OAZ-Rohr ragt in Strahlengang --> Tuning

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Raphi90

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Guten Abend! :)

Wie in der Überschrift gesagt, möchte ich mein Newton-Teleskop etwas verbessern. Ich verwende es hauptsächlich zum Fotografieren, und hab auch schon 2,3 (für meine Verhältnisse) schöne Fotos gemacht.
Da ich im Februar genügend Zeit habe, möchte ich irgendwie ein paar Tunings vornehmen. Ich möchte verhindern, dass beim Fotografieren das OAZ-Rohr in den Strahlengang ragt.
Ich besitze ein Skywatcher 150/750 PDS.

OAZ-Rohr kürzen, Spiegel weiter nach vor setzen, FS versetzen, Tubus kürzen? ...
...davon habe ich zwar schon gelesen, aber ich werde einfach nicht schlau, was mich wirklich am einfachsten zum Ziel bringt.
Die Vorstellung den kompletten Tubus zu zersägen missfällt mir irgendwie schon sehr.
(Mein HS wurde mit den Standardschrauben bereits voll nach vorne gedreht.)

Wie würdet ihr in meiner Situation vorgehen? - Was wären gute Maßnahmen?
Und wie schätzt ihr die Beeinträchtigung durch das OAZ-Rohr im Strahlengang beim Fotografieren ein?

Damit ihr euch ein Bild von der Situation machen könnt, hier der Blick in den Tubus. Die Stellung des OAZs ist ziemlich genau die Fokusstellung beim Fotografieren mit meiner DSLR.

Link zur Grafik: http://up.picr.de/28244283jb.jpg

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Freundliche Grüße
Raphael
 
Hallo Raphael,

ich würde das Rohr des OAZ kürzen. Sofern Du das nicht möchtest, weil evtl. Garantie flöten geht oder Du den Wiederverkaufswert beeinträchtigt siehst, gibts ja die Möglichkeit einen anderen OAZ zu verbauen.
Z.B. den Lacerta Octo60. Damit hast Du das Problem m.W. nicht.

Kürzen des OAZ: Das Rohr ist aus Aluminium, daß schmiert bei gewissen Arbeitsmethoden. Abstechen auf einer Drehbank ist am saubersten. Mit der Trennscheibe rund um kürzer Flexen schmiert etwas, rundherum absägen wäre auch eine Option. In den letzten beiden Fällen würde ich mir die Trennlinie mit einem feinen Edding markieren. Je nach dem wie man ausgerüstet ist, kann man auch mit einfache mitteln saubere Schnitte machen. Ein Drehmel in einem Bohrmaschinenständer z.B. mit entsprechender Trennscheibe kann dazu verwendet werden, um das Rohr sauber und plan zu kürzen.

Beste Grüße,
Gerrit
 
Hallo Raphael,

wie Gerrit schreibt, ist das im Grunde kein großer Aufwand. Wenn du eine Schlosserei im Ort hast, geh da mal vorbei. Auf einer Drehbank wird es wirklich am saubersten!

Ich würde es nicht mit dem Dremel im Maschinenständer machen. Wenn das nicht sehr stabil ist, verkantet die Trennscheibe und es wird nicht winklig. Und das ›Schmieren‹ ist auch noch.

Vielleicht hat jemand aus deiner Umgebung eine richtig gute Gehrungssäge, eine manuelle, von Ulmia z.B. eine 352 o.ä.. Keine Lade! Dort ein neues Metallsägeblatt hinein (kostet ca. 16€), perfekt auswinkeln sollte kein Thema sein und dann mit Muße und langsamem Zug ablängen. Das hat mir schon oft die Drehbank ersetzt, bei allem, was nicht Edelstahl ist.

Gruß, Olaf
 
Ok danke für die Ratschläge, das hört sich doch machbar an. :) Dadurch dass ich keine Garantie mehr habe, und der Wiederverkaufswert für mich auch sekundär ist, wäre also das Kürzen des OAZs kein Fehler.
Mein Vater hat eine Kreissäge mit Hartmetall-Kreissägeblatt. Würde das auch gut funktionieren?

