NGC 3310 (Arp 217), mit dem NCT300

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DietSky

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Hallo!

Die Galaxie NGC 3310 trägt im Halton Arps Katalog die Bezeichnung Arp 217, befindet sich in einer Entfernung von rund 47 Millionen Lichtjahren zur Erde im Sternbild Großer Bär.

Es handelt sich um eine sogenannte Starburst-Galaxie, welche mit einer sehr hohen Rate neue Sternhaufen produziert. Ursache dafür ist vermutliche eine Kollision mit einer zweiten oder gar mehrerer kleiner Galaxien vor etwa 100 Millionen Jahren.

Die große Anzahl sehr junger Sterne verleiht der Galaxie eine intensive blaue Färbung und sie gehört damit sicherlich zu den blauesten bekannten Galaxien.
Infolge der Kollision zeigt NGC 3310 einige stark ausgeprägte, schleifenförmige Gezeitenschweife aus Sternen und Gas.

Ich wurde durch die Aufnahme unseres Forenkollegen Karsten Bahr (@K.Bahr) auf diese interessante Galaxie aufmerksam und nahm sie sofort mit hoher Priorität in meine To-Do-Liste auf. Glücklicherweise hatte ich gegen Ende April einige Nächte zur Verfügung, um dieses Projekt noch in der diesjährigen Galaxiensaison abschließen zu können.

In einer Aufnahme von Adam Block, aufgenommen mit dem 800mm-Reflektor des Mount Lemmon SkyCenter, waren mir sehr markante HII-Regionen aufgefallen, sodass ich, in Ergänzung zu den LRGB-Frames, noch zusätzliche Belichtungszeit in die Linie von H-alpha investiert habe.
Bei der Bearbeitung der Daten zeigte der breitbandige Rotkanal schon recht viel Signal und so habe ich, nach erfolgter Kontinuumsubraktion, den H-alpha-Anteil nur sehr dezent hinzugefügt.

Etwas Aufmerksamkeit musste ich beim Stretch dem sehr hellen Stern SAO 27724 (5,5 mag) widmen, um ihn nicht zu dominant werden zu lassen. Er hätte ansonsten zu viel Gewicht in meiner Bildkomposition erhalten.

Danke für euer Interesse und Karsten für die Bildidee,

CS Dietmar


1. Gesamtes Feld

NGC3310_L(HaR)GB_klein.jpg



2. Crop aus der Bildmitte

NGC3310_L(HaR)GB_Crop80.jpg



3. Gesamtes Feld etwas größer

Aufnahmedaten:

Instrument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenkonstruktion) im Primärfokus mit ASA-Korrektor bei f=2075mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: Lodestar Pro am OAG
Filter: Antlia Filtersatz L, R, G, B, Ha
Belichtungszeiten: L: 67x300s; RGB: je 20x240s, Ha: 10x900s
Gesamtbelichtungszeit: 12h05m
21.04. – 26.04.2026
 
Hallo Dietmar,

dein NGC 3310 schaut sehr gut aus. Ich kann nur zu gut nachempfinden welche Herausforderungen in der Bearbeitung lauerten. Ich stecke noch mitten drin. Neben dem Stern fand ich auch die Dynamik im Kernbereich macht einem zu schaffen. Ich finde das ist die alles wieder sehr gut gelungen. Was die Farbgebung anbelangt finde ich dein Bild besser als das von Adam Block. Das ist mir zu „knallig“.

CS
Christof
 
Moin Dietmar,

ein klasse Portrait dieser besonderen Galaxie. Ich bevorzuge hier die Version 3. ( gesamtes Feld etwas größer), dicht gefolgt vom Crop aus der Bildmitte.
Toll bearbeitet, und hier stimme ich Christof zu: auch mir gefällt die Farbgebung in deinem Bild besser als im Bild von Adam Block, hinter dem sich deine Aufnahme auch sonst nicht zu verstecken braucht. :y: :y:

lg
Wolfgang
 
Hallo Dietmar,

eine ganz hervorragende Aufnahme von NGC 3310!
Besonders die feinen Gezeitenschweife und die vielen kleinen Strukturen
innerhalb der Galaxie kommen bei deiner Bearbeitung sehr schön heraus.
Auch die dezent eingebundenen HII-Regionen gefallen mir ausgesprochen gut,
genau so, dass sie die ohnehin schon sehr intensive Wirkung der Galaxie zusätzlich unterstreichen,
ohne dabei künstlich zu wirken.

Auch mit dem hellen Stern im Bildfeld bist du aus meiner Sicht sehr gelungen umgegangen.
Er ist präsent, dominiert aber die Szene nicht unnötig.

Es freut mich natürlich besonders,
dass meine Aufnahme dich zu diesem Projekt inspiriert hat,
aber deine Aufnahme hat mich auch dazu veranlasst
mir meine Daten noch mal vor zu nehmen.

Die dezenten IFN Wolken in deinem Bild
haben mir zu Denken gegeben.

