Newtonumbau

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nbartho

Neues Mitglied
Hallo Sternfreunde,
viele Leidensgenossen haben einen Newton, mit dem Sie auch fotografieren – möchten und schlagen sich mit dem Problem der Kollimation herum. Man bedenke nur die vielen Beiträge zu diesem Thema in den Foren.
Ich frage mich, wenn ich schon viel oder „nur“ Fotos machen möchte, warum verzichte ich nicht auf den Fangspiegel und den Okularauszug und montiere meine CCD direkt in den Fokus, Stichwort „Deltagraph“.
Damit müsste man doch eigentlich gute Abbildungen erreichen. Man hat einen Spiegel und eine Kamera, fertig.
Ich unterstelle ein CCD-Kamera im Durchmesser nicht größer als die vorh. Fangspiegelhalterung also bleibt das Lichtsammelvermögen des Teleskops erhalten.
Ich habe einen Newton 6“ F/5 übrig und würde ihn gerne für dieses Projekt „opfern“.

Ich möchte statt der Fangspiegelhalterung einen alten Okularauszug von einem anderen Teleskop mit gleichem Durchm. in den Tubus einbauen und dort die Kamera anstecken, um so in den Fokus zu kommen. Die Verstellung wird nach außen geführt, damit bleibt die Justierung erhalten. Natürlich muss der Tubus entsprechend verlängert werden.

Meine Frage nun an die Experten: Funktioniert das? Mit welchen von mir nicht bedachten Problemen hätte ich noch zu rechnen? Bekomme ich ein scharfes Bild?

Gruss Norbert
 
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Hallo Norbert,

ein ungewöhnliches Konzept... ;)

Was ist bloß so schwer daran, einen Newton für Fotografie zu justieren? Ich unterstelle: wer das nicht schafft, kommt auch mit dem Rest der Astrofotografie nicht zurecht. :teufelgrr:


Als Nachteile deines Konzepts fallen mir spontan ein:

- Obstruktion und somit Beugungserscheinungen an den Kabeln und der "Fokuswelle"
- Störung der Wellenfront durch die Wärme der Kamera
- man kann nicht mit einem Okular das Objekt einstellen
- man braucht eine wirklich steife Spinne um das Gewicht und Drehmoment von OAZ und Kamera aufzunehmen
- so kleine CCD-Kameras sind die Ausnahme, und werden in Zukunft immer seltener werden. Filterräder kann man ganz vergessen.

--> ich würde es bleiben lassen.

cs
Martin
 
Hallo Norbert,

das Kollimationsproblem bleibt Dir bei Deinem Konzept voll erhalten. Du verlierst aber die Kontrollmöglichkeit mithilfe des Okulars. Alles in allem sehe ich darin eher: warum einfach, wenn es denn auch kompliziert geht :).

Greuß Kurt

 
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Hallo Norbert,

das Justageproblem beim Newton ist eher ein "sich von allein und zu leicht verstellen" Problem aufgrund der verwendeten Komponenten der heute gebräuchlichen Geräte.

Man kann einen Newton durchaus so bauen oder optimieren dass er die Kollimation lange hält bzw. sich nach Transport nur noch geringfügig verstellt.

Ganz vorne in Punkto Justierstabilität steht bei mir ein stabiler Tubus. Die käuflichen sind oft zu labberig.

Gruß
Hans
 
Hallo
Vielen Dank für Eure Einwände. Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Es geht mir weniger bzw. gar nicht um die Kollimation eines Newtons, sondern um die Idee, direkt in den Focus das Aufnahmegerät zu platzieren. Bei der Schmidtkamera war es der Film, heute ist es ein Chip, der den Film abgelöst hat (wenigstens für mich als Amateur).

Kurt: ich brauche kein Okular zur Kontrolle, die Kontrolle habe ich über den Bildschirm.
Die Einwände von Martin - Obstruktion der Fokuswelle und die Kameraabwärme sind ernst zu nehmen.
Aber auch hier geht die Entwicklung weiter und man könnte eine bessere oder „geteilte“ Kamera bauen. Die „Kabel“ kann man in die Spinne integrieren und den Anschluss zwischen Kamera und Objektiv ( denn was anderes ist das Teleskop nicht) durch Kontakte lösen wie am Fotoapparat. Die Fokusverstellung ist sicher auch noch anders lösbar.

Im übrigen, so neu ist die Idee gar nicht. Siehe: http://www.th-wahl.de/Ausruestung.htm
oder hier das Prinzip: http://www.astrooptik.com/Komplettgeraete/deltagraph.htm
Was mich wundert ist eigentlich, warum in den Foren fast nichts über Lösungen zu dieser Variante zu erfahren ist. Die heutigen Möglichkeiten der Elektronik liegen doch auf der Hand.

Gruß
Norbert
 
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Hallo Norbert,

hab noch ein Beispiel von meinem KP-Kollegen Rolf Apitzsch . Auf seiner HP findest du im Seitenmenü seinen 35cm Newton. Er verwendet Starlight Instruments Kameras, da die eine sehr kleinen Durchmesser haben und arbeitet damit schon ein paar Jahre sehr gut damit.

Hab mir sowas auch für meinen 18" überlegt. Mein Haupthinderungsgrund war dann die größere Baulänge bei dem Konzept so dass ich doch konventionell gebaut habe.

CS
Wolfgang
 
Hallo Norbert,

die Nutzung des Primärfokus im Strahlengang findest du bei einigen sehr guten Astrofotografen wie z.B. Johannes Schedler. Der verwendet bei seinem 16" Cassegrain eben über einen Wynne Korrektor den Primärfokus f3!! Auch die Verwendung der STL 11000 hindert Johannes nicht Referenzfotos zu machen.
Wir bauen gerade für einen Schweizer Kunden ein solches Gerät. Ich selbst verwende einen 24" Cssegrain mit Primärfokus in meiner Sternwarte. Meiner Meinung die ideale Kombination (lange und kurze Brennweite in Einem).
Bei f5 kannst du aber auch bei der Newton Konfgiguration bleiben, da du
hier ja keinen so großen Fangspiegel braucht wie bei f3, und keinen langen Wynne Korrektor.
Korrektoren mit langer Baulänge sowie große Öffnungsverhältnisse sind der Hauptgrund für solche Bauformen.

Wie schon gesagt hält die Kollimation in einen stabilen Tubus/Okularauszugsystem sehr gut und lange! - auch in Newton Bauweise.

CS
Egon
 
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Hallo Wolfgang
Hallo Egon

vielen Dank für eure Hinweise, ihr habt mir damit sehr geholfen und ich werde mir das alles sehr genau ansehen. Der Teleskopbau von Rolf Apitzsch ist hochinteressant.

Danke

Norbert
 
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