Nikon 8x40 Action VII und EX

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Frank_Schäfer

Aktives Mitglied
Hallo Binofreunde,

da Nikon zwei neue Fernglasserien aufgelegt hat, habe ich mir kürzlich von jeder Serie das 8x40 zur Ansicht bestellt und eins gleich behalten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Das 8x40 Action VII ist ein im Preis deutlich gesenkter Nachfolger des 8x40 Action VI, wobei der Preissturz nicht mit schlechterer Qualität erkauft wird. Ich vermute eher, daß man die neue Action EX Serie zu vernünftigen Preisen am Markt plazieren mußte und da hätte wohl kaum jemand die Action VII Modelle zu den alten Preisen der VI-er Serie gekauft. Dafür sind die Qualitätsunterschiede zwischen Action VII und Action EX einfach zu groß. Die neue EX Serie ist ein echter Gewinn, hier bekommt man ein sehr gut verarbeitetes Fernglas mit guter Optik, was wetterfest und für Brillenträger geeignet ist. Hier in aller Kürze die Vor- und Nachteile:

Nikon Action VII 8x40 CF

+ günstiger Preis
+ sehr gute Schärfe auf der Achse
+ kaum noch Bildfeldwölbung (im Vergleich zum Vorgänger)
+ gute Transmission, guter Kontrast

- Randschärfe (besser -unschärfe) noch akzeptabel
- Laternentest bei Nacht zeigt ein paar hellere Reflexe
- billig wirkendes Gehäuse mit echtem Plastik-Feeling
- nicht für Brillenträger geeignet

Nikon Action EX 8x40 CF

+ robustes und sauber verarbeitetes Fernglas
+ wetterfest und beschlagfrei mit Stickstofffüllung
+ Brillenträgerokulare mit verstellbaren und rastenden Augenmuscheln
+ bessere Randschärfe wie Action VII (vergleichbar mit Zeiss Dekarem)
+ sehr gute Mittenschärfe, gute Transmission, guter Kontrast
+ beim Laternentest weniger Reflexe wie Action VII

- Mitteltrieb für meinen Geschmack etwas zu schwergängig
- wie es scheint, keine durchgehende FMC Vergütung (kann ich aber nicht beschwören)

Wer sich für die Ferngläser interessiert, der kann sich auf meiner Homepage einen vorläufigen Erfahrungsbericht anschauen. Unter der Rubrik Astronomie -> Erfahrungsberichte habe ich den Artikel "Auf der Suche nach einem guten 8x40 Fernglas" auf den aktuellen Stand gebracht (Teil 2).

Infos zu den neuen Ferngläsern gibt es bei Nikon Japan: Action VII und Action EX. Nikon hierzulande kann zwar schon liefern, aber die HP braucht wohl noch ein wenig Zeit ...

Ach ja, beide Gläser kommen aus China, sind für 99,- bzw. 199,- Euro laut Liste zu haben und werden von Nikon mit 10 Jahren Garantie versorgt.

Frank.
 
Hallo Frank,

finde ich toll, daß Du das alles schon getestet hast! Das war nämlich der Punkt, der im thread Nikon 10x50 vor
einigen Tagen noch offen geblieben ist. Die Händler haben nämlich offensichtlich noch größere Bestände von
Action VI (und zum Teil sogar noch Action V), die sie noch zum alten Preis oder nur wenig reduziert
zu verkaufen suchen, während die Action VII so mit ca. 100€ zu haben sind. Da ich mit meinem Canon 10x30 IS
jetzt doch auch etwas auf den Geschmack von Nadelstichsternen gekommen bin, überlege ich auch selbst an
einem 10x50 oder 12x50 "von guten Eltern" rum.

