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xbernd

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Hallo :)

Nun hat es auch mich infiziert - überlege wie ich (Bernd, 53 J, lebe in Karlsbad) den Einstieg gestalten kann. Aber zunächst die Frage, die ihr zumeist immer als ersten Tipp gebt:

Wo kann ich im Raum Karlsbad mal mit schauen, und/oder wer mag mir vielleicht auch bei grauem Himmel anhand seines Equipments die eine oder andere Sache erklären?

Habe in den letzten Wochen viel in diesem und auch in anderen Foren gelesen, so dass ich eine ungefähre Vorstellung davon habe, in welche Richtung ich gehen mag. Jedoch stellen sich mir noch einige Fragen:

Mittel- bis langfristig möchte ich auch fotografieren; Astrofotografie erfordert aber wohl einiges an Erfahrung und „bisschen“ mehr an Equipment … Aber am Anfang kann ich mir auch meine DSLR (Nikon D70S) parallel geführt vorstellen, oder die Montierung auch mal nur für die Kamera nutzen.

Umgebung: Karlsbad, in der Ferne am Horizont sehe ich spät abends im Osten Pforzheim und im Westen Karlsruhe den Himmel beleuchten ;) Große Terrasse: freie Sicht nach Osten, Süden ab 25° und freie Sicht nach Westen. Im Norden steht so’n Haus ^^ Möchte schon gerne von hier auch öfter mal einen Blick riskieren. (oder wegen Thermik - siehe Haus im Norden, nicht wirklich machbar?) Wie geschützt muss eine Montierung stehen, reicht eine einfache Wetterabdeckung? Bei der Größe der Optik / Ausrüstung bin ich ansonsten durch mein Auto ein wenig eingeschränkt (ist und bleibt ein Sportwagen), denke länger als 800 mm sollte es nicht werden.

Optik: tendiere ich zu einem Newton 150/750, z.B. von Skywatcher; bin mir aber nicht sicher, ob ich das mit dem justieren hin bekomme ;) Sind andere Systeme da "wartungsfreier" - okay, Refraktor mit vergleichbar großer Öffnung wird wohl ziemlich teuer, oder? Ein 200er Newton wäre von der Öffnung zwar fein, aber bisschen zu groß für mich bei f/5. Und ich weiß nicht, was ich von den Flex Tubes halten soll, ohne mich da wirklich auszukennen fühlt sich das für mich nach viel nachjustieren an, also nichts für Anfänger, oder? (Streulicht kann man dann wohl durch Abdeckung vermeiden?)

Okularauszug: 2" wäre gegen 1,25" zu bevorzugen (tendiere vom Interesse her zu deep sky)? grayford mit 1:10 für Fotografie ein Muss?

Okulare: würde ich noch mal fragen, wenn ich mich für eine Optik entschieden habe (da es wohl je nach System gut oder weniger gut passende gibt?). Im Prinzip aber gerne ein vernünftiges Zoom-Okular und eher SWA-Okulare.

Montierung: Glaube dass ich mit so einem Gesamtsystem, z.B. mit NEQ 3 nicht lange glücklich sein werde, oder solang ich nicht fotografiere wohl schon? Was wäre für den Einstieg von einer HEQ-5 zu halten? Würde die auch später noch ein 200/1200 mit Kamera halten? Möchte schon einen eingebauten Polsucher und die Nachführung fände ich schon praktisch. Sind die Montierungen von der Halterung der Optik zueinander kompatibel, d.h. kann ich einen Skywatcher auf eine GP von Vixen schrauben oder vice versa?

Hersteller: habe gelesen, dass von den einzelnen Anbietern im Prinzip immer alles aus dem Land mit der großen Mauer kommt. Was ist (außer den ganz billigen Systemen) von Vixen zu halten? Sind die qualitativ dermaßen gut, dass die teilweise gewaltige Preisdifferenz gerechtfertigt ist? Oder sollten mich als Einsteiger eher Systeme interessieren, bei denen ich (mangels Erfahrung) die Unterschiede noch gar nicht wahrnehmen würde? Gibt es trotz gleichen Ursprungs Hersteller auf die man besser verzichten möchte? Was spricht gegen Bresser Messier, habe da das eine oder andere Negative gelesen.

Und, falls ich erst einmal auf das Fotografieren verzichten mag und mit einem Dobson an den Start gehe: kann ich dessen Optik später noch weiter verwenden (mit Rohrschellen und weiterem Zubehör?).

