NGC 891 unter Vorstadthimmel

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Robert Zebahl

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Liebe Sternfreunde,

die meisten von euch werden sicher die Edge-On-Galaxie NGC 891 in Andromeda kennen. Falls nicht, kann ich diese nur wärmstens empfehlen. Zu den visuellen "Eigenarten" wurde in einem älteren Thread bereits diskutiert. Für mich zählt diese Galaxie zu den schönsten, auch wenn ihre Beobachtung keinesfalls einfach ist. Das gilt insbesondere für Einsteiger.

Wer wenigstens ein Teleskop mit 8 Zoll Öffnung sein Eigen nennen darf, für denjenigen besteht unter einigermaßen dunklem Landhimmel (Bortle 4, FST 6.0mag) die Chance, das fast zentrale Staubband zu sehen. Mir sowie erfahrenen Mitbeobachtern gelang dies schon mehrfach. Ich werde in den kommenden Wochen auch einen Versuch mit nur 6 Zoll starten und schauen, was vom Staubband übrig bleibt. Mit einem 120mm f/5 Refraktor unter einem Bortle-3-Himmel konnte ich das Staubband zumindest ansatzweise erahnen, aber nicht sicher sehen.

Die oft beschriebene Schwierigkeit dieser Galaxie liegt in der recht geringen Flächenhelligkeit. Ich wollte nun wissen, inwieweit sich diese Galaxie auch unter vorstädtischen Bedingungen mit 8 Zoll Öffnung beobachten lässt. Ich nutzte eine klare und sehr transparente Nacht am 02.11., nachdem sich eine kleine "Sturmfront" über uns hinweggeschoben hatte. Ich schätzte den Himmel auf Bortle 6+ mit SQM-L-Werten von ca. 19.6. Die Grenzgröße lag bei schätzungsweise mindestens 5.0mag. Die Galaxie stand im Zenit. Bei 66x war sie für mich indirekt überraschenderweise sofort sichtbar, nachdem ich die genaue Position ausgemacht habe. Ziemlich schwach, aber dennoch unverkennbar langgestreckt in ihrer typischen Form. Ich war sichtlich entzückt vom Anblick und etwas verwundert über die "Leichtigkeit" der Beobachtung.

Vielleicht noch eine Randbemerkung: Die Galaxie NGC 147 war visuell in dieser Nacht deutlich schwieriger!

Viele Grüße,
Robert
 
Lieber Robert,

du machst uns allen etwas vor. Ich habe mich mit 6 Zoll jahrelang bemüht, Galaxien aus der Statd zu sehen. Es blieb bei M31+Begleiter, M94 und M51.

Auch an NGC 891 habe ich lange geknaupelt, bis es endlich einmal geklappt hat, freilich nicht aus der Stadt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Robert,

da hast du sicher sehr gute Augen. Mir erschließt sich persönlich die Faszination nicht so, bei einem Objekt dem man schon mal Details abgerungen hat, unter schlechteren Bedingungen nur irgendwas zu sehen. Aber nehmen will ich dir die Freude daran natürlich nicht. Glückwunsch zur erfolgreichen Beobachtung. BTW fst 5.0 finde ich für Vorstadt ganz gut, da hast du noch einen ziemlich okayen heimischen(?) Beobachtungsplatz.

CU Klaus
 
Lieber Uwe,

unter den genannten Bedingungen ist es natürlich nicht "einfach" und es gehört auch eine Portion Erfahrung und eine gewisse Neigung zu lichtschwachen Objekten dazu. An unserem ländlichen Beobachtungsplatz hatte ich von Anfang an keine Probleme, NGC 891 zumindest mit 8 Zoll zu sehen. Aber dürften auch einige sehr individuelle Faktoren eine Rolle spielen.

Liebe Grüße,
Robert
 
Hallo Klaus,

Beobachtungen von Objekten unter schlechteren Bedingungen hat für mich einen besonderen Reiz, da es mir und letztlich auch anderen zeigt, dass es nicht immer der dunkelste Himmel sein muss. Als Familienvater habe ich unter der Woche nicht wirklich oft Zeit & Kraft, raus ins Dunkle zu fahren. Da nutze ich eben lieber den Innenhof, wo ich einfach mal eine Stunde abschalten kann.

Zu den Bedingungen: Die Grenzgröße von gut 5.0mag ist in unserem Stadtteil (südwestlich des Zentrums von Leipzig) üblig, wobei der Himmel Richtung Zentrum dann schon stark aufgehellt ist. Die SQM-L-Werte liegen zw. 18.5 und 19.5. Allerdings beobachte ich meist vom Innenhof, wo ich immer mit Zimmel-, Balkon- oder Hofbeleuchtung der Nachbarn zu kämpfen habe. Völlige Dunkeladaption ist also ausgeschlossen. Zur Note ziehe ich mir ein Tuch oder ähnliches über den Kopf.

