NGC7000 mit Epsilon und Canon EOS Ra

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Hallo zusammen,

eine sehr interessante Diskussion hier und, unabhängig von wissenschaftlicher Korrektheit, ein für mein Empfinden ästhetisches Bild, Frank.

Über Nebelfarben haben wir ja schon gelegentlich öfters mal diskutiert. Daher möchte ich nur ein, zwei Anmerkungen machen.

Wenn man sich in so einem Nebel befinden würde, würde man das wohl gar nicht wissen, da man ihn nicht bemerken würde. Diese Nebel haben eine Materiedichte von ein paar (im Vergleich zu unserer Atmosphäre) Atomen pro Kubikkilometer, und damit wohl noch weniger, als das beste auf der Erde erzeugbare Vakuum. Also verdammt wenig. Wenn wir nun davon ausgehen, dass alle Atome ionisiert sind, und damit zur Leuchterscheinung beitragen (was natürlich nicht der Fall ist), so wäre es Aufgrund unseres sehr eingeschränkten Sichtwinkels und der Wahrscheinlichkeit, dass ein jeweiliges Photon genau in Richtung unseres Auges emittiert wird, weit unter der Erkennungsgrenze unserer Augen. Als Beispiel möchte ich hier mal den auf der Erde beobachtbaren Airglow anführen. Dieser ist auch nur aus einer entsprechenden Entfernung sichtbar, wenn ausreichend Emittenten innerhalb unseres Sehfeldes genügend Photonen in Richtung unserer Augen abstrahlen. Bei der Atmosphäre direkt um uns und über uns in vergleichsweise unmittelbarer Nähe sieht man selbigen nicht. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die Anzahl der Emittenten in unserer Hochatmosphäre um viele Größenordnungen höher liegt, als bei den HII Regionen, welche wir so oft fotografieren. Fotografisch lässt sich der Airglow allerdings vergleichsweise einfach (und meist störend) ablichten.

Was die richtige Farbgebung von Nebeln als Linienstrahler betrifft, so hätten wir eigentlich in der Spektroskopie ein extrem mächtiges Werkzeug, um diese Frage zu beantworten. Ein Spektrum kann man sehr genau kalibrieren, und der durchschnittliche Empfindlichkeitsverlauf eines menschlichen Auges ist auch ausreichend genau bekannt. Man müsste nun nur die ausgedehnten Nebelgebiete mit hoher spatialer Auflösung messen, und bekäme eine sehr genaue Aussage über die Farbverteilung an der jeweils gemessenen Stelle. Keine Ahnung, ob so etwas schon mal gemacht wurde, da es aufgrund der geringen Helligkeit der zu messenden Nebelausschnitte wohl auf sehr lange Belichtungszeiten hinaus laufen würde. Aber die technische Möglichkeit, darüber eine fundierte Aussage zu treffen, die gäbe es.

Grüße Markus
 
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Hallo, Kollegen,

habe mal aus Interesse Frank's .jpg Bild heruntergeladen und in dem alten Programm REGIM, Automatic B-V color calibration, das Bild neu kalibriert. REGIM fragt natürlich nach dem Objekt, NGC 7000 eingegeben und los gings. Als Ergebnis erhielt ich ein ähnliches Farbergebnis, aber: Blau und Rot wurden etwas (unterschiedlich) verstärkt und Grün etwas unterdrückt. Damit kein wirklich einheitliches Ergebnis! Liegt es an dem alten Programm, das auf andere Daten im Internet zugreift oder muss ich erst noch eine Reihe weiterer anderer Parameter, die es in REGIM noch dazu gibt, trotz "Automatic", eingeben, um zum Ergebnis von Pixinsight zu kommen?
Das scheint eine sehr komplexe Materie zu sein...:confused: Frank, solltest Du da mal ran gehen: das macht bestimmt sehr viel Arbeit!

