etalon
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Hallo zusammen,
eine sehr interessante Diskussion hier und, unabhängig von wissenschaftlicher Korrektheit, ein für mein Empfinden ästhetisches Bild, Frank.
Über Nebelfarben haben wir ja schon gelegentlich öfters mal diskutiert. Daher möchte ich nur ein, zwei Anmerkungen machen.
Wenn man sich in so einem Nebel befinden würde, würde man das wohl gar nicht wissen, da man ihn nicht bemerken würde. Diese Nebel haben eine Materiedichte von ein paar (im Vergleich zu unserer Atmosphäre) Atomen pro Kubikkilometer, und damit wohl noch weniger, als das beste auf der Erde erzeugbare Vakuum. Also verdammt wenig. Wenn wir nun davon ausgehen, dass alle Atome ionisiert sind, und damit zur Leuchterscheinung beitragen (was natürlich nicht der Fall ist), so wäre es Aufgrund unseres sehr eingeschränkten Sichtwinkels und der Wahrscheinlichkeit, dass ein jeweiliges Photon genau in Richtung unseres Auges emittiert wird, weit unter der Erkennungsgrenze unserer Augen. Als Beispiel möchte ich hier mal den auf der Erde beobachtbaren Airglow anführen. Dieser ist auch nur aus einer entsprechenden Entfernung sichtbar, wenn ausreichend Emittenten innerhalb unseres Sehfeldes genügend Photonen in Richtung unserer Augen abstrahlen. Bei der Atmosphäre direkt um uns und über uns in vergleichsweise unmittelbarer Nähe sieht man selbigen nicht. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die Anzahl der Emittenten in unserer Hochatmosphäre um viele Größenordnungen höher liegt, als bei den HII Regionen, welche wir so oft fotografieren. Fotografisch lässt sich der Airglow allerdings vergleichsweise einfach (und meist störend) ablichten.
Was die richtige Farbgebung von Nebeln als Linienstrahler betrifft, so hätten wir eigentlich in der Spektroskopie ein extrem mächtiges Werkzeug, um diese Frage zu beantworten. Ein Spektrum kann man sehr genau kalibrieren, und der durchschnittliche Empfindlichkeitsverlauf eines menschlichen Auges ist auch ausreichend genau bekannt. Man müsste nun nur die ausgedehnten Nebelgebiete mit hoher spatialer Auflösung messen, und bekäme eine sehr genaue Aussage über die Farbverteilung an der jeweils gemessenen Stelle. Keine Ahnung, ob so etwas schon mal gemacht wurde, da es aufgrund der geringen Helligkeit der zu messenden Nebelausschnitte wohl auf sehr lange Belichtungszeiten hinaus laufen würde. Aber die technische Möglichkeit, darüber eine fundierte Aussage zu treffen, die gäbe es.
Grüße Markus
eine sehr interessante Diskussion hier und, unabhängig von wissenschaftlicher Korrektheit, ein für mein Empfinden ästhetisches Bild, Frank.
Über Nebelfarben haben wir ja schon gelegentlich öfters mal diskutiert. Daher möchte ich nur ein, zwei Anmerkungen machen.
Wenn man sich in so einem Nebel befinden würde, würde man das wohl gar nicht wissen, da man ihn nicht bemerken würde. Diese Nebel haben eine Materiedichte von ein paar (im Vergleich zu unserer Atmosphäre) Atomen pro Kubikkilometer, und damit wohl noch weniger, als das beste auf der Erde erzeugbare Vakuum. Also verdammt wenig. Wenn wir nun davon ausgehen, dass alle Atome ionisiert sind, und damit zur Leuchterscheinung beitragen (was natürlich nicht der Fall ist), so wäre es Aufgrund unseres sehr eingeschränkten Sichtwinkels und der Wahrscheinlichkeit, dass ein jeweiliges Photon genau in Richtung unseres Auges emittiert wird, weit unter der Erkennungsgrenze unserer Augen. Als Beispiel möchte ich hier mal den auf der Erde beobachtbaren Airglow anführen. Dieser ist auch nur aus einer entsprechenden Entfernung sichtbar, wenn ausreichend Emittenten innerhalb unseres Sehfeldes genügend Photonen in Richtung unserer Augen abstrahlen. Bei der Atmosphäre direkt um uns und über uns in vergleichsweise unmittelbarer Nähe sieht man selbigen nicht. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die Anzahl der Emittenten in unserer Hochatmosphäre um viele Größenordnungen höher liegt, als bei den HII Regionen, welche wir so oft fotografieren. Fotografisch lässt sich der Airglow allerdings vergleichsweise einfach (und meist störend) ablichten.
Was die richtige Farbgebung von Nebeln als Linienstrahler betrifft, so hätten wir eigentlich in der Spektroskopie ein extrem mächtiges Werkzeug, um diese Frage zu beantworten. Ein Spektrum kann man sehr genau kalibrieren, und der durchschnittliche Empfindlichkeitsverlauf eines menschlichen Auges ist auch ausreichend genau bekannt. Man müsste nun nur die ausgedehnten Nebelgebiete mit hoher spatialer Auflösung messen, und bekäme eine sehr genaue Aussage über die Farbverteilung an der jeweils gemessenen Stelle. Keine Ahnung, ob so etwas schon mal gemacht wurde, da es aufgrund der geringen Helligkeit der zu messenden Nebelausschnitte wohl auf sehr lange Belichtungszeiten hinaus laufen würde. Aber die technische Möglichkeit, darüber eine fundierte Aussage zu treffen, die gäbe es.
Grüße Markus
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