Gruß
 
Hallo Frank,

Vielen Dank fuer die Infos, auch aud Deiner Seite 'Auf der Suche nach einem guten 8x40 Fernglas'. Dabei faellt mir auf, dass ich auch kein richtig gutes 8x40er habe (mein Kronos ist nicht schlecht, aber halt auch nicht richtig gut), obwohl diese Spezifikation eigentlich doch einige Vorteile vereint:
1) Vergroesserung 8x ist freihaendig ein guter Kompromiss
2) Austrittspupille von 5mm ist gerade richtig fuer Astronomie bei nicht ideal dunklem Himmel
3) Groesse und Gewicht eines 8x40er machen es zu einem echten Allrounder.

Es ist daher hilfreich, dass Du Dich hier mal umgeschaut hast. Und ich wundere mich ein wenig, warum der Markt hier nicht mehr zu bieten hat: Ein paar super teure Dachkanten mit 700 Euro aufwaerts, dann offenbar eine weite Luecke, dann geht es bei 200 Euro Porros wieder los (das TS Dachkant 8x42 kostet auch etwa um 200 Euro. Nach Deiner Erfahrung mit dem TS 10x42: Meinst Du, die spielen in derselben Liga wie das Nikon EX?). Scheinbar fehlt aber ein echter Kracher im Bereich 300-400 Euro.

Gruss,
Holger
 
Hallo Holger,
auch wenn ich von Frank mit Sicherheit wieder contra bekomme: für mich ist das Nikon Monarch 8x42 zu 398,-EUR ein Geheimtipp! Im direkten Vergleich zu einem Trinovid 8x42 konnte ich keinen, ich wiederhole KEINEN Unterschied feststellen. Randschärfe, Zentralschärfe, Farbstich, Reflexe, Wertigkeit, Augenabstand, alles identisch. Was dem Nikon fehlte, war dieses Leicatypische plastische 3-D Gefühl, aber das ist ja wohl sehr subjektiv. Schaut man sich die Ausstattungsdetails des Monarchs auf der Nikon Homepage an, kommt es mit denselben Merkmalen wie das 8x42 Highgrade daher (sogar arsenfreie Prismen!). Einzig das Sehfeld ist mit 110 zu 122 m etwas kleiner.
Probier es doch mal aus!
carpe noctem
Matthias
 
1) Vergroesserung 8x ist freihaendig ein guter Kompromiss
2) Austrittspupille von 5mm ist gerade richtig fuer Astronomie bei nicht ideal dunklem Himmel
3) Groesse und Gewicht eines 8x40er machen es zu einem echten Allrounder.
Hallo Holger,

das sind genau die Punkte, warum ich mir in der Klasse ein schönes Exemplar zulegen wollte. Ein Punkt kommt noch hinzu, mit einem 8x40 (Porro) läßt sich ohne allzu große Probleme ein angenehm großes Sehfeld realisieren. Die meisten 7x50 Ferngläser liegen bei maximal 130m (dann kosten sie aber auch richtig Geld) oder deutlich darunter. Ein gutes 8x40 Porro bringt es locker auf die 143m des Nikon und eignet sich damit auch sehr schön für Übersichtsbeobachtungen am Sternhimmel. Mit einem 10x50 ist man schon an der Grenze für sinnvolle Beobachtungen aus freier Hand und hier geht auch das wahre Sehfeld wieder zurück. So ein 8x40 ist eigentlich ein optimales Fernglas, womit Freihandbeobachtungen noch richtig Spaß machen und welches man am Tag problemlos durch die Gegend tragen kann.

> Nach Deiner Erfahrung mit dem TS 10x42: Meinst Du, die spielen in derselben Liga wie das Nikon EX?