Habe ich irgendeine Frage vergessen? :)

CS Bernd
 
Hallo Bernd,

hm... wenn Du mittelfristig bis langfristig fotografieren willst, solltest Du auch erst mittel- bis langfristig daran denken, eine Montierung und ein fototaugliches Teleskop zu kaufen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass visuell deftige Einschränkung in Kauf genommen werden, nur um nach den ersten Foto-Stolperschritten doch alles noch einmal rein foto ausgelegt zu kaufen. 2x teuer wäre das auch noch.

Clear Skies
Sven
 
Hi Bernd,

zu einem kleinen Ausschnitt deiner Fragen kann ich folgendes sagen:

1:10 OAZ für mich ein Muss. Komfortabel und feinfühlig. Je besser, je schwerer die Okulare werden

Unbedingt 2"-OAZ nehmen (gibts bei der Größe aber auch kaum noch in 1,25"). Hier kommen dann die dicken Übersichtsokulare rein, dafür gibts dann große Sichtfelder.

150/750 auf (N)EQ-3: Nein, unterdimensioniert und zitterig. Mindestens EQ5, ADM, CAM, Vixen GP/..., LXD75, HEQ5, EQ6...

Polsucher: geht visuell auch ohne, zumindest wenn man nicht auf Goto setzt. Zum Fotografieren ein Muss. Aber: Fotografieren stelle mal erst mal hinten an, ist eine Welt für sich, wenns ordentlich werden soll (siehe Sven).

Justierung: Man muss sich da nur mal rantrauen; das kriegst du schon hin. Allerdings: Bei f5 wirst du genauer arbeiten müssen als bei langsameren Spiegeln (f6).

F5 bedeutet auch höhere Qualitätsanforderungen an die Okulare, besonders an die Übersichtsokulare mit langer Brennweite (20, 30, 38mm etc). In der Praxis ziegt sich dies mit zunehmender Randunschärfe im Okular. Je langsamer die Optik, desto genügsamer.

Reflektoren sind bei gleicher Öffnung (bestenfalls natürlich so viel Öffnung wie möglich anstreben, besonders für DeepSky) ungleich günstiger als Linsenteleskope, besonders wenn diese bei hoher Vergrößerung wenig Farbfehler produzieren sollen (ED´s, Apochromaten statt einfache Fraunhofer...)

Dobson oder Parallaktik ist eine Glaubensfrage... am besten irgendwo testen, was von beiden deine Welt ist.

Du hast bestimmt noch viele Fragen vergessen, aber alles nach und nach... ;)


Viel Spaß hier noch und Clear Skies

Logi



 
Hallo Bernd,

so etwas höre ich heraus, dass du visuell beginnen möchtest.

Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass die HEQ5-Montierung als schwer angesehen wird (Alter 51 Jahre). Zusammen mit einem ebenfalls schweren 200/1000 Newton wird aus dem Sternengucken meisten nur was, wenn ich hochmotiviert ansteckend wirke. Und zu zweit ist es dann auch nicht mehr so schwer.
Aber mit 8" sieht man einfach schon einiges ... diese Kugelsternhaufen, der Ringnebel, Galaxien kommen besser durch. Das kann ein 150/750 natürlich nicht so gut.

Doch das beste Teleskop ist jenes, mit dem man am häufigsten unter dem Himmel ist. Daher überlege, wo für dich ein gangbarer Weg ist.

Das kann zur Orientierung ein 150/750 Newton auf einer NEQ3 sein, wenn du dir im Klaren bist, dass mit dieser Montierung nicht ans konkretere Fotografieren zu denken ist. Aber diese Kombi für 2 Jahre ausgereizt könnte dann die Grundlage für weitere Anschaffungen sein. Dann weißt du, ob deine Motivation für größeres Gerät vorhanden ist oder lieber etwas handlicheres bevorzugt wird. Es könnte ein 80mm ED zur Fotografie werden, später noch eine etwas größere Montierung .... usw. basierend auf deinen Erfahrungen.

Wäre mein Tipp ...

CS,
Stefan
 
Hallo Bernd,

Wo kann ich im Raum Karlsbad mal mit schauen, und/oder wer mag mir vielleicht auch bei grauem Himmel anhand seines Equipments die eine oder andere Sache erklären?

Has schon mal ins GAD geschaut?

Astrofotografie erfordert aber wohl einiges an Erfahrung und „bisschen“ mehr an Equipment … Aber am Anfang kann ich mir auch meine DSLR (Nikon D70S) parallel geführt vorstellen, oder die Montierung auch mal nur für die Kamera nutzen.

ja, das geht. Solange Du eine Montierung mit Motoren nimmst, kannst relativ schnell Huckepack-Aufnahmen mit Normal- und Teleobjektiv machen, sobald Du mit dem Aufbau und der Einnordung bzw. dem Einscheinerung klarkommst. :) ...

