Not-Gegengewicht - So gehts

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spatz1

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Hallo...

Auch meine Monti braucht nun etwas mehr "Dampf" an der Gegengewichtsstange,
da der 10-er Newton doch etwas fetter wurde als geplant.

Nun wachsen passende Gegengewichte für eine Ci700 leider nicht auf Bäumen,
sodaß ich mir temporär (hoffentlich!) was basteln mußte.

Also auf zum örtlichen Baumarkt, wir nehmen:

-Eine Doppelmuffe für Abwasserröhren, gibts mit 11cm und 16cm Durchmesser,
Länge ist gleich Durchmesser.

-Zwei passend Abschlußdeckel

-Gips

-Kieselsteinchen (gibts bei Gartenbedarf)

-"Knet-Epoxy", gibts beim Klempnerbedarf

-Eine Lochsäge (meist als Satz verkauft, die billigsten nehmen)

Kostenpunkt: Ca. 15-20.- Euro

Daheim sägen wir mit der Lochsäge je ein zentrisches Loch in die Abschlußdeckel, Größe
so, das unsere Gegengewichtsstange genau durchpaßt (ok, wenigstens halbwegs)

Einen Deckel nun fest in die Doppelmuffe eindrücken (klemmt ziemlich, da wir ohne Fett arbeiten).

Zwei Stücke DIN-A-4-Papier so zuschneiden, das wir um die Gegengewichtsstange eine Papierröhre
basteln können, die genau in die Doppelmuffe paßt...diese Röhre wird mit Tesaband oder
Paketband wasserfest gemacht.

Die Papierröhre nun auf den Boden der Doppelmuffe mit dem Knet-Epoxy festkleben...hat man die Gegengewichtsstange
dabei eingesteckt, geht das problemlos.

Fest werden lassen. (Dauert ne Stunde oder so)

Jetzt abwechselnd die Doppelmuffe mit 3cm Kiesel und dann einer Schicht Gips auffüllen.
Man benötigt dazu ca. einen Liter Gips.

Nicht ganz vollfüllen, denn der Abschlußdeckel braucht auch etwas Platz in der Doppelmuffe.

Abschlußdeckel ebenfalls mit etwas Knet-Epoxy aufkleben, alles hartwerden lassen.

Fertig ist das Not-Gegengewicht...da es keine eigene Klemmung hat, muß man es mit den vorhandenen Gewichten
klemmen oder mit Schlauchschellen.

Wers professionell machen möchte, ersetzt die Papierröhre durch ein Stück Wasserohr oder ähnliches, dann kann man
sogar eine ganz normale Klemmschraube anbringen und das Gewicht damit klemmen.

Eine 16cm-Doppelmuffe ergibt so ca. 6kg mehr Gegenlast, eine 11cm-Doppelmuffe ca. 2kg.

Wer noch mehr Gewicht braucht, füllt die Muffen nicht mit Kieselsteinchen, sondern mit billigen Nägeln oder
Schrotkugeln, etc.

 
Not-Gegengewicht - Ein Erlebnis

Hi

Zu diesem Thema habe ich auch was ganz schönes auf Lager:

Meine Frundin und ich waren in Kärnten bei Ihrer Tante in den Ferien (wir wohnen sonst in der Schweiz in Jona und sind ab und zu auch in der Sternwarte Bülach am beobachten). Da der Sternenhimmel in Kärnten sehr klar und nicht durch Kunstlicht aufgehellt ist, haben wir uns dann an einem Abend mit einem Amateurastronomen getroffen um etwas abseits zu beobachten. Für seine Mühe sei hier gedankt. Er hat ein toller Refraktor von Skywatcher auf einer EQ-6. Doch beim Aufstellen gab es plötzlich ein Aufschrei. Das Gegengewicht fehlte! Nun gab es mehrere Möglichkeiten: Das Teleskop ohne Gegengewicht verwenden (schien uns jedoch heikel), Beobachtung abbrechen (fanden wir wegen der Mühe doch zu schade), ein alternatives Gegengewicht suchen.

Schnell war eine Lösung gefunden: wir hatten im Auto mehrere Einkaufstüten rumliegen. Dann kam die Idee: man könnte 2 Tüten ineinander Stecken (damit stabiler) und füllten diese mit Steinen, die ja auf dem Wege lagen auf. Zum Glück hatten wir noch einen Gummizug im Auto, damit wir das Not-Gegengewicht stabil und reissfest befestigen konnten. Nun hatten wir eine ganz lustige Montierung, die für das visuelle Beobachten absolut ausreichte. Die Nacht war sehr schön, so dass diese uns nebst der lustigen Erinnerung lange Gegenwärtig bleibt.

Fazit dieses Ausfluges:
- Räume dein Auto und vorallem den Kofferraum nie auf. Man weiss nie, zu welcher Nachtstunde es mal was zu Zweckentfremden gibt!
- Aufgeben ist bei einem klaren Himmel nur zu Schade, gute Inovationen sind gefragt.
- Das Notgegengewicht ist, weil es nur angehängt ist, asymetrisch, so dass die Montierung nie richtig ins Gleichgewicht gebracht werden kann. Tja, für was hat man sonst Bremsen an den Montierungen und keine Lust die ganze Nacht die Gewichtsverteilung zu berechnen?

