Hallo Marco,
erstmal 100% Zustimmung zu Micha. Kleine Ergänzung noch: ein Gerät habe ich bei der Lektüre einiger Angebote gesehen, welches bei 150mm Öffnung eine Sekundärspiegelobstruktion von 54mm hat, mithin 36%. Gemeinhin werden in Newtonkreisen 25% als für visuell gerade noch tragbar gehalten (aber schon kein Planetenspezialist), bereits 30% gelten als klar fotografische Auslegung (was Hochvergrößerung angeht). Und da sind wir bei meist noch größeren Öffnungen mit entsprechend Auflösungsvermögen.
Einige weitere Punke halte ich noch für beachtenswert:
1. detailierte Planetenbeobachtung beginnt so bei 150-180x. Das heißt in diesem Bereich in mm sollte auch wenigstens die Primäröffnung liegen. Sonst fährt man womöglich von vornherein am Limit bzw. allzuschnell mit Übervergrößerung. Gerade in luftruhigen Nächten und erst recht in den luftruhigsten Momenten gelingen ja die schönsten und detailreichsten Beobachtungen. Von daher ist sicherlich auch gern noch eine Öffnungsreserve willkommen. Geduld ist unabhängig davon gerade bei dieser Objektauswahl ganz großzuschreiben. (Vermutlich weißt Du das aber selbst schon...)
2. Detailierte Planeten- und Mondbeobachtung läuft im Hoch-Höchstvergrößerungsbereich ab. Dies verlangt geradezu nach hoher bis höchster Qualität aller Elemente auf dem Weg des Lichts bis ins Auge, also sowohl primäroptischer Elemente als auch okularseitiger. So wie in einer Kette deren Stärke durch das schwächste Glied festgelegt ist, wirkt sich hier in der Optik jeder (Oberflächen)fehler/Lichtverlust multiplikativ aus. Von daher sind eher einfachere Designs (FH, APO, N) schon mal prinzipiell im Vorteil gegenüber komplexen (bedenke bes. Frontelement, Zenitspiegel und evtl. Binoansatz am Mak/SC...).
3. Durch die verwendeten hohen Vergrößerungen sollte gegen Zittern, Wackeln, Wind und Objektverlieren die Montierung und ggfs. auch das Stativ hinreichend massiv ausgelegt sein.
4. Solltest Du eine Alt/Az-Montierung wählen, ist zu bedenken, daß Du in zwei Achsen präzise und wackelfrei nachzuführen hast bei den hohen Vergrößerungen. Manch einer mit diesen Zielobjekten wählt gern eine parallaktische mit zumindest einfach motorischem Ausgleich der Erddrehung - das ist nicht nur ein Faktor der Bequemlichkeit, sondern auch Konzentrationsreserve für die Beobachtung.
5. Für normale Sonnenbeobachtung im Weißlicht verwendet man gewöhnlich Objektivseitig (!!!) visuelle Filterfolie, die praktisch jeder Fachhändler anbietet.
Zu Deinem letzten Posting im vorigen Thread von Dir hier im selben Unterforum: Du möchtest Okulare mit 67 Grad sGf verwenden, das ist sicher möglich, allerdings sollte die Feldblende sinnvoll zum okularseitigen Durchlaß des zu verwendenden Binos passen. Das mit der Feldblende gilt überhaupt allgemein, weswegen wohl schon durchaus auch 25er Plössls bereits Vignettierung erfahren dürften. Ich nehme die Binoansätze dieser Preisklasse als reines Hochvergrößerungssetup wahr. Mit 67 Grad sGF würde ich nicht über 15mm Okularbrennweite gehen. Als langbrennweitigst nichtvignettierend möglich könnten etwa 20mm mit Standard-sGf (z. B. Kellner, Plössl) als Hausnummer gelten. Für großes tatsächliches Feld (in diesem Primärbrennweitenbereich!) sind sie nicht ausgelegt.
Noch zu was anderem- wenn ich fragen darf: Was ist denn aus Deinem 12,5"-Dob geworden, den Du ab Nov. 2003 genutzt hast? Wo liegen/lagen eventuelle Probleme/Unzufriedenheiten? Was ist aus Deiner Selbstbau-Aktivität geworden -EQ-Plattform z. B.? Eine solche Plattform zu bauen, habe ich vor, vielleicht kann ich da etwas aus Deinen Erfahrungen lernen. Ich habe auch vor, beide Achsen umzusetzen, allerdings habe ich das Problem eines Selbstbau-Autoguidings bereits (theoretisch und bauteilpraktisch) gelöst.
Schließen möchte ich mit dem Hinweis in Anlehnung an Deine Beiträge im Fernglasforum, daß es bereits ab 30 Grad Höhe als schwierig bis hochgymnastisch erlebt werden kann, mit Geradsichtgeräten zu beobachten. Bei Nichtglauben bitte einfach mal mit Opas Feldstecher ausprobieren. Ob Stativ oder nicht, ist für diesen Aspekt gar nicht so wichtig.
Klare Himmel, Top-Bedingungen und besonnene Auswahl für nachhaltige Beobachtungsfreude wünscht Dir
Matthias.
Edit: Ergänzung oben zum 150-Mak mit 36% Obstruktion.