Noch ohne Stativ zu benutzen?

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sebastian_sauer

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Hallo,

bis zu welcher Größe ist ein Fernglas noch freihändig sinnvoll zu benutzen?
Gibt es Unterschiede zwischen Tages- und Nachtbeobachtung in dieser Hinsicht?

Konkreter:
Ist beobachten mit 10x70 oder 15x70 noch freihändig möglich? Ich vermute nicht. Und wie siehts mit 10x50 oder 15x50 aus?
Was wiegen solche Ferngläser?
Ist es eher die hohe Vergrößerung oder das Gewicht das die Grenze setzt?

Ich hab bisher ein 8x40 und möchte mir eventuell demnächst ein größeres kaufen.
Für Astro-Zwecke werde ich mir ein kleines Stativ bauen aber ich würde das Gerät auch gerne tagsüber mit auf Wanderungen nehmen usw. weil ich auch gerne Naturbeobachtungen mache und da muss es natürlich ohne Stativ gehen.




 
Hi sebastian_sauer,

als Faustregel gilt: Händisch bis 1kg und 10x. Alles andere macht nur mit Stativ Sinn. Sicherlich kannst du ein 15x70 mit knapp 2kg auch kurzzeitig händisch halten, aber das zittern störrt doch sehr. Dadurch gehen dir viele Details flöten. Tag und Nachtbeobachtung macht eigentlich kein Unterschiede, denn auch am Tage spielen Details (Vogelbeobachtung z.B.) ein wichtige Rolle.

Gruß

Lots
 
Hallo,

ich kann mich Lots Aussage nur anschliessen. Ich beobachte selbst mit einem über 20 Jahre alten 10x50 Fernglas mit einem Gewicht von ca. 1,1 kg. Das freihändige Beobachten damit macht aber eigentlich nicht so richtig Spass, da man zwar die Objekte findet aber von einer genauen Betrachtung kann dabei keine Rede mehr sein, da das Zittern doch sehr stört. Wenn es dir auf die freihändige Beobachtung ankommt würde ich an deiner Stelle bei dem 8x40 bleiben, sofern du qualitativ mit dem Gerät zufrieden bist.
 
Hi Sebastian!
Im Regelfall ist zumindest einn 10*50 FG ohne weiteres freihändig zu benutzen. Allerdings gibt es beim Gewicht teilweise erhebliche Unterschiede von Marke zu Marke.
Meins, Ein Minolta, wiegt knapp 900g, offene Sternhaufen hellere Galaxien etc. sin da freihändig kein Problem.
Dauerhaftes Beobachten ist natürlich mit Stativ immer besser, ich benutze auch eins.
Du siehst ja noch recht jung aus auf dem Photo, genügend Kraft wirst Du schon haben, da freihändig miit zu gucken.
Im Regelfall, wenn ich nicht gerade nach lichtschwachen Objekten suche, beobachte ich immer freihändig damit.
Die Gläser von Fujinon z.B. sind aber schon schwerer, das 10*50 schon 1.3 kg glaub ich.
Über die größeren Ferngläser kann ich keine Erfahrungen weitergeben, aber ein 10*50 ist der ideale freihändige Reisebegleiter durch Wald, Flur und milkyway.
ciao,
Norman

















 
Nach meiner Erfahrung kommt es eher drauf an, was Du sehen willst:

Objekte finden (z.B Sternhaufen) oder gucken, ob man heute die Scheibe von Andromeda sieht geht bis 20fach
noch freihändig (habe da das Tento 20x60), aber gut geht es so bis max 12x. Auch die 2,5kg vom 11x80
sind nach einigen Wochen Training und bei kontrollierter Atmung (wichtig! Nicht Luft anhalten!!) kein so großes
Problem mehr (etwa 5-10 min).
Sehr genau hinschauen und kleinste Details (Ring am Saturn mit oder ohne Löcher, Saturnmonde, Trapez im Orion)
geht auch mit 8fach schon nicht mehr ohne Stativ.
Sehr wichtig: alle natürlichen Hilfsmittel ausnutzen: Anlehnen, Auflehnen, mit Ellbogen aufstützen, Glas mit beiden
Daumen an Backenknochen abstützen usw...

Und darüber hinaus: je weiter das scheinbare Gesichtsfeld, desto besser geht das Glas freihändig - das ist wahrscheinlich
der Grund, wieso die 10x50 überhaupt noch freihändig gehen (gegenüber den 7x50 viel weiteres Gesichtsfeld).
 
Also ich habe hier bereits mit 10x50 so meine Probleme das freihändig zu nutzen. Da ist schon Anlehnen oder Aufstützen angesagt. Liegstuhl ist auch eine Möglichkeit.

Ich bin halt von meinem 7x50 Besseres gewöhnt (wesentlich ruhigeres Bild). Da stört die Handunruhe überhaupt nicht aber beim 10x ist es schon lästig (natürlich erst nach einigen Sekunden bzw. Minuten am Anfang).

Tag/Nacht macht nicht so den Unterschied. Das Gewicht spielt dann schon eine viel größere Rolle.

So ein schweres 15x dürfte freihändig stehend gar nicht mehr möglich sein. Im besten Fall sieht man soviel wie mit dem 8x40.
 