N'schönen Abend

Thomas Knobluch
 
Hallo!

Ich habe einfach im Karstadt-Sporthaus zwei Hantelscheiben der Hausmarke "Alex" für 10,-EUR erstanden, zusammen 5kg. (die kleinen kosten 3 EUR und wiegen 2,5kg)

Die habe ich an gegenüberliegenden Seiten durchbohrt, habe in das Orginalgegengewicht zwei M6-Gewinde geschnitten und die Hantelscheiben angeschraubt, weil die Bohrung der Hantelscheiben 30mm beträgt..

Jetzt habe ich einen kompakten 10kg-Block, das klappt wirklich gut!

Grüße
Thomas
 
Nochwas

Hallo!

Da ist noch was.
Ein 5kg-Gegengewicht ist natürlich nicht besonders bequem zu tragen, ein 10kg-Block erst recht nicht.

Aus diesem Grund habe ich etwa 30cm Textilband genommen, und vor dem Zusammeschrauben beide Enden zwischen die beiden neuen Hantelscheiben gelegt.
Dann zugeschraubt.
Es entsteht eine Trageschlaufe, die nur durch die Klemmkräfte zwischen den Scheiben hält.
Und das schon seit Monaten.

Solltest Du sowas bauen wollen, schick ich Dir mal ein Foto, wie das ganze aussieht.

Grüße
Thomas
 
Gewicht: Foto (ca. 93,7kB)

So, wie angedroht, ein Foto meines Gegengewichtes.

Link zur Grafik: http://www.polizei-sv-duesseldorf.de/gewicht.jpg

Die Schrauben sind normale zwei M6-60mm-Maschinenschrauben,hier mit Aussensechskantkopf.

Die Hantelscheiben haben zusammen eine Dicke von etwa 35mm (außen sind sie dicker), je eine M8-Mutter diente als Unterlegscheibe.
Gebohrt habe ich die Scheiben zuerst mit einem 4mm-Bohrer mit aufgelöteten Hartmetallschneiden. Geht aber auch mit einem normalen HSS-Bohrer.
Danach die Bohrung mit einem 6mm-Bohrer aufweiten.
Achte darauf, dass Du beim Bohren auf der Unterseite nicht irgendeinen Buchstaben erwischst, das geht dann schief, der Bohrer gleitet dann weg.

Die Bohrungen/Gewinde in das Originalgewicht gehen ca. 17 - 20mm ins Material hinein (mit Öl schmieren, schont den Bohrer).
Für ein metrisches M6-Gewinde bohrst Du mit einem 5mm-Bohrer die entsprechenden Bohrung und schneidest dann mit einem M6-Gewindeschneidsatz (drei Schneideisen, eines ohne umlaufenden Ring, das benutzt man zuerst, dann eines mit zwei und eines mit drei Ringen).

Das war´s im Grunde genommen.

Auf dem Foto ist auch die Trageschlaufe zu erkennen, die zwischen den Scheiben eingeklemmt ist.

Grüße
Thomas
 
Re: Not-Gegengewicht - Ein Erlebnis

HI Thomas,

das mit der asyymeetrie des Notgewichtes stimmt so nicht: Es ist genauso richtig wie ein "richtiges" Gewicht, denn seine Schwerkraft zieht immer nach unten und der Angriffspunkt bleibt immer an derselben Stelle der Gegengewichts-Stange.
Also, so ein Not-Gewicht kann man gamnz genau auswuchten.
Schwere Grüße und
cs
jorgos
 
Re: Not-Gegengewicht - Ein Erlebnis

Hi @ all,

noch was: wenn man die glatte Gegengewichts-Stange durch eine #Gewindestange (M16 ?) ersetzt, braucht man keine Klemmschrauben, sondern lkann die Gewichte mit Leimklemmen aus dem Baumarkt festklemmen, indem man die Leimklemmen mit ihre schaarfen Blechseiten in die Gewinderillen klemmt.
Ausgewogene Zusatz-Grüße und
cs
jorgos
 
Re: Not-Gegengewicht - Ein Erlebnis

Hi Thomas,

auch von mir: die Tüte greift immer an derselben Stelle der Gegengewichtsstange an (da wo sonst der Schwerpunkt des normalen Gegengewichts angreift), deswegen kann man das genau austarieren.

@Thomas_Stelzmann: ein wenig Öl auf den Bohrer hilft da gar nichts. Zweck ist, den Bohrer zu kühlen damit er nicht ausglüht. Dafür ist allererstes Gebot nicht zu schnell sondern langsam bohren, und wenn man kühlen will, dann spült man kontinuierlich mit einer Öl-Wasser-Emulsion, von der man genug oder einen Kreislauf hat.

Viele Grüße, Henning
 
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