Ich möchte das Thema nochmal aufgreifen. Letzte Nacht war es hier mal wieder abweichend zur Wettervorhersage schön klar. Die letzten paar Wölkchen verzogen sich pünklicht zum Einbruch der Dunkelheit gegen 21 Uhr und damit durfte der C11 also noch eine weitere Nacht draußen verbringen. Da ja bereits alles aufgebaut war, brauchte nur seine silberne Verkleidung zur Vogelscheuche weichen. Nach ein paar Mausklicks war der wieder mit fotografieren beschäftigt und DerOndre saß mit einem Gläschen Wein vorm Fernseher, neben sich das Notebook um das muntere Treiben im Garten im Blick zu behalten.
Nach dem zweiten Glas des leckeren Spätburgunders wurde es dem Herrn allerdings dann doch warm in seiner Dachwohnung und er entschloss sich seinem Teleskop ein wenig Gesellschaft an der frischen Luft zu leisten.
Das war nicht nur eine klare Nacht bei angenehmer Temperatur, sondern das Seeing war auch einfach nochmal Welten besser als die Nächte zuvor. Also wieder rein, Blick auf den 12" Dob, Blick aufs Fernglas, wieder raus mit dem Fernglas. Nach 5 Minuten....DOOOOOOF....das wackelt alles zu sehr. Das ist doch nix....Idee! Was ist eigentlich mit dem FS-60 und dem neulich erworbenen Q-Modul? Da müsste doch was gehen! Und das Teil steht sogar fertig aufgebaut auf der Pudelmontierung. Also, wieder Treppe rauf. Fernglas gegen FS-60 getauscht, zwei Naglers in der Hosentasche verschwinden lassen, Treppe runter, watschel, watschel auf die Wiese in 5 Minuten eher schlecht als recht eingenordet und das 3-Sterne-Alignment auf Sternen ausgeführt. (Die vermutlich sooo nicht in der Liste standen). Well, good enough for the girls I go out with
Erstes Opfer: Jupiter. Knapp daneben (s.o.), aber mit der Zunge im richtigen Winkel kein Problem zu finden. WOW, klein aber Oho! Schnell das 16mm gegen das 9mm Nagler getauscht. Noice! Also ich war echt begeistert! Knackescharf, keinerlei Luftunruhe, wunderbarer Anblick! GRF leider auf der abgewandten Seite, aber viele Monde

Nächster Stopp: Saturn. Wieder leicht daneben...ich frage mich, an welchen Sternen ich das Alignment durchgeführt habe, aber nach ein paar Schwenks ist er gefunden. Gleiche Begeisterung wie beim Jupiter. Tolles scharfes Bild. Also ich bilde mir jetzt nicht ein, da irgendwelche Teilungen gesehen haben zu können, aber trotzdem hat das einfach was, den Gasriesen nach so langer Zeit mal wieder live zu sehen und das dann in dieser Qualität. Klar, ist nicht so groß wie im Dobson, aber das hat einfach eine andere Qualtiät.
Weiter ging es mit M45, natürlich dann im 16mm Okular. Ebenfalls ein umwerfender Anblick. Die blauen Reflektionsnebel lassen sich ansatzweise erkennen. Die Sterne sind einfach nadelfein und brillant. Wunderschön.
Wenn man noch mehr Sterne sehen will, dann ist man ja mit dem Double Cluster im Perseus gut bedient. Also, nix wie hin. Mittlerweile hat die Montierung dem Benutzer die anfängliche Fehlbedienung verziehen und trifft das gewünschte Ziel sofort. Auch hier wieder haufenweise nadelfeine Sterne, die ich so schon lange nicht mehr gesehen habe. Einfach schön! Schade, dass ich für 1.25" kein Okular mit mehr Brennweite habe.
Angefixt von den feinen Sternen noch ein Schwenk zu Albireo. Keine Herausforderung, weder für das Teleskop, noch für den Brillenträger dahinter. Farblich ohne Zweifel voneinander zu unterscheiden.
Zu guter letzt noch auf M31 und M33. Um das hier mal abzukürzen. Naja. Es geht. Da merkt man dann einfach, dass etwas Öffnung fehlt. Wobei ich M31 selbst im Dobson bei schlechterem Himmel auch schon weniger gut gesehen habe. Also kann man eigentlich nicht meckern.
Fazit: Es hat super viel Spaß gemacht, mal wieder live durchs Teleskop zu gucken, auch wenn es nur ein sehr kleiner Refraktor war. Ich würde mal behaupten, dass ich das in den Anfängen dieses Hobbies so nicht hätte wertschätzen können. Tja, und während ich meinen Spaß mit dem FS-60 hatte, hat das andere Teleskop fleißig Fotos gemacht, ohne dass ich mich um etwas kümmern musste. Selbst der Meridian Flip funktionierte diesmal ohne mein Eingreifen. Um 3 Uhr lag ich zufrieden im Bett, stellte den Wecker auf 6 Uhr, um den C11 und das Gerippe darunter wieder pünklich vor Freigabe des Luftraums an Schwalben, Spatzen und was nicht alles vor seinem Schicksal als Vogelklo durch Zurhilfenahme einer überteuterten Plastiktüte schützen zu können.
Spechteln und Fotografieren - es geht beides, sogar gleichzeitig! Hoffe das war nicht zu viel Gelaber, aber mir hats einfach Spaß gemacht und das musste ich mal teilen.
CS
André