Ein freihändig gehaltenes Fernglas, außer Opernglas vielleicht, ist eigentlich überhaupt nie ruhig zu halten. (Auch wenn dies Behauptung vielfachen Widerspruch erntet ist sie doch wahr!) Selbst 7x50 sind zwar für kurze Zeit einigermaßen erträglich, aber wirklich Details beobachten wird durch das Zittern unmöglich. Nur wenn Du flach im Liegestuhtl liegst und das Glas an der Stirn aufsetzen kannst oder sonstwie eine sehr bequeme Auflage hast, kannst Du minutenlang "beobachten".
Ausnahme sind Stabis, wobei auch da die Arme gerne erlahmen.
Ich besitze ein Fujinon 7 x50 und ein Canon 10x30 Stabi. Wenn nicht extrem gute Sichtbedingungen herrschen, benutze ich fast immer das Canon, weil ich einfach mehr sehen kann.
Beispielsweise sind die Jupitermonde mit dem "Normalglas" zwar zu erkennen, aber kaum zu beobachten. Io ist ohne Hilfsmittel kaum zu trennen. Genauso ist es am Mond ohne Hilfsmittel praktisch nicht möglich, mittlere Krater (um die 50-30 km Durchmesser) zu beobachten.
 
HI Sebastian,

meine Vorredner haben schon das Wichtigste gesagt, aber dazu noch:
Ich habe mir für schnell mal die Vögel an unserm Häuschen zu begucken extra ein 3 x 20 (Operglas-Typ) geholt, weil das am wenigsten wackelt und ich sehr scharfe Augen habe, also damit sehr viel mehr sehe als ohne.
Nachts braucht man natürlich viel mehr Öffnung.
Die Wackelei habe ich mir mit Gewalt (fianzieller) beseitigt: Bildstabilisiertes Fernglas von Canon 14 x 40 - einfach umwerfend !!! Ich sehe viel mehr als mit meinem
10 x 50, obwohl ich das "richtig anfasse" = mehr zu den Objektiven und an den Backenknochen abstütze etc pp.
Weil ich auch im Naturschutzgebiet Zugvögel beobachte, ist das auch unterwegs überzeugend, so sehr, dass ich mich immer mit meiner Frau drum gestritten habe.
Konsequenz: Sie hat jetzt ihr eigenes Fujinon (15 x 45 ?).
Ruhige Grüße und
clear skies
Jorgos
 
Hallo an alle,

Selbst 7x50 sind zwar für kurze Zeit einigermaßen erträglich, aber wirklich Details beobachten wird durch das Zittern unmöglich.

RICHTIG!!

Die Jupitermonde hüpfen auch im 7x50 so sehr, daß sie immer wieder verschwinden.

Als ich vor kurzem zum ersten mal mein Dekarem (10x50) auf ein Stativ stellte, war ich schlicht überwältigt.
Wnn ich ans Fernglas rangehe zittert es noch kurz und plötzlich erscheinen wie aus dem nichts unendlich( <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) viele kleine Lichtpunkte.
Der Effekt war beim 7x50 genauso da.
Also auch wenn ein 7x50 freihändig mehr bringt als ein 10x50, bringt es auf einem Stativ noch einmal merklich mehr.

Gruß Christian
 
Hallo,
also ich hab ja im Monent schon ein 8x40 aber ich muss gestehen dass ich damit bisher noch gar nicht so richtig intensiv beobachtet habe weil das Fernglas auch nicht so toll ist (deswegen der Gedanke an ein 10x50 oder so).
Jetzt ist aber mein Auto kaputt und ich kann nicht mit meinem Newton raus ins Feld und da bin ich halt doch mal auf den Feldstecher gekommen.
Vor einigen Tagen und auch gestern abend hab ich mir mal vorgenommen jeweils einen ganzen Abend nur mit dem Ding zu beobachten und hab nun festgestellt dass es selbst mit diesem 8x40 ohne Stativ keinen richtigen Spass macht. Nach spätestens 5 min werden die Arme müde und richitg was beobachten kann man mit Gewackel auch nicht. Man erkennt so machen Sternhaufen zwar aber,sehen und studieren kann man ihn nicht. Kurzes Aufstüzen auf einen rumliegenden Ast brachte erhebliche Verbesserung, nur war das sehr unbequem (ging auch eigentlich nur Richtung Horizont).

Ich beantworte meine eingangs gestellte Frage nun also selbst: <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Wenn man nicht nur mal so kurz in den Himmel kucken will sondern mit einem Feldstecher astronomische Beobachtungen machen will, dann ist eine wackelfrei Fernglashalterung die es zudem ermöglicht beim beobachten "bequem" im Liegestuhl o.ä. zu sitzen, unbedingt notwendig sonst macht es auf Dauer einfach absolut keinen Spass.
Egal um welches Instrument es sich handelt!!
 
Hallo!

Zur Ausgangsfrage:

Ich behaupte, dass für astronomische Zwecke jedes Fernglas auf ein Stativ gehört! Auch beim 7x50 lassen sich damit noch Detailgewinne erzielen!

Sehr empfehlenswert sind die CANON Bildstabi-Gläser (15x50 und mit Abstrichen 18x50), da braucht man dann kein Stativ.

Nach diversen Ferngläsern wie Carl zeiss Jena 7x40 EDF, Fujinon 7x50 FMTR-SX und Unmengen von Noname-Produkten habe ich nun das Fernglas für die Ewigkeit gefunden: das oben erwähnte 15x50 iS!

Allerdings sind Ewigkeiten heute auch nicht mehr das, was sie mal waren, und daher warte ich mal ab, wie die nächste Generation bildstabilisierender Ferngläser wird...

Peter
 
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