollte nur eine grobe Übersicht dessen sein, was im sinnvvollen Bereich deines Dobson liegen würde - Standartmäßig liegen Teleskope auch 2 Okulare bei (meist ein 25mm und ein 10mm Plössl/Kellner)
Dort würde ich verhandeln, dass diese beim Händler bleiben, dass 25mm kann man zwar noch benutzen, aber ein 10mm Plössl macht am Dobson aufgrund der kleinen Augenlinse, des kleines Gesichtsfeldes und dem geringen Augenabstand keinen Spaß.

Beim Dobson sollte die Okularwahl generell etwas weitwinkliger ausfallen, damit du eine größere Übersicht erhältst und weniger "nachschubsen" musst.

Noch zu deiner "Schlussfrage"

1.) Die Omegon SWAN Okulare sind mir persönlich nicht bekannt - hab ich noch nicht durchgeschaut und man hört nur wenig von diesen - aufgrrund der Daten, würde ich diese jedoch in einen Pott werfen mit den William Optics - wenn ich falsch liege bitte korrigieren
2.) HR Planetary haben sich relativ stark verbreitet, da sie eine relativ hohe Qualität, gute Schärfe und guten Kontrast mit einem recht günstigen Preis verbinden, für Anfänger sehr gute Okulare - ich selbst besitze das 5 und das 15mm
3.) Zu den Omegon LE Okularen hört man "mal dies, dann jenes" leider sind mir keine qualifizierten Tests bekannt, und ich würde dort die Planetarys bevvorzugen, wenn hier jemand mehr Erfahrungen hat, dann immer her damit ;)

Viele Grüße und mach dir ein paar warme Gedanken zur Okularwahl, welche Vergrößerungen für dich die wichtigsten sind - und mach dich etwas mit den Grundregeln in der Optik vertraut.

Michael
 
servus Flo,

der 8" auf der EQ5 (die NEQ5 ist nur die weiss lackierte Version) ist visuell sehr ok, für Fotos hat die Monti IMHO vor allem den Nachteil, dass die Motoren aussen angebaut werden und nicht fest integriert sind. Das ist mechanisch ein Problem mit Spiel und Backlash, der bei fest "eingehausten" Motoren wie bei der HEQ5 besser beherrschbar ist.

Den Dobson kannst du später bei Bedarf auf eine EQ6 montieren, das hat auch was, und f/6 ist wesentlich angenehmer als f/5 für die Randschärfe.

Für die Okulare empfehle ich je nach Himmelsqualität ein 32mm Erfle (bei aufgehelltem Himmel das 26mm). Die Planetarys sind ganz brauchbar und haben ausreichend Augenabstand. Dann fehlt noch was für den mittleren Bereich - ich favorisiere gern das Hyperion Zoom 8-24mm, es kann auch ein 21mm und ein 13mm sein.

Die genannten LE Okulare sind gut für Brillenträger, haben aber ein kleines Gesichtsfeld - gibt es unter allen möglichen Markennamen.

Wenn du keinen Astrohändler in der Nähe hast, findest du aber sicher einen anderen Amateur, bei dem du mal mitspechteln kannst und Gefühl für die Instrumente kriegst. Schau zB in die Linksammlung von www.waa.at

lg Tommy

 
Gut, dann lag ich ja mit meiner Okularwahl eh ganz richtig.
Und danke für diese Formeln, nur wie schon oben beschrieben hab ich mir von der theoretischen Seite eh schon einiges angeeigenet und mithilfe dieser Formeln ist meine bisherige Okularwahl auch entstanden ;)
Nur diese ganze Zahlenjongliererei bringt mir net viel da ich damit als unerfahrener Einsteiger nichts verbinden kann.
Optische Reize werden oftmals ja doch sehr subjektiv bewertet :confused:
Alles in allem werd ich mir das Omegon SWAN und die Planetaries für die kleineren Brennweiten zulegen.