Ich hatte auch das TS 8x42 ausprobiert und muß sagen, das wäre für mich keine Alternative zum Nikon EX. Die Optik des TS Dachkantglases war gar nicht mal so übel, leider gab es Probleme bei der Verarbeitung und Justage. Die Dioptrienkorrektur hatte Spiel, beim Fokussieren von nah auf unendlich und zurück blieb sie nicht so recht da stehen, wo sie sollte. Dazu kam, daß interne Blenden wohl falsch dimensioniert waren und am Sehfeldrand zu einer deutlichen Vignettierung führten. Man konnte bei nächtlicher Beobachtung keinen scharf begrenzten Sehfeldrand erkennen und so auch nicht das volle Sehfeld nutzen. Auch wären mir die zwei TS Gläser zu groß und zu schwer. Von einem Dachkantglas erwarte ich eigentlich ein kompakteres Design und das ist hier nicht so recht gegeben. Herr Ransburg hat mir seinerzeit gesagt, er wolle meine "Mängelliste" an den Hersteller weiterleiten. Wenn man Justage, Dioptrienkorrektur und Vignettierung inzwischen im Griff haben sollte, dann könnte man das TS 8x42 in die engere Wahl nehmen. Allerdings habe ich in Erinnerung, daß die Dachkantprismen ziemlich auffällige Reflexe verursachen. Das reduziert natürlich den Kontrast, wenn helle Lichtquellen im Bild sind. Auch hier dürfte das Nikon EX die besseren Karten haben. Unterm Strich zeigt sich doch recht deutlich, daß ein gutes Porroglas nicht so einfach zu übertreffen ist. Man muß sich wohl in der nächst höheren Preisklasse nach einem Dachkantglas mit vergleichbarer Leistung umsehen.

Was die Alternativen betrifft, so sieht es um 200 Euro wirklich nicht so rosig aus. Die Minolta Activa's kommen hier infrage und dann wird es langsam dünn. Das Nikon Sporter I 8x36 paßt hier noch rein, allerdings hat man bei dem Glas etwas arg an der Vergütung gespart. Allerdings habe ich auch nicht den vollen Überblick. Auf dem US Markt scheint es ein breiteres Angebot zu geben. Bresser hat übrigens in seiner aktuellen Palette das Montana 8x42 Porroglas für 269 Euro (ist auch wasserdicht und soll FMC vergütet sein) und ein Weaver Classic 8x42 Dachkant für schlappe 299 Euro. Ob die Ferngläser was taugen, würde mich auch interessieren. In der Vergangenheit hatte ich allerdings leichte Probleme, die Begriffe Bresser und hochwertige Optik zu vereinen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Kann aber gut sein, daß ich mich irre und die genannten Ferngläser sind wirklich eine Empfehlung wert. Im Zweifelsfall halte ich mich vorerst noch an Firmen wie Nikon. Die vielen Chinaimporte die es sonst noch gibt, reizen mich noch nicht in dem Maß, daß ich sofort losziehen und mein Konto abräumen würde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo Matthias,

Aha, ein Kandidat? Hoert sich soweit gut an, aber 110m fuer ein 8x Fernglas ist echt wenig - das gibt ja nur 50 Grad scheinbares Sehfeld! Da ist es natuerlich relativ leicht, die Aberrationen klein zu halten. Ich finde aber, unter 60 Grad (das waeren 131m/1000m) qualifiziert sich ein 8x40 nicht fuer das Finale :-)

Aber Danke fuer den Tipp!!

Gruss,
Holger
 
... auch wenn ich von Frank mit Sicherheit wieder contra bekomme: für mich ist das Nikon Monarch 8x42 zu 398,-EUR ein Geheimtipp! Im direkten Vergleich zu einem Trinovid 8x42 konnte ich keinen, ich wiederhole KEINEN Unterschied feststellen.
Hallo Matthias,

ich würde es nie wagen, kontra zu geben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Wenn Du zwischen dem Leica Trinovid und dem Nikon Monarch keinen Unterschied siehst, dann kaufst Du mit dem Nikon genau das richtige Fernglas. Das Monarch was ich mal in den Fingern hatte, war leider nicht optimal justiert, die Vergütung war auch nicht so ganz das, was man von Leica kennt und das magere Sehfeld ist aus meiner Sicht schon ein Nachteil. Klar, dafür kostet es nicht mal die Hälfte vom Leica. Ich hatte das Monarch übrigens schon in die engere Wahl genommen und auch beim Händler bestellt. Leider war die Justierung fragwürdig und der Händler hat es dann anstandslos zurückgeschickt. Ansonsten gefiel mir das Fernglas wirklich gut und mit Blick auf den Preis kann man eigentlich nicht meckern. Wie Du siehst, finde ich zwar einige Unterschiede, aber widersprechen tue ich Dir nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo hanz

ich kann mir gut vorstellen, daß Du mit dem Canon Stabi auch unterm Sternhimmel Deine Freude hast. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, mir das neue Zeiss Conquest 10x30 in einer klaren Nacht vorzunehmen und das hat in der Beziehung ein wirklich tolles Bild. Ist übrigens ein echt geniales Ferngläsle und man hat es schwer, dem sofort einsetzenden Kaufrausch zu widerstehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Mit 30mm Öffnung ist es wohl einfacher, über einen Großteil des Sehfelds Sterne als nadelfeine Punkte abzubilden. Mit einem 10x50 wird's schon schwieriger und die wirklich guten Gläser kosten auch ordentlich Geld. Das Problem ist nur, wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist, dann kann das den eigenen Kontostand ganz schön in den Keller treiben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> ...

Was die alten Nikon Gläser betrifft, da hast Du wohl recht. Die Händler haben ein Problem, wenn der Lagerbestand an Vorgängermodellen zu groß ist. Da hilft nur eins, der Kundschaft gegenüber hartnäckig verschweigen, daß es neue Ferngläser gibt ...

Frank.
 
Wie wär's mit dem Nikon 12x50 SE CF für nur 777 €?

Zitat:

„Da ich mit meinem Canon 10x30 IS jetzt doch auch etwas auf den Geschmack von Nadelstichsternen gekommen bin, überlege ich auch selbst an einem 10x50 oder 12x50 "von guten Eltern" rum.”

—————————————————————————

Hallo Hanz,

dann könnte doch mein Angebot im Biete-Forum gerade zur rechten Zeit gekommen sein? 777,- Euro statt 1029,- Euro sollte doch attraktiv sein! Sieh doch einfach mal nach unter „Nikon 12x50 Superior E CF …", und wenn dazu noch Fragen offen sein sollten, stehe ich gern mit Antworten zur Verfügung.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Wie wär's mit dem Nikon 12x50 SE CF für nur 777 €?

Hallo Walter,

danke für den Tip, ich weiß, das das Nikon SE als bestes Porroglas der Welt gilt - ist mir aber leider einfach zu
teuer, auch für 777 noch. Ich suche was im 100-200€ Bereich und da gibt es zwar sicher nicht ganz diese hohe
Qualität aber auch recht viel Auswahl. Hätte z.B. fast ein gebrauchtes Olympus EXPS 12x50 gekauft - ging dann
aber doch für über 100€ an einen anderen.
Und bevor ich eine "teure" Entscheidung treffe, möchte ich auch erst mal durch das Canon 15x50 IS schauen.

Gruß
 
Re: Randschärfe und Gesichtsfeld

Hallo Frank,

habe Dir ja schon gesagt, daß mir mehr Angaben zur Okularkonstruktion bei den verschiedenen Gläsern recht
wären! Da ist Canon nämlich mit bis zu 7 Linsen dabei (so wie man's von guten WW Astro-Okularen kennt, das
10x30 hat allerdings etwas weniger). Andere (z.B. Olympus DPSR und vergleichbare "Billiggläser") kommen
mit 3 aus - also wohl reversed Kellner- und damit bekommst Du halt kein großes Gesichtsfeld überzeugend
scharf bei f5! Die Olympus EXPS z.B. haben 5 Linser. Leica allerdings hat in dem Querschnittsbild auch bloß
König-Okus drin (4 Linser, immerhin für WW weit besser als Kellner). Und den Vogel schießt natürlich Pentax ab,
die zur Sicherheit das Gesichtsfeld selbst beim 20x60 PCF V noch auf 40° beschneiden!
Zusätzlich habe ich den Eindruck, daß bei Dachkantgläsern die 10x40 und 8x40 bis auf die Okulare gleich
gefertigt werden und das würde die schon arg auffälligen kleineren Gesichtsfelder bei den 8x40 Dachkants
erklären (gleiches Bildfeld durch längerbrennweitiges Okular betrachtet ergibt kleineres scheinbares Gesichtsfeld).