Große Terrasse: freie Sicht nach Osten, Süden ab 25° und freie Sicht nach Westen. Im Norden steht so’n Haus ^^

Das klingt doch schonmal net schlecht. Hast Du eventuell die Möglichkeit, auf der Terasse oder daneben im Rasen eine Säule hinzustellen?

Du findest hier im Forum genügend Berichte, wie sich User selber ne Säule gebaut haben. Wenn genügend Platz da ist, und der Grund und Boden Dir gehört, wäre das eine echte Alternative zu einem Stativ.

Wie geschützt muss eine Montierung stehen, reicht eine einfache Wetterabdeckung?

Falls Du ne Säule realisieren kannst, gibt es mehrere Möglichkeiten: ne wetterfeste Lkw-Plane, ein großes Kunststoff-Faß, ... :)

So ne Säule ist was extrem praktisches. Oben drauf die parallaktische Montierung fest verschraubt. Und Du mußt blos noch das Teleskop draufsetzten. :super:

Falls Du zusätzlich noch Platz für ne Alukiste hast, kannst da drinn das Instrument deponieren, dann hat es schon die Außentemperatur :super:

Optik: tendiere ich zu einem Newton 150/750, z.B. von Skywatcher; bin mir aber nicht sicher, ob ich das mit dem justieren hin bekomme ;)

Solange ein Newton keinen Erschütterungen beim Transport ausgesetzt ist (Feldweg, Schlaglöcher), braucht man den net dauernd justieren. Und das Justieren kann man lernen. :Trost:

Visuell ist ein 150/750 für Deepsky ein bissy mager. Die Messierobjekte kannst damit aber so gut wie alle beobachten. Und er ist auch relativ leicht. Den kannst definitiv alleine auf die Montierung wuchten, wenn Dir nach Spechteln zu Mute ist.

Du bist in meinem Alter, jünger und kräftiger wirst nimmer. Das solltest bei der Planung berücksichtigen. ;)

Fotografisch (also mit DSLR oder Astro-CCD durch das Teleskop hindurch) braucht so ein 6"er mindestens ne EQ5, HEQ5 oder ne EQ6. Die sind recht schwer. Mein 6"er sitzt fotografisch auf der Sphinx. Ich bin inzwischen froh, daß ich mir keine EQ6 gekauft hab. Die könnte ich mittlerweile nicht mehr alleine die Treppen rauf und runter tragen und im Feld aufbauen, die Knie wollen nimmer so wie ich...

Okularauszug: 2" wäre gegen 1,25" zu bevorzugen (tendiere vom Interesse her zu deep sky)? grayford mit 1:10 für Fotografie ein Muss?

Glücklicherweise werden inzwischen viele 6"er mit 2" OAZ angeboten. Ich baue meinen grad auf 2" OAZ um. Damit hast dann die Möglichkeit, einen Komakorrektor einzusetzten, wenn Du später durch den 6"er fotografieren möchtest. Und mit Okularen macht der auch Sinn.

1:10 Untersetzung ist kein Muß, aber sehr sehr praktisch. :)

Montierung: Glaube dass ich mit so einem Gesamtsystem, z.B. mit NEQ 3 nicht lange glücklich sein werde, oder solang ich nicht fotografiere wohl schon?

Uiuiui, laß die Finger weg von den Wackeldackeln. Damit ärgerst Dich blos. :mauer:

Was wäre für den Einstieg von einer HEQ-5 zu halten? Würde die auch später noch ein 200/1200 mit Kamera halten?

Nein. Visuell und für Planetenfotografie geht es gerade eben noch mit 8", wenn es absolut windstill ist. Aber Langzeitbelichtung ist Käse. Zu viel Ausschuß...

Denk mal drüber nach, ob Du für visuelles Deepsky net nen schönen fetten Dobson magst. Und für die Fotografie ne schnuckelige HEQ5 + 6" Newton...

Dann kannst mit dem Dobson visuell Deepsky machen, während die Kamera auf der HEQ5 per Autoguiding brav Bilder macht...

Sind die Montierungen von der Halterung der Optik zueinander kompatibel, d.h. kann ich einen Skywatcher auf eine GP von Vixen schrauben oder vice versa?