Viele Grüße,
Robert
 
Hi Robert,

Gute Idee. Ich erinnere das mit meine alte 30cm Dobson das Staubband war klar zu sehen (+ich hatte damals 6.5+mag Himmel). Nehme ich die Galaxie auf die Liste jedenfalls:). Bin aber skeptisch dass die C5 etwas zeigt :D Versuche auch mit UHC-Filter, es sollt die Kontrast etwas verbessern.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von tamas970:
Nehme ich die Galaxie auf die Liste jedenfalls:). Bin aber skeptisch dass die C5 etwas zeigt :D Versuche auch mit UHC-Filter, es sollt die Kontrast etwas verbessern.
Unter welchen Bedingungen soll das C5 zum Einsatz kommen? Bei einer Grenzgröße von ca. 6.5mag ist die Galaxie bereits mit 80mm Öffnung sichtbar. Ob ein UHC-Filter was bringt, mag ich bezweifeln. Aber Versuch macht klug :)
 
Hi Robert,

und mit 16" springt dir das Staubband auch bei Bortle 5 und > 200x sofort ins Auge. :)

Gruß
Lothar
 
6mag ist realistisch, wenn der Mond ist weg. Nach der Vollmond mache ich eine Runde:).
 
Hi Robert,

wenn du an ungefragten Tipps eines anderen Familienvaters interessiert bist: Mir hilft es die Utensilien schon morgens oder über den Tag zurechtzulegen. Und natürlich vorher ein bisschen überlegen was man so anschauen möchte. Dann steigt schon die Vorfreude und ich komm abends besser aus dem Quark.

Ich habe allerdings auch den Vorteil nicht jeden Morgen um neun oder früher bei der Arbeit sein zu müssen sondern das etwas freier gestalten zu können. Und die paar Lichtlein die ich hier am Nachthimmel sehe zwingen mich ja quasi zur Flucht...

CU
Klaus
 
Hallo zusammen,

na ja, da gibt es schon noch eine ganze Reihe anderer Galaxien, die auch bei weniger guten Bedingungen Spaß machen. Ich erinnere beispielsweise nur an M82, NGC4631, M64, M65/66 ...

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,


ich hatte mich gar nicht getraut es zu schreiben aber genau so ist es! M81 und M82 nehme ich als schnell auffindbare Testobjekte für die Himmelstransparenz wenn ich mit dem 15x60 FG beobachte, etliche andere Galaxien z.B. im Virgohaufen oder M51 sind auch mit einem 80/1500 Refraktor oder einem ollen 10/23 x 80 Flakglasumbau in Reichweite. Auch mit 8x30 Deltrinten frühe und späte Ausführung oder 8x32 Trinovid B und 10x40 Dialyt B, 10x50 Hensoldt Umbau und diverse anderen Gläsern dieser Größe habe ich aus der Stadt schon einige Galaxien beobachtet.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Werner,

Zitat von ws_mak12:
na ja, da gibt es schon noch eine ganze Reihe anderer Galaxien, die auch bei weniger guten Bedingungen Spaß machen. Ich erinnere beispielsweise nur an M82, NGC4631, M64, M65/66 ...
Absolut richtig. Mir ging es hier mal nicht um Galaxien im Allgemeinen, sondern um NGC 891 im Speziellen, da sie doch um einiges schwieriger ist als zum Beispiel Messier 82.

Viele Grüße,
Robert
 
Hallo Felix,

du hast eine nette Fernglas-Sammlung, wobei ich keines davon kenne.

Aber vielleicht magst du diesen Thread noch mit einer Beobachtung von NGC 891 unter (vor-)städtischen Bedingungen bereichern?

Viele Grüße,
Robert
 
Hallo Robert,


hab gestern mal Beobachtungsnotizen aus 2011 bis 2013 durchgesehen da ich in dieser Zeit öfters mit einem Bekannten aus einem Garten mit 8" und 12" Galaxien beobachtet habe. Dabei haben wir NGC 891 scheinbar großzügig ausgelassen, keine Ahnung warum aber ich habe nichts konkretes zu NGC 891 notiert.

Rein aus der Erinnerung meine ich daß schon die leichteste Aufhellung reicht und man sieht mit 8" praktisch nichts mehr an Details, mir ist jedenfalls bisher nie gelungen das Staubband zu erkennen.

Deine Idee auf mäßige Beobachtungsbedingungen einzugehen finde ich gut, die wenigsten hier dürften dauerhaft einen dunklen Alpenhimmel genießen können. Wenn Interesse an einem allgemeiner gehaltenen "Was ist aus dem heimischen Garten sichtbar?" Thread besteht könnte ich zu einigen anderen Objekten Notizen zusammenstellen.


Viele Grüße Felix
 
Hallo

Das ist einer meiner Lieblings Galaxien, kenne die gut, hängt alles vom Seeing ab.

Manfred
 
Hallo zusammen,

es gibt ja durchaus unterschiedliche Meinungen zur Machbarkeit von NGC 891 und unter dem genannten 5 Mag Himmel mit 8" Öffnung ist das tatsächlich eine Herausforderung die man aber meistern kann. :cool:
Tatsächlich ist es so, dass die Himmelstransparenz wesentlich wichtiger ist, als extreme Dunkelheit und das Seeing (Luftruhe) ist noch weniger entscheidend, bzw erst sehr viel später.
Robert gibt wichtige Hinweise zur Beobachtung mit 8" Öffnung, die aber gerne überlesen werden.

Wer unter 6Mag Himmel beobachten kann hat Chancen auf das Staubband.....!
Unter 5 Mag Himmel bei sehr guter Transparenz nach Durchzug eines Regengebietes mit 66facher Vergrößerung im Zenit stehend sofort indirekt sichtbar.

Es war also ein sauberer, transparenter 5 Mag Himmel, Die GX stand sehr hoch am Himmel und er hat ein 18mm Okular mit 3,0 mm AP eingesetzt.
Da ist, durch ein brauchbares Okular betrachtet, der 5 Mag Himmel noch nicht pechschwarz aber schon sehr dunkel und die immerhin mit rund 10 mag angegebene, recht lange Spindel GX schon überraschend groß aber auch noch mit genügend Kontrastreserve zu diesem dunklen Himmelsgrund ausgestattet.
Das geht also zweifellos und auch für mich reproduzierber, wenn auch nicht so spektakulär wie unter deutlich besseren Bedingungen.
Aber selbst unter +6Mag Himmel und mit 12" Öffnung macht sich die Gx eben mit (m)einem 20 mm Okular bei 80fach mit 3,7 mm AP deutlich besser als mit (m)einem 28 mm Okular bei knapp 60fach und 5,3 mm AP und mit 7 mm AP wird sie beinahe unsichtbar.
Nicht nur, aber gerade bei dieser GX ist große AP eher hinderlich und sie verträgt sogar auch mit "nur" 8" noch deutlich mehr Vergrößerung und kleinere AP als 66fach bei 3 mm AP.

Robert, geh bei Gelegenheit nochmal mit mehr Power ran (höhere Vergrößerung), auch wenn es nicht stockdunkel ist. Das geht!

Das Problem für Viele ist, sie überhaupt mit höheren Vergrößerungen aufzufinden, denn während man mit einem langbrennweitigen Übersichtsokular gut 2° Feld für die Aufsuche hat, die GX aber mangels Kontrast nicht sieht, hat man mit einem 18 mm Okular zwar den nötigen Kontrast, aber selbst mit 82° WW-Okularen "nur" 1,2° Feld zum Suchen und muss noch zu indirektem Sehen übergehen. Da ist es also sehr von Vorteil, wenn man weiß wo NGC 891 steht und nicht erst suchen muss.

Die sehr häufigen Mißerfolge an dieser GX sind m.E.

-hauptsächlich eine Sache der falsch (zu gut) eingeschätzten bedingungen, hauptsächlich Transparenz,

-des nicht Findens, da nicht mittels indirektem Sehen auf den zarten und sehr großen Lichtschimmer geachtet wird und

-der nicht passenden Okularwahl mit meistens zu großer AP.

Bei mir war das zumindest so, bis ich sie erstmals geknackt hatte.

Gruß
*entfernt*
 
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Liebe Sternfreunde,

es sind ja nun schon ein paar Wochen seit meiner Beobachtung von NGC891 vergangen und bedingt durch Familie ist auch nicht so wahnsinnig viel passiert, obwohl es doch einige klare Nächte gab.

Die NGC 891 habe ich allerdings am 29.11.2016 erneut von unserem Innenhof unter noch etwas schlechteren Bedingungen beobachten können: Bortle 6-, FST mind. 4.8mag, SQML-Wert ca. 19.0.

Diesmal habe ich nur meinen 120mm f/5 Refraktor verwendet. Da mit 8 Zoll Öffnung die Sichtung noch recht "einfach" war, wagte ich dieses Experiment. Wie Günther es schon geschrieben hatte: Vergrößerung ist hier gewinnbringend. Und vor allem eine richtige Aufsuchkarte. Bei 75-facher Vergrößerung konnte ich schließlich sicher und dauerhaft den helleren Kernbereich als elongierte Aufhellung sehen, allerdings deutlich schwächer im Vergleich zur Beobachtung mit 8 Zoll. Ich würde es aber dennoch nicht als herausfordend bezeichnen wollen, sofern man eine gewisse Erfahrung im Beobachten hat. Für Einsteiger ist das sicherlich keine Empfehlung, aber Versuch macht klug :)

Viele Grüße,
Robert
 
Hallo Robert,

danke für den Test und die Bestätigung meiner diesbezüglichen Erfahrungen.
Ich denke, wenn man wirklich grenzwertig schwierige Beobachtungen machen will, müssen wir uns etwas anpassen. Unter unseren schlechter gewordenen Bedingungen schadet sicher (wie früher auch) mehr Öffnung nie, aber man kann das eben auch über passende AP und Vergrößerungswahl und das Abwarten "sauberer" Luft ganz brauchbar kompensieren.

Bei klarer Luft AP runter, Vergrößerung rauf. :super:

Gruß
*entfernt*
 
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