DietSky
Aktives Mitglied
Hallo,
wie ich schon einmal in einem früheren Beitrag schrieb, besitze ich schon seit mehr als 40 Jahren eine Flatfieldcamera FFC 4,0/760mm der Firma Lichtenknecker Optics.
Zu Filmzeiten war sie regelmäßig an meiner Sternwarte im Einsatz, doch im digitalen Zeitalter praktisch gar nicht mehr. Sie ist parallel zu meinem 12“ Newton-Cassegrain montiert und ich wollte sie gern wieder einmal zum Leben erwecken.
Erste Tests, vor einigen Monaten, zeigten jedoch einige Unzulänglichkeiten, die bei der Verwendung von Filmmaterial nicht zum Tragen kamen, doch die heutigen, hochauflösenden Bildsensoren zeigen unbarmherzig jeden Mangel. Meine Ursachenforschung ergab, dass ein Großteil der Probleme durch eine unvorteilhaft konstruierte Hauptspiegelfassung begründet war. Der Spiegel neigte sehr schnell zu Verspannungen, was natürlich sofort zu unsauberen Sternabbildungen führte. Durch eine Neukonstruktion konnte ich die Abbildungsleistung meiner FFC deutlich verbessern.
Mein Wunsch war natürlich auch, das Instrument im Remotebetrieb nutzen zu können, was ohne einen Motorfokus jedoch nur wenig Sinn ergibt. Die Fokussierung der Flatfieldkamera erfolgt normalerweise über die Positionsänderung des Sekundärspiegels, wobei der Fokustrieb durch eine seitliche Klappe in der Tubuswand zugänglich ist. Ich habe jedoch keine sinnvolle Möglichkeit gefunden, diesen Trieb zu motorisieren. Um möglichst wenig Backfokus zu verlieren, habe ich stattdessen einen sehr flachbauenden Motorfokussierer zwischen Tubusboden und Kameraanschluss montiert.
Glücklicherweise erlaubt N.I.N.A die Berücksichtigung eines weiteren, um 90 Grad versetzten, Teleskopoffset für die Kuppelsynchronisation, sodass ein eigenes Template für die FFC immer für einen freien zentrischen Durchgang am Kuppelspalt sorgt.
Für ein First Light der FFC im Remotebetrieb hatte ich mir NGC 1499 ausgewählt, doch leider musste ich recht lange auf geeignete klare Nächte warten. So habe ich im November fast jede erdenkliche Möglichkeit gesucht, um genügend Belichtungszeit zu sammeln, doch leider waren auch einige Nächte dabei, in denen ich unverrichteter Dinge mein Vorhaben wieder abbrechen musste. Ich denke, viele von Euch haben in diesem Monat ähnlich negative Erfahrungen mit dem Wetter machen müssen.
Zum Objekt selber brauche ich sicher keine weiteren Informationen zu geben, da der Kalifornien-Nebel ein hinreichend bekanntes Fototarget sein dürfte.
Belichtet habe ich mit Schmalbandfiltern für H-alpha, SII und OIII, sowie mit RGB-Filtern für die Sternfarben.
Nach der Sichtung der Summenstacks und Beurteilung der Helligkeitsverteilung in den Schmalbandaufnahmen, entschied ich mich in diesem Fall für eine Ausarbeitung in der Hubble-Palette. H-alpha und SII sind bei diesem Objekt sehr dominant vertreten, während OIII nur einen relativ schwachen, nahezu strukturlosen Anteil zeigt. Speziell die SII-Daten zeigen wunderschöne strukturierte Details, welche sich gut mit den H-alpha-Daten zu einem ansprechenden Gesamtergebnis kombinieren lassen.
Entgegen meiner eigenen Regel, die Nordrichtung auf 12 Uhr zu definieren, bin ich dieses mal davon abgegangen und habe sie auf 6 Uhr gedreht. In dieser Ausrichtung fand ich die Bildwirkung deutlich ansprechender.
Danke fürs Anschauen,
CS Dietmar
Größere Version
Aufnahmedaten:
Instrument: Lichtenknecker Optics Flatfieldcamera 4,0/760mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: QHY5III-200M an William Optics UniGuide 50mm
Filter: Antlia Filtersatz Ha (3nm), SII (3nm); OIII (3nm), R, G, B
Belichtungszeiten: Ha: 12x900s; SII: 12x900s; OIII: 12x900s; R, G, B: jeweils 15x100s
Gesamtbelichtungszeit: 10h15m
Aufnahmedatum: November 2025
wie ich schon einmal in einem früheren Beitrag schrieb, besitze ich schon seit mehr als 40 Jahren eine Flatfieldcamera FFC 4,0/760mm der Firma Lichtenknecker Optics.
