NexStar 8 SE oder C8 CAM?

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linst

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Hi Leute,

hat jemand Zeit und Lust mir ein paar Einsteigerfragen zu beantworten? So langsam aber sicher habe ich mich damit abgefunden für mein zweites Teleskop (momentan ultra-billig TCM Newton) 2000€ zu investieren. Es sollte das eine oder andere Deep-Sky-Objekt gut zeigen, eine Goto-Steuerung besitzen und später mal auf 2" Okulare und Fokalfotografie erweiterbar sein.

Ein Nexstar C8-Tubus scheint gut geeignet zu sein aber ich bin mir unsicher bei der Montierung. Die Nexstar-Montierung scheint ja sehr kompakt zu sein (man kann sie auch auf parallaktisch aufbohren) aber kann man die auch manuell verstellen wenn man z.B. nur schnell mal den Mond begucken möchte? Oder sollte man lieber die CAM (ist das eigentlich die gleiche wie die AS-GT von Baader) nehmen?

Falls sich jemand mit den Dingern perfekt auskennen sollte: ist das C8 CAM für 1898,- beim Teleskopservice das gleiche Gerät wie das C8 S / AS-GT für 2145€ bei Baader?

Und noch eine letzte Frage: Angeblich kann man auch 2"-Okulare per Adapter anschließen. Ist das vernünftig oder nur so ein Marketinggag der im Endeffekt aber nichts bringt?

Vielen Dank für alle Tips!

Grüße
linst
 
Hallo Namenloser,

ich selbst habe das Vorgängermodell Nexstar 8i (der Hauptunterschied liegt darin, dass bei mir der tubus nicht abnehmbar ist).

Zum Bewegen der Achsen muss man kein SkyAlign durchführen, aber man benötigt Strom; d.h. es gibt Richtungstasten, mit denen man manuell in einstellbarer Geschwindigkeit fahren kann.

Ich habe einen 2"-Spiegel mit SC-Gewinde von TS angeschlossen, möchte aber darauf hinweisen, dass dieser Spiegel im Lieferzustand ein Fahren in den Zenit unmöglich macht (stösst vorher an!). Nach Einkürzen der SC-Anschlussseite geht das aber problemlos. Eventuell nach einem anderen Spiegel umschauen.

Die Optik ist meiner Ansicht nach super, die Gabelmontierung für nicht-fotographische Beobachtung absolut in Ordnung.

Grüße Klaus
 
Nochmals hallo,

kurze Anmerkung zum Sinn der 2"-Okulare:

bei einer Brennweite von 2000 mm und f/10 hat man kein großes Gesichtsfeld. Mit einem 40mm-Okular z.B. von Pentax hat man immerhin noch ein Gesichtsfeld von 1,4°. Solche Okulare haben aber 2"-Anschluss!

Grüße Klaus
 
Hi,

so einfach ist das nicht...

Mit einer Polhöhenwiege ist das Nexstar "voll fotographietauglich" insofern, als Langzeitaufnahmen prinzipiell möglich sind.

ABER: Die begrenzte Stabilität macht diese Montierung nicht gerade zum HighLight der Astrofotographie - entsprechendes gilt übrigens auch fürs Konkurrenzprodukt LX90 vom Meade.

Die stabileren Gabelmontierungen des Celestron CPC bzw. Meade LX200 sind erheblich teurer und erheblich schwerer.

Eine deutsche Montierung wie die CAM ist im rein visuellen Gebrauch weitaus unpraktischer. Im übrigen ist meines Erachtes auch die CAM-Montierung nicht der große Wurf fürs Fotographieren, da ebenfalls zu leicht gebaut.

Ich würd mir überlegen, ob Du wirklich das Fotographieren so weit in den Vordergrund stellen willst. Eine erheblich teuerere Lösung kommt heraus - es sei denn Du begnügst Dich mit einer weniger stabilen Montierung und einer Webcam - dann geht auch das Nexstar 8SE mit Polwiege.

Ich hoffe, ich habe Dich nicht gar zu sehr verwirrt...

Grüße Klaus
 
Eben fällt mir noch was ein...

Ein schönes Einsteigerteleskop, das auch zum Fotographieren taugt, aber kein GoTo hat, wäre das TAL 2M (auch Siberia 150M genannt): massive Montierung mit Gussstahlsäule, 150 mm Öffnung, schwer wie die Hölle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" /> . So ein Gerät hatte ich auch schon, war mir aber auf Dauer zu schwer (ich fotographiere nicht!).