viele Grüße und cs
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Matthias,

mea culpa:-)
Du hast völlig recht und ich finde deine Argumentation sehr interessant und wert es darüber einmal nachzudenken. Also das mit den Dias, und den Einstellungen im RAW Entwickler.
Auf der anderen Seite sieht man, dass also auch schon zu chemischen Zeiten an den Bildern geschraubt wurde, sei es durch die Entwicklung oder andere Dinge mit denen man Einfluss genommen hat, oder durch ein digitales Postprocessing. Was zeigt, der Astrofotograf an sich will irgendwie die Aussage seines Bildes beeinflussen. Meistens im Sinne von mehr "Impact". Ich bekomme häufiger die Frage gestellt: "Wie bekommst du die Farben ins Bild, bei mir ist alles farblos" als die Frage "Mein Bild ist zu gesättigt, wie bekomme ich die Farbe wieder raus" :-) Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Dass hier letztendlich der Geschmack ganz einfach ausschlagend ist, ich glaube darauf können wir uns einigen.

CS Frank
 
Damit kein wirklich einheitliches Ergebnis! Liegt es an dem alten Programm, das auf andere Daten im Internet zugreift oder muss ich erst noch andere Parameter in REGIM eingeben, um zum Ergbnis von Pixinsight zu kommen?

Hi,

das muss an den linearen Daten erfolgen. Sobald das Bild nicht mehr linear ist, kann dabei nichts gutes raus kommen weil durch diverse Gradationskurven die Bildinformation massiv beeinflusst wurde. Ich werde dazu ein Video machen und es an linearen Daten zeigen. Mir fehlt hauptsächlich die Kenntnis darüber, wie die Flußnormierung in den Bildern geschieht, wenn wer mitliest, gerne eine PN, ansonsten mail ich ein paar Leute mal an die es sicher erklären können.

Hinzu kommt: Ich entferne immer grün aus meinen Bildern. Grün ist gefährlich, es kommt als Farbe nicht vor in den Objekten die wir beobachten, aber es kann in der Atmosphäre (Airglow) und durch Lichtverschmutzung ins Bild Einzug halten. Wenn ich das grün also entferne um einen "ästhetischen" Eindruck zu erhalten, verändere ich natürlich wieder meine schöne Farbkalibrierung. Ja, das ist komplex, und das ist Bildbearbeitung, also die Probleme mit denen wir alle zu kämpfen haben.

CS Frank
 
Hi Frank und alle,

ich denke, man sollte die Farbgebung (im Sinne der Balance zwischen den Farben)
trennen von der Frage der Sättigung der Farben.
Die Kalibrierung leistet auf dem ersten Feld viel, beim zweiten habe ich so meine Zweifel,
da sie - soweit ich weiss - nur die Balance zwischen Farbkanälen justiert.
Bei der Sättigung erlaubt sich dann jeder, seinen "Geschmack" einzubringen, was er
seltsamerweise bei der Farbbalance nicht unbedingt tun möchte... ausser bei
"Falschfarben".

Ausserdem zu den Filmaufnahmen: Eigentlich waren die Entwicklungsprozesse
standardisiert. Deswegen nahm ich als Beispiel auch die Dias, wo - im Gegensatz
zu Negativ-Aufnahmen - ja keine Ausarbeitung (und damit Bearbeitung) eines
"Abzuges", also Papierbildes im Labor mehr stattfindet.
Kontrastverstärkungen durch Umkopieren eines Dias waren natürlich möglich
(meist mehr, als einem lieb war (Sterne)), aber das hatte ich nicht im Sinn.

Im Grunde kommt das Bedürfnis, an den Bilder "herumzuschrauben", aus dem
Wunsch, die Objekte möglichst deutlich abzubilden.
Dass dieser Wunsch aber irgendwann mit dem Ziel (wenn man es denn hat),
ein "glaubwürdiges" Bild abzuliefern, kollidieren muss, ist für mich klar.
Mit Aufkommen der digitalen Bearbeitung (zunächst von Scans)
eröffnete sich da ein grosses Feld von Möglichkeiten, aber auch
von Übertreibungsmöglichkeiten.
Ich bin von daher (nachdem ich selber eine Phase hatte, in der ich
"alles herausholen" wollte) für eine Art "Masshalten" beim Bearbeiten,
was natürlich auch nicht wirklich ein objektives Kriterium ist oder liefert ;-)

Ich denke auch gern an eine Analogie zum Mischen von Musik am Mischpult
(ich habe ein halbes Leben im Tonstudio verbracht):
da dreht man ja auch nicht immer alle Klangregler (die, die die Anhebung
eines Filters kontrollieren) in die Nähe des Maximums ;-))
(Frank weiss sicher genau, was ich meine).