In den seltenen Fällen, wenn ich das Teleskop visuell nutze, kann man ja einfach mit der 2-Zoll-verlängerung arbeiten, falls der Fokus nicht mehr erreicht werden kann oder?

Gruß
Raphael
 
Was haltet ihr davon wenn ich den Tubus im Zuge des Ausbaus gleich mit Velourfolie auskleide?
Bringt das wirklich eine merkbare Verbesserung?

Lg
Raphael
 
Hi Raphael,

ne Kreissäge … uuuuh. Die dreht sehr grob und schnell. Wäre mir zu ›robust‹. Etwas filigraner dürfts schon sein, denke ich. Aber, wenn dein Pa schon über derlei Werkzeut verfügt, hat er sicher auch Fingerfertigkeit mit Handwerkzeug.

Ich kenne deinen OAZ und deine Okulare nicht. Gibt es denn welche, die den ganz herausgedrehten OAZ benötigen? Eine Verlängerung ginge, schöner wär es ohne. Vielleicht machst du vorher einen Feldversuch?

Schwärzung ist auch im OAZ Rohr eine Überlegung wert, zumal, wenn du ihn eh in der Hand hälst. Schneller appliziert, zumindest etwas weniger fummelig als Velour ist todmatte Farbe. Ich nähme, was gerade verfügbar wär und hätte ich beides, die Farbe!

Gruß, Olaf
 
So ich habe mir mal einen Plan zusammengestellt wie das ganze ablaufen soll:

Es soll gemacht werden:

- Auskleidung bzw. Schwärzung des Tubus und OAZ mit Velourfolie bzw. Mattfarbe
- grobe Reinigung der Spiegel
- UND: Das OAZ-Rohr wird aller Vorraussicht nach gekürzt und zwar wie folgt:

Ich habe heute Abend die Fokuspunkte meiner Okulare und meiner Kamera vermessen. Der Hauptspiegel wurde soweit wie möglich im Tubus nach vor geschraubt, um den Fokuspunkt soweit wie möglich nach außen zu kriegen. So muss das OAZ-Rohr am wenigsten gekürzt werden. Bei einem Backfokus von 25mm erreiche ich genau den Punkt andem das OAZ-Rohr in den Strahlengang eintritt. Der Fokuspunkt meiner Kamera liegt bei 14mm. Das ergibt eine Kürzung des OAZ-Rohrs von 11mm. So wird also garantiert, dass ich genau dann mit der Kamera in den Fokus komme, wenn das OAZ-Rohr aus dem Strahlengang verschwindet.
Bei der Kürzung reduziert sich mein Backfokus dann von 38mm auf 27mm.
Dann habe ich alle meine 8 Okulare (von 4mm - 32mm) durchgetestet: Die Fokuspunkte liegen alle zwischen 28mm und 41mm, also nicht mit dem dann verkürzten Backfokus zu erreichen. Dafür werd ich mir eine Verlängerung besorgen:
https://teleskop-austria.at/index.php?produkt=1z26#m
Wie geschaffen für meine Situation. Eine 1,25"-Verlängerung mit einem optischen Weg von 26mm. Mit diesem erreiche ich einen Backfokus von 26mm bis 53mm (26mm Verlängerung + 27mm Backfokus). Das ist genau jener Bereich der alle meine Okulare abdeckt.
Im Endeffekt kann ich so den Hauptspiegel immer auf der selben Position belassen, habe kein OAZ-Rohr im Strahlengang mehr und habe zusätzlich noch genug Backfokus (mit Verlängerung aber immerhin) für visuelle Beobachtungen :) Außerdem ergibt es sich sehr geschickt, dass ich den kompletten Bereich von 0 - 53mm Backfokus abdecken kann. Und das für gerade mal 18€ (Kosten für die Verlängerung)

Was das WIE angeht:
Zitat von Cor_Caroli:
ne Kreissäge … uuuuh. Die dreht sehr grob und schnell. Wäre mir zu ›robust‹. Etwas filigraner dürfts schon sein, denke ich. Aber, wenn dein Pa schon über derlei Werkzeut verfügt, hat er sicher auch Fingerfertigkeit mit Handwerkzeug.
Also ich habe heute schon bei einem Bekannten angefragt. Werd das jedenfalls auf einer Drehbank machen lassen, sicher ist sicher :D


Bevor ich meinen Plan aber wirklich in die Tat umsetze, würde es mich interessieren, was ihr von meinem Vorhaben haltet?

