Nikon Sporter EX 8x42

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hurz

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Hallo,

ich beschäftige mich erst seit kurzer Zeit mit dem Thema Fernglas und besitze bislang nur ein "Billigglas" der Firma Revue, ein 8x40 mit 9°, welches ich gebraucht sehr günstig bei Ebay ersteigrt habe. Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Glas zufrieden. Was stört sind die wohl über die Jahre sehr verhärteten Augenmuscheln, leichte Reflexe durch Streulicht und das zum Rand hin das Bild nicht nur unscharf, sondern auch dunkler wird. Auf der Achse ist das Glas, meiner unfachmänischen Meinung nach sehr scharf. Die Naheinstellgrenze liegt bei ca 7m. das dürften gerne 2-4m weniger sein. Mehr kann man wohl für 15,- EUR inkl. Versand auch nicht erwarten.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich möchte mir ein neues Glas zulegen und eine oder zwei Klassen aufsteigen. D.h. ich habe nicht das Geld für ein Zeis, Kowa, Swift etc. pp., sondern habe mir ein absolutes Maximum von 200,- EUR gesetzt. Der Schwerpunkt wird in der Astronomie liegen, das Glas sollte aber auch so transportabel und robust sein, dass man es zum Wandern unkompliziert mitnehmen kann. Da ist man dann, denke ich in den Klassen von 36 bis 42 ganz gut unterwegs.
Zu diesem Zwecke habe ich dann also unter anderem auf der Photokina durch alles geguckt, was zwei Röhren nebeneinander hat, von ganz teuer, bis ganz billig. Dabei waren die Lichtverhältnisse zwar immer sehr ähnlich und man konnte auch immer sehr ähnliche Ziele anvisieren, aber ein direkter Vergleich zwischen den Gläsern war natürlich nicht möglich. Man hätte mich mit dem Zeiss-Glas wahrscheinlich nicht zum Nikon-Stand latschen lassen.
Hängen geblieben mit Aha-Effekt bin ich letzten Endes an drei Gläsern: Dem Zeiss Victory 8x42 FL, dem Canon 10x30 IS und, wer hätte es gedacht, am Nikon Sporter EX 8x42.
Das Zeiss sowie leider, leider das Canon kommen preislich nicht in Frage, bleibt einzig das Nikon.

Ich will das Zeiss (oh Frevel) optisch natürlich nicht auf eine Stufe mit dem Nikon stellen (beim Zeiss war wirklich alles besser), sowie das Canon von der Praktikabilität her (ich kann max. 8-fach wackelfrei halten) gleichsetzten.
Trotzdem hat es mich verwundert, was dieses Glas zu leisten vermochte: Keine Randunschärfe (ca. 90-95% des Bildes waren scharf) die mich stört. Das Bild war für mich sehr gut zu überblicken, ohne mit den Augen rollen zu müssen. Eine Bildfeldwölbung habe ich nicht auszumachen können. Wenn eine vorhanden war, dann lag sie innerhalb der Randunschärfe. Die Augenmuscheln schmiegten sich sehr gut an meine Augen und bleiben auch in der Stellung stehen, in die ich sie gedreht habe (da hatte ich bei einem Minox echt arge Probleme). Keine erkennbaren Reflexe, Doppelbilder oder ähnliches. Kein Blausaum an hellen Objekten. Die Schärfe war gut, wenn auch nicht mit den Zeiss oder Optolyth zu vergleichen (so das für mich aus der Erinnerung möglich war). Zuletzt war die Haptik des Nikon eine der besten aller von mir getesteten Gläser.
Summa summarum also ein tolles Glas, bei dem ich kaum glauben kann, dass es für ca. 150,- EUR zu bekommen ist, gemessen an dem, was gleichwertige oder kaum bessere Gläser kosten können.
Da aber Vorsicht die Mutter der Porzelankiste ist, und auf Messen natürlich bessere Gläser im "billigen" Gewand stecken könnten (gerade auch weil das Glas ganz neu ist am Markt), werde ich versuchen diese Eindrücke noch bei einigen Optikhändlern zu bestätigen.

Am Schluss möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass dies ein subjektiver (auf meinen Seheindrücken basierender) Bericht ist, und ich mit dem Thema Fernglas noch nicht sehr vertraut bin. Ich habe versucht die Kriterien die hier im Forum zum Testen von Ferngäsern vorgeschlagen werden, anzuwenden. Ob ich nun auch im Stande bin dies dann alles richtig zu interpretiern sei dahingestellt.

Bestätigen sich aber die Eindrücke, werde ich das Glas sicherlich kaufen, denn dann ist es (für mich) jeden Cent (und noch ein paar mehr) wert.