Viele Grüße
Matthias
 
Hallo, Frank,

ein paar Stichpunkte zur Farbe Grün: Der OIII Farbton bei Nebeln und PN's liegt irgendwo im Cyan, das ja eine Mischung von Grün und Blau ist (Türkis) .
Kontinuierliches Spektrum von Sternen und Galaxien: wird Grün übersprungen? Sind Sauerstoff-Sterne nicht grünlich?
Visuelle Beobachtung von PN's: viele werden als grünlich beobachtet...findet man überall in der Literatur.

viele Grüße und noch einen schönen Sonntag
Andreas
 
Ich denke auch gern an eine Analogie zum Mischen von Musik am Mischpult
(ich habe ein halbes Leben im Tonstudio verbracht):
da dreht man ja auch nicht immer alle Klangregler (die, die die Anhebung
eines Filters kontrollieren) in die Nähe des Maximums ;-))
(Frank weiss sicher genau, was ich meine).

So ist es.

Nebenbei, auch ich mache seit 50 Jahren Musik, hatte mit Freunden früher lange Zeit ein eigenes Tonstudio, war auf der Hochschule für Tontechnik und Elektroakustik, schreibe immer noch meine Songs, spiele sie selbst und nehme sie selbst auf, mittlerweile im Homestudio mit Logic. Also darf auch ich auf meine Affinität zu Tontechnik, Tonspektren und Klangregelung zurückgreifen, ebenso wie ich es als Grafiker bei der Bildbearbeitung mache. Und ja, ich stand auf vielen Bühnen... vom Konzerthaus und Wiener Rathaus bis zur Hochzeit beim Wirt ums Eck...

Nein, ich habe nicht gesagt das die Farbkalibrierung die Intensität der Farben beinhaltet. Die Farbkalibrierung sorgt für eine Verteilung der Faktoren Rot, Grün und Blau. Die Intensität der Farbe ist nicht kalibrierbar...

Da müssen wir die Bergriffe genau definieren. Ich weiß, was Du meinst, Frank, aber "Die Intensität der Farbe ist nicht kalibrierbar" ist kein präziser Satz. Die "Intensität" einer Farbe wird allgemein zwar gleichgesetzt mit Sättigung, aber die Kalibrierung findet ja mal grundlegend an den Sternfarben statt. Die Software rechnet also einen RGB-Wert aus (mehr kann man ja am Screen nicht darstellen) und bei sagen wir 8 bit pro Kanal haben wir 8 x 256 Tonwerte (Helligkeitswerte = Graustufen in jedem der 3 Kanäle). Also insgesamt unsere bekannten 16,7 Mio darstellbare Farben.

Das hat überhaupt nichts mit einer "getrennten Sättigung" zu tun, sondern mit der Helligkeit der Leuchtdioden des Bildschirms, die entsprechend der RGB-Werte der Pixel angesteuert werden. Diese RGB-Werte legen also die Sättigung quasi gleich mit fest, denn leuchten alle auf maximalem Level, ist es weiß, sind sie tot, ist es schwarz, und dazwischen sind es Graustufen (alle leuchten mit dem selben Wert zwischen 1 und 254) dann nennt man das "unbunt" oder eben insgesamt verschieden und ergeben somit eine Farbe, dann ist es "bunt", wie man so schön sagt.

Die Farbsättigung erhöhst oder erniedrigst du in allen drei Farbkanälen um den gleichen Betrag. Das Bild wird also nicht roter oder blauer, es verändert sich lediglich die Intensität der Farben.