Gruß Klaus
 
Hi Zusammen,

ich finde die Kombination eines 8" SC auf einer Goto-Montierung ziemlich teuer, vor allem wenn man die Deepsky-Einschränkungen des SC so sieht, nämlich das recht kleine wahre Gesichtsfeld und die Problematik, mit 2" Okularen bei maximal 5,5mm AP auf der Strecke zu bleiben.
Für ca. 1700 Euro kann man einen 10" f/4,8 Newton auf der CAM bekommen und sogar ein Preisvergleich mit einer EQ-6 Skyscan lohnt sich, denn da sind im Paketpreis auch 10" machbar.
Für einen 200/1000 Newton kann man auch nochmal günstiger die HEQ-5 Skyscan wählen.


Von daher meine ich, dass ein recht teures C8 da wirklich nicht die optimale Lösung ist, wenn Deepsky auf dem Speiseplan steht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

kurze Anmerkung: es gibt nur ganz wenige Deep-Sky-Objekte, die nicht in ein Gesichtsfeld von 1.4° passen. Daher finde ich ein C8 für DeepSky schon geeignet. Für die wenigen anderen Fälle gibts Ferngläser...

CS Klaus
 
Hi Sven

Bitte keinen 10"er auf die CAM schrauben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" />
Ich habe eine CAM und da passen 8" noch gut drauf aber 10" finde ich gar heftig.

Ansonsten möchte ich hier den grössten Nachteil der CAM auch noch erwähnen: auch hier geht ohne Strom nix, d.h. geht dem Akku am Acker der Strom aus ist es Schluss mit lustig und man kann nicht mehr manuell weitermachen, leider <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />

lg

Mathias
 
Hi Klaus,

ich möchte nicht auf 6,5mm AP mit einem 2" Okular bei 1200mm Brennweite verzichten, genausowenig wie bei 800mm. Das kann mir ein C8 nicht bieten. Da der relativ hohe Preis der Optik hinzukommt, gefällt mir diese Lösung nicht.
Auch ich halte mit 10" die CAM für sehr grenzwertig belastet, daher Alternativvorschläge. Es müsste aber klar sein, dass man mit einem 8" f/5, zum Beispiel dem von Celestron, eine günstigere Lösung mit mehr Möglichkeiten im Deepsky-Bereich findet. Und mit etwas "Verhandlungsgeschick" halte ich auch eine EQ-6 Skyscan mit einem 10" Newton für machbar im gesetzten Preisrahmen.

Nur das sollte herauskommen.

Clear Skies
Sven
 
Ich plädiere für ein 8" f6., das ist mit ca. 9kg noch etwas leichter als das f5 (bei gleicher Brennweite) oder das SC. Zudem sieht man bereits im 8" f6 mehr als beim SC mit 12", habe diese Erfahrung gerade gemacht. Laß Dir mit der Parallaktischen Montierung lieber Zeit, spare noch und schubse ihn als Dobson. Nach einem Jahr kannst Du Dir mit etwas sparen dann eine noch bessere Montierung leisten.
8" f6, z.B. Galaxy, d.h. 399 Euro mit 2 vernünftigen Okularen und 2" Crayford-Auszug. Bleiben (derzeit) 1400 Euro für eine Montierung. Die kannst Du in einem Jahr auch mal als gebraucht mit Goto erwerben. Zeit spielt halt auch mit manchmal..
Oder Du bekommst dafür die EQ-6, die neue. Aber was ich davon halte, schreibe ich nicht mehr, denn, wie Caesar schon sagte: Wiederholungen langweilen....
Gruß
Winfried
 
Hallo Sven,

zu Deiner Anmerkung bezüglich der Lichtstärke mal eine Frage:

Lichtschwache Deep-Sky-Objekte lassen sich besser mit lichstarken Teleskopen beobachten (dazu gehört das SC nun wirklich nicht...).

Aber: lichtstarke Optiken reagieren stärker auf einen aufgehellten Himmel.

Müsste bei meinem mittelprächtigen Vorstadthimmel ein SC nicht besser sein als ein lichtstarker Newton?

Diese Frage soll keineswegs polemisch sein, ich weiss es echt nicht!

Wer hat Erfahrungswerte?

Viele Grüße Klaus
 
Hallo, linst.

Meine Erfahrungen nach 2 Jahren NexStar C8 GPS (nach Austausch des Handcontrollers entspricht es jetzt elektronisch dem CPC 800):

Aufgrund des Durchmessers des Blendrohrs von 38mm ergibt sich ein maximales tatsächliches Gesichtsfeld von 1,2° (s. auch Thread ). Das ist für grosse Deepsky-Objekte zu klein. Da hilft auch kein 2" Ultraweitwinkel-Okular mit grosser Brennweite.

