Re: Nikon Action 10 x50 "Durcheinander"
hallo Fernglasfreunde,
nunja, die Ansprüche an Ferngläser sind ja offenbar sehr verschieden. Meine Meinung dazu:
Sterne sind als kontraststarke Punktquellen Testobjekte für chromatische Aberration par excellence: Wenn die Farben gegen Rand hin auslaufen oder gar bunte Spaghetti daraus werden, fällt mir das weitaus mehr auf als tagsüber. Da ist Geäst im Gegenlicht der äquivalente Test, auch für Streulichtverhalten.
Auch die Randunschärfe, zumeist Bildfeldwölbung, tritt am Stern am deutlichsten hervor. Tagsüber kann ich nur an entfernten Fernsehantennen ähnlich brutal testen.
Transmission, Farbstich und Scharfzeichnung bestimmen in der Gesichtsfeldmitte ob schwächste Sterne noch sichtbar sind oder eben nicht. Hier geben Glasmaterial und Vergütung nebst Justage und mechanischer Stabilität den Ausschlag.
Ein Astroglas muss für mich so leicht wie irgend möglich sein, um ausgedehnte Spaziergänge zu erlauben.
Dagegen schaffe ich es, auch ein 12x60 hinlänglich ruhig zu halten, wenn ich die Augenmuscheln ansetze und es ganz vorn an den Objektiven halte.
Verzeichnung und Globuseffekt stören mich mehr tagsüber.
Als Übersichtsgeräte wünsche ich mir ein möglichst grosses Gesichtsfeld, und manchmal gebe ich da bei der Randschärfe nach und greife zum 7x35 Bresser SWA mit 13,5° echtem Gesichtsfeld
Ich muss zugeben, als Besitzer und Verwender von 12 Ferngläsern von 8x25 bis 20x100 nicht eben der Normalverbraucher zu sein.
lg Tommy