Das ist so nicht ganz richtig, Frank, wenn man die Sättigung erhöht, verliert man Definition. Erhöhe ich bei kalibrierten (oder jedenfalls gegebenen) RGB-Werten mit dem Regler die "Sättigung", dann muss ich ja versuchen, aus dem unbunten Anteil in immer "grellere" Farben zu kommen. Das bedingt, dass sich nicht alle drei Grundfarben gleichzeitig erhöhen lassen, weil irgendwann erreicht man auch Grenzwerte, und dann ist alles nur mehr ein leuchtender Brei, in dem die Nuancen weggerechnet sind, weil es der User so vorgibt.

Frank, darf ich einmal noch einen Ausschnitt vom NGC700 nehmen, nicht um Dich zu ärgern, sondern weil die Sättigung genau dieses Bildbeispiels ja ursächlich für die Diskussion war. Um bei diesem sehr roten Objekt zu bleiben. Ich nehme ein kleines Zoomstückchen aus der Großen Wand und zeige mal, was mit den Farbwerten passiert, wenn man da "herumspielt".

- Bild 1: das Original, ich habe 4 Messpunkt im Roten gesetzt.
Pixel 1 hat 159 / 42 / 53 (RGB)

- Bild 2: Sättigung um den Wert 20 erhöht, das Rot wird noch roter, aber noch ziehen einige Kontraste im Rot mit.
Grün und Blau werden vermindert.
Pixel 1 hat 173 / 27 / 41

- Bild 3: Sättigung um den Wert 40 erhöht, das Bild ist übersättigt, der bunte Anteil überdeckt den Eindruck der Tonwerte, die zuvor besser sichtbar waren
Pixel 1 hat 195 / 5 / 23

- Bild 4: Sättigung um den Wert 20 vermindert, die Definition der Kontraste innerhalb der Farbe wird deutlicher, weil der Farbbeindruck nicht mehr die Helligkeiten des unbunten Anteils "überstrahlt"
Pixel 1 hat 147 / 53 / 62

Bildschirmfoto 2020-07-26 um 16.35.43.jpg
Bildschirmfoto 2020-07-26 um 16.36.14.jpg

Bildschirmfoto 2020-07-26 um 16.36.36.jpg
Bildschirmfoto 2020-07-26 um 16.36.56.jpg


Um all diese Transformationen zu verstehen muss man die Farbräume im Hinterkopf haben, solange wir im RGB Bereich mit 8 bit pro Kanal bleiben und alles auf Schirmen ansehen, ist das noch übersichtlich, wenn wir so ein Bild ausdrucken wollen, geht jedoch unter Umständen die Welt unter. Wer in RGB Bereiche vorstößt, die nicht mehr in CMYK darstellbar sind (und mache wollen vielleicht ein Poster), dann kippen die Farben unberechenbar. Und die hellen, leuchtenden Farbwerte des RGB (LAB oder CIELAB) Raumes kann kein Drucker mehr darstellen.

Wie auch immer, ich leide MIT Frank an diesem Thema, weil die Mehrzahl der Nachbearbeiter zwar wissen, wo sie klicken müssen, damit es bunt wird, aber die wenigsten können sich der Frage nähern, was wir hier eigentlich tun, wenn wir wissen wollen, wie etwas aussehen "sollte". Frank ist hier wenigstens ehrgeizig genug, sich da einzuarbeiten und manchmal auch mühsam durchzubohren, viele andere interessiert das leider weniger, was auch ok ist, weil sie einfach Freude an bunten Bildern haben.

Aber diskutieren kann man nur, wenn man sich die Mühe macht, es verstehen zu wollen, was man tut, und WARUM man es tut. Insofern gebe ich zu, viel zu wenig von den Itensitäten "da draußen" zu wissen, aber ich danke Markus für die Klarstellung:
Wenn man sich in so einem Nebel befinden würde, würde man das wohl gar nicht wissen

und auch Matthias für seinen Input. Frank ist ebenso umzingelt von all der Technik und von internen Algorithmen in der Software, dass eine fundierte Meinungsfindung wohl einer gemeinsamen Anstrengung bedarf. Insofern ist Frank auch hier wieder Auslöser, darüber nachzudenken, was wir mit unseren Bildern tun sollen, wenn wir den Regler unter dem Mauszeiger haben... hehe.. und jetzt?