Das C8 braucht lange zum Auskühlen (bis zu 2 Stunden). Vorher deutliches Tubus-Seeing. Kann man allerdings durch Umbau mit Lüftern lösen.

Die azimutale Gabelmontierung ist für die Astrofotografie nur für sehr kurze Belichtungszeiten geeignet. Das ist für die visuelle Beobachtung natürlich kein Nachteil. Ich habe gelesen, dass als Abhilfe vom Einsatz einer Polhöhenwiege eher abzuraten ist (Stabilität, Verschleiss der Motoren).

Mit f/10 ist das C8 nicht gerade schnell. Durch einen Reducer (wird auch visuell eingesetzt) lässt sich das aber auf f/6,3 bzw. f/5,9 drücken. f/10 ist dafür natürlich sehr okularfreundlich, was den Geldbeutel doch erheblich entlastet. Ohne Reducer ist bei einer AP von 5,6mm so ziemlich Schluss (56mm Okular), mit Reducer geht natürlich auch mehr.

Das waren die Einschränkungen. Ansonsten bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden. Perfektes GoTo. Gut zu transportieren, das Beobachten macht Spass damit.

Gruss
Joachim
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
OK, mein Bild hat sich mit den Infos hier (und stöbern in anderen Threads) etwas gedreht. Das Thema Fotografieren habe ich gedanklich erst einmal abgehakt. Da überlasse ich die Arbeit besser anderen und kaufe mir lieber einen tollen Bildband mit den schönsten Objekten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Die genannten Nachteile des SC haben mich auch etwas abgeschreckt, ein Newton scheint einfach die bessere Lösung zu sein.

Als Minimum sollte es aber schon 8" und eine Montierung mit GoTo z.B. CAM oder EQ-6 Sky Scan sein. Wenn ein 8" auf CAM geht, bin ich so mit 1300€ dabei, bei 10" auf EQ-6 Sky Scan bin ich dann schon eher jenseits der 2000€. Konkret habe ich momentan dieses Gerät ins Auge gefasst.

Gibt es bei der Qualität der GoTo-Systeme krasse Unterschiede oder sind diese alle ähnlich gut für visuelle Beobachtung geeignet?
 
Hallo,

die ganze Diskussion hat was genützt, wenn Du jetzt sicherer bist, was Du willst.

Ich hatte vor meinem Nexstar 8i einen GSO 10"-Dobson (Newton) und werde mich dennoch nicht mehr von meinem "mangelhaften" SC trennen...

Grüße Klaus
 
Hallo Linst,
Ich denke für Dich mit und glaube, Du wärst mit einem 8" f:6 Newton (als Dobson) bestens bedient. Lerne erst mal damit den Himmel kennen, das geht recht schnell. Empfehlen kann ich Dir den Galaxy Dobson von ICS. Ist mit Crayford-2"-Auszug bestückt und hat 2 gute Okulare (32mm und 9mm). Habe ihn u.a.selbst nebst einem 12" gleicher Fabrikation. Auch ich trenne mich nicht von meinem 12" SC,wie mein Vorredner schrieb, aber^das ist was ganz anderes. Und ich versichere Dir (nach 4 Tagen 8" Newton, der ist ganz neu!), das Teil zeigt mehr und noch dazu deutlicher als mein Meade 12". Klingt komisch, ist aber so, ich bin ein eingefleischter SC-Nutzer.
Eine Monti kannst Du Dir auch noch später kaufen, aber ich habe selbst gemerkt, mit dem Newton als Dob kannst Du in ein-zwei Jahren am Himmel "mitreden", beim SC brauchst Du dazu Deinen Computer...
Grüße
Winfried
 
Hallo Klaus,

während Du es im anderen Posting so hinstellst, als wäre Dein SC von mir oder anderen "mangelhaft" genannt oder gemacht worden...

Also, ganz klar, aus der Stadt heraus und mit weniger als Grenzgröße 5,0 ist eine AP von 6mm oder 7mm immer mit einem unangenehm hellen Himmelshintergrund verbunden, in dem einige Objekte regelrecht absaufen. Das passiert aber nur bei den Vergrößerungen nahe der Minimalvergrößerung, also 6mm AP und mehr. (AP=Austrittspupille, ein Maß für Bildhelligkeit, errechnet sich aus Öffnung geteilt durch Vergrößerung. Bei 200mm Öffnung entspricht eine Vergrößerung von 28,5x einer AP von 7mm.)
Es geht also gegenüber dem SC nichts verloren, denn wenn man mit einem 8" f/5 Newton dieselbe Vergrößerung wählt wie mit einem C8, dann sieht man die gleiche Bildhelligkeit. Allerdings kann der Newton ein größeres Gesichtsfeld zeigen.

