Fat_Old_Sun
Neues Mitglied
OK, den Sonntagsabendblues mit Tatort tue ich mir sowie nicht an.
Dafür habe ich am Wochenende nach 9 Jahre meinen Dobson aus dem Keller gezogen und erst mal gründlich überholt. Fang- und Hauptspiegel ausgebaut und glanzrein geschrubbt. Dann mit dem neu erworbenen Concenter stundenlang kollimiert, bis ich nur noch Kreise sehe.
Damals habe ich an der Ostsee für einige Zeit gewohnt und beobachtet. Es war dort so dunkel, dass ich selbst vom Garten aus z.B. die Nadel-Galaxy NGC 4565 in den Coma beobachten konnte. Mittlerweile wohne ich in der Nähe von München, aber ländlich, der Dorfhimmel selbst ist gut hintergrundbeleuchtet, was nicht zuletzt an den "schönen" Solar-LED-Garten- und Fassadenlichtern der Nachbarn liegt. :augenrubbel: Also sozusagen "First-Light" für meinen neuen Garten-Standort.
Das Astro-Wetter verkündete Meteoblue und 7timer. Meteoblue war optimistischer und passte genau.
04.05.14: 21:30 - 00:00 Uhr / 4,3m / Seeing 3/5.
1) Jupiter: je nach Seeing 2 Bänder sichtbar. Monde wie an der Perlenschnur.
2) Kurzer Blick auf den Mars. Nur Scheibe ohne Struktur.
Die Justierung scheint funktioniert zu haben. Sterne sind nadelförmig bis zum Rand.
3) Ich mache mich auf die Suche nach der Sombrero-Galaxy. Meine fehlende Übung und das sternarme Feld machen die Suche schwierig und erst einmal erfolglos. Auch die Korkoschka-Karte bringt nicht den Durchbruch, da ich den Orientierungsstern X erst gar nicht finde.
Dann nehme ich meinen Amazon Kindle Fire zur Hilfe und öffne die 89-Cent-Stellarium-App. Karte auf Rotlicht gestellt und so vergrößert, dass ich von Spica aus genau das Gesichtsfeld meines 30 mm / 80 Grad / 2''- Fish-Eye-Okulars abbilden kann, mit dem ich vor Jahren nach Erwerb erst einmal und nur kurz beobachtet habe (China-Ware von Ebay). Nach 5 Minuten Starhopping erscheint dann der diffuse Nebel von M 104 in dem riesigen Gesichtsfeld. Herrlich, ein voller Erfolg und für mich ein Durchbruch bei der Wahl der passenden Finder-Mittel.
Die Galaxy erscheint klein und diffus. Der charakteristische Umriss ist jedenfalls vorstellbar. Vergrößerungen bringen nichts. Es ist einfach zu hell.
4) Whirlpool-Galaxy: ebenso schnelles Finden mit meiner neuen Methode. Die beiden Spiralen mit den hellen Kernen indirekt im riesigen Gesichtsfeld. Keine genauen Strukturen, keine weiteren Vergrößerungen.
5) Kurzer Blick auf Mars. Keine Strukturen, kein Pol. Laut Karte allerdings auch "strukturarme" Lage. Ein Mond sichtbar.
6) Optische Grenzgröße bildet Stern Alpha in den Coma Berenicies mit 4,3m. Von dort aus Schwenk auf den M 53 Kugelsternhaufen. An den Rändern im Fish-Eye bei indirekter Sicht aufgelöst. Zur Mitte hin diffus. Keine weiteren Vergrößerungen sinnvoll.
7) Großer Kugelsternhaufen im Herkules: zu den Rändern hin aufgelöst, ansonsten große, nebelige Struktur. Vergößerung nicht sinnvoll. Aus meiner Erinnerung heraus konnte ich damals extrem vergrößern und auflösen. An der See war es halt so Dunkel wie im Bärenar...
Fazit: Durbruch bei der Wahl der Mittel zum Auffinden. Das große 2" Fish-Eye-Okular ist einfach herrlich.
Mein jetziger Garten-Standort ist Mist, da zu hell für Deep-Sky. Zum Glück brauche ich nur 4 Kilometer fahren, um in die Tiefen der oberbayrischen Feldmonokultur vorzustoßen. Bis auf ein paar Gehöfte gibt es dort draußen nichts. Die große Stadt ist 35 Kilometer entfernt. Am Tag hat man beinahe Nahsicht auf die Alpen und speziell auf die Kampenwand. Das lässt auf einen guten Beobachtungspunkt jedenfalls hoffen.
Dafür habe ich am Wochenende nach 9 Jahre meinen Dobson aus dem Keller gezogen und erst mal gründlich überholt. Fang- und Hauptspiegel ausgebaut und glanzrein geschrubbt. Dann mit dem neu erworbenen Concenter stundenlang kollimiert, bis ich nur noch Kreise sehe.
Damals habe ich an der Ostsee für einige Zeit gewohnt und beobachtet. Es war dort so dunkel, dass ich selbst vom Garten aus z.B. die Nadel-Galaxy NGC 4565 in den Coma beobachten konnte. Mittlerweile wohne ich in der Nähe von München, aber ländlich, der Dorfhimmel selbst ist gut hintergrundbeleuchtet, was nicht zuletzt an den "schönen" Solar-LED-Garten- und Fassadenlichtern der Nachbarn liegt. :augenrubbel: Also sozusagen "First-Light" für meinen neuen Garten-Standort.
Das Astro-Wetter verkündete Meteoblue und 7timer. Meteoblue war optimistischer und passte genau.
04.05.14: 21:30 - 00:00 Uhr / 4,3m / Seeing 3/5.
1) Jupiter: je nach Seeing 2 Bänder sichtbar. Monde wie an der Perlenschnur.
2) Kurzer Blick auf den Mars. Nur Scheibe ohne Struktur.
Die Justierung scheint funktioniert zu haben. Sterne sind nadelförmig bis zum Rand.
3) Ich mache mich auf die Suche nach der Sombrero-Galaxy. Meine fehlende Übung und das sternarme Feld machen die Suche schwierig und erst einmal erfolglos. Auch die Korkoschka-Karte bringt nicht den Durchbruch, da ich den Orientierungsstern X erst gar nicht finde.
Dann nehme ich meinen Amazon Kindle Fire zur Hilfe und öffne die 89-Cent-Stellarium-App. Karte auf Rotlicht gestellt und so vergrößert, dass ich von Spica aus genau das Gesichtsfeld meines 30 mm / 80 Grad / 2''- Fish-Eye-Okulars abbilden kann, mit dem ich vor Jahren nach Erwerb erst einmal und nur kurz beobachtet habe (China-Ware von Ebay). Nach 5 Minuten Starhopping erscheint dann der diffuse Nebel von M 104 in dem riesigen Gesichtsfeld. Herrlich, ein voller Erfolg und für mich ein Durchbruch bei der Wahl der passenden Finder-Mittel.
Die Galaxy erscheint klein und diffus. Der charakteristische Umriss ist jedenfalls vorstellbar. Vergrößerungen bringen nichts. Es ist einfach zu hell.
4) Whirlpool-Galaxy: ebenso schnelles Finden mit meiner neuen Methode. Die beiden Spiralen mit den hellen Kernen indirekt im riesigen Gesichtsfeld. Keine genauen Strukturen, keine weiteren Vergrößerungen.
5) Kurzer Blick auf Mars. Keine Strukturen, kein Pol. Laut Karte allerdings auch "strukturarme" Lage. Ein Mond sichtbar.
6) Optische Grenzgröße bildet Stern Alpha in den Coma Berenicies mit 4,3m. Von dort aus Schwenk auf den M 53 Kugelsternhaufen. An den Rändern im Fish-Eye bei indirekter Sicht aufgelöst. Zur Mitte hin diffus. Keine weiteren Vergrößerungen sinnvoll.
7) Großer Kugelsternhaufen im Herkules: zu den Rändern hin aufgelöst, ansonsten große, nebelige Struktur. Vergößerung nicht sinnvoll. Aus meiner Erinnerung heraus konnte ich damals extrem vergrößern und auflösen. An der See war es halt so Dunkel wie im Bärenar...
Fazit: Durbruch bei der Wahl der Mittel zum Auffinden. Das große 2" Fish-Eye-Okular ist einfach herrlich.
Mein jetziger Garten-Standort ist Mist, da zu hell für Deep-Sky. Zum Glück brauche ich nur 4 Kilometer fahren, um in die Tiefen der oberbayrischen Feldmonokultur vorzustoßen. Bis auf ein paar Gehöfte gibt es dort draußen nichts. Die große Stadt ist 35 Kilometer entfernt. Am Tag hat man beinahe Nahsicht auf die Alpen und speziell auf die Kampenwand. Das lässt auf einen guten Beobachtungspunkt jedenfalls hoffen.