Nova Cas 2021 (V1405 Cas) | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Nova Cas 2021 (V1405 Cas)

Am 18. März 2021 wurde eine Nova im Sternbild Cassiopeia entdeckt. Sie befindet sich direkt unterhalb des offenen Sternhaufens Messier 51. Die Koordinaten lauten: RA=23:24:48 und DE=+61°11'15". Mit einer Goto-Montierung ist sie schnell eingestellt.

Das Sternbild ist in den Abendstunden im Norden am Tiefpunkt seiner zirkumpolaren Bewegung. Bei mir in Schleswig-Holstein sind es ca. 30° Höhe.

Ich habe am 19. März 2021 ein Spektrum mit dem Star Analyser 100 mit einem 127/950 mm ED-Triplett und einer Canon EOS 250 D MC-mod.aufgenommen. Belichtung: 10 sec @ ISO 3200 (294 Bilder). Gestapelt mit Fitswork, ebenso damit Luminanz gebildet und in Normposition gedreht (nullte Ordnung links und horizontal).

Das Spektrum zeigt mehrere Emissionslinien: Neben einigen Balmer-Linien auch einige Heliumlinien und Stickstofflinien, aber keine Eisenlinien. Im Gegensatz zur Nova Del 2013, die eine FeII-Nova gewesen ist, handelt es sich bei dieser Nova um eine He/N-Nova. Diese verlieren üblicherweise 3 mag in weniger als 10 Tagen und haben hohe Expansionsgeschwindigkeiten von über 2500 km/s (gemessen als HWZI = half width at zero intensity). Die aktuelle Tololo-Klasse ist P_he.

Die Linien zeigen überwiegend noch/schon (je nachdem, ob das Hauptmaximum schon war oder noch kommt) ein P-Cygni-Profil. Besonders ausgeprägt ist dieses bei der Linie He I 5876. Alle weiteren Daten können der Graphik entnommen werden, die ich beigefügt habe.

Der nächste Versuch wird mit dem Star Analyser 200 erfolgen. Dazu werde ich wohl mit ISO 3200 und 30 sec arbeiten müssen. Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Nova-Jagd.

CS Erik
 

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Hallo,

ich habe inzwischen das Spektrum noch einmal genauer überprüft und dabei festgestellt, dass die von mir dem Stickstoff (N) zugeordneten Linien keine solchen sind. An den Stellen befanden sich die jeweilige nullte Ordnungen einiger Umgebungssterne. Das ist der Nachteil beim Star Analyser (großes Gesichtsfeld) in einer sternenreichen Gegend. Wenn man aber das Photo sehr stark vergrößert und optimal in der Helligkeit einstellt, kann man etliche Dreckeffekte entdecken und einigermaßen eliminieren. Das gleiche gilt für den Bereich des Hintergrundes, den ich verwendet habe. Sterne im Hintergrundstreifen würden als faslche Absorptionslinien erscheinen, also das Gleiche in Grün.

Das Gute daran ist, dass ich wieder zwei Themen für die nächste Auflage meines Buches habe: "He/N-Nova vs. FeII-Nova" und "Umgebungssterne als Störfaktor".
 

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LepusXY

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Hallo Erik,
das Spektrum sieht fast aus wie beim Spaltspektrographen.Einfach toll.
Ich habe eine technische Frage zum setup:Wie weit ist der Staranalyser vom Chip weg,und mit welcher Vorrichtung?Mein SC (127/1500) bildet das Spektrum so winzig ab,daß man es kaum auswerten kann.Die Entfernung ist bei mir aktuell ~ 10 cm vom Chip mit 1,25 " Zwischenringen.
Viele Grüße und weitere so schöne Verlaufsspektren von der Nova

Peter
 
Hallo Peter,
der Abstand beträgt 165 mm. Das ist das Maximum bei dem Backfokus meines Refraktors. Ich arbeite mit T2-Zwischenringen, den innersten kann ich drehen, um die Position Kamera zum Gitter zu optimieren. Zuletzt ist neben dem Seeing auch die Pixelgröße mit 3.7 µm relevant für eine gute Auflösung.
Meistens arbeite ich mit dem SA 200, womit ich 1.14 Angström/Pixel schaffe und eine spektrale Auflösung bis R=600.
Noch bessere Auflösung erreiche ich, wenn ich den StarAnalyser als Objektivgitter einsetze, z.B. mit einem 300 mm Teleobjektiv. Da konnte ich schon R=1400 erreichen und die Natrium-D-Linie deutlich auflösen. Allerdings geht dies nur für helle Sterne.
Mit prefokalem Setup kann ich bis etwa 8.0 mag brauchbare Spektren erzielen, als Objektivgitter nur bis etwa 4.5 mag.
 

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