Möchte man aber die Bildhelligkeit von über 6mm AP nutzen, um zum Beispiel auch sehr schwache Objekte hell genug erkennen zu können, dann gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten, um mit einem störenden Himmelshintergrund fertig zu werden:
1. Besseren Himmel aufsuchen (ab 5m0 und besser wird die Sache interessant).
2. Für Emissionsnebel einen starken Nebelfilter (OIII oder UHC) verwenden.
Objekte wie Zirrusnebel und Nordamerikanebel, aber mit H-Beta-Filter auch der California-Nebel, danken es einem. Natürlich gibt es noch ein paar weitere Emissionsnebel oder "Nebelregionen".

Abgesehen von der Bildhelligkeit aber erschließen sich durch das große Gesichtsfeld noch ganz andere Beobachtungsgenüsse.
Andromedagalaxie und Dreiecksgalaxie passen sehr schön in dieses Gesichtsfeld, wenn der Himmel gut genug ist. H&Chi wirken phantastisch, ebenso die Sternwolke M24 oder auch der Effekt von M11 eingebettet in der Schildwolke. Auch M71 in der sehr Sternreichen Region nahe der Sommermilchstraße hat so seinen Reiz. Am Frühjahrshimmel an einem ausreichend dunklen Standort ist auch der Virgo-Galaxienhaufen eine Augenweide zum Absurfen.
Das maximal mit 8" f/5 (dem nun angedachten Gerät) machbare Gesichtsfeld dürfte ein 31mm Nagler liefern, es schafft 2,4° wahren Himmel. Ein eher günstiges 30mm Okular aus der "100 Euro Klasse" mit 80° Feld kann noch 2,3° zeigen, wird aber erhebliche Randunschärfe aufweisen. Der brauchbare Bildbereich dürfte aber noch gut 1,7° groß sein, also mehr als man aus einem normalen 8" SC überhaupt herausholen kann.

Um also auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Unter Vorstadthimmel kann ein lichtstarkes Gerät seine Vorteile bei der Bildhelligkeit vielleicht nur mit Nebelfilter ausspielen, aber es bleibt der Vorteil eines größeren wahren Gesichtsfeldes und vor allen Dingen hat es keine Nachteile gegenüber dem SC, weil man ja schlicht genau dieselben Vergrößerungen wählen kann, die man mit einem SC auch benutzen kann.
Da der vorgeschlagene 8" f/5 Newton nebenbei noch günstiger ist, als das SC, spricht viel für diese Lösung.

Aber, ich will auch noch ein paar Dinge nennen, die nicht unbedingt gegen den 8" f/5 sprechen, die man aber erwähnen sollte.
Zunächst mal ist ein 8" f/5 Newton etwas länger als ein 8" SC. Er wiegt etwa 9 Kilo, und das Gewicht eines 8" SC habe ich nicht im Kopf. Vielleicht belastet er die Montierung etwas mehr (aber auf der CAM geht das, wenn keine Deepsky-Fotos geplant sind).
Justiert werden müssen beide Geräte, wobei es für den Newton nicht nur mehr Anleitungen gibt, sondern mit der Barlowed-Laser-Methode auch eine wesentlich sicherere, als beim SC. ( www.pteng.de )
f/5 stellt aber mehr Ansprüche an die Okulare. Das fällt nicht so sehr ins Gewicht, wenn man für Deepsky-Beobachtungen sowieso an Weitwinkel-Okulare aus dem "Mittelfeld" gedacht hatte. Man muss aber für ein f/5 Teleskop beim Okularkauf immer die Frage stellen, wie gut ein gewünschtes Okular bei f/5 noch ist. Besonders die Randabbildung der Okulare ist kritisch, vor allem je länger die Okularbrennweite wird. Wie oben schon erahnbar ist (31mm Nagler), kommt es sehr teuer, ein nahezu perfektes Weitwinkel-Okular um 30mm zum f/5 Newton anszuschaffen.
Bei kurzen Okularbrennweiten entspannt sich das ganze etwas. Ich werfe einfach mal die Begriffe Stratus/Hyperion und Speers-Waler ein.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

vielen dank für Deine Erklärung.

Grüße Klaus
 
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