@Tommy

Die NEQ5 hab ich mir eh schon aus dem Kopf geschlagen, dein Kommentar dazu hat mich weiter bestätigt.
Die Zoomokulare sind mir einfach zu teuer, und bei den kostengünstigeren wird mir das Gesichtsfeld einfah zu klein mit den kürzeren Brennweiten.
Danke für den Link, werd da mal reinschaun...

lg Flo
 
hallo Flo,

Die William/Skywatcher/Omegon SWA Okulare sind dieselben (William schreibt bloss etwas mehr Brennweite drauf, aber drin ist exakt dasselbe). Die LE Okulare gabs zuerst unter dem William Logo und der Bezeichnung SPLER, jetzt gibt es mehrere Importeure die ihr Logo draufpappen.

Darf ich dich auch einladen zum Österreich Forum, da gibts auch ein paar Leut aus der Grazer Gegend:

http://www.astronomieforum.at/index.php

lg Tommy
 
Hi!

Zitat von Flo84:
Ist die NEQ5 für diesen 200er Newton stabil genug um wackelfrei visuell zu spechteln und würde sie auch ersten astrofotographischen Versuchen standhalten?

Schon visuell dürfte sie zu schwach sein. Ich habe einen 150/1200er, und bei höheren Vergrößerungen braucht man einige Zeit, um zu fokussieren.

Wie einfach ist es als Anfänger mit ner parallaktischen Monti umzugehen?

Etwas einarbeiten, dann geht es. Mein erstes Teleskop stand auf einer EQ2, und die war recht einfach zu bedienen.

Muss man das Teleskop jedes mal auf den Polarstern ausrichten oder gehts auch ohne Ausrichten (wie bei ner azimutalen Montierung mit nachschubsen)?

Man sollte sie ausrichten, aber da reicht visuell 3,14*Daumen. Mein Tip wäre der Polsucher für knapp 50 Euro, damit geht es in fünf Minuten sehr exakt.


Viele Grüße

fquadrat
 
Zitat von tommy_nawratil:
hallo Flo,

Die William/Skywatcher/Omegon SWA Okulare sind dieselben (William schreibt bloss etwas mehr Brennweite drauf, aber drin ist exakt dasselbe). Die LE Okulare gabs zuerst unter dem William Logo und der Bezeichnung SPLER, jetzt gibt es mehrere Importeure die ihr Logo draufpappen.

Darf ich dich auch einladen zum Österreich Forum, da gibts auch ein paar Leut aus der Grazer Gegend:

http://www.astronomieforum.at/index.php

lg Tommy

wieder was gelernt :gutefrage:
das österreichische Astroforum ist mir schon von einem Grazer hier empfohlen worden, werd mich da auch mal anmelden...
@fquadrat
Danke für die parallaktischen Infos und 3,14*Daumen muss ich mir merken ;)
 
hallo fquadrat,

der 8" ist mit f=1000mm etwas kürzer als der lange 150er, vielleichts machts das aus? Ich hatte ihn schon 2x auf der Eq5 und er ist wirklich stabil genug für visuell. Freilich, scharfstellen bei hoher Vergrösserung ist immer so eine Sache, wenn man die Kurbel anfassen muss. Ist ja auch immer eine individuelle Geschichte - Ich habe einen Bekannten, der schnallte einen 80/600ED auf die Gemini 42 und seufzte: "endlich stabil!"

lg Tommy
 
Hallo Tommy!

Zitat von tommy_nawratil:
der 8" ist mit f=1000mm etwas kürzer als der lange 150er, vielleichts machts das aus?

Etwas, weil Hebel- und Pendelarme etwas kürzer ausfallen. Leider ist die Pendelmasse größer, was den positiven Effekt wieder verringert. Wahrscheinlich wiegt der Nachteil schwerer als der Vorteil.

