Nikon 8x40 Action VII oder Action EX

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blue_scape

Aktives Mitglied
Hallo,

wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden genannten Ferngläsern. Sind sie nur minimal, so dass sich der Mehrpreis nicht lohnt?

Gruß - Nico
 
Hallo Nico,

ich habe das Nikon 8 x 40 Action - zu dem anderen Fernglas kann ich dir daher wenig aufzeigen. Ich habe mir das Glas gekauft, da es über ein ordentliches Gesichtsfeld verfügt und ich damit ausschließlich beim Spaziergang mit dem Hund im Wald unterwegs bin. Für die Beobachtung des nächtlichen Himmels nutze ich das Glas nicht.

Vornehmlich betrachte ich damit dann Vögel, Bäume ( Verästelungen, Nester von Vögeln oder Eichhörnchen ) und Flugzeuge pp. Der Vorteil ist, dass das Glas recht leicht und handlich ist und daher nicht störend wirkt, wenn ich durch den Wald gehe. Die Nahstellgrenze von - ich glaube - 5 m geht in Ordnung; die Zentralfokusierung ist leichtgängig . Was ein kurzfristiger Test am Stern oder am Mond erbrachte war , dass das Fernglas recht anfällig für Streulicht ist.

Mehr kann ich dir dazu nicht sagen.

Sternklare Nächte - Micha -
 
Hallo Nico.

Ich habe das EX und bin wirklich sehr zufrieden.
Es ist für das Geld wirklich klasse.
Zwei Kritikpunkte hätte ich aber.
Erstens verstellen sich die Augenmuscheln sehr leicht und zweitens reagieren die Okulare recht empfindlich auf Seitenlicht.
Aber da werde ich irgendwann was zurecht basteln.
Ach ja, das EX ist wasserdicht und das Andere nicht.

Grüße, Thomas.
 
Hallo Frank,

mit deinem Erfahrungsbericht hast du mir sehr geholfen. Da es aber "nur" ein Zweitglas ist, Gem hat's dir vielleicht erzählt, bleibe ich erstmal beim Action VII.

Das mit der Stickstofffüllung musst du mir aber erklären. Nun kenne ich mich bei Ferngläsern nicht so gut aus und darum habe ich von beschlagfreien Ferngläsern noch nie gehört. Wie funktioniert das?

Danke auch für die anderen Beiträge.

Wünsche ein frohes neues Jahr
Gruß - Nico
 
Stickstofffüllung

Das mit der Stickstofffüllung musst du mir aber erklären. Nun kenne ich mich bei Ferngläsern nicht so gut aus und darum habe ich von beschlagfreien Ferngläsern noch nie gehört. Wie funktioniert das?

Hallo Nico,

den Effekt des Beschlagens kennst Du ja sicher: wenn Du aus einer kalten Nacht mit optischem Gerät ins Warme zurückkehrst, dann kondensiert Feuchtigkeit aus der Luft auf der kalten Oberfläche (z.B.) eines Objektivs. Prinzipiell kann auch Luftfeuchtigkeit in ein Fernglas eindringen, wenn es nicht vernünftig abgedichtet ist und so könnte ein Fernglas auch im Innern beschlagen, was wiederum über lange Zeit zu Korrosionsschäden führen kann. Früher hat man gern Ferngläser mit Einzelokulareinstellung verwendet, wenn eine solide Abdichtung benötigt wurde. Bei Ferngläsern mit klassischem Mitteltrieb hat man bei den besseren Modellen die beweglichen Teile (z.B. die Okulare) mit Stulpendichtungen, O-Ringen oder im Fall der Objektivfokussierung mit planparallelen Glasplatten vor den Objektiven gegen das Gehäuse abgedichtet. Heute verwendet man zusätzlich zu derartigen Maßnahmen eine Befüllung des Fernglasgehäuses mit Stickstoff, um langfristig Schäden im Innern vorzubeugen. Das hat zwei Vorteile:

1. Stickstoff ist ein sog. nichtkondensierbares Gas (im Sprachgebrauch der Thermodynamiker). Da Stickstoff erst bei knappen -200 °C flüssig wird, kann im Innern eines Fernglases nichts auf einer kalten Oberfläche kondensieren, wenn die Luft durch Stickstoff ersetzt wird. Vermutlich reicht auch eine Mischung aus Stickstoff und trockener Luft, aber dazu müßte sich mal ein Experte melden.

2. Molekularer Stickstoff ist ein Inertgas und als solches ist es chemisch wenig reaktionsfreudig. Durch die Befüllung mit Stickstoff kann eine Korrosion von Bauteilen im Innern eines Fernglases (Gehäuseinnenseite, Blenden, Prismenhalterung, ...) wirksam vermieden werden. Bei alten Ferngläsern kann man mitunter gut sehen, was mehr oder weniger feuchte Luft im Fernglasinnern über die Jahre anrichten kann.

Um das Beschlagen im Innern und eine Schädigung durch Korrosion zu vermeiden, kann man auch Edelgase als Füllung verwenden. Minox nutzt beispielsweise Argon, was angeblich wegen des größeren Atomradius von Argon (im Vergleich zum Stickstoff) mit einer besseren Haltbarkeit (geringere Diffussion, das Gas verbleibt somit länger im Gehäuse) verbunden sein soll.

Ich hoffe, dass ich nichts vergessen und nichts falsches geschrieben habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...

Viele Grüße, Frank.
 
Hallo Frank,

eine Stickstofffüllung verhindert also nur eine Korrosion im Inneren? Verstehe ich das richtig? Also muss ich wohl weiterhin die Luft anhalten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß - Nico
 
> eine Stickstofffüllung verhindert also nur eine Korrosion im Inneren? Verstehe ich das richtig?

Hallo Nico,

sie verhindert das Beschlagen im Innern (auch der Optik), wenn man sein Fernglas bei niedrigen Temperaturen nutzt und sie verhindert Korrosion, da keine feuchte Luft eindringen kann. Da molekularer Stickstoff chemisch recht inaktiv ist, können die eingesetzten Werkstoffe auch nicht durch andere Prozesse geschädigt werden. Es gibt ja nicht nur die "klassische" Korrosion in Gegenwart von Wasser, Wasserdampf oder feuchter Luft.

> Also muss ich wohl weiterhin die Luft anhalten.

Bei Deinem Nikon Action VII? Bei meinem Exemplar hatte ich den Eindruck, dass Korrosion durch die geschickte Wahl von "Plastik" als wichtiges Konstruktionsmaterial ohnehin kein großes Thema ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Frank.
 
Re: Stickstofffüllung

Hallo Frank,

hier nochmal aus der Sicht des Chemikers:

- am wichtigsten ist natürlich, daß das Gas der Füllung nicht feucht (wasserdampfhaltig) sondern trocken ist, dann kann auch bei tieferen Temperaturen höchstens AUßEN Wasser auf die Linsen kondensieren (wenn der Taupunkt der feuchten Luft unterschritten wird, kondensiert Wasser aus und die kalten Stellen beschlagen).

-daß gern reaktionsträge Gase wie Stickstoff oder Edelgase genommen werden und nicht Luft, erklärt sich meiner meinung nach so, daß der Sauerstoffanteil der Luft mit Bestandteilen des Fernglases (z.B. Gummi oder Kunststoffe, Öle und Fette...) reagieren könnte und dann Unterdruck im Glas entstehen würde - der aber saugt durch Undichtigkeiten feuchte Luft ins Glas. Also zum trocken halten im Innern auf alle Fälle eher leichten Überdruck und keine reaktionsfähigen Gase.

Da bleiben dann als naheliegend vor allem Kohlendioxid (nimmt meines Wissens niemand), Edelgase (Helium ist ein sehr kleines Atom - liegt nicht als Molekül vor - und diffundiert daher relativ schnell durch Plastik und ähnliche poröse Stoffe, daher nimmt man lieber Argon) oder eben Stickstoff - billig und praktisch.

Falls es jemand noch besser weiß, bitte berichtigen.

Gruß und ein glückliches Neues Jahr

hanz
 
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