Deshalb denke ich, wie Matthias, weniger ist mehr, weil man tatsächlich MEHR Details sehen kann, wenn man WENIGER Farbe einsetzt.
ein paar Stichpunkte zur Farbe Grün: Der OIII Farbton bei Nebeln und PN's liegt irgendwo im Cyan, das ja eine Mischung von Grün und Blau ist (Türkis) .
Kontinuierliches Spektrum von Sternen und Galaxien: wird Grün übersprungen? Sind Sauerstoff-Sterne nicht grünlich?
Visuelle Beobachtung von PN's: viele werden als grünlich beobachtet...findet man überall in der Literatur.

Danke, Andreas, ja, was wir hier machen ist schon lustig auch - wir manchen RGB und dann noch Ha und dann haben wir zweimal Rot und sollen die unterschiedlichen Dichten des Universums herausarbeiten. Und dann kommt PI und addiert Rot und Rot und es sieht ganz passabel aus. Und wir diskutieren, ob die Kamera Ha modifiziert sein soll oder nicht, und, und, und... ohne genau zu wissen, was wir eigentlich darstellen wollen. :D

lg
Niki
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Deshalb denke ich, wie Matthias, weniger ist mehr, weil man tatsächlich MEHR Details sehen kann, wenn man WENIGER Farbe einsetzt.


Hallo Niki,

ich ziehe meinen Hut, das ist wirklich ein toller Beitrag. Die Quintessenz daraus kann ich tatsächlich unterschreiben:
Es kann, um in der Sprache der Musiker zu bleiben, eine Farbübersteuerung geben, und in der Tat könnte man bei meinem Bild in den Bereichen "Great Wall" und Pelikan davon sprechen. Dort bekommt man dann im grellen Rot keine Zeichnung mehr, die bei weniger Sättigung besser sichtbar wird. Bin ich voll dabei! Man könnte also tatsächlich eine Obergrenze für Farbsättigung einführen, da wo Details flöten gehen, sollte man aufhören.

Dein entsättigter "Vorschlag" gefällt mir aber trotzdem nicht, ist mir zu langweilig :-)

CS Frank
 
ein paar Stichpunkte zur Farbe Grün: Der OIII Farbton bei Nebeln und PN's liegt irgendwo im Cyan, das ja eine Mischung von Grün und Blau ist (Türkis) .
Kontinuierliches Spektrum von Sternen und Galaxien: wird Grün übersprungen? Sind Sauerstoff-Sterne nicht grünlich?
Visuelle Beobachtung von PN's: viele werden als grünlich beobachtet...findet man überall in der Literatur.

Hallo Andreas,

ja, da war ich nicht ganz präzise, besser hätte ich geschrieben es gibt keine grünen Sterne. Jan Hattenbach hat darüber einen sehr schönen Artikel geschrieben:

Linienstrahler die in OIII strahlen haben natürlich eine türkise Anmutung, und hier ist man gut beraten das Grün nicht zu killen. Aber du fotografierst doch auch, du kennst doch die Probleme mit grünstich oder? Das will keiner. Also mach ich es weg. Dabei greife ich natürlich in meine mühsam erstellte Farbkalibrierung ein (wobei das so auch nicht zwingend stimmt, aber genug jetzt).

Abschliessend zur B-V Kalibrierung: Wenn diese einmal durchgeführt ist, verbietet es sich natürlich an den Farben weiter rum zu spielen. OK, ich denke man ahnt, dass kein Astrofotograf sich daran hält und so kann man fragen: Wozu dann das ganze? Weil man einen reproduzierbaren Startpunkt bekommt. Viele Astrofotografen haben Schwierigkeiten mit den Farben, vor allem Anfänger. Und es ist schwer ohne geeignete Werkzeuge reproduzierbare Farbbalancen zu bekommen. Darum ist diese Methode für mich (und viele andere) ein Segen.

CS Frank
 
Man könnte also tatsächlich eine Obergrenze für Farbsättigung einführen, da wo Details flöten gehen, sollte man aufhören.