Freundliche Grüße
Raphael

 
Naja, eine Kreissäge braucht schon ein entsprechended Blatt damit Dir das Ding nicht um die Ohren fliegt. Würde ich auch lassen.
Abdrehen ist die beste Idee.

Vorverlegen des Hauptspiegels. Najaaaaa. Du mußt aufpassen, daß Du den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreibst.
1. Stimmt die Ausleuchtung dann nicht mehr so unbedingt
-> Dadurch, daß der Hauptspiegel nun näher am FS sitzt, wirkt nach m.E. auch nicht mehr die volle Öffnung. Ergo ist der Bereich der vollen Ausleuchtung auch kleiner.
2. Ist das Öffnungsverhältnis implizit evtl. langsamer geworden (ein wenig)
Eben weil nicht mehr die volle Öffnung den Fangspiegel ausleuchtet, aber den Brennweite konstant bleibt. Würde sich F tendenziell verkleinern.

3. Wird die Sache unter Umständen auch instabil, wenn der Hauptspiegel mit samt Zelle auf 3 kleinen M4 Schrauben gehalten wird.

Punkte 1..2 können marginal sein, ja.

Grüße,
Gerrit

 
Zitat von MountyPython:
1. Stimmt die Ausleuchtung dann nicht mehr so unbedingt
-> Dadurch, daß der Hauptspiegel nun näher am FS sitzt, wirkt nach m.E. auch nicht mehr die volle Öffnung. Ergo ist der Bereich der vollen Ausleuchtung auch kleiner.
2. Ist das Öffnungsverhältnis implizit evtl. langsamer geworden (ein wenig)
Der HS lässt sich bei mir höchstens um nur 6mm versetzen. Um mir die Sache mal anzusehen habe ich den Einblick bei hineingedrehten Spiegel mit dem Einblick bei rausgedrehten Spiegel verglichen.

Hier der Einblick bei komplett RAUSGEDREHTEN HS:
Link zur Grafik: http://up.picr.de/28256575hh.jpg
Ich hab versucht die Fotografie-Bedienungen so gut wie möglich nachzuahmen. Das weiße Viereck in der Mitte ist die Größe meines APS-C Sensors. Die strichlierte Linie markiert mit dem linken Rand eine Sichel. Hätte versucht diese Sichel zu vermeiden, aber dann passt die Justierung vom FS zum HS nicht mehr (Justierlaser macht den Punkt nicht mehr in der Mitte des HS)
Kann man dagegen etwas machen? - Bzw. wie stark beeinflusst diese Sichel mein Foto?

Und hier der Einblick mit voll HINEINGEDREHTEN Hauptspiegel:
Link zur Grafik: http://up.picr.de/28256721xc.jpg
Die Sichel ist natürlich da auch wieder zu sehen.
Inwiefern stimmt da jetzt meine Ausleuchtung nicht mehr? - wenn ich ehrlich bin versteh ich's gerade nicht wirklich.

Zitat von MountyPython:
3. Wird die Sache unter Umständen auch instabil, wenn der Hauptspiegel mit samt Zelle auf 3 kleinen M4 Schrauben gehalten wird.
Also wie gesagt ist der HS 6mm weiter drinnen. Das ist so weit, dass ich den HS gerade noch mit den Fixierschrauben erreiche. Wie meinst du das nun mit der Instabilität, ich kann dir da leider nicht folgen.
Bild dazu:
Link zur Grafik: http://up.picr.de/28256889cv.jpg

Ich hoffe du/ihr kannst/könnt mir noch ein paar Tipps geben. Möchte da wirklich nichts verkehrt machen, wenn das Rohr ab ist, dann ist's ab :D

Danke für die Ratschläge bis jetzt.
Freundliche Grüße
Raphael
 
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