Zumindest haben praktisch alle außer Leica beim 8fach weniger als 60° scheinbares Gesichtsfeld! Das
ist ja gerade das große Argument für Dein Dialyt 7x42 - da hat dann selbst Leica nicht mehr das schöne
große Gesichtsfeld. Vielleicht ist das eben der Nutzen des größeren möglichen Strahlquerschnitts bei
Abbe-König Prismen, so wie auch wohl beim 8x56er mit seinen tollen 60°?

Und was die Vergütung betrifft, habe ich ein sehr ungutes Gefühl: kann es sein, daß ein gutes single
coating deutlich besser ist als ein schlechtes multicoating? Mein Olympus DPSR hat ganz dunkle violette
Augenlinsen, viel dunkler als die meisten der modernen grünen multis - die Objektive dagegen sind
doch sehr hellblau (große Linsen kosten wohl mehr zum dick genug coaten?) und nur beim Fujinon sollen die
Objektive wirklich bezüglich Reflektionen schwarz sein (habe ich aber selbst noch nicht gesehen).
Jedenfalls macht am Objektiv auch mein Tento bei der Helligkeit der Reflexe fast einen besseren Eindruck als
selbst mein neues Canon 10x30 IS. Und das Dekarem sah da auch immer recht gut aus.

Gruß und Glückwunsch zum gelungenen Bericht!
 
Re: Randschärfe und Gesichtsfeld

Hallo Hanz,

um Geld zu sparen, versuchen die Firmen natuerlich, aus einem Geraet gleich eine ganze Baureihe zu schaffen, indem sie einfach verschiedene Okulare einsetzen. Das Dekarem unterscheidet sich vom Binoctem 7x50 auch nur durch die Okulare - letzteres hat daher auch nur das kleine (scheinbare) Sehfeld. Bei den Dachkanten scheint es wirklich so zu sein, dass Abbe-Koenig ein groesseres Sehfeld ohne Vignettierung zulaesst - man kann halt nicht alles haben, schlanke Bauweise und grossen Strahlquerschnitt. Spielraum gewinnt man dadurch, dass man die Brennweite des Objektivs verkuerzt - das wird dann aber teuer, und es wird schwieriger, eine gute Austrittspupillen-Schnittweite zu erreichen, da man ja auch die Brennweite des Okulars herunterfaehrt.

Was die Reflexe an hellen Objekten betrifft: Die Verguetung ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor. Es gibt offenbar Okularkonstruktionen, die anfaelliger fuer Reflexe sind als andere. Es ist ja auch offensichtlich, dass die Kruemmung einer bestimmten Linse bestimmt, ob z.B. ein Reflex lokalisiert oder diffus erscheint. Allgemein sind Okulare mit vielen Luft-Glas Uebergaengen natuerlich anfaelliger fuer Geisterbilder als simplere Konstruktionen.

Eine gute Mehrfachverguetung ist besser als eine gute Einfachverguetung :-) Aber es gibt natuerlich beliebig schlechte Mehrfachverguetungen. Ich habe den Verdacht, dass sich hier insbesondere einige chinesische Fernglaeser noch negativ hervortun, waehrend z.B. die russischen, auch die relativ billigen Kronos, mit einer recht guten Beschichtung kommen. Es scheint sich hier um eine anspruchsvolle Technologie zu handeln, die sich nicht mal eben so in zwei Jahren aufbauen laesst, sondern langfristige Erfahrung voraussetzt. Fujinon ist hier wohl der Weltmeister: Beim 10x50 FMTR-SX sieht man das Objektiv fast nicht mehr. Man glaubt, direkt in den Tubus zu gucken. So muss eine Verguetung aussehen: naemlich gar nicht :-)

Gruss,
Holger
 
Re: Randschärfe und Gesichtsfeld

> habe Dir ja schon gesagt, daß mir mehr Angaben zur Okularkonstruktion bei den verschiedenen Gläsern recht
wären!