Ja. Du machst um den Tubus vom Teleskop Rohrschellen drumrum, die sitzen dann auf ner Prismenschiene. Die paßt in die Aufnahme der EQ5, HEQ5, EQ6, Sphinx und was es sonst noch alles gibt. Ist mittlerweile Standard. :)


Was ist (außer den ganz billigen Systemen) von Vixen zu halten? Sind die qualitativ dermaßen gut, dass die teilweise gewaltige Preisdifferenz gerechtfertigt ist?

Nein, der gewaltige Preisunterschied ist überzogen und der Service von Vixen Europa ist nicht prickelnd.

Ich bin seit vielen Jahren Besitzerin einer Sphinx von Vixen. Die ist von der Technik her gut, ihr Achsenkreuz relativ leicht im Vergleich zu den EQ´s und funktioniert für meine Zwecke (Planetenbeobachtung mit Webcam) prima. Aber wenn was kaputt ist, geht das Drahma los. Bei Reparaturen muß die Montierung nach Japan geschickt werden, beim Update vom Starbook (der Steuerung für die Montierung) geht sehr oft was schief (Bedienungsfehler durch User) und Du mußt ein halbes Jahr auf die Reparatur (schweineteuer) warten oder gleich ein neues Starbook kaufen.

Meine Kaufentscheidung war seinerzeit vor allem durch das Gewicht vom Achsenkreuz und dem damaligen Alleinstellungsmerkmal "graphisches Display" der Steuerung bestimmt. Und dem edlen Design der Montierung. Daß die Motoren schon verbaut waren, daß alles sehr kompackt war und schon weiche Linienführung hat. Keine Kanten und Ecken.

Mit dem, was ich heute über sie weiß und was es mittlerweile an Klonen und Steuerungen dafür gibt, würde ich sie oder ihren Nachfolger nicht nochmal kaufen. Heute würde ich eine HEQ5 nehmen. Zu dieser Montierung gibt es sehr viele Tipps zum selber Reparieren, sie ist weit verbreitet...

Egal, für welche Montierung Du Dich entscheidest, sie sollte einen Autoguidingport (ST-4) haben. Ohne Autoguiding kannst Deepsky Fotografie durchs Teleskop knicken...

falls ich erst einmal auf das Fotografieren verzichten mag und mit einem Dobson an den Start gehe: kann ich dessen Optik später noch weiter verwenden (mit Rohrschellen und weiterem Zubehör?).

im Prinzip: ja. Aber ein Dobson (ab 10 " macht er richtig Spaß bei Deepsky) braucht dann eine andere Montierung. Da wäre eine EQ6 grad an der visuellen Belastungsgrenze, fotografisch geht das nur noch sehr eingeschränkt (viel Ausschuß) und bringt Frust ohne Ende...

 
Erst einmal vielen Dank für eure freundlichen und wertvollen Tipps und die Mühe die ihr euch damit gemacht habt :-)

Da ich nicht Beratungsresistent bin, werde ich die Astrofotografie erst einmal zurückstellen und Erfahrung sammeln. Nachdem ich mal einen Blick auf die Preise für Okkulare geworfen habe, wird es zum Start wohl ein Dobson werden. (gibt es da Anbieter, die man qualitativ nicht nehmen möchte, oder wird bei > 100 € im Fachhandel kein Schrott mehr angeboten?). Werde wohl ein 32mm SWA nehmen - 70 Grad Gesichtsfeld scheint mir nicht wenig, und dann mal nach einem Zoom schauen, habe die auf Anhieb aber nur für 1,25² gesehen.

Was ist von einem GSO Dobson 200/1200 zu halten, mit 2" OAZ und Crayford? Liegt so um die 320 Euronen. Oder sind andere Hersteller (wie immer qualitativ) vorzuziehen? Habe von GSO auch einen gesehen, der die Aufnahme der Optik in Metallausführung hat - lieber so einen für ein paar Euro mehr?

Könnte die Angebote auch verlinken, aber weiß nicht, ob das hier erlaubt oder gern gesehen ist?
 
Hallo Bernd,
Zitat von xbernd:
Könnte die Angebote auch verlinken, aber weiß nicht, ob das hier erlaubt oder gern gesehen ist?
um sagen zu können, was ein konkretes Angebot bietet, muss man es kennen, also braucht man auch die Links.

Warum sollte es nicht gern gesehen werden, Geräte zu verlinken, wenn sie im Kontext einer konkreten Frage, wie in deinem Fall, stehen? Hast du damit in anderen Foren schlechte Erfahrungen gemacht? Nur weil hier einige mit vermeintlicher Werbung überempfindlich sind, heißt das noch lange nicht, dass man keine Links setzen darf.

CS und VG Christian
 
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