Das sollte meiner Ansicht nach so sein, auch wenn viele Bilder im Web uns farblich geradezu wegblasen... ;)

Dein entsättigter "Vorschlag" gefällt mir aber trotzdem nicht, ist mir zu langweilig :)

:cool: :LOL: ja, ich geh ja schon... :D

lg
Niki
 
Wer ein wenig herumprobieren möchte, ich habe ein kleines jpg gemacht, mit dem man nachvollziehen kann was Photoshop bei einer Erhöhung und Verminderung der Sättigung macht. Besser wären viele Farben auf einer Farbkarte, aber das wäre jetzt zu viel Arbeit... gibts aber sicher im Netz. Die Zahlen sind die RGB-Werte (R/G/B).

Wenn eine Farbe nur Werte in einer oder zwei Grundfarben von R, G, B aufweist, gibt es noch keinen Unbunt-Anteil. Zum Erhöhen einer Sättigung müssen drei Farben Werte aufweisen.

Deshalb tut sich bei nur zwei Farbwerten (ein Kanal ist "0") nichts, wenn man den Sättigungs-Regler nach rechts schiebt. Hingegen kann man diese Farben sehr wohl ENTsättigen, also in unbunt überführen. Bei drei Farbwerten kann man die Sättigung erhöhen. Grau (128/128/128) bleibt in jedem Fall als unbunte Farbe grau.

Diesmal habe ich nicht NGC7000 eingefügt, sondern einen kleinen Neowise von mir. ;)

Einfach in PS ziehen und ausprobieren.

lg
Niki

Sättigung.jpg

Bildschirmfoto 2020-07-26 um 19.19.51.jpg
Bildschirmfoto 2020-07-26 um 19.19.35.jpg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ah, da hatte sich ein Fehler eingeschlichen, hier das richtig bezeichnete (und sinnvoller angeordnete) jpg.

lg
Niki

Sättigung 2.jpg
 
Hallo Frank,

dein Epsilon scheint ja gut zu funktionieren, feine Sache wenn man da einfach eine Vollformatkamera dranhängen kann und es funktioniert. Aber aus Österreich kommt halt viel Gutes :-)

Die Sternfarben sind für meinen Geschmack auch zu bunt (sind ja von Natur aus eher blasse Gesellen im Gegensatz zu Emissionsnebeln), aber solange die Farben "stimmig" sind stört mich das nicht. Kannst mir ja etwas von deinen Sternfarben abgeben, dann treffen wir uns auf einem gesunden Mittelweg :-)
 
Hallo Frank, Hallo Flo
Hallo alle Ihr fleißigen Diskutierer,

in den nächten Tagen wird bei mir ein Epsilon 130 ankommen, dessen Bilder in einer ZWO ASI 2600 MC bzw. einer 6Da landen sollen.
Zur Adaption des Epsilon an´s EOS Bajonett suche ich jetzt kompetenten Rat:
Zwei Adapter habe ich im Netz gefunden
Neben dem Takahashi DX-WR für knapp 150€
ein günstigeres Modell (bei Intercon Spacetec) für rund 90€

Hat einer von Euch Erfahrung mit preiswerteren Adapter
oder verbietet sich hier jede Knausrigkeit? ;)

Mit Dank vorab und
vielen Grüßen

Günther
 
Hallo Günther,

mir scheint als sein ein Container gelandet, es gibt plötzlich einige Epsilonbesitzer mehr, die alle Fragen haben hehe :) Ui und eine 2600er macht sich glaube ich sehr gut am Tak!
Ich habe diesen Adpater hier

Hat den Vorteil, dass man da einen 2" Filter einscrauben kann wie etwa den Optolong L-Xtreme. Dazu noch ein stinknormaler M48 EOS Adapter von der Stange.

CS und viel Freude mit Kamera und Teleskop!
 
Hallo Frank,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Das Teil hilft schon schon mal, von Wide T auf M48 zu kommen und von M48 auf EOS gibt´s 2 Adapter in meinem Fundus.

Die Nova in Cas wartet auf uns alle :)
RA 23 Hours, 24', 48'', DEC +61° 11' 15''

Drum
C.S.

Günther
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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