Zu Filmzeiten war sie regelmäßig an meiner Sternwarte im Einsatz, doch im digitalen Zeitalter praktisch gar nicht mehr. Sie ist parallel zu meinem 12“ Newton-Cassegrain montiert und ich wollte sie gern wieder einmal zum Leben erwecken.
Erste Tests, vor einigen Monaten, zeigten jedoch einige Unzulänglichkeiten, die bei der Verwendung von Filmmaterial nicht zum Tragen kamen, doch die heutigen, hochauflösenden Bildsensoren zeigen unbarmherzig jeden Mangel. Meine Ursachenforschung ergab, dass ein Großteil der Probleme durch eine unvorteilhaft konstruierte Hauptspiegelfassung begründet war. Der Spiegel neigte sehr schnell zu Verspannungen, was natürlich sofort zu unsauberen Sternabbildungen führte. Durch eine Neukonstruktion konnte ich die Abbildungsleistung meiner FFC deutlich verbessern.
Mein Wunsch war natürlich auch, das Instrument im Remotebetrieb nutzen zu können, was ohne einen Motorfokus jedoch nur wenig Sinn ergibt. Die Fokussierung der Flatfieldkamera erfolgt normalerweise über die Positionsänderung des Sekundärspiegels, wobei der Fokustrieb durch eine seitliche Klappe in der Tubuswand zugänglich ist. Ich habe jedoch keine sinnvolle Möglichkeit gefunden, diesen Trieb zu motorisieren. Um möglichst wenig Backfokus zu verlieren, habe ich stattdessen einen sehr flachbauenden Motorfokussierer zwischen Tubusboden und Kameraanschluss montiert.
Glücklicherweise erlaubt N.I.N.A die Berücksichtigung eines weiteren, um 90 Grad versetzten, Teleskopoffset für die Kuppelsynchronisation, sodass ein eigenes Template für die FFC immer für einen freien zentrischen Durchgang am Kuppelspalt sorgt.
Für ein First Light der FFC im Remotebetrieb hatte ich mir NGC 1499 ausgewählt, doch leider musste ich recht lange auf geeignete klare Nächte warten. So habe ich im November fast jede erdenkliche Möglichkeit gesucht, um genügend Belichtungszeit zu sammeln, doch leider waren auch einige Nächte dabei, in denen ich unverrichteter Dinge mein Vorhaben wieder abbrechen musste. Ich denke, viele von Euch haben in diesem Monat ähnlich negative Erfahrungen mit dem Wetter machen müssen.
Zum Objekt selber brauche ich sicher keine weiteren Informationen zu geben, da der Kalifornien-Nebel ein hinreichend bekanntes Fototarget sein dürfte.
Belichtet habe ich mit Schmalbandfiltern für H-alpha, SII und OIII, sowie mit RGB-Filtern für die Sternfarben.
Nach der Sichtung der Summenstacks und Beurteilung der Helligkeitsverteilung in den Schmalbandaufnahmen, entschied ich mich in diesem Fall für eine Ausarbeitung in der Hubble-Palette. H-alpha und SII sind bei diesem Objekt sehr dominant vertreten, während OIII nur einen relativ schwachen, nahezu strukturlosen Anteil zeigt. Speziell die SII-Daten zeigen wunderschöne strukturierte Details, welche sich gut mit den H-alpha-Daten zu einem ansprechenden Gesamtergebnis kombinieren lassen.
Entgegen meiner eigenen Regel, die Nordrichtung auf 12 Uhr zu definieren, bin ich dieses mal davon abgegangen und habe sie auf 6 Uhr gedreht. In dieser Ausrichtung fand ich die Bildwirkung deutlich ansprechender.
Danke fürs Anschauen,
CS Dietmar
Größere Version
Aufnahmedaten:
Instrument: Lichtenknecker Optics Flatfieldcamera 4,0/760mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: QHY5III-200M an William Optics UniGuide 50mm
Filter: Antlia Filtersatz Ha (3nm), SII (3nm); OIII (3nm), R, G, B
Belichtungszeiten: Ha: 12x900s; SII: 12x900s; OIII: 12x900s; R, G, B: jeweils 15x100s
Gesamtbelichtungszeit: 10h15m
Aufnahmedatum: November 2025