Ich würde mich freuen, wenn die Fernglasbeurteilungsschwergewichte auch ihre Meinung oder Eindruck zu dem Glas abegben könnten, denn auch 150,- EUR sind kein Pappenstiel. Redet's mir aber bitte nur dann madig, wenn ihr schon mal durchgeschaut habt! :Trost:



Grüße und CS,
Christian
 
Hallo,

Nikon baut in dieser Preisklasse durchaus brauchbare Ferngläser, ich habe selbst ein kleines Nikon als "immer dabei" und bin damit recht zufrieden. Die Gläser kommen natürlich aus China, also solltest Du - auch wenn Nikon draufsteht - prüfen, ob das Glas eine ordentliche Qualität hat. Ausreißer kommen da auch vor. Davon abgesehen hast Du ja eine Garantie, wenn Du ein neues Glas kaufst.

Wenn Du also durchgeschaut hast und das was Du gesehen hast, gefällt Dir: Kauf es.

Gruß
Adson
 
Hallo Christian,
auch ich bin mit meinem Nikon (8x32SE CF) sehr zufrieden, ist allerdings auch `ne andere Preisklasse.

Die günstigen Nikon-Gläser scheinen in ihrem Preisbereich im Vergleich mit anderen Firmen in Ordnung zu sein. Natürlich bekommt man immer nur das, wofür man auch zahlt. Und wenn Dir das Fernglasspechteln weiterhin Spaß macht, wirst Du Dir später sicherlich Besseres gönnen.

Mein Tipp: Das Nikon-Sporter EX ist ein Dachkantglas. Diese Bauweise ist schlank und sieht gut aus, hat aber den Nachteil, dass sie mindestens ein Drittel höhere Herstellungskosten hat als Ferngläser in der herkömmlichen Porroprismenbauweise.
Ich würde deshalb an Deiner Stelle mal das Nikon Action EX 8x40 (Porro) mit dem Sporter vergleichen. Es hat laut www.nikon.com auch ein erheblich größeres Sehfeld als das Sporter.

cs
Bernhard



 
Hallo Bernhard,
hallo Adson,

ich war heute in Dortmund bei einem größeren Fotohändler, der auch einige Ferngläser, hauptsächlich Zeiss, Leica und Nikon, vertreibt. Dort habe ich nochmals das Sporter mit anderen Gläsern, und nun sogar direkt verglichen.
Der Händler hat zugegeben, dass er und seine Kollgen keine Ahnung von Ferngläsern haben und konnte mich daher auch nicht bei dem Test unterstützen. Die Leica-Gläser, warum auch immer, wollte er auch nicht unbedingt auspacken.


Zur Auswahl standen dort:
Nikon High Grade 8X42
Nikon Monarch 8x42
Nikon Sporter 8x42
Zeiss Victory 8x56 (als Bildreferenz)



Ich habe zuerst auf die Handhabbarkeit geachtet:
Da waren das High Grade und das Monarch zwar kleiner, aber für mein Flossen (obwohl nicht groß) schlechter zu greifen als das Sporter. Das Zeiss ist viel größer, aber sogar noch handlicher als das Sporter, dafür sehr viel schwerer und würde mich eher ermüden.
Hier gewinnt knapp das Sporter vor dem Zeiss

Ich habe auf das Sehfeld betrachtet:
Hier waren das High Grade und das Monarch wesentlich schlechter als das Sporter, obwohl zumindest das High Grade das gleich Sehfeld haben sollen, habe ich weit aus mehr im Sporter sehen können. Im Zeiss bei gleichem ausgewiesen Sehfeld war noch etwas mehr zu sehen.
Hier gewinnt das Zeiss knapp vor dem Sporter

Ich habe die Schärfe betrachtet (Anzeige mit Kleingedrucktem in ca. 8m Entfernung):
Auf der Achse waren hier alle Kandidaten besser als Sporter, aber nicht wesentlich. In der Schärfe zum Rand hin fielen High Grade und Monarch stark ab. Die Schärfe des Sporter blieb bis auf ca. 85-90% erhalten, wobei bei dem Zeiss bis fast in den äußersten Winkel alles scharf war.
Hier gewinnt klar das Zeiss vor dem Sporter

Ich habe die Farbe des Bildes betrachtet und bin dazu vor die Tür mit den Gläsern gegangen.
Nach meinem Eindruck eine leichte Gelbverfärbung beim High Grade und ein recht starke (nur im direkten Vergleich auffällige) bei Monarch. Im Sporter war ein leichte, unaufdringliche Grünverfärbung festzustellen. Das Zeiss dem hingegen zeigte ein sehr natürliches Bild.
Hier gewinnt das Zeiss klar vor dem Monarch und dem Sporter

Ich habe das Einblichverhalten getestet:
Ich konnte am High Grade und ganz besonders beim Monarch die Augenmuscheln verstellen, wie ich wollte, bei der leichtesten Bewegung des Kopfes bekam ich dunkle Flecken ins Bild. Man musste bei beiden Gläsern den Kopf sehr starr an die Okulare halten, damit man das Feld gut überblicken und einsehen konnte. Ganz anders bei Zeiss und bei Sporter. Selbst größere Bewegungen des Kopfes wurden nicht sofort mit einem dunklen Punkt quittiert, was denke ich gerade bei der Naturbeobachtung günstiger sein wird. Hier war das sogar das Sporter noch ein Tick besser als Zeiss.