Beachten sollte man auch, daß die Tragfähigkeit bei 10 kg liegt und das Teleskop knapp 9 kg mitbringt. Dazu Kamera und Leitrohr, das wird eng. Ein OAG hätte Gewichtsvorteile, könnte wegen der noch etwas kleinen Öffnung aber problematisch sein. Natürlich wird die Montierung bei Überschreiten der Maximalzuladung nicht einkrachen, nur sind dann die Schwingungen einfach zu groß.

Mal nachgesehen. Laut
http://www.muba.de/Astroseiten/TabellenMontis/Montierungen_Visuell_select.php
geht die Kombination nicht, laut
http://www.deepsky-brothers.de/SinnvKombiTEL_Monti.htm
ist die Montierung wohl grenzwertig belastet bis überfordert.

Ich hatte ihn schon 2x auf der Eq5 und er ist wirklich stabil genug für visuell. Freilich, scharfstellen bei hoher Vergrösserung ist immer so eine Sache, wenn man die Kurbel anfassen muss.

Und genau da liegt das Problem - man muß scharfstellen, und bei fotografischer Anwendung besonders genau, weil die Kamera keine Akkomodationsfähigkeit hat. Bei extrem hohen Vergrößerungen dauert das Warten dann auch visuell unangenehm lang.

Zugegebenermaßen werde ich in naher Zukunft meiner Montierung auch etwas mehr zumuten, als ich fotografisch für gut halte. Zu dem 150/1200er kommt ein kleiner, aber stabiler Dreiwegekopf und darauf ein 90/1250-Mak mit Barlow. Das wird zwar vignettieren, erlaubt aber die grobe Abschätzung, ob sich Fokalfotografie mit etwas kürzeren Brennweiten (150/750) lohnen könnte.

Ist ja auch immer eine individuelle Geschichte - Ich habe einen Bekannten, der schnallte einen 80/600ED auf die Gemini 42 und seufzte: "endlich stabil!"

LOL! Hast aber natürlich Recht, denn das, was der eine Benutzer als unbrauchbar bezeichnet, nennt der andere noch gut. Bei der Leitsternsuche macht das besonders viel Spaß - die von mir benutzten Sterne sind für den Rest der Leute meist viel zu funzelig.

Eigentlich kann man Flo für den visuellen Einsatz nur raten, das Teil zu kaufen, auszuprobieren und im Zweifelsfall wieder zurückzuschicken.


Grüße

fquadrat
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Mittlerweile hab ich ein tolles Angebot entdeckt.
Und zwar das Meade Lightbridge Dobson
Das würd ich bei nem anderen Shop für 499 Euronen bekommen, und da Astroshop ja mit ihrer Bestpreisgarantie wirbt, könnt ichs vll dort auch für den Preis bekommen.
Bei dem Angebot sind 2 Meade SWA Okus dabei, und zwar 28mm und 16mm.
Allein diese Okus würden ja schon einiges kosten und den Kauf legitimieren.
Stellt Meade seine Teleskope auch in China her, und wenn ja müsste die Qualitätssicherung dennoch größer sein als bei reinen China-Teleskopen wie Skywatcher oder?
Was sagt ihr dazu?

lg Flo
 
Selbst Celestron (gehört zu Synta) stellt weiterhin viele Teleskope in den USA her, Meade als amerikanische Firma wohl erst recht. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, daß einige Optiken aus Fernost kommen.

Die Qualitätssicherung kann auch bei chinesischen Geräten gut funktionieren, wie man einigen Berichten entnehmen kann. Die Skywatcher EDs und MCs schneiden meist sehr gut ab, besonders die kleinen.

Andererseits kann die Qualitätssicherung nur zeigen, ob die Vorgaben eingehalten werden; es sist nicht ihre Aufgabe, diese Vorgaben zu bewerten.


Grüße

fquadrat
 
hallo fquadrat,

Es werden AFAIK wohl nur mehr die SCTs ab 9" oder 11" hersgestellt. Die SCTs bis 8" kamen ja auch schon günstiger unter Skywatcher-Label in die USA, in EU legte sich offenbar der Generalvertreter quer. Inzwischen ist das eingestellt, Synta will sich das Celestron Label offenbar nicht ruinieren.

Meade stellt seine grossen ACFs AFAIK in Mexiko her, alles andere kommt aus China, der Partner heisst Jinghua. In den Lightbridge sind angeblich GSO Spiegel aus Taiwan.

Bezüglich EQ5 sagte ich ja: VISUELL. Der Hauptnachteil für Fotos liegt IMHO aber nicht so sehr am Gewicht, sondern dass die Motoren extern angeschraubt werden und es immer ein Gefrickel mit mechanischem Spiel sein wird. Da würde ich "eingehauste" und stabil verschraubte Motorten vorziehen. Ich habe aber mit der EQ5 durchaus punktförmige Sterne gehabt, mit 1500mm Brennweite.

Der 8" ist auf EQ5 IMHO stabiler als mein 10" auf EQ6, einmal gegen die Röhre tippen zeigt das Schwingungsverhalten deutlich.

lg Tommy

 
Hallo Tommy,

ich denke nicht, dass das Spiel der Motor-Anpassung da nicht der Punkt ist. Zum einen - soll es wirklich passend sein, dann machen wir ein Langloch rein: Man justiere sich das mit passendem Spiel, spielfrei gehen eingehauste Motoren auch nicht und von der EQ-6 her wissen wir ja, wie sowas in Fernost zusammengedengelt wird. Selber justieren ist da ein typischer Arbeitsschritt nach dem Kauf...
Nein, meiner Meinung und Erfahrung nach ist bei den ganzen GP-Clones die Frage wieviel Spiel im unteren Gleitlager durch Achsvorspannung gegen das obere Lager kaschiert wird. Wie schon öfter gesagt, ist der Druck auf dem Lager oft so groß, dass es nicht wegen des China-Kleisterfetts "satt schwergängig" ist. Aber egal wie feste man presst, der Hebel eines langen Teleskops (1000mm Brennweite genügen auch beim leichten 90mm Refraktor) bringt es an den Tag - es kippelt dann im Gleitlager. Das Ding wird meist nen Zehntel zu weit ausgedreht, wohl damit Chang das schneller ineinander kriegt.
Erwischt man ein Exemplar, bei dem der Drehmeißel runter war, so dass das Lager eben was enger ist, dann läuft das sauber. Ich meine Jürgen Schmoll hatte vor Jahren mal die 1:5-Quote durch eine eigene "empirische Erhebung über 5 EQ-5" ermittelt.

Clear Skies
Sven
 
Hi Tommy,

Du schreibst:

Zitat von tommy_nawratil:

Ja, aber wenn man nicht ausreichend scharfstellen kann, sieht das Bild trotz guter Optik bei hoher Vergrößerung nicht so irre aus.

Da würde ich "eingehauste" und stabil verschraubte Motorten vorziehen.

Die originalen Motoren werden durchaus stabil verschraubt, nur wäre eine Justagemöglichkeit nicht schlecht. Noch mehr stören littige Buchsenhalter (Platinenstückchen) und ein Abdeckung, die das Entfernen des Steckers erschwert. Die LED ist grün, die Handbox hat keinen Aufhänger und drei abgehende Kabel, und der Schnellgang ist zu langsam, der Korrekturgang dagegen zu schnell.

Ich habe aber mit der EQ5 durchaus punktförmige Sterne gehabt, mit 1500mm Brennweite.

Das klingt gut.

Der 8" ist auf EQ5 IMHO stabiler als mein 10" auf EQ6

Das klingt auch nicht schlecht, die Kombination würde ich gerne mal ausprobieren.


Klare Nächte wünscht

fquadrat
 
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