Ich hatte bei meiner ersten Bearbeitung nicht mit IFN
in dem Bildfeld gerechnet und darum den Hintergrund
mit Fitswork4 geebnet.
Das war ein Fehler den ich in den letzten knapp 3 Stunden intensiver Bildbearbeitung behoben habe.
Hier also meine Version mit IFN!

Grüße und CS
Karsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dietmar,
Zu zeigst immer wieder besondere Schmuckstücke. Auch diesmal eine extrem gute Motivauswahl. Wie immer, hervorragend umgesetzt. Unsere ToDo-Liste wird immer länger. Wir müssen unser BTB wohl mehrfach klonen, um das alles abarbeiten zu können.

Gratuliere,
Manfred
 
Hallo Dietmar,

eine sehr feine Aufnahme von NGC 3310. Da hast du viele Details herausholen können, prima!
Die Gezeitenschweife kommen schön zum Vorschein, auch die Einbindung von HA passt 1A!

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Christof, Wolfgang, Karsten, Manfred und Michael,

herzlichen Dank für eure freudlichen Worte!
Was die Farbgebung anbelangt gebe ich euch Recht, auch mir ist die Aufnahme von Adam Block etwas zu intensiv.

Es freut mich natürlich besonders,
dass meine Aufnahme dich zu diesem Projekt inspiriert hat,
aber deine Aufnahme hat mich auch dazu veranlasst
mir meine Daten noch mal vor zu nehmen.

Die dezenten IFN Wolken in deinem Bild
haben mir zu Denken gegeben.
Mir war der IFN auch schon beim ersten "Probestretch"aufgefallen, aber meine Daten reichen nicht teif genug, um diesen noch sauber auszuarbeiten. Ich wollte unnötige Artefakte durch einen unruhigen Hintergrund vermeiden.
Deine Aufnahme, lieber Karsten, ist bedeutend tiefer als meine. F4 zu F6,9 ist halt schon ein beachtlicher Unterschied.

Ich stecke noch mitten drin. Neben dem Stern fand ich auch die Dynamik im Kernbereich macht einem zu schaffen.
Ich bin schon sehr gespannt auf deine Ausarbeitung. Du wirst damit sicher alles bisher gezeigte in den Schatten stellen!

Zu zeigst immer wieder besondere Schmuckstücke. Auch diesmal eine extrem gute Motivauswahl.
Lieber Manfred, in diesem Fall ist Karsten der Urheber für diese Motivauswahl gewesen.

Unsere ToDo-Liste wird immer länger. Wir müssen unser BTB wohl mehrfach klonen, um das alles abarbeiten zu können.
Das geht mir genauso!

CS Dietmar
 
Deine Aufnahme, lieber Karsten, ist bedeutend tiefer als meine. F4 zu F6,9 ist halt schon ein beachtlicher Unterschied.
Ich habe das einmal grob durchgerechnet:
Für meine 8 Stunden Belichtungszeit bei F4
müsstest du mit F6,9 auf etwa 23 Stunden und 48 Minuten kommen,
um auf eine vergleichbare Photonenmenge pro Fläche zu gelangen.

Mir war ehrlich gesagt nicht bewusst,
wie groß der Unterschied durch das Öffnungsverhältnis tatsächlich ausfällt.

Grüße und CS
Karsten
 
Für meine 8 Stunden Belichtungszeit bei F4
müsstest du mit F6,9 auf etwa 23 Stunden und 48 Minuten kommen,
um auf eine vergleichbare Photonenmenge pro Fläche zu gelangen.
Hallo Karsten,

das ist korrekt. In meine Aufnahme sind ja nur ca. 9,5 Stunden LRGB eingeflossen, das wären ja nicht viel mehr als 3 Stunden mit deinem Instrument.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar
Eine tolle Aufnahme und perfekt bearbeitet!
Ich kann mich gar nicht satt sehen.
Und das Ganze ohne die X- Familie? Aber mit herkömmlicher Deconvolution?
CS
Bernhard
 
Hallo Bernhard,

freut mich, wenn es dir gefällt!
Was die Bildbearbeitung angeht, bin ich noch immer etwas oldschool unterwegs, ohne den Einsatz von PixInsight.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

deine Bilder zeigen stets eine beeindruckende Detailauflösung. Daher sicherlich Bernhard‘s und auch mein Interesse.

Unabhängig vom Einsatz von Pixinsight oder BXT, verwendest du in deiner Bildbearbeitung andere Deconvolution-Methoden / -Tools, die auch in anderer Software verfügbar sind, bzw. Tools zur Schärfung?

CS
Christof
 
Hallo Christof,

ich habe keinen festgelegten Workflow und bediene mich, je nach Ausgangsmaterial, unterschiedlicher Werkzeuge aus AstroArt oder Astra Image.
Abhängig von der Aufnahmebrennweite (Instrument) und den vorherrschenden Seeingbedingungen passe ich meinen Workflow an. Bei exzellentem Seeing schärfe ich oftmals überhaupt nicht nach.

CS Dietmar
 
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