Nochmals: Wer weiß etwas über Mittenzwey?

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Walter_E_Schön

Aktives Mitglied
Da nach dem neuerlichen Absturz (Platten-Crash) dieses Forums meine vor einigen Tagen hier eingestellte Frage nach Informationen über den Erfinder des Mittenzwey-Okulars verlorengegangen ist, stelle ich die Frage jetzt nochmals:

Wer hat Informationen über diesen Herrn Mittenzwey? Ich weiß, daß er sein als Modifikation des Huygens-Okulars aufzufassendes Mittenzwey-Okular im Jahre 1825 konstruierte, ich weiß, wie dieses Okular aufgebaut ist und was es leistet. Ich suche aber Informationen über die Person Mittenzwey, also den Vornamen* (möglicherweise „Moritz”), seinen Beruf und den Ort oder die Orte seines Wirkens, evtl. auch Geburts- und Todesjahr.

*Ich hatte hier vor dem Absturz des Forums schon zwei Hinweise auf Internetseiten erhalten (die ich leider nicht gespeichert habe und für deren nochmalige Angabe ich dankbar wäre), auf denen der Vorname „Moritz” lautet, aber für diesen Moritz Mittenzwey wird dort angegeben, daß er eine Schrift (ein Buch?) im Jahre 1881 veröffentlicht habe, also 56 Jahre nach der Konstruktion des Mittenzwey-Okulars. Dieser große Zeitsprung macht mich skeptisch. Es könnte sein, daß dieser Moritz Mittenzwey der Sohn oder gar Enkel des Okular-Konstrukteurs ist. Deshalb suche ich weiter nach Informationen über den Okular-Konstrukteur Mittenzwey.

Wer kann mir Infos oder Quellen dazu angeben?

Walter E. Schön
 
Hallo Walter,

ich habe in meinem Buch "History of the Telescope" nachgeschlagen,
leider ohne Erfolg. Weder unter Mittenzwey noch unter eyepieces habe
ich eine Bemerkung über diese Okulare bzw. deren Erfinder gefunden,
und auch im Stichwortverzeichnis nichts.
Sorry.

Gruß Coyote
 
Hallo Walter,
ich hatte dir heute Mittag an die Adresse webmaster@weschoen.de geschrieben, offensichtlich ist das nicht bei dir angekommen. Aber jetzt geht's ja hier wieder.

Folgendes hab ich gefunden, als ich heute mittag in der UB war:

Handbuch zur Geschichte der Optik, E.H.Schmitz, Seite 102
.....
Ein ähnliches Okular gab später *Moritz Mittenzwey** an. Er nahm nur statt der beiden Plankonvexlinsen zwei schwach durchgebogene Menisken. 179

* *Ohne Optiker vom Fach zu sein, fand dieser " Besitzer und Leiter einer chemischen Fabrik in Pölbitz" (Sachsen) Muße, sich mit Aufgaben der rechnenden Optik zu beschäftigen.* 178

178 Vgl M. von Rohr, Theorie und Geschichte des photographischen Objektivs, 1899, S. 342
179 Vgl M. Mittenzwey, Constuctionstypus für ein dreifaches Fernrohrobjectiv von sehr kurzer Brennweite und sehr hohem aplanatischem und achromatischem Vermögen, in: Astr. Nachr. 1881, 100,S. 321 ff.; N. von Konkoly, Practische Anleitung zur Himmelsphotographie nebst einer kurzgefaßten Anleitung zur modernen photographischen Operation und der Spectralphotographie im Cabinet, 1887, S. 305 ff.

Ich genieße deine kompetenten Antworten bei A.de immer sehr und hoffe auf viele weitere interessante Erklärungen. Vielleicht konnte ich mich ja hiermit ein klein wenig revanchieren.


Grüße
Michael Borchers
 
Wurde das Mittenzwey-Okular 1825 konstruiert?

Danke für die Nachricht. Die eMail an den „webmaster” hat mich nicht erreicht, weil ich bei meinem Internetprovider die Voreinstellungen so gewählt habe, daß vor dem @ das richtige Wort „eMail” stehen muß, damit ich nicht noch mehr mit Spam und unerwünschten Werbe-eMails zugeschüttet werde.

Zwei andere Forumsteilnehmer haben mit heute ebenfalls auf direktem Wege geschrieben, einer mit genau demselben Zitat aus dem Bd. 2 des Handbuchs zur Geschichte der Optik von E.-H. Schmitz (das ich übrigens vor einigen Monaten gern gekauft hätte, aber leider nicht auftreiben konnte – sollte es jemand haben und verkaufen wollen, wäre ich für ein Angebot dankbar), allerdings mit anderen Seitenzahlen, also wahrscheinlich aus einer anderen Auflage dieses Buches.

Es ist also offenbar doch dieser Moritz Mittenzwey aus Pölbitz (damals bei Zwickau, heute ein Stadtteil von Zwickau) der Erfinder des Mittenzwey-Okulars. Allerdings irritiert mich der große zeitliche Abstand von 56 bzw. 62 Jahren zwischen dem mir bekannten (vielleicht falschen?) Datum 1825 der Okular-Konstruktion und den Zeitpunkten der diversen Veröffentlichungen in den Astronomischen Nachrichten von 1881 bis 1887. Wenn, wie ich schon schrieb, Mittenzwey das Okular schon im jugendlichen Alter von nur 20 Jahren konstruiert haben sollte, müßte er bei der letztgenannten Veröffentlichung stattliche 82 Jahre alt gewesen sein. Das ist nicht unmöglich, aber nährt in mir doch Zweifel an der Richtigkeit der Jahreszahl 1825 für das Datum der Okular-Konstruktion.

Also reiche ich jetzt die weitere Frage nach: Wer hat zuverlässige Kenntnis des richtigen Datums der Mittenzwey-Okular-Konstruktion oder kann eventuell sogar Quellen dafür angeben?

Walter E. Schön
 
Re: Wurde das Mittenzwey-Okular 1825 konstruiert?

Hallo Walter!

Mit "Wissen" kann ich dir zwar nicht weiter helfen,
aber vielleicht helfen dir ja die folgenden zwei Ideen:

- Möglicherweise wurde der Enkel (oder Sohn oder Neffe...)
nach dem Grossvater/Vater/Onkel benannt,
soll immer wieder mal vorkommen.

- Such doch mal nach heute lebenden Mittenzweys,
vielleicht wissen die mehr. Der Name ist ja
nicht gerade sehr verbreitet...

Sonnige <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Re: Wurde das Mittenzwey-Okular 1825 konstruiert?

Hallo Herr Schön,

Moritz Mittenzwey hat mit dem Mittenzwey-Okular möglicherweise gar nichts zu tun. Eine Veröffentlichung von 1881 bezieht sich auf eine Objektivkonstruktion:

Mittenzwey, Moritz. Constructionstypus für ein dreifaches Fernrohrobjectiv von sehr kurzer Brennweite und sehr hohem aplanatischem und achromatischem Vermögen.
Astronomische Nachrichten 100 (1881) 321-326.

Lebende Mittenzweys gibt es weltweit über Hundert. Wir wissen aber nicht, ob Herr Mittenzwey KInder hatte. Daher könnte eine Recherche bei lebenden Mittenzweys in Sachen Okularkonstruktionsdatum möglicherweise ohne Ergebnis bleiben.

Das Veröffentlichungsjahr 1881 muss als Jahr der Publikation eines wissenschaftlichen Artikels nicht identisch sein mit dem Jahr der Erstellung dieses Artikels. Es gibt einige Beispiele, wo die Veröffentlichung astronomischer Beiträge, die kurz nach den napoleonischen Kriegen niedergeschrieben worden waren, erst nach 1880 erfolgte (z. B. Herrn Schröters Marszeichnungen).
Ähnliches könnte auch dem Herrn Mittenzwey passiert sein.

Mit freundlichem Gruß,

Günther Bendt
 
Hallo Walter,

Herr Walter Besenmatter von Zeiss schreibt an einem Buch ueber Okulare (genauer gesagt: Vor einem Jahr hatte er den Plan, damit zu beginnen). Vielleicht hat er etwas ueber Mittenzwey herausgefunden. Leider habe ich seine e-mail Adresse nicht.

Gruss,
Holger
 
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