Hallo hanz,

leider hält sich Nikon diesbezüglich bedeckt. Sicher kann man anhand der Linsenzahl und deren Anordnung gewisse Annahmen zur Randkorrektur ableiten. Ob die Praxis der Theorie dann recht gibt, das zeigt ohnehin nur der Test mit den eigenen Augen. Am selber testen kommt man also nicht vorbei. Zumindest könnte man anhand der Linsenzahl schon mal die Ferngläser aussortieren, wo nur zwei oder drei Linsen im Spiel sind.

> Und was die Vergütung betrifft, habe ich ein sehr ungutes Gefühl: kann es sein, daß ein gutes single
coating deutlich besser ist als ein schlechtes multicoating?

Ich glaube, das ist ein gefährliches Thema <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Wenn der Kunde nun anfängt, daß MC oder C zu bewerten oder gar zu hinterfragen, dann kommt der eine oder andere Händler möglicherweise in Schwierigkeiten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Dabei läßt sich mit einer Multivergütung doch so schön Werbung machen. Ob die Vergütung dann auch ihren Zweck erfüllt, das steht woanders geschrieben. In der Werbung wohl meistens nicht ...

Frank.
 
Re: Randschärfe und Gesichtsfeld

Hallo Frank,

inzwischen habe ich bei Leica doch noch einen Artikel gefunden (über das damals neue 10x32 Trinovid), der
nähere Angaben macht: die 68° Gesichtsfeld (ist zur Zeit wohl Rekord bei den "Teuergläsern") werden mit
11 Linsen pro Strahlengang "geplättet" - das sind schon mal 3 für das Objektiv-Triplett (haben die großen
Canons 18 und 15x50 auch), vermutlich 7 für das Okular (Barlow-Element und "eudiaskopisches" Erfle) -
die restliche Linse macht dann vielleicht die Innenfokussierung (haben die 50er Canons nicht - die verschieben die
Objektive hinter einer Planglasplatte). Ist doch alles ganz logisch?! Und man muß dafür nicht an Hokuspokus
glauben, sondern nur seine Erfahrungen und Kenntnisse von den Teleskop-Okularen übertragen (z.B. eben,
daß bei f5 langbrennweitige WW-Okulare keine Kellner sein können sondern daß die ebenso wie die Canon-
Okulare aufgebauten Pentax XL erst gute Randschärfe bringen. Und die waren Pentax wohl für die eigenen Fern-
gläser zu teuer).
Bei Nikon habe ich nur die Angabe gefunden, daß die Okulare eine asphärische Linse enthalten zur Beseitigung
von Verzerrungen und daß die SE eine "fieldflattener" = Feldplätterlinse enthalten. Also sind die Okus wohl eher
Kellners bei den Action Modellen, worauf auch der relativ geringe Augenabstand meiner Meinung nach hinweist,
sowie die preisliche Verwandtschaft zu den ebenso gebauten Olympus und Minolta Standard.
Wenn die gut gemacht sind, sind Kellners ja auch in der Mitte ganz toll scharf und der Rand ist sowieso mehr zur
Orientierung - wird nur bei sehr nahen Entfernungen voll gebraucht, und die läßt Nikon gar nicht zu. Und sonst
würde ich mal drauf tippen, daß in den SE Triplettobjektive drin sind aus ED-Glas?
Dafür hat Canon's 12x36IS als einziges Fernglas in Deutschland Augenstücke statt Okularen (soweit die
Angabe auf der homepage).

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben