Noch ein Erwachsener der ein Spielzeug will! :-)

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Stardust_Alex

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

auch ich bin neu hier und stell mich mal kurz vor.

Ich bin 30 Jahre jung lebe in Bönnigheim einem kleinen Städtchen zwischen Stuttgart und Heilbronn,
bin selbständiger Handwerker und auf der Suche nach einem weiteren Hobby der Astronmomie.

Wie so viele Neueinsteiger habe ich nicht besonders viel Ahnung von Astronomie vor allem nicht was die Navigation betrifft.
Allerdings habe ich schon das eine oder andere Buch gelesen und so gut wie alle Doku´s gesehen die das Thema Kosmos betreffen.
Vorallem die unbeschreiblich schönen Nebel und Galaxien auf hochauflösenden Bildern ziehen mich in ihren Bann.

Seit langer Zeit spiele ich schon mit dem Gedanken mir endlich mal ein Teleskop zu kaufen um selbst die faszinierenden Bilder da oben zu sehen.

Da ich schon einige Foren überflogen habe zu Thema Anfänger-Teleskop bin ich zu dem Entschluss gekommen das es gleich etwas "gescheites" werden soll. Was auch ein Argument wäre, ist das ich in der Anfangszeit wahrscheinlich so meine Schwierigkeiten haben werde was das finden von Objekten betrifft.

Daher habe ich mir mal folgende 3 Teleskope in die engere Auswahl genommen: ( Das soll keine Maede Werbung sein, ehrlich)

1. Meade Teleskop ACF-SC 152/1524 LightSwitch GoTo
2. Meade Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 203/2034 8" UHTC LX90 LNT GoTo
3. Meade Teleskop ACF-SC 203/2000 LightSwitch GoTo
Die Nummer 3 ist natürlich noch um ein ganzes Stück teurer, da ich das aber als ernstes Hobby sehe und ich mir sicher bin das mich das
nicht wieder loslassen wird, zahle ich gerne etwas mehr.

Die Frage ist nur ob das Meade ACF-SC 203/2000 LightSwitch GoTo auch seinen Preis wert ist.

Gibt es vielleicht auch nennenswerte Alternativen oder gar bessere Teleskope anderer Hersteller.

Ich würd mich sehr über ausgiebige Informationen freuen bis ich mich letztlich für ein Gerät entscheiden kann.



Liebe Grüße an alle Forumsmitglieder,

Alex

 
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Hi und herzliches Willkommen Alex,
aus Zeitgründen ganz kurz:
- warum Go-To?
- wenn dich Nebel und Galaxien(-fotos) faszinieren, warum langbrennweitige ("lichtschwache") Geräte auf einer Montierung, die (spätere) Optionen auf Fotografie dieser Objekte unmöglich macht?
Viele Grüße
Martin
PS: Mit Fotografie meine ich Langzeitbelichtungen- So sind fast alle tollen Bilder von Deep-Sky-Objekten in der Galerie entstanden.
 
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Dank schon mal für die erste Antwort.

Sagen wir es mal so: Am Anfang werden mich alle Objekte interessieren auch Sterne, Sternhaufen, unsere Gasriesen der Mond usw.

Ich bin zu späterer Zeit auch gerne bereit etwas spezielles dazu zu kaufen, das wird sich ja noch alles herauskristallisieren wo meine Vorlieben sein werden.

Ich bin davon ausgegangen dass diese Go-To mit Light-switch gute Allrounder sind mit denen man ohne großes Grundwissen in der Navigation Objekte ausfindig machen kann.

Natürlich lasse ich mich eines besseren belehren, darum bin ich ja hier. :-)


 
Hi Alex

Ebenfalls ganz kurz:
Visuell gibts diese genialen Galaxienfotos so nicht zu sehn. Bei wirklich sehr guten Beobachtungsbedingungen (wie Du sie in deiner Gegend nicht finden wirst) und Geräten mit wirklich viel Öffnung kommt man grob in die gegend - ansonsten bleiben die meisten Galaxien diffuse kleine Flecken, die mit viel Augenarbeit ansatzweise Strukturen erarbeiten kann. Schau dir dazu mal Zeichnugen an und die Geräte mit denen sie entstanden sind. Da kommt dann aber noch ein weiterer Knackpunkt: Die Beobachtungserfahrung. Finden wirst Du die Objekte zwar, erkennen wohl auch mit ein wenig indirektem Sehen - aber 'wirklich was Erkennen' erfordert einige Zeit um diese Erfahrung zu sammeln.

Fotografisch wären die Teleskope gar nicht mal so verkehrt für Galaxien - die brauchen einfach Brennweite. Nur bräuchte man dafür parallaktische Montierungen wegen der Bildfeldrotation und einen sehr soliden wingeschützen Beobachtungsplatz und gut funktionierenden Autoguider.
Deutlich einfacher wäre der fotogrsfische Start dagegen mit kürzeren Brennweiten (Nachführfehler werden eher verziehen) und lichtstärkeren Optiken (man muss nicht so lange Belichten und daher reichen kürzere Nachführzeiten).

cs
Jürgen
 
Hallo,
nochmal ganz kurz (ich bin noch bei der - heimischen - Arbeit):
Als Allrounder haben die von dir genannten Geräte sicher ihre Berechtigung, besonders wenn der Besitzer "technikbegeistert" ist und Fotografie ausschließt.
Allerdings macht es auch und gerade Spaß, wenn man die Objekte selbst sucht und findet. Dann hat man viel Geld für Go-To gespart. Und wie gesagt: Wenn du später doch selbst fotografieren willst, wäre eine normale äquatoriale Montierung wie z. B. die EQ 6 einer Gabelmontierung vorzuziehen.
Aber die richtigen Experten werden sich auch noch zu Wort melden...
Viele Grüße
Martin
PS Jürgen hat seinen Beitrag gepostet, als ich gerade tippte. Ihn schließe ich als "Experte" also nicht aus!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Namensvetter,

mal völlig geräte- und herstellerunabhängig: Schon mal auf einer Sternwarte in der Nähe gewesen? In Heilbronn (http://www.sternwarte.org) haben wir unter anderem zwei C8 (etwas ältere Modelle, parallaktisch montiert), visuell geht mit den Geräten schon einiges, wenn man sie aus der Stadt raus bringt.

Die Meade kenne ich nicht, aber ich hatte letztes Jahr mal ein Celestron CPC925 in der Hand: ähnliche Technik, und in fünf Minuten einsatzbereit - da ist nichts parallaktisches konkurrenzfähig. Hat einwandfrei funktioniert, aber ich muss sagen, dass ich selten an einem Abend so viele Objekte angeguckt und so wenig beobachtet habe. Mit dem Goto ist es sehr verlockend, die Listen abzuklappern, anstatt sich die Ziele wirklich anzusehen. Und Galaxien sind im Teleskop halt nur kleine graue Flecken mit etwas Struktur, grad im gut beleuchteten Neckarraum. Da säuft vieles im Streulicht ab.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich mag die Schmidt-Cassegrains als mobile Geräte für visuelle Beobachtungen, und die ganz großen Austrittspupillen kann man in unserer Gegend eh nur selten nutzen. Aber falls du noch nicht durch ein vergleichbares Gerät geschaut hast, nutze die Gelegenheit mal. Freitagabends so ab 19 Uhr haben wir in Heilbronn Vereinstreff - du kannst gerne einmal vorbeischauen.

Grß,
Alex
 
Aha, langsam komm ich dahinter.

Den 3 Teleskopen die ich nannte fehlt die 3te Achse die dann die parallaktische (äquatoriale) Montierung ausmacht.

Es gibt aber auch Teleskope auf parallaktisch Montierungen mit guter GoTo Steuerung?

Ist diese EQ6 so eine ?

Und hab ich das richtig Verstanden wenn azimutal dann nur mit deutlich geringerer Brennweite und lichtstärkerer Optik für Fotos geeignet ?
 
Hi Alex

Azimutal geht nur mit sehr sehr kuezen Brennweiten und sehr sehr kurzen Belichtungszeiten.
Laut Werbung sollen diese 'Hyperstar' das können - kostet aber jeweils 1000-2000€ ZUSÄTZLICH.
Als Alternative bzw. Kompromiss gibts für einige solche Azimutalen noch eine Polhöhenwiege - dann ist die praktisch auch parallaktisch. Was daraus nicht utomatisch Fotogräte macht - teils ist die Präzision wohl nicht gerade prickelnd, einige werden zudem so angesteuert, dass ein Autoguider nicht wirklich verwendbar ist - trotz Anschluss.

Parallaktisch mit GoTo gibts natürlich auch. Diese EQ-6 gibts ebenfalls als GoTo-Montierung.

Generell sein aber GoTo gesagt, dass das kein Allheilmittel ist. Erstens richten sich nur die wenigsten (wie z.B. einige der verlinkten) einigermaßen selbst ein, andrerseits findet man alles, was man visuell erkennen kann auch mit einem guten Sucher und einer Karte - was auch großen Spass macht. Bei Goto-Montierungen muss man das Goto aber nicht benutzen - es ist nur eine Option. Wirklich interessant z.B. für Fotografen: Fokus am Stern justieren, dann per Goto auf das schwache Fleckchen schwenken, das man eh nie gesehen hätte. Ferner haben GoTo-Montis eben fotografisch recht praktische Spielereien eingebaut - wie z.B. ein Autoguiderport unhd einen Kompensator für den Schneckenfehler.

cs
Jürgen
 
Für die Fotografie ist eine äquatoriale Montierung unerlässlich. Diese gibt es auch mit Go-To.
Gabelmontierungen sind für kurzbauende Teleskope geeignet und können dank elektronischer Steuerung und/oder Polhöhenwiege automatisch nachgeführt werden. Allerdings "rotiert" dann das Bild und deswegen gehen fotografische Langzeitbelichtungen nicht.
Hier kannst du - wenn du möchtest - dich mal "durchklicken":
http://de.wikipedia.org/wiki/Montierung
Viele Grüße
Martin
 
Das C11 ist ein ganz schöner Brocken, den man wohl auf die CGEM setzen sollte. Wenn die Monti überlastet wird, spricht man von einem "Wackeldackel" und das Beobachten macht gar keinen Spaß mehr.
Wenn es etwas Größeres werden sollte, dann sind die CGEM oder EQ 6 Standard, denn eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied und das sollte die Monti nicht sein.
Viele Grüße
Martin
 
Hi!

11" auf der AS-GT ist ziemlich ambitioniert - die AS-GT mit einem C8 ist schon stimmiger. Und die dem C11 durchaus angemessene CGEM ist schon jenseits dessen, was ich als mobiles Gerät bezeichnen würde. Es geht zwar, aber man überlegt sich doch zweimal, ob man sie tragen will. Mir ist schon die HEQ5 zu schwer, um sie drei Stockwerke bis zum Auto tragen zu wollen. Fairerweise muss ich aber auch sagen, das es Leute gibt, die ein C14 alleine aufbauen.

Das gabelmontierte CPC925 war an meinem Limit - ein paar Meter bis zum Auto tragen ist kein Problem, aber es ist nichts für größere Strecken/Höhenunterschiede.

Von daher: Unbedingt mal so ein Gerät live anschauen. http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html gibt einen Eindruck von der Größe einiger Teleskope.

Und Fotografie mit mehr als 1m Brennweite fängt an, richtig knifflig zu werden und viel Geld und/oder Nerven zu kosten.

Bis die Tage in HN,
Alex
 
Also ich muß mal sagen dass ich ziemlich begeistert bin was eure Antworten betrifft. Es freut mich das man hier so viele Infos gleich zum Start bekommt.

Zu der C11 auf einer CGEM: Das sind ja gleich nochmal 1000€ mehr.

Als vorläufige Grenze für Teleskop + Montierung hab ich mir die 2500 gesetzt.

Das Gewicht würde micht jetzt nicht unbedingt vom Kauf abhalten, aber die zu schwache Montierung ist natürlich ein Argument.

Ich muß mir da noch viele Gedanken machen und viele Infos holen um einen überlegten Kauf zu machen. Wär sehr ärgerlich für so viel Geld erst das falsche zu kaufen.

 
Zitat von Stardust_Alex:
Zu der C11 auf einer CGEM: Das sind ja gleich nochmal 1000€ mehr.

Als vorläufige Grenze für Teleskop + Montierung hab ich mir die 2500 gesetzt.
Dann näher dich einfach ein wenig an: Optik etwas kleiner als ein C11, Monti etwas Größer als eine CAM. Das wäre dann z.B. ein C9,25 auf einer HEQ-5 oder EQ-6.
Wobei nochmals zu wiederholen wäre: Fotografisch sind solche Brennweiten eine Qual. Auch mit der passenden Ausrüstung und Reducer.
Statt einem "Universalteleskop" würde ich auf die Montierung lieber etwas kürzeres Lichtstarkes packen - oder das Teil rein visuell nutzen und Fotografisch ein andres Teleskop kaufen.. Vielleicht ein 8" Newton oder gar 10" - wider Erwarten hat erst grad im Astrobereich einer seine Ersten Versuche mit 10" auf EQ6 gepostet - also nicht 'wider erwarten', sondern wider erwarten hats recht gut geklapt.
Andrerseits sind diese Newtons ja auch nicht speziell/vzw. fürs Fotografieren. Nachteil gegenüber den SCs ist halt deren längerer Tubus - sperriger, Windanfälliger und längerer Hebel.

cs
Jürgen
 
Hallo zusammen

11" wären schon Klasse aber schwer und bei der Brennweite muss alles passen.
Persönlich habe ich mit nem Celestron C8 und der Goto Steuerung angefangen. Auch nach 3 Jahren bin ich noch zufrieden. Leider war meine Montierung nicht photo geeignet.

Das Zubehör sollte auch nicht vergessen werden.
z.B 4 Okulare , F6.3 Reducer, MGEN Guider, Canon EOS, Adapter
...
mein TIP: C8 auf CGEM oder 70mm APO auf CGEM
Den Rest Zubehör Stück für Stück dazu kaufen.

mfg
Larry
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Alex,

da möchte ich auch mal kurz meine Meinung abgeben.
Falls Dich die Astronomie so in den Bann zieht
ist es doch ratsamer sich Eingangs mit der
Himmelsmechanik zu beschäftigen.
Wenn Du begriffen hast wieso Sonne Mond
und Sterne an unserem Firnament sich
bewegen und was unser Planet im kosmischen Ballett
zu diesen Bewegungen beiträgt,
dann kannst Du Dir das Geld für Goto (erstmal)
sparen. Mit Teilkreisen lässt
es sich ebenfalls sehr schnell und exakt arbeiten.
Ich praktiziere diese Methode und finde
damit auch die Planeten am Taghimmel.
Es gibt eine Menge gute Literatur um sich Basiswissen anzueignen.
Die ist auch sinnvoller als die meisten
im Fernsehen gezeigten Doku's.
Diese schaue ich auch aber meist stösst mir
die Betextung sauer auf.
Da werden in einer Tour Worte wie
"Gefahr, Brutal, Gefährlich, Gnadenlos, etc."
benutzt bei so harmlosen Themen wie z.B.
Jupiter. Also nicht nur wenn es um Weltzerstörende Meteoriten
geht.
Was ich damit sagen will, diese Dokus sind meist nicht
sehr seriös.
Aber zurück zum Thema. Wenn Du in einen 20-30"igen
Newton investierst sehen Galaxien auch eher
fotoähnlich aus.
Ich selber nutze einen SC8" und DeepSky macht auch
damit Spass. Aber 8" lassen meist nur kleine
graue Flecken erkennen welche bestimmt
geformt sind.
Selbst ein etwas lichtstärkerer Newton
in 8-10" zeigt nur Nuancen mehr.
Fotografie ist eine Hürde welche nicht unmöglich ist
aber schon Wissen vorraussetzt.
Mein Astrokollege hat jetzt mit einem 10"Newton
auf EQ6 das fotografieren angefangen.
Einfach die Canon500d drangeschnallt und losgelegt.
Ein Tipp um Geld zu sparen wäre der
hiesige Gebrauchtmarkt.
Es ist ja auch nicht zu vergessen das Du Okulare
ebenso brauchst wie Filter, Korrektoren,
Kamera(s) Guider usw.
Und dann sollte man schon ein paar Sternbilder kennen.
Viel Erfolg! Bin gespannt wie sich das bei Dir entwickelt.

CS,

Arne
 
Hallo Alex,

ich schieße hier mal quer! Warum? Weil ich finde, dass Du Alternativen gar nicht kennst, aber schon mit Aufstocken oder Begrenzen des Budgets beschäftigt bist.

Schon beim Eingangsposting fiel mir auf, dass Du nur einen Hersteller nennst. Der hat eine hohe Werbepräsenz, daher bist Du drauf gestoßen. OK. Nicht falsch. Aber es gibt noch mehr Hersteller und daher auch noch einige Alternativen.

Zunächst sollte man ein paar Dinge abklopfen.

Foto: Dass Du fotografieren willst, schreibst Du nicht. Man kann ein Interesse allenfalls herauslesen, da Du nach dem Öffnungsverhältnis für fotografisch taugliche Teleskope fragst. Übrigens stellen sich da ganz gegensätzliche Anforderungen. Fotos vom Mond und den Planeten verlangen ein kleines Öffnungsverhältnis (lange Brennweite), so dass man bei vielen Teleskopen noch Zusatzoptiken zur Brennweitenverlängerung zuschaltet (einfache Lösung: Barlow). Fotos von schwachen Nebeln, Galaxien und Sternhaufen fordern ein großes Öffnungsverhältnis, also relativ zur Öffnung wenig Brennweite.

Jedenfalls: Wie wichtig ist die Fotografie? Reicht es nicht erstmal zu wissen, dass jede Optik gewisse fotografische Möglichkeiten bietet? Meiner Meinung nach sollte man Fotos zurückstellen bis man sich visuell wenigstens etwas auskennt. Dann kauft man für den Zweck lieber eine spezielle Optik. Die kann eventuell kleiner sein als gedacht - fotografisch ist aus kleineren Geräten schnell erstaunliches zu entlocken. Wenn Du im Internet Amateur-Fotos siehst, wirst Du bemerken, dass oftmals schon mit 60mm Öffnung (mit passend ausgesuchten Motiven) fotografiert wird.

Jetzt mal zum Cassegrain: Egal ob SC oder MC, das Cassegrain ist spannend, weil es kompakt ist. Es ist nicht leicht und es ist thermisch nicht einfach beherrschbar, ab 6" Öffnung wird man sich mit der Auskühlung auseinander setzen. Schön ist die wenig wechselnde Einblickposition. Die Varianten mit f/10 oder f/8 können mangels passender Okulare keine hellen Bilder bei schwachen Vergrößerungen zeigen (es gibt zwar Möglichkeiten, die sind aber eher unästhetisch und "Sonderlösungen"). Hier wurde im Thread genannt, dass diese schwache Vergrößerung eh nicht unter aufgehelltem Himmel einsetzbar wäre. Ich sehe da zwar Einschränkungen, aber auch Möglichkeiten. Vor allem Objekte die passend für Nebelfilter sind, lassen sich doch auch unter schlechterem Himmel beobachten, dann eben mit einem solchen Nebelfilter. Wir haben das Glück, dass wird da nicht mehr über 270 Euro reden wir vor einigen Jahren, sondern dass es um 50 Euro geht.
An der Stelle werfe ich mal als kleine Denk-Zeitbombe ein: Ist eigentlich klar, was eine vernünftige Zubehörausstattung an Geld futtert? 2500 Euro sind schnell für Teleskop und Montierung auf den Kopf gehauen, aber was nützt das Teleskop wenn ein einzelnes "Alibi-Okular" beiliegt, aber dann noch zwei weitere Okulare fehlen und ansonsten noch Literatur und Kleinkram gebraucht wird?

So, nun mal zu diversen Alternativen, die ich sehe:

Montierung: Goto gibt es ja nicht nur für parallaktische Montierungen, sondern auch für azimutale. Fotografisch ist man damit auf Mond und Planeten und "kleine Schritte" bei Nebeln beschränkt. Das spart Geld sowohl für die Montierung eines SCs, öffnet aber auch die Möglichkeit, sich mit dem Dobson auseinander zu setzen.
Visuell bekommt man mit dem Dobson aufgrund der billigen Montierung ("Rockerbox") mehr Optik für den Paketpreis. Da es seit einiger Zeit auch Goto-Dobsons gibt, wäre auch dieser Wunsch durchaus erfüllbar. Ich denke Du solltest über diese Geräteklasse Informationen einholen. Schau Dich mal selbst um, das kann nur sinnvoll sein. Einfach Dobson und Goto in Google einfüttern und gucken, was der Ball macht!

Weiter in Alternativen. Wenn es denn eine parallaktische Montierung sein soll, dann kommt ja visuell sehr gut eine HEQ-5 oder eine vergleichbare Montierung in Frage. Die EQ-6 ist für die nötige Zuladung für Deepsky-Fotografie oder mit mehr als 8" Öffnung nötig. Beide gibt es mit Goto (Skyscan).

Als Optik muss aber kein SC darauf sitzen. SCs sind nicht gerade billig und wie schon erwähnt auch nicht unbedingt leicht. Die Alternative ist (für manche: gähn!) ein Newton. Den Newton kann man je nach Öffnungsverhältnis mit recht unterschiedlichen Eigenschaften vorfinden. Von daher kann man nicht jeden Newton-Vorschlag gleich abtun.
Auf HEQ-5 und visuell genutzt recht nett wäre ein Newton mit f/5. Ich sehe da 200mm Öffnung. Der liefert dann die Minimalvergrößerung problemlos und ermöglicht dabei auch Weitwinkel-Anblicke. Leichter für die Montierung wäre f/4, aber da überwiegen die Nachteile des großen Öffnungsverhältnis, das halte ich nicht unbedingt für empfehlenswert (ich hab' es selber, aber ich weiß auch warum). Nachteile so eines f/5 Newtons ist der Anspruch an die Okulare. Sehr viele Okulare zeigen am Rand deutlich mehr unschärfe als in einem f/10 Teleskop. Der Newton ist ein offenes Gerät und zeigt in der Auskühlphase kräftiges Tubus-Seeing, also ist das Bild unruhig, was bei Mond- und Planetenbeobachtung auffällt. Etwas dagegen zu tun bedeutet Bastelei nämlich Lüfter ein- bzw. umbau (weil Lüfter ab Werk für gewöhnlich unsinnig montiert sind).
Der Newton ändert mit Schwenks in einer parallaktischen Montierung auch seine Einblickposition. Man wird ab und an mal den Tubus drehen wollen, bzw. es macht Sinn erstmal eine Himmelsgegend nach der anderen vorzunehmen, um nicht so viele Positionswechsel zu haben.
Von der Größe her ist selbst ein f/4 Newton noch länger als ein SC oder MC mit gleicher Öffnung. 8" f/5 wird aufrecht auf dem Beifahrersitz angeschnallt schon kritisch, das geht nicht mit jedem Auto (aber mit den meisten heutigen). 250mm Öffnung (10") mit f/5 belegen dann schon die Rückbank quer (1250mm Brennweite, entspricht grob der Baulänge) und 12" f/5 bedeutet Rückbank (geteilt) umklappen - habe ich aber schon in einem Golf II gesehen.

OK, das soll mal genug Abklopfen sein. Vermutlich wird dabei herauskommen, dass Du selbst mal schauen musst, wie sich so ein Newton unter freiem Himmel macht und wie das im Vergleich mit einem SC aussieht. Auch die Dobson-Variante ist zu überlegen und schließlich eben das Zubehör.
Übrigens, die übliche Fehleinschätzung ist, dass Teleskop und Montierung automatisch das teuerste sind. Man kann es zwar so halten, aber viele Sternfreunde geben mehr Geld für Okulare aus, als für Montierung und Teleskop zusammen. Tja, für 300 Euro bekomme ich zwar einen hübschen 200/1200 Dobson (ohne Goto), aber will ich da hinein ein sehr sinnvolles 41mm Panoptic stecken, dann muss ich gegenüber dem Dobson mehr als einen Hunderter drauflegen - und das ist eben nur ein Okular von vielleicht fünfen, die man sich wünscht. Es ist aber natürlich auch extrem. Ich kannn ohne Rot zu werden zu dem Gerät 3 Stück Plössl für 25 Euro kaufen und noch ein 2" Okular für 65 Euro und auch schön beobachten.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Alex,

ein SC mit GoTo hat natürlich Vorteile: kompakt, dank GoTo und GPS findet man die Objekte auf knopfdruck. Mein SC hat mir damals auch sehr viel Spaß bereitet, letztendlich habe ich mich von dem Teleskop nach 1 Jahr getrennt.

Das tolle Hobby hat sich drauf reduziert, dass ich das Teleskop im Garten eingeschaltet habe, nach 10min war alles automatisch ausgerichtet und ich hab alle sichtbaren M/NGCs abgeklappert.

Ich bekam außerdem auch Lust auf fotografieren, weil ich von den Bunten Bildern aus der Werbung träumte...
Aus der Zeitperspektive kann ich sagen, dass mir am meisten ein Refraktor 115mm Öffnung 805mm Brennweite Spaß bereiten hat.
Schaue mal, was fotografisch mit einem Refraktor von 120mm bei Dieter Beer möglich ist (Bildergalerie):

http://www.starhopper.at/equipment.htm

Wenn Du viel mehr Öffnung willst und das Teleskop visuell und fotografisch nutzen willst, gibt es nichts besseres als ein Newton:

http://www.space-watcher.de/galerie/deepsky/deepsky.html

Ich würde Dir auch das Buch "Fernrohr-Führerschein in 4 Schritten" empfehlen.

Gruß
Leschko


 
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Zitat von juri1:
Wenn Du in einen 20-30"igen
Newton investierst sehen Galaxien auch eher
fotoähnlich aus.
30" sind ein gutes Stichwort: Die Backnanger Sterngucker sind auch bei dir ums Eck und haben einen Riesen-Dobson, in Remseck gibt's auch einen Treff, und die ganze Liste findest du unter http://www.astronomie.de/gad/

Dann siehst du mal, wovon hier alle reden - einen Newton haben wir in HN keinen.

Gruß,
Alex
 
Zitat von Spacecadet:
Gabelmontierungen sind für kurzbauende Teleskope geeignet und können dank elektronischer Steuerung und/oder Polhöhenwiege automatisch nachgeführt werden. Allerdings "rotiert" dann das Bild und deswegen gehen fotografische Langzeitbelichtungen nicht.
Mit (ordentlich ausgerichteter) Polhöhenwiege rotiert das Bild nicht.

Grüße

fquadrat
 
Das sind natürlich verdammt viel Infos die ich jetzt erstmal vedauen muß. Hätte nicht gedacht das da gleich so viel verschiedenes machbar ist und man vorallem so viel wissen sollte.

Das mit dem GoTo und das es dazu verleitet eine Liste abzuklappern leuchtet mir ein. Allerdings bin ich auch eher der Meinung dass wenn es dann irgendwann zur Fotografie kommt ich mir auch ein zweites Gerät zulegen kann. Mit dem Gedanken kann ich mich im Moment am besten anfreunden.

Noch eine Frage zur GoTo Steuerung: Kann ich denn damit def. nicht manuell Steuern, also ohne Computer? Sondern eben Das Navigieren Schritt für Schritt auch mal selbst in die Hand nehmen?

@Sven
Noch zum Thema Auskühlung: Was wird denn da so heiß bei den Teleskopen?

Und zur Frage ob mobil oder stationär. Definitiv mobil! Die Wohnung eignet sich eher nicht dazu und der Garten ist zu sehr verdeckt. Aber ich fahr einen 5er Touring mit viel Platz hinten. Und hier in der Gegend lassen sich bestimmt ein paar gute Plätzchen ausfindig machen.

Also wenn ich mir das so anschau ist das mit den 11" vlt. doch etwas heftig. An 20 - 30 gar nicht dran zu denken.

Mir fällt bestimmt noch was ein heut . . .
 
Hallo Alex,

da möchte ich auch mal kurz meine Meinung abgeben.
Falls Dich die Astronomie so in den Bann zieht
ist es doch ratsamer sich Eingangs mit der
Himmelsmechanik zu beschäftigen.
Wenn Du begriffen hast wieso Sonne Mond . . .

Mit den Dokus geb ich dir recht. Die meisten dieser etwas unseriös wirkenden, sind aber die, die aus dem englischen Sprchraum übersetzt wurden. Was man so von den öffentlich rechtlichen sieht find ich schon um einiges sachlicher.

Sachbücher können natürlich durch keine Doku ersetzt werden das ist mir klar.

Was ich auch sehr gern schau ist natürlich die Space-Night und den lieben Harald Lesch.

Zum Thema Fotografie sag ich mal das ist für den Anfang keine Grundvoraussetzung, das Intersse daran besteht aber und wird sicher größer.

Mit den Galaxien muss ich halt leben das diese nur sehr schwer und nicht in der Pracht zu erkennen sind wie man sie von Bildern kennt. Aber das macht doch das Hobby erst richtig aus, später nachzurüsten oder gar sich ein anders System anzuschaffen. Der Reiz für besser bleibt bestimmt erhalten. So geht es wohl den meisten hier, vermute ich mal.
 
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Hi,

das Teleskop wird nicht heiß, die Nacht wird kalt. Das genügt schon.

Wenn man ein Teleskop hat ist es ein schönes Experiment, mal einen hellen Stern (Vega, Deneb, Arkturus, etc) ins Bild zu nehmen und so unscharf zu stellen, dass man einen großen Kreis hat. Dann hält man die Hand vor die Öffnung und man könnte meinen man steht in Flammen!

Es reichen ein paar Zehntel Grad damit vor einer Optik die Luft in schlieren aufsteigt. Das stört das Bild. Je größer die Optik ist, desto länger dauert dann die Auskühlung. Das Geblubber der Warmluft im Tubus stört das Bild es wird unruhig und unscharf. Seeing nennt man das. Ein offener Tubus macht einen schnellen, heftigen Austausch. Ein geschlossener Tubus blubbert laaange auf kleiner Flamme vor sich hin. Je nachdem wie schnell die Nacht kälter wird, läuft das Teleskop der sinkenden Nachttemperatur stundenlang hinterher.

Clear Skies
Sven
 
Ok das hab ich geschnallt. Das ist der Effekt den man an heißen Tagen auch mit bloßem Auge erkennen kann.

Da sind noch so einige Dinge in den Antworten die ich erst mal studieren muß.

Ist echt ein extrem tiefgründiges Thema. Find ich Klasse..

hehe
 
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Mal eine andere Frage:

Hat jemand einen Tip was ich mir für Bücher zulegen könnte was das Thema Teleskope und Anfänger betrifft ?

Gruß Alex
 
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Hallo Alex,

was ich für Einsteiger toll finde, ist der Starhopper aus dem Oculum Verlag. Da hast du Grundlagen zum Teleskop und zur Beobachtung drin und zusätzlich noch Himmelstouren zum Nachbeobachten mit Erklärungen. Die Touren sind gerade für Anfänger interessant, da man da ja oft nicht weiß, was man denn sehen soll. Entsprechende Aufsuchkarten sind natürlich auch mit abgedruckt. Das Buch war eine meiner besten Investitionen.

Viele Grüße
Markus
 
Grundsätzlich kann ich das
Himmelsjahr und den "Atlas für
Himmelsbeobachter" empfehlen.
An Einsteigerliteratur habe ich viel,
allerdings schon recht alt.
Welches ich mit Gewinn gelesen habe war
"Astronomie für Einsteiger" von Storm Dunlop
sowie "Das Kosmosbuch der Sterne" von Colin A. Ronan
Welche Buchreihe ich sehr gut finde
ist die Serie aus dem Verlag Sterne und
Weltraum. Als da wären
>Planeten beobachten
>Tipps und Tricks für Sternfreunde
>Astrooptik
>Kometen beobachten
>Die Sonne
Diese Bücher erhält man meist nur antiquarisch
bei amazon, booklooker oder zvab.
Was ich Dir antiquarisches noch
ans Herz legen kann (wirklich alt)
ist "Aus fernen Welten" von Bruno Bürgel.
Das ist ca. 90 Jahre alt. Also nicht sehr wichtig zum Beginn.
Für die Mondbeobachtung ist es vorteilhaft
den großen "Mondatlas" von Rükl zu nehmen. Ist nicht billig
da Rarität. Hilft aber ungemein.
Dann aber auch der "Fotografischer Mondatlas"
von Chu et al.
Was toll ist um ein wenig Himmelsmechanik nett
zu erlernen ist das Buch "Unheimliche Welten"
von Rudolf Kippenhahn.
Reicht Dir das erstmal?

CS,

Arne
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich bedank mich nochmals für die Unterstützung und die vielen Tips. Ich besorg mir jetzt erstamal zwei drei Bücher und informier mich etwas tiefgreifender mit der Materie.

Aber bis jetzt geht meine Tendenz in Richtung C - SC 9,25 auf einer CGEM. Ich hab darüber jetzt auch schon positive Dinge gelesen was das Fotografieren betrifft.

Wenn es später dann mehr Deep-Sky sein sollte werd ich wohl nachlegen.

Eine Frage hab ich noch zum Thema Auto-Guider. Diese CGEM´s mit GOTO Steuerung können noch nicht eigenständig nachführen ?

Oder hab ich das Missverstanden und die GOTO ist nur zum ansteuern eines im Moment fixen Punkt (Stern etc.).
Und braucht man für den Autoguider gleich eine Cam ?

Ich sollte wohl auch langsam den hier üblichen Gruß verwenden:

Clear sky,

Alex
 
Moin Alex,

die CGEM kann die Himmelsdrehung ausgleichen.
Goto bedeutet das die Montierung automatisch
einen bestimmten Punkt anfährt.
Nachführung vo Sternen und Planeten können
schon deutlich günstigere Montierungen leisten.

CS,

Arne
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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