Notwendige Verkürzung eines 10" Newton !?

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Horst0552

Aktives Mitglied
Hallo Astrofotografen und Bastler,

Für meine zukünftigen fotografischen Beobachtungen habe ich mir einen von vielen Händlern angebotenen
"fotooptimierten" Newton gekauft. Er ist von Skywatcher und hat eine Öffnung von 10 Zoll. So haben die
inneren Ringe auch einen Durchmesser von 254 mm . Der Fangspiegel hat einen Durchmesser von 82 mm.
Das ergibt allerdings nur eine Lichtdurchtrittsfläche die einem Vollkreis von 9,46 Zoll entspricht.
Für gute fotografische Ergebnisse wird u.A. die RCC1 von Baader angeboten. Die ich mir dann auch
gekauft habe.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/RCC1%20mit%20Filter.jpg

Jetzt stimmt aber etwas mit den Abständen nicht. Die RCC1 selbst hat eine optische Länge von 75 mm.
Der Backfocus wird mit 91,5 mm angegeben. Will man noch ein 2 " Filter verwenden, dann kommen noch 6 mm
dazu. In der Summe sind das dann 172,5 mm.

Hat man das Bestreben, dass diese Anordnung nicht in den Strahlengang hinneinragen soll, so brauch
man nochmal 10"/2, also 127 mm Abstand von der Tubusmitte. In der Summe sind das dann 299,5 mm .
Der Hauptspiegel hat von der Achse des Auszuges einen Abstand von 715 mm . Das ergibt dann eine
rechnerische Summe von 1014,5 mm . Nun hat der Spiegel aber nur eine Brennweite von 1000 mm. Somit
fehlen 14,5 mm für eine Fokusierung. Man muss sich dann dadurch behelfen, dass man die RCC1 in
den Strahlengang hinneinschiebt.

So sieht das dann aus.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/RCC1%20im%20Auszug.jpg

Das ist für mich absolut unbefriedigend, und ich habe beschlossen den Tubus um 15 mm zu kürzen.
Dabei rückt der Hauptspiegel allerdings auf einen Abstand von 700 mm an den Fangspiegel heran. Bei einer
Brennweite von 1000 mm ist der Strahlendurchmesser am Fangspiegel im Mittel bei 76.2 mm . Ich
hoffe die 82 mm sind dann ausreichend.

Ich habe schon alles auseinandergebaut, und werde weiter berichten.

Viele Grüße
Horst
 
Wie sieht denn die Spiegelzelle aus. Vielleicht tun es auch erstmal längere Schrauben am Spiegel?
Den HS etwas weiter rein.
 
Hallo Markus,

als Newcomer kann ich nur zwischen den Angaben der Anbieter, und den dort beschriebenen technischen Daten
entscheiden. Wenn ich im Forum frage, bekomme ich sicherlich unterschiedliche Empfehlungen.

Zudem habe ich noch die FFC von Baader, die dann auch besser eingesetzt werden kann. Denn die lässt sich
nicht im Tubus versenken, verlangt aber einen Teleskopbrennpunkt ohne FFC, der mehr als 14 mm hinter der FFC
liegt. Also so etwa 67 mm ausserhalb des Okularauszuges.

Wenn ich verhinder will, dass auch hier der Auszug in den Tubus hineinragt, so muss der Brennpunkt 295 mm von
der Mitte des Tubus sein. Plus 715 mm sind das dann 1010 mm , also auch 10mm zu viel.

Der 2"-Auszug bleibt ja erhalten, er ragt dann beim fokussieren halt nicht mehr in den Tubus.

Optische Beobachtungen will ich nicht machen. Da habe ich Probleme mit meinen Augen.

Hallo Andreas,

mit den Schrauben ist eine gute Idee.

So sieht das bei diesem Teleskop aus:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Spiegeljustierung.jpg

Unter der großen Rändelmutter ist allerdings noch eine Schraubenfeder. Die muss dann natürlich auch länger werden.

