Hallo Ralf,
da ich selbst ein solches Glas besitze, kann ich Franks Aussagen zur Bildqualität voll bestätigen: Außergewöhnlich hohe Transparenz und äußerst wenig Streulicht (hervorragende Vergütung), hervorragende Mittenschärfe und auch am Rand noch beachtlich gute Schärfe (dort die beste, die ich bei einem Fernglas 10x50 oder 12x50 kenne), farbneutral und so gut wie farbsaumfrei. Der erste Eindruck ist „hell und kontrastreich”. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut. Das Gesichtsfeld könnte ein bißchen größer sein; es erreicht nicht ganz das „Weitwinkelkriterium” von 60° scheinbarem Gesichtsfeld (es ist rechnerisch ohne Berücksichtigung der Verzeichnung 55,13° und dürfte mit Einbeziehung der kissenförmigen Verzeichnung etwa 58-59° betragen).
Für meine Anatomie und Brille ist die Pupillenschnittweite von 17,4 mm etwas zu groß. Denn wenn ich die Okular-Gummifassung mit der Brille leicht berühre, habe ich ein bißchen „Kidneybeaning”-Effekt. Ich muß das Fernglas in ca. 2 mm Abstand zur Brille halten, um bestes Einblickverhalten zu erzielen, und werde mir daher aus Hartgummi entsprechend dicke Abstandhalter basteln. Aber bei anderer Anatomie (je nach Tiefe der Augenhöhlen relativ zum Nasenrücken) und anderer Brille kann das anders sein, so daß es jeder Brillenträger selbst ausprobieren muß und sich nicht auf das Urteil anderer verlassen kann. Nicht ideal sind die Gummi-Stülp-Augenmuscheln. Besser wären verschieb- oder noch besser drehbare Gummihülsen zur Anpassung des Abstandes ohne und mit Brille (wie bei Swarovski oder noch etwas besser bei den neuen Leica Ultravids).
Für Naturbeobachtungen ist die Nahgrenze von 7 m etwas weit; aber im Nahbereich sind Porrogläser mit höherer Vergrößerung ohnehin problematisch, weil der große Abstand der Objektivachsen in Verbindung mit der Parallelität der Achsen im Nahbereich zu relativ schlechter Deckungsgleichheit der Bilder in beiden Rohren führt (d.h. die beiden Bildkreise sieht man im Nahbereich deutlich gegeneinander verschoben). Hier sind also Dachkantgläser eindeutig besser. Aber wenn Du nur oder vorwiegend ein Glas für Astrozwecke suchst, wirst Du im Bereich 10x50 bis 12x50 kein besseres finden.
Noch eine Ergänzung zum Stativhalter. Es passen NICHT die üblichen Fernglas-Stativhalter, die mit einer Schraube von vorn in die Achse der Knickbrücke geschraubt werden, denn das Nikon 12x50 SE CF hat dort kein entsprechendes Gewinde (das war aus Franks Angaben nicht unbedingt ersichtlich). Also muß man Stativhalter nehmen, die das Fernglas am 8 mm dicken Rohr um die Achse der Knickbrücke halten (= dieses Rohr umklammern). Wie der von Nikon selbst angebotene Stativhalter aussieht, zeigt:
http://www.bhphotovideo.com/bnh/controller/home?O=productlist&A=details&Q=&sku=38016&is=REG
MfG Walter E. Schön