Ich habe die Bildhelligkeit betrachtet:
Das Zeiss war hier klar vorn, kein Wunder bei der Öffnung.
Das Monarch folgte darauf in einem erkennbaren Abstand, kurz gefolgt vom Sporter und gleichauf das Monarch.

Ich habe die Bildfeldwölbung betrachtet, indem ich vor der Tür an einem gegenüberliegenden Haus mehrere eng nebeneinander liegende senkrechte Fugen anvisiert habe.
Hier lag das Zeiss wiederum klar vorn, gefolgt gleichauf vom Sporter und vom High Grade, das Monarch knapp dahinter.

Zum Schluss habe ich nach Farbsäumen gesucht, welche mir aber in keinem der Gläser aufgefallen sind und die Streuchlichanfälligkeit, indem ich ein Dunkle kannte in der Nähe eines Scheinwerfers betrachtet habe, untersucht. Hier waren nur beim Monarch leichte, aber nicht sehr störende Reflexe zu sehen.

Dann war ca. eine halbe Stunde vergangen, und der Verkäufer trat merklich von einem Bein auf das andere, sodass ich mich freundlich für das Testen bedankte, und versprach wiederzukommen.


Fazit: Was habe ich bei diesem Test falsch gemacht, oder wie kann es sein, dass das Sporter in meinen Augen zwar mit Abstand, aber einem geringen hinter dem Zeiss, aber in vielen Belangen weit vor den beiden anderen (weitaus teureren) Nikons liegt. Stellt mir da der psychologische Faktor Wunschdenken ein Beinchen oder hab ich bei dem Test etwas falsch gemacht, bzw. was kann man sonst noch tun. Waren vielleicht die Rahmenbedingungen die falschen, denn ich kann das eigene Ergebnis nach wie vor nicht recht glauben.


Grüße und CS,
Christian
 
Hi Christian!

Ich würde sagen, was zählt ist Dein persönlicher Eindruck.

Ist doch vollkommen schnuppe, ob man unter anderen Testbedingungen vielleicht ein etwas anderes Ergebnis gehabt hätte. Kauf das Teil und sei froh, daß Du ein gutes Glas zum günstigen Preis bekommen hast. Du solltest aber unbedingt genau Dein Testglas kaufen und nicht etwa ein anderes, baugleiches Glas. Bei Chinaprodukten ist nämlich keins wie das andere...


Gruß

Tim

 
Hallo Christian,

Du schreibst:

Ich habe die Bildhelligkeit betrachtet:
Das Zeiss war hier klar vorn, kein Wunder bei der Öffnung.

Das ist so nicht richtig. Das Zeiss 8x56 hat nur dann ein helleres Bild aufgrund der größeren Öffnung, wenn es so dunkel ist, dass sich die Pupille des Beobachterauges auf mehr als 5,25 mm ( = AP der 8x42-Modelle ) öffnet, was nur in tiefer Dämmerung oder nachts der Fall ist. Wenn Dir das Bild im Zeissglas heller erschien, lag das ausschließlich an der besseren Vergütung dieses Spitzenmodells.

Ansonsten kann ich Deine Bewertungen nicht weiter kommentieren, da ich die Gläser aus eigener Anschauung nicht kenne. Allerdings wundert mich die schlechte Beurteilung der Randschärfe des Nikon HG, dieses Glas wird im allgemeinen als besonders randscharf bezeichnet, in dieser Hinsicht soll es besser sein als die entsprechenden Leica- oder Zeissmodelle.

Gruß

Manfred
 
Hallo Manfred,


danke für die Aufklärung:

Das Zeiss 8x56 hat nur dann ein helleres Bild aufgrund der größeren Öffnung, wenn es so dunkel ist, dass sich die Pupille des Beobachterauges auf mehr als 5,25 mm ( = AP der 8x42-Modelle ) öffnet, was nur in tiefer Dämmerung oder nachts der Fall ist. Wenn Dir das Bild im Zeissglas heller erschien, lag das ausschließlich an der besseren Vergütung dieses Spitzenmodells.

Ich war bisher immer, ohne darüber richtig nachgedacht zu haben, davon ausgegangen, dass die Öffnung und damit die Lichtsammelleistung das ausschlaggebende Kriterium sei, aber das mit der Puppillenöffnung leuchtet natürlich ein.

Zu dem Nikon HG kann ich höchstens "entschuldigend" vorbringen, dass es sich bei dem Glas um ein Vorführteil, also schon ausgepackt und im Regal stehend, gehandelt hat. Vielleicht ist's mal runtergefallen, auch hab ich es nicht auf Verschmutzung untersucht.



CS
Christian
 
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