Ich denke nach !

Gruß
Horst
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

so - , es ist Zeit vergangen, und ich habe nachgedacht. Zunächst möchte ich Andreas für den Tipp danken.

Als ich dann auch noch längere Schrauben und Federn auftreiben konnte, stand mein Entschluss fest.

Ich bringe den Spiegel weiter in den Tubus hinein.

Kurze Schrauben und Ferden durch längere Schrauben und Federn ersetzen.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-IMG_8462.JPG

Die Gewinde habe ich alle noch mal nachgeschnitten. Glücklicherweise konnte ich auch Schrauben
aus Edelstahl auftreiben.

Jedoch die Federn leider nicht. Hier hilft Batterie-Polfett.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-IMG_8465.JPG

Die Schrauben und Federn sind nun mit 40 mm, 15 mm länger als vorher.

Und hier alles zusammengeschraubt:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-IMG_8466.JPG

Fortsetzung folgt.

CS
Horst


 
Hallo, bin wieder da.

Um hier hin zu kommen, musste natürlich der Spiegel raus.

Doch das endete beinahe in einer Katastrophe.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/IMG_8468.jpg

Das Rausdrehen der Befestigungsschrauben gestaltete sich sehr schwierig. Einige Schrauben waren krumm,
und andere ließen sich nur sehr schwer hinausdrehen.

2 Schrauben habe ich einfach abgedreht. Sie sind warscheinlich nur aus einfachem Stahl ( ST 37 ) gefertigt.
Dazu noch volkommen schwarz lakiert.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Demontage%20vom%20Spiegel.jpg

Eine Schraube konnte ich dann mit Hilfe von gekonterten Muttern, und eine Andere nur mit einer
Gripzange herausdrehen.

Ich habe dann natürlich alle Gewinde noch mal nachgeschnitten, und habe festgestellt, dass jedesmal der
Gewindebohrer etwas ausgeräumt hat.
------------------
Zu Anfang habe ich auch festgestellt, das der Spiegel stark verschmutzt war.

So sah er aus.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/beschmutzter%20Spiegel.jpg

Ich habe lange überlegt, ob ich ihn reinige. Mich dann jedoch dazu entschlossen.

Mit einer Flüssigkeit aus 25% Isopropanol und 75% destiliertem Wasser, angemischt in der Apotheke
und medizinischer Watte habe ich es gewagt.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-IMG_8469.JPG

Ich habe den Spiegel eingesprüht, mit der Pinzette Watte aus dem Beutel genommen und zu einem
weichen Ballen beformt. Die Teile des Ballens, die ich mit meinen Fingern berührt habe dürfen dann
niemals den Spiegel berühren. Zum weiteren Reinigen immer wieder neue Ballen formen, und nur
einmal benutzen.

So sahen meine Ballen aus:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-IMG_8475.JPG

Als ich den Schmutz auf dem ersten Ballen sah, war mir klar, dass wirklich gereinigt werden musste.

Für meine weiteren Beobachtungen werde ich wohl einen Schutz vorsehen müssen.

Das Endergebnis zeige ich hier:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/gereinigter%20Spiegel.jpg

Im Hintergrund Fotoleinwände in meinem Funk- und Bastelraum.

Jetzt muss ich noch Edelstahlschrauben M4x35 besorgen, um den Spiegel wieder zu befestigen.

Wärend ich diesen Betrag geschrieben habe, lief im Fernsehen der Beitrag:

stephen-hawking---visionen-eines-genies

LG und CS
Horst









 
Hallo Horst,

nicht dass Du glaubst, es interessiert keinen, es passt halt, wie Du das machst.
Beim Reinigen hätte ich wohl etwas mehr Flüssigkeit (erst mal in Spüliwasser einweichen) und weniger Reibung genommen, das könnte aber auch so gut gegangen sein.
Bei den langen Schrauben brauchst Du auch nicht nur längere, sondern auch deutlich stärkere Federn.
Zwar geschieht die Konterung richtig, also direkt neben der Justierschraube, trotzdem kann sich das bei "Lastwechsel" (Schwenken des Teleskops) eher bewegen als bei kürzerer Schraubenlagerung.
Der Vorteil ist, dass durch die größeren Spalte auch die Luft besser zirkulieren kann. Schon der normale Luftdurchsatz wird besser und eine Zwangslüftung wird, falls Du sowas in Erwägung ziehst, besser funktionieren.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther und alle Leser,

da habe ich mir ( als gelernter Werkzeugmacher ) natürlich auch Gedanken gemacht. Die alte Feder
hat einen Drahtdurchmesser von 1,4 mm, und die neue Feder 1,5 mm.

Hier mal ein Foto der beiden Federn im Schraubstock:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-IMG_8476.JPG

Links die alte, und recht die neue Feder. Die alte Feder ist dabei von 18 mm auf 9 mm zusammengedrückt
und die Neue von 40 mm auf 27 mm . Die Neue also um 13 mm.

Die Längendifferenz der beiden Federn ist hierbei 18 mm . Bis zu meinen gewünschten 15 mm muss die neue
Feder also noch 3 mm gedrückt werden. Das sind im Verhältnis zu den bereits zusammengedrückten 13 mm
nochmal 23 % Federweg, und somit auch 23 % mehr Federkraft. Durch die größere Festigkeit der von mir
verwendeten Edelstahlschrauben, und durch die um 23 % höhere Federkraft wird die Steifigkeit dieser
Befestigung gegeben sein.

Mehr Sorge macht mir allerdings dabei der Luftspalt zwischen Justiermutter und hinterer Haltering.

Das Schlimmste fürs Teleskop war sicherlich der Transport vom Händler in Landsberg a. Lech hin zu mir
( südlich von Hannover ).

Die Praxis wird es zeigen !

Gruß
Horst
 
Dassieht ja gut aus Horst. Ich hab bei meiner Spiegelzelle gleich M10 reingeschnitten.
Musst mal schauen ob der Lüfter das nicht in Schwingung versetzt.
Du kommst südlich von Hanovver? Das scheint ja bei mir in der Nähe zu sein.
 
Hallo Andreas,

die Idee ist gut, hier gleich größere Gewinde und Schrauben vorzusehen.
Die Materialstärke ist 11 mm . Vielleicht M8, oder auch M10.

Doch bei diesem Tubus von Skywatcher war kein Lüfter dabei.

Ob ich mal einen montiere weiß ich noch nicht, weil ich später mal meine Optiken im Schuppen von meinem
Haus lagern möche. Dieser steht auf der Nordseite, und wird somit auch nicht direkt von der Sonne
beschienen.

Er wird auch nicht beheizt, und hat somit Außentemperatur. Bringe ich dann mal eine Optik zum Einsatz
in meiner Sternwarte , dann habe ich nur wenige Grade Unterschied.

Obwohl --, ein leichter Luftstrom ( durch ein Staubfilter angesaugt ) über den Spiegel in den Tubus hinein ,
hindert eventuell den Umgebungsstaub daran von Oben auf den Spiegel zu fallen.

Mal sehen wie es weiter geht.
Macht auf jeden Fall riesig Spaß.

LG und CS
Horst

 
Zitat von Horst0552:
2 Schrauben habe ich einfach abgedreht. Sie sind warscheinlich nur aus einfachem Stahl ( ST 37 ) gefertigt.

Hallo Horst,

Schrauben aus St37 gibt es eigentlich nicht :)
Versuch mal auf der Drehmaschine so eine Schraube abzustechen... :pfeif: (allerdings gibt es verschiedene Festigkeitsklassen).

Wenn Du noch Federn suchst... ich habe jahrelang sehr gute Erfahrungen mit der Fa.Gutekunst gemacht. Dort gibt es auch Federn aus Edelstahl, auch selber berechnete Federn sind da kein Problem. Habe bei Gutekunst in den letzten Jahren leider nicht mehr bestellt (berufsbedingt), ein Versuch ist es aber wert.

CS *entfernt* (73 DL1AQ) :huhu:

 
Hallo Horst,

finde ich gut, dass du dir Gedanken über den besseren Einsatz deines Teleskops gemacht hast und dies zu einer Optimierung für deine Bedürfnisse geführt hat. Das Verkürzen des Wegs zwischen HS und FS führt natürlich zu einer Reduzierung des 100% Bildfeldes, aber du kannst dir bei Gelegenheit je nach Zweck und Größe Kamerachip bei bekannter Brennpunktlage über Tubus recht einfach ausrechnen, ob das noch gut genug für dich ist.

Auf jeden Fall sieht man, dass so manche Teleskope von der Stange einige gravierende Schwachstellen mitbringen, die durchaus verbesserungswürdig sind.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,

die Fa. Gutekunst ist mir natürlich auch bekannt. Aber ich konnte in der Schnelle keine passenden
Edelstahlfedern auftreiben.

Ich habe die 2 zerstörten Schrauben noch mal fotografiert:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/gebrochene%20Halteschrauben.jpg

Ich konnte es selber nicht begreifen. Die Schrauben haben Kreuzschlitz PH2, und mit einem Schraubendreher
PH2 habe ich die Schrauben abgedreht. Das ist mir in meinem Leben so noch nie passiert. Da war eher der
Kreuzschlitz vemackelt, oder der Schraubendrehen. Die Chinesen müssen für diese Schrauben Weicheisen
genommen haben.

Wie ich oben schon mal geschrieben habe, ist trotz Heranrücken des Hauptspiegels um 15 mm an den Fangspiegel,
dieser mit 82 mm projizierten Durchmesser noch groß genug.

Sonst verändert sich ja nichts.

Gruß
Horst

 
Hallo Horst,

ich würde die Federn nicht fetten, wegen der Ausgasung bei Erwärmung und dem Aufsammeln von allerlei Dreck!

Sondern einfach entfetten und mit richtiger Metallgrundierung lackieren.
Das hält genauso gut wie an den 4 Federn Im Auto und schadet auch diesen Federn nicht!


Gruß Günter

 
Hallo Horst,

um den ausgeleuchteten Bildkreis nach (und vor)deiner Operation zu berechnen eignet sich das kostenlose Programm Mynewton sehr gut. Damit habe ich auch meinen Selbstbau Newton ausgelegt:
Selbstbau Newton
Viele Grüße,

Stephan
 
Hallo zusammen,

ich möchte noch mal was zu den Befestigungsschrauben vom Hauptspiegel berichten.

Und frage mich nach wie vor, ob sie aus ST37, ST18, oder absoluten Weicheisen sind.
Vielleicht weis jemand, ob solche Schrauben absichtlich sehr weich sein müssen.

Man kann aus diesen Schrauben sehr einfach Schraubenhaken machen.

So sehen die dann aus:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Hakenschrauben.jpg

Wie man die Haken herstellt zeige ich in dem Video :


Viel Spaß beim Schauen.

Gruß
Horst
 
Hallo Horst,
das nennt sich in Fachkreisen auch gern "chinesische Butter-/Käse-Legierung".
 
Danke für Eure Beiträge.

Dem zufolge habe ich die Federn lakiert, aber die Konterschrauben bei M6 belassen, weil die Materialstärke
an der Stelle nur 6,5 mm ist. Ein größeres Gewinde hätte für einen stabilen Halt zu wenig Gewindegänge.

Hier die Darstellung der Spiegeljustierung:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Spiegel%20justierung.jpg

Da der Spiegel nun 15 mm tiefer in den Tubus ragt, musste ich den ( vom Spiegel aus gesehen ) zweiten Blenden-
ring um 10 mm kürzen.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Blendenring%20eink%C3%BCrzen.jpg

Da der Fangspiegel hier so herumgestanden hat, war er natürlich staubig, und musste
gereinigt werden. In gleicher vorgehensweise wie der Hauptspiegel.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Fangspiegel%20gereinigt.jpg

Dann alles wieder zusammengebaut, mit dem Lasercollimator justiert, und für den nächsten Einsatz
mit dem Hauptspiegel nach oben zur Seite gestellt.

Der Beitrag ist damit beendet.

Danke nochmals für Eure Beträge.

LG und CS
Horst





 
Hallo Horst,

ich bedanke mich für Deine gute Dokumentation der notwendigen und sicher auch erfolgreichen Maßnahmen und ich schätze, da spreche ich nicht nur für mich.
Ein schöner Abschluss wäre eine kleine Rückmeldung, wie es beim Firstlight gepasst hat.

Gruß
*entfernt*

 
Hallo zusammen,

ich muss mich doch noch mal melden, und diesen Thread fortsetzen.

In der Nacht zum Sonntag war mäßige Sicht, immer wieder Dunst, aber das war auch nicht wichtig.

Die Vega war zu sehen ich ich konnte einen Schärfetest machen.

Hier mal die Zusammenfassung:
Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-Vergleich%20Fotomontage.jpg

Ganz hineingefahren war die RCC I zu sehen.

Beim Scharfstellen fiel mir auf, dass der Spiegel ein Hauch von Zylinder hatte. Den OAZ hatte
ich dabei um etwa +/- 0,3 mm verstellt.

Jetzt gab es 2 Möglichkeiten.

1. Der Spiegel hat diesen optischen Fehler.
2. Bei der Montage habe ich den Spiegel leicht verspannt.

Da ich anfänglich nicht davon ausgegangen bin, dass man einen 3 cm dicken Spiegel verspannen kann,
habe ich nochmal die Spiegelhalterung vom Tubus abgeschraubt, und alles kontolliert.

Der Spiegel wird mit 6 Hartgummis, und je 2 M4-Schrauben, festgehalten.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/IMG_8538.jpg

Mit der Schieblehre habe ich den Abstand der einzelnen Befestigungen zur Spiegeloberfläche gemessen.
Er variierte um etwa 1,5 mm. Davon ausgehend, dass die Gummis alle gleich sind, war mir dieser Unterschied
zu groß. Meine Idee, gleicher Abstand, gleiche Spannkraft.

Dazu folgende Vorgehensweise:

3 Befestigungen habe ich mit einer Toleranz von 0,1mm leicht festgezogen.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/IMG_8536.jpg

Die dazwischen liegenden auf einer ebenen Fläche ebenfalls auf gleiche Höhe gebracht. Das Pergamentpapier
ist 0,05mm dick.

Eine nachträgliche Überprüfung zeigte einen Höhenunterschied von +/- 0,1mm.

Damit war ich erst einmal zufrieden, und habe Alles wieder zusammen geschraubt.

Heute Abend habe ich dann noch mal einen Test machen können.
Der Himmel war einigermaßen offen.

Das Ergebnis kommt später.

Gruß
Horst








 
Hallo Horst,

das sind Halteklammern, keine Spannklammern.
Sie sollen nur ein Herausfallen des Spiegels bei entsprechenden Tubuslagen verhindern und mussen dem Spiegel so viel Luft lassen, dass man ihn noch in der Halterung drehen kann.
Leg beim Anziehen der Schrauben die Ecke eines Papierblatts unter, wenn Du sie noch unbeschädigt herausziehen kannst, ist es gut.
So wie auf dem Bild zu sehen versannen die Klammern den Spiegel (unglaublich aber wahr)!

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Horst

Ich hab unterhalb des Gummiklotzes eine Mutter auf die Spindel geschraubt.
Dann hab ich die Spindel so eingestellt, daß der Gummi bloß aufliegt, ohne Druck auf den Spiegel, so daß sich der Spiegel ohne weiteres drehen läßt.
Dann hab ich die Spindel mit der Mutter unten festgeschraubt, so daß die Spindel stehen bleibt und nicht im Gewindegang wackelt.
Hat Dein Spiegel wirklich sechs solcher Klötze?
Drei würden wahrscheinlich genügen.
Der Hauptzweck dieses Klotzes ist der seitliche Halt des Spiegels, ohne daß er Druck oder Zug in der Vertikalen bekommt.
Ich hoffe, das ist verständlich geschrieben.

nebelfreie Grüße
Felix
 
Hallo zusammen,

und danke für Eure Beiträge.

6 Halteklammern ist richtig, wie man auch oben sehen kann.

Hier mal mein Schärfetest von heute Abend. Auch wieder mit der Wega.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/1-Kombination%20Sch%C3%A4rfetest%202.jpg

Weiter habe ich dann im Sternbild Leier die Umgebung von delta 2 Lyr aufgenommen. Da ich noch kein
Leitfernrohr habe muss ich noch viele Aufnahmen verarbeiten.

Hier das Ergebnis:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Leier%20-%20delta%202%20Lyr.jpg

Ich habe noch weitere Ideen zur Verbesserung, auch dank Eurer Beträge.

Ich werde weiter berichten.

Gruß
Horst


 
Hallo zusammen,

der Günther hat's geschrieben, und der Felix weiter ausgeschmückt.

Wirklich eine gute Sache.

Ich hab alles noch mal auseinandergebaut, und es bei meinem Newton in die Tat umgesetzt.

Von den Gummiklötzen musste ich unten etwa 1mm abschneiden.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Spiegelhalter%201.jpg

Zwischen Mutter und Spiegelhalterung habe ich noch Unterlegscheiben gelegt.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Spiegelhalter%202.jpg

Die Schrauben und Muttern dann so eingestellt, dass ein Stück
Pergamentpapier mit o,o5 mm Dicke noch gerade dazwischen passt.

So sieht es fertig aus.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Spiegelhalter%203.jpg

Wirklich eine gute Sache. Sehr zu empfehlen.

Gruß
Horst
 
Das ist auch eine gute Idee :)
Da bin ich auch nicht draufgekommen. Wo ich mein Spiegel ausgebaut hatte hab ich die Schrauben nach alter Stahlbauschlossermanier angezogen :D :D = Dreieckige Sterne.....
Werd das vielleicht auch übernehmen.
 
Hallo, jetzt noch eine weitere Verbesserung.

Günter/G2_Astro, gab mir einen Hinweis auf Antireflexfarbe.

Gesagt, sofort besorgt und getan.

Den Fangspiegel habe ich hinten und seitlich mit dieser Farbe gestrichen.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Schwarzer%20Fangspiegel.jpg

Eingebaut, kann man erkennen, dass dadurch mögliche Reflexionen in den OAZ hinein verringert wird.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Fangspiegel%20eingebaut.jpg

Das kann ein Gesamtergebnis nur verbessern.

Mal sehen was die nächste Sternennacht bringt.

Gruß
Horst
 
Hallo an alle Beteiligten,
habe mir das gesamte "Werk" durchgelesen .
Da ich ebenfalls einen 10"/f4.7 Selbstbaunewton habe und auch diverse Schwierigkeiten mit den KKs und Reducern, konnte ich einiges lernen.
Leider kann ich "MyNewton" nicht herunterladen.
Mein Prob ist die Fangspiegelgröße, wenn ich einen ASA 0.75 Reducer einbauen will. Der hat einen Abstand zur Cam von 65 mm.

Frage : Welche Fangspiegelgröße ist ausreichend?
Kamera ist eine Atik 383.

Kann mir jemand von den Spialisten helfen?

LG jochen
 
Hallo Jochen,

hier kannst Du alles Online eingeben und berechnen http://stellafane.org/tm/newt-web/newt-web.html
Auf mm setzen und alle Werte eingeben, ich habe alle meine Newton´s damit durchgerechnet um zu sehen wo die Grenzen liegen.
Leicht zu bedienen, alles einfach ausprobieren, falsche Eingaben werden angezeigt und nicht angenommen!

Selbst für Größen, wie das 39 m Zukunftsteleskop oder das James Webb Teleskop lies sich damit die Performance darstellen.
Oder so stellt sich auch heraus, dass ein 25" Newton mit 100mm Fangspiel und nur 16% Obstruktion, neben DeeepSkay auch ein ausgezeichnetes Planeten Teleskop ist.
Der Wunsch sich extra noch ein Planetengerät zu bauen eigentlich nicht nötig wäre!


Eigene Teleskop - Varianten kann man abspeichern!

Gruß Günter
 
Hallo Jochen, hallo Günter,
und alle Leser.

Ich weiß nicht, ob man immer gleich nach einer geeigneten Software rufen sollte. Letztendlich ist es
doch gar nicht so schwierig, sich mal daran zu erinnern, dass man in der Schule auch mal Geometrie und
Mathematik gehabt hat.

Ein 10 Zoll Spiegel hat ja mindestens 254 mm Durchmesser, und bei f/4,7 ist dann die Brennweite gleich
4,7 mal soviel, also 1193,8 mm .

Wähle ich ein Tubusrohr von 300 mm Durchmesser, dann ist der Radius 150 mm .

Der bei meinem 10 Zoll Skywatcher verwendete OAZ hat ganz hineingeschoben ein auftragendes Maß von
etwa 70 mm. Mit Reserve für Schärfeeinstellung vielleicht 80 mm. Von der Mitte des Tubus sind das
dann 150 mm + 80 mm = 230 mm .

Möchte ich ein ASA-Reducer/Corrector X 0,73 verwenden, so sagt mir das Datenblatt, dass der Orginal-
Focussierpunkt so bei 91 mm hinter dem Reducer liegen soll, bei 65 mm Abstand zur Bildfeldebene.
Der Reducer hat noch einen abgesetzten Auflagering ( Leider ohne Maßangabe ) , den ich mal mit 3 mm
annehme.

Nun noch alles addieren, also 230 mm + 91 mm + 3 mm = 324 mm . Die Differenz zur Brennweite ist dann
874,8 mm . In diesem Abstand vom Hauptspiegel sitzt dann der Umlenkspiegel und auch die Mittenachse
vom OAZ.

An der Stelle des Umlenkspiegels hat der Strahlengang einen Durchmesser von ca. 69 mm . Da der Umlenk-
spiegel ja auf 45° gesetzt ist, ist der hintere Teil näher am Hauptspiegel als der vordere Teil. Dadurch
muss er etwas aus der Mitte versetzt werden. Das kann man natürlich mühselig über Winkelfunktionen
ausrechnen, oder auch zeichnerisch ermitteln.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Quattro%2010S/Umlenkspiegel.jpg


Dabei ermittelt man einen Versatz von je 3,5 mm aus der Mitte heraus. Weiter nach hinten, und näher
zum Hauptspiegel, wie auf der Zeichnung zu sehen ist.

45 mm zur einen Seite, und 55 mm zur anderen Seite. Der Spiegel hat dann etwa eine Ellipse von
69 mm x 100 mm. Ein 71 mm - Zylinder unter 45° geschnitten.

Erfahrene Hobbyastronomen können jetzt sicherlich sagen um wieviel mm der Umlenkspiegel größer sein
sollte. Ich würde ihn ringsrum um etwa 2 bis 3 mm größer machen.

Oder sollte man das wegen der größer werdenen Obstruktion nur sehr sparsam tun?

Ich habe mein 10 Zoll Skywatcher wieder zusammengebaut, und kann berichten, dass der Spiegel
von den Gummiklötzen so gehalten wird, dass er sich noch von Hand in der Halterung drehen lässt.

Wie sollte man Newton - Teleskope eigendlich lagern ?
Stehend mit Spiegel nach oben, oder liegend ?

LG und CS
Horst





 
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