NGC 4236

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Mischa
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Mischa

Aktives Mitglied
Die Aufnahme von NGC 4236 (in UMa, glaub ich) entstand etwa Mitte April, in zwei Vollmondnaechten. Ich hab 4h 50 Minuten belichtet, um unter diesen Bedingungen noch ein halbwegs vernuenftiges S/N herausholen zu koennen.

http://www.mpa-garching.mpg.de/~mischa/ffc

Aufnahmedaten: 8"FFC, f/4.0, ST8E

mischa
 
Hallo Mischa,

wow, nur gut 1 Bogenminuten gross und Mag 14. Gratulation zu deiner Geduld und ein Kompliment für dieses schwierige Objekt.

 
Hallo Tom,

wie kommst du auf eine Bogenminute? In meinem Bild ist die Galaxie 6x22 Bognminuten lang, der innere Teil etwa 2x10 Bogenminuten. Eine Magnitude fuer so ein ausgedehntes Objekt anzugeben ist praktisch unmoeglich. Sicher ist nur, dass sie eine sehr niedrige Flaechenhelligkeit hat.

mischa
 
Hi,

wie kommst du auf eine Bogenminute? In meinem Bild ist die Galaxie 6x22 Bognminuten lang, der innere Teil etwa 2x10 Bogenminuten.

Carte du Ciel hatte es mir genannt. Jedoch hatte ich mich wohl vertippt. Ein enreuter Versuch sagt jetzt: 22.6'x 6.9'

In diesem Falle ziehe ich mein Kompliment natürlich zurück. Danke für den Hinweis.

Eine Magnitude fuer so ein ausgedehntes Objekt anzugeben ist praktisch unmoeglich

Die generelle Definition der Magnitude eines ausgedehnten Objektes ist die, dass man den Gesamtflux der Fläche auf ein "punktförmiges" Objekt umrechnet und es damit auf gewisse Weise mit einem Stern vergleichbar macht. Dies macht auch Carte du Ciel so. Kann nicht ganz sehen, was daran unmöglich sein soll.

CdC:
Galaxy
NGC 4236 UGC 7306
Constellation: Draco
Dimension: 22.6'x 6.9'
Magnitude: 9.60


Zusätzlich kann man dann noch die Flächenhelligkeit angeben.

CdC:
Surface Brightness: 15.00
Description: vF,eL,mE160,vgbM
H V 51;P w Ho 357b @ 9';L;F spiral structure

Diese berücksichtigt dann die Grösse mit. Gleiche Magnitude führt also bei grösseren Objekten zu kleinerer Flächenhelligkeit. Ein Wert, der für die fotografische Abbildung und die zu erwartende Belichtungszeit schon deutlich besser zu gebrauchen ist.



 
In diesem Falle ziehe ich mein Kompliment natürlich zurück. Danke für den Hinweis.

Gern geschehen. Ich moechte ja nicht mit unverdientem Lob ueberhaeuft werden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Die generelle Definition der Magnitude eines ausgedehnten Objektes ist die, dass man den Gesamtflux der Fläche auf ein "punktförmiges" Objekt umrechnet und es damit auf gewisse Weise mit einem Stern vergleichbar macht. Dies macht auch Carte du Ciel so. Kann nicht ganz sehen, was daran unmöglich sein soll.

Das ist mir schon klar. Nur ist sowas extrem schwierig bei so inhomogenen Objekten mit Vordergrundsternen. Letztere muss man erst mal vom Fluss abziehen. Dann kommen noch zig verschiedene Magnitudensysteme dazu, kein Mensch gibt an welches er verwendet und wie er bei der Messung vorgeht (weil man garantiert was falsch gemacht hat, das seh ich beinahe jeden Tag bei meinen Kollegen). Gerade bei Galaxien kannst du da froh sein, wenn das auf eine halbe Magnitude genau rauskommt.
Flaechenhelligkeiten sind noch spassiger, denn da musst du erst mal festlegen, wo die Galaxie aufhoert und der Himmelshintergrund anfaengt. Da aendert sich die in Betracht gezogene Flaeche schnell mal um einen Faktor zwei oder viel viel mehr. Da machen dann auch nur Mittelwerte Sinn, und selbst die sind dann nicht grad aussagekraeftig, wenn das Helligkeitsprofil vogelwild ist, wie zum Beispiel in NGC 4236. Und selbst bei weit entfernten Minigalaxien, wo man praktisch kaum Struktur sieht und die so richtig einfach aussehen, da kannst du maechtig ins Schleudern geraten, selbst mit hohem Signal/Noise. Ich hab mir abgewoehnt an irgend welche Magnituden in den gaengigen Galaxienkatalogen zu glauben. Mehr als ein grober Anhaltspunkt ist das nicht.
Die Thematik ist hier wirklich komplex. Du brauchst ein gutes Flatfield, musst deine Daten sauber reduzieren (nicht mit Maxim und Konsorten), musst die spektrale Quanteneffizienz DEINES chips wissen (nicht was in den datenblaettern steht), die durchlasskurven deines filters, das spektrale durchlassverhalten der erdatmosphaere (das sich waehrend deiner aufnahme aendert), die Transparenz der erdamtosphaere in der in frage kommenden nacht, eine aenderung der quanteneffizienz des chips als funktion der position auf dem chip (gleiches fuer die durchlasskurve des filters). dann gehts damit weiter dass du die fluesse in deinen filtern in die gedachten fluesse im filtersystem eines photometrischen standardsystems umrechnen musst, und das ist natuerlich ganz stark vom spektrum des jeweiligen aufnahmeobjektes abhaengig, das von objekt zu objekt unterschiedlich ist. dann kommt noch hinzu dass viele standardsysteme noch auf fotografischen platten beruhen, da hoert's dann meiner ansicht nach sowieso auf. Das ist unmoeglich unter Kontrolle zu kriegen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> wenn ich dann in CdC lese, dass NGC4236 eine magnitude von 9.60 hat (zwei dezimalen!), neeeneeneneneneneee

die messung absoluter magnituden ist so flexibel wie meine variable gross- und kleinschreibung in diesem text <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

liebe gruesse

mischa
 
Hi Mischa,

ich kenne ein bisschen deinen Durchmusterungs-Background. Wollte dem natürlch nicht widersprechen, soweit langts bei mir dann sowieso nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich habe hier als reiner Amateur gesprochen. Die angegebenen Werte sagen mir, ob ich mich auf ein solches Objekt überhaupt fotografisch einlassen soll und wie gross die Chance ist, es überhaupt im "e-finder" (60 Sekunden 3x Binning) zu sehen um die Lage des Teleskops zu prüfen.

Wir Amateure habens halt deutlich leichter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

 
hey tom,

sorry wenn es ein bisserl ruppig geklungen hat. aber ich war in eile, und da schreib ich das so wie's mir in den sinn kommt. ich hab mich frueher selbst oft gefragt warum es denn in gottes namen nicht moeglich ist, fuer ein objekt eine magnitude anzugeben. guckt man woanders rein, ist das ding gleich eine magnitude heller oder dunkler, das hat mich genervt. mittlerweile weiss ich es besser, naemlich dass es nicht anders geht.

Die angegebenen Werte sagen mir, ob ich mich auf ein solches Objekt überhaupt fotografisch einlassen soll und wie gross die Chance ist, es überhaupt im "e-finder" (60 Sekunden 3x Binning) zu sehen um die Lage des Teleskops zu prüfen.

Stimmt, als Anhaltswerte sind sie meist ganz ok. Das waere mir aber egal. Du hast doch ne super ausruestung, was spricht dagegen, einem einzigen objekt mal drei oder vier naechte lang jeweils 4 bis 5 stunden zu widmen, wenn es ein ganz schwaches ist? was glaubst du, was da mit deinem 30cm f/4 newton alles rauskommt, jede menge!

Wir Amateure habens halt deutlich leichter

ich seh mich auch als solcher, wenn es dunkel wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Wow, beachtliche Leistung für diese Verhältnisse. Dein Foto geht sogar noch tiefer als der DSS. Nur den unschönen Rand solltest du beschneiden.
Die Galaxie liegt übrigens im Drachen.

Versuch doch mal Filter einzusetzen. Ich habe mit CCD unter Großstadtbedingungen recht gute Erfahrungen mit dem Astronomik CLS gemacht. Man kann die Belichtungszeit locker verdoppeln bei stark gesteigertem Kontrast.
 
PitWi,

Dein Foto geht sogar noch tiefer als der DSS

Das ist eigentlich das Minimalziel aller meiner Aufnahmen. Drunter mach ich nicht... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Den Rand lass ich bei manchen Aufnahmen extra drin, daran kann man Rueckschluesse drauf ziehen, wie die Aufnahmen gewonnen wurden. Nicht alles steht naemlich in der Bildunterschrift. Das Rauschen, das man da am Rand sieht, ist das Rauschen einer einzelnen Aufnahme. Ich finde das sogar fast irgendwie aesthetisch, wie es mit zunehmender Anzahl kombinierter Aufnahmen in einen gleichmaessigen Hintergrund uebergeht und dann die schwache Galaxie enthuellt wird.
Der Grund warum man das Rauschen so deutlich sieht ist der, dass ich das Teleskop relativ grosszuegig zwischen den Aufnahmen versetze. Das erlaubt mir eine zusaetzliche Flatfield Korrektur aus den bereits geflatteten Einzelbildern zu gewinnen. In meinem naechsten Bild kann ich den Rand ja mal weglassen :-)

Mischa
 
Hi Mischa,

was spricht dagegen, einem einzigen objekt mal drei oder vier naechte lang jeweils 4 bis 5 stunden zu widmen, wenn es ein ganz schwaches ist? was glaubst du, was da mit deinem 30cm f/4 newton alles rauskommt, jede menge!

Guter Rat. Ich bin nämlich zu ungeduldig. Kaum läuft die Nachführung für ein Objekt super da stöbere ich schon in CdC nach noch viel schöneren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Eine sehr, sehr tiefe Aufnahme wollte ich aber schon lange mal machen. Ich denke da an den ein oder anderen Abell oder ACO Galaxiencluster... Vielleicht schaff ich das jetzt endlich.

Fröhliches Druchmustern und
 
So eine tiefe Aufnahme wuerd ich mir fuer den august aufheben, da werden die naechte wieder laenger.

m.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben