"Night of the Lights" - krasse Lichtverschmutzungs-Aktion im Naturpark Altmühltal!

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PeterMaier

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Liebe Sternfreunde,

ein besonders krasses Beispiel von Lichtverschmutzung ereignete sich gestern Nacht (22./23.06.) von der Dämmerung bis nach Mitternacht im oberbayerischen Denkendorf Mitten im Naturpark Altmühtal.

Link zur Grafik: http://www.astronomie-ingolstadt.de/wp-content/uploads/2020/06/ZeichenSetzenGegenLichtverschmutzung.jpg
(Fotos sind mit Smartphone gemacht und geben leider nichtmal annähernd den Eindruck vor Ort wieder)

Eine ortsansässige Firma meinte es mit dem "Zeichen setzen" zur an diesem Tag ausgerufenen Aktion "Night of the Lights" besonders gut und hat über Stunden den gesamten Himmel im Umkreis von gut 20 Kilometern mit Dutzenden Lichtkegeln geflutet.
Meines Wissens war angekündigt, dass öffentliche (!) Gebäude mit direktem kulturellen Bezug ihre Fassade abends rot beleuchten, um damit ein Warnsignal an die Politik bzgl. der aktuell schwierigen Lage vieler Kulturprojekte zu senden.
Was diese Firma, die offenbar Ton- und Lichttechnik vertreibt, besonders kulturell wertvoll macht und weshalb dafür außer dem Gebäude auch noch der Himmel im Naturpark Altmühltal als Werbefläche missbraucht wird, erschließt sich mir dabei nicht ganz.

Heute prahlen die Initiatoren der "Aktion" bzw. Betreiber dieser Lichtschleudern mit Ihrer Aktion auf Facebook und ernten dafür bislang durchwegs positive Reaktionen.

Ich würde mich freuen, wenn auch Sternfreunde hier, die vielleicht sogar schon im bayerischen Altmühltal waren und den Himmel dort z.B. beim Bayerischen Teleskopmeeting genießen konnten, AUCH EIN ZEICHEN auf deren Facebook-Seite setzen!

Link: CGS DRY HIRE
(man braucht gar nicht weit scrollen, um entsprechende Postings zu sehen)

GEMEINSAM GEGEN LICHTVERSCHMUTZUNG!

So eine AKTION würde ich mir von der Astronomieszene auch mal wünschen - und dass wir endlich mal gemeinsam aufstehen, die Öffentlichkeit sensibilisieren, dass es eben NICHT GEIL ist, den Nachthimmel mit Licht zu fluten und dass es außerdem uns auch noch gibt...

Danke für jede Unterstützung.

Viele Grüße und dunklen Himmel,
Peter
 
Hallo Peter
Nun ich sehe das in diesem Fall anders.
Zum einen ist die Aktion angekündigt worden und nicht auf ein Astronomisches Ereignis gefallen.

Zum anderen meldet sich hier eine Branche die als erste mit voller Wucht von der Corona Pandemie
getroffen wurde und diese noch sicher 6 Monate oder länger spüren wird. Wie jetzt in der Schweiz passiert
wird dies sicher auch in Deutschland geschehen dass diese Branche allein gelassen wird.

Ich kenne Personen die seit März faktisch ein ARBEITSVERBOT auferlegt bekommen haben.
Wohlgemerkt ohne Bezugsrecht auf Arbeitslosengeld oder andere Abfederungen.

Von daher finde ich den Aufruf die genannte Firma mit Kommentaren zu fluten gelinde gesagt als verwunderlich.

Grüsse Mike
 
Hallo Mike,
es ist immer einfach, Dinge kleinzureden oder zu relativieren, wenn man aus der Ferne urteilt und nicht selbst so ein Monster vor der Haustür hat.
Fakt ist, diese Form der Lichtverschmutzung hat in unserem Naturpark Altmühltal eine Qualität, die es so zumindest die letzten 20 Jahre in der Region nicht gegeben hat. Zudem hat so eine weitreichende Aktion immer hohes Nachahmerpotential, was meiner Ansicht nach auch die eigentliche Absicht hinter dieser Aktion war, da der Initiator offensichtlich ein Vetreiber bzw Vermieter solcher Lichtanlagen ist.
Zumindest ging es in der Aktion nicht darum, Objekte privater Unternehmen zu beleuchten und erst recht nicht darum, den Himmel im Umkreis von 20 Kilometern bis weit nach Mitternacht zu fluten!
Betrachtet man dazu, in welcher Umgebung das Ganze auch noch stattfand, ist hier jedes Maß verloren!

Auch eine einmalige Aktion rechtfertigt nicht die vollkommen hemmungslose Störung der nächtlichen Landschaft in einem Naturpark mit naheliegenden Biotopen.
Auch der edelste Zweck heiligt hier nicht die Mittel.
Letztlich zeigt auch die Reaktion des Unternehmens und dessen Umgang mit Kritik, dass hier weniger ein politisches „Zeichen“ im Vordergrund steht als vielmehr die eigene Show und der rücksichtslose Missbrauch des Nachthimmels als quadratkilometergrosse Werbefläche.
Ich hatte gehofft, hier Unterstützung zu finden. Tut mir leid, wenn sich jemand direkt angegriffen fühlt.
 
Hallo!

Ich hatte gehofft, hier Unterstützung zu finden. Tut mir leid, wenn sich jemand direkt angegriffen fühlt.

Ich fühle mich zwar nicht angegriffen, aber die Empörung kann ich jetzt auch nicht wirklich nachvollziehen (die Gefühlsregung „Empörung“ liegt sowieso nicht in meinen Genen). Leben und Leben lassen. Die haben das jetzt ein einziges Mal gemacht. Angekündigt und mit Genehmigung. Richtig dunkel wird es ohnehin erst gegen 23:00 und hell dann wieder ab vier Uhr. Haben sie sich sowieso eine der denkbar schlechtesten Nächte für eine Lichtaktion ausgesucht...

Und Du willst mir und anderen denkenden Menschen hoffentlich auch nicht erzählen, dass die kleinen Tierchen tief in ihrem Biotop mehr von diesem Licht gesehen haben, als in einer Mondnacht vom Mond. Nach einer Vollmondnacht liegen sie doch auch nicht tot unter ihren Bäumen. Das Problem ist, dass diese Argumentation, wenn sie überstrapaziert wird, ganz schnell zu einem stumpfen Schwert wird. Ich bin wirklich auch für einen dunklen Himmel, aber das mit den Fledermäusen und Juchtenkäfern kann ich nicht mehr hören. Die fliegen bei uns schon ums Haus wenn die Sonne noch gar nicht ganz untergeangen ist. Und dann ist es noch um 3 bis 4 Zehnerpotenzen (je nachdem in welcher Einheit man die Beleuchtung misst) heller als in der lichtverschmutztesten Nacht.

Solange das mit der Lightshow keine regelmässige Einrichtung wird und viellicht sogar für die Initiatoren den gewünschten Zweck erfüllt hat, würde ich mir meine Blutdruckwallungen für was sinnvolleres aufbewahren.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Peter,
ich wusste von der Aktion überhaupt nichts.
Aber ich habe offensichtich ein Teil der Aktion gesehen, als ich in der Nacht mehrere Strahlen von Skybeamern über Wiesbaden sah. Einen starren, sehr hellen Einzelstrahl, und einen mehrstrahligen, der sich auch noch bewegte.
Meine Missbilligung kannte in dem Moment keine Grenzen. Ich hielt die Dinger für eine Dauerinstallation.

Wenn ich aber nun erfahre, dass es sich um eine einzige Aktion handelte, mit einem echten Hintergrund, dann fällt mein Urteil ewas anders aus. Auch wenn Diejenigen, die mit Weißlicht-Skybeamern den Himmel beleuchteten, die Aktion wohl gar nicht verstanden haben - ging es doch um Beleuchtung von OBJEKTEN mit ROTLICHT, lässt sich das meiner Meinung nach verschmerzen, was die da gemacht haben.
Eine Nacht, in einer Zeit, in der es sowieso gar nicht richtig dunkel wird......... lass mal gut sein....

Ich bin ein bekennender Gegner von Lichtverschmutzung, und unterstütze gern jede Aktion, die sich mit der Reduzierung von Lichtverschmutzung befasst. Ich unterstütze gern, wenn es um Dauerinstallationen geht. Wenn es um Schornsteine geht, die tagsüber schon hässlich genig sind, und dann auch noch nachts bunt beleuchtet werden.
Wenn es um gigantische Baumarkts- oder Möbelhausbanner geht, die in eigentlich wunderbar dunkler Umgebung
den Himmel mit Licht versauen. Discotheken mit ihren Skybeamern............. die Liste ist lang.....

Aber eine Einzelaktion sollten wir verkraften.

Wie denkst Du über Silvesterböllerei, Osterfeuer ............?

Möglichst dunkle Nächte wünscht

Dietmar
 
Hallo Peter,

bei allem Respekt, das war eine angekündigte bundesweite Aktion der Veranstalterbranche um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Das gab es nahezu in jeder Stadt in der Kultureinrichtungen, Veranstaltungsbetriebe, Museen usw. sind, die durch die rote Illumination Alarm schlagen wollten, dass sie gerade dabei sind abzusaufen. In der Lage habe ich dafür vollstes Verständnis, denn wenn die nicht mehr sind sind auch keine Konzerte, Theater, Events usw. mehr. Das wiegt stärker als die eine Nacht in der man sich davon vllt. gestört fühlt. Ich bin durchaus dafür und tue in meinem Beruf auf das eine oder andere dafür dass sich die Lichtverschmutzung mindert, aber an der Stelle finde ich den Aufstand völlig unberechtigt.

CS
Jörg
 
Hallo Peter,

in meiner Brust schlagen zwei Herzen. Zum einen bin ich leidenschaftlicher Hobbyastronom und als solcher natürlich höchst sensibilisiert was das Thema Lichtverschmutzung angeht. Zum anderen bin ich freiberuflicher Musiker und von heute auf morgen arbeitslos, nunmehr seit März, Ende ungewiß!
Ich weiß nicht ob du dir vorstellen kannst was das bedeutet. Nicht nur für mich, mich trifft es relativ milde, hatte was zur Seite gelegt, habe keine Kinder, kein Haus etc.. Auch haben leider wenige Menschen überhaupt eine Vorstellung davon wie groß und umfangreich der "Kulturbetrieb" in Deutschland ist. Firmen, die z.Bsp. für Licht und Ton sorgen sind da nur ein Teil, aber ein wichtiger Teil in dem ganzen Konstrukt.


Was diese Firma, die offenbar Ton- und Lichttechnik vertreibt, besonders kulturell wertvoll macht und weshalb dafür außer dem Gebäude auch noch der Himmel im Naturpark Altmühltal als Werbefläche missbraucht wird, erschließt sich mir dabei nicht ganz.

Ja, Okay, da gebe ich dir Recht. Wenn sich solche Leute dann berufen fühlen und mal ihre Muskeln spielen lassen, ja, kann man schon ein Kopfschütteln für übrig haben, gebe ich dir Recht, hätte man kontrollierter machen können.

Aber es war eine einmalige Aktion, dazu um die Sommersonnenwende. Und es geht nicht nur um ein Hobby, sondern um die Existenz vieler Menschen die im Kulturbereich arbeiten, und jetzt ganz unmittelbar, existenziell betroffen sind. Und glaube mir, das sind mehr als du denkst. Versetze dich mal in unsere Lage. Während nämlich alle anderen langsam aber sicher wieder einen gewissen Alltag haben, vielleicht sogar wieder geregelt ihrer Arbeit nachgehen, sitzen wir immer noch da und bekommen nichts, ausser dem Hinweis auf ALG II (was die meisten immer noch versuchen irgendwie zu umgehen, bzw. erstmal genehmigt werden muss.Mein Antrag ist in diesemMoment raus,mal schauen...). Firmen, wie solche Licht- und Tonfirmen, droht die Insolvenz. Ich persönlich trage das sogar noch mit Fassung, da bin ich eher die Ausnahme.
Also, hab doch mal kurz Verständnis, und sollte das zur Dauerveranstaltung werden kann man dann immer noch Protest erheben.


Ebenso


CS Frank
 
Find ich Ausnahmsweise ok.

Sonst bin ich ja auch am kämpfen - mit mittelmäßigem Erfolg (wird immerhin von vielen als Problem wahrgenommen, Manches wurde 'ordentlich' beleuchtet, Anderes leuchtet zumindest nicht mehr die ganze Nacht und hat immerhin Blenden).
Aber zum einen weiss ich, was quasi-Berufsverbot für 6 Monate bedeutet. Finanziell war das für mich schon machbar, aber emotional ist es die Hölle, seiner Berufung nicht nachgehen zu können und nicht mal ahnen zu können, wann sich das ändert. Bei Künstlern wird es aber auch finanziell dünn. Selbst bei Schauspielern, die man in Hauptrollen aus Kinofilmen und Fernsehserien kennt. Da will ich gar nicht erst wissen, wie es den Kleinen geht, die sich von Auftritt zu Auftritt irgendwie durchwuschteln.
Und zum anderen war die Aktion Einmalig und hatte einen guten Grund anstatt wie üblich Dauerwerbung oder Touristenbelustigung, wenn die längst schlafen. Dazu noch in der langweiligsten Nacht des Jahres - mal abgesehen von Dauerbewölkung.

Ok, aber man hätte die Aktion auch besser machen können:
1. Dass es Bühnenkünstlern grad schlecht geht ist klar - manche Mitbürger muss man aber trotzdem darauf hinweisen. Es werden aber keine Konzepte oder zumindest Möglichkeiten vorgestellt, was WIR dagegen tun können.
2. 'Minimaler Impact, maximaler Effekt'. Also Licht aufbauen und auf eine bewölkte Nacht warten. Blutrote Wolken, die auf etliche Kilometer gesehen werden haben einen ganz anderen Effekt, als nur ein Gebäude. Man sieht die Einschläge halt überall.
3. In den Sozialen Medien hat man davon vorab kaum etwas mitbekommen. In den anderen praktisch nix.

cs&ds
Jürgen
 
Wenn jetzt zukünftig an Silvester oder zum Seenachtsfest in Konstanz Lightshows statt einem Feuerwerk zu sehen wäre, dann würde ich das aus Umweltschutzgründen sehr begrüßen. Ich sehe das ebenso wenig als Lichtverschmutzung wie die Aktion im Altmühltal. Das sind Einzelaktionen aus besonderem Anlass, über den kulturellen Wert müsste man an anderer Stelle streiten.

Bei dem Thema Lichtverschmutzung geht es meines Erachtens um unnötige und vermeidbare permanente Beleuchtung der Umwelt.

CS.Oli
 
Kurze Ergänzung:

Das direkte Gespräch wurde in diesem Fall noch am selben Abend während der "Aktion" gesucht! Ich erntete - vorsichtig ausgedrückt - völliges Unverständnis. Und ja, ich war auch erstmal freundlich und sachbezogen.

Aufgrund dieser Erfahrung und der Art und Weise, wie der Betreiber auch nachträglich noch mit kritischen Stimmen und Reaktionen umgegangen ist, wird ganz klar deutlich, dass es hier weniger um ein politisches "Zeichen" ging, sondern eher darum, diese sinnbefreiten Lichtanlagen und das eigene Unternehmen auf diese aggressive und rücksichtslose Art möglich publikumswirksam in Szene zu setzen.
Schlimmer noch - die Macher werden regelrecht dafür gefeiert und lassen nur positive Kommentare zu. Jede Kritik wird sofort gelöscht bzw. unterbunden. Auch wenn das natürlich nicht verboten ist, ist es zumindest sehr schwach und zeugt von einer gewissen Beratungsresistenz. Schließlich sollen ja möglichst viele Leute es "geil" finden, mit einer quadratkilometergroßen Lichtschleuder ihre Veranstaltungen und den gesamten Landkreis zu übertrahlen.
Soviel zu der Aussage: "Es war ja nur eine einmalige Aktion..." :-D Ob das so ist, wird sich noch zeigen.
Um diesem Treiben wenigstens ein kleines bisschen entgegenzuwirken und auch ein Zeichen für alle zu setzen, die das vielleicht weniger "geil" finden, habe ich diesen Aufruf gestartet. Danke für alle, die aktiv oder wenigstens im Geiste unterstützen!

Für ein solches egoistisches, rücksichts- und respektloses Verhalten kann ich bei bestem Willen und noch so großer Empathie für die aktuelle Situation auch kein Verständnis aufbringen.


Und noch eine Sache ist nach diesem Fall leider sehr klar geworden:

Die "Verschärfung" des Bayerischen Natur- bzw. Immissionsschutzgesetzes ist in der Praxis absolut gar nichts wert.

Wenn nichtmal Polizeidienstellen oder örtliche, zuständige Behörden wie das Landratsamt oder Denkmalschutzbehörde von diesem Gesetz wissen oder mit dem Begriff "Lichtverschmutzung" wirklich was anfangen können - wie soll man es dann von Betreibern, Vermietern und Mietern solcher Anlagen erwarten?


Es gibt also noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten...
 
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