NGC 6888 und Soap Bubble mit ASI2600MC und Optolong L-eXtreme

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Stefan_Lilge

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Hallo,

kürzlich hatte ich mit dem kleinen ASKAR FRA400 drei Belichtungen von NGC 6888 gemacht und war von dem guten OIII-Signal der Kombination ASI2600MC und Optolong L-eXtreme Filter begeistert. Deshalb habe ich dann später zwei Nächte mit dem Esprit 150 und dieser Kamera/Filterkombination auf NGC 6888 und den Soap Bubble Nebel PN G75.5+1.7 gehalten. Ich habe jeweils die nautische Dämmerung durchbelichtet, verwertbar waren davon 72x5 Minuten. In der zweiten Nacht hatte ich Glück, dass es anscheinend keine große Temperaturdrift gab, denn ich hatte nur in der hellen Dämmerung scharfgestellt und bin dann rausgefahren, um unter dunklem Himmel den Kometen NEOWISE zu belichten. Trotz der fehlenden Beaufsichtigung waren alle Bilder halbwegs scharf, ich war genau rechtzeitig wieder zurück, bevor das Teleskop von einem Stativbein gestoppt wurde.

Aufgenommen auf meiner Berliner Dachterrasse mit einem Esprit 150 mit TS 2,5" Flattener auf AZ-EQ6 , ASI 2600MC plus Optolong L-eXtreme Filter. 72x5 Minuten bei Gain 100 und -10 Grad belichtet. Falls jemand die Seifenblase nicht findet: Ist links unten.

Zuerst gibt es eine auf halbe Größe verkleinerte Version:
6888_Soap_Bubble72x5WhitePointkleingut.jpg

Größer: http://ccd-astronomy.de/temp16/6888_Soap_Bubble72x5WhitePointkleingut.jpg

und auch spaßeshalber noch einen Link für die 100%-Größe:
 
Hallo Stefan,
erst in der100%-Aufnahme kommen die Filamente von NGC6888 fast in 3D. Beeindruckend.
Kannst Du sagen, was das Filter bei SW-Kameras bringt?
Fahrt ihr eigentlich noch in die Berge?

LG Jochen
 
Hallo Stefan,
ich muss sagen, dass ich bislang von den Bildern mit der ASI2600, die hier und anderswo so gezeigt wurden, eher enttäuscht war. Ich weiß auch nicht warum, denn den technischen Daten nach, sollte die eigentlich begeistern. Trotzdem fand ich die Bilder immer nur so mittelmäßig.
Das hier ist allerdings schon extrem gut. Es mag auch an dem Filter liegen, der bei diesem Objekt sicher viel Wirkung hat, aber vor allem scheint die Kamera fähige Hände zu benötigen.
Gruß
Sebastian
 
Hallo Jochen,

das Multi-Schmalbandfilter wird an einer SW-Kamera als starkes Kontrastfilter wirken, da es alles außer den Linienemissionen ausfiltert. Es fehlt allerdings die Farbdifferenzierung, insofern wird keinesfalls ein RGB-Filtersatz ersetzt. Da das Multibandfilter alle Durchlassbereiche auf einmal auf dem SW-Chip läßt kann dieser nicht unterscheiden, welche Farbe er damit erfasst.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg, danke für deine Info.
Ich dachte nicht an RGB, sondern an die Hubble-Palette und Bicolor.
LG Jochen
 
Hallo,

klar, aber das geht eben nur mit einer Color-Kamera, wo hinter dem Optolong die Farbselektion in der Bayer-Matrix erfolgt. Das ist die Krux.

CS
Jörg
 
Hallo Jochen,

...Kannst Du sagen, was das Filter bei SW-Kameras bringt?
Fahrt ihr eigentlich noch in die Berge?

Wie Jörg schon schrieb ist der Filter in erster Linie für Farbkameras gedacht. Man könnte ihn auch als "Schmalband-Luminanzfilter" mit Schwarzweißkamera verwenden, aber das verfehlt irgendwie den faszinierenden Aspekt von Schmalband, die unterschiedlichen Strukturen von Halpha und OIII herausarbeiten zu können.

Was ich mir allerdings durchaus vorstellen könnte wäre, den Filter vor einem Filterrad mit LRGB-Filtern anzubringen, dann wäre Rotfilter plus Optolong oder STC Filter ein Halpha-Filter, Grün oder Blau würde dann OIII isolieren. Das könnte insbesondere interessant sein, wenn man nur ein Filterrad für fünf Filter hat, wo also neben LRGB nicht mehr Halpha und OIII reinpassen. Und ich könnte auf diese Weise meine Baader OIII-Filter vermeiden, die allesamt Halos um helle Sterne produzieren :-)
 
Hallo Stefan
Den Bildausschnitt hast du gut gewählt und auch der Seifenblasennebel kommt gut raus - finde ich gut gelungen und gefällt mir!
 
Hallo Stefan,

Was ich mir allerdings durchaus vorstellen könnte wäre, den Filter vor einem Filterrad mit LRGB-Filtern anzubringen, dann wäre Rotfilter plus Optolong oder STC Filter ein Halpha-Filter, Grün oder Blau würde dann OIII isolieren. Das könnte insbesondere interessant sein, wenn man nur ein Filterrad für fünf Filter hat, wo also neben LRGB nicht mehr Halpha und OIII reinpassen. Und ich könnte auf diese Weise meine Baader OIII-Filter vermeiden, die allesamt Halos um helle Sterne produzieren

Interessanter Gedanke. Da ich an meiner ASI1600MMC mit 5-fach-Filterrad (bestückt) LRGB genau diesen Fall habe, wäre das immer noch billiger als einen weiteren Ha/OIII und ein neues 7-fach-Filterrad. Man müsste nur den l-extreme noch irgendwie vor den Sensor quetschen können, eventuell über den Baader UFC.

Grüße
Erik
 
Moin,

dann sollte man aber auch mal austesten, wie sich das mit den Reflexionen zwischen den Filtern entwickelt, da liegen ja mit massig Luft Planplatten gegenüber, ich wäre da vorsichtig.

CS
Jörg
 
Hallo Erik und Jörg,

manchmal bieten ja auch die Reducer/Flattener oder irgendwelche Zwischenadapter eine Möglichkeit, einen 2" Filter einzuschrauben. Wenn der zusätzliche Filter weit genug vom Filterrad weg ist, sollte es wohl keine Probleme mit Reflexionen geben...
 
Ich könnte das ja mal mit einem (bei mir vorhandenen) UHC-S 2"-Filter vortesten, der wäre dann nicht vor dem Sensor, sondern vor dem Filterrad als erstes Element im Strahlengang. Wenn es Reflexionen gibt, sieht man das auch ohne 300€ in den l-extreme zu verbrennen.

Momentan wachsen um meine Beobachtungsterasse Wohngebiete und Industriegebiete wir die Pilze aus dem Boden, d.h. mein halbwegs akzeptabler Himmel wird bald Geschichte sein. Daher muss ich bald etwas gegen den Lichtdreck unternehmen.
Das neue Artenschutzgesetz hier in BW enthält zwar einige Artikel gegen Lichtverschmutzung, aber außerhalb von Naturschutzgebieten ist das wieder industriefreundlich mit jeder Menge möglicher Außnahmen formuliert. :n:Und private Gartenbeleuchtung ist nicht einmal erwähnt